Einträge der Rubrik ‘Working Girl’


“Critical Crafting” und Hilfe bei Abtreibungen – kurz notiert

11. Januar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 134 von 152 der Serie Kurz notiert

Nach 80 Jahren ändert das US-amerikanische Justizministerium endlich seine Definition von Vergewaltigungen, so CNN. Durch die Beschränkung auf gewalttätigen, heterosexuellen Vaginalverkehr wurden vergewaltigte Männer in der staatlichen Statistik nicht erfasst, genau wie Oral- und Analverkehr ausgeschlossen waren oder die Benutzung von Objekten (wir berichteten).

In Großbritannien soll die Unterhaltsbeihilfe bei Behinderungen durch „Persönliche Unabhängigkeitszahlungen“ ersetzt werden. Das klingt zunächst ganz gut, bedeutet aber leider nur die Kürzung der zur Verfügung stehenden Gelder und eine drastische Verschärfung der Kriterien. Außerdem sollen die Mobilitätsbeihilfen für Rollstuhlfahrer_innen und die Unterstützung für ständige Begleitungen gestrichen werden, so Diary of a Goldfish.

Mit selbstgemachten Dingen die Welt verändern – im Interview mit dieStandard.at erklärt Elke Gaugele, wie “Critical Crafting” funktioniert. Dazu gibt es auch ein schönes Video der Aktionsgruppe Kommando Agnes Richter:

Wie umgehen, wenn eine Freundin ungewollt schwanger wird und abtreiben will? Jezebel gibt Tips – etwa nicht anzunehmen, wie sie sich genau fühle, sondern nachzufragen und die Antworten anzunehmen. Klingt erstmal einfach, ist aber leider nicht selbstverständlich!

Vom Wiener Frauenpreis FemPower 2012 berichtet FM4. Damit werden innovative Technologieprojekte von Frauen geehrt.

Karriere als Chirurgin machen und Kinder bekommen? Das ist in Deutschland weiter fast unmöglich, berichtet die Ärztezeitung. Dabei ist der Anteil der Frauen unter den Medizinstudentinnen inzwischen bei 70 Prozent – für die Zukunft brauche es also neue Ansätze. Schade nur, dass die sich anscheinend ausschließlich an Mütter und nicht an Väter richten.

Zum 100. Internationalen Frauentag sammelte letztes Jahr die Plattform 20000frauen Forderungen von Frauen zur Gleichstellung. Diese können nun als Petition auf change.org unterzeichnet werden.

Die Wiesbadenerin Politikerin Brigitte Susanne Pöpel ist aus der FDP ausgetreten, berichtet hr-online. Die ehemalige Landeschefin der „Liberalen Frauen“ wirft der männerdominierten Fraktion dabei Frauen- und Familienfeindlichkeit, sowie Mobbing vor.

Für ganz Schnelle gibt es nach dem Klick noch vier Termine für heute Abend: (weiterlesen …)


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Hamburger Schule Revisited

3. Januar 2012 von Verena

Der Mainzer Ventil Verlag bringt immer feine Bücher raus. Nicht nur die tollen testcard Bände, auch über Riot Grrrls  und zuletzt die aufklärende Abrechnung über die vermeintlich männlich besetzte Hamburger Schule.
Sylvia Prahl rezensiert nun in der taz den Interviewband „Lass uns von der Hamburger Schule reden“, der aus einem Seminar an der Uni Bremen entstanden ist. Unter der Prämisse, „eine Kulturgeschichte aus Sicht beteiligter Frauen zu erzählen“, kommen Musikerinnen wie Elena Lange von Stella und Almut Klotz von den Lassie Singers ebenso zu Wort wie die Protagonistinnen hinter der Bühne, die als Bookerin, Label-Betreiberin oder Journalistin den deutschsprachigen Diskurspop der 90er Jahre entscheidend mitgeprägt haben. Eine „informative und gut lesbare Oral History“ sei hier entstanden, schreibt Prahl.

Das liegt auch daran, dass die Aussagen der Protagonistinnen nicht zugunsten eines einheitlichen Sprachflusses begradigt wurden. Die Interviews ergänzen sich inhaltlich und machen ein sehr gegenwartsbezogenes Lebensgefühl greifbar, das eine ganze Generation geprägt hat.

Auch in der aktuellen Missy gibt es eine Rezension zum Buch, in der Kendra Eckhorst schreibt:

In den persönlichen Interviews entführen die Protagonistinnen in eine Zeit, in der der Kampf zwischen Indie- und Majorlabel tobte und Frauen sich ihre Klasse in der Hamburger Schule eroberten, von der bis heute viel zu wenig zu hören war.

Falls also noch ein paar Büchergutscheine von Weihnachten bei euch rumliegen, investiert die doch in ein gutes Stück Musikgeschichte.


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Wie Firmen “unauffällig Chefinnen verhindern”

13. Dezember 2011 von Anna-Sarah

Ich hatte hier ja mal ein bisschen an Heide Oestreichs Schreibtonfall rumgemäkelt. Letzte Woche hat Oestreich dann in der taz einen Beitrag über die Frauenquote bzw. über die äußerst, nun ja, flexible Handhabung dieses Instruments seitens der Politik gebracht, und den finde ich dann doch ziemlich lesenswert: Unter dem Titel “Erfolgreich Chefinnen verhindern” legt sie auf originelle Weise dar, welche Mechanismen mit dazu beitragen, dass Frauen im Job oftmals weitgehend von bestimmten Positionen ausgeschlossen bleiben – obwohl es doch immer heißt, auf den so genannten Führungsebenen gelte einzig das Leistungsprinzip und Frauen hätten strukturell doch die gleichen Möglichkeiten, dort “etwas zu werden”, wie Männer; wenn ihnen keine glanzvolle Karriere gelänge, wollten oder könnten sie wohl halt einfach nicht so recht. (Anmerkung: Ich persönlich lese aus Gründen selten Kommentare in bestimmten öffentlichen Foren, jedenfalls nicht gründlich, auch nicht in der taz online, deshalb kann ich den “Härtegrad” diesmal nicht vollständig einschätzen – ich vermute jedoch aufgrund bisheriger Erfahrungen mit (Anti-)Diskriminierungsthemen dort, dass eine Triggerwarnung für die Kommentarsektion möglicherweise angebracht sein könnte. Die üblichen Nazivergleiche sind jedenfalls auch am Start.) Anhand von zehn To-do-Punkten gibt sie (fiktiven?) Personalverantwortlichen eine Liste von sarkastisch-satirischen Ratschlägen an die Hand, durch deren Befolgung sich der berufliche “Aufstieg” von Frauen wie erwünscht  verhindern lasse. Zum Beispiel:

4. Allgemeine Abwehr von weiblichen Führungskräften

Untersuchen Sie, ob die Bewerberin beim ersten Wind schon umfällt: Seien Sie aggressiv: “Warum um Himmels willen sollen wir Sie einstellen? Sie haben doch nichts zu bieten.” So sieben Sie junge Talente ohne Sozialkompentenz aus. Tritt eine Frau anders auf, als Sie erwartet haben, nämlich forsch und selbstbewusst, müssen die Alarmglocken klingeln: Wollen Sie einen so schwierigen Charakter in der Abteilung haben?

Denken Sie auch an die Kunden: Würden die wirklich diese (oder eine) Frau akzeptieren?

Machen Sie neumodischen Quatsch nicht mit: keine Präsentation oder gar ein Konfliktgespräch als Aufnahmetest. Da schneiden Frauen oft besser ab als im Gespräch, in dem Männer gern ihren allgemeinen Durchblick präsentieren.

Wenn Frauen schnell zum Punkt kommen und konkret Lösungen anbieten: Bedenken Sie, dass das für eine Führungsaufgabe irrelevant ist. Hat diese Frau den großen Überblick, den es für den Chefposten braucht?

Unterschätzen Sie keinesfalls Qualifikationen, die eher Menschen ohne Familienpflichten vorweisen können: Auslandsaufenthalte, lange Publikationsliste, Kongresse. Leider sind Frauen da ja oft schwächer bestückt.

Ich behaupte einfach mal: In dieser “Bedienungsanleitung” ist fieserweise garantiert für jede berufstätige Frau was dabei, das ihr irgendwie bekannt vorkommt…


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Karriere: Alles richtig zu machen, hilft Frauen nicht

21. November 2011 von Helga

Eine Frau im Businesskostüm und eine Frau im Businessanzug geben sich ein High Five. Darüber steht: Like men, only cheaper. Darunter steht: If you don't like it, help us right it.„Frauen arbeiten halt öfter Teilzeit, wollen gar nicht Karriere machen und haben eh das Falsche studiert.“ Wenn es um das Gender Pay Gap geht, kommen derartige Erklärungen schneller als das Amen in der Kirche. Diesen Annahmen gehen seit einiger Zeit Nancy M. Carter und Christine Silva auf den Grund und zerlegen eine nach der anderen.

Im letzten Jahr zeigten sie auf, dass Frauen bereits ab dem ersten Tag im Job weniger Geld verdienen als Männer – bei gleichen Karriereambitionen. Auch die oft zitierte Erziehungsauszeit spielte da noch keine Rolle. Eine damals in den Kommentaren aufgeworfene Frage beantworten Carter und Silva in einer neuen Studie. Verhalten sich Frauen vielleicht anders? Nein, so die Autor_innen. Selbst „alles richtig zu machen“ helfe Frauen einfach nicht so viel wie ihren männlichen Kollegen.

Dieses Mal untersuchten sie die Verhaltensstrategien von über 3.000 MBA-Absolvent_innen, die nach ihrem Abschluss durchgängig Vollzeit gearbeitet hatten. Als mögliche Karrierestrategien zählen sie z.B. das Sichtbarmachen der eigenen Erfolge, das Übernehmen möglichst vielfältiger Aufgaben oder Ausschau zu halten nach besseren Stellen im eigenen Unternehmen und außerhalb.

Die größten Karrieresprünge schafften Männer, die eine Vielzahl an Strategien verwendeten. Für Frauen sah das Bild leider düsterer aus: „Alles richtig zu machen“ zahlte sich nicht aus, sondern bedeutete die gleiche Entwicklung wie „etwas zu machen“. Und wieder einmal schnitten sie, gemessen an den gleichen Strategien, durchweg schlechter ab als ihre Kollegen.

Die Strategien, die am meisten halfen, spiegeln oberflächlich betrachtet alte Klischees wieder. Frauen müssen mehr auf ihre Erfolge aufmerksam machen, während Männer ihre Arbeit mit nach Hause nehmen oder in eine andere Firma wechseln – eine Strategie, die bei Frauen sogar vergleichsweise Ein­kommens­ein­bußen bedeutete. Aber: Die befragten Frauen gaben sogar häufiger als Männer an, auf ihre Erfolge zu verweisen. Bescheiden waren sie auch nicht, wenn es um Gehaltsverhandlungen ging. Es zahlte sich nur nicht in Gehaltserhöhungen aus.

Wichtig seien die Ergebnisse vor allem für Firmen und Organisationen so Carter und Silva. Sie müssten kritischer schauen, dass (unbeabsichtigte) Vorurteile nicht die Einstellungsprozesse beeinflußen. Außerdem müssten neue Wege gefunden werden, um Stereotype nicht in Personalentscheidungen einfließen zu lassen. Wann das tatsächlich Frauen mit Karriereambitionen hilft, bleibt abzuwarten.


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Frust an den Plattentellern

3. November 2011 von Verena

Mensch sollte nicht viel geben auf diese Bestenlisten, die immer mal wieder umher schwirren und mit denen auch Musikredaktionen ihre Inhalte bestücken. Das DJ Mag hat kürzlich ihre jährliche  Top 100 der DJs gekürt und ratet mal, wie viele darunter weiblich waren: KEINE EINZIGE. Das finde ich echt mal ein starkes Stück, genauso wie der Guardian, in dem Hanna Hanra fragt, wo die DJanes sind. Denn selbst die größte Chauvi-Redaktion hat heutzutage zwei oder drei Alibifrauen im Hinterkopf, wenn es um den Schwanzlängenvergleich geht. Bloß, das DJ Mag listet ihre High Potentials via öffentlicher Abstimmung, d.h. DJ Klaus aus Hintertupfingen und DJ Dieter aus Kleindoofdorf voten und die kennen wohl nur Frauen am Herd, aber nicht hinter Plattentellern. Wir schon, z.B. Dinky, Miss Kittin, Peaches, Ellen Allien, Chloé oder Annie Mac, die es immerhin schon mal in die DJ Mag Top 100 geschafft hat.

Und dafür muss man noch nicht mal in DJ-Clubs abhotten, um das zu wissen. Aber ach, ein Blick auf den Top Spot dieser Liste und mein Ärger verraucht zugunsten eines fetten Grinsekatzengesichts: David Guetta auf Platz eins. Na dann…

 


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Der Mindestlohn und die seriösen Wirtschaftsherren

1. November 2011 von Silviu
Dieser Text ist Teil 27 von 29 der Serie Neues vom Quotenmann

In Deutschland wird wieder über den Mindestlohn debattiert. Trotz des breiten Konsens’ wurde die Einführung einer allgemeingültigen gesetzlichen Regelung bislang blockiert, obwohl ein entsprechender Schritt einer Normalisierung der Situation gleichkäme: Kaum ein anderes EU-Land überlässt das dem Zufall. Die Argumente und Statistiken sind längst bekannt, ebenso die Tatsache, dass Frauen in den Niedriglohnsektoren überrepräsentiert sind. Und zu den Mindestlohngegnern gehören genau diejenigen, die sich vor einigen Monaten gegen die Frauenquote in den Vorständen der Unternehmen ausgesprochen haben, und zwar mit dem gleichen Argument: Selbstregulierung sei immer die bessere Lösung. Was dieses Argument wert ist, hat übrigens die Bankenkrise in eklatanter Weise gezeigt.

Die Reflexion über diese Debatte führt aber auch zu weiteren, grundsätzlicheren Fragen. Wie kann es sein, dass ein so offensichtlicher, einfacher und letztendlich sehr moderater Schritt so lange blockiert werden kann? Wieso genießt eine männerdominierte Minderheit eine unverhältnismäßige Deutungshoheit in der öffentlichen Debatte? Denn trotz billigen Verschwörungstheorien ist Deutschland keine Pseudodiktatur, die von einer kleinen Clique geherrscht wird. Wenn also diese altväterliche Stimme weiterhin den Kurs bestimmt, heißt es womöglich, dass der alte Trick („Hier spricht nicht der Phallus, hier spricht die Vernunft“) immer noch gut funktioniert. Die Äußerungen dieser älteren Herren stoßen also nicht auf die Empörung über wiederholte, krasse Lügen, die Privilegien rechtfertigen, sondern werden in vielen Kreisen als informierte Meinung wahrgenommen – oder zumindest als legitime, ernstzunehmende Diskussionsbeiträge. Konkret wird die Farce erst durch den Mythos der Wirtschaftskompetenz und Expertise besagter Männer möglich: Ein klassisches Autoritätsargument, das in den Jahren nach 2008 die Glaubwürdigkeit eines Halloween-Kostüms besitzt.

Darüber hinaus zeigt die Situation aber auch, wie wichtig die sogenannte „Intersektionalität“ ist: Dass nämlich „Frauenthemen“ immer in einem gesellschaftlichen Kontext zu verstehen sind, in dem gleichzeitig auch andere Dimensionen und Aspekte eine Rolle spielen.


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Mutterschutz in der EU-Diskussion

26. Oktober 2011 von Franziska
Dieser Text ist Teil 15 von 19 der Serie Post aus Brüssel

Salut,

ich möchte euch heute vom aktuellen Stand der Revision der sog. Mutterschutz-Richtlinie berichten. Die derzeit gültige Richtlinie stammt aus dem Jahr 1992 und gewährt Arbeitnehmerinnen mindestens 14 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub und legt Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen am Arbeitsplatz für Schwangere und Wöchnerinnen, wie es so schön heißt, fest. Außerdem schließt sie Kündigungen von Arbeitnehmerinnen während des Mutterschutzes aus.

Illustration: (c) Eva Hillreiner

(c) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Im Jahr 2008 legte die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Überarbeitung der Richtlinie vor. Darin erhöhte sie den Anspruch auf Mutterschutzurlaub auf 18 Wochen und legte außerdem fest, dass die ersten sechs Wochen nach der Geburt verpflichtend seien, die restlichen zwölf Wochen flexibel vor oder nach der Geburt genommen werden können und dass eine Kündigung innerhalb 6 Monaten nach dem Mutterschaftsurlaub nur mit ausreichender Begründung durch den Arbeitgeber möglich sei. Die Kommission räumte in ihrem Vorschlag den Mitgliedsstaaten einen gewissen Spielraum ein. So könnten diese die Höhe der Vergütung während des Mutterschaftsurlaubs selbst festlegen, solange er die Höhe des Krankengeldes nicht unterschreitet.

Im Oktober 2010 verabschiedete das Europäische Parlament nach langen und kontrovers geführten Diskussionen seine Resolution, in der es 20 Wochen voll bezahlten Mutterschaftsurlaub forderte und diesen Anspruch auch auf Selbstständige ausdehnte. Eine weitere Neuerung war der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub, den das Europaparlament in seiner Resolution einfordert und der zu einem Hauptstreitpunkt zwischen Parlament, Rat und Kommission wurde.

Wie sieht es heute aus, ein Jahr nach Verabschiedung der Resolution?

Der Rat hat bisher nicht offiziell auf die Resolution des Parlaments geantwortet. Aus internen Berichten wurde jedoch mehrfach deutlich, dass sich eine Gruppe von acht bis elf Mitgliedsstaaten (darunter Großbritannien, die Tschechische Republik und Deutschland) im Rat vehement gegen die EP-Position ausspricht. Hauptargument der GegnerInnen sind die Kosten, die ein längerer und voll bezahlter Mutterschaftsurlaub sowie der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub mit sich brächten.
Machbarkeitsstudien, die sowohl von der Kommission und vom Europaparlament in Auftrag gegeben wurden, zeigen ein unterschiedliches Bild: Zwar käme es in einigen Mitgliedssaaten tatsächlich zu signifikanten Mehrkosten (zum Beispiel in Deutschland, wo bisher nur die Mindestdauer von 14 Wochen gewährt wird), in Ländern mit höheren Standards fielen diese jedoch erheblich geringer aus. Außerdem wurde in der Studie des Parlaments klar, dass schon ein minimaler Anstieg der Beschäftigungsquote der Frauen alle Mehrkosten ausgleichen würde.

Da es im Rat zum Stillstand der Verhandlungen gekommen ist, hat die Berichterstatterin der Mutterschutz-Richtlinie im Parlament, die portugiesische Sozialdemokratin Edite Estrela, in einer mündlichen Anfrage den Rat zur Stellungnahme aufgefordert. Die Antwort des Rates könnt ihr naträglich in der Plenardebatte vom 25. Oktober verfolgen.

Grüße aus Brüssel,

Eure Franziska


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Alternatives Sex-Shopping

20. Oktober 2011 von Verena

Am Samstag ist Berlin um einen Sexshop reicher. Aber nicht um irgendeinen. Der Alternative Sexladen „Other Nature“ macht vieles anders. Was, das erzählen Anne Bonnie und Sara im Interview und laden zur großen Eröffnungssause am Samstag, 22 Oktober ein, um Laden und Produkte kennen zu lernen.

Alternativer Sexladen – was bedeutet das?
Anne: Wir unterscheiden uns eben in vielerlei Hinsicht vom Traditionellen. Wir sind feministisch, aber auch queer. Wir sind ökologisch und besitzen ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Wir schaffen auch einen Raum, in dem man sich wohlfühlen soll, über Sex zu reden. Denn es geht uns genauso um Aufklärung und sexuelle Gesundheit wie um gute, frauenemanzipierte Pornographie. Ein einziges Verb hat eben nicht ausgereicht, all unsere Ideen und unsere Philosophie unterzukriegen. Deshalb war nach langem Überlegen klar, dass wir zwar definitiv ein Sexshop sind- nur neuer und besser, eben alternativ.

Welche Kund_innen wollt ihr ansprechen?
Anne: Unsere Produkte und Themen sind für Frauen und WLT* ausgelegt. Aber willkommen sind alle, die sich und ihre Sexualität erforschen und bereichern möchten.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Anne: Ich habe vorher in einem gängigen Sexshop gearbeitet. Dort waren die Gespräche mit Frauen unvorstellbar intim und lustig, die Arbeit im Sexshop also immer positiv besetzt. Aber auf die Beratung geiler Männer hatte ich keine Lust mehr. So entstand langsam die Idee des Frauensexshops, viele Phasen der Verbesserungen und Entwicklungen inklusive.
Sara: Ich hingegen kenne die Arbeit bereits aus Kanada, ich war Managerin des Venus Enyv, ein fem Sexshop. Ich bin immer noch davon beeindruckt, was für einen positiven Einfluss ein Frauensexshop auf die Gesellschaft haben kann.
Anne: Zwei Frauen, zwei Länder und zwei Erfahrungen haben sich so zusammengeschlossen und viele Gemeinsamkeiten entdeckt. (weiterlesen …)


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Wie war’s eigentlich beim Frauenbarcamp?

18. Oktober 2011 von Verena

Natürlich ist so ein Frauen-Barcamp nicht nur für Frauen gedacht. Vor allem dann nicht, wenn es um emanzipatorische Bestrebungen geht, die die ganze Gesellschaft betreffen. Trotzdem sind die Männer rar an diesem Samstag in der Berliner Kalkscheune. Aber so richtig stören tut das eigentlich niemanden. Was im vergangenen Jahr als der Versuch begann, Frauen ein Forum für politische, soziale und private Belange zu bieten, findet in diesem Jahr unter der Frage „Was wollt ihr eigentlich?“ seine Fortsetzung.
Das Barcamp soll eine „agendafreie Organisationsform“ sein. Wie das aussieht, zeigt sich bei der morgendlichen Sessionplanung: Nach knapp zwanzig Minuten stehen ein Dutzend Vorträge, Workshops und Wünsche für Diskussionsrunden auf dem Plan. Im Laufe des Nachmittags kommt noch einiges dazu. Nicht runtergeleiertes Expertenwissen und einschläfernde Monologe soll es hier geben, sondern ein Miteinander, Diskussionen auf Augenhöhe und der Austausch von Wissen.

Kübra Gümüsay über ihre erste, von Achselhaaren motivierte, Begegnung mit dem Feminismus (Foto via Barcamp Frauen)

Die Erstsemester-Studentin kann den Wunsch nach einer Session über Körperbilder genauso in den Raum werfen, wie die erfahrene Managerin ihren routinierten Vortrag über gläserne Decken halten kann. Die Anzahl der Teilnehmerinnen ist im Vergleich zum Vorjahr gewachsen – am Ende sind es 150. Und es zeigt sich, dass auch die Bandbreite an Themen zugenommen hat. Vom Karriere-Gap in der Wissenschaft über Sexual Harassement hin zu Netzpolitik reichen die Vorschläge. Dazwischen finden sich noch welche zu Ehrenmord, Burn-Out oder dem „Überleben als Single“.
Die lockere Planung ermöglicht Flexibilität und gibt dem gesamten Barcamp etwas Entspanntes. So entspannt, wie ein nächtliches Gespräch an der Bartheke. Vom Moderationskoffer in den Workshop-Räumen bis hin zu den kostenlosen Getränken ist alles gut organisiert. Bloß die Soja-Milch fehlt einer Twitterin für ihren Kaffee. (weiterlesen …)


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Arm aber Feminist_in – die News der Woche

12. Oktober 2011 von der Mädchenmannschaft

Gefährliches Mackerverhalten in der Tierwelt: Aufdringliche Guppymännchen schaden kooperativen Gruppen und machen Weibchen aggressiv, meldet Gehirn und Geist.

Das Magazin Antidote glamourisiert in seiner Modestrecke Armut. Jezebel nutzt das, um Zahlen über die traurige Realität wachsender Bedürftigkeit zu liefern. Nix Glamour.

Auch nah am Existenzminimum bewegt sich JD Samson. Gegenüber der Huffington Post schreibt das “Le Tigre”-Mitglied von den Schwierigkeiten, ihren Job zwar zu lieben, aber kaum davon leben zu können. Von ‘zukünftig davon leben können’ mal ganz zu schweigen.

Nicht nur JD Samson braucht Kohle, auch zwei feministische Projekte brauchen Unterstützung: Noch 15 Tage kann für die geplante Dokumentation über Riot Grrrl-Pionierin Kathlee Hanna gespendet werden. Die ING-DiBa spendet je 1.000 Euro an die beliebtesten 1.000 Vereine. Das Girls Rock Camp freut sich über deine Stimme!

Das ist Welt Online eine Meldung wert: Die transsexuelle Anna Grodzka zieht ins polnische Parlament ein.

Herzensapplaus für das Posting von Himbeerworld und ihrer kleinen Anekdote über die Reaktion auf den Werbespruch eines Fitnessstudios, ob man den Sommer als Wal oder als Meerjungfrau begehen wolle.

Termine:

Es ist wieder Zeit für Rampenfiber, äh rampenfibrig, die kleine Schwester des queerfeministischen Musikfestivals in Wien. Am 15. Oktober gibt es einen Abend lang Musik mit queerfeministischer Raumnahme aka Raum-Körper-Manifest.  Klingt spannend!

Außerdem am 15. Oktober in Wien: Das Frauenfest im FrauenLesbenMädchenZentrum. Los geht es ab 18 Uhr mit  Rundgang durchs Haus, Kabarett, Lesung, Theater und Konzerten. Gestärkt werden kann sich außerdem am veganen Buffet.

Weitere Slutwalks gibt es am 15. Oktober in Bielefeld und Leipzig!

Und wer am 15. weder in Wien noch auf Slutwalk-Mission aber in der Hauptstadt ist, der kommt zum Barcamp Frauen in die Kalkscheune.


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