Einträge der Rubrik ‘Sexytime’


Barcamp Frauen: Warten auf den feministischen Porno

5. November 2010 von Magda

Morgens halb elf, Berlin Mitte. Ungefähr 25 Neugierige sitzen im Workshop “PorNo – PorYes?”, den Verena von der Mächenmannschaft im Rahmen des “Barcamp Frauen” vorgeschlagen hatte. Sex sells – der Vorschlag wurde dankend angenommen. Um den Teilnehmer_innen Scheu und Scham zu nehmen, griff Verena erst mal in die eigene Erfahrungsschublade und erzählte, dass sie schon als Jugendliche Pornos konsumierte und diese auch – selbstredend! – als Masturbationsvorlage nutze. Bis heute habe sich an ihrer Vorliebe nichts geändert.

Simultan mitgezeichnet hat Annalena (annalenaschiller.com)

Mitgezeichnet hat Annalena (annalenaschiller.com)

Verena kritisierte die Tabuisierung von Pornographie und sprach sich für eine sexuelle Neugier aus, die Pornographie nicht ausspart. Nach einem kurzen Filmchen eines bekannten kostenlosen Pornographie-Portals wurde das Publikum schnell wach und diskutierte, dass eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten, Produktionsbedingungen und der gesellschaftlichen Rezeption von Pornographie bei aller sexuellen Offenheit nicht fehlen darf. Toll war, dass die Teilnehmer_innen keine Berührungsängste mit dem Thema zeigten und großes Interesse an queer/feministischen Pornos bestand.

Gesehen haben wir leider keinen. So bleibt die Frage offen, wie denn so ein queer/feministischer Porno sein kann (soll?), damit sich auch diejenigen angesprochen fühlen, die von Mainstream Pornos eher abgetörnt sind. Jenseits von (oder auch mit?) Leistungsprinzipien, Cum Shot und Objektifizierung: Was macht einen Porno feministisch?

Zum Selbermachen & Dazulernen noch ein paar Links, zusammengestellt von Verena. (weiterlesen …)


Facebook | |


Unser Recht auf Porno beim Barcamp Frauen

26. Oktober 2010 von Verena

PorNo, PorYes oder doch lieber die ‘was geht mich das an’-Frage, am kommenden Samstag können wir drüber diskutieren. Beim Barcamp Frauen in der Berliner Kalkscheune. Der Frage nach feministischen Pornos möchte ich im entsprechenden Workshop nachgehen. Wenn ihr dabei sein wollt, meldet Euch an fürs Barcamp und kommt vorbei. Natürlich auch, um über all die anderen Themen zu reden, die euch am Herzen liegen, egal ob es um Kinderbetreuung, Integration, Queerness oder Karriere geht.

Weiß-orangenes Banner zum barcamp Frauen, am 30.10.2010 in der Kalkscheune Berlin

Auch wenn über das tatsächliche Programm erst vor Ort entschieden wird, können jetzt schon auf der Webseite des Barcamps Interessenskreuzchen gemacht werden. Vermisst ihr ein Thema? Schlagt es selbst vor und bringt Leute mit, die ebenfalls Lust auf Diskussionen haben, zu politischen und gesellschaftlichen Themen Stellung nehmen oder einfach neue Perspektiven gewinnen wollen.

Zusammen mit dem Freitag, vorwärts und anderen präsentiert die Mädchenmannschaft das Barcamp Frauen. Wir freuen uns auf spannende Gespräche und neue Offline-Kontakte!

Das „Barcamp Frauen” findet am 30. Oktober 2010 in der Kalkscheune in Berlin Mitte statt. Neuigkeiten rund um das Barcamp gibt es auf Twitter und Facebook, sowie der offiziellen Seite.


Facebook | |


Kommen wir alle gleich?

19. Oktober 2010 von Verena

Erst letzte Woche haben wir den Bericht der New York Times aufgegriffen, wonach Frauen nach wie vor seltener zum Orgasmus kommen als Männer. Alan Fogel von Pychology Today hat da ein paar interessante Informationen für uns. Rein technisch betrachtet, zeigen Studien aus den vergangenen 50 Jahren exakt die gleichen Abläufe im menschlichen Körper beim Orgasmus: Muskelkontraktionen des Beckens und schließlich das Gefühl des Höhepunktes.

Die Notwendigkeit ähnlicher Orgasmusabläufe bestehe aus Gründen der Reproduktion, die Geschlechter aneinander zu binden. Gemeinsame emotionale Erlebnisse täten genau das, schreibt der Psychologieprofessor aus Salt Lake City.

Hm, interessant. Besonders die Geschichte des weiblichen Orgasmus’ kennt Zeiten, in denen ihm genau dieses Recht auf biologische Notwendigkeit abgesprochen wurde. Nun gut. Aber warum Frauen dann trotzdem nach wie vor schwieriger oder weniger gut kommen als Männer, erkennt Fogel in der Disharmonie des eigenen Körpergefühls. Mehr Körpersensibilität gegenüber den eigenen, auch emotionalen, Bedürfnissen sowie denen des Partners erlaubt uneingeschränkte Intimität und erleichtert den Weg zum Orgasmus.

Ob das als Antwort auf die Frage reicht, warum viele Frauen, wenn sie doch körperlich durch dasselbe Ziel laufen, den Weg so uneben und steinig vorfinden, während Männer wie von selbst aufs Ziel zuschießen? Ich glaube nicht. Ich glaube nicht, dass es reicht, ein gutes Körpergefühl zu haben und den Schlüssel zu emotionaler Intimität. Das ist mir viel zu lasch als Erklärung in einer Welt, in der besonders Frauen nach wie vor suggeriert wird, Sex ohne Liebe funktioniere für sie nun mal nicht.




Facebook | |


Neues aus dem Sexkästchen

14. Oktober 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 10 von 20 der Serie Sex am Morgen

Pst… alle mal herhören und herschauen: Die Vulva-Spots der Woche…

Die richtige Frage stellt Postsecret der us-amerikanischen Frauenzeitschrift Cosmopolitan: Warum geht es in einem Magazin für mich nur um ihn?

Gute Frage!

Über die Forschungsbemühungen, Viagra für Frauen zu entwickeln, haben wir schon an anderer Stelle berichtet. Gender Across Borders greift sich das Thema aus aktuellem Anlass und mischt es mit einer Portion Anal Sex.

In Berlin wird gegenwärtig die Zulässigkeit geprüft, Autokennzeichen von Freiern im Internet zu veröffentlichten. Heise online weiß mehr.

Die New York Times berichtet über die erfreuliche Entwicklung, dass ähnlich wie  deutsche Teens auch die amerikanischen Teenager sehr oft und mehr als Erwachsene Kondome nutzen. Die traurige Nachricht: Frauen kommen auch heute noch seltener zum Höhepunkt, ihre Partner merken das nicht und jede dritte Frau hatte beim letzten Sex sogar Schmerzen.


Facebook | |


Bitte keine kleinen Brüste

30. September 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 9 von 20 der Serie Sex am Morgen

Ist es draussen kalt, heizen wir drinnen schon mal den Ofen auf und mit den Vulva-Spots ein. Diese Woche:

“Politisch unreflektierter Sex ist schlechter Sex”: Deshalb nennt Margarita Tsomou in der Jungle-World Hilfsmittel, “um mit politisch unkorrekten Gliedmaßen sexuell Korrektes zu tun”. Dazu gehört ein Leben jenseits des Orgasmus’ genauso dazu wie die Non-Fixierung auf Genitalien. Leck meine Kniekehle, Baby!

In Australien sollen kleine Brüste aus Pornoheften und Filmen verschwinden, um Pädophilie vorzubeugen, berichtet The Week. Äh, irgendwie erinnere ich mich, dass schon vor einiger Zeit gehört zu haben. Müssen sich jetzt alle Frauen mit kleinen Brüsten fragen, ob ihr Partner ein verkappter Pädophiler ist? Und anders herum: Rüstet die Silikon-Branche schon auf, weil jetzt eben nur noch großbusige Frauen Pornofilme bevölkern und damit ein vermeintliches Ideal schaffen…

Noch zu früh für Weihnachtsbäckerei? Wie wäre es dann mit ein paar Vulva-Muffins? Bild via jetzt.de

Dass auch Stipperinnen intelligent sind, berichtet salon.com angesichts einer britischen Studie, nach der 90 Prozent der Lap-Dance-Tänzerinnen in England über einen gewissen Bildungsgrad verfügen. Und was sagt uns das? Dass letzte-Ausfahrt-Strip für die meisten eine rein freiwillige Angelegenheit ist, weil sie mit ihren Schulabschlüssen auch etwas “Anständiges” machen könnten?!

Sehr schön: salon.com schreibt, dass amerikanisches Eltern etwas von den niederländischen lernen können, nämlich Respekt und Akzeptanz gegenüber der Sexualität ihrer Teenager-Kinder. In den Niederlanden nämlich sorgt die liberale Einstellung von Eltern für weniger Teenager-Schwangerschaften – und sicherlich nicht, weil die Kids dort keinen Sex haben.

Und auf spiegel.de lässt sich die Geschichte der Sexratgeber nachlesen. Zwar werden diese mit Aufklärungsbüchern in einen Topf geworfen und versäumt, dass sexuelle Aufklärung lange von der Kirche betrieben wurde,  aber sonst ist der Artikel informativ und ohne Furcht, von “Mösen und Schwänzen” zu schreiben.


Facebook | |


Die Teenager und der Sex…

25. August 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 8 von 20 der Serie Sex am Morgen

… in den Vulva-Spots geht es dieses Mal außerdem um andere Sexpartner, vermeintliche Sex-Störer und gute Neuigkeiten gibt es für Sex-Arbeiterinnen in Bangladesch

Sex ist nicht immer an allem schuld. Associated Press berichtet, dass die schulische Leistung von Teenagern nicht davon abhängt, ob sie in einer Beziehung sind oder nicht. ABER: Frönen sie unverbindlichem, promiskuitivem Sex, dann durchaus. Es sei nicht so so sehr die Frage, ob ein Teenager Sex habe oder nicht, der über die schulische Leistung entscheide, sondern in welcher Art von Beziehung Sex stattfände, heißt es vonseiten der Forscher. Ach so… Und wie sieht es mit anderen Faktoren aus? Familiäres Umfeld, Lehrer, Freunde und das generelle Leistungsspektrum junger Menschen? Pfff…

Einen Schritt hin zur gesellschaftlichen Anerkennung, ist Sexarbeiterinnen in Bangladesch gelungen, wie die BBC berichtet:  Neuerdings darf ihr Beruf im Personalausweis eingetragen sein. Obwohl Prostitution legal ist, kämpfen die Sex-Arbeiterinnen mit dem sozialen Abseits. Die offizielle Berufsbezeichnung auf einem behördlichen Dokument kann das nun hoffentlich ein Stück weit ändern.

Danken möchte man auch Werner Bartens, der auf sueddeutsche.de über die “Scheinerkrankung” Cellulite schreibt. Seit 1973 die Betreiberin eines New Yorker Schönheitssalons die weiblichen Hautveränderungen an Beinen, Hüften und Po stigmatisierte, cremen, wickeln und bekämpfen Millionen von Frauen die als natürlicher Teil des Altersprozesses auftretenden Dellen. Völlig umsonst – natürlich.

Jetzt, wo Sexpuppen kurz davor sind, echte Gefühle zu entwickeln, lohnt ein Blick auf die Geschichte dieser allzeit bereiten Spezies. Annina von Girls can Blog gab uns den Tipp, bei medicalinsurance vorbei zu gucken. Danke!


Facebook | |


Lessons in Sex

10. August 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 7 von 20 der Serie Sex am Morgen

Alarmierend ist der Report von Human Rights Watch über die Situation von Sexarbeiter_innen in Kambodscha, für die Missbrauch, Vergewaltigung und andere Formen von Gewalt zum Alltag gehören.

Zum Kopfschütteln sind  die Dating-Tipps der amerikanischen Cosmopolitan, die jezebel süffisant kommentiert. Ganz wichtig für die Frau, die ohne Mann ja nicht zu gebrauchen ist: Sei furchtlos – zumindest, bis dein Retter dir die Sache mit dem Mut abnimmt. Und sonst: “Oh help, I’m lost! Wahh!”

Zum Schmunzeln ist der Aufklärungsunterricht im Bish Training, der sich dem Problem widmet, was sich aus Pornos über echten Sex lernen lässt. Vor allem ein paar Umkehrschlüsse, nämlich, dass der Sex dort gespielt ist, nicht alle Frauen und Männer über derartige Körpermaße verfügen und dass weder Pizzaboten, noch Gärtner oder Fensterputzer so viel Sex im Job haben, wie Pornos es gerne suggerieren. Lustige Bilder gibt es außerdem.

Die Porn School via Bish Training

Über die Pornotauglichkeit des neuen iPhone 4 berichtet spiegel.online – so bekommt Telefonsex wohl eine ganz neue Bedeutung…


Facebook | |


Fix und Foxy

3. August 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 6 von 20 der Serie Sex am Morgen

Für die meisten ist es um kurz nach neun wahrscheinlich schon zu spät für “Sex am Morgen”, deshalb in den heutigen Spots ein fixer Blick auf die Arbeit: Sexworkerinnen – Proteste und Prozesse; die Frage nach dem sexy Sekretärinnenlook der foxy Christina Hendricks und noch ein feministisches Porno-Schmankerl. Kaffeepause? Jetzt!

Nicht so erfreulich sind die Aussichten für SexarbeiterInnen in aller Welt. Weil in den USA infolge der HIV/AIDS Politik sämtliche Mittel an Organisationen, die sich nicht explizit von Prostituion und dem Sexgewerbe distanzieren, nicht länger vergeben werden dürfen, sind auch internationale Agenturen betroffen, die bisher US-Mittel erhielten. Das schließt vor allem auch Kondome und Informationsmaterial sowie deren Finanzierung ein. Feministing berichtet von dem Protest, den diese Regelung bei der Internationalen AIDS Konferenz in Wien vor zwei Wochen auslöste, wo sich so viele SexarbeiterInnen wie noch nie auf dieser Veranstaltung einfanden.

Foto via jezebel.com

BBC News fragt, inwiefern die wow!-sexy!-Figur von Mad Men Darstellerin Christina Hendricks erstrebenswert sei. Denn auch wenn die Kurven der US-Amerikanerin gesünder aussehen als die der Magermodels, auch hier geht es mal wieder um ein Ideal, dem Frauen sich bitte schön anzupassen haben – und Sahnetorten sind da wahrscheinlich genauso verboten…

In Stuttgart wurden jetzt sechs Betreiber sogenannter Flatrate-Bordelle zu Haftstrafen von bis zu drei Jahre verurteilt, wie die taz berichtet. Allerdings nicht wegen des Flatrate-Angebots und Werbesätzen wie “Sex mit allen Frauen, solange du willst, so oft du willst und wie du willst”, sondern wegen der Tatsache, dass die Herren keine Sozialversicherungsbeiträge für ihre Mitarbeiterinnen bezahlt haben.

Und zuletzt noch etwas für die Mittagspause später… über Dirty Diaries werden zwölf schwedische feminist porns vertrieben und ein Einblick gebendener Trailer findet sich ebenfalls.


Facebook | |


Frauen sperren

19. Juli 2010 von Verena

Es war heiß in Berlin in den vergangenen Tagen. So heiß, dass manchem Politiker die sexuellen Gefahren, die im Internet lauern, mal wieder an den Hinterkopf klopften. Die taz berichtet, dass der Junge Union Berlin Politiker, Conrad Clemens, Netzsperrungen für Pornoseiten fordert, weil – is ja nix neues – diese die sexuelle Störanfälligkeit von Jugendlichen erhöhe. “Eskalation” oder “Generation Porno” sind die Stichwörter, die fallen, aber auch der Satz – obacht! – Pornos seien “immer frauenfeindlich”. Na, wenn das nicht mal ein triftiger Grund ist. Der Die Welt ist gar nicht so gegenüber antwortete Clemens auf die Nachfrage, ob denn auch feministische und schwule Pornos über dieses fiese Attribut verfügten:

Wenn keine Frau in dem Porno vorkommt, ist es natürlich auch nicht frauenfeindlich.

Merkwürdige Logik… dann wäre es doch viel einfacher, Frauen für Pornos zu sperren, statt Pornos im Netz…


Facebook | |


Warum Monogamie eine schlechte Idee ist

29. Juni 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 25 von 25 der Serie Wilde Mädchen

Die These ist nicht neu: Partnerschaften zerbrechen ihre Langlebigkeit an dem Vorsatz der Monogamie. Menschen seien einfach nicht dazu gemacht, mit nur einem Sexualpartner auf Dauer glücklich zu werden, behaupten Christopher Ryan und Cacilda Jeth. Das Autorenpaar hat in den USA gerade das Buch “Sex at Dawn: The Prehistoric Origins of Modern Sexuality” veröffentlicht, in dem allerlei Studien aus Natur- und Geisteswissenschaften für ihre These herhalten müssen. Aber sind prähistorische Gesellschaftsentwürfe und ein Blick auf Artverwandte, wie die Bonobo-Affen stichhaltig genug, um die Monogamie als Konstrukt abzumahnen?

Im Interview mit Salon erklärt Psychologe und Autor Ryan die Hintergründe, in denen Penisformen, Hodengrößen und Spermaspuren eine große Rolle spielen, mich persönlich aber nicht sonderlich überzeugen. Gegenfrage: Sagt die Größe meiner Klitoris ebenfalls etwas über meine mangelnde Monogamie-Fähigkeit aus?! Super, dann kann ich es beim nächsten Mal darauf schieben: “Sorry, Schatz, aber hättest du dir meine Klit mal genauer angesehen, hättest du wissen können, dass Fremdgehen in meiner Natur liegt…”

Ich kenne Ryan und Jeths Buch nicht, weiß aber, dass die Ehe und vor allem die Liebesehe ein soziales Konstrukt ist, nach dem unsere Gesellschaft besser funktionieren soll. Denn wo bitte kämen wir hin, wenn jede und jeder wild in der gegend rumvögeln würde? (Ironie!) Zu einem Haufen vaterloser und damit staatlich zu versorgender Kinder. Monogamie ist vor allem Sexual- und Bevölkerungspolitik. Was jedes Paar für sich entscheidet, ist deren Angelegenheit, auch wenn die meisten es lieber für sich behalten, wenn sie eine offene Beziehung führen. Und die Gegenentwürfe zur Monogamie sind facettenreich: One-Night-Stand, Seitensprung, Affäre, Polygamie als Beziehungskonzept – da muss man sich erst mal drüber klar sein, wo Sex aufhört und Betrug anfängt und ob sexuelle Freiheit wirklich immer ein Nachteil für die Beziehung sein muss – partnerschaftliches Einverständnis vorausgesetzt.

Was mich wundert: Wenn es in einer Beziehung sexuell nicht gut läuft, wird gerne darauf verwiesen, dass Partnerschaft so viel mehr sei als Bettakrobatik. Wenn dann aber woanders geturnt wird, dann hängt plötzlich doch die Beziehung dran? Verkehrte Welt!

Die Frage ist, wann geschieht Sex aus echter Lust auf das Fremde, Unbekannte und wann doch eher, um der eigenen Eitelkeit zu genügen, sich zu beweisen, ich kann jede_n haben? Oder weil es einfacher ist, das Abenteuer außerhalb des eigenen Bettes zu suchen, statt sich die Mühe zu machen, die heimische Spielweise aufzurüsten. Ich war nie lange genug in einer Beziehung, um sexuelle Monotonie zu empfinden aber wenn ich die Gelegenheit spürte, fremd gehen zu können, dann fühlte ich mich auch in der Beziehung sexuell nicht ausgelastet und das fiel dann meistens noch unter die 3-Monats-Testphase einer neuen Beziehung. Wie sich die Lust auf Sex mit anderen in einer über Jahren gewachsenen Partnerschaft sowohl körperlich als auch emotional anfühlt, kann ich nicht beurteilen – aber ich bin dagegen, Menschen in ein monogames Korsett zu zwängen, weil es gesellschaftlich verlangt wird. Und noch mehr bin ich dagegen, Männer wegen ihrer Hodengröße oder prähistorischen Jägerlateins von der Monogamie-Pflicht zu entbinden, Frauen aber im Gegenzug immer noch das Märchen von der Liebe und dem Sex zu erzählen – denn sie leben nicht immer glücklich und zufrieden bis in alle Ewigkeit.


Facebook | |



Anzeige