Einträge der Rubrik ‘Netzkultur’


Brustkrebs: Austauschen, vernetzen, gegen Körpernormen kämpfen

5. Dezember 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 89 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Lebensrest

Wie heißt du?
In meinem Ausweis steht Susanne und ich bestehe, wenn schon gekürzt werden muß, auf Sue und wer mich Susi nennt hat echt schlechte Karten. Susi darf mich nur mein Sohn nennen.

Seit wann bloggst du?
Seit 2006.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich bekam die Diagnose Brustkrebs und mußte mir anfangs vieles einfach von der Seele schreiben. In der ersten Zeit war das eher ein Tagebuch, inzwischen ist es ein Blog auf eigener Homepage.

Worüber schreibst du?
Viel darüber was ich mit und durch die Krebserkrankung erlebe, aber auch über alles was mir sonst so durch den Kopf geht oder was ich erlebe. Manchmal provoziere ich auch ganz gerne. Da sehr viele Frauen im Laufe ihres Lebens mit dem Thema Brustkrebs konfrontiert werden, halte ich
Erfahrungsberichte und Vernetzung für sehr wichtig. Duch den Informationsaustausch kann viel erreicht, geholfen und aufgeklärt werden. Ich bin bekennende Amazone und kämpfe gegen den Druck den einige brustamputierten Frauen verspüren und sich nur wegen oberflächlichen Äußerlichkeiten einer (oder mehr) Brustaufbauoperation unterziehen. Ich rege mich fürchterlich über Verknüpfungen zwischen Brüsten, Gebärmutter, etc. und Frausein / Fraufühlen auf.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Eine spezielle Anekdote kann ich nicht erzählen, aber ich habe durch das Netz viele tolle und auch wertvolle Kontakte geknüpft.

Wovon braucht das Internet mehr:
Mehr sinnvolle Vernetzungen und Bündelungen von Wissen.

Frauen* im Web sind
…taff, offen, modern und oft sehr gut informiert.

Deine tägliche Web-Lektüre:
dreamsandme.wordpress.com, vergangenundzukunft.wordpress.com,
katerwolf.wordpress.com (ich liebe ihre Joschi Geschichten), Konsequenzen eines Gentests, www.wissen-hilft-weiter.info

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.


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Sexistisch in den Advent und anderes Erhellendes in der Blogschau

26. November 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 135 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

denkwerkstatt regt sich über die Titelgeschichte des Magazings profil auf, wonach jede zweite Österreicherin an den Rückzug zu Kindern und Küche denke. Was das für die finanzielle Sicherheit dieser Frauen bedeutet ist klar: Vertrauen in die Partnerschaft.

paper cuts überlegt, warum sie sich als “beinharte Feministin” bezeichnet, obwohl sich ihr referentieller Lesekonsum in Grenzen hält. Aber statt Theorie hat sie jahrelange praktische Erfahrung damit, was es heißt “ein Mädchen” zu sein. Und ein paar Wünsche für eine besser Zukunft außerdem.

Ein Fremwörterbuch hinterfragt – nicht zum ersten Mal – Rassismus als Randproblem und als in der rechten Szene verortetes Problem. Zwar setze langsam eine stärkere Sensibilisierung unter “Migranten, Deutschen mit Migrationshintergrund und engagierten autochtonen Deutschen”, aber was wir brauchen ist die ehrliche Auseinandersetzung in der Mehrheitsgesellschaft.

Piratenweib hält Ausschau nach Weihnachtsgeschenken und entdeckt jede Menge sexistische Kackscheisse. Das zieht jede Menge Fragen nach sich, zum Beispiel warum sexistische Werbung Männer ins Lächerliche zieht und Frauen ins Sexuelle?

In würgende Weihnachtsstimmung bringt sich auch kopfweh statt rausch mit einem Blick auf die Werbung für den nahenden Axe Weihnachtskalender. Jaja, die Geschenke von unseren Freunden der Deo-Vermarkung sind uns ohnehin die liebsten…

Die kleine Ethnologin hat sich durch die Zeitungen und ihre Darstellung von Frauen in der rechten Szene gelesen und kommentiert die Berichte auf SpOn, in der Sz und taz.

Astrodicticum Simplex geht in Deckung angesichts pink-mit-grusel Spielsachen, die Mädchen Wissenschaft näher bringen sollen. Das ist auch ein gutes Beispiel für Clarke’s Law for Girls’ Toys.

Wikimedia-Geschäftsführerin Sue Gardner war gerade in Deutschland zu Besuch und hat in unterschiedlichen Interviews eine Erhöhung der Autorinnenquote bei Wikipedia gefordert. Warum es nicht so leicht ist, in dem Männerclub einen Pumps auf den Boden zu kriegen, erklärt Andreas Kemper  im Blog von der Freitag.

Adrians Blog wägt die Vorteile einer (pro)feministischen Männerorganisation ab. Neben theoretischen Aspekten wie Reflexion und Männlichkeitsforschung könnten Demos und Engagement in Gruppen und im Netz auch aktionistisches Potential entfalten.

Anarchie und Lihbe berichtet, wie sie der sexuellen Belästigung während ihrer Ägyptenreise mit einer hässlichen Gummifratze begegnete. Lustig ist das nicht, eher verwirrend und von nachdenklichen Fragen begleitet.

Genderverrückt nennt sich ein neues Gender-Blog, geschrieben von jemandem “meist als männlich gelesen” mit dem Ziel “ohne Pathos und eher der Konvention gerecht: Hegemoniale Männlichkeit dekonstruieren, männliche Identität queeren.”

So Let’s Have A Baby zeigt ein Schauspiel in drei Akten: SAT 1 und die Frage, warum Homos eigentlich keine Kinder adopieren können. In den Hauptrollen: eine lesbische Frau, ein schwuler Mann und zwei – das Gesetz Gottes – vertretende Christen.

Und noch ein aktueller Termin:

Am 1. Dezember stellen im Audimax der Uni Halle ab 19 Uhr  Gesa Mayer und Robin Bauer in ihren Vorträgen die Monogamie sowohl in hertero- als auch homosexuellen Beziehungen als romantisiertes Ideal in Frage.


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Mode als Indikator gesellschaftlichen Wandels

24. November 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 88 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Im Nahtschatten
(auf Twitter @Barbara_berlin, auch über Facebook und Bloglovin)

Wie heißt du?
Barbara Russ

Seit wann bloggst du?
Ich blogge seit April 2009.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich habe Modedesign studiert, war aber immer mehr am Schreiben und am Lesen über Mode interessiert, als am Entwerfen und Schneidern. Nach der Ausbildung an der ESMOD habe ich zwei Jahre gearbeitet und den Traum vom Schreiben ein bisschen schleifen lassen. 2009 bin ich dann nach Berlin gezogen, habe noch mal angefangen zu studieren und bin durch meinen Freund
zum Bloggen gekommen. Es hat mir von Anfang an Spaß gemacht und war der erste Schritt zur Erfüllung meines Traums. Bloggen ist ein wunderbarer Einstieg – nicht nur in die Modebranche.

Worüber schreibst du?
Auf meinem eigenen Blog (Im Nahtschatten) schreibe ich über die Schattenseiten der Mode. Das muss nicht unbedingt etwas negatives heißen. Zum Beispiel kann das Modegeschichte oder Modetheorie beinhalten, die von den meisten Menschen nicht beachtet wird. Oder ich lese ein Buch, das mit Mode zu tun hat und stelle es vor. Mich interessiert das einfach mehr, als was irgendwer gerade auf der Straße trägt. Obwohl das auch wichtig ist, denn es dokumentiert Gesellschaft und gesellschaftlichen Wandel. Ich versuche die Dinge, die ich im Studium lerne, sei es Soziologie oder Kulturwissenschaft, auf Mode anzuwenden. Das Schreiben hilft auch gegen das Vergessen.
Auf den anderen Blogs (modabot, fashionfreax, globe-m) schreibe ich über Mode, Kultur & Lifestyle. (weiterlesen …)


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Kreativ sein gegen Sexismus und Rassismus im Netz

23. November 2011 von Magda

Oft werde ich auf Veranstaltungen gefragt, wo denn „die Feminist_innen von heute“ sind. Ich antworte dann für gewöhnlich, dass wir z.B. Ladyfeste organisieren, Diskussionsveranstaltungen und Demos planen, Work­shops und Konzerte geben, uns in der Uni mit Gender und Feminismus be­fassen – und darüber hinaus sehr stark im Netz ver­treten sind.

Wir bloggen, twittern, facebooken, hängen in Foren rum – kurz: wir schreiben uns die Finger wund. Neben kritischen, klugen, er­hellenden und manchmal auch nervigen An­merkungen und Kommentaren zu unseren feministischen Ergüssen gibt es eine nicht zu unter­schätzende Wucht an Sexismen, Beleidi­gungen und manchmal sogar Drohungen in diesem virtuellen Wohn­zimmer, in dem wir es uns so halbwegs gemüt­lich gemacht haben. Oft­mals ist es aber nicht so gemütlich, denn diese Sexismen können ganz schön ätzend und zer­mürbend sein. Feminist_innen, die viel online unterwegs sind, haben aller­dings ihre Mittel und Wege gefunden, mal mehr und mal weniger erfol­greich mit Sexismen im Netz umzugehen.

Besonders aus der US-amerikanischen Blogosphäre kommen öfter tolle Ideen und Projekte, die auch die hiesigen feministischen Netz­begeisterten inspirieren. Da wäre zum Bei­spiel das nach US-Vorbild inspirierte hatr.org, welches eine Plattform ist, auf der diskriminierende und hass­erfüllte Kommentare gesammelt werden, die tag­täglich auf gesell­schafts­kritischen Blogs einlaufen. Mit den auf hatr.org ver­öffentlichten Kommentaren wird mittels geschalteter Werbung Geld für coole, emanzipatorische Projekte verdient. Hass wird somit zu Geld, hooray!

Weitere Projekte und Aktionen aus der US-amerikanischen Netz­gemeinschaft stelle ich euch heute mal vor:

(weiterlesen …)


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„Aktion Libero“ gegen Homophobie im Fußball

16. November 2011 von Nicole


Wir haben das Thema Homophobie/Homosexualität im Fußball – und zwar Männer- wie Frauenfußball – schon häufiger behandelt, zuletzt anlässlich der etwas zwanghaften Heterooutings deutscher Nationalspieler. Die aktuelle Meldung dazu allerdings geht in eine andere Richtung: David Testo, US-amerikanischer Profifußballer in der zweiten kanadischen Liga, sprach im Fernsehen über seine Homosexualität. Er wird mit den Worten „Es ist unglaublich schwierig, als Profisportler zu leben und schwul zu sein“ zitiert, zu lesen ist außerdem, dass seine Trainer und Mitspieler schon seit einigen Jahren wüssten, dass er schwul sei.

Zum heutigen 16. November gibt es nun einen Aktionstag in zahlreichen Sportblogs, die gemeinsam auf die besonderen Verhältnisse im Fußball in Sachen Homophobie aufmerksam machen wollen: „In den meisten Bereichen der Gesellschaft bedeutet Homosexualität keinen Nachteil für Karriere und Position. Ausgerechnet in der beliebtesten Sportart ist das anders: Der Fußball bleibt spießig.“

Eine weiße FUßballspielerin auf grünem Rasen, daneben die Kästen lesbisch (zeigt auf sie) rund (zeigt auf den Ball) grün (zeigt auf den Rasen)Nun erscheint mir persönlich das Ausspielen von Fußball gegen andere gesellschaftliche Bereiche immer ein wenig schwierig, klingt es doch schnell so, als wäre dies das einzige Feld, in dem es noch Diskriminierung von Homosexuellen gibt (Prominente offen lesbische Politikerin? Anyone?). Aber das soll nun nicht den Blick auf die Aktion selbst und ihr Anliegen verstellen. Weiter heißt es in der Stellungnahme:

„In einer Zeit, in der es angesagt ist, sich vor allem zu seiner ‚Normalität‘ zu bekennen, unaufgefordert und ausdrücklich, ist es überfällig, der Vernunft mehr Stimmen zu geben: Wir sind uns bewusst, dass auch wir als Sportblogger(innen) ein Teil des Systems Fußball sind, und mitverantwortlich für den Tenor. Es mag seltsam klingen, weil es so selbstverständlich ist, aber es ist uns ein Anliegen, klar zu sagen: Wir sind gegen Homophobie! Auch im Fußball.“

Am heutigen Aktionstag erscheint zeitgleich in vielen Sportblogs die Stellungnahme gegen Homophobie, zudem soll es zahlreiche einzelne Texte zum Thema geben. Der gute Gedanke dahinter: Menschen mit Interesse an Sport werden in ihrer täglichen Weblektüre auf das Thema Homophobie gestoßen. Davon erhoffen sich die Initiator_innen der Aktion zumindest ein Nachdenken.

Mehr Infos auf der Website der Aktion: www.aktion-libero.de


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Mütter, Kinder, Feminismus

14. November 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 87 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

fuckermothers
(auch auf Facebook)

Wie heißt ihr?
Wir sind momentan zwei Personen, unser Blog heißt „Fuckermothers“. Unter dem Namen stellt eine von uns auch die eher sachlichen Texte ins Netz, die andere schreibt als „Unter den Haaren“ Geschichten und Glossen.

Seit wann bloggt ihr?
Wir bloggen seit Mai 2011.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum habt ihr damit angefangen?
Fuckermothers: Ich habe damit angefangen weil ich wissenschaftlich schon länger zum Thema Elternschaft arbeite und irgendwann sehr genervt war, was in vielen Medien und Ratgebern über Mütter geschrieben wird. Zudem bin ich immer wieder überrascht, wie wenig sich politisch in diesem Gebiet vorwärts entwickelt. Außerdem denke ich bereits länger selbst über Kinder nach, es ist also auch eine Art persönliche – wenn auch eher theoretische – Auseinandersetzung mit dem Thema.

Unter den Haaren: Ich bin wütend gewesen, seit ich Kinder habe, dass ich mich in den meisten Texten von Müttern im Netz nicht wiederfinden kann. Mir fehlt da immer eine übergeordnete Perspektive, die Rollen-Probleme in der Partnerschaft die durch die Geburt der Kinder entstehen werden mir da immer zu persönlich behandelt und der rote Faden höchstens im lamentieren gefunden. Da gibt es eine Lücke zu füllen.

Worüber schreibt ihr?
Fuckermothers: Über Mutterschaft, Elternschaft und Feminismus in verschiedenen Variationen.
Unter den Haaren: Ich hoffe, ich tue das selbe, nur ziemlich untheoretisch.

Was euch ohne Internet nicht passiert wäre:
Fuckermothers: Ich hätte nicht mit dem Bloggen angefangen. Ich wuerde sehr viel weniger TV-Serien schauen. Wahrscheinlich wäre ich aber auch nicht so sehr unter ständigen Zeitdruck.

Unter den Haaren: Ich könnte nicht ohne weiteres die Online Ausgaben griechischer Zeitungen lesen. Denn dann gäbe es den Google-Translator nicht.

Wovon braucht das Internet mehr:
Fuckermothers: Manchmal denke ich, es bräuchte eher weniger. Vielleicht mehr direkte Auswirkungen auf Politik?
Unter den Haaren: Auf jeden Fall weniger! Aber mehr Anstand vielleicht auch. Die Leute beschimpfen sich so schnell und kommen vom Thema ab. Ich finde auch alles zu User-generated, ich will auch Dinge erfahren, die ich nicht kenne.

Frauen* im Web sind
Fuckermothers: unterschiedlich.
Unter den Haaren: …wie Frauen zu Land und auf der See.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Fuckermothers: Täglich schaffe ich leider eigentlich nichts (außer Facebook). So oft es geht: Die SZ, Bitch Magazine, die Mädchenmannschaft, Unter den Haaren, Unsichtbares, und was sonst so auf der Blogroll steht.

Unter den Haaren:
Kommt total darauf an, wie hysterisch ich mit einem Thema bin. Wenn die Wirtschaft abschmiert, dann gehe ich auf andere Seiten, als wenn in Fukushima eine Kernschmelze beginnt. Also täglich gehe ich eher politisch gucken.

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Mitmachen bei Pornografie-Umfrage

11. November 2011 von Verena

Ob es Verbindungen zwischen Pornografiekonsum und sexuellen Wünschen und Phantasien und sogar Verhaltensweisen gibt, ist eine wiederkehrende Frage. In einer internationalen Online-Befragung zweier Wissenschaftlerinnen sollen nun neue Erkenntnisse gewonnen werden.  Nicola Steffen betreut das Forschungsprojekt mit. Sie ist freiberufliche Künstlerin und promovierte Kunstpädagogin. Ihre Kunst befasst sich – genauso wie ihr Forschungsinteresse – mit Repräsentationen von Gender in den Medien. Für sie außerdem interessant sind Pornografie und Kultur, ins­be­sondere alles was „dazwischen“ liegt, also deren Schnittstelle. Ihre Doktor­arbeit schrieb Steffen über das Phänomen des „Porn Chic“ auf Clubflyern und aktuell untersucht sie zusammen mit der us-amerikanischen Medien­wissen­schaft­lerin Dr. Chyng Sun die Auswirkungen des Pornografiekonsums im Internet. Dazu schreibt sie:

Im Laufe des letzten Jahrzehntes, ist Pornografie in den kulturellen Mainstream eingedrungen. Dies ist, zumindest teilweise, bedingt durch die Entwicklungen neuer Technologien und den  Möglichkeiten, die damit einhergehen („web 2.0“). Als Folge ist Pornografie so zugänglich wie nie zuvor, und, da die Entwicklungen schneller vonstattengehen als Gesetze und Bestimmungen geschaffen werden können, trifft dies auch auf Kinder und Jugendliche zu. Es gibt wenig Indizien, oder gar Studien, dass sexuelle Inhalte an sich einen negativen Effekt auf Kinder und Jugendliche haben. Was meines Erachtens jedoch bedenklich ist, ist die zunehmende Verlagerung der Inhalten populärer Pornografie in Richtung extreme Pornografie (Doppelpenetrationen, Ejakulation in Gesicht und Mund, Ass-to-Mouth) – schon lange verfügbar für diejenigen welche sie aktiv aufsuchen, ist extreme Pornografie nun für jeden unmittelbar erreichbar, der Zugang zum Internet hat. Es gibt Grund zu glauben, dass diese neuen extremen Inhalte die sexuellen Skripte mancher Männer beeinflussen, sowie ihre Erwartungen Frauen gegenüber (und sich selbst), außerdem werden negative Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein von Männern (und noch mehr auf das von Frauen) angenommen. Erstaunlicherweise haben die gegenwärtigen Inhalte populärer Pornografie im Internet, trotz ihrer Relevanz, so gut wie keine Aufmerksamkeit in der Forschung bekommen.

Chyng Sun lehrt an der New York University und hat schon zahlreiche Bücher und Artikel zum Thema Pornografiekonsum und Pornoindustrie veröffentlicht. Die aktuelle Online-Befragung wird in einem Dutzend Länder weltweit durchgeführt und für Deutschland von Nicola Steffen koordiniert. Der Fragebogen (Achtung! Triggerwarnung) ist bis auf einige Filmtitel am Schluss auf deutsch, in knapp zehn Minuten auszufüllen und auch für Menschen geeignet, die keinerlei Erfahrung mit Pornografie haben. Leider richtet sich die Umfrage nur an heterosexuelle Männer und Frauen. Für Fragen oder Anmerkungen stehen sowohl Nicola Steffen (nybom[at]gmx.de) als auch Chyng Sun (Cfs1[at]nyu.edu) zur Verfügung. Und ein dickes Danke gibt es von Steffen schon mal vorab:

Ich wäre Euch sehr dankbar, wenn Ihr an der Studie teilnehmen würdet. Die Befragung wurde von New York University, University Committee on Activities Involving Human Subjects (HS#10-0187) genehmigt und die Anonymität der Teilnehmer wird garantiert.

Also unbedingt mitmachen!


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Gibt besonderen Büchern eine Stimme: @Klappentexterin

3. November 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 86 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Klappentexterin | Das gute Buch im Internet
(auch auf Twitter und Facebook)

Wie heißt du?
Simone Finkenwirth

Seit wann bloggst du?
Ich habe im Januar 2008 mit einem Blog angefangen. Der war eher ein Mischmasch aus allem, doch irgendwann wollte ich eine gerade Linie. Dieser Wunsch hat mich zu meinem Literaturblog Klappentexterin geführt, den ich seit April 2010 pflege. Im Oktober 2010 kam dann noch das Blogprojekt „Reading Murakami“ dazu, das ich zusammen mit drei anderen Bloggerinnen ins Leben gerufen habe.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich liebe gute Bücher jenseits des Mainstreams, habe Ideen zur Literaturwelt und bereits als Journalistin viel geschrieben. Diese Freuden kann ich auf der Klappentexterin bestens zusammenbringen.

Worüber schreibst du?
Im Mittelpunkt stehen bei mir Rezensionen. Mir liegen vor allem Bücher am Herzen, die etwas Besonderes sind und nicht den Stempel eines Bestsellers tragen. Gut, manchmal bleibt es nicht aus, dass ich auch Bücher lese, die in der Bestsellerliste stehen, aber die feinen Bücher waren schon immer meine Lieblinge. Auf meinem Blog bekommen sie endlich eine Stimme. Dadurch, dass ich mich auch als Buchhändlerin mit Büchern beschäftige, bleibt es natürlich nicht aus, dass mir Gedanken dazu durch den Kopf gehen. Manchmal fallen mir bibliophile Bilder vor die Augen, die ich gern fotografiere. Für all die Dinge ist die Klappentexterin ein schöner Ort, um sie dort mit anderen zu teilen.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ohne das Internet hätte ich nicht so viele wunderbare Menschen kennengelernt. Aus einigen Kontakten haben sich in der Zwischenzeit wertvolle Freundschaften entwickelt. Darüber freue ich mich sehr und danke dem Internet für diese glücklichen Begegnungen. Ohne das Internet würde auch nicht der schöne Pokal im Wohnzimmer stehen, den ich für meine Auszeichnung als Online-Autorin des Jahres 2011 erhalten habe. Das Internet bleibt ein weites Meer mit unbegrenzten Möglichkeiten. Deshalb liebe und schätze ich es so!

Wovon braucht das Internet mehr:
Mut, gute, nicht kommerzielle Ideen und Professionalität.

Frauen* im Web sind
…einfach großartig! Im Laufe meiner Blogzeit bin ich auf viele interessante kreative und bemerkenswerte Blogs gestoßen, wobei der Großteil von Frauen gestaltet wurde. Leider sind wir Frauen immer noch zu leise, aber auf dem guten Weg der Besserung.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Natürlich besuche ich zunächst meine Literaturnachbarn wie Ada Mitsou liest…, Ailis’ Leseturm, aus.gelesen, Bücherwurmloch, Crime Time, Syn-ästhetisch, um nur einen Teil zu nennen. Doch ich halte mich nicht nur im Buchuniversum auf und klicke mich ebenso gern durch andere lesenswerte Blogs wie Girls Can Blog, Gespenst der Armut, und Frau Liebe. Facebook, Spiegel Online, sueddeutsche.de, buchreport.de und boersenblatt.net zählen genauso zu meiner Web-Lektüre dazu.

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Mitlesen und mitmachen – kurz Notiertes in dieser Woche

28. Oktober 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 126 von 138 der Serie Kurz notiert

CNN hat Apple’s neue iPhone-Stimme Siri zum Anlass genommen, Computer­stimmen zu untersuchen. Interessantes Detail: Geht es um autorität-vermittelnde Stimmen, klingen sie meist männlich, assistierende Stimmen dagegen weiblich.

Welche Halloween feiern und sich dazu verkleiden möchte, denke bitte an die goldene Regel: Hauptsache sexy.

Passend zu Halloween und einigen unsäglich rassistischen Kostümen, die wieder auf uns warten werden: Eine Kampagne von “Students Teaching About Racism in Society” (Studierende die über Rassismus in der Gesellschaft aufklären).

Nach der Lingerie Football League (Frauen spielen Football in Unterwäsche, haha, sex sells, und werden dafür nicht mal anständig bezahlt) gibt es jetzt eine Youth Lingerie Football League. Da sind die Mädchen zwar angezogen, sollen aber das lustige Leben in sexy Lingerie trainieren. Worst idea ever, wie jezebel kommentiert und hat mit Sport auch nix zu tun.

Bei xojane beschreibt eine Frau, was in ihr vor sich ging, als der Mann, der sie vor Jahren vergewaltigt hatte,  sie bei facebook fand. Schade nur, dass am Ende der Eindruck erweckt wird, als wäre sie ein bisschen selbst schuld gewesen: Hätte sie doch nur deutlicher gesagt, dass sie das nicht will…! (Danke an David für den Link).

In Österreich wurden vier Abtreibungsgegner_innen wegen Stalkings verurteilt, berichtet dieStandard.

Jamie vom Rookie Mag hat erst spät Bekanntschaft mit Masturbation gemacht. Trotzdem hat sie ein paar Fragen dazu beantwortet, jeweils mit der Anekdote einer Real-Live-Person aufgepeppt. Das hätte auch Cyndi Lauper gefallen:

(weiterlesen …)


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Genderbüro: Blog und Praxis

24. Oktober 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 85 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

genderbüro blog

Wie heißt du?
Regina Frey

Seit wann bloggst du?
Seit Januar 2011.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Anlass war die kleine Gender-Analyse des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung; um die zu veröffentlichen brauchte ich schlicht ein Medium. Das war dann auch der erste Blogeintrag.

Worüber schreibst du?
Über „Gender“ also gesellschaftliche Geschlechterverhältnisse in verschiedenen Facetten, angeregt durch meine Arbeit als Beraterin und inspiriert durch Gendertheorien. Dabei versuche ich das Thema einerseits sachlich, differenziert und auch wissenschaftlich zu bearbeiten ohne dabei abgehoben und unverständlich zu werden.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Das allgemeine Staunen, wenn ich erzähle, dass die Domain gender.de im Jahr 1998 noch frei war (und ich sie mir dann gleich schnappte).

Wovon braucht das Internet mehr:
Hm, ich glaube, es hat bereits mehr als es braucht. Sprich: Leute, die doch noch einmal kurz über das nachdenken, was sie gerade im Begriff sind ins Netz zu stellen.

Frauen* im Web sind…
…wenn es um die entscheidenden Stellschrauben geht leider weiterhin unterrepräsentiert: Bei Wikipedia gibt es z.B. nur sieben Prozent weibliche Schreibende. Da heißt es: Ran an den Speck und diskursbildend wirken!

Deine tägliche Web-Lektüre:
Die Mädchenmannschaft ist Pflichtlektüre, klaro. Auch dieStandard.at ist sehr informativ. Ansonsten beziehe ich viele Infos tatsächlich noch über das Abo einer qualitativ hochwertigen Tageszeitung (noch aus so richtigem Papier…).

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