Selbermach-Sonntag & -Montag (12./13.4.09)

von Susanne

Und wieder eine Woche rum und Zeit für eure Einträge. Und weil Ostern ist, kriegt ihr gleich zwei Tage zum Selbermachen.

Schönen Ostersonntag!
Schönen Ostermontag!




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Eintrag geschrieben: Sonntag, 12. April 2009 um 9:15 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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15 Kommentare

  1. Miriam sagt:

    Ein anschauliches Beispiel, auf welchem Niveau gesellschaftspolitische Debatten in der Schweiz mitunter ablaufen:
    http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/der_fiskus_und_die_familien_1.2380722.html

  2. ableser sagt:

    gibt es eine bezeichnung fuer den sachverhalt den dingen/menschen von denen man noch eine bildliche vorstellung hat keinen namen zuordnen zu koennen – was gibt es denn fuer synonyme fuer das zahlenmaessige verhaeltnis der geschlechter zb im tierreich/kosmos?

  3. Marcel Zufferey sagt:

    @Miriam: Auch in Deutschland bewegt man sich mit dem Kindergeld offenbar weiter vom eigentlichen Ziel immer weiter weg- nämlich die Reproduktionsfreudigkeit von gut bis sehr gut gebildeten Frauen zu steigern. Wobei der Artikel einen unangenehmen Nachgeschmack hinterlässt: Die Unterschicht vermehrt sich doch… wohlgemerkt: Die Unterschicht (nix Alpha, „nur“ Gamma; Menschen zweiter Klasse also): Ist diese Assoziation etwa beabsichtigt..? Dasselbe Phänomen kennt man ja schon aus Frankreich- das Land, das mittlerweile die höchsten Geburtenrate in ganz Europa hat (EU-17). Speziell der letzte, aus dem Artikel zitierte Satz, ist interessant:

    „Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) nicht gefallen. Leidenschaftlich kämpft sie für das Elterngeld, um vor allem gut ausgebildeten arbeitenden Frauen die Entscheidung für ein Kind zu erleichtern. Doch gut zwei Jahre nach der Einführung dieses Milliardenprogramms bleibt Deutschland von einem Kindersegen in dieser Gruppe weit entfernt. (…)

    Attraktiv ist das Geld vom Staat vor allem für Familien der Unterschicht. (…)

    Von den ersten 750.000 Babys, die bis Mitte 2008 Ansprüche auf das Geld vom Staat einbringen, stammen nicht einmal fünf Prozent von hochqualifizierten Frauen in guten Jobs. Ein verheerendes Ergebnis; denn gerade ihnen sollte mit dem 2007 eingeführten Elterngeld doch schmackhaft gemacht werden, nicht nur ein erstes, sondern am besten noch das demographisch so schmerzlich vermisste zweite Kind zu bekommen. (…)

    Ganz anders wirkte der Geldsegen der Ursula von der Leyen in den unteren Gesellschaftsschichten. Hier hilft es den Frauen, ihre Kinderwünsche umzusetzen. Es ist sogar ein Anreiz. Mehr als jedes zweite Baby wird in Deutschland in Familien geboren, in denen Geld knapp ist. Der Grund dafür ist einfach: Kindergeld, die 300 Euro Elterngeld, dazu vielleicht noch der Geschwisterzuschlag – die Hilfen des Staates erhöhen hier spürbar das Familieneinkommen. Kinder werden – gar nicht unbedingt bewusst – zum Geschäftsmodell. (…)

    In den unteren sozialen Schichten ist dagegen die klassische Rolle als Hausfrau und Mutter viel stärker ausgeprägt. (…)“

    Quelle: http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E4A0DF105729244E182447310FF525DED~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Gretchenfrage: Wieviele Prozent aller erwerbstätigen Frauen gelten in Deutschland als gut bis sehr gut ausgebildet..?

  4. Sala sagt:

    Mir wird schlecht, wenn ich so etwas lese. Eigentlich hätte man sich das, als logisch denkender und vernunftbegabter Entscheidungsträger in unserem Land, doch vorher ausrechnen können.
    1. Welche gut verdienenden Haushalte schmeißen auf einmal alle Karriere- und Lebenspläne über den Haufen, weil plötzlich eine vergleichbar geringe Summe des gewohnten Einkommens vom Staat zum Abrufen bereit steht? Nach den Beobachtungen in meinem Bekanntenkreis haben sich dadurch vielleicht einige Menschen früher den Ruck gegeben, das gewünschte Kind zu bekommen. Aber das lässt niemand in der anvisierten Zielgruppe (der sogenannten Bildungselite) komplett umdenken.
    2. Das demographische Ergebnis zeigt nur einmal mehr, dass Geld keinen Wert an sich darstellt. Viel wichtiger als ein paar Euro mehr in der Tasche ist den meisten doch die Sicherheit, dass es auch ein Leben nach dem Kind geben wird. Soll heißen: Wie sicher ist mir nachher noch mein Arbeitsplatz? Und muss ich dann möglichst schnell wieder voll einsteigen? Wie kann ich mir jemals ein zweites Kind „erlauben“? Was mache ich mit dem Kind, wenn ich dann wieder arbeite? Wird das Geld dann auch noch reichen, denn Kinderbetreuung ist Luxus!!!?

    Mir bleibt da nur wildes Kopfschütteln…
    Mein schlimmster Gedanke: Es wird sich hier noch in 15 Jahren nichts Grundlegendes geändert haben. Auch hier liegt das Problem in der Altersverteilung – warum sollte eine ander politische Richtung eingeschlagen werden, wenn die älteren Bevölkerungsschichten die Mehrheit stellen und somit ihre Position auch politisch sichern.

    Ich gehe jetzt schlafen und versuche meine Albträume für die Zukunft meine Kinder zu verdrängen.
    Gute Nacht in Deutschland.

  5. Magda sagt:

    Feministing wurde gestern 5 Jahre jung!

    http://feministing.com

  6. SoE sagt:

    Die FAZ über den „Rosa-Luxemburg-Komplex“, also junge *hübsche* Nachwuspolitikerinnen in der Linken.

    Von einer Generation junger Politikerinnen mit Ausstrahlung will sie nichts wissen – sie ziehe in Talkshow-Runden immer „total normale Sachen“ an, Aussehen finde sie irrelevant. „Was soll das? Niemand würde auf die Idee kommen, darüber zu schreiben, wie die Frisur von Roland Koch oder der Anzug von Peer Steinbrück aussieht.“ Da hat Lucy Redler anscheinend die Debatten über Thorsten Schäfer-Gümbels Brille, die Frisur von Kurt Beck und die angeblich gefärbten Schläfen von Altkanzler Schröder verpasst.

    An der Küchentür in Janine Wisslers Elternhaus klebte tatsächlich ein Bild von Rosa Luxemburg. Als Grund für ihre schnelle Karriere werden häufig männliche Förderer genannt, Lafontaine etwa. „Bevor ich in den Landtag gewählt wurde, habe ich kein einziges Mal mit Lafontaine telefoniert. Man sucht einen Grund dafür, dass ich Fraktionsvorsitzende geworden bin. Es kann ja nicht sein, dass ich politische Argumente habe.“ Außerdem engagiere sie sich schon seit zehn Jahren.

  7. SoE sagt:

    Die beiden letzen Absätze sind Zitate, irgendwie wollte blockquote wohl nich wie ich.

  8. Hanna sagt:

    Amazon „Panne“ oder absichtliche Einstufung von Büchern mit spezieller feministischen und homosexuellen Themen als „Erwachsenenliteratur“:
    http://jezebel.com/5210000/you-say-glitch-we-say-fail-amazon-responds-to-de+ranking-debacle

    Hab’s mal auf amazon.de getestet, auch da scheinen die Rankings teilweise entfernt worden zu sein. In Deutschland gibt’s noch keinen Aufruhr in der Blogosphäre, auf amerikanischen Seiten zum Glück schon. Updates laufen, auch auf feministing. Mal sehen, was tatsächlich der Grund ist, und wie es weiter geht.

  9. jj sagt:

    Der Spiegel über „Männer in der Sinnkrise“, Schule und so weiter.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,601269,00.html

    Aber selbst in einem Artikel über „Männer in der Sinnkrise“ wird das Märchen direkter Lohndiskriminierung von 17% aufrechterhalten. Gelungenes Stück PR…

    „Selbst für vergleichbare Tätigkeiten bekamen Frauen ein um 17 Prozent geringeres Gehalt als Männer.“

  10. Marcel Zufferey sagt:

    @jj: Nicht nur Männer sind in einer Art Sinnkrise- auch viele Frauen. Nur dass beide Seiten auf gar keinen Fall dazu stehen wollen. Und was die 17 Prozent Lohndifferenz anbelangt- oder 18-, nein: 23, ach was, 12 (oder waren’s 19,63542 Prozent?): Die Wirklichkeit auf dem Arbeitsmarkt wird z. Z. von verschiedensten Seiten verklärt- wohl aus gutem Grund, wie auch Euer Arbeitsminister immer wieder beweist.

  11. Sala sagt:

    @ Hanna:

    die taz hat die Amazon-Zensur-Politik aufgeschnappt und veröffentlicht: http://www.taz.de/1/leben/internet/artikel/1/untenrum-nur-richtigrum/

    Hoffentlich folgen andere!

  12. Hanna 2 sagt:

    Libby Brooks kommentiert im Guardian die „…systemic, institutionalised negligence“ des britischen Justizsystems im Bezug auf Vergewaltigungen.

    Sie schreibt unter anderem:

    „This is Britain in the spring of 2009. An estimated 47,000 women are raped in this country every year. Between 75% and 95% of them will never report their attack. Of those who do, only a quarter make it to court, and there face an abject conviction rate of 6.5%.“

    Sie berichtet erschreckend Aehnliches wie Anna in ihrem Post „Im Namen des Volkes„:

    „One survivor explained to me: „It’s so simplistic. If you’re a nice, white, middle-class woman, you might have a chance of being believed. But add in another factor – if you were drunk, or knew him, or you’re a teenager, or a sex worker – and you don’t stand a chance.“

  13. jj sagt:

    Alice Schwarzer aktualisiert ihr Emma Essay über den Amoklauf in Winnenden für die aktuelle ZEIT und sie scheint verwirrt und besorgt in Bezug auf Männer (die sie allen ernstes als „Spezies“ bezeichnet). Ich war derart fasziniert von dem Artikel, daß ich das nicht bis zum nächsten Sonntag für mich behalten wollte. Ist leider noch nicht online, aber da ist sicher eine ganze Menge Diskussionsstoff drin…