Schluss mit dem Unsinn (.de)

von Susanne

Das Bayrische Sozialministerium hat übrigens einen sehr netten Kinospot zum Thema ungleiche Löhne drehen lassen:

Die Webseite zur Aktion: www.schluss-mit-dem-unsinn.de




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Eintrag geschrieben: Montag, 14. April 2008 um 8:58 Uhr unter Gewalt, Ökonomie. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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10 Kommentare

  1. Nils sagt:

    ..und auf die Idee soll noch kein Vorstand gekommen sein?

    *prust* Das ist ja köstlich!

    Das ist das Standardargument gegen eine angebliche direkte Lohndiskriminierung: Wenn es sie gäbe, würden Unternehmer nur Frauen einstellen.

  2. Susanne sagt:

    Dieses Standardargument kommt nur immer genau von den Leuten, die auch sagen, es sei ökonomisch absolut nachvollziehbar, dass Frauen weniger verdienen. Weil sie ja in Besitz eines Uterus sind und somit jederzeit ausfallen könnten.

    Und die Vorstände dieser Republik sollten dieses „Risiko“ plötzlich eingehen, nur weil sie Geld sparen wollen? Jetzt kommt von mir aber ein lautes *PRUST*.

  3. Susanne sagt:

    Unternehmungsleitungen sind laut Elite-Forscher Michael Hartmann vor allem deshalb so männlich dominiert, weil Manager am ehesten ihresgleichen vertrauen – Männern. Das liest sich dann in Julia Friedrichs Buch „Gestatten: Elite“ so:

    „Dabei wird sehr viel weniger nach rationalen Kriterien entschieden, als man gemeinhin vermutet“, stellt Hartmann fest. „Der Druck, unter dem Topmanager bei ihren Entscheidungen stehen, und die häufig äußerst unsichere Informationsbasis, aufgrund derer sie diese Entscheidungen treffen müssen, lassen sie nach Männern suchen, denen sie vertrauen oder deren Perönlichkeit sie zumindest gut einschätzen können.“

    Frauen gelten in diesen Kreisen als „Unternehmensrisiko“, wie Barbara Bierach in „Oben ohne“ eine Umfrage unter Topmanagern zitiert. Einfach, weil sie Frauen sind und Entscheidungen oft anders treffen, nicht etwa schlechter.

  4. Nils sagt:

    * rolleyes* Direkte Lohndiskriminierung (die ja in dem Video behauptet wird) ist in der EU fast vollständig veschwunden.

    Aber wenn ihr es Sinnvoll findet, die „Glasdecke“ als „ungleicher Lohn für gleiche Arbeit“ zu bezeichnen.. Schöne Steilvorlage für „feministische Propaganda“

  5. Lini sagt:

    @Nils: Aber eine „Glasdecke“ streitest du nicht ab?

  6. felix sagt:

    Super Spot !!!!
    ’n echter Lacher. Der beste Teil ist der, dass der „Vorschlag“ natürlich nur angedeutet ist und formuliert, da das ja Diskriminierung wäre und vor allem juristisch geahndet werden kann. Immer schön andeuten, handeln und dementieren. Wie’s läuft, neh..!?

    PS: „Feministische Propaganda“, ich glaub es hackt…

  7. felix sagt:

    (bitte korrigieren)
    NICHT formuliert..

  8. Nils sagt:

    @Lini: Ich sehe viele Mechanismen, die so zusammenwirken daß es wenige Frauen in Führungsetagen gibt.

    Man vergisst immer bei der ganzen Debatte, daß die „Old Boys Networks“ nicht nur Frauen ausschließen.

    Ehegattensplitting, Familienunfreundliche Betriebe, fehlende Betreuungsmöglichkeiten und die Vorliebe der deutschen Arbeitgeber für ungebrochene Biografien sehe ich als strukturelle Komponenten. Da sollte wirklich etwas passieren. Ich teile aber nicht die von Lisa Ortgies geäußerte These, eine Frauenquote würde Betriebe Familienfreundlicher machen. Das können nur die Entscheider.

    Den guten alten deutschen Muttermythos sehe ich auch als Krankheit, obgleich ich nicht die Ansicht vieler Feministinnen teile, die Männer hatten daran Aktien. Ich würde ihn sogar als „Männerfeindlich“ einstufen.

    Vorurteile über die Leistungsfähigkeit von Frauen (direkte Diskriminierung) gibt es zweifelsohne, aber sie werden in meinen Augen überbewertet. Es wird ja fast alle Kampagnen darauf fokussiert. Offenbar meint man, nur so politsch Erfolg haben zu können. Das hat leider die Nebenwirkung, daß Frauen als Opfer – und nicht als Teil des Systems – wahrgenommen werden, was wiederum Vorurteile bestärkt. Wer würde einem „Opfer“ die Vermehrung seines Kapitals anvertrauen?

    Schließlich wird der Status von Männern am beruflichen Erfolg gemessen, Frauen müssen sich in der Hinsicht weniger „verbiegen“ – Die Motivation, 60 und mehr Wochenstunden zu Arbeiten ist geringer. Was ich eigentlich auch klüger finde.

  9. Nils sagt:

    P.S.: Quoten in der Wirtschaft? Meinetwegen. Da kann man dann weitermachen, und andere benachteiligte Quotieren..

    In der Politik verstoßen Quoten gegen das verfassungsmäßige Gebot zur demokratischen Willensbildung.

  10. Lilith sagt:

    Das mit dem Werbespott ist eine lustige Geschichte. Ein lustiges Ablenkungsmanöver um zu vertuschen, daß die Regierenden nur mit Worten und Scheinaktionen für Gleichberechtigung kämpfen.

    In Bayern regiert die CSU und eben diese Partei würde ganz offensichtlich am liebsten die Vorgaben der EU zum AGG gänzlich ignorieren.
    Die Realität zeigt, daß nette Werbefilmchen oder das Tragen von roten Handtaschen an bestimmten Tagen gar nichts an den herrschenden Zuständen verändern werden.

    Gerade in Deutschland, ein Land bei dem alles mögliche von Staat reglementiert wird, will der Staat keine Reglementierung beim Thema „Gleichberechtigung“. Ohne empfindliche Strafen wird sich in Jahrzehnten nichts ändern.

    Frauen werden nicht nur bei Führungspositionen diskriminiert. Selbst die Einhaltung der Vorschriften des Mutterschutzes ist bei einigen Firmen nicht mehr selbstverständlich. Mütter-Mobbing ist Teil der Personalpolitik geworden. Aber das alles wird durch Einsicht der Wirtschaft und Werbefilmchen besser…

    Schaut mal hier nach:
    http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=40615545&top=SPIEGEL

    Zitat: „Auch bei den Frauen will die FDP Stimmen machen und mit Parolen wie „gleiche Arbeit — gleicher Lohn“ ein „Terrain erobern, auf dem Gewerkschaften und Sozialdemokraten bislang kläglich versagt haben. Den unterprivilegierten Frauen soll durch ein eigenes Gesetz ein Klagerecht gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz verschafft werden“.

    Der Text ist aus dem Jahr 1978!!!

    Wie steht die heutige FDP wohl zu dieser Aussage???