Selbermach-Sonntag (13.03.2011)

von Nadine

Es ist wieder an der Zeit aufzuschreiben, was euch in der vergangenen Woche neben dem Frauenkampftag bewegt hat. Worüber habt ihr diskutiert, was habt ihr kommentiert oder gar selbst aufgeschrieben? Her mit den Links, Texten und Postings! Wir freuen uns außerdem immer wieder über neue Blogs!

PS: Ihr könnt noch bis Dienstag an unserer Taschenverlosung teilnehmen.




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Eintrag geschrieben: Sonntag, 13. März 2011 um 8:27 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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14 Kommentare

  1. Elke sagt:

    Das war eine Woche der Extreme. Auf der einen Seite habe ich ein Interview geführt, auf das ich mich schon lange gefreut habe (an dieser Stelle: Danke sehr für die schöne Erwähnung). Andererseits bin ich, wie wohl viele, sehr geschockt von den Ereignissen in Japan. Ich denke und schreibe an eine japanische Kollegin – wie es ihr wohl geht? Es fällt mir schwer, Worte zu finden angesichts dieser Katastrophe. Dann habe ich gestern einen in Syrien geborenen Freund getroffen, der seit 20 Jahren hier lebt und der mir die Unterschiede zwischen den tunesischen und den ägytischen Revolutionsparolen erklärt hat: Die ägyptischen „grooven“, die tunesischen sind knapp und „trocken“. Das hat mich an meine Reise nach Ägypten vor vielen Jahren erinnert – und an ein kollektives Singen auf den Straßen dort. Eine sehr schöne und lustige Erinnerung, die ich nun ad hoc mit dem Revolutionsgeschehen verbinde. So viele Bilder und Stimmungen in einer Woche, private & „globale“. Gut, der Kommentar ist nun wirklich lang – aber ihr wolltet es ja wissen!
    Herzlich: Elke

  2. Lucrezia sagt:

    Neben den Vergewaltigungsmythen beschäftigen mich die Mythen der Opferhilfe: Anonymität, Datenschutz, institutionelle Unterstützung, Solidarität anderer Frauen. Aus diesem Grund habe ich in meinem Blog zwei Posts geschrieben: „Über die fehlende Anonymität und andere Indiskretionen“ [http://stimmedesopfers.blogspot.com/2011/03/uber-die-fehlende-anonymitat-und-andere.html] und „Ein Pyrrhussieg“ [http://stimmedesopfers.blogspot.com/2011/03/ein-pyrrhussieg.html], die sich auf meine eigene Erfahrung beziehen.

    Außerdem sammle ich weiter Berichte über Fälle sexueller Gewalt und Machtmissbrauch an Hochschulen und widme einen Post dem Fall der Universität Bielefeld, der immer noch aktuell ist: http://stimmedesopfers.blogspot.com/2011/03/strafverfahren-bielefeld-seit-2009-teil.html

  3. nele sagt:

    ich hab vor allem darüber nachgedacht, was wohl meine umfeld-männer über den frauentag gedacht haben. und ob sie was ‚gemacht‘ haben an diesem tag. ich wünsche mir für den nächsten 8.märz eine oder mehrere gruppen von männern, die öffentlich über ihre vorteile als mann sinnieren, die erzählen, warum sie feminismus gut finden, was das für sie bedeutet , was sie an ihren geschlechtsgenossen ankotzt usw.
    darüber hinaus bewegt mich japan. und stärker noch als die bestürzung über das konkrete ausmaß für mensch und natur ärgert mich der konformismus der gesellschaften, die auch danach weiterhin vieles (oft sogar alles) dem wachstum unterordnen werden. zum kotzen.

  4. wolf sagt:

    christiane rösinger schrieb gestern in ihrer berlin-kolumne auf fm4 über „frauen, die nichts fordern“

    http://fm4.orf.at/stories/1678282/

  5. silke sagt:

    … und ich hab neulich im Netz die fertige Magisterarbeit von <Christina Haralanova gefunden. Es geht darum, die Aktivitäten von Frauen in der freien Software sichtbar zu machen. Sie erklärt, warum ihre Tätigkeiten kaum gesehen und anerkannt werden und begibt sich empirisch auf die Suche nach ihnen. Da die Arbeit bisher nur auf französisch verfügbar ist, hab ich eine Zusammenfassung geschrieben, und zwar hier: http://silkemeyer.net/beitraege-von-frauen-zur-entwicklung-freier-software-sichtbar-machen

  6. dorothy_jane sagt:

    habe einen aufreger und einen lichtblick der woche für euch…

    zuerst der lichtblick:
    anlässlich des frauentages haben unbekannte in hannover (wieder) mit din-a4-großen aufklebern mit der aufschrift „sexistische kackscheiße“ die stadt getagged. pink auf schwarzem grund prangt die aufschrift auf plakaten, schaukästen, werbung mit entsprechendem „inhalt“ oder einfach so an auffälligen stellen. schon im herbst sind mir die slogans aufgefallen, da noch in kleinerem format, türkise schrift auf pinkem grund, z.b. an ampeln oder diesen sicherheitskästen. macht definitiv gute laune :)

    weniger gute laune machte mir mein aufreger der woche:
    am freitag lief nachmittags auf bayern 3 die katja wunderlich-show. zu gast war die autorin natascha sagorski aus münchen, die ihr neues buch „schuhe, taschen, männer“ vorgestellt hat (link: http://www.schwarzkopf-verlag.de/vorschau/fruehjahr-2011/schuhe-taschen-maenner.php ). insgesamt war das ein 15-minuten-auftritt, der mich allerdings ob seiner oberflächlichkeit, klischeehaftigkeit und (sorry) purer dumbatzigkeit nachhaltig aufregt.
    was war passiert? sowohl die moderatorin als auch die autorin stiegen ein mit den worten „was ist das wichtigste im leben einer frau?“. es ging weiter mit klischeehaften allgemeinpllätzen á la „frauen haben nur accessoires im kopf“ bis hin zu „das wichtigste accesoire sind schuhe, danach folgen dann taschen und zum schluss der mann“…HALLO? ticken die noch ganz frisch??!! 1. habe ich definitiv anderes im kopf als nur schuhe, taschen und männer und 2. sind männer keine accessoires und 3. ist es nicht ausreichend, dass wir uns solche vorurteile von männern anhören müssen, nein, sondern quasi auch noch aus den eigenen reihen? erheiternde und leichte nachmittagsunterhaltung schön und gut, das war aber einfach nur schlecht recherchiert und absolut unreflektiert.

    stichwort des sonntags also „sexistische kackscheiße“. einen schönen nachmittag euch noch =) grüße, d_j

  7. annalu sagt:

    Angesichts der Katastrophen, die sich überall in der Welt derzeit abspielen, scheint es zwar völlig trivial, aber ich möchte noch einmal auf den Spiegel- Wissenstest eingehen, dessen Auswertung vor wenigen Wochen veröffentlicht wurde. Bei dem Test wurden 45 Fragen gestellt, mehr als 100.000 Menschen nahmen teil. Verblüffend ist meiner Meinung nach, dass die Frauen so viel schlechter abschnitten als die Männer:
    „Im Schnitt wussten die Teilnehmer etwas mehr als die Hälfte der Fragen zu beantworten. Zwischen Frauen und Männern zeigte sich ein großer Unterschied. Teilnehmerinnen lösten die Hälfte der Aufgaben, Teilnehmer hingegen zwei Drittel. Eine ähnlich große Kluft zeigt sich zwischen Jüngeren und Älteren.“ (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77108498.html)
    Liegt es daran, dass sich Frauen weniger Zeit für die Lektüre nehmen? Was denkt ihr? In meinem Freundeskreis merke ich auch, dass ich eher mit den Männern über Politik, Wirtschaft, Geschichte und aktuellem Geschehen spreche und mit den Frauen über Gefühle etc. Schade eigentlich, aber – Einsicht ist der beste Weg zur Besserung- ich werde versuchen, das zu ändern. Ich denke nicht,dass meine Freundinnen uninteressiert sind, vielleicht stehen wir uns auch oftmals selbst im Weg.

    Ich hab mir das Ergebnis auf jeden zum Anlass genommen, mir öfters mal Zahlen und Fakten zu merken, und bin überrascht, wieviel sicherer ich mich jetzt mit meiner Argumentation fühle.
    Bin gespannt auf Eure Ideen und Erfahrungen.

  8. Peter sagt:

    Ich möchte zum Sonntag das folgende 5-Fragen-Feature/Interview mit/über Anita Sarkeesian, der Macherin von FeministFrequency.com, bei feministing.com empfehlen (http://bit.ly/gJHsJ5).
    Es geht unter anderem über IHR Thema, nämlich kritischen Konsum von Medien und Popkultur und auch die krassen Beleidigungen, denen feministische Blogger_innen ausgesetzt sind. Da wird sich sicher auch die/der ein oder andere wiederfinden. Ist hier ja auch nicht zum ersten Male Thema.

  9. Gerda sagt:

    Auch wenn Japan sehr im Fokus unserer Aufmerksamkeit steht, sollten wir anderes Geschehen in der Welt nicht vergessen:

    http://www.proasyl.de/de/home/aktion-fluechtlinge-aus-libyen-aufnehmen/

  10. profin sagt:

    Einer sehr kruden Theorie darüber, „warum Männer beim Sex sind wie sie sind“, bei der als Referenz Internetpornos hergezogen werden, gibt NEON in seiner aktuellen Ausgabe Raum.

    http://www.neon.de/kat//fuehlen/sex/333285.html
    Das Märchen vom Guten Sex von einer amerikanischen AUtorin

  11. Claudia sagt:

    Mitchell Baker (Chefin Mozilla) und Susan Gardner (Chefin Wikimedia Foundation) arbeiten als Beraterinnen bei der Ada Initiative mit

    http://adainitiative.org/2011/03/highlights-of-recent-press-coverage-women-leaders-and-census-kickoff/

  12. Hanna sagt:

    Es ist zwar schon Montag, aber ich würde euch trotzdem gerne mitteilen, worüber ich mir in den letzten Tagen Gedanken gemacht habe.
    Ich bin Ende letzter Woche auf die dänische Ärztin Grethe Rask gestoßen, die offen lesbisch war, in den 60ern und 70ern als Ärztin in Zaire gearbeitet hat und eine der ersten nicht-afrikanischen Menschen war, die an AIDS gestorben ist. Obwohl nicht viel über ihre Biografie bekannt ist, hat sie mich doch sofort angesprochen. Ich habe das Wochenende damit verbracht, mein Dänisch zusammenzusammeln und an jeden zu schreiben, der mir eingefallen ist. Heute habe ich dann schließlich auch einen Blog-Eintrag geschrieben, und hoffe nun, dass möglichst viele von euch mir weiterhelfen können – oder zumindest genau so interessiert sind.
    Liebe Grüße,
    Hanna
    http://geheimereulenclub.wordpress.com/2011/03/14/grethe-rask/

  13. Alba sagt:

    Der Guardian unternimmt einen Ritt durch die deutsche Familienpolitik:
    http://www.guardian.co.uk/world/2011/mar/15/germany-baby-making-gender-wars?INTCMP=SRCH

  14. Tobias sagt:

    Spannende Sendung über die Umstürze in der arabischen Welt. Die Rolle der Frau ist auch Thema.

    http://www.sendungen.sf.tv/sternstunden/Nachrichten/Archiv/2011/03/07/sternstundeneinzel/Sternstunde-Philosophie-vom-13.-Maerz-2011