Einträge der Rubrik ‘Sexytime’


Männer sind Schweine …

6. März 2010 von Werner
Dieser Text ist Teil 16 von 16 der Serie Neues vom Quotenmann

Um junge Frauen vor ungewollten Schwangerschaften zu beschützen, hat eine amerikanische Kampagne (sexreally.com) auf ihrer Website ein Video veröffentlicht, in dem gezeigt wird, wie Männer „wirklich“ sind: verdorben, sexgeil und hormongesteuert. Im Grunde sagt das Video, dass Männer immer nur an Sex denken und lässt die Darsteller sagen, dass Frauen in knappen Kleider doch selber schuld sind wenn sie nur als „Objekt“ gesehen werden und all die anderen Klischees.

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass so auch nur eine ungewollte Schwangerschaft verhindert wird, wundere ich mich mal wieder über die Art und Weise wie hier a) mit dem Thema Sex und b) mit der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau umgegangen wird. Ich kann es nicht nachvollziehen, warum Sex immer noch so verklemmt besprochen werden muss. Nachdem ich in den letzten Wochen alle fünf Staffeln „Six Feet Under“ gesehen habe, stelle ich wieder einmal fest, dass im (amerikanischen) Fernsehen eher gezeigt wird, wie zwei Brüste mit einem Schwert abgeschnitten werden, als das sie geküsst werden. Es gab wirklich viele Sexszenen aber in jeder hatte die Frau beim Sex einen BH an. Sex ist was Schönes – wenn beide bzw. alle Beteiligten es wollen. Ja, ich habe gerne Sex, ich kenne aber auch sehr viele Frauen, die sehr gerne Sex haben. Aber ich kann auch noch an andere Sachen denken, sogar mehrere Stunden am Stück.

Nicht falsch verstehen, ich bin für Safer-Sex und für Aufklärung – aber nur den Männern die Schuld in die Schuhe zu schieben, wenn mal was nicht so läuft, wie es geplant war, muss zwangsläufig in die Hose gehen. Wer junge Menschen vor ungewollten Schwangerschaften oder vor Geschlechtskrankheiten schützen will, muss ehrlich mit diesem Thema umgehen. Da wird es nicht helfen, die eine Seite nur zu verteufeln und die andere nur zu verherrlichen. Auch Frauen werden geil und auch Frauen kommen in Situationen, in denen sie eher handeln als denken … junge Menschen müssen lernen, genau dann richtig zu handeln – und zwar alle Beteiligten.

Es darf doch nicht sein, dass die Frau nur die Wahl zwischen dem naiven Dummchen oder der sexgeilen Schlampe hat und dem Mann am Ende noch nicht mal die Wahl gelassen wird. Menschen sind so unterschiedlich – egal ob Mann oder Frau. Und Sex ist nichts Abnormales. Wie er gestaltet wird müssen aber die Regeln, die involviert sind, den anderen geht das erst mal nichts an.


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Vagina-News

1. März 2010 von Verena

Guten Morgen! Es ist Montag, aber die Party noch lange nicht vorbei, wie unsere Links mit Blick auf intime Neuigkeiten zeigen:

Lady Gaga hat sich für den Titel des britischen Magazins Q mit einem Strap-on, einem Umschnall-Dildo, fotografieren lassen. Warum? Nun, wenn doch eh schon alle Welt tuschelt, ob sie nicht einen Penis habe, warum ihn dann nicht mal zeigen, denn wie die Musikerin im Interview erklärt:

When a guy says, ‘Oh I fucked all these chicks this week,’ there’s a high-five and giggling. But when a woman does it and its publicised or she’s open about her sexuality or she’s free or liberated, it’s, ‘Oh, she must have a dick.’

Es kann nur mehr werden: Nach einer Untersuchung der Organisation Sociologists for Women in Society nimmt die Häufigkeit von Sex bei Frauen im Alter zu. In welchen US-Bundesstaaten Frauen in welchem Alter wie häufig Sex haben, zeigen diese Karten.

Ein neuer Trend für den weiblichen Intimbereich ist das Vajazzling: Kleine Glitzersteine, die auf den (natürlich frei rasierten) Venushügel geklebt werden. Vajazzle setzt sich aus den Wörtern vagina und bedazzle (blenden/ verzaubern) zusammen und laut der Schauspielerin Jennifer Love Hewitt glitzere man wie eine “Diskokugel”. Ein passendes D.I.Y.-Zubehör gibt es auch schon: den Bedazzler – because your ladybusiness should sparkle. Ehrlich gesagt, finde ich die Assoziation der Glitzerkugeln beim männlichen Geschlecht irgendwie einleuchtender…


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Condomini

22. Februar 2010 von Verena

Ein großes Problem haben laut einer Studie des us-amerikanischen Kinsey-Instituts, Männer damit, Kondome in den Größen small oder medium zu kaufen. Und statt über den Schatten ihres “kleinen” Glieds zu springen, verzichten sie lieber ganz auf den Latexgebrauch oder ziehen ein schlechtsitzendes – weil XL – Kondom während des Sex einfach runter. Die ForscherInnen nennen das “Kondom Versagen”, jezebel “ein Arschloch sein”.

Dass Männer Angst haben, ihr Penis sei zu klein oder halte nicht lang genug durch, zeigt der tägliche Spam im Emailpostfach, und ja, es ist ein Zeichen, dass das Patricharchat auch für Männer ein paar nervige Nachteile liefert.

Ich würde vorschlagen, den kleinen Größen auch einen “Mega-Big”-Stempel auf die Packung zu drücken, aber jezebel-Autorin Anna North hat schon recht, dass für Frauen auch keine Kleider als S-Size ausgezeichnet werden, um ihr schwaches Selbstbewusstsein nicht zu zerstören. Im Gegenteil! Und dass es bei Kondomen nicht darum geht, sich gut zu fühlen, sondern darum, sich später nicht schlecht zu fühlen. Dann wenn die Probleme größer werden als jeder Penis.


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Sexismus reloaded

17. Februar 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 23 von 23 der Serie Wilde Mädchen

Er ist also mal wieder im Gespräch, der Sexismus. Auf der Anklagebank sitzen aber nicht die sexistischen Nutznießer kurzer Röcke und zeigefreudig betonter Kurven, nein, der Vorwurf ereilt eben jene Fräuleins, die ihre Zeigefreudigkeit als Zeichen weiblichen Selbstbewusstseins definieren und dem Sexismus damit die Argumentationsgrundlage entziehen.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Da muss was schief gegangen sein mit der sexuellen Freiheit, wenn sich vor allem junge Dinger dieser Freiheit gemäß ausschließlich aufs lasziv und halbnackt posieren verstehen, unbedingt proporno sind und Striptease als Gymnastikkurs im Fitnessstudio belegen – Männer jedenfalls können sich zu den willig bereit stehenden Wichsvorlagen beglückwünschen.
Oder, wie die britische Autorin Natasha Walter in ihrem Buch „ Living Dolls“ die Diskussion in Schwung bringt, opfern zahlreiche Frauen mit künstlichen Fingernägeln, operierten Brüsten und Extensions im Haar diese Freiheit längst einer auf den heterosexuellen Mann ausgerichteten Stereotypisierung, dessen, was sexy sein soll.
Denn im Ernst, ist „sexy sein“ wirklich etwas, dass wir bei H&M kaufen oder uns ins Gesicht malen können?

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Lust für Frauen

2. Februar 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 39 von 40 der Serie Die Feministische Bibliothek

Weißes Titelbild des Buches X (prangt groß in pink in der Mitte) - Lust für Frauen von Erika Lust (klein, ebenfalls in pink über dem X) Diese Buch lässt man sich besser vorlesen. Weil man beide Hände braucht, um entweder an sich herum zu spielen, oder um schon mal die Kamera in Stellung zu bringen. Denn „X – Lust für Frauen“ liefert nicht nur eine umfangreiche Anleitung zum Pornokonsum, auch macht es schlicht Lust auf Sex, Begehren und Sinnlichkeit.

Die eigene Vorstellung von Sex im Porno zu verarbeiten, das ist das Ziel der Autorin und Produzentin Erika Lust. Weil sich die Schwedin selbst im herkömmlichen Porno kaum repräsentiert fühlte – zu stereotyp, mit billiger Deko, schlechter Musik und unfreiwilliger Komik – folgt sie nun ihrer eigenen visuellen Vorstellung, ohne dabei den Weichzeichner zu bemühen. Stattdessen: Weg vom Mainstream-Gerammel, in denen Frauen auf die Rollen der lüsternen Lolita oder aufs Fieberthermometer geilen Krankenschwestern reduziert werden. Weg von den auch auf Männer projizierten Klischees der Zuhälter, Multimillionäre oder „megamuskulösen Sexmaschinen“. Hin zu mehr Vielfalt und weiblicher Definitionsmacht darüber, wie Pornographie aussehen kann. Denn das ist bei einer aktuell mehrheitlich von weißen heterosexuellen Männern dominierten Branche auch dringend notwendig.

„Informierte Masturbatorinnen“ nennt Lust ihre Zielgruppe; Frauen, die herausfinden wollen, was sie sexuell anspricht und erregt. Schlapplachen ist nicht. „Wir werden ihn schöner“ machen, verspricht Lust zu Beginn und das klingt gefährlich nach weiblicher Stereotypisierung, immer alles hübsch und schön anzusehen haben zu wollen.
Aber keine Sorge, die Autorin lässt eigentlich alles gelten und will keinerlei Beschränkungen auferlegen. Was zählt ist das, was jede_r Einzelne_r für sich entdecken will. Lust liefert dafür nur die theoretisch reichhaltigen Grundlagen. (weiterlesen…)


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Gebt den Mädchen ihre Sexualität zurück

28. Januar 2010 von Helga

Den neuesten Entwurf des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages nimmt Malte Welding zum Anlass, aus seinem Recherchekästchen zu plaudern:

Jugendliche onanieren seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte wie die Wahnsinnigen. Mädchen treten in den Club der großen Wixer erst ein paar Jahre später ein (übrigens ein Grund dafür, dass das erste Mal oft für beide so unersprießlich ist – der Junge ist gewöhnt daran, so schnell wie möglich abzuspritzen, damit niemand etwas mitbekommt, das Mädchen hat noch gar keine Ahnung, wie es zum Orgasmus kommt) und haben aus verschiedenen Gründen ein eher laues Interesse an Pornographie.

Diese Unterschiede werden dabei einfach akzeptiert, dabei sind die Gründe tief in unserer Gesellschaft verwurzelt. In einer Wiederauflage eines alten Blogposts wies Hugo Schwyzer vor kurzem auf die Einseitigkeit hin, mit der junge Mädchen gesehen werden. Jeder Mensch ist gleichzeitig Objekt und Subjekt sexueller Bedürnisse. Doch bei der Hälfte der Population wird die Rolle des Objekts derart in den Vordergrund gerückt, dass dahinter nur noch wenig Platz ist.

But adolescent girls are not just objects. They are also subjects of desire. And here, of course, we tread on less familiar ground. While traditional cultures are accustomed to teaching young women to gain at least some validation from being wanted, they aren’t nearly as comfortable with telling our girls that it’s okay to want! Too much of what is written about teenage girls still insists that adolescent females don’t really have strong libidos; any apparent sexual agency that these girls display is really just a longing for attention.

Zu deutsch: Aber heranwachsende Mädchen sind nicht nur Objekte. Sie sind auch Subjekte der Lust. Und hier sind wir selbstverständlich auf weniger bekanntem Territorium. Während traditionelle Kulturen daran gewöhnt sind, jungen Frauen beizubringen, dass sie ihre Selbstbestätigung zumindest teilweise über „Begehrt-werden” beziehen, sind sie lange nicht so sehr daran gewöhnt, den Mädchen zu sagen, dass es auch okay ist, zu begehren. Zu viel von dem, was geschrieben wird über Teenagerinnen beharrt darauf, dass heranwachsende Frauen keine starken Libidos haben; dass das sichtbare Vertreten der eigenen Sexualität eigentlich nur das Heischen nach Aufmerksamkeit ist.
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Interessantes aus dem WWW

27. Januar 2010 von der Maedchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 40 von 49 der Serie Kurz notiert

Ein saudi-arabisches Mädchen wurde zu zwei Monaten Gefängnis und neunzig Peitschenhieben verurteilt, weil sie ein Handy mit in die Schule genommen hatte.

Deutschland aus US-amerikanischer Sicht:  Auf nytimes.com befasst man sich mit dem Hausfrauen/Mutter Ideal in Deutschland, welcher auf Grund des demographischen Wandels, neuen politischen Programmen und veränderten ökonomischen Anforderungen einem fundamentalen Wandel unterworfen wird.

Die Gewinner der Sexies 2009, dem Preis für sex-positiven Journalismus wurden jetzt bekannt gegeben. Hinter dem Preis steht das Ziel, den medialen Diskurs über Sexualität zu verbessern und die Öffentlichkeit frei von moralischem Ballast zu informieren.

In Berlin lädt das Gunda-Werner-Institut zur Buchpräsentation und Diskussion ein, das Thema lautet „Paradoxien und Perspektiven von Frauenrechten in der Globalisierung”. Neben der Autorin Christa Wichterich sind Gülay Çaglar von der Humboldt Uni und Jill Scherneck (Hertie School of Governance) dabei. Findet am Donnerstag, 28. Januar, von 19.00 bis 21.00 Uhr in der Heinrich-Böll-Stiftung (Beletage), Schumannstr.8, statt.

Im Interview mit Spiegel Online sagt Ingrid Martin-Zick, Chefin einer Plus-Size-Modellagentur: “Fakt ist, dass 60 Prozent der Frauen die Konfektionsgröße 40 plus tragen. Diese Klientel sollte bedient werden, indem mehr Models mit entsprechenden Größen gebucht werden. Eine Korrektur in Richtung Größe 38 und 40 würde bedeuten, dass man in den Medien gesunde Frauen sieht, die gut ausschauen.”

Einen ausführlichen Artikel widmet der Guardian einem Forschungsprojekt, das der Frage nachgeht, warum Männer Prostitution nutzen – inklusive downloadbarem Forschungsbericht.

Ebenfalls im Guardian gibt es einen Artikel über Warren Hern, der nach George Tiller’s Mord der einzig verbliebene US-amerikanische Abtreibungsdoktor ist, der Spätabtreibungen durchführt.

Neues zum Thema “Mädchen und Mathe” auf spiegel.deGrundschülerinnen übernehmen negative Einstellungen von Lehrerinnen mit geringen Mathekenntnissen. Ob auch Lehrer Vorurteile weitergeben, konnte aufgrund der nur wenigen Grundschullehrer nicht überprüft werden.


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Kritik an US-Gigolo

25. Januar 2010 von Verena

Einen besonderen Service können sich jetzt Frauen im US-Bundesstaat Nevada leisten. USA Today stellt den ersten legal arbeitenden Gigolo vor.

In den meisten Teilen der USA ist Prostitution illegal – außer in den Teilen Nevadas, wo nun auch „Markus“ auf der Shady Lady Ranch eines Wüstenkaffs zwischen Las Vegas und Reno arbeitet.

200 $ kosten 40 Minuten, für eine ganze Stunde muss Frau noch mal hundert Dollar drauflegen. Dafür kann sie sich dann mit „Markus“ in der herzförmigen Badewanne, zwischen asiatischem Dekor oder im Cottage mit Küchenecke verlustieren. Alles schön, möchte man denken, aber den Besitzern der Ranch, dem Ehepaar Davis, weht eine Menge negativer Wind entgegen.

Ein Bordell, dass sowohl männliche als auch weibliche Klienten bediene, das würde nicht laufen, unkt die Konkurrenz. Weil „Makus“ nur Frauen zur Verfügung stehe, nicht aber Männern, sei sein Service diskriminierend und homophob, heißt es kritisch. Dabei sollte es doch im Ermessen des Sex-Arbeiters liegen, was er anbieten möchte. Auch gesundheitliche Risiken werden diskutiert: George Flint, Lobbyist der Bordellbetreiber-Vereinigung Nevadas, zu denen die Davis’ nicht gehören, meint, während männliche Freier auf Gesundheitsrisiken untersucht würden, befürchte er, würde das bei weiblichen Kunden vernachlässigt werden. Jaja und nachher sagt noch einer, Frauen würden degradiert, in dem sie für Sex bezahlen…

An den Debatten um seinen Sex-Service hat sich „Markus“ bisher noch nicht öffentlich beteiligt. Obwohl die Davis’ ihn auch aus dem Grund eingestellt hatten, weil sie ihm zutrauten, mit der massiven Öffentlichkeit umgehen zu können. Stattdessen hat er seine Pionierrolle im Sexgeschäft mit Rosa Parks verglichen, der Bürgerrechtlerin, die sich 1955 in einem Linienbus weigerte, ihren Sitzplatz für einen Weißen zu räumen. Vielleicht auch, weil er wie Parks gebürtig aus Alabama stammt… naja, seitdem gibt er keine Interviews mehr -  aber Eloquenz den Medien gegenüber ist ja auch nicht sein Job…


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wild und abwaschbar

20. Januar 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 22 von 23 der Serie Wilde Mädchen

Die besten Weihnachtsgeschenke kommen leider immer erst im Januar. Zum Beispiel Roxxxy – die Gummipuppe mit Sprachfunktion. Nein, nicht was ihr jetzt denkt. Kein „uhhh jaa“ oder „Gib mir Tiernamen“. Nein, „ich mag es, mit dir Händchen zu halten“, soll die Dame sagen.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Als erster Sex-Roboter der Welt wird das Silikonspielzeug mit Computersteuerung vorgestellt und Spiegel Online erklärt die Feinheiten:

Die Kabel aus dem Rücken führen zu einem Laptop, auf dem mehrere Charaktere gespeichert sind, von der “wilden Wendy” über “S&M Susan” bis zur “reifen Martha”. Benutzer haben also die Wahl.

Dazu soll es auch Updates geben, die aus dem Internet “herunter geholt“ werden können, um Fähigkeiten und Vokabular zu erweitern.
Ob Roxxxy auch Bier aus dem Kühlschrank holen kann? Geschickt gestapelte Flaschen könnten das Mädchen gar zum Bücken nötigen. Womit wir wieder bei der eigentlichen Funktion der Gummimuschi-Tägerin sind: sexueller Zeitvertreib.
Aber Gummipuppen stehen ja schon länger im Verdacht, für manchen Mann auch auf der Wohnzimmercouch beim Fernsehgucken einen Partnerinnenersatz zu liefern. Und darauf zielen die Hersteller laut Eigenaussage sogar ab:

“Das Sex-Ding ist nur Marketing”, sagt er. “In Wahrheit geht es darum, einen Begleiter zu erschaffen.” Ziel sei es, künstliche Persönlichkeiten kreieren, die zum Beispiel auch älteren Menschen helfen können.

Ach klar, genauso wie Brot, Abflussreiniger und Schuhcreme gerne mit unterbekleideten Damen beworben werden. Und ja, besonders ältere Herren haben wahrscheinlich gerne eine „wilde Wendy“, die den neuen Rollator auch verbal bejubeln kann. Denn, wie der Hersteller auf seiner Internetseite erklärt, kennt Roxxxy den Namen des Partners, seine Vorlieben und Abneigungen und kann ihre Liebe zu ihm zum Ausdruck bringen. Aha – all das, was moderne Frauen immer weniger tun, weil ihnen zum devoten Anhimmeln die Zeit, die Lust oder auch einfach nur das Update fehlen?! Und wenn Wendy zu wild wird, einfach Stecker ziehen und aus – ganz so, wie ihr Partner es sich wünscht.

Und welchen Gummidödel stellen wir uns neben den Herd? Vielleicht gebe ich gleich mal eine Jobanzeige bei Beate Uhse auf. Suche SprachtrainerIn für meinen Vibrator – Sätze wie, „ich bin immer hart“ oder „ich besorge es dir stundenlang“ wären doch ein guter Anfang. Wobei das Sex-Geplänkel natürlich reines Marketing für den Gunmmischwanz wäre, der doch meinen Freund als Partner auf allen Ebenen ersetzen soll…

Und deshalb gibt es letztlich noch eine gute Nachricht: Bust tröstet uns, der männliche Gegenpart zur sprechenden Gummigefährtin sei in der Mache. Rocky soll er heißen und ich bin gespannt, ob die Hersteller den aus einer der Gummirippen Roxxxys erschaffen…


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Kill, Vagina Kill!

18. November 2009 von Verena
Dieser Text ist Teil 20 von 23 der Serie Wilde Mädchen

Applaus für Megan Fox! Wo? Bei mir zuhause. Denn nachdem die Presse spitz gekriegt hat, dass die Schauspielerin nicht nur ihre Kurven sondern auch ihr Mundwerk in Szene zu setzen weiß, erschlafft der Hype. Sätze, in denen Fox die Macht ihrer Vagina preist oder die weibliche Sexualität demonstrativ in Szene setzt verstört die Welt nun mal mehr als dass sie sie verführt. So fragt sich spiegel.de, ob Hollywood überhaupt so viel Sex verträgt und im Rolling Stone wird überlegt, was diese Frau eigentlich will.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Ein freches Mundwerk mag man noch durchgehen lassen, in Verbindung mit einem sexuellen Selbstbewusstsein aber wohl lieber nicht.

Wenn man in dieser Stadt {Hollywood} eine Vagina und eine Haltung hat, dann ist das eine tödliche Kombination,

wußte schon Sharon Stone zu berichten und die Schriftstellerin Margaret Atwood ergänzt um den Hinweis:

Es ist eine irgendwie freudianische Haltung,nehme ich an: Frauen, die zu aktiv oder zu intelligent sind, sollten sich nicht auch noch ausziehen, weil Männer sonst Teile ihres Körpers verlieren

Atwood spielt damit auf Sigmund Freuds Idee der gezähnten Vagina an, die wohl auch im 21. Jahrhundert nicht an Beißpotential verloren hat. Um so beängstigender, dass Megan Fox in ihrer aktuellen Rolle in „Jennifer’s Body“ eine männerverschlingende Vampirin spielt. Zum Entsetzen von spiegel.de Autor Lars-Olav Beier:

In “Jennifer’s Body” verführt sie die Männer nach Strich und Faden – doch statt dann mit ihnen zu schlafen, frisst sie sie auf. Fürs männliche Publikum ist das ein frustrierender Coitus interruptus exitus. {…} Selten wurde ein Film so gänzlich am Publikum vorbeikonzipiert wie “Jennifer’s Body”. Die Frauen kann sie mit diesem Film von vornherein nicht gewinnen; und Männer fühlen sich übel getäuscht.

Warum sich Frauen mit diesem Film nicht gewinnen lassen, sieht der Autor so begründet:

Achtung, die beißt! (Foto AP)

Achtung, die beißt! (Foto AP)

Diese Sinnlichkeit, die Fox nach eigenem Bekunden “aus jeder Pore verströmt”, macht Männer zu ihren glühenden Verehrern und Frauen zu ihren Feindinnen. Fox verkörpert genau jene Schlampe, die einer anderen Frau in null Komma nichts den Mann wegschnappt – und sei es nur, um zu beweisen, dass sie mehr Sex-Appeal hat. Deshalb hat es Megan Fox beim weiblichen Publikum so schwer. Wer geht schon ins Kino, um seinem Freund dabei zuzusehen, wie er erregt auf die Leinwand stiert?

Als ob die Welt immer aus rasend eifersüchtigen Frauen bestände… um ehrlich zu sein, ich wäre selber so damit beschäftigt, auf die Leinwand zu starren – was interessiert mich da mein Freund? Noch besser gefällt mir aber die Argumentation von SZ-Autorin Ulrike Bretz, die in Megan Fox weniger eine Gefahr für Männer oder einen Grund für Eifersuchtsszenarien sieht. Vielmehr findet sie Megan Fox nur sympathisch solange sie Sätze sagt, wie „Man kann nicht 24 Stunden am Tag ein Sexsymbol sein“, oder zugibt, eine Phobie vor den eigenen Fotos zu haben. Denn sexy aussehen reicht ja für die Titelblätter. Bloß bitte nicht drüber reden. Auch im 21. Jahrhundert nicht. Höchstens, um zu sagen, das frau privat ganz anders sei, schüchtern und so. Warum? Aus Gründen der Vorbildfunktion:

Nur leider hat Fox nicht daran gedacht, dass auch sie eine Vorbildfunktion hat – vor allem für all die anderen Mädchen aus der Provinz, die bei Talentshows ihr Glück suchen. Und bei denen kommt nun vor allem eine Botschaft an: Es ist egal, wenn Frauen nicht viel können – so lange sie dabei nur gut aussehen.

Ich lache mich schlapp. Ein „Ich finde mich gar nicht sexy, lasse mich bloß so fotografieren oder spiele das auf der Leinwand“, ist nach wie vor der Satz, den Frauen wie Männer von wilden Mädchen hören wollen. Dass Megan Fox dem bewusst widerspricht und dafür journalistische Schelte in Kauf nimmt, verdient meinen Beifall.


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