Selbermach-Sonntag (23.09.2012)

von Nadine

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim Spielen Am Tag nach unserer Jubiläumsveranstaltung wollen wir euch gerne um Feedback, Kritiken und Eindrücke bitten. accalmie hat bereits einen Text verfasst, der sich Diskussionen und Reflexionsprozesse über Rassismen, Raum- und Partizipationspolitiken, Unterstützung und Solidarität innerhalb feministischer politischer Kämpfe wünscht. Wir werden euer Feedback und unsere Eindrücke sammeln und im Laufe der nächsten Tage ein Statement dazu verfassen. Bis dahin wird es hier etwas ruhiger werden.




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Eintrag geschrieben: Sonntag, 23. September 2012 um 14:27 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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24 Kommentare

  1. kd sagt:

    Ich konnte gestern leider nicht nach Berlin kommen, ich hoffe dass auch andere Statements i. O. sind. :)

    Heute habe ich zwei Kritiken über das Buch Alice im Niemandsland von Miriam Gebhardt gelesen bzw. gehört. Nämlich die einzigen beiden, die ich dazu gefunden habe: Vom Elend des deutschen Feminismus (Deutschlandfunk) und diese Rezension des NDR.

    Zuerst lösten der Titel und der Einleitungssatz beim DLF leichtes Zähnefletschen in mir aus („Der Feminismus in Deutschland gleiche einem Geisterschiff und sei auf die eine Symbolfigur Alice Schwarzer zusammengeschrumpft“). Im vollständigen Beitrag kam dann aber vieles, dem ich nur zustimmen konnte. Leider hat die Autorin wohl recht, wenn sie feststellt, dass der moderne deutsche Feminismus abseits von Alice Schwarzer in der Gesellschaft unsichtbar bleibt. Ich möchte dem eigentlich widersprechen. Aber ich weiß auch, dass ich in einer feministischen Blase mit lauter feministisch bewegten Menschen um mich herum lebe, die leider nur wenig mit den gesamtgesellschaftlichen Verhältnissen zu tun hat. Hmpf. Auch ich begegne immer wieder politisch interessierten Frauen, die noch nie von Judith Butler, Riot Grrrl, der Mädchenmannschaft oder dem Missy Magazine gehört haben.

  2. Katze sagt:

    Interessanter Arte-Beitrag ueber Frauen in der Ultraszene:

  3. Lisa sagt:

    Wer diskutiert mit mir, wir wir Frauen, die sich selbst stereotypisieren, zu Mitstreiterinnen machen? :)

    http://notizanmichselbst.wordpress.com/2012/09/21/bewusst-blind-autostereotypisierung-unter-frauen/

  4. Ich habe heute mit einem Kollegen über die Debatte zur Frauenquote in Unternehmen gesprochen (es ging um die Debatte, nicht um ihren Gegenstand). Die öffentliche Diskussion, die Befürworter und auch der Corporate Governance Code scheinen eine strukturelle Unterlegenheit voraus zu setzen. Um die geht es mir. In einer eigenen Recherche habe ich keine Hinweise auf Belege gefunden. Deshalb: Wo finde ich Hinweise, die nicht nur Annahmen sind (Die Annahme teile ich!) – Vielen Dank für Tipps!

    Nun aber zur hier gestellten Frage: Dem Wunsch nach Reflexionsprozessen schließe ich mich an. Ich erkenne mich – wie vielen LeserInnen sicher meine o.g. Frage bereits offenbart – selbst, als Quereinsteiger in die hier geführten Debatten und weiß oft genug: einfach nichts. Dass das sicher vielen so geht und deshalb nicht allein Details, sondern immer wieder auch Grundzüge aufgearbeitet und präsentiert werden sollen, ist deshalb ein Anspruch, den jede Debatte ständig an sich haben muss.

  5. distelfliege sagt:

    Ich hab hier einen Blogeintrag über meine Eindrücke vom MMwird5-Fest geschrieben.. ein bischen was zu der Slutwalk-Debatte…
    http://distel.twoday.net/stories/156265103/

  6. Zweisatz sagt:

    Falls es euch tatsächlich u.a. um die Aufarbeitung des Rassismusvorfalles geht mit der Einladung zum Gespräch, würde ich stark einen eigenen Artikel anregen. Das Feedback zu der Feier hier unter „ferner liefen“ abzuhandeln, finde ich etwas sonderbar.

  7. Nadine sagt:

    @Zweisatz

    Wie eingangs bereits geschrieben verfassen wir in den kommenden Tagen ein eigenes Posting dazu. Uns war es wichtig, die Eindrücke anderer Teilnehmer_innen zu sammeln, die wir nicht auf der Veranstaltung nach ihren Eindrücken fragen konnten, Situationen, die wir nicht mitbekommen haben zu sammeln, damit das in unserem Statement entsprechend berücksicht wird.

  8. Zweisatz sagt:

    @Nadine Hatte ich so verstanden. Ich finde das Setting komisch. Aber eure Entscheidung.

  9. not important sagt:

    dear MM,
    warum habt ihr dem SW team im hinblick auf die unsägliche online debatte nicht abgesagt??
    fragt ich mich…
    NI

  10. Marlen_e sagt:

    Ich finde es hoch problematisch, dass ihr das „Stimmen sammeln“ hier unter dem Label Selbermach-Sonntag vollzieht.

    Ein Mini-Artikel, in dem klar gemacht wird, dass das Problem erkannt und aufgearbeitet werden möchte mit Aufruf zum Kommentieren zwecks Stimmen sammeln und Meinungsbildung, wäre das Minimum gewesen. Ein Zeichen, dass es expliziten Raum gibt.

    Aber in dieser Art und Weise die Aufarbeitung zu beginnen, das ist wie Fail auf Fail schütten.

  11. exse sagt:

    ich mag mich hier grade ganz herzlich für 5 jahre mädchenmannschaft bedanken
    und gratulieren.
    ich habe nicht so viel zeit bei der feier verbacht und bin nur in wenige der vielen angebote und möglichkeiten eingetaucht, aber ich fand es sehr schön und eine angenehme stimmung bei euch und eurer MMGeburtstagsfeier.
    (zu späteren ereignissen kann ich nichts sagen, deswegen hier)

  12. Erna sagt:

    Ich weiß, dass der Vorfall auf der MM5-Feier gerade hier oberste Priorität hat und kann das absolut nachvollziehen. Trotzdem muss ich mich gleich zu dem anderen wichtigen Ereignis am Wochenende äußern.
    Nur kurz: Ich war am Samstag nicht auf der Feier, dafür aber beim Slutwalk und habe natürlich die drei Frauen* gesehen, die Blackfacing betrieben und das Thema des Slutwalks verfehlt haben. Ganz selbstkritisch muss ich sagen, dass ich (obwohl ich mich nicht wohl mit deren Anblick gefühlt habe bzw auch ein Riesen-Problem mit der Message hatte) mich nicht getraut habe die drei anzusprechen/ zu kritisieren. Ich war mir in der Situation einfach zu unsicher, ob ich die Aktion richtig deute und ob ich, als weiße, nicht-muslimische Frau, überhaupt etwas dazu sagen kann. Es hat sich für mich in der Situation auch nicht erschlossen, ob die drei Frauen* selber POC waren oder nicht.
    Fazit ist: Ich muss noch einiges lernen und aufhören zu hoffen, dass jemand anderes eingreift, wenn ich mich dazu nicht in der Lage fühle.

    Nun aber zu meinem Anliegen.
    Ein kurzer Kommentar zu den Anti-Abtreibungsgegner-Protesten. Als ich nach Hause kam war ich einfach nur noch enttäuscht, müde und wütend. Die Zahl der Menschen, die sich gegen den Marsch für das Leben gestellt haben hat (zumindest meiner Wahrnehmung nach) im Gegensatz zu den letzten Jahren rapide abgenommen und ich verstehe das nicht. Ich bin selber nicht so stark in queer-feministischen Zusammenhängen unterwegs und vielleicht hab ich auch da eine falsche Wahrnehmung. Eingentlich dachte ich immer dass es Berlin vor lauter Feminist*innen nur so wimmelt. Und gerade in diesem Jahr, wenn man sich Spanien, die Türkei und die USA ansieht, war es und wird es Zeit sich wirklich dagegen zu stellen.

    Und deshalb eine ernstgemeinte Frage (ohne Vorwurf, nur vielleicht helfen eure Begründungen die Proteste größer zu machen, neue Formen zu entwickeln)
    Wo wart ihr?
    Warum interessiert ihr euch nicht für Abtreibungsrechte?
    Was braucht ihr, um für das Thema auf die Straße zu gehen?

    Ich bin selbst nicht Organisatorin der Gegenproteste, spiele aber mit dem Gedanken (zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr) eine Pro-Choice-Demo auf die Beine zu stellen (ohne Fundis – nur wir und unsere Forderungen)
    Gibt es prinzipiell das Interesse daran?

  13. @Erna:

    Mir ging es genauso.
    Ich wollte eigentlich nach den Protesten auf die MMwird5 Party…aber mir war dann garnicht mehr nach Feiern zumute.Wir haben die ganze Aktion innerhalb der Gruppe mit der ich dort war diskutiert(und tun es noch)und hatten in vielen Punkten unterschiedliche Ansichten,aber in 2 Punkten waren wir uns einig:Das viel zu viele PL Idiot*innen da waren und viel zu wenige von uns…und das hat uns alle wirklich massiv enttäuscht.Es muss für die Fundis so ausgesehen haben als hätte nicht allzu viele Menschen etwas GEGEN ihre menschenverachtende Kackscheiße.Bei einer Pro-Choice-Demo wär‘ ich sofort dabei.Ich wollte dazu auch nochmal was bloggen,wenn ich die Zeit finde.

  14. anna sagt:

    @Erna: Ich kann nur für mich und die Aktionen in meiner Region (Deutschschweiz, Südwestdeutschland) sprechen, insbesondere den Zürcher „Marsch fürs Läbe“ und die Gegendemo: Als Feministin _und_ Christin fühle ich mich von beiden Seiten gleichermassen angewidert. Die Pro-Choicer anerkennen die Definitionsmacht der „Lebensrechtler“ bezüglich Wahren Christlichen Glaubens (TM), lehnen deren Ansichten (vernünftigerweise) ab und machen aus der Abtreibungs- plötzlich eine Religionsfrage. Ich bin entschieden für Frauenrechte, aber mit missionarischen Atheisten verbünde ich mich ebensowenig wie mit militanten Abtreibungsgegnern. Bei einer als weltanschaulich neutral definierten Demo wäre ich dabei — sofern ich mit vertretbarem Aufwand hinkomme.

  15. Maxine sagt:

    Sehe ich genauso. Solange auf solchen Demos Scheiße wie „Hätt‘ Maria abgetrieben…“ usw. verbreitet wird, kriegen mich da keine zehn Pferde hin.

  16. Judith sagt:

    @anna und @Maxine
    Schade, dass ProChoice Christ_innen in Deutschland (!) nie selber eine Demo auf die Beine stellen oder sich (so weit ich das überblicke) so wenig in die Organisation einbringen.
    Ich finde – selbst als Atheistin – diesen „Hätte Maria …“ Spruch auch wenig zielführend.
    In den USA identifizieren sich zwei von drei Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen als Christinnen. Ich wünschte auch ihre Stimme wäre lauter.
    Allerdings sehe ich mich selbst nicht in der Position christliche Feminist_innen sichtbarer zu machen.

  17. Jolene sagt:

    @Erna: Ich wäre auf jeden Fall dabei. Wäre auch zu gerne nach Berlin gefahren, aber ich wohne leider zu weit weg (mehrere hundert km) und konnte mir daher die Fahrt nicht leisten. Als ich jedoch erfahren habe, dass diese Märsche jedes Jahr zur gleichen Zeit stattfinden und somit davon auszugehen ist, dass das auch 2013 wieder stattfindet, habe ich beschlossen, nächstes Jahr auf jeden Fall hinzufahren, komme was wolle. Bis dahin ist ja auch noch Zeit, ein Transparent zu basteln. ^^
    Eine Demo von Pro-Choicern, die keine Reaktion auf „Lebensrechtler“ ist, würde ich sehr begrüßen.

  18. lamalena sagt:

    Ich war auch da und auch total frustriert. Hätte auch Interesse!

    @alsmenschverkleidet

    Was meinst du mit PL Idiot*innen?

  19. @ lamalena

    Pro Life Idiot*innen…sorry,Abkürzungswahn;).

  20. anna sagt:

    @Judith: Treffer ;-). Auf meiner Prioritätenliste ist das Thema momentan im Mitläuferbereich angesiedelt — aber vielleicht schiebt es sich ja nach oben in Richtung Eigeninitiative.

  21. „Schade, dass ProChoice Christ_innen in Deutschland (!) nie selber eine Demo auf die Beine stellen oder sich (so weit ich das überblicke) so wenig in die Organisation einbringen.“

    weil christin sein, in linken zusammenhängen in deutschland, nicht grade was ist mit dem frau hausieren geht. zumindest ich hab keinen bock mich ständig für meinen glauben rechtfertigen zu müssen wenn ich doch eigentlich wegen anderen dingen unterwegs bin.

    an einer neutralen pro choice demo hätte ich übrigens intresse

  22. Laus sagt:

    hallo, da es noch keinen neuen selber mach sonntag gibt, frag ich mal hier: kennt sich jemand mit renoise aus? hat jemand renoise?

  23. maria sagt:

    Silke Burmester ärgert sich (ebenfalls) über Schönheitswahn im Kindesalter (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/beauty-salon-fuer-maedchen-endlich-prinzessin-1.1477628) und sexistische Werbung:

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/silke-burmester-ueber-stevie-schmiedel-und-die-kampagne-pinkstinks-a-858638.html

    Wo ist eigentlich der Selbermach-Sonntag dieser Woche?

  24. onyx sagt:

    Stimmt, gestern gab es gar keinen Selbermach-Sonntag. Wollte mal ganz egoistisch ein paar Artikel verlinken, die ich letzte Woche verbloggt habe. Zum Beispiel über
    Mädchen(alb)träume, die sich in Beautysalons für 5jährige verwirklichen sollen, über das, was Männer wirklich attraktiv macht und nicht das, was sie immer glauben, was sie attraktiv macht, eine Hommage, auch mal faul zu sein, und über angebliche Gewalt von Feministinnen beim Männerkongress (die bislang noch keiner belegen konnte) und die Glaubwürdigkeit solcher Behauptungen hinsichtlich bisheriger Erfahrungen mit übertriebenem antifeministischen Medienhype.
    (Hoffe, die Verlinkungen haben gefunzt…)