Einträge der Rubrik ‘Wissenschaftlicher Quatsch’


Wird man als Frau geboren?

16. September 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 13 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Beeinflussen Gene und Hormone die Gehirnentwicklung – oder eben doch die Umwelt? Feminismus, Neurobiologie und Soziologie liefern unterschiedliche Sichtweisen – auch innerhalb sich selbst.

Es ist ein ewiger Streit und gerade uns FeministInnen wird gerne unterstellt, wir seien in diesem Streit der Gegenpart zu den BiologInnen. Das ist aber wirklich Quatsch, denn sowohl unter den FeministInnen (siehe Differenz-Feminismus) als auch unter den BiologInnen gibt es darüber bis heute große Differenzen. Nein, es ist in der Tat nicht so, dass alle SoziologInnen glaubten, es käme nur auf die Umweltfaktoren an – ein Blick in die wissenschaftlichen Auseinandersetzungen innerhalb der Soziologie zeigt, es herrscht weiterhin Unklarheit. Und genauso wenig sind es alle BiologInnen, die an die Übermacht von Genen und Hormonen glaubten. Das als Klarstellung vorneweg – auch wenn es manchen vielleicht überflüssig vorkommen mag.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Der Streit über Anlage und Umwelt konnte bislang nicht geklärt werden und wird es in absehbarer Zeit auch nicht – das ist die einzige wahre Aussage, die man dazu treffen kann. Würde mein Gehirn einer Gruppe hochqualifizierter Neurobiologen in die Finger fallen, ohne dass sie sonst Anhaltspunkte dazu hätten – sie könnten nicht bestimmen, ob es männlich oder weiblich ist. Durchblutung, Stoffwechsel und alle Strukturen sind zunächst so identisch – und innerhalb der Geschlechtergruppen wiederum so verschieden – dass die Frage nach meinem Geschlecht nicht anhand meines Gehirns beantwortet werden könnte. Das überrascht, denn seit Jahren geht eine Gruppe NeurobiologInnen und PsychologInnen – wie Susan Pinker und Louann Brizendine – damit hausieren, dass die Unterschiede der Geschlechter bereits in ihren neurologischen Anlagen und den unterschiedlichen Hormonhaushalten mehr als klar begründet seien.

Fiese Hormone

Brizendine und Pinker legen ihren Fokus auf die Hormone: Die fiesen, kleinen Dinger, die durch unseren Körper strömen und verhindern, dass Männer in einem sozialem Beruf glücklich werden können und Frauen in den Chefetagen der DAX-Unternehmen. Sie legen die Tatsache, dass die Hormone bereits in der Schwangerschaft ausgeschüttet werden, also wenn die kleinen Menschen noch nicht einmal das Licht dieser Welt erblickt haben, als Beweismittel für die Unterschiede im späteren Sozialverhalten auf den Tisch, denn diese Hormonausschüttungen sorgten dafür, dass Jungen und Mädchen schon mit unterschiedlichen Gehirnen auf die Welt kommen. So weit, so richtig, zumindest nach dem aktuellen Wissensstand in der Neurobiologie.

ForscherInnen weltweit haben festgestellt, dass tatsächlich schon pränatal durch eine große Hormonaktivität unterschiedliche Gehirn-Strukturen angelegt würden, doch Brizendine und Co. lassen gerne Teil zwei der aktuellen Erkenntnisse weg: Auch wenn die Gehirne bei der Geburt unterschiedlich seien, so ist die weitere Entwicklung des Gehirns nach der Geburt mehr von den Einflüssen der Umwelt abhängig als von den Genen und Hormonen. Ein Vertreter dieser Sichtweise des Gehirns ist der Neurobiologe Gerald Hüther. In Ausgabe 2/2008 der Zeitschrift TPS erläuterte er, welche Auswirkungen die Unterschiede zwischen Jungen- und Mädchengehirnen bei der Geburt hätten und: welche nicht.
„Weder die genetischen Programme, noch die sich entwickelnden Gehirne von Männern und Frauen „wissen“, wie ein männliches bzw. weibliches Gehirn herauszubilden ist. In viel stärkerem Maß als bisher angenommen strukturiert sich das Gehirn von Männern und Frauen anhand der sich für beide Geschlechter ergebenden unterschiedlichen ‚Nutzungsbedingungen’“.

Jungs sind sensibler

Dennoch: Männliche Gehirne seien von Anfang weniger stabil und konstitutionell schwächer als die der Mädchen, sagt Hüther. Jungen kämen daher im Durchschnitt etwas empfindlicher zur Welt als Mädchen. Zudem hätten sie größere Schwierigkeiten bei der Aneignung neuronal komplexer Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster. Doch im Gegensatz zu Brizendine oder Pinker leitet Hüther hieraus nicht die Notwendigkeit einer größeren Neanderthaleritis bei Männern her, sondern vielmehr, dass Jungen in den ersten Lebensjahren im Vergleich zu Mädchen mehr Zuwendung, mehr Halt, Stabilität und Liebe bräuchten, um dieses kleine “Defizit” auszugleichen. Dass die Erwartungshaltungen von Eltern an das angeblich “starke” Geschlecht oft das Gegenteil sind, steht dabei auf einem anderen Blatt.

Vor einigen Jahren entdeckten die Forscher, die dank MRT und Co. in unsere Gehirne gucken können, dass ein ganz bestimmter Bereich plötzlich überdurchschnittlich groß erscheint, der früher kaum in Erscheinung getreten war: Der Bereich im Gehirn, der für den rechten Daumen zuständig ist. Nun, SMS-Schreiben ist eben ein evolutionär noch relativ neuer Zustand, aber das Gehirn hat sich natürlich sofort angepasst. Die Jugendlichen von heute haben ein sehr großes Rechter-Daumen-Areal in ihrem Hirn, größer als meins und noch viel größer, als das von meiner Omi!

Die Größe bestimmter Gehirn-Areale ist auch das Thema von Brizendine und Pinker. Sie wollen beweisen, dass Männer und Frauen von Natur aus – was in der Sprache der Wissenschaft soviel heißt wie: genetisch bedingt – ganz verschieden sind und ziehen Studien heran, die zeigen sollen, dass die Gehirne uns gar nichts anderes zugestehen, als völlig verschieden zu sein. Geht man mit Hüthers Erklärung für Größe mit, dann wird schnell klar, dass Größe vor allem ein Ergebnis von Lernen und Benutzen ist, womit ein lange bekannter Grundsatz der Neurobiologie wieder einmal bestätigt wurde: “Use it, or lose it!” Dass die Verschiedenheit der Geschlechter also genetisch bedingt sein muss, das wurde mitnichten bewiesen, im Gegenteil: Die Vermutung liegt nahe, dass diese erlernt wurde: “Use it, or lose it“.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne auf Freitag.de)


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Unerhörtes und Bedenkenswertes aus einer Woche

21. August 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 7 von 152 der Serie Kurz notiert

In dieser Woche sind einige seltsame Meldungen und Nachrichten durch das Internet gegangen:

Bild: über feministing.com

Aufhorchen lassen hat mich die Nachricht aus Radio, Fernsehen und Zeitung, dass Caster Semenya, Siegerin im 800-Meter-Lauf,  eine Geschlechtsuntersuchung machen lassen muss, wie auch sueddeutsche.de berichtet. Der Grund sei ihre körperliche Erscheinung. Courtney E. Martin von Feministing kommentiert das Ganze treffend:

“The ambiguity of sex may not even be at play with Caster Semenya, but the public’s reaction to her performance and body are flash points for our continued discomfort with admitting that the world does not come in such simple dichotomies as we safely like to think it does.”

Auch die Netzzeitung schreibt, dass die Bestimmung des Geschlechts häufig schwierig sei und zitiert die Humangenetikerin Prof. Heidemarie Neitzel, es müsse “wie bei jedem Menschen das Selbstbestimmungsrecht gewahrt werden”.

Mit dem Titel “Lidstrich und Leberprellung” findet sich auf Spiegel Online ein Artikel über Gewalt unter Mädchen. Betrachtet wird der Fall eines Mädchens mit dem Namen “Nadine”, das regelmäßig andere Mädchen verprügelt. Eine neue Weiblichkeitsvorstellung beherrsche zunehmend Medien und Köpfe: Verkörpert werde es durch “Black Mamba” im Film “Kill Bill”. Sicher ein spannendes Thema, dem dennoch ein bisschen weniger Effekthascherei gut zu Gesichte stehen würde.

Dass Evangelikale Fundamentalisten und andere streng gläubige Menschen gerne Homosexuelle “heilen” und “umerziehen” möchten, sollte keine große Neuigkeit sein. Gefährlich für die Freiheit und Würde vieler Menschen ist es allemal. Doch noch gefährlicher wird es, wenn sich sogenannte WissenschaftlerInnen für so ein Anliegen hergeben und das ganze “streng wissenschaftlich” unterstützen wollen, wie die Zeit berichtet.

Da passt ganz gut der Artikel aus der Süddeutschen Zeitung, dass deutsche Stiftungen “lieber indische Kinder als Schwule” förderten und ‘Tabuthemen‘ meiden, aus Angst ihnen würde die gesellschaftliche Unterstützung versagt.

Ich mach mich schön, er und sie machen sich schön – alle wollen schön sein und versprechen sich davon so einiges. Aber was? Und warum der ganze Zirkus? Einige Fragen könnte das Interview mit der Soziologin Nina Degele in der taz beantworten. Bleibt nur eine Frage übrig: Wie kriegen wir die blöden Role Models unserer Zeit dazu, sie endlich aktiv am Kampf gegen die überzogenen Schönheitsnormen zu beteiligen???

Zwei weitere interessante Meldungen aus der taz: Die Vorsitzende der Grünen in NRW hat Alice Schwarzer scharfzüngig angegriffen. Zündstoff, vor allem, da es ein bisschen nach Wahltaktik riecht, aber lest doch selbst. Die zweite Meldung betrifft das Gleichbehandlungsgesetz, das nun drei Jahre wirkt – oder wirken sollte.

Striptease! – Das ist das Thema eines Artikels im Freitag und – wir ahnen es: Wenn dieses Thema auch noch mit einer Geschlechterperspektive daherkommt, dann wird es ordentlich Zündstoff bieten. Die Kommentare gehen wieder stark auf die Hundert und mehr zu, denn Autorin Tanya Gold vom Guardian schreibt unverwunden: Wenn Frauen sich Striptease von Männern angucken, wollen sie ein bisschen Spaß. Männern hingegen geht es um Macht und Unterwerfung.


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Im Schweiße der Blogs

8. August 2009 von Verena
Dieser Text ist Teil 40 von 157 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Eine ruhige Woche in den Blogs. Kein Wunder, denn das super Wetter macht tippende Finger und Tastaturen eh nur klebrig. Besser ins Schwimmbad oder in den Park. Wer aber auch davon eine kleine Pause braucht, kann hier nachlesen, welche Bloggerinnen diese Woche der Hitze trotzten.

Für diejenigen, die alle vier Jahre kopfkratzend vor ihrem Wahlzettel stehen, klärt I Heart Digital Life über die Bedeutung der Erststimme auf. Denn der 27. September ist nicht mehr fern.

Das Mädchenblog kommentiert die Eröffnung einer weiteren deutschen Hooters-Filiale. Jetzt dürfen sich auch die BerlinerInnen ihre Burger mit Blick in prall gefüllte Dekolletees servieren lassen….

Und noch mal das Mädchenblog. Im verlinkten Artikel „Why modern feminism is illogical, unnecessary, and evil“, klärt Autor Satoshi Kanazawa die LeserInnen von Psychology Today darüber auf, warum, äh ja – die Überschrift sagt es bereits…

Side-Glance weist auf die nächste „Informatica Feminale“ hin, die vom 7. bis zum 18. September an der Universität Bremen stattfindet. Zielgruppe der Veranstaltung sind sowohl informatikaffine Studentinnen als auch berufstätige Frauen.

Das Väterblog spricht den Vorstoß der SPD-Familienexpertin Manuela Schwesig an, die Väter- bzw. Partnermonate von zwei auf vier zu erhöhen, womit die Elternzeit auf 16 Monate ausgebaut würde.

Auch in Österreich scheinen die Geschlechterrollen wie in Beton gegossen zu sein. Die Standard.at berichtet, dass sich in den vergangenen 14 Jahren kaum etwas an der Auffassung geändert habe, Frauen sollten zuhause bleiben, wenn der Mann genügend Geld verdient.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschspachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.


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Gekommen, um zu kassieren

21. Januar 2009 von Verena

Die Notwendigkeit des männlichen Orgasmus’ ist unbestritten. Mit der Ejakulation des Mannes wird die Befruchtung der Eizelle durch die Spermien ermöglicht. Die Bewertung des weiblichen Orgasmus’ dagegen hat so manche Achterbahnfahrt hinter sich. Mal als Bedingung zur Empfängnis verklärt, dann wieder als nicht existent negiert, mal zwischen klitoral und vaginal unterschieden oder schlicht als evolutionäres Almosen bezeichnet – über den biologischen Nutzen weiblichen Kommens wird nach wie vor spekuliert. Eine aktuelle Theorie veröffentlichte jetzt Spiegel Online, wonach sich die Orgasmusfähigkeit der Frau nach der Finanzstärke ihres Liebhabers richte.

Ich weiß, das Thema haben hier schon einige beim Selbermach-Sonntag kommentiert, aber ich habe da noch einige Fragen:

  • Ist Bill Gates als reichster Mann der Welt das Objekt endloser Selbstbefriedigungsphantasien?
  • Wieso finden dann manche Damen einen Blaumann oder sonstige Handwerkerlooks erregend?
  • Erleben Prostituierte nicht einen Höhepunkt nach dem anderen, wenn die Scheine schon in unmittelbarer Reichweite rascheln?
  • Droht dem weiblichen Orgasmus angesichts der gegenwärtigen Finanzkrise ein Konjunkturtief?

Fast überflüssig zu sagen, dass sich die Studie auf die Aussagen von 1.534 Frauen stützt. Obendrein Chinesinnen, deren Lebensumfeld und Rollenverständnis anderen Prägungen unterliegen. Überhaupt, meiner Meinung nach werden hier billig eingekaufte Forschungsergebnisse mal wieder dahingehend verwendet, die Rolle des Mannes auf seinen finanziellen Status und seine Ernährerfunktion zu manifestieren, während der Frau ihr Orgasmus als Erfüllung weiblicher Sehnsucht nach Versorgtsein ausgelegt wird. Das ist nicht nur uns Frauen gegenüber eine Unverschämtheit, auch spricht es jedem Mann ein Talent an sexueller Kompetenz ab.

Vorstellbar wäre, dass sich das an ein höheres Einkommen gekoppelte gesellschaftliche Ansehen positiv auf das Selbstbewusstsein auswirkt. Selbstbewusstsein und der Glaube an die eigenen Qualitäten begünstigt auch die sexuelle Leistung. Oder wie jj es in der  Diskussion formuliert hat:

Frauen mögen selbstbewusste Männer, und wenn ein Mann durch Geld selbstbewusst wird, dann steigert das natürlich auch seine Attraktivität und damit vielleicht auch die Bereitschaft von Frauen, sich sexuell “gehen zu lassen“.

jjs Vergleichsstudienvorschlag:

selbstbewusste, arme Künstler, mit Sendungsbewusstsein.


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Pop-Darwinismus oder Sex mit einem Höhlenmenschen

30. Oktober 2008 von Barbara

Den Artikel “Caveman Sex: How Evolutionary Psych Pushes Sexist Stereotypes” von Martha McCaughey, Professorin für Frauenstudien und Soziologie an der Appalachian State University können sich alle sexuell Interessierte unters Kopfkissen schieben. Denn eigentlich sei Charles Darwin mitschuld am weit verbreiteten Sexismus und am billigen Schema, dass Männer auf große Brüste und schlanke Taillen stehen, glaubt man einer Form der Auslegung der Evolutionspsychologie.

The human male’s low level of parental investment required for reproduction — after all, he need only ejaculate into a fertile body to reproduce and could father hundreds of children — meant that human males evolved to be relatively sexually carefree or, less delicately, to be, by nature, wanton skirt chasers.

Höhlenmenschen-Paarungsrituale, die heute ausgestorben sind? Mitnichten, stellt McCaughey fest, die übrigens auch ein Buch zum Thema veröffentlicht hat – der “Pop-Darwinismus” sei weit verbreitet:

Picture the frat dude chugging a beer in a shirt with a picture of a caveman clad in a fur pelt holding a club and with the statement “Me Find Woman.” You can actually buy these shirts on cafepress.com.

Nebenbei sei die Cavemen-isierung der männlichen Sexualität für Männer ziemlich diskriminierend:

The caveman mystique is, after all, a contemporary male counterpart of the feminine mystique so famously described by Betty Friedan in 1963. Women had to challenge the popular idea that they found fulfillment in keeping house and rearing children. It’s time now to challenge the idea that men find true self-expression in boorish behaviors, sexual aggression, and chance sexual encounters.

Danke an Halina für den Tipp.


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Ist PMS nur ein soziales Konstrukt?

29. Oktober 2008 von Katrin

Rachel von feministing erklärt, warum sie denkt, dass dem so ist. Eine sehr interessante Auseinandersetzung mit einem sehr sensiblen Thema.

Aufgrund verschiedener Tatsachen, betreffend das Syndrom (beispielsweise die ungeklärte Diagnose, die ca. 150 Symptome, das Auftreten derselben auch bei Männern usw…) und einer bestimmten sozialen Begünstigung biologistischer Erklärungsschemata für weibliches Verhalten, kommt Rachel zu dem Schluss, dass PMS nur ein soziales Konstrukt sein kann, ohne aber die Behauptung aufzustellen, dass alles nur eine Kopfsache sei. Nein: Eigentlich ist es viel verzwickter und vielschichtiger. Eine wirklich hochinteressante Darlegung und Auseinandersetzung, die ich hiermit wärmstens empfehle und ich freue mich auf eine Diskussion darüber.


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Alt sucht Jung

5. Oktober 2008 von Barbara

Die Taz hat dann noch eine schöne Studie auf Lager:

Jeder zweite Mann über 55 hätte gerne eine junge Frau. Laut einer Studie für die Partnerbörse “Elite Partner” möchten aber nur 5 Prozent der Frauen unter 29 Jahren einen Mann, der mehr als 15 Jahre älter ist. Wer nicht Hugh Heffner [sic!] heißt und keine Million auf dem Konto hat, muss weiterträumen. Welche junge Frau will schon einen Pflegefall zum Freund?

Die größte Singlestudie Deutschlands hat besonders die Vorlieben von Männern ab 45 untersucht. Warum wollen 55-jährige Männer jüngere Frauen? Zweiter-Frühling-Klischee? Wann beginnt das denn, dieser lüsterne Blick in die jüngere Generation? Wollen bereits 25-Jährige gerne mit 10-Jährigen? Und Frauen? Wann wollen die keinen älteren Mann mehr? Oder lügen diese Studien sowieso, weil sie erstens nur Partnerbörsen wie Elite Partner pushen wollen oder häufig auf Umfragen basieren, bei denen nur gelogen wird?


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Gute Frage

1. Oktober 2008 von Katrin

Ist das Testosteron an der Finanzkrise schuld?

Diese – ähm, ja – Frage stellte: Scientific American. Und beantwortete sie auch gleich.

“Women [...] tend to trade less and that tends to be a better strategy. With more ‘average women’ trading, maybe the stock market would look different.”

Na dann.


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Alles nur Hormon-Monster? Oder: Was uns der Spiegel nicht gesagt hat

1. Oktober 2008 von Katrin
Dieser Text ist Teil 5 von 48 der Serie Meine Meinung

Das Titelblatt, das uns letzte Woche (Ausgabe 39/2008) wieder einmal beglückte, machte schnell klar, dass der Spiegel sich erneut anschickte, uns zu erklären, warum die Frauen von der Venus und die Männer vom Mars kommen. Nur diesmal aber mit ganz viel Wissenschaft und Biologie, also mit richtigen Beweisen – ist ja Ehrensache. Okay, ich weiß, ich fange schon wieder ganz schön polemisch an, aber man musste bei der gesamten Aufmachung schon sehr den Eindruck gewinnen, dass es hier wahrscheinlich mehr darum ging, eine angeblich „unbeliebte Wahrheit“ unters Volk zu bringen – ja, gar einen kleinen Skandal! – als darum, differenziert die tatsächlichen Ergebnisse aus Biologie und Neurowissenschaften zu betrachten. Zwar fielen eine Menge Namen und eine Menge Studien, doch dass diese immer noch umstritten und mit Gegenstudien ausgestattet bleiben, das wurde leider nicht erwähnt. Aber wozu gibt es die Mädchenmannschaft? Genau, um die eine oder andere Erkenntnis aus der Neurobiologie, die uns der Spiegel nicht mitgeteilt hat, doch noch mit den werten LeserInnen zu teilen.
Gehirn
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Spooky: Buffy Schuld an Kirchenaustritten

27. August 2008 von Susanne

Endlich mal wieder etwas für die Rubrik “Wissenschaftler Quatsch”:

Sarah Michelle Gellar und ihre Fernsehserie “Buffy” ist daran schuld, dass sich immer mehr Menschen der traditionellen Religion abwenden – behauptet zumindest eine britische Studie. (…) Die Autorin Dr. Kristin Aune: “Weil sich die Serie so intensiv mit der weiblichen Selbstbestimmung auseinandersetzt, ist die (heidnische Religion) Wicca so attraktiv für junge Frauen geworden. Kurz gesagt – Frauen verlassen dafür die Kirche.”

Na dann.
Ich meine: Hä?


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