Verführen mit Pick Up-Tricks: Wer macht das und bei wem funktioniert es?
4. Mai 2012 von HelgaNachdem ich den folgenden Artikel geschrieben hatte, fand ich gestern abend auf Jezebel einen Einblick in die Welt der erfolglosen Pick Up-Künstler. Im Forum PuaHate treffen sich „Betrugsopfer“. Ein Ziel ist, die verbrecherischen Maschen der Pick Up-Gurus aufzuzeigen, die „arme Kerle“ abziehen – daneben zeigt sich aber sehr ausgeprägt, dass viele nicht auf der Suche nach Frauen, sondern ihren Geschlechtsorganen sind. Wenig überraschend ebenfalls häufig: Homophobie.
Pick Up ist nicht nur der Name eines Schokoriegels, sondern bezeichnet auch die Community an Männern, die mithilfe verschiedener Strategien versuchen, Frauen für eine Nacht aufzureißen. Zu den Taktiken gehört etwa, einzelne Frauen von ihren Freundinnen zu isolieren oder Komplimente zu machen, die aber nur (vermeintliche) Makel verdeutlichen. Bei wiederholter Kritik, das dahinterstehende Menschenbild sei frauenfeindlich, erfreuen sich die Pick Up-Bücher und TV-Serien einiger Beliebtheit. Doch welche Männer wenden Pick Up-Strategien an – und welche Frauen machen mit?
Dieser Frage widmeten sich Jeffrey Hall und Melanie Canterberry in der Studie „Sexism and Assertive Courtship Strategies“ (erschienen in Sex Roles, doi: 10.1007/s11199-011-0045-y). Untersucht wurden zwei Punkte: Zum einen die Aufgeschlossenheit bzw. das Interesse an kurzfristigen sexuellen Begegnungen, zum Anderen das Maß an Sexismus. Hier unterschieden sie zwischen feindseligen Sexismus, der Frauen z.B. unterstellt, manipulative Biester zu sein, und „gutmeinendem“ Sexismus, der von Schutzwürdigkeit aber auch Schutzbedürftigkeit von Frauen ausgeht. Anschließend sollten die Teilnehmer_innen beurteilen, wie oft sie Pick Up-Strategien bereits angewendet hatten (Männer) oder welche Strategien ihnen gefallen würde (Frauen). Untersucht wurden ausschließlich heterosexuelle¹ Kontaktaufnahmen von Cisgender-Menschen.²
Dabei zeigte sich, dass die Verwendung von Pick Up-Taktiken durch Männer und der Erfolg von ihnen bei Frauen durch die gleichen Indikatoren anzeigt werden. Hier kommen Menschen zusammen, die besonders sexistische Ansichten haben und unverbindlichen Sex suchen. Kleine Unterschiede gab es etwa zwischen feindseligen und gutmeinenden Sexisten. Erstere nutzen die volle Bandbreite an Pick up-Strategien, „gutmeinende“ Sexisten verzichten dagegen auf falsche Komplimente. Dies passt zum Weltbild, in dem Frauen auf ein Podest gehoben und vor anderen verteidigt werden müssen. (weiterlesen …)
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