Selbermach-Sonntag (28.12.08)

von Susanne

Der letzte Selbermach-Sonntag im Jahre 2008: Habt ihr schon feministische Vorsätze für 2009? Wenn ja, was wollt ihr ändern? Wollt ihr in die Politik gehen? Eine große Aktion organisieren? Kunst oder Musik machen? Oder soll 2009 alles so bleiben wie es ist?




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Eintrag geschrieben: Sonntag, 28. Dezember 2008 um 8:18 Uhr unter Uncategorized. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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14 Kommentare

  1. Kim sagt:

    …dafür kämpfen, dass transsexuelle Frauen endlich einmal als gebürtige Frauen anerkannt werden (auch wenn sie als Mädchen mit Penis und Hoden geboren werden). Nur in einer Gesellschaft, die den Schwanz mehr anbetet als das Gehirn des Menschen (Patriarchat), ist es heute noch so, dass transsexuelle Mädchen, als „Jungs mit Geschlechtsidentitätsstörung“ angesehen werden, eben deswegen, weil sie mit Penis geboren werden. Ihre Aussage „Ich bin ein Mädchen“ sollte in einer intelligenten Gesellschaft als biologische Tatsache akzeptiert werden.

  2. Alpenglühen sagt:

    über folgenden artikel hab ich mich gefreut:

    http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/gesundepsyche/tid-5586/psychologie_aid_54528.html

    einige auszüge:

    »Obwohl ein Kind erst mit etwa dreieinhalb Jahren vom Verstand her einordnen kann, dass es ein Junge oder ein Mädchen ist, verhalten sich bereits Babys mit 18 Monaten ihrer Rolle entsprechend. Der kleine Bub strahlt besonders gern Frauen an, das kleine Mädchen Männer. Dieses Verhalten ist erlernt. Bereits am Tag der Geburt beginnen Eltern und die Menschen in der Umgebung – weitgehend unbewusst – mit der Rollenverteilung. Unabhängig von Größe, Gewicht und Verhalten bezeichnen sie bereits das Neugeborene als zart, niedlich und hübsch, wenn es sich um ein Mädchen handelt, den Jungen dagegen als aufgeweckt, groß und stark. Auf das biologische Geschlecht, die Hardware, wird also das soziale Geschlecht, die Software gespielt.«

    »Die männliche oder weibliche Geschlechtsidentität entsteht einerseits durch biologische Prozesse, ist also angeboren, andererseits durch soziale, also nach der Geburt erlernte.
    Dabei sind die oft als stark ausgeprägt beschriebenen Unterschiede in Denken, Handeln und Emotionen in Wirklichkeit gar nicht so groß. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt der Vergleich von 46 Metaanalysen der letzten 20 Jahre, die sich mit den psychologischen Unterschieden von Mann und Frau beschäftigten (Janet Hyde, Universität Wisconsin). Es zeigte sich, dass die Unterschiede in den meisten Punkten minimal waren. Nur in bestimmten sportlichen Bereichen, etwa bei Weitwurf, schnitten Frauen nicht so gut wie Männer ab. Außerdem gab es geschlechtsspezifische Unterschiede im Sexualverhalten und körperlicher Aggression. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen kognitive Fähigkeiten, verbale und nonverbale Kommunikation, Selbstbewusstsein, Aggressionsbereitschaft, Führungsstil, Moral, aber auch motorische Fähigkeiten.«

  3. Friederike sagt:

    Über diesen Artikel habe ich mich sehr erschrocken:

    Taliban in Swat ordnen Schließung aller Mädchenschulen an
    http://derstandard.at/?url=/?id=1229974984788

    Ich finde das einfach unfassbar….

  4. Cassandra sagt:

    Carla Bruni-Sarkozy in einem Interview auf Spiegel-Online

    „Als Kind war ich vor Schüchternheit fast gelähmt. Es ist schon interessant, dass ich als Erwachsene immer das totale Gegenteil davon gelebt habe. Für jemanden, der so schüchtern ist, ist es fast eine Vergewaltigung, ständig fotografiert zu werden, so exponiert zu sein. Vielleicht sucht man sich da unbewusst das aus, was am schwierigsten für einen ist.“

    http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,598563,00.html

    -> Ich kann so völlig unpassende Vergleiche nicht haben, ehrlich nicht. Zwar ist das Gefühl von ständig verfolgt zu werden, fotografiert, beurteilt etc. sicherlich quälend, es mit einer Vergewaltigung zu vergleichen is aber unangemessen. Unangemessen von der gesamten Art der verglichenen Sachen. *wütend*.

    Ärgert euch mit mir :-). Ein letztes Mal an einem Sonntag im Jahr 2009.

  5. Judith sagt:

    @Alpenglühen

    danke für deinen focus-link!

    wer die studie von hyde, die du zitierst, im original lesen möchte:
    hier der link:

    http://www.apa.org/journals/releases/amp606581.pdf

    nur noch mal als ergänzung. sehr übersichtlich und aufschlussreich!

    (hatte ich hier irgendwann schon mal verlinkt, aber mach ich immer wieder gerne :-) )

  6. Kim sagt:

    Als Nachtrag zu meinem obigen Eintrag: Es wäre schön, wenn eine aufgeklärte Gesellschaft bald in der Lage wäre zudem das Geschlecht eines Menschen nicht mit anerzogenen Gender-Stereotypen gleichzusetzen. Dann würde die APA auch erkennen, dass es keine „Geschlechtsidentitätsstörungen“ geben kann, bzw. damit zumindest nicht Transsexualität gemeint sein kann.

  7. Thomas sagt:

    „Ihre Aussage “Ich bin ein Mädchen” sollte in einer intelligenten Gesellschaft als biologische Tatsache akzeptiert werden.“

    Absolut richtig. Und wenn ich sage „Ich bin 1,85 m groß und habe einen Waschbrettbauch“, dann ist das auch eine Tatsache.

  8. Friederike sagt:

    „Es wäre schön, wenn eine aufgeklärte Gesellschaft bald in der Lage wäre zudem das Geschlecht eines Menschen nicht mit anerzogenen Gender-Stereotypen gleichzusetzen. “

    Richtig, aber weder Mädels noch Jungs haben interesse daran was zu ändern. Hier ein Aufsatz von zwei Schulmädchen den ich grad gefunden habe.
    http://www.abendblatt.de/daten/2004/02/27/266741.html
    Deren Fazit: die aufgezählten Unterschiede liegen an den unterschiedlichen Genen und an der unterschiedlichen Sozialisation!

    *Kopfschüttel*
    Ich hab oft das Gefühl, dass besonders Fauen auf den genetisch und steinzeitlich veranlagten Geschlechterunterschied beharren. Vielleicht gibt das ja Orientierung in der sonst so unübersichtlichen Welt, wer weiß…
    Manchmal denke ich, das das alles nur ein Kapf gegen Windmühlen ist :(

  9. Friederike sagt:

    Nachtrag:
    Das mit der Sozialisation stimmt natürlich.
    Doch mir den Genen ist das so ne Sache…
    Hier ein toller Buchtipp, der auch beim argumentieren helfen kann:

    http://www.amazon.de/gp/product/340651717X/

  10. jj sagt:

    Hi.

    „Außerdem gab es geschlechtsspezifische Unterschiede im Sexualverhalten und körperlicher Aggression. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen kognitive Fähigkeiten, verbale und nonverbale Kommunikation, Selbstbewusstsein, Aggressionsbereitschaft, Führungsstil, Moral, aber auch motorische Fähigkeiten.«“

    Will sagen, da wo Sex relevant ist, ist das biologische Geschlecht verhaltensrelevant. Aha. Und weil Sex so wichtig ist, auch für das sozialisierte und sozialisierbare Verhalten, ist das biologische Geschlecht wohl auch darüber hinaus verhaltensrelevant. Warum werden Unterschiede wie bei z.B. körperlicher Aggression immer herunter gespielt, so als ob sie keine Rolle über Rangstreitigkeiten auf dem Pausenhof hinaus spielten?

    Ich denke, meine Meinung, daß biologische Unterschiede in den Popularmedien überzeichnet, im feministtischen Diskurs aber geradezu mißachtet werden, kommt der Realität ziemlich nahe.

  11. jj sagt:

    PS.: Irgendwann an Weihnachten lief „Ice Age 2“, ein Zeichentrickfilm in dem ein Mammum als Opossum sozialisiert wurde. Das geht genau so lange gut, bis ein Mammut des anderen Geschlechts vorbeikommt….

  12. Sonnenschein sagt:

    Empfehle das Buch von Frau Margret Atwood: „Payback“.
    Margaret Atwoods «Payback»: Von Schuld und Sünde bis zum Zahltag

    Sie gleichen unzertrennlichen Zwillingen: Schuldner und Gläubiger. Und beide sind Sünder, befindet Margaret Atwood in ihrem neuestem Werk «Payback – Schulden und die Schattenseiten des Wohlstands». Wer schließlich auf Justitias Waage schwerer wiegt, hängt von ihm selbst ab. Auf 242 Seiten tritt die kanadische Autorin ihre geistreiche Beweisführung an, die, so könnte man annehmen, punktgenau die gegenwärtige Welt-Finanzkrise aufs Korn nimmt. Das stimmt aber nur halb.

    Oh ja, es scheint mehr als weitsichtig, mit diesem Thema genau jetzt herauszukommen, wo die Finanzwelt arg ins Straucheln geraten ist. Der herausgebende Berlin Verlag wagt auf dem Klappentext sogar den Vergleich mit der unglücklichen trojanischen Königstochter Kassandra, die zwar hellsehen kann, deren Vorhersagen aber niemand Glauben schenkt. Die Thesen Atwoods kann man glauben, auch wenn man es vielleicht wegen apokalyptischer Bilder gar nicht will. Aber es geht nicht nur um Finanzen, sondern auch allgemein um Schuld und Sünde (die Assoziation zu Dostojewskis «Schuld und Sühne» kommt sicher nicht von ungefähr) und ihren literaturhistorischen Hintergrund, ihren religiösen und mythologischen Wurzeln.

    Niemand wird in diesem wunderbaren Sachbuch, das für eine Vorlesungsreihe entstand, eine Anleitung zum Schuldenabbau finden, aber jeder Leser wird hernach versucht sein, sein eigenes Leben zu überdenken – angefangen bei simplen Verhaltensweisen: Muss wirklich jede gute Tat mit einer Gegengabe (einschließlich Dankbarkeit) belohnt werden? Muss eine üble Tat um jeden Preis vergolten werden? Warum fällt Vergebung so schwer? Zu welchem Zweck werden Schulden gemacht? Um den eigenen Wohlstand zu vergrößern, um überhaupt zu existieren oder vielleicht, um anderen zu helfen? Im ersteren Fall wäre der Schuldner der größere Sünder, in den beiden letzten der Gläubiger, vor allem, wenn er sich die Schuld mit überhöhten Zinsen (Wucher) zurückzahlen lässt. Wann ist das Borgen/Leihen/Tauschen ein Pakt mit dem Teufel?

    Um solche und viele andere Fragen zu beantworten, bemüht Atwood Philosophen und große Literaten. Natürlich darf Dr. Faustus nicht fehlen, vor allem in der Bearbeitung des Briten Christopher Marlowe von 1589, denn sein Faust wird nicht wie der Goethes durch Gott erlöst, sondern vom Teufel in Stücke zerrissen und muss auf ewig im Höllenfeuer braten. Kaum ein anderes Werk aber bringt die wundersame Läuterung eines Menschen vom bösen Geizhals/Sünder zum Gebenden/Gutmenschen auf so herrliche Weise nahe wie Charles Dickens in der «Weihnachtsgeschichte». Sein fieser Ebenezer Scrooge ist für Atwood ein gefundenes Fressen. Und genau ihm widmet sie ihr Schlusskapitel «Payback». Sie erfindet praktisch die «Weihnachtsgeschichte» neu.

    «Scrooge Nouveau», wie Atwood den «neuen Scrooge» nennt, lebt jetzt und heute. Die drei ihn heimsuchenden Geister führen ihn wie auch bei Dickens in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wobei die eine Seite des futuristischen Bildes einfach furchtbar, aber leider nicht unrealistisch ist. In zeitlicher Abfolge: Finanzkrise aufgrund des Ungleichverhältnisses von Schulden und Schuldnern, Weltwirtschaftskrise, Welthunger und -Armut, Umwelt kaputt, Tiere und Menschheit am Aussterben, Riesen-Kakerlaken bevölkern das, was noch übrig ist. Die andere Seite offenbart freundlichere Optionen.

    Die Wurzel allen Übels ist, so erfahren wir, dass der Mensch sich nicht mit dem zufriedengibt, was er hat. Schuld, Sünde, Zahltag. «Payback» ist ein grandioses Buch, das nicht nur einen hohen Informations-, sondern auch einen großen Unterhaltungswert hat, und das auf sehr humorvolle, aber eindringliche Art (wie einst MarleneDietrich) fragt: Wann wird man je versteh’n?,

    Frauke Kaberka, dpa
    08.12.2008

  13. Alpenglühen sagt:

    moin friederike,

    »Richtig, aber weder Mädels noch Jungs haben interesse daran was zu ändern. Hier ein Aufsatz von zwei Schulmädchen den ich grad gefunden habe.
    http://www.abendblatt.de/daten/2004/02/27/266741.html
    Deren Fazit: die aufgezählten Unterschiede liegen an den unterschiedlichen Genen und an der unterschiedlichen Sozialisation!«

    und da steht dann z.b.:

    »Zu dem Thema, dass Männer und Frauen sich unterschiedlich verhalten, haben wir eine Umfrage durchgeführt und folgendes Ergebnis erhalten: …«

    na prima, lieschen müller und ihre freundin führen in der nachbarschaft eine umfrage durch *lol*, das toppt ja jede wissenschaft. vermutlich haben sie das nach dem mondkalender gemacht. sorry for that.

    da sieht man ja ganz wunderbar, wie sozialisation funktioniert und wie sich der backlash aktuell auswirkt. ja, junge frauen und mädchen WOLLEN dem entsprechen, was in den medien kolporiert wird: du bist nur eine »richtige« frau, wenn du zickig bist, schuhe hortest, nicht einparken kannst und emotional bist.

    »Doch mir den Genen ist das so ne Sache…«

    stimmt. und das ist eine verdammt komplizierte sache. leider machen schlagzeilen wie »human genom entschlüsselt« auf unbedarfte den eindruck, als könne man in den genen nun lesen wie in einem buch. aber das kann man nicht. ebeso wie man in den bildern aus einen ct oder den hirnströmen nicht lesen kann, was jemand denkt, sondern nur welche bereiche aktiv sind.

    ich halte das geredein den medien von genen im zusammenhang mit frau / mann -unterschieden für ziemlich unausgegorenen käse und wünschte, artikel wie der aus dem focus würde es öfter geben …

  14. dievommond sagt:

    Also meine feministschen vorsaetze fuers naechste Jahr?
    1. weiterhin mein eigenes Ding zu machen, auch wenn das nicht immer so reibungslos passt.
    2. mich keiner Altersgrenze unterzuordnen.
    3. andere Frauen zu so gut ich kann bei ihrer Selbstverwirklichung zu unterstuetzen