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	<title>Mädchenmannschaft &#187; Was tun?!</title>
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		<title>Sportlerin Friedrich und die mediale Rezeption sexueller Belästigung</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 08:45:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nadia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschmacklosigkeiten aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Was tun?!]]></category>
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		<category><![CDATA[Sexuelle Belästigung]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit einigen Tagen wird Ariane Friedrichs Umgang mit einem Fall sexueller Belästigung im Social Web heftig diskutiert. Mehr noch: Friedrich wird von einigen Medien zur &#8220;Täterin&#8221; stilisiert. Sie hatte auf Ihrer Facebook-Seite ein Posting veröffentlicht, in dem sie einen User, der sie via Nachricht (inkl. Bilddatei) derb belästigt hatte, mit Namen und Wohnort nennt. Sie sei es leid, ständig solche Vorfälle zu erleben und dann darüber zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://maedchenmannschaft.net/sportlerin-friedrich-und-die-mediale-rezeption-sexueller-belaestigung/az1172/" rel="attachment wp-att-29153"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-29153" title="Flickr (c) az1172" src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/04/az1172-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Seit einigen Tagen wird <strong>Ariane Friedrichs</strong> Umgang mit einem Fall sexueller Belästigung im Social Web heftig diskutiert. Mehr noch: Friedrich wird von einigen Medien zur &#8220;Täterin&#8221; stilisiert. Sie hatte auf Ihrer <strong><a href="https://www.facebook.com/#!/pages/Ariane-Friedrich/129310533816411">Facebook-Seite</a> </strong>ein Posting veröffentlicht, in dem sie einen User, der sie via Nachricht (inkl. Bilddatei) derb belästigt hatte, mit Namen und Wohnort nennt. Sie sei es leid, ständig solche Vorfälle zu erleben und dann darüber zu schweigen, und sie habe mit dieser Aktion beschlossen, sich zu wehren: &#8220;Es ist Zeit zu handeln, es ist Zeit, mich zu wehren. Und das tue ich. Nicht mehr und nicht weniger.&#8221; Eine kleine Medienrezeption zeigt allerdings, wo wir im Umgang mit sexueller Belästigung von Frauen stehen.</p>
<p>Die Diskussion ist erhitzt: Neben der Problematik, dass der betreffende User mit seinem Namen nicht der Einzige in seiner Region ist, wird der &#8220;Pranger-Effekt&#8221; angemäkelt. Interessant ist, wie in manchen Berichten aber auch gefordert wird, Frauen sollten die Situation mit dem Belästiger doch bitte erstmal selbst &#8220;aufklären&#8221; &#8211; heißt: Zum Beispiel in Kommunikation mit ihm treten.<span id="more-29147"></span></p>
<p>Auch die &#8220;Nachhilfelektionen&#8221; lesen sich interessant &#8211; vor allem, da sie teilweise die sexuelle Belästigung komplett bagatellisieren oder verleugnen. Zudem haben wir eine Verschiebung des Fokus, da nicht mehr die Belästigung Friedrichs im Vordergrund steht, sondern ihre Reaktion im Nachgang, die von nicht wenigen als komplettes &#8220;Fehlverhalten&#8221; bezeichnet wird, und die an mancher Stelle sogar in an Beleidigung grenzende Richtungen weist. Eine kleine Auswahl dazu:</p>
<ul>
<li><em>&#8220;Was hat dagegen gesprochen, diesen Mann direkt anzuschreiben, sich das zu verbieten, auch unter Hinweis, dies sonst notfalls öffentlich zu machen oder einfacher noch: das einem Anwalt zur weiteren Behandlung zu übergeben?&#8221; </em>(Quelle: <strong><a href="http://www.xtranews.de/2012/04/23/facebook-affare-ariane-friedrich-wenn-das-internet-zum-pranger-wird/">xtranews</a></strong>)</li>
<li><em>&#8220;Sportlerin Ariane Friedrich stellt Unschuldige an den Pranger.&#8221;</em> (Quelle: <strong><a href="http://www.basicthinking.de/blog/2012/04/23/sportlerin-ariane-friedrich-stellt-unschuldige-an-den-pranger/">basicthinking</a></strong>)</li>
<li><em>&#8220;So eine Privataktion ist deshalb schlichtweg unzulässig, und zwar unabhängig davon, ob der Betreffende tatsächlich so ein Bild an Frau Friedrich geschickt hat.&#8221;</em> (Quelle: <strong><a href="http://www.stern.de/wissen/mensch/umstrittenes-outing-im-netz-ariane-friedrich-und-der-virtuelle-pranger-1817593.html">STERN</a></strong>)</li>
<li><em>&#8220;Aus meiner Sicht beweist das alles nur, dass Friedrich in der Polizeischule nicht richtig aufgepasst hat. Ein gutes Vorbild ist sie damit sicher nicht.&#8221;</em> (<strong><a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/04/22/polizistin-nutzt-facebook-als-pranger/">Udo Vetters Lawblog</a></strong> &#8211; wundert`s?)</li>
</ul>
<p>Das sind nur meine ersten Eindrücke, und vielleicht habt Ihr Interesse über diesen Fall zu diskutieren. Vor einigen Wochen habe ich übrigens selbst mal über einen <strong><a href="http://maedchenmannschaft.net/facebook-intruders/">Intruder</a></strong>, der mich bei Facebook belästigt hatte, berichtet &#8211; und auch ich habe auf das Facebook-Profil der Belästigers verlinkt, und zwar guten Gewissens muss ich sagen.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=29147&amp;md5=4584fad57fad382bee221bbe92c4a75e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Familienplanung und Repräsentation von afrikanischen Frauen</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/familienplanung-und-repraesentation-von-afrikanischen-frauen/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/familienplanung-und-repraesentation-von-afrikanischen-frauen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 07:12:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Was tun?!]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentation]]></category>
		<category><![CDATA[Reproduktionsrechte]]></category>
		<category><![CDATA[TEDxChange]]></category>
		<category><![CDATA[Verhütung]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche war die Reihe TEDxChange zu Gast in Berlin und ich mit einigen anderen Bloggerinnen (u.a. Milena) eingeladen – unter dem Label „The Big Picture“ ging es neben Nachhaltigkeit vor allem um Frauengesundheit und Familien­planung (anzuschauen hier, auch auf Deutsch, leider ohne Untertitel). Zunächst sprach Jeff Chapin von Ideo über den Design- und Vertriebsprozess für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/ee7f6ca50778472ab9e4b3df5b95dd92" alt="" width="1" height="1" />Letzte Woche war die Reihe TEDxChange zu Gast in Berlin und ich mit einigen anderen Bloggerinnen (u.a. <a href="http://milenskaya.de/2012/04/06/nur-mal-eben-die-welt-retten/" target="_blank">Milena</a>) eingeladen – unter dem Label „The Big Picture“ ging es neben Nachhaltigkeit vor allem um Frauengesundheit und Familien­planung (<a href="http://tedxchange.org" target="_blank">anzuschauen hier</a>, auch auf Deutsch, leider ohne Untertitel).</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-28779" title="The Big Picture" src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/04/img_1081-450x299.jpg" alt="Ein dunkelblaues Plakat mit der Aufschrift BIG PICTURE" width="450" height="299" /></p>
<p>Zunächst sprach <a href="http://www.ideo.com/people/jeff-chapin" target="_blank">Jeff Chapin von Ideo</a> über den Design- und Vertriebsprozess für Sanitäranlagen in Entwicklungsländern. Auch wenn viele Leute sehr begeistert waren, ein gewisses „Duh“ oder „ne ernsthaft?“ kann ich mir nicht verkneifen, angesichts der Erkenntnis, dass Produkte nicht immer so verwendet werden, wie Designer_innen es sich gedacht hatten. Wenig Begeisterung weckte auch der Talk von <a href="http://www.sven-giegold.de/" target="_blank">Sven Giegold</a>, Mitglied des EU-Parlaments für die Grünen. Das wichtige Thema „Energiewende“ vermittelte er den Zuhörenden leider nicht im Big Picture, sondern verzettelte sich in kleinteiligen Informationen.</p>
<p>Zwischenapplaus bekam dagegen <a href="http://www.awdf.org/wp-content/uploads/2011/01/TS-bio.pdf" target="_blank">Theo Sowa</a> (PDF), die derzeit für den African Women’s Development Fund arbeitet und sich für Frauen- und Kinderrechte einsetzt. Sie erzählte von Konferenzen, die sich mit dem Einfluss von HIV und AIDS auf afrikanische Frauen beschäftigen, dabei aber keine afrikanische Frau anhören oder auf ihre Erfahrung zurückgreifen. Schuld daran sei, dass afrikanische Frauen immer noch als Opfer und schwach gesehen werden und niemand Opfern zuhören wolle. Mit Felicia Darkwa, <a href="http://coady.libsyn.com/ida-mukuka-s-story-i-m-not-dead-yet-" target="_blank">Ida Mukuka</a> und <a href="http://www.grace-network.net/researcher_yitamben.php" target="_blank">Gisele Yitamben</a> stellte sie dann gleich drei Frauen vor, deren Arbeit viel bewirkt hat und auf die dringend gehört werden müsse.</p>
<p><span id="more-28765"></span>Die Ausrede „wir haben eine Frau gefragt und die hatte keine Zeit“ <a href="http://maedchenmannschaft.net/wenns-nicht-mal-fuer-eine-quotenfrau-reicht/">kam mir leider nur zu bekannt vor</a>. TED-Chef Chris Anderson erklärte danach, den Frauenanteil zu erhöhen sei bereits schwierig, afrikanische Frauen zu finden noch einmal schwieriger – die Jahrhunderte und Jahrtausende der Verbannung von Frauen aus der Öffentlichkeit und das Herabwerten Schwarzer Frauen im Besonderen sind aber leider nicht in wenigen Jahren und ohne Aufwand auszugleichen. Nach Sowas Talk gibt es hier jedenfalls keine Ausreden mehr.</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-28778" title="Melinda Gates" src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/04/img_1070-450x299.jpg" alt="Eine weiße Frau in grauem Mantel lehnt an einem weißen Schreibtisch" width="450" height="299" /></p>
<p>Schließlich bewarb Melinda Gates die Wichtigkeit von Familienplanung im Allgemeinen und Verhütung im Besonderen. Besonders in den USA wird derzeit über Verhütung gestritten ohne Ende. Dass eine Kampagne derzeit also besonders kontrovers ankommen werde, sei ihr klar, so Gates – dabei dürfe es gerade Verhütung nicht sein. 98% der US-amerikanischen Frauen seien immerhin dafür. Unter <a href="http://nocontroversy.tedxchange.org/" target="_blank">nocontroversy.tedxchange.org</a> gibt es daher nun eine Webseite, auf der Menschen berichten sollen, wie Verhütung ihr Leben verändert hat. Leider beruht die Strategie, Verhütung „wieder salonfähig“ zu machen auch darauf, sie vom Thema Abtreibung abzukoppeln. Dabei böte sich, angesichts der breiten Zustimmung und Nachfrage nach Verhütung von Seiten der Frauen, die Möglichkeit, Abtreibung als ein weiteres Mittel der Selbstbestimmung von Frauen zu etablieren. So aber geht man sehr auf Konservative und Kirchen zu – ob sich das auszahlen wird, bleibt abzuwarten.</p>
<p>Parallel zum TED-Vortrag verkündete das <a href="http://www.bmz.de/de/presse/aktuelleMeldungen/2012/april/20120405_pm_88_gates/index.html" target="_blank">Bundes­minis­terium für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­arbeit und Ent­wick­lung</a> dann, 20 Millionen Euro zu den Vorhaben der Bill &amp; Melinda Gates Stif­tung dazuzugeben. So sollen bessere Verhütungsspritzen und Implantate erforscht werden. Durch die Aufklärung von Frauen über Verhütungsmethoden erhofft man sich auch, dass diese den Druck auf ihre Regierungen erhöhen und bessere Verfügbarkeit einfordern. Im Sommer sollen dann Regierungen und NGO&#8217;s aus der ganzen Welt zusammenkommen und die bisherigen Strategien erötern. Dies dürfte ein wichtiger Schritt sein, nicht zuletzt seit die Weltbank für ihre <a href="http://www.guardian.co.uk/global-development/poverty-matters/2012/mar/06/world-bank-strategy-maternal-health" target="_blank">Initiativen in die Kritik geraten ist</a>.</p>
<p>Spannend ist nun vor allem die Frage, wie es weitergeht. Wie wird die Debatte um Verhütung und Abtreibung weitergehen? Welche konkreten Verbesserungen werden Frauen in Entwicklungsländern sehen, wenn es um die Verfügbarkeit von Verhütung geht?</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=28765&amp;md5=cf0837bddaacac49a0a4821dc0634ed1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Neues über die Europäische Schutzanordnung</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/neues-ueber-die-europaeische-schutzanordnung/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 11:01:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenfakten]]></category>
		<category><![CDATA[Klartext]]></category>
		<category><![CDATA[Was tun?!]]></category>
		<category><![CDATA[Weltspiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus!]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt gegen Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[im Politikbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Salut, im vergangenen Oktober hatte ich euch bereits über die Europäische Schutzanordnung berichtet, die für besseren grenzüberschreitenden Opferschutz sorgen soll. Die Schutzanordnung ist jedoch nur ein Teil aus dem sogenannten Opferschutzpaket, das die Europäische Kommission am 18. Mai 2011 vorgestellt hat. Dieses besteht aus insgesamt drei Teilen: einem Vorschlag für eine Richtlinie über Mindeststandards für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Salut,</p>
<p>im vergangenen Oktober hatte ich euch bereits über die <a href="http://maedchenmannschaft.net/fuer-besseren-grenzueberschreitenden-opferschutz/">Europäische Schutzanordnung</a> berichtet, die für besseren grenzüberschreitenden Opferschutz sorgen soll. Die Schutzanordnung ist jedoch nur ein Teil aus dem sogenannten Opferschutzpaket, das die Europäische Kommission am 18. Mai 2011 vorgestellt hat. Dieses besteht aus insgesamt drei Teilen:</p>
<ul>
<li>einem Vorschlag für eine Richtlinie über Mindeststandards für die Rechte und den Schutz von Opfern von Straftaten sowie für die Opferhilfe,</li>
<li>einem Vorschlag für eine Verordnung über die gegenseitige Anerkennung von Schutzmaßnahmen in Zivilsachen und</li>
<li>einer Mitteilung zur Stärkung der Opferrechte.</li>
</ul>
<p>Auf meiner <a href="http://www.franziska-brantner.eu/feministische-gesellschaftspolitik-in-europa/eu-kommission-stellt-opferschutzpaket-vor/" target="_blank">Homepage</a> sind alle Teile noch mal näher erklärt.</p>
<p><img title="Illustration: (c) Eva Hillreiner" src="../wp-content/uploads/2009/06/europakolumne.jpg" alt="Illustration: (c) Eva Hillreiner" width="450" height="293" /></p>
<pre>(c) Eva Hillreiner, <a href="http://www.evahillreiner.de/" target="_blank">www.evahillreiner.de</a></pre>
<p>Die Richtlinie über Mindeststandards, also Teil 1 des Pakets, ist derzeit der einzige konkrete Gesetzesvorschlag auf EU-Ebene, der sich mit Gewalt gegen Frauen befasst. Hier gibt es jetzt Fortschritte zu vermelden. Der Vorschlag formuliert einheitliche Mindeststandards für den Opferschutz auf europäischer Ebene und zeichnet sich vor allem durch seinen horizontalen Ansatz aus. Damit soll sicher gestellt werden, dass jedes Verbrechensopfer entsprechend seiner besonderen Bedürfnisse unterstützt wird. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die Informationsrechte gelegt: Das Opfer soll bereits bei der ersten Kontaktaufnahme mit einer zuständigen Behörde über seine rechtlichen Möglichkeiten und sonstige Unterstützungsangebote sowie ggfs. über das weitere Verfahren seines Falles informiert werden. <a href="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/03/http___www.europarl.europa.eu_sides_getdoc.do_pubref-__ep__nonsgmlcomparlpe-480.pdf">Der Bericht</a> dazu wird im Europäischen Parlament gemeinsam vom Innen- und Gleichstellungsausschuss erarbeitet. Die mehr als 100 eingebrachten Änderungsanträge zeigen, dass es noch Diskussionsbedarf zum Thema gibt.</p>
<p>Es ist grundsätzlich positiv zu werten, dass die Rechte der Opfer stärker ins Visier rücken &#8211; und nicht wie bisher nur die Rechte der TäterInnen, zum Beispiel auf ein faires Verfahren. Außerdem finde ich es gut, dass geschlechtsspezifische Gewalt explizit erwähnt wird, allerdings wäre es wünschenswert, dass diese konkret als &#8220;Gewalt gegen Frauen&#8221; definiert würde. Gewalt gegen Frauen ist immer noch viel zu oft unsichtbar und wird unterschätzt. Dabei erfordert gerade die Tatsache, dass die meisten Delikte von dem Opfer nahestehenden Personen verübt werden, was häufig zu schweren Traumata führt, besonderen Schutz und fachliche Unterstützung der Opfer. Weiterhin muss allen Frauen, die Opfer von Gewalt werden, der gleiche Schutz zugestanden werden, unabhängig von ihrem (Migrations-)Hintergrund und Aufenthaltsstatus in einem Land. Sehr umstritten ist die Frage, ob nach unschuldigen und schuldigen Opfern unterschieden werden soll. Ist eine Frau, die sich als Prostituierte bewusst in Menschenhandel begibt, ein weniger schützenswertes Opfer als eine Frau, die dazu gezwungen wird? Ich finde nicht, aber einige meiner KollegInnen im Gleichstellungsausschuss sehen das anders. Ihr könnt die spannende Abstimmung über den Bericht <a href="http://www.europarl.europa.eu/ep-live/en/committees/search?legislature=7&amp;organ=FEMM&amp;start-date=&amp;end-date" target="_blank">hier</a> verfolgen.</p>
<p>Viele Grüße,<br />
eure Franziska</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=28416&amp;md5=4aa2081eb2f926a4a26c40d2dbe8c7f4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Post aus Brüssel]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Open Data – Chance für Emanzipation?</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/open-data-chance-fuer-emanzipation/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/open-data-chance-fuer-emanzipation/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 08:36:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Was tun?!]]></category>
		<category><![CDATA[Machtfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>

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		<description><![CDATA[„Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen.“ (CCC hackerethics) Während sich die Debatten im Internet lange mit dem zweiten Teil dieses alten Satzes beschäftigten, rückt langsam auch der Erste wieder ins Bewußtsein. Open Data oder auch Open Government sind die Schlagworte, unter denen mehr Transparenz und Offenlegung von (vor allem) staatlichen Stellen gefordert werden. Ob statistische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_27805" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/03/6b6kz3_811x426.gif"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/03/6b6kz3_811x426-450x236.gif" alt="Wörterwolke zum Thema Open Data" title="Daten!" width="450" height="236" class="size-large wp-image-27805" /></a><p class="wp-caption-text">CC-BY Open Knowlegde Foundation Deutschland</p></div><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/414bb12d2c8e40afb5a04b6f248f108b" width="1" height="1" alt=""/></p>
<p>„Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen.“ (<a href="http://www.ccc.de/hackerethics" target="_blank">CCC hackerethics</a>)</p>
<p>Während sich die Debatten im Internet lange mit dem zweiten Teil dieses alten Satzes beschäftigten, rückt langsam auch der Erste wieder ins Bewußtsein. Open Data oder auch Open Government sind die Schlagworte, unter denen mehr Transparenz und Offenlegung von (vor allem) staatlichen Stellen gefordert werden. Ob statistische Erhebungen, Budgets oder Geoinformationen – wenn Daten öffentlich gemacht werden, ermöglichen sie Information, Kontrolle und Teilhabe von Bürger_innen im Staat.</p>
<p>Also, Daten einfach freigeben und alles wird super? So einfach ist das nicht, wie vor kurzem <a href="http://www.computerweekly.com/opinion/The-problem-with-Open-Data" target="_blank"><em>ComputerWeekly</em> anmerkte</a>. Um wirklich etwas verbessern zu können, müssten einige Voraussetzungen erfüllt werden. Ansonsten droht auch die Open Data-Bewegung, nur bestehende Machtverhältnisse zu festigen und soziale, wie digitale Unterschiede zu vertiefen.</p>
<p>Zum Einen bedürfe es verwertbarer Formate, in denen die Daten ausgegeben werden. Wie man „offene Daten“ ziemlich unbenutzbar machen kannte, hat zuletzt Facebook demonstriert. Als Student Max Schrems seine Daten einforderte, bekam er eine <a href="http://www.taz.de/!81259/" target="_blank">CD mit 1.222 Seiten im PDF-Format</a> zugesandt. Durchzulesen sind soviele Seiten kaum und die Nutzung aus einem PDF heraus ist äußerst aufwendig. In konkreten Fall war ein Programmierer eine Woche beschäftigt, die Daten aufzubereiten, um die Weiterverarbeitung zu ermöglichen.</p>
<p>Hier wird bereits das zweite Problem deutlich: Bisher ist die Nutzung und Verarbeitung von offenen Daten fast ausschließlich Programmierer_innen vorbehalten. Einem gesellschaftlich breit angelegtem Umgang steht nötiges Spezialwissen entgegen. Ändert sich an dieser Stelle nichts, festigt sich der Status der „Informationshüter_innen“ nur weiter. Verloren gehen kreative  Ansätze von „außen“, wie auch Umsetzungen in Gemeinschaften – von den Betroffenen selbst.</p>
<p>Über die maschinenlesbare und einfach zu verwendende Formate ist die Diskussion schon eine Weile <a href="http://open-it-berlin.de/aktuelles/berlin-open-data-meetsthemembers-open-source-community-diskutiert-plattform-für-mehr-trans" target="_blank">im Gange</a>. Ebenfalls angekommen sind Überlegungen zum Spannungsfeld, was veröffentlicht werden darf und was nicht. Nur die Frage, wer eigentlich mit den Daten umgehen kann und wie möglichst viele Menschen einbezogen werden können, wird bisher verdrängt. Dabei sind gerade hier neue Ideen und Ansätze nötig, um die Möglichkeiten von Open Data ausnutzen zu können.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=27803&amp;md5=5afea234bbdda7f0a55ece4c3124b972" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sexismus, Rassismus &#8211; von allem zu viel: Die Blogschau</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/sexismus-rassismus-von-allem-zu-viel-die-blogschau/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Mar 2012 09:33:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ohne Axe hätten FeministInnen nur halb so viel zu tun. Bezugsgruppe Beckham kommentiert die jüngste Kampagne der Deo-Stinker. Und die jüngste H&#38;M-Unterwäschenkampagne kriegt auch einen geklebt. Sexistische Kackscheisse passiert natürlich nicht nur in der Werbung, auch die Comics sind prädestiniert, weibliche Körper in einer Art und Weise darzustellen, die nicht nur Anatomie-Experten kotzen lässt. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ohne Axe hätten FeministInnen nur halb so viel zu tun. <em>Bezugsgruppe Beckham</em> <a href="http://bezugsgruppe-beckham.tumblr.com/post/18261098113/klebt-euch-einen" target="_blank">kommentiert</a> die jüngste Kampagne der Deo-Stinker. Und die jüngste H&amp;M-Unterwäschenkampagne kriegt auch einen geklebt.</p>
<p>Sexistische Kackscheisse passiert natürlich nicht nur in der Werbung, auch die Comics sind prädestiniert, weibliche Körper in einer Art und Weise darzustellen, die nicht nur Anatomie-Experten kotzen lässt. Die <em>Eschergirls</em> <a href="http://eschergirls.tumblr.com/" target="_blank">kotzen</a> mit.</p>
<p>Den Unternehmerinnen und KünstlerInnen des Berliner Sigmaringer 1-Zentrums <a href="http://sigmaringer1.wordpress.com/2012/02/23/sigmaringer1aufderstreichliste/" target="_blank">droht</a> die Räumung. Am 8. März wird über den Kauf des Gebäudes entschieden. Im Blog gibt es alle Infos, warum der Erhalt des Zentrums dringend notwendig ist.</p>
<p><em>Wolkenkuckucksblog</em> <a href="https://wolkenkuckucksblog.wordpress.com/2012/02/26/onlinesichtbarkeit-und-mama-blogs/" target="_blank">macht</a> sich anhand <a href="http://thesocietypages.org/socimages/2012/02/23/social-privilege-and-mom-blogging/" target="_blank">dieses Beitrags</a> auf <em>Social Images</em> Gedanken über die mangelnde Diversität sogenannter Mamablogs</p>
<p><em>Das Ende des Sex</em> <a href="http://dasendedessex.blogsport.de/2012/02/25/intersex-zur-stellungnahme-des-deutschen-ethikrates-intersexualitaet/" target="_blank">äußert</a> sich zur Stellungsnahme des deutschen Ethikrates zur Intersexualität und bemängelt nicht nur die bedenkenswerte medizinische Terminologie, mit der Intersexualität noch immer als Krankheit stigmatisiert wird sondern auch die Laxheit im Umgang mit dem medizinischen Forschungsstand an sich.</p>
<p>Über ihre geschlechtsangleichende Operation <a href="http://michaela-bodensee.blogspot.com/2012/02/der-krankenhausaufenthalt.html" target="_blank">berichtet</a> Michaela Werner in ihrem Blog &#8211; inklusive Blick vom Krankenhausbett aus und Podcast.</p>
<p><a href="http://highoncliches.wordpress.com/2012/03/01/rassismus-nah/" target="_blank">Richtig miesen Rassismus</a> hat <em>High On Clichés</em> gefunden: Der Jahreskalender der Deutschen Polizeigewerkschaft greift mit grotesk überzeichneten Stereotypen von Schwarzen und Migrant_innen völlig daneben. Aber Rassismus? Nah!</p>
<p>Auch<em> Afrika Wissenschaft</em> <a href="http://afrikawissenschaft.wordpress.com/2012/02/28/hipster-headdress-niemals-cool-niemals-hip/" target="_blank">ärgert</a> sich über rassistische Stereotype, gefunden in der Modefotostrecke des aktuellen Missy Magazines. Die haben mittlerweile auch schon drauf reagiert.</p>
<p>Das <em>Missy Magazine</em> dagegen freut sich über ihren <a href="http://missy-magazine.de/2012/03/02/im-marzen-die-manner/" target="_blank">März-Blogger</a>: Hans-Georg Nelles vom Väter-Blog, passend zur aktuellen Ausgabe, in der der Feminismus mit Eiern näher begutachtet wird.</p>
<p>&#8220;Hate Crime vs. Hate speech?&#8221;, fragt <em>Karnele</em> und <a href="http://www.karnele.de/lesben-schlagen-schwulen-zusammen/" target="_blank">berichtet</a> über die Anklage dreier Lesben in den USA, die einen Schwulen zusammen geschlagen haben sollen &#8211; nicht aus Schwulenfeindlichkeit sondern als Reaktion auf dessen rassistische Beschimpfungen.</p>
<p><em>Queernews</em> <a href="http://queernews.at/archives/2936" target="_blank">berichtet</a> über die Entscheidung des philippinischen Supreme Court, die Homosexualität eines Richters nicht als unmoralisch zu werten.</p>
<p>Die <a href="http://www.pro-quote.de/" target="_blank">Aktion</a>, mit der mehr 350 Journalistinnen vergangene Woche eine Quote von 30 Prozent Frauenanteil in redaktionellen Führungspositionen gefordert haben, habt ihr wahrscheinlich mitbekommen. <em>Antje Schrupp</em> hat den Aufruf nicht unterzeichnet. Warum und was sie stattdessen tut, <a href="http://antjeschrupp.com/2012/03/01/ich-fordere-nichts-von-mannern-was-ich-stattdessen-tue/" target="_blank">erklärt</a> sie in ihrem Blog.</p>
<p>Eine <a href="http://previously.us/" target="_blank">neue Folge</a> von <em>previously</em> ist da: der Radiosendung, die TV-Serien auf ihren Umgang mit Sexismus, Rassismus etc untersucht. Die früheren Folgen + Transkripte findet ihr ebenfalls jeweils auf der Startseite.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=27674&amp;md5=cd0beb9402700047693dc33cc3de32bc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Genderissimi: Die Blogschau]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Männliche Vergewaltigungsopfer? Dänemark diskutiert</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/maennliche-vergewaltigungsopfer-daenemark-diskutiert/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/maennliche-vergewaltigungsopfer-daenemark-diskutiert/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 08:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verschiedenen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschmacklosigkeiten aktuell]]></category>
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		<description><![CDATA[Verena Haßler ist vor eineinhalb Jahren nach Dänemark gezogen, wo sie für ihr Studium bevorzugt europäische Fragestellungen aus der Genderperspektive heraus analysiert. Im Moment schreibt sie an ihrer Masterarbeit über Intersektionalität in der Kommunalpolitik im deutsch-dänischen Vergleich. Sie freut sich, dass in ihrer Wahlheimat feministische Diskurse eine vergleichsweise breite Öffentlichkeit mit einschließen, beobachtet aber mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Verena Haßler ist vor eineinhalb Jahren nach Dänemark gezogen, wo sie für ihr Studium bevorzugt europäische Fragestellungen aus der Genderperspektive heraus analysiert. Im Moment schreibt sie an ihrer Masterarbeit über Intersektionalität in der Kommunalpolitik im deutsch-dänischen Vergleich. Sie freut sich, dass in ihrer Wahlheimat feministische Diskurse eine vergleichsweise breite Öffentlichkeit mit einschließen, beobachtet aber mit Sorge, wie das ehemalige Vorreiterland gleichstellungspolitisch immer mehr den Anschluss an seine skandinavischen Nachbarn verliert. In ihrer Freizeit trainiert sie Taekwondo und arbeitet ehrenamtlich für das Frauenmuseum in Aarhus.</em></p>
<p>[Triggerwarnung] Ein sexualisierter Übergriff in der dänischen Version der Reality-TV-Show &#8220;Paradise Hotel&#8221; (Staffel 8, Folge 9) hat in der letzten Woche zu heftigen Diskussionen in den dänischen Online-Medien geführt. Paradise Hotel ist ein Reality-TV-Format, das ursprünglich aus den USQ stammt und gezielt auf die Überschreitung sexueller Grenzen setzt. Eine Gruppe von Single-Frauen und –Männern konkurriert darum, bis zum Ende der Show in einem Luxus-Hotel in südlichen Gefilden bleiben zu dürfen. Unter anderem werden die teilnehmenden Männer und Frauen jede Woche zu Pärchen zusammengesetzt, die dann ein Hotelzimmer teilen müssen.</p>
<p>In der besagten Ausstrahlung sieht man, wie Show-Teilnehmer Julian betrunken auf einer Bank einschläft. Dort entdecken ihn zwei andere Teilnehmerinnen, die sich ihm mit den Worten &#8220;Sollen wir ihn vergewaltigen?&#8221; nähern. Eine der jungen Frauen setzt sich rittlings auf ihn, während die andere versucht ihn zu küssen und schließlich seine Genitalien berührt. Im weiteren Verlauf öffnet Julian schließlich die Augen und schläft nach einem kurzen Gespräch mit einer der Frauen zusammen mit ihr ein.</p>
<p>Der Programmdirektor von <em>TV3</em> erklärte, die <a href="http://politiken.dk/kultur/tvogradio/ECE1540313/tv3-direktoer-ordet-voldtaegt-er-en-del-af-pigejargonen/" target="_blank">Szene sei senderintern diskutiert worden.</a> &#8220;Vergewaltigung&#8221; sei ein heftiger Begriff, man sei sich jedoch einig gewesen, dass es sich in diesem Fall bloß um einen Begriff aus dem &#8220;Mädchenjargon&#8221; der Teilnehmerinnen gehandelt habe, die ja mehrmals darüber gesprochen hätten, dass sie sich gerne &#8220;auf die Jungs stürzen&#8221; wollen. Eine fragwürdige Begründung, wenn man mich fragt, fast so verharmlosend wie die Aussage eines anderen Debattenteilnehmers, wonach angeblich <a href="http://politiken.dk/debat/ECE1540759/come-on-hvem-vil-ikke-gerne-voldtages-af-to-laekre-toeser/" target="_blank">alle Männer gern von zwei hübschen Mädels &#8220;vergewaltigt&#8221; werden wollen</a>, und wonach man eben akzeptieren müsse, dass es Unterschiede zwischen den Geschlechtern und deren Rolle im sexuellen Zusammenspiel gäbe. </p>
<p><span id="more-27298"></span></p>
<p>Angestoßen wurde die Diskussion von Jakob Engel-Schmidt, Abgeordneter für die liberal-bürgerliche dänische Partei &#8220;Venstre&#8221;, der sich in der Tageszeitung <em>Politiken</em> <a href="http://politiken.dk/debat/profiler/engel-schmidt/ECE1537476/sexovergreb-paa-paradise-hotel-moedes-med-rungende-tavshed/" target="_blank">über das Schweigen empörte</a>, das der Ausstrahlung der Sendung folgte. Hätte es sich um einen sexualisierten Übergriff auf eine Frau gehandelt, argumentiert er mit Verweis auf den Vergewaltigungsfall in der brasilianischen Version von &#8220;Big Brother&#8221;, so hätte die Redaktion des TV-Senders <em>TV3</em> sich vor Klagen nicht retten können. Damit hat er vermutlich Recht, die Sendung wäre wohl gar nicht erst in dieser Form ausgestrahlt worden. </p>
<p>Unverständlich dagegen sein Vorwurf an die &#8220;rotbestrumpften Genderaktivisten&#8221; (er meint die dänische Frauenbewegung aus den 70igern), die sich &#8220;lieber mit dem Recht von Jungs, im Kindergarten mit Plastikpistolen zu spielen und dem ewigen Lied von den Frauenquoten&#8221; beschäftigen, statt mit Übergriffen auf Männer im Live-Fernsehen. Schade, wenn ein wichtiges Thema wie sexualisierte Gewalt (unabhängig von den involvierten Geschlechtern), das selbstverständlich die gesamte Gesellschaft betrifft, dazu missbraucht wird, einen Rundumschlag gegen die eigenen Feindbilder zu nutzen. Denn schließlich geht es hier nicht darum, dass die angesprochenen Feministinnen diesen Übergriff befürwortet oder in Frage gestellt hätten – sondern lediglich darum, dass die entsprechenden Gruppen ihre Arbeitschwerpunkte selbst wählen und sich nicht automatisch zu allem äußern, was irgendwie mit Sex, Geschlecht und Gewalt zu tun hat. </p>
<p>Die Bewertung des fraglichen Vorfalls ist naturgemäß schwer, weil es sich bei &#8220;Reality-TV&#8221; ja keineswegs um &#8220;authentische&#8221; Bilder, sondern um bewusst ausgewählte Inszenierungen handelt. Auch die Aussage von Julian selbst, demzufolge der Vorfall kein Übergriff gewesen sein könne, da er dabei ja sichtlich körperlich erregt worden wäre und zudem jetzt mit einer der jungen Frauen zusammen sei, ist da wenig hilfreich. Ohne dem Betroffenen das Recht absprechen zu wollen, den Vorfall im Nachhinein für sich zu interpretieren, ist eine sexuelle Handlung an einer schlafenden bzw. durch Alkohol außer Gefecht gesetzten Person in meiner Wahrnehmung in diesem Moment immer ein Übergriff, weil die Person kein Einverständnis geben kann.</p>
<p>Malin Schmidt verweist in ihrem Kommentar für die Tageszeitung <em>Information</em> auf <a href="http://www.information.dk/293780" target="_blank">die grundsätzliche Problematik</a>, die über den Einzelfall hinausweist. Für sie liegt das eigentliche Problem darin, dass es für Männer entsprechend der herrschenden Normen peinlich ist, Opfer zu sein. Sie ist sich sicher, dass eine entsprechende Szene mit umgekehrten Geschlechterrollen niemals im Fernsehen ausgestrahlt worden wäre. So sei der Vorfall jedoch nicht als Übergriff gedeutet worden, da bestimmte Normen im Vorhinein als feststehend angesehen wurden:</p>
<blockquote><p>Frauen sind passiv, Männer sind aktiv. Männer ergreifen die Initiative, Frauen halten sich zurück. Männer begehen Gewalttaten, Frauen sind Opfer von Gewalttaten. Und Männer können niemals Opfer sein, nicht einmal wenn sie schlafen. (&#8230;) Die Opferrolle ist die der Frau. Ein echter Mann kann nicht verletzt werden, und deshalb braucht es ein Frauennetzwerke und Frauenzentren um sich seiner Sache anzunehmen, falls dies entgegen aller Erwartungen doch einmal passieren sollte. Männerzentren, die sich um verletzte Männer kümmern, gibt es nicht im heutigen Dänemark. Das ist Gleichstellung im Jahr 2012.</p></blockquote>
<p>Wünschenswert wäre also, wenn sich die öffentliche Debatte weg von der Frage &#8220;Übergriff oder nicht?&#8221; zu einer ernsthaften Diskussion über Männlichkeitsnormen und die Definition von &#8220;Opfer&#8221; bzw. &#8220;Opferrolle&#8221; bewegen würde. Das kann und darf aber nicht (allein) in der Verantwortung von Feminist_innen liegen, sondern hier muss sich die gesamte Gesellschaft, insbesondere der Teil, der sich als männlich definiert, engagieren. </p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=27298&amp;md5=263eb51ebe37e2a8ff5be34145b1a806" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Der Kommentar]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Was ist eigentlich… ACTA?</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/was-ist-eigentlich-acta/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 14:27:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Was tun?!]]></category>
		<category><![CDATA[ACTA]]></category>
		<category><![CDATA[im Politikbetrieb]]></category>
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		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittwoch vor einer Woche waren vor allem englisch-sprachige Webseiten schwarz. Hintergrund war das drohende Gesetz SOPA. Wie der Name “Stop Online Piracy Act” verhiess, sollte es Piraterie im Internet eindämmen – es war allerdings so schwammig geschrieben, dass es zur Abschaltung beliebiger Webseiten ohne Gerichtsverfahren geführt hätte. Nach dem massiven Protest schwand aber die Unterstützung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mittwoch vor einer Woche waren vor allem englisch-sprachige Webseiten schwarz. Hintergrund war das drohende Gesetz SOPA. Wie der Name “Stop Online Piracy Act” verhiess, sollte es Piraterie im Internet eindämmen – es war allerdings so schwammig geschrieben, dass es zur Abschaltung beliebiger Webseiten ohne Gerichtsverfahren geführt hätte. Nach dem massiven Protest schwand aber die <a href="http://netzpolitik.org/2012/review-der-sopa-blackout-day/" target="_blank">Unterstützung im US-Repräsentatenhaus</a> und das Gesetz wird erst einmal überarbeitet. (Schmankerl am Rande: Der Autor des Gesetzes, Lamar Smith, hatte auf seiner Webseite selbst <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,808897,00.html" target="_blank">Bilder ohne Genehmigung verwendet</a>.)</p>
<p>Damit allerdings ist das Thema „unliebsame Webseiten einfach abschalten“ noch lange nicht vom Tisch. Denn nun steht das internationale Handelsabkommen ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) vor der Tür, wie <a href="http://www.kotzendes-einhorn.de/blog/2012-01/fight-acta-here-we-go/" target="_blank">das <em>Kotzende Einhorn</em> erinnert</a>. Auch ACTA soll verhindern, dass im Internet das Urheberrecht verletzt wird – dies sollen bereits die Internetanbieter_innen machen, die dafür kontrollieren müssten, was ihre Kund_innen im Internet eigentlich machen. Nicht nur würde so massiv die Privatsphäre verletzt, auch die eigenmächtige Kappung von Internetzugängen durch die Provider steht im Raum: Sie würden zu privater Polizei und Richter_innen in einem. So hätte die <a href="http://edman.tumblr.com/post/1665038012/am-i-privilege-denying-dude" target="_blank">Kontroverse um den Privilege Denying Dude</a> auch mit der Sperrung des Internetzugangs für die Verantwortliche enden können, statt „nur“ mit einer Abmahnung.</p>
<p><iframe frameborder="0" width="480" height="270" src="http://www.dailymotion.com/embed/video/xlz8g0?defaultSubtitle=en"></iframe><br /><a href="http://www.dailymotion.com/video/xlz8g0_say-no-to-acta_news" target="_blank">Say no to ACTA</a> <i>von <a href="http://www.dailymotion.com/QuadratureDuNet" target="_blank">QuadratureDuNet</a></i></p>
<p><span id="more-26516"></span></p>
<p>Darüber hinaus bezieht ACTA „Piraterie“ auch auf materielle Güter wie Medikamente und Getreidesamen, die unter Patentschutz stehen, sowie gefälschte Waren, die vom Zoll beschlagnahmt und vernichtet werden können. Was bedeutet das? Aufgrund einer Klage von Apple darf Samsungs Tablet-PC Galaxy derzeit nicht in Europa verkauft werden. Es ist aber weiter möglich, den Tablet-PC im außer&shy;europäischen Ausland zu kaufen und dann nach Europa einzuführen. <a href="http://fm4.orf.at/stories/1693440/" target="_blank">Mit ACTA wäre dies illegal</a>, lediglich wer „weniger als drei Stück“ kauft, fiele unter Ver&shy;braucherschutz. Sammelbestellungen wären in Zukunft unmöglich. </p>
<p>Ein weiterer großer Kritikpunkt sind die Geheimverhandlungen hinter ACTA. Denn obwohl es Menschen in 39 Ländern betrifft und von ihren Regierungen unterzeichnet werden muss, ist der ganze Prozess weitestgehend hinter verschlossenen Türen erfolgt. Außerdem soll mit dem „ACTA Ausschuss“ ein Gremium zur Überwachung geschaffen werden, das weder demokratisch gewählt wird, noch zu transparentem und überprüfbaren Arbeiten verpflichtet wird.</p>
<p>Heute nun hat eine EU-Delegation das Abkommen <a href="http://netzpolitik.org/2012/eu-unterzeichnet-das-acta-abkommen/" target="_blank">unterzeichnet</a>, das Parlament muss allerdings noch nachziehen. Um dies zu verhindern ruft die „Digitale Gesellschaft“ dazu auf, seine <a href="http://digitalegesellschaft.de/2011/11/mitmachen-stoppt-acta/" target="_blank">Abgeordneten im Europaparlament</a> zu kontaktieren und sie zu bitten, sich gegen ACTA einzusetzen. Für weitere Informationen zu ACTA gibt es eine <a href="http://vasistas-blog.net/2011/10/18/acta-warum-sich-politiker-und-burger-dafur-interessieren-sollten/" target="_blank">Infobroschüre</a>, die mittlerweile auch auf Deutsch vorliegt.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=26516&amp;md5=c23b1872e969c2472772c46229815f9b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Frauen in der Wikipedia: Die Debatte geht weiter</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 10:44:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Was tun?!]]></category>
		<category><![CDATA[Weibsbilder Mannsbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Gap]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Wo sind eigentlich die Frauen in … der Wikipedia? Um diese Variation einer im Internet schon viel zu häufig gestellten Frage ging es bereits 2010/2011 und derzeit wieder bei bei netzpolitik. Auffällig war zunächst die unterirdische Repräsentation von Frauen auf den Wikipedia-Startseiten. In den Kommentaren wurde dabei schnell deutlich, dass auch die Autor_innenschaft eher eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/880952c4bbe244b89260c6a7799b9697" width="1" height="1" alt=""/><em>Wo sind eigentlich die Frauen in … der Wikipedia?</em> Um diese Variation einer im Internet schon viel zu häufig gestellten Frage ging es bereits 2010/2011 und derzeit wieder bei <a href="http://netzpolitik.org/2012/sopa-blackout-warum-wikipedia-frauen-braucht/">bei netzpolitik</a>. Auffällig war zunächst die <a href="http://maedchenmannschaft.net/das-frauenproblem-der-wikipedia/">unterirdische Repräsentation von Frauen auf den Wikipedia-Startseiten</a>. In den Kommentaren wurde dabei schnell deutlich, dass auch die Autor_innenschaft eher eine Autorenschaft ist, die Schreiberinnen eher abschreckt. So vermutete Justine Cassell, dass die <a href="http://www.nytimes.com/roomfordebate/2011/02/02/where-are-the-women-in-wikipedia/a-culture-of-editing-wars" target="_blank">Wikipedia-spezifische Diskussionskultur</a> es Frauen schwer mache, sich einzubringen. So müssten Einträge und Änderungen immer wieder verteidigt werden. Und auch wenn 2011 Amerikanerinnen sehr wohl in der Lage seien, sich auszudrücken und ihre Standpunkte zu verteidigen, würden sie immer noch schneller dafür negativ abgestempelt werden. Frei nach dem Klischee „Männer diskutieren, Frauen zicken“.</p>
<div id="attachment_26598" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://www.flickr.com/photos/jaaronfarr/1056922912/"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/01/wikiball-450x299.jpg" alt="Der obere Teil eines weißen Balls aus Puzzleteilen, in der Mitte ein großes W (aus dem Wikipedia-Logo)" title="A Wiki World by jaaron, on Flickr" width="450" height="299" class="size-large wp-image-26598" /></a><p class="wp-caption-text">CC-BY-2.0 jaaron</p></div>
<p>Was also ist zu tun? <a href="http://maedchenmannschaft.net/das-frauenproblem-der-wikipedia/#comment-34062">Kommentatorin Angelika</a> wies damals schon auf einen <a href="http://suegardner.org/2010/11/14/unlocking-the-clubhouse-five-ways-to-encourage-women-to-edit-wikipedia/">Artikel von Sue Gardner</a> hin, der aufzeigt, wie Frauen fürs Programmieren (und damit auch Wikipedia) gewonnen werden können. Einige kamen schon in den <em><a href="http://maedchenmannschaft.net/4-wege-frauen-und-technik-zusammen-zu-bringen/">4 Wegen, Frauen und Technik zusammen zu bringen</a></em> vor, etwa: Hürden erkennen und abbauen, gezielt Frauen ansprechen und eine frauen-freundliche Arbeitsumgebung schaffen (z.B. auf sexistische Witze verzichten).</p>
<p>Einiges hat sich seitdem getan. So zweifelte noch 2011 Slate, ob der geringe Autorinnenanteil <a href="http://www.nytimes.com/roomfordebate/2011/02/02/where-are-the-women-in-wikipedia/a-culture-of-editing-wars" target="_blank">wirklich ein Problem sei</a>. Wohingegen die New York Times es problematisch fand, dass preisgekrönte Autorinnen nur kurz erwähnt werden, während männliche Computerspielcharaktere ausführlich dargestellt werden. Diese Debatten sind verstummt, inzwischen wurde eine <a href="https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/gendergap" target="_blank">Mailingliste zum Gender Gap</a> eingerichtet, Diversität soll eines der Hauptthemen der <a href="http://wikipedia-academy.de/2012/wiki/Main_Page" target="_blank">Wikipedia Academy 2012</a> werden, wie auch die <a href="http://wikimania2012.wikimedia.org/wiki/Submissions" target="_blank">Diskussionskultur bei der Wikimania 2012</a>. <span id="more-15349"></span></p>
<p>Die Ergebnisse sind allerdings durchwachsen. So wurden über die Mailingliste viele gute Ideen und Links getauscht und Probleme konstruktiv angegangen. Gleichzeitig taucht auch dort regelmäßig die Diskussion auf, ob Biologie oder „so sein“ Frauen nicht vielleicht doch von der Mitarbeit abhielte. Beschwerden über das Diskussionsklima in der Mailingliste werden abgebügelt, bis hin zum alten Spruch „ich als Frau finde das aber nicht schlimm“. Auch der Rat, als Frau nicht zu auffällig zu sein, um unerwünschte Kontaktaufnahmen zu verhindern, ist bereits gefallen. Und das alles auf einer Liste, die sich mit der Erhöhung der weiblichen Beteiligung an Wikipedia auseinandersetzt.</p>
<p>Nötig scheint vor allem die Etablierung klarer anti-sexistischer Grundsätze – was sich angesichts des Wikipedia-Aufbaus als äußerst schwierig erweist. Da es keine Vorgaben einer Unternehmensführung oder ähnlichem gibt, muss es zu Community-Absprachen kommen. Hier, so scheint es von außen, gibt es bisher wenig Ansätze. Stattdessen hofft man auf Änderung durch mehr Autor_innen und eine Veränderung der Community. Ob das funktionieren wird, bleibt abzuwarten – besonders wenn die immer wieder vorgebrachten Bedenken von Frauen nicht ernst genommen werden.</p>
<p>Auf die Ergebnisse und Impulse der Konferenzen bin ich daher gespannt. Es wäre schade, wenn es bei Appellen an „die Frauen, sich mehr zu beteiligen“ bliebe.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=15349&amp;md5=8748d79f9389bda8711bc09ef762c96a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sexistisch in den Advent und anderes Erhellendes in der Blogschau</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/sexistisch-in-den-advent-und-anderes-erhellendes-in-der-blogschau/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 09:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena</dc:creator>
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		<description><![CDATA[denkwerkstatt regt sich über die Titelgeschichte des Magazings profil auf, wonach jede zweite Österreicherin an den Rückzug zu Kindern und Küche denke. Was das für die finanzielle Sicherheit dieser Frauen bedeutet ist klar: Vertrauen in die Partnerschaft. paper cuts überlegt, warum sie sich als &#8220;beinharte Feministin&#8221; bezeichnet, obwohl sich ihr referentieller Lesekonsum in Grenzen hält. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>denkwerkstatt</em> <a href="http://denkwerkstatt.wordpress.com/2011/11/21/vertrauen-in-die-partnerschaft-heist-unsere-finanzielle-absicherung-2/" target="_blank">regt sich</a> über die Titelgeschichte des Magazings <a href="http://www.profil.at/" target="_blank"><em>profil</em></a> auf, wonach jede zweite Österreicherin an den Rückzug zu Kindern und Küche denke. Was das für die finanzielle Sicherheit dieser Frauen bedeutet ist klar: Vertrauen in die Partnerschaft.</p>
<p><em>paper cuts</em> <a href="http://papercuttinghard.blogspot.com/2011/11/this-is-who-i-am-this-is-what-i-want.html" target="_blank">überlegt</a>, warum sie sich als &#8220;beinharte Feministin&#8221; bezeichnet, obwohl sich ihr referentieller Lesekonsum in Grenzen hält. Aber statt Theorie hat sie jahrelange praktische Erfahrung damit, was es heißt &#8220;ein Mädchen&#8221; zu sein. Und ein paar Wünsche für eine besser Zukunft außerdem.</p>
<p><em>Ein Fremwörterbuch</em> <a href="http://ein-fremdwoerterbuch.blogspot.com/2011/11/zwei-jahre-seit-marwa-el-sherbini-und.html" target="_blank">hinterfragt</a> &#8211; nicht zum ersten Mal &#8211; Rassismus als Randproblem und als in der rechten Szene verortetes Problem. Zwar setze langsam eine stärkere Sensibilisierung unter &#8220;Migranten, Deutschen mit Migrationshintergrund und engagierten autochtonen Deutschen&#8221;, aber was wir brauchen ist die ehrliche Auseinandersetzung in der Mehrheitsgesellschaft.</p>
<p><em>Piratenweib</em> <a href="http://www.piratenweib.de/weihnachtsgeschenk-gesucht" target="_blank">hält Ausschau</a> nach Weihnachtsgeschenken und entdeckt jede Menge sexistische Kackscheisse. Das zieht jede Menge Fragen nach sich, zum Beispiel warum sexistische Werbung Männer ins Lächerliche zieht und Frauen ins Sexuelle?</p>
<p>In würgende Weihnachtsstimmung bringt sich auch <em>kopfweh statt rausch</em> mit einem <a href="https://kopfwehstattrausch.wordpress.com/2011/11/21/axe-adventskalender-2011/" target="_blank">Blick</a> auf die Werbung für den nahenden Axe Weihnachtskalender. Jaja, die Geschenke von unseren Freunden der Deo-Vermarkung sind uns ohnehin die liebsten&#8230;</p>
<p>Die <em>kleine Ethnologin</em> hat sich durch die Zeitungen und ihre Darstellung von Frauen in der rechten Szene gelesen und <a href="http://kleineethnologin.wordpress.com/2011/11/22/braune-frauen/" target="_blank">kommentiert</a> die Berichte auf <em>SpOn</em>, in der <em>Sz</em> und <em>taz</em>.</p>
<p><em>Astrodicticum Simplex</em> geht in Deckung angesichts <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/11/wissenschaft-fur-madchen-der-rosaeinhornglitzerwahnsinn.php" target="_blank">pink-mit-grusel Spielsachen</a>, die Mädchen Wissenschaft näher bringen sollen. Das ist auch ein gutes Beispiel für <a href="http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/ClarkesLawForGirlsToys" target="_blank">Clarke&#8217;s Law for Girls&#8217; Toys</a>.</p>
<p>Wikimedia-Geschäftsführerin Sue Gardner war gerade in Deutschland zu Besuch und hat in unterschiedlichen Interviews eine Erhöhung der Autorinnenquote bei Wikipedia gefordert. Warum es nicht so leicht ist, in dem Männerclub einen Pumps auf den Boden zu kriegen, <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/andreas-kemper/warum-wikipedia-ein-maennerclub-ist" target="_blank">erklärt</a> Andreas Kemper  im Blog von <em>der Freitag</em>.</p>
<p><em>Adrians Blog</em> <a href="http://blog.adrianlang.de/?p=884" target="_blank">wägt</a> die Vorteile einer (pro)feministischen Männerorganisation ab. Neben theoretischen Aspekten wie Reflexion und Männlichkeitsforschung könnten Demos und Engagement in Gruppen und im Netz auch aktionistisches Potential entfalten.</p>
<p><em>Anarchie und Lihbe</em> <a href="http://anarchieundlihbe.blogsport.de/2011/11/23/die-fratze-fremdheit/" target="_blank">berichtet</a>, wie sie der sexuellen Belästigung während ihrer Ägyptenreise mit einer hässlichen Gummifratze begegnete. Lustig ist das nicht, eher verwirrend und von nachdenklichen Fragen begleitet.</p>
<p><em>Genderverrückt</em> nennt sich ein <a href="http://genderverrueckt.blogsport.de/2011/11/23/initialisiere-queering-sequenz/" target="_blank">neues Gender-Blog</a>, geschrieben von jemandem &#8220;meist als männlich gelesen&#8221; mit dem Ziel &#8220;ohne Pathos und eher der Konvention gerecht: Hegemoniale Männlichkeit dekonstruieren, männliche Identität queeren.&#8221;</p>
<p><em>So Let&#8217;s Have A Baby</em> zeigt ein <a href="http://soletshaveababy.wordpress.com/2011/11/24/christen-konnen-homos-kein-kind-anvertrauen-warum-eigentlich/" target="_blank">Schauspiel in drei Akten</a>: SAT 1 und die Frage, warum Homos eigentlich keine Kinder adopieren können. In den Hauptrollen: eine lesbische Frau, ein schwuler Mann und zwei &#8211; das Gesetz Gottes &#8211; vertretende Christen.</p>
<p>Und noch ein aktueller <strong>Termin</strong>:</p>
<p>Am 1. Dezember stellen im Audimax der Uni Halle ab 19 Uhr  Gesa Mayer und Robin Bauer in ihren <a href="http://queereinsteigen.wordpress.com/2011/11/18/gesa-mayerrobin-bauer-monopoly-monogamie-norm-und-polyamory-auf-dem-spielfeld-der-besitzanspruche-der-aushandlungsprozesse-und-des-bekanntgehens/" target="_blank">Vorträgen</a> die Monogamie sowohl in hertero- als auch homosexuellen Beziehungen als romantisiertes Ideal in Frage.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=25329&amp;md5=8f95e511d93f900b78998765647b5078" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Genderissimi: Die Blogschau]]></series:name>
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		<title>Rumänische FeministInnen protestieren gegen Gewalt</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 10:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silviu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauenfakten]]></category>
		<category><![CDATA[Was tun?!]]></category>
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		<category><![CDATA[Gewalt gegen Frauen]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, organisiert die rumänische AktivistInnen-Gruppe FILIA eine Protestaktion gegen die Verdrängung dieses Themas in der lokalen Öffentlichkeit. Mit einer Demo vor dem Parlament in Bukarest will die universitätsnahe feministische Initiative konkrete Gesetzesänderungen erreichen. So soll in Fällen von physischer Gewalt der frühzeitige Einsatz der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong></strong>Am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, organisiert die rumänische <a href="http://www.centrulfilia.ro/" target="_blank">AktivistInnen-Gruppe FILIA</a> eine Protestaktion gegen die Verdrängung dieses Themas in der lokalen Öffentlichkeit. Mit einer Demo vor dem Parlament in Bukarest will die universitätsnahe feministische Initiative konkrete Gesetzesänderungen erreichen. So soll in Fällen von physischer Gewalt der frühzeitige Einsatz der Behörden erleichtert, das Netz von Frauenhäusern ausgebaut und die Täter tatsächlich bestraft werden. Vor allem wollen aber die akademisch geprägten AktivistInnen ein Zeichen setzen und das Problem endlich auf die politische Agenda bringen.</p>
<div id="attachment_25169" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-25169" title="Plakat" src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2011/11/plakat-300x200.jpg" alt="Plakat der Organistaion FILIA: Das Gesicht einer jungen blonden Frau mit einem großen Bluterguss auf der Wange" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Aufruf zum Stopp von Gewalt gegen Frauen. Copyright FILIA</p></div>
<p>Das ist eine durchaus sinnvolle Idee, die mittlerweile eine breitere Unterstützung – unter anderen auch bei den schwulen und Roma-Organisationen – gefunden hat. Denn schon die offiziellen Statistiken erzählen eine grausame Geschichte. Zwischen 2004 und 2008 wurden in Rumänien fast 50.000 Frauen Opfer häuslicher Gewalt, die in rund 700 Fällen tödliche Folgen hatte: Im Durchschnitt wurde also alle zwei Tage eine Rumänin umgebracht. Im Jahr 2009 stieg die jährliche Opferzahl noch einmal dramatisch um acht Prozent auf 12.000 an. War es die Wirtschaftskrise, die viele Menschen in die Arbeitslosigkeit und Armut getrieben hat und die reale Opferzahl steigen ließ? Oder war es im Gegenteil ein erhöhtes Problembewusstsein, ein moderneres Selbstverständnis, das immer mehr Frauen den Mut gab, das Schweigen zu brechen?</p>
<p>Wir wissen es nicht. Diese schreckliche Zahl lässt sich schwer einschätzen. Armut scheint auf dem ersten Blick keine wichtige Rolle zu spielen. Zwar verdienen 60 Prozent der Opfer weniger als das rumänische Durchschnittseinkommen (das sind im Monat 350 Euro netto). Aber das ist ja eben das „normale“ Verhältnis für Frauen. Fakt ist, dass das finanzielle Argument in vielen Fällen schwer wiegt, wenn es darum geht, zu entscheiden, ob frau sich weiterhin schlagen lässt, oder plötzlich auf der Straße landet. Die aktuell verfügbaren Plätze in Frauenhäusern decken nämlich keine fünf Prozent des offiziellen Bedarfs.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=25171&amp;md5=7a383098add1cc81734ad9eae7462397" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Im Osten nichts Neues?]]></series:name>
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