Schuldig im Sinne des Sex

von Verena

Vergangene Woche war ich für eine Geschichte in Barcelona am Set von Erika Lusts neuem Film, der im Oktober herauskommt. Nicht nur habe ich eine tolle Feministin und Pornoregisseurin samt Crew getroffen, sondern bin auch auf die großartige Lianda Dahl gestoßen, die ihre eigenen Videos im Netz verbreitet und ein ebenso tolles Blog hat.

Apropos Porno: Straßen aus Zucker hat sich in einem sehr lesenswerten Beitrag so ihre Gedanken gemacht und stellt Sex-Posititivität, die auch in Pornos ihren Ausdruck finden kann, den negativen Aspekten wie Gewalt und Sexismus gegenüben – inklusive historischen Notizen und einem Blick auf die jüngere Por-Yes-Bewegung.

Erika Lust beim Dreh - ihr neuer Film erscheint im Oktober

Die ewige Frage: Sind weibliche Sex-Fantasien und Feminismus vereinbar? Mit dieser Frage beschäftigt sich Miranda Huba in ihrem Theaterstück „Dirty Little Machine“. Zwar lief das gerade im fernen New York, aber Bust rezensiert das Geschehen und stellt die relevanten Inhalte vor, wie die Frage, ob die eigenen Sextapes zu verkaufen feministisches Empowerment ist, oder nicht.

BoingBoing verweist auf eine Studie, nach der Sex bei Christen Schuldgefühle auslöst. Auf einer Skala von eins bis zehn liegen katholische und evangelische Schuldgefühle um die sechs. Die Mormonen sind noch ärmer dran: Die schämen sich auf eine 8,2. Solche Nachrichten bestätigen mal wieder diejenigen, die schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten sind. Wobei es dafür natürlich noch ganz andere – feministische – Gründe gibt.

Zensiert wurde bei der us-amerikanischen Buchhandelskette Barnes & Noble das Cover der Zeitschrift Dossier. Dort zu sehen ist der nackte Oberkörper von Model Andrej Pejic, über dessen androgynen Look wir schon berichteten. Ob dieser verhüllt wird, weil Pejics Style mit Lockenklammern im Haar zu feminin wirkt oder weil sein Oberkörper nicht den gängigen Darstellungen von Männern auf Magazintiteln entspricht, jezebel und skepchick diskutieren das eifrig.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 8. Juni 2011 um 9:00 Uhr unter Kultur, Sex_ualität. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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3 Kommentare

  1. Robert sagt:

    Sind weibliche Sex-Fantasien und Feminismus vereinbar?

    Was sagen denn die hier lesenden Feministinnen und Feministen dazu? Meiner Meinung nach ist beides auf jeden Fall vereinbar. Das Aussperren von Sex-Fantasien wäre doch eher ein geistiger Keuschheitsgürtel. Da wir Männer eh (zu) häufig genug an Sex denken, darf Frauen das nicht verwehrt bleiben.

  2. Angelika sagt:

    @Verena – WOW da werde ich als neid-freie etwas „neidisch“, denn wenns jemand gibt, die ich gerne auch mal erleben/treffen würde, dann gehört für mich Erika Lust dazu :)

    btw, Erika Lust-clips bei Vimeo – hier „Room 33“ :

    zum thema „verhüllung des Dossier-covers“ mit Andrej Pejic : mE hat das mit der US-doktrin von „thou shalt see no nipples“ (du darfst keine nipple sehen) zu tun – vgl. „nipple-gate“ – Janet Jackson etc.

    hier gedanken dazu bei socimages – englisch :

    … „It’s not simply that breasts are considered pornographic. It’s that we’re afraid of women and femininity and female bodies and, if a man looks feminine enough, he becomes, by default, obscene.“

    http://thesocietypages.org/socimages/2011/05/18/what-makes-a-body-obscene/

    und ms naughty ( von „porn for women“) hat dazu auch gebloggt – englisch :
    http://www.msnaughty.com/blog/2011/05/17/quick-censor-the-non-existent-boobs/

    hattet ihr berichtet ?
    im april gabs die „feminist porn awards“/Canada – hier z.b. – englisch :
    http://www.msnaughty.com/blog/2011/04/16/2011-feminist-porn-awards-winners/

    Erika Lust bekam dort für „Life Love Lust“ den „movie of the year“-preis.

  3. Jordanus sagt:

    Aber Atheisten bringen es nach der Studie teilweise auf bis zu 5/10. Gibt es also keinen Sex ohne Schuldgefühle?