Einträge der Rubrik ‘Pop_Kultur’


Erstes Lady*fest in Heidelberg!

6. Juni 2013 von Magda

Absolute Weltpremiere! Vom 12. bis zum 15. Juni findet in Heidelberg das erste Lady*fest statt. Es wird eine Reihe an Workshops, Performances, Parties, leckeres Essen, Filme und ein Kleinkunstabend geben.

ladyfest Heidelberg

Du suchst ein Ladyfest in deiner Nähe? Es gibt eine Auflistung von Ladyfesten in Deutschland, Österreich und der Schweiz vom letzten Jahr. Die meisten der Kollektive sollten noch aktiv sein und freuen sich immer über neue Mitstreiter_innen.


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‘Wir sind die Früchte des Zorns’ – eine weibliche Genealogie

24. April 2013 von Lisa
Dieser Text ist Teil 70 von 72 der Serie Die Feministische Bibliothek

“Als Odysseus die Unterwelt aufsucht, zählen für ihn nur die Helden. Über die Töchter und Mütter der heroischen Helden weiß er nicht viel. Leerstellen hinter der bloßen Nennung ihrer Namen. Mehr ist nicht bekannt. Die Frauen sind Trägerkörper, Wirtsmenschen, Geburts- und Stillgeräte, die ausleiern, schadhaft sind und entsorgt werden. Ich schlüpfe in Odysseus’ Haut, um ihre Geschichten zu entdecken. Sonst kann ich nichts ausrichten gegen das Verschwinden und die Angst davor. Ich fülle blinde Flecken.” (S. 61)

Sabine Scholl: Wir sind die Früchte des Zorns (Foto: Fuckermothers)

“Ich lasse meiner Zunge freien Lauf. Ich stehe die Worte der anderen, um zu überleben. Ich nähe sie zusammen, stopfe die Lücken. (…) Aber die Schrift ist der Tod. Und Kinder sind das Gegenteil. Und deshalb bin ich froh. Für die Kinder habe ich leben gelernt. Fingern und fädeln. Wort ist Faden und Faden macht Welt.” (S. 182)

Sabine Scholl hat ein neues Buch geschrieben. ‘Wir sind die Früchte des Zorns’ heißt es. Das Buch handelt von vier Frauengenerationen: der Schwiegermutter, den zwei Großmüttern, der Mutter und der Tochter der Ich-Erzählerin (die große Nähe zur Autorin selbst aufweist). Wie einen Flickenteppich näht sie dabei kurze Szenen aus den jeweiligen Leben aneinander. Von der Vergangenheit in die Gegenwart geht es, vom Aufwachsen als Bauernmagdt in Österreich über das Wohnen im Glanz des herrschaftlichen Versailles, das problemreiche Stillen der ersten Tochter, bis zum nächtlichen Schwimmen in französischen Pools. Das Buch handelt vom Sammeln von Waldfrüchten gegen den Hunger, dem Leben in einem Haus, das nah an für Tiere und Kinder tödlichen Bahngleisen liegt, über Kindergeburtstage in Chicago, nächtliche Einbrüche und den silber lackierten Fingernägeln der ‘Germanys next Topmodel’-schauenden Tochter.

Zwei Dinge habe ich mich beim Lesen gefragt; zum einen, warum der Titel sich so prominent auf ein anderes Werk bezieht, nämlich auf John Steinbecks ‘Die Früchte des Zorns‘, das ich nie gelesen habe. Eine klare Antwort fand ich nicht. An einer Stelle liest die Protagonistin als junges Mädchen dieses neben vielen anderen Büchern. Wie Steinbecks Roman handelt es sich um eine Familiengeschichte und es kann wohl ebenfalls als Parabel verstanden werden – in diesem Fall als Parabel auf das Mutter-Sein in westlichen Gesellschaften, auf Lebensmöglichkeiten und auf weibliche Kreativität. Sabine Scholl setzt sich dabei klar mit feministische Positionen auseinander. Eine ‘Parabel’ allerdings hört sich nach trockenen Lehrstück an und wird dieser fesselndem, in kurzer, kraftvoller Sprache geschriebenen Geschichte nicht ganz gerecht.

Zum anderen habe ich mich gefragt, ob eine Geschichte aus rein weiblicher Perspektive, die so sehr sich mit Familienverbindungen und Mutterschaft befasst, nicht Gefahr läuft, eine spezifische ‘Wesenhaftigkeit der Frau’ zu bestimmen. Und ob die Gleichsetzung von Kindern mit Leben nicht schnell konventionelle Positionen bestätigt. Das Buch tappt jedoch nicht in diese Falle. Es entwirft keinem Familienstammbaum mit festen Ursprüngen und klaren Identitäten, sondern eine lose Genealogie der Überschneidungen, Vermischungen und Wiederhohlungen. Statt einen zeitübergreifenden ‘Geschlechtscharakter’ zu formulieren beschäftigt es sich mit verschiedenen weiblichen Lebensrealitäten. Es schreibt seine Protagonistinnen nicht fest, sondern lässt ihnen ihre Ambivalenz. Und stellt mehr Fragen als es beantwortet.

(Dieser Text erschien bereits auf Fuckermothers)

Scholl, S. (2013). Wir sind die Früchte des Zorns. Zürich: Secession.


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Immer wieder aufstehen und aufbegehren

22. April 2013 von Magda
Dieser Text ist Teil 18 von 18 der Serie Wanna Disco? Listen Up!

Die Female Rockband SHIRA formierte sich 2008, um “der männlichen Musikdomäne etwas Neues entgegenzusetzen, das gängigen Klischees widerspricht.” SHIRAs Musik ist eine Mischung aus “erdigen Rocksounds und melancholisch-verträumten Melodien” und setzt sich aus einer “groovigen Rhythmusfraktion, melodischen, kraftvollen Gitarren und einer starken Stimme mit Wiedererkennungswert zusammen.” Im E-Mail-Interview sprachen wir über ihre neue CD, nervige “Auszieh”-Rufe und was es mit ‘Female Rock’ auf sich hat. (weiterlesen …)


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Zum 19. Todestag von Kurt Cobain: Brief an Bikini Kill

5. April 2013 von Nadia

Tobi Vail & Kurt Cobain (via chapteronemanhatten – deactivated)

Ich mache es kurz, denn es ist ja allgemein bekannt: Ich bin ein ganz großer Nirvana-Fan. Letztes Jahr habe ich Kurt Cobains Tagebücher gelesen, und sie haben mich schwer beeindruckt, weil sie mir unter anderem auch vor Augen führten, wie viel von dem, was wir heute so besprechen und verhandeln, schon Jahrzehnte altes und hart umkämpftes Diskurs-Terrain ist: *Ismen, die Gratwanderung zwischen kritischer Counter- und Pop-Culture, Rape-Culture, und und und.

Niemand, niemand kann sagen, dass zum Beispiel so etwas wie Rape Culture nicht schon immer und immer und immer wieder behandelt und angeprangert worden ist, so dass es doch heute eigentlich ein Witz ist, dass Aktivist_innen sich immer wieder wiederholen müssen, wenn es darum geht, gesellschaftliche strukturelle Missstände (als reale Faktoren) zu thematisieren. (weiterlesen …)


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Internationales Frauenfilmfestival Dortmund|Köln

3. April 2013 von Magda

Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln findet in jährlich wechselndem Rhythmus in den Städten Köln und Dortmund statt. In diesem Jahr wird es vom 9. bis 14. April in Dortmund stattfinden (Programm als PDF), einzelne Veranstaltungen allerdings auch in Köln (Programm als PDF).

Internationales Frauenfilmfestival Dortmund/Köln

Das Frauenfilmfestival bietet eine Plattform für aktuelle Entwicklungen und Trends in den Arbeiten von Frauen in allen Teilen der Filmproduktion. Hier erhalten nicht nur Regisseurinnen, sondern auch Kamerafrauen, Filmmusikerinnen und andere Filmschaffende Gelegenheit, ihre aktuellen Arbeiten zu präsentieren.

Euch erwarten nicht nur tolle Filme, sondern auch die Vergabe eines Spielfilmpreises für Regisseurinnen und einige Workshops. Tickets können im Vorverkauf oder während des Festivals erworben werden (für Dortmund und für Köln).


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Wider die Eindimensionalität

25. März 2013 von Liz
Dieser Text ist Teil 15 von 18 der Serie Wanna Disco? Listen Up!

Die Münchner All-Girl-Band candelilla ist ganz schön klug. Das beweist sie auf ihrem herausfordenden neuen Album “HeartMutter”, findet Liz Weidinger in ihrer Kolumne auf derFreitag.

Foto - Nikolas Fabian Kammerer

Foto – Nikolas Fabian Kammerer

Endlich ist HeartMutter offiziell zu haben, endlich schreien die vier Münchnerinnen von candelilla so oft ich will ihre Textefragmente in mein Hirn. Und endlich kann ich ihrer Aufforderung aus Lied Nummer 27 Folge leisten und mir ein Bild vom sorgsam zusammengebastelten, zweiten Studioalbum machen, es mit meinen Gedanken verknüpfen – und doch so gar nicht verstehen.

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International Women`s Day: Frauen*kampftag-Playlist

8. März 2013 von Nadia

Screenshot

Da gibt`s nicht viel zu sagen: Eine Möglichkeit der passenden musikalischen Untermalung des Frauen*kampftages, natürlich unendlich erweiterbar. Haut doch Eure Favoritinnen/Bands/musikalischen Projekte ruhig in die Comments. Happy happy Aufrüsten! (weiterlesen …)


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Das Biene Maja Makeover

1. März 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 59 von 59 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Zwei Bilder von Biene Maja, einmal eine Zeichnung aus dem alten Trickfilm, einmal eine Animation aus der neuen Serie, bei letzterem deutlich dünner

Im letzten Jahr konnte Biene Maja ihren 100. Geburtstag feiern, in diesem Jahr kommt eine Neuauflage der Serie ins deutsche Fernsehen. Bei der Neugestaltung in 3D verlor Maja dann auch gleich einmal etwas an Körperumfang. (Hier an dieser Stelle denkt euch einfach einen schlechten Wespen-Taillen-Bienen-Witz.) Scheinbar reicht die Kategorisierung “klein, frech und schlau” nicht mehr allein.

Das ganze ist aber auch kein einmaliger Vorgang. Bei der Neuinterpretation weiblicher Charaktere aus Kinderserien werden diese oftmals dünner gestaltet. Bei menschlichen Figuren werden diese dazu häufig plötzlich älter gemacht. Die Figuren werden “feminisiert”.

Sociological Images hat diesen Mechanismus in der Vergangenheit bereits für die Serien “Dora, the Explorer” und “Strawberry Shortcake” aufgezeigt. Auffällig bei diesen beiden Beispielen sind auch die Haare, Kleidung und die veränderten Farben. Da kann mensch ja fast froh sein, dass es da bei Biene Maja nicht so viel Spielraum gibt.

Zwei Bilder von "Dora the Explorer", einmal das alte Motiv eher kindlich und das neure Motiv deutlich dünner und jugendlicher

Zwei Bilder von Emily Erdbeere, das ältere sehr kindlich, das neuere schlanker und auch pinker, die Haare länger.


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Oscar-Verleihung, Anlass um mal eine Neunjährige c*nt zu nennen und andere Fails

26. Februar 2013 von Charlott

Die Academy Awards, a.k.a. Oscar-Verleihung, waren jetzt noch nie der Ort für große Subversion, Angriffe auf Machtverhältnisse und Umbruch. Und jedes Jahr wieder gibt es wieder eine ganze Menge von lowlights, hinsichtlich der Nominierungen (zum Beispiel 2011 als nur weiße Personen als beste Hauptdarsteller_innen nominiert waren), hinsichtlich der Preisvergabe (die weiße Typen-Quote) und natürlich auch mit Blick auf die Moderation (letztes Jahr unter anderem inklusive Blackface).

Wenigstens ein Volltreffeer: Brave/ Merida – “I am shooting for my own hand” – gewann den Oscar für den besten animinierten Film.

Dieses Jahr versuchte sich die Zeremonie gar nicht von den bisher gesetzten “Standards” abzusetzen. Stattdessen so viel Furchtbares, dass mensch niemals in einem einzigen Text alles anprangern kann. Fangen wir vielleicht einfach bei den Preisträger_innen an. Mit wenigen Ausnahmen schrieb sich hier die Dominanz weißer Typen weiter (und in denen per Definition vorgeschriebenen “weiblichen Kategorien” die weißer Frauen). Tarantino bekommt tatsächlich einen Oscar für Django Unchained. Und dann gewinnt als bester Film auch noch Argo. Auf slate.com gab es da eine ganz gute Rezension. Kevin B. Lee schrieb (Übersetzung von mir):

Anstatt den Blick auf dem Rahmen des revolutionären Iran zu belassen, fokussiert der Film allein auf eine rückschritliche “weiße Amerikaner_innen in Gefahr”-Storyline. Er zeigt die unterdrückten Iraner_innen als einen wütender, zombie-mäßiger Mob, der gleiche dunkel-gesichtige Dämon aus bereits unzähligen Filmen. Immer noch ein todsicheres dramatisches Mittel um bei den amerikanischen Zuschauer_innen Angst auszulösen. Nachdem die Eingangssequenz ein großes Aufhebens darum macht, wie Iraner_innen für Jahrzente zu Opfern gemacht wurden, marginalisiert der Film sie von ihrer eigenen Geschichte und schiebt sie in die Rolle der Bösen. Diese Ironie ist nur überlagert von einer noch größeren: Die Held_innen des Films, der CIA, hat dazu beigetragen die Situation überhaupt erst herzustellen.

Aber eigentlich ist das alles auch nicht überraschend, schießlich entscheiden über die Oscars in erster Linie alte weiße Männer. Und welche Filme sehen diese am liebsten? Ja genau, Filme über andere (weiße) Männer. Vor ein paar Jahren hat FeministFrequency diese Präferenz anhand der Filme, die in den letzte 50 Jahren die Kategorie “Bester Film” für sich entschieden hatten, gezeigt. (Das Video ist auf Englisch, ihr könnt aber – unten rechts – deutsche Untertitel einstellen.)

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Black History Month: An Schwarze (deutsche) Geschichte erinnern

7. Februar 2013 von Nadine

Wie jedes Jahr findet im Februar der Black History Month statt, der auf den Historiker Carter G. Woodson zurückgeht. Er initiierte 1926 eine Veranstaltungsreihe, “um die breite Öffentlichkeit in den USA über Schwarze Geschichte und die kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen der afro-amerikanischen Bevölkerung aufmerksam zu machen.” (Quelle: ISD)

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. (ISD) organisierte 1990 erstmalig eine Veranstaltungsreihe zum Black History Month in Hamburg. Seitdem organisieren Afrodeutsche, Schwarze und People of Color, die in Deutschland leben, jährlich Veranstaltungen in größeren deutschen Städten, um die Geschichte Schwarzer Menschen (und ihres politischen Engagements) zu würdigen. Nadia hat bereits am Montag damit angefangen und auf den 100. Geburtstag von Rosa Parks hingewiesen.

Nachfolgend findet ihr eine kleine Veranstaltungsübersicht zu Hamburg, Frankfurt a.M. und Berlin. Falls ihr Termine in eurer Stadt parat habt, die hier nicht aufgelistet sind, freuen wir uns über Ergänzungen in den Kommentaren. Hier findet ihr eine umfangreiche Übersicht zu Organisationen, die sich postkolonialer und antirassistischer Erinnerungskultur widmen.

Wir wünschen euch einen empowernden Monat!

(weiterlesen …)


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