Selbermach-Sonntag (16.08.09)

von Anna

Es ist Sonntag und deswegen seid heute ihr dran: Was habt ihr letzte Woche spannendes, lustiges, wütendes oder trauriges gelesen, das hier keine Erwähnung fand? In den Kommentaren könnt ihr es erzählen.

Schönen Sonntag!




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Eintrag geschrieben: Sonntag, 16. August 2009 um 9:35 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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29 Kommentare

  1. Sonnenblume sagt:

    Interview mit Susan Pinker in der Süddeutschen:

    Der codierte Mann
    Manche Eigenarten können Männer nicht ändern, selbst wenn sie es wollten. Ein Gespräch mit der Bestseller-Autorin und Psychologin Susan Pinker über den Mann und seine Natur.

    http://www.sueddeutsche.de/leben/697/484137/text/print.html

  2. Patrick sagt:

    Esquire über den letzten Arzt in den USA, der spät terminierte Abtreibungen durchführt.

  3. Ungeheuer sagt:

    Heute im kostenlosen „Weser Report“ auf der Seite „Starke Frauen 2009 – Unternehmerinnen stellen sich vor“
    http://img228.imageshack.us/img228/4671/unternehmerinnenstellen.jpg

    man beachte nicht nur, dass der deutsche Meister Ferhat Sönmez eindeutig keine Frau ist (wie alle anderen Vorgestellten), sondern vorallem die interessante Preisgestaltung!

  4. Anniek sagt:

    Afghanistan has quietly passed a law permitting Shia men to deny their wives food and sustenance if they refuse to obey their husbands‘ sexual demands, despite international outrage over an earlier version of the legislation which President Hamid Karzai had promised to review.

    http://www.guardian.co.uk/world/2009/aug/14/afghanistan-womens-rights-rape

  5. access denied sagt:

    „Der codierte Mann“

    Tolles Interview
    Alleine schon sowas:
    „Als ich Mutter wurde, hat sich meine Wahrnehmung verändert. Plötzlich habe ich verstanden, dass jemand zufriedener sein kann, der weniger verdient und eine niedrigere Stellung besetzt – und dass es keine Gleichheit im biologischen Sinne gibt.“ würde mir reichen. Um sich aber dann den Persilschein auszustellen: „Meine deutschen Bekannten hatten mich davor gewarnt, mit ihr gleichgesetzt zu werden. Die Rollen von Männern und Frauen seien so ideologisch besetzt. Aber ich bin gar nicht wie diese Moderatorin. Ihre Haltung ist scheinheilig: Erst macht sie eine große Fernsehkarriere, dann schreibt sie, der Platz der Frau sei ausschließlich bei ihrem Kind, nicht in den Vorstandsetagen. Sonst sei sie eine Rabenmutter. Das ist paradox. Ich bin stolz darauf, dass ich beides hatte: Kinder und eine Karriere.“ Also Hermanns Problem ist, dass sie scheinheilig ist und nicht ihre kranken Ansichten, die ja eigentlich wahr sind.

  6. Bruce sagt:

    zum Beitrag von Sonnenblume:
    Wirklich sehr beachtlich, sehr sympathisch und sehr klug.
    Solche Frauen braucht die Welt.
    Herzlichen Dank für den Hinweis.

    An alle: unbedingt lesen.

  7. Mondfee sagt:

    „Der codierte Mann“:
    Ohwei, woran „die Natur“ mal wieder Schuld sein soll…
    Platter Biologismus, das schreit geradezu nach dem Tag „Braucht kein Mensch“! ;-)

  8. Katrin sagt:

    Pinker ist ja spätestens seit dem Artikel im Spiegel im Herbst 2008 DER Name schlechthin für biologistische Geschlechterunterschiede. Sie hat ja auch begründet, dass man schon am Gehirn sähe, dass Männer und Frauen VÖLLIG unterschiedlich seien bla blup – und wurde daraufhin von NeurobiologInnen weltweit scharf angegriffen. Was verständlich ist, denn wenn sich einE WissenschaftlerIn hinstellt und behauptet, etwas an dem andere immer noch forschen und rätseln sei doch längst klar – um damit viel Kohle einzustreichen, dann fühlte ich mich auch sehr verarscht…

  9. jj sagt:

    Zum Pinker Interview –

    Das Problem ist, daß ich denke, daß die Operationalisisrung von Erfolg für Männer nicht sauber ist. Ich glaube, daß Männer und Frauen beide „mit Autonomie und Flexibilität“ glücklicher werden als durch Rankingspielchen in Hierarchien. Vielleicht brauchen Männer mehr ordinale Spielchen als Frauen, und vielleicht sind die ggw. Hierarchiestrukturen eine Konsequenz dessen, aber das bedeutet im Umkehrschluß nicht, daß das „dem männlichen Wesen“ besser entspricht als potentielle Alternativen („Welcher Dad baut die schnellste Seifenkiste mit seinem Sohn…“).

    Das Problem beginnt halt hier:

    „SZ: Womit können Männer denn bei Frauen punkten?

    Pinker: In der Liebe wirkt der Urtrieb. Frauen suchen sich nach wie vor Männer, die gut verdienen und ihnen Sicherheit bieten können. In einer unserer Studien sollten Frauen verschiedene Männer bewerten. Erst trugen die Männer die Uniform von Burger King. Die Frauen sollten angeben, wen sie attraktiv finden. Keiner hatte eine Chance. Später trugen dieselben Männer feine Business-Anzüge mit einer teuren Uhr am Arm. Sie waren alle sexy.

    SZ: Das ist aufschlussreich, aber eindimensional. Wer läuft schon in seiner Freizeit in Arbeits-Klamotten herum?

    Pinker: Natürlich ist das eine konstruierte Situation. Aber solche Reaktionen hängen mit unserem tiefsitzenden Überlebensinstinkt zusammen. …“

    Ohne die Bedeutung dieses Tests überbewerten zu wollen – zumindest die Wahrnehmung, daß sexueller und romantischer Erfolg bei Frauen über den innergeschlechtlichen Wettbewerb funktioniert wird fast jeder Mann haben. Und da liegt dann wieder das Problem mit den Hierarchien und dem Glück: Die meisten Männer würden vermutlich lieber Seifenkisten bauen oder mit ihren Frauen in der Hängematte liegen, wenn sie nicht das Gefühl hätten, ihre Attraktivität hänge vor allem von ihrem Erfolg ab. Hätten sie das Gefühl, daß sie genauso geliebt und gewollt würden, wenn sie mit 50 bei Burger King an der Theke arbeiten und nicht im bei Burger King im Vorstand, dann würden vermutlich deutlich weniger den Marsch durch die Hierarchie antreten.

    Enter Quoten: Aus dieser Perspektive könnte man Quoten natürlich als Art „Zwangsarbeit für Frauen zur Befreiung von Männern“ beurteilen. Das Problem ist aber halt, daß der geschlechtsinterne Verteilungskampf nur verstärkt wird, weil es weniger Positionen gibt, und gleichzeitig weniger Positionen, die im Verhältnis zu zunehmend erfolgreicheren Frauen dein Erfolgseindruck vermitteln können.

    Schwierige Situation. Lösung aller Probleme – Sex mit erfolglosen Männern. Wird aber nicht passieren, weil die Position im innergeschlechtlichen Ranking von Frauen logischerweise auch als genetischer Fitness Indikator gesehen wird, und weil Frauen beim Sex zumindest theoretisch potentielle Mütter sind, werden sie dieses Kriterium in ihre Entscheidung einfließen lassen, weil es (logisch korrekt) die angenommene Überlebensfähigkeit (relative Durchsetzungsfähigkeit) des eigenen Nachwuchses erhöht.

    Und damit stecken wir fest. Lösungsvorschläge?

  10. Sonnenblume sagt:

    Lengsfeld legt im Dekolleté-Wahlkampf nach

    Das Plakat mit den tiefen Dekolletés sorgte nicht nur für Schlagzeilen, es ist sogar so begehrt, dass es im Internet versteigert wird. Nun kündigt die Berliner CDU-Bundestagskandidatin Vera Lengsfeld an, sie wolle mit einem weiteren Plakat nachlegen – und muss sich gegen den Vorwurf wehren, der Emanzipation der Frauen zu schaden.

    http://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article4331897/Lengsfeld-legt-im-Dekollete-Wahlkampf-nach.html

  11. jj sagt:

    Katrin

    „dass Männer und Frauen VÖLLIG unterschiedlich seien bla blup“

    Stimmt. Aber – nimm das *völlig* raus, und Du wirst wohl keinen Neurobiologen und keine Neurobiologin finden, der/die das nicht so sieht. Männer und Frauen sind an einigen, vor allem im geschlechtlichen Bereich relevanten Stellen, unterschiedlich. Deswegen ist sowas ja auch letztlich perverse Soziologie…:

    „Haben Sie mal von den schwedischen Eltern gehört, die das Geschlecht ihres Kindes bewusst geheim halten?

    SZ: Noch nicht.

    Pinker: Es ist zweieinhalb Jahre alt. Sie nennen es Pop. Alle paar Tage ändern sie die Frisur und die Kleidung. Mal trägt es Kleider, mal Hosen…

    SZ: …das arme Kind…

    Pinker: …ja, furchtbar. Die Eltern begründen es mit der feministischen Philosophie, nach der sie leben: das Geschlecht als eine soziale Konstruktion. Sie möchten, dass ihr Kind ohne diese Stereotypen, hellblau oder rosa, aufwächst.“

  12. Auch im Urlaub scheu ich keine Arbeit, so habe ich die aktuelle Ausgabe der „Alley Cat“ dem „Erotikmagazin für Frauen“ mal auseinander gepflückt. Ergebnis ist hier zu lesen:

    http://les-petits-plaisirs.blogspot.com/2009/08/rezension-alley-cat-3-ausgabe-2009.html

    Grandios ist echt, wie so von Männern geschrieben wird.

  13. Bruce sagt:

    Was sind das für Kommentare?

    Ich hatte das Unglück, unter Frauen in gehobenen Positionen arbeiten zu ‚dürfen‘. Extreme Zickigkeit, Ungerechtigkeit, Mobbing udgl. mehr. Quasi mit Peitsche in der Hand und im Mund. Professorinnen waren entweder ähnlich, oder von bedauernswertem, praktisch nicht vorhandenem Selbstwertgefühl. (Ersteres im Beamtentum, letzteres im Technikbereich).

    Der Rest dieses sowieso grenzwertigen Kommentars wurde gelöscht. Bruce, wenn du hier weiter posten willst, dann halte dich bitte an unsere Netiquette.
    Anna

  14. access denied sagt:

    „daß sexueller und romantischer Erfolg bei Frauen über den innergeschlechtlichen Wettbewerb funktioniert wird fast jeder Mann haben.“

    Möchte mal wissen, aus was für einem Dorf Du kommst.
    Ich habe sowas noch nie gedacht. Manchmal kann man nur den Kopf schütteln.
    Genetik ist SCHEISS!

  15. jj sagt:

    Access denied,

    „Möchte mal wissen, aus was für einem Dorf Du kommst.“

    Meine wesentlichen Erfahrungen habe beim Aufwachsen, Leben, Studieren und Arbeiten ich diversen europäischen Hauptstädten gemacht. Und dabei so ziemlich alle sozialen Umfelder vom Redskin in Ostdeutschland bis zur InvestmentbankerIn in der Londoner City kennengelernt. Wie war denn Deine Sozialisierung?

    Mit Aussagen wie „Genetik ist scheiss“ kommt man halt nicht weiter.

  16. Marcel sagt:

    Pinkerton ist tatsächlich DER Name- aber zuerst zu Pop, dem erwähnten Kleinkind, dass jenseits der rosaroten und hellblauen Sphäre aufwächst:

    http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/3231/zwitter-per-erziehung/comment-page-1/#comments

    Und nun zurück zu Pinkerton:

    „(…) oder arbeiten weniger Wochenstunden, auch wenn sie keine Kinder haben.“ Statistisch betrachet, stimmt diese Aussage. Mehr sage ich mal nicht dazu. Ist aber schon äusserst bemerkenswert! Viele Frauen arbeiten auch Teilzeit ohne Kinder.

  17. Mondfee sagt:

    Zwei Links noch von mir:

    *Thea Dorn im Cicero:
    „Ein Männlein steht im Walde
    von Thea Dorn

    In der Juni-Ausgabe von Cicero beklagten Aktivisten der neuen Männerbewegung eine offensive Feminisierung der Gesellschaft, zum Nachteil der Männer. Die Publizistin Thea Dorn hält das für Etikettenschwindel. Denn in Wahrheit seien die männlichen Machtdomänen intakt.“
    Link: http://www.cicero.de/97.php?ress_id=7&item=4003

    *Gerade bei n-tv entdeckt:
    “ Progressive Ankündigung
    Teheran will Frauen berufen
    Im Iran erhalten möglicherweise erstmals seit 30 Jahren Frauen einen Ministerposten. Präsident Ahmadinedschad kündigte an, mindestens das Gesundheits- und das Sozialressort von einer Frau führen zu lassen. Unterdessen wurden fast 30 weitere Oppositionsanhänger angeklagt.“
    http://www.n-tv.de/politik/Teheran-will-Frauen-berufen-article462908.html

  18. jj sagt:

    Schöner Artikel von Thea Dorn. Aber vielleicht wäre es wirklich sinnvoll, in der Diskussion ein wenig von den „Machtbastionen“ wegzukommen. Denn in der Krise ist ja nicht so sehr die „hegemoniale Männlichkeit“ sondern die ganz normale – siehe ja auch meinen Kommentar weiter oben. Sich an der hegemonialen Männlichkeit abzuarbeiten, ohne die Konsequenzen für den Rest zu bedenken, ist unaufrichtig.

  19. Marcel sagt:

    …warum werde ich eigentlich den Eindruck nicht los, dass ich nicht der Einzige bin, der zwischen Genderama und Mädchenmannschaft hin und her zappt..?

  20. Katrin sagt:

    @jj: über die Neurobiologie und ihr „wissen“ über männliche und weibliche Gehirne können wir gerne an anderer Stelle mal weiterdiskutieren. Für mich als fast-Biologin immer ein spannendes Thema, dass sicherlich demnächst mal von mir aufgegriffen wird.

  21. Katrin sagt:

    @Marcel: Pinker heißt die Frau. Woher auch immer das „ton“ bei dir kommt ;)

  22. Ulrike Pansen sagt:

    Supi, daß Frau Dorn sich traut dem maskulistischen Zeitgeist zu widersprechen und aufzeigt, daß Penisfechtereien immer noch zum Arbeitsalltag vieler Männer gehören.

  23. access denied sagt:

    „Wie war denn Deine Sozialisierung?“

    AUf jeden Fall zivilisiert genug, dass wir uns nicht um die Mädchen geprügelt haben.

    „Mit Aussagen wie “Genetik ist scheiss” kommt man halt nicht weiter.“

    Doch, alles andere ist zuviel Worte, welche man verschwendet

  24. Marjane sagt:

    Hi an alle,

    ich habe mal eine Frage bzgl. Vaterschafts/Mutterschaftsurlaub:
    Wie sieht das gesetzlich aus? Wieviel hat Frau, wieviel Mann per Gesetz?

    Danke.

  25. Helga sagt:

    @Marjane: Gib einfach Mutterschaftsurlaub bei Wikipedia ein. In Deutschland gibt es den übrigens nicht mehr, sondern Elternzeit.

  26. Marcel sagt:

    @Anna: Schreibfehler, sorry. Habe gerade wieder Tinitus, deshalb.

  27. Anna sagt:

    Und schon wieder einer, du meinst wohl Katrin.

  28. Marcel sagt:

    Genau: Ohrenbetäubend heute.

    Hoffentlich geht das bald wieder vorbei.

    Katrin, natürlich ;-)

  29. Julian sagt:

    Ja, genau deswegen mag ich Thea Dorn!