Einträge der Rubrik ‘Terminkalender’


Bet Debora – Facetten jüdischer Frauenidentitäten

14. Dezember 2015 von Magda

Bet Debora ist eine Initiative, die 1998 von jüdischen Frauen in Berlin ins Leben gerufen wurde. Neben Tagungen und Publikationen organisieren die Aktivistinnen auch Veranstaltungen wie die diesjährige Veranstaltungsreihe „Facetten jüdischer Frauenidentitäten.“

Bet Debora LogoAm kommenden Dienstag, 15. Dezember 2015, findet die letzte Veranstaltung der Reihe in Berlin statt: Ein Zeitzeuginnengespräch mit Jessica Jacoby, Initiatorin des lesbisch-feministischen Schabbeskreises, moderiert von Debora Antmann.

In der Veranstaltungsbeschreibung heisst es: „Als Ausstellungsmacherin in Museen, Bildungsreferentin in Frauenprojekten, Interpretin jiddischer Lieder, Herausgeberin eines Buches über jüdische Frauen der zweiten Generation (1994), Filmjournalistin und zuletzt Dokumentarfilmautorin hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, kreativ kulturelles Erbe und Erinnerung lebendig zu erhalten.“ 1984 gründete Jacoby zusammen mit anderen Frauen den „Schabbeskreis“, eine lesbisch-feministische politische Gruppe, die sich bis 1989 aktiv für die Präsenz und Wahrnehmung jüdischer Frauen in der neuen Frauenbewegung und mit Antisemitismus in feministischen Zusammenhängen auseinandersetzte.

Zwei Mitstreiterinnen von Bet Debora haben mir im Vorfeld einige Fragen zur Arbeit von Bet Debora und zu weiteren anstehenden Projekten beantwortet.

Lara Dämmig hat Bibliothekswissenschaft und Management von Kultur- und Non-Profit-Organisationen studiert. Sie arbeitet bei einer jüdischen Organisation in Berlin und ist Mitbegründerin der jüdischen Fraueninitiative Bet Debora.

Tanja Berg hat Politische Wissenschaften studiert und arbeitet in der historisch-politischen Bildung und Projektentwicklung u.a. zu den Themen Demokratie, Geschichte und Diversity.

Bet Debora wurde 1998 ins Leben gerufen wurde. Lara, kannst du etwas zur Entstehungsgeschichte von Bet Debora erzählen? (mehr …)


Facebook | |


Aktionstage Gesellschaft_Macht_Geschlecht in Bielefeld

24. November 2015 von Charlott

10472590_1669848116629235_1989364635885224439_o Bereits seit gestern laufen in Bielefeld die Aktionstage Gesellschaft_Macht_Geschlecht. Noch bis einschließlich Samstag werden Workshops, Vorträge, Filmvorführungen und eine Gender Trouble Party geboten. Nich nur decken die Filme (Kairo 678, Hêvî, Vessel) unterschiedliche feministische Fragestellungen ab, auch in den Workshops und Voträgen geht es um diverse Perspektiven, Analysen und Ansätze. Die Organisator_innen hoffen mit dem Programm „Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen, Zwänge aufzubrechen und selbstbestimmtes Leben zu fördern“. Am Freitag habt ihr die Möglichkeit gleich zwei Mädchenmannschafts-Autorinnen zu Gehör zu bekommen:

Von 14 bis 16 Uhr wird Magda den Workshop „Do It The Fat Way! Handlungsstrategien entwickeln, Kraft tanken“ leiten (Achtung, neuer Titel!). Dazu heißt es in der Ankündigung:

Die Diskriminierung und die Abwertung von Menschen, deren Körper nicht den gesellschaftlichen Normen entsprechen, erfährt (wieder) etwas mehr Aufmerksamkeit in linken und queer-feministischen Kreisen. Eine Reihe von Aktivist_innen geben Workshops, halten Vorträge, bloggen, twittern, basteln Zines oder diskutieren unermüdlich über Dickenfeindlichkeit und andere damit verknüpfte Diskriminierungen. Wir diskutieren was Dickendiskriminierung im Alltag, in der Arbeitswelt, beim Sport oder im Gesundheitsbereich für Auswirkungen hat. Das kann überwältigend sein und Kraft kosten. Das kann traurig und wütend machen. Und manchmal fühlt mensch sich machtlos. Deshalb wollen wir uns in diesem Workshop auf unsere Möglichkeiten besinnen. Wie können wir uns selbst und andere unterstützen? In welchen Momenten fühlst du dich stark, was spendet Kraft? Das Ziel des Kurzworkshops ist es erste Handlungsstrategien zu entwickeln und uns unserer Handlungsmacht bewusster zu werden. Auf Grund der Kürze der Zeit setzen wir gemeinsam erste Impulse, die im Alltag selbst weiterentwickelt werden können.

Von 18 bis 20 Uhr spricht Hannah dann zu „Inklusion und Gender„:

Häufig wird Inklusion zum Thema von Behinderten gemacht, ohne den Inklusionsbegriff als einen Zustand zu benennen, der alle Personen_Gruppen meint. Was für eine Rolle dabei Gender und Sichtbarkeit spielen, und wie sich neben Sichtbarkeit auch Gefahr finden lässt, beschreibt Hannah C. Rosenblatt.

Ein Programmheft für die gesamte Woche kann auf der Webseite des AStA der Universität Bielfeld runtergeladne werden.


Facebook | |


Ausgrenzung, Armut, Abschottung feiern? Protestaktionen zum 3. Oktober

30. September 2015 von accalmie
http://www.grenzenueberwinden.de/#start

http://www.grenzenueberwinden.de/#start

Zum 25. Jahrestag der Wieder­ver­eini­gung am drit­ten Ok­to­ber diesen Jahres schmeisst Deutschland sich selbst eine Party: Das Mot­to der bun­des­weiten Feier in Frank­furt am Main heißt „Gren­zen über­win­den“. An­ge­sichts zum Beispiel der poli­ti­schen Maß­nahmen gegen ge­flüch­tete Men­schen, die ge­plan­te Ver­schär­fung der Asyl­rechts­gesetz­gebung und der de facto wirt­schaft­lichen Sank­tionen gegen Griechen­land ist die Pa­ro­le zy­nisch. Gren­zen über­win­den: Das ist das Ex­klusiv­recht wei­ßer Deut­scher.

„Staat, Nation und Kapital sind zwar vieles, aber ganz sicher kein Grund zu feiern!“, schreibt auch das Bündnis Kritik und Praxis, und ruft gemeinsam mit dem „ums Ganze!“-Bündnis und dem Krisenbündnis Frankfurt zu Gegenaktionen auf:

Für den Griff des Standortes Deutschland nach der Poleposition auf dem Weltmarkt geht die Elite über Leichen und eine ganz große Koalition stimmt ihnen zu. Zwar hat der Einzelne auch hier immer weniger vom Erfolg des deutschen Kapitals, doch die nationalistische Rhetorik samt dem kaputten Stolz darauf, mit dem Exportweltmeister wenigstens den Pass zu teilen, erreicht viele Menschen. Währenddessen will man von den unbezahlten Nazischulden nichts mehr wissen und im ganzen Land brennen wieder Flüchtlingsheime. Die Rückkehr des „hässlichen Deutschen“ konterkariert das Bild des „sanften Hegemons“ in dessen Schatten sich das autoritäre Krisenmanagement in Europa vollzogen hat. […]  Wie gerufen kommt da der 25. Jahrestag der Wiedervereinigung, an dem der deutsche Staat sich unter dem unverschämten Motto „Grenzen überwinden“ bei den bundesweiten Feiern in Frankfurt/Main mit der Erinnerung an die „friedliche Revolution“ von 1989 als zivilisatorische Kraft inszenieren will. […] Gleichzeitig ist in ganz Europa, aber besonders auch in Deutschland, das Getöse sowohl an den Stammtischen als auch in den Parlamenten groß – und die Losung lautet: Grenzen dicht.“

In Frankfurt am Main finden verschiedene Prostaktionen statt:

Am 2. Oktober findet eine Kundgebung und Demonstration, „Auf die Straße gegen die ‚Einheitsfeierlichkeiten'“ statt – Treffpunkt ist um 19 Uhr am Kaisereck.

Am 3. Oktober lautet das Motto „Keine Party ohne uns! Zusammen die nationalistische Show stören!“ und es werden dezentrale und kreative Aktionen gegen das Einheitsfest stattfinden.

Um 20 Uhr am 3. Oktober findet schließlich eine Diskussion mit dem Titel „Nie wieder Deutschland!“ im DGB Haus statt. Weitere Informationen findet ihr beim Bündnis Kritik und Praxis, dem „ums Ganze!“-Bündnis  und dem Krisenbündnis Frankfurt.

Am 3. Oktober ruft ein breites Bündnis ebenfalls zur Demonstration „Refugees Welcome – 3. Oktober Demo“ in Bremen auf. Weitere Informationen zur Treffpunkt und Route findet ihr auf dessen Facebook-Seite.

Kennt oder plant ihr weitere kritische Aktionen zur Einheitsfeier? Bitte in den Kommentaren ergänzen!


Facebook | |


Schwarze Poesie auf Reisen

29. September 2015 von Magda

Statt Deutschtümelei lieber Wortakrobatik und Kunst: WE WORTE ist ein Projekt von Schwarzen Künstler_innen, welches Raum für Schwarze Webkunst und Spoken Word bieten soll. Die Initiator_innen schreiben dazu:

WE WORTE. Foto: Thabo Tindi

WE WORTE. Foto: Thabo Tindi

Es geht nicht darum das eine Sprachrohr von irgendwas zu sein sondern Sprachrohe sichtbarer zu machen, bereits vorhandene Projekte zu promoten, neuen Wortkünstler*innen die Bühne zu bieten. Egal ob Zeichnungen, Poesie, Musik, Performance oder YTer.

Ab Oktober geht es nun auf eine erste Tour. Als feste Crew mit dabei sind Sarah Mouwani, Lahya Aukongo, Babiche Papaya und SchwarzRund.

06.10. Berlin // 07.10. Hamburg // 08.10. Köln // 09.10. Frankfurt/Main // 10.10. Leipzig

WE WORTE hat eine Webseite und ist ebenfalls auf Facebook zum Gefällt mir drücken da.


Facebook | |


30 Jahre Initiative Schwarze Menschen in Deutschland

24. September 2015 von Anna-Sarah

Die ISD, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, wird dieses Jahr 30 Jahre alt. Happy Birthday! Zu diesem Anlass lädt sie zu einer Veranstaltungsreihe ein, die gestern gestartet ist und bis Januar 2016 in Frankfurt und Wiesbaden läuft. Marie-Sophie Adeoso hat zu diesem Anlass einen Artikel über Geschichte, Funktion und Bedeutung der ISD geschrieben, der gestern in der Frankfurter Rundschau erschien.

Aus der Ankündigung zur Veranstaltungsreihe:

30ig Jahre ISD heißt drei Jahrzehnte, in denen die Interessen und politischen Anliegen Schwarzer Menschen in Deutschland vertreten und sichtbar gemacht wurden.

Indem Schwarze Menschen aus ihrer eigenen Perspektive ihre Lebensrealität und Geschichte durch gegenwartsbezogenere Arbeiten sichtbar machen, wird ihr Recht auf Teilhabe und Partizipation in Deutschland zur gelebten Realität.

Das Programm
Mi, 23.9.15, 19 Uhr, #BlackLivesMatter
Vortrag & Panel mit Lecia Brooks (Southern Poverty Law Center, Alabama), Jamie Schearer ( ISD) & Sewit Hailab (United 4 Eritrea) über Racial Profiling & Refugee-Politics. Moderation Hadija Haruna-Oelker. Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt

Fr, 09.10.15, 19 Uhr, WE #1 – Schwarze Poesie auf Reisen
Satzbeats & bittersüße Kritik an Strukturen poetisieren Stefanie-Lahya Aukongo, Sarah Mouwani, Amanda Babichie Papaya & SchwarzRund. Bildungsstätte Anne Frank, Hansaallee 150, 60320 Frankfurt

Do, 12.11.15, 19 Uhr, “Vernissage „Daima. Images of Women of Color in Germany“ Mit Sharon Dodua Otoo & Christelle Nkwendja-Ngnoubamdjum. Anschließend: Filmvorführung von „Auf den 2. Blick“ (Sheri Hagen). Deutsches Filmhaus, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Fr, 13.11.15, 19 Uhr, „Synchronicity“ Lesung und Gespräch
Mit Sharon Dodua Otoo & Denise Bergold-Caldwell über Verschränkungen von Diskriminierungsformen & „Heldinnen im Alltag“. Deutsches Filmhaus

Di, 17.11.15, 19 Uhr, Schwarze Blicke und Schwarze Realitäten
Fotografie, Engagement und Widerstand: Mit Black Feminist Postcolonial – Theoretikerin Dr. des. Nana Adusei-Poku. Deutsches Filmhaus

Do, 03.12.15, 19 Uhr, SpiegelBlicke – 30 Jahre Initiative Schwarze Menschen in Deutschland.
Buchvorstellung & Gespräch mit den ISD-Herausgeberinnen über Errungenschaften, Herausforderungen & Selbstfindungsprozesse der letzten 30 Jahre. Deutsches Filmhaus

Sa 30.01.16, 17 Uhr, Jubiläumsveranstaltung
Die ISD feiert mit Ausstellungen, Theater, Film & Storytelling. Mehr Informationen ab November unter: www.isdonline.de. jugend-kultur-kirche sankt peter, Bleichstraße 33, 60313 Frankfurt

Die Veranstaltungsreihe gibt es auch als Facebook-Event!


Facebook | |


Prekäre Kunst: Protest & Widerstand

10. September 2015 von Charlott

Ab diesem Samstag geht es los: Unter der großen Überschrift „Prekäre Kunst: Protest & Widerstand“ wird es in Berlin im restlichen September eine Ausstellung sowie eine Veranstaltungsreihe (mit Symposium, Film, Spoken Word und Musik) geben, die sich mit Rassismus/ Sexismus (und deren intersektionalen Verknüpfungen) im Berliner Kulturbetriebs auseinandersetzen. So heißt es in der Ankündigung:

Insbesondere Schwarze Künstlerinnen und Kuratorinnen sowie Künstlerinnen und Kuratorinnen of Color sind im Berliner Kunst- und Kulturbetrieb, mit wenigen Ausnahmen, weder Entscheidungsträgerinnen noch gibt es eine gewichtige Anzahl von selbstgestalteten Räumen, in denen sie sich präsentieren können beziehungsweise sich repräsentiert fühlen. Schwarze Frauen und Frauen of Color erfahren die Strukturen des Kunst- und Kulturbetriebs nicht nur als rassistisch, sondern auch als geschlechterdiskriminierend und erleben so ihr Arbeitsfeld „Kunst“ in mehrfacher Hinsicht als ausschließend und prekär.
Anhand der Frage nach Möglichkeiten der Aneignung, Unterwanderung oder dem Produzieren alternativer Kontexte soll ein Dialog über die verschiedenen Strategien entstehen, wie kulturschaffende Schwarze Frauen und Frauen of Color strukturellem Rassismus, Alltagsrassismus, Sexismus und den Erfahrungen von Marginalisierung und Nicht-Repräsentation im weißen Kunstbetrieb entgegenwirken (können). Gleichzeitig soll darüber beraten werden, inwiefern (Kunst-)Räume wirkliche Inklusion ermöglichen können und welche solidarischen Praxen dafür Voraussetzung sind. „Prekäre Kunst: Protest & Widerstand“ möchte diskriminierende Strukturen und Repräsentationspraktiken markieren, aufbrechen und langfristig verändern.

Zum Auftakt gibt es am 12.09. um 19 Uhr die Eröffnung – mit Artist Talk – der Ausstellung „The Company We Keep“ von Meloday LaVerne Bettencourt, Karina Griffith und Lerato Shadi. Die Ausstellung ist im Anschluss vom 13.9.-16.10.2015 immer Mi.-Sa. von 16-19 Uhr geöffnet.

Die weiteren festen Termine:

Fr., 18.9.2015, 19 Uhr: Spoken Word mit Bahati, Chantel C, NJ

Mi., 16.9.2015, 19 Uhr: Film + Gespräch ERIS (36 min., UK 2012, engl.), Regie: Claire Hooper, Publikumsgespräch mit der Schauspielerin Danielle Marie Shillingford. (engl.)

Sa. und So., 26.9.-27.9.2015: Symposium mit Vorträgen von Dr. Onur Suzan Nobrega (Race, Precarity And Artistic Labour In Berlin), Sandrine Micossé-Aikins (Being is one thing… – Protest und Widerstand), Iris Rajanayagam (Die Illusion der Post-Gender und Post-Racial Gesellschaft. Weiße Räume öffnen?! Von Repräsentationskritik zu Selbstrepräsentation – Möglichkeiten und Grenzen. Praxiserfahrungen einer Kuratorin of Color), Julia Lemmle (I am a white academic feminist artist. I´ve got no reason to cry); Filmvorführung und Diskussion zu „Die Umzüge“ von Karina Griffith und „PAST PRESENT TENSE“ von Christa Joo Hyun D´Angelo sowie Podiumsdiskussionen zum einen zu Wann Protest, wann Widerstand? mit Dr. Daude, Micossé-Aikins, Dr. Nobrega und die Abschlussdiskussion mit Bettencourt, D´Angelo, Dr. Daude, Griffith, Lemmle, Micossé-Aikins, Dr. Nobrega, Rajanayagam, Shadi, moderiert vom Kuratorinnenteam (Dr. Stacie CC Graham, Katharina Koch, Anne Kohl).

So., 27.09.2015, 20 Uhr: Musik mit three women (Jeannine Mayani / Gonza Ngoumou / Bona Ngoumou)

Lesetipp:


Facebook | |


Antifeminismus sabotieren! Für körperliche Selbstbestimmung in Berlin demonstrieren

7. September 2015 von Magda

Seit Beginn der feministischen (Gegen-)Demonstrationen gegen die so genannten »Märsche für das Leben« oder »1.000 Kreuze für das Leben« berichtet die Mädchenmannschaft über die jährlich stattfinden Ansammlungen so genannter „Lebensschützer“, die mit ihren rechtskonservativ-völkischen und heteronormativen Parolen immer mehr öffentlichen Raum einnehmen. Im letzten Jahr schrieb accalmie einen bilderreichen Bericht zur Demo 2014 und fasste zusammen:

Ei­nes der Pla­ka­te, das „Le­bens­schützer_innen“ [sic] am ver­gangenen Sams­tag mit sich trugen, fasste die Zielsetzung jener Bewegung prägnant zusammen: „Selbstbestimmung hat Grenzen“ – prak­ti­scher­wei­se genau dort, wo die „Le­bens­schützer_innen“ über die Kör­per an­der­er Men­schen verfügen wollen.

Auch in der Berliner Politik kommen die Demonstrationen zunehmend auf die Agenda. Auf der diesjährigen Festveranstaltung von DIE LINKE anlässlich des Internationalen Frauenkampftages hielt ich einen Redebeitrag zu den queer-feministischen Gegendemonstrationen und ihren politischen Botschaften.

Am 19. September 2015 ist es wieder so weit.

Auch in diesem Jahr rufen antifaschistische und queer-feministische Gruppen in Berlin zum Gegenprotest auf. Mit dabei ist das WHAT THE FUCK?!-Bündnis, das im Vorfeld spannende Veranstaltungen und Konzerte z.B. in Berlin, Frankfurt/Main, Bremen oder Leipzig organisiert. Treffpunkt: 19. September, 11 Uhr, S Anhalter Bahnhof.

Auch das Bündnis für Sexuelle Selbstbestimmung ruft unter dem Motto „Leben und Lieben ohne Bevormundung“ am Brandenburger Tor und Umgebung zu Gegenprotesten auf.

20140920_120327

Plakat auf der feministischen Gegendemo 2014: „Lesbenschutz statt Lebensschutz!“

Weiterführende Links und Ressourcen aus unserem Archiv:


Facebook | |


Gewalt gegen Geflüchtete: Freital

25. Juni 2015 von Charlott

Bereits seit März formiert sich rechter Widerstand gegen eine Geflüchtetenunterkunft in Freital, in der Nähe von Dresden. Seitdem seit Anfang der Woche noch weitere Geflüchtete in die Unterkunft umgezogen werden (sollen), die bisher in provisorischen Zelten in Chemnitz untergebracht waren, werden nicht nur die Aufrufe zur Gewalt nochmals verstärkt, sondern es versammeln sich tatsächlich auch zunehmmend Rassist_innen vor dem Gebäude, bauen ein Bedrohungsszenario auf, beschimpfen ankommende Geflüchtete, werfen Flaschen etc. Unter anderem Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann ruft über soziale Medien zum Handeln („Wehrt euch!“) auf. Aktivist_innen versuchen nun sich schützend zwischen die Unterkunft und die Rechten zu stellen. (Und in den Medien wird zwar darüber berichtet, aber dabei häufig schlicht von einem ‚Konflikt‘ oder ‚Streit‘ zwischen den ‚beiden Seiten‘ geschrieben. So sind beispielsweise für die Süddeutsche auch Ausrufe wie „Nazis, haut ab!“ und „Linksfaschisten“ gleichwertige Beschimpfungen.)

Vom gestrigen Tag berichtete Dresden Nazifrei:

Auch heute haben die Aktivist_innen wieder eine Aktion angemeldet. Treffpunkt ist 18 Uhr vor dem Gebäude der Flüchtlingsunterkunft „Am Langen Rain“.

Zum Weiterlesen:

Malaika Bunzenthal / Mali_2 hat auf Twitter eine Liste zusammengestellt mit Accounts, die zu und_oder aus Freital twittern.

Auf Mut gegen Rechte Gewalt gibt eine Übersicht zu Gewalt gegen Geflüchtete. Zu letzt wurde die Liste Mitte April aktualisiert. Allein bis zu diesem Zeitpunkt wurden für das Jahr 2015 25 Angriffe auf Unterkünfte, 25 tätliche Übergriffe/Körperverletzung von Flüchtlingen und 41 Flüchtlingsfeindliche Kundgebungen/Demos gezählt.

Und allgemeine Informationen zu Flucht, Asyl und Protesten von Geflüchteten gibt es unser Dossier.


Facebook | |


40 Jahre Internationaler Hurentag

2. Juni 2015 von Anna-Sarah

Heute vor 40 Jahren haben Sexarbeiter_innen eine Kirche im französischen Lyon besetzt, um auf ihre Situation – vor allem auch staatliche Repressalien, Polizeigewalt etc. – aufmerksam zu machen. Dieses Datum gilt als wichtiger Moment der Sexarbeiter_innenbewegung. Seit 1975 ist daher der 2. Juni der Internationale Hurentag/Internationale Sexarbeiter_innen Tag.

no-racism.net schreibt dazu:

Am 2. Juni 1975 streiken Sexarbeiterinnen in Frankreich und bezeichnen in diesem Zusammenhang den Staat als den größten Zuhälter. 150 Frauen besetzen 10 Tage lang die Kirche Saint-Nizier in Lyon und schaffen damit eine internationale Öffentlichkeit für ihre Situation und ihre Forderungen. Als Aktionskollektiv wenden sie sich gegen die staatliche Diskriminierung und gegen polizeiliche Repressionen, die vorgeblich dem Kampf gegen Zuhälterei dienen sollen: ständige Kontrollen und Verhaftungen, Beleidigungen, Schikanen, unverhältnismäßige Strafen, willkürliche Steuerbescheide sowie Tatenlosigkeit der Polizei gegenüber Morden, Misshandlungen und anderen Formen von Gewalt gegen Sexarbeiterinnen. Die Sexarbeiterinnenbewegung von Lyon wehrte sich damit auch gegen die Stigmatisierung von SexarbeiterInnen und gegen die staatlich institutionalisierte Doppelmoral.

Wie Verena hier bei uns im Blog anlässlich des Internationalen Hurentags 2010 schrieb, demonstrieren an diesem Tag Sexarbeiterinnen weltweit gegen Diskriminierung ihres Gewerbes und verteilen Kondome, Informationen für alle und Ratschläge für Freier. Seit 2001 gilt ein roter Regenschirm als Symbol des Widerstandes gegen Unterdrückung und Diskriminierung.


Facebook | |


Shut Up and Sign_Speak!

19. Mai 2015 von Magda

Shut Up and Sign_Speak ist ein Projekt, das die Zusammenarbeit zwischen tauben und hörenden Performer_innen durch Spoken Word, Hip Hop und Gebärdensprachperformance inszeniert. Am Ende einer dreimonatiger Vorbereitung steht eine Show: Am 18. Juni 2015 präsentieren taube und hörende FrauenLesbenTrans*Inter*Queers in der Werkstatt der Kulturen in Berlin ihre Stücke.

Das Projekt braucht noch finanzielle Unterstützung, deshalb wurde eine Crowdfunding Kampagne gestartet. 

Eure Spenden helfen bei der Zahlung des Veranstaltungsortes, der Technik, der Kosten für Gebärdensprachdolmetscher_innen, der Videodokumentation und der Performer_innen.

Shut Up and Sign_Speak

Katinka und Simi von Shut Up and Sign_Speak

Mit dabei ist übrigens auch Mädchenmannschaft-Autor Jayrôme C. Robinet.


Facebook | |



Anzeige