Einträge der Rubrik ‘Netzkultur’


GenderCamp 2012 – wie war’s?

24. Mai 2012 von Magda

Vom 17. bis 20. Mai hat das diesjährige GenderCamp stattgefunden, ein Barcamp für Feminismus in der Digitalen Gesell­schaft. Zur Erinnerung: Das GenderCamp ist eine politische Bildungs­ver­anstaltung rund um Feminismus – Queer – Gender – Netzkultur – soziale Netzwerke – Netzpolitik – digitales Leben. Es lehnt sich an das Prinzip des „BarCamps“ an. In diesem Jahr fand es zum dritten Mal im ABC Bildungs– und Tagungszentrum in Hüll bei Hamburg statt.

Nadine und ich waren unter den rund 60 Teilnehmer_innen, die im ländlichen Hüll mehr als drei Tage zu unter­schiedlichen Themen diskutierten. Die meisten Session-Ideen wurden erst auf dem Camp entwickelt und in der morgendlichen Session­planung vor­geschlagen. Entstanden ist ein grandioser Mix aus Sessions, der viele Gelegen­heiten bot, ganz neue feministische Felder oder Perspektiven kennen­zulernen.

Diskutiert wurde über: feministische Projekte im Netz, dominantes Rede­verhalten (dazu werde ich noch einen Text schreiben), Veganismus, Speziezismus, Körpernormen, Fanfiction, feministischer Aktivismus in nicht­feministischen Geek/MINT-Spaces, Troll­bekämpfung, Elternschaft, Ehe, Identitäten im Netz, BDSM & Feminismus, Justiz und Macht­strukturen, Asexualität, Repro- und Erwerbs­arbeit, Craft­blogging, Synthetische Kultur, My Little Pony, Kinder(betreuung), Empowerment im Netz, Feministische Netz­politik, Hierarchien im Netz, Spiritualität, feministische ‘Bubbles’, Barriere­freiheit im Netz und auf dem Camp, Profeministische Männer*gruppen, Derailing, Netzfeminismus, Polizei & Sexismus und über die Gründung einer #hackerflauschkommune. Auch Bastel- und Rollen­spiel­workshops konnte mensch auf dem GenderCamp besuchen.

Eine Übersicht über (fast) alle Sessions findet ihr im Programm (da sind noch nicht alle Protokolle verlinkt), die Protokolle zu den einzelnen Sessions könnt ihr auf gendercamp.posterous.com nachlesen. Wer gute Link­tipps sucht zu unter­schiedlichen gesell­schaftlichen Macht­verhältnissen und zu einigen Begriffen, die in queer_feministischer Praxis & Theorie eine Rolle spielen, freut sich über unsere Schmöker-Ecke.

Ich muss meine Gedanken noch sortieren, andere Teilnehmer_innen waren schneller und haben ihre Ein­drücke bereits ver­bloggt:


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Wüste Erlebnisse

21. Mai 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 103 von 103 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Wüst(e)s Leben
Wüst(e)s Rheuma

Wie heißt du?
Bea Wüst

Seit wann bloggst du?
Seit Mai 2009.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen, worüber schreibst du?
Ich habe angefangen zu bloggen nachdem mir immer wieder die schrägsten Sachen passiert sind und eine Freundin meinte, die dürfe ich der Welt nicht vorenthalten. So kam mein Hauptblog Wüst(e)s Leben auf die Welt, in dem ich, wie der Name schon sagt, aus meinem manchmal mehr, manchmal weniger wüsten Leben berichte.

Ein Ableger dieses Blogs ist Wüst(e)s Rheuma. Ich habe ihn von meinem “Hauptblog” getrennt, weil ich mit diesem Blog hauptsächlich Menschen erreichen will, die in der gleichen oder einer ähnlichen Situation sind wie ich. Dort berichte ich über meine Erfahrungen und Erlebnisse, die mit meiner Erkrankung zu tun haben.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Puh, das ist schwierig zu beantworten. Das beste ist wahrscheinlich, dass ich viele liebe Menschen nicht kennen gelernt hätte, viele lustige, interessante und lehrreiche virtuelle Begegnungen nicht gehabt hätte. Das Internet ist meine Tür zur Außenwelt und ohne diese Tür wäre mein Leben um einiges ärmer.

Wovon braucht das Internet mehr:
Das wovon auch die Welt mehr braucht: Offenheit und Ehrlichkeit.

Frauen* im Web haben…
… oft mehr Mut ihre Meinung offen und ehrlich zu sagen als im realen Leben.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Als erstes immer Facebook. Danach ein paar meiner Lieblingsblogs, unter anderem Dornröschen holt die Heckenschere, Ich und Frau Schmitt und Stevielettland.

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.


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Diskussionen über sexuelle Gewalt, Körperhaare und Geschlechterrollen – die Blogschau

19. Mai 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 158 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Mir erst gestern passiert: sexuelle Belästigung auf der Straße. Über die Ein­schränkungen, die dies für Frauen bedeutet, hat HighOnCliches gebloggt. Und setzt gleich noch mal nach, wie Männer auf der Straße Frauen ansprechen sollten, ohne wie ein Arsch rüber zu kommen.

Gegen sexualisierte Gewalt läuft weiter #ichhabnichtangezeigt. Eine der Ini­tia­tor­innen von Kofra über unser Weg­schauen bei den Tätern. Wenig überraschend: das Medien­interesse fokussiert sich nun auf Betroffene.

Auch auf der internationalen Politikbühne ist sexualisierte Gewalt weiter Thema. Flannel Apparel kommentiert die Causa Dominique Strauss-Kahn.

Ebenfalls Thema diese Woche: Körperbehaarung von Frauen. Frau mit Bart hat eine Dokumentation der BBC dazu gefunden.

Über Blockupy in Frankfurt hat sich Karnele Gedanken gemacht.

Menschrechte? Gelten nicht für Teilnehmerinnen von „Germany’s Next Topmodel“, stellt Katrin Schuster fest. Stattdessen lernen wir: Mit einem Mikro vor dem Gesicht muss frau auf Aufforderung Kolleginnen denunzieren.

Wie stark Medien unser Leben beeinflußen, musste Discover the Muslim World erleben. Ihr Vierjähriger will nicht abwaschen, denn „im Fernsehen waschen immer nur Frauen ab.

Ein Manifest zur „Inklusion behinderter Menschen in allen Lebensbereichen“ gibt es jetzt beim Behindertenparkplatz. Bitte direkt an Bundes- und Landesregierungen weitersenden!

Zum 20-jährigen Jubiläum des LSVD erklärt anders deutsch, warum sich nicht alle Lesben und Schwulen vom Verband vertreten sehen.

Mit den Geschlechterverhältnissen im NSU Umfeld hat sich das NSU Watchblog ausführlich auseinander gesetzt.

Seit Sonntag war erst Muttertag, dann Vatertag. Wieder einmal zeigt sich, dass wie unsere Eltern sehr unterschiedlich ehren. Denkwerkstatt über kuriose Be­richt­er­stattung in den österreichischen Medien. Und Mutter­seelen­allein­erziehend hat den Herrentagsritualen hinterhergeforscht.

Von Albaniens erstem „Gay Ride“, einer Fahrraddemo unter Regen und Rauch­bom­ben, berichtete QueerNews.at (eine Gay Pride war verboten worden). Und auch in Burma gab es dieses Jahr erstmals Gay Pride-Veranstaltungen.

Katrin von reizende Rundungen weiß, dass ihr Lebenszweck nicht ist, einem Mann zu gefallen – dennoch fragt sie sich nach einer schönen Partynacht, warum sie keiner angesprochen hat. Und warum ist es ihr eigentlich immer noch so wichtig, Aufmerksamkeit zu bekommen?

Feminismus zum Anhören gibt es diese Woche in der neuen Folge von Nrrrdz. Und Antje Schrupp war zu Gast bei Wir. Müssen Reden. Schon etwas länger läuft überhaupt der Podcast „I’m coming out“.

Nach dem Klick noch ein paar Termine (weiterlesen …)


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Das Schweigen brechen: #ichhabnichtangezeigt

10. Mai 2012 von Helga

(Für alle Links, außer dem Kontakt, gilt eine Triggerwarung, da Gewalterfahrungen beschrieben werden.)

Über sexualisierte Gewalt und Vergewaltigungen herrschen immer noch viele Mythen und Entschuldigungen vor. Doch wer einmal genauer hinschaut merkt oft, dass vieles nicht stimmt. Ein immer wiederkehrendes Muster ist aber der Fokus auf diese Entschuldigungen, mit dem Effekt, dass die Stimmen der Opfer abgewertet werden und sich dann noch weniger zu Wort melden.

Banner der Aktion „Ich habe nicht angezeigt“

Um dies zu ändern, läuft im Mai die Kampagne #ichhabnichtangezeigt, organisiert vom Münchener Kom­mu­ni­ka­tions­zentrum für Frauen und Arbeit. Vorbild sind die Twitter-Kampagnen #ididnotreport in Großbritannien und #jenaipasportéplainte in Frankreich. Wie der Name schon sagt geht es um die Gründe, die Opfer von der Anzeige bei der Polizei abhielten.

In den bisher veröffentlichten Aussagen beschreiben die Teilnehmenden vor allem Scham, Furcht vor persönlichen Konsequenzen und Angst, dass einer oder einem niemand glaubt. Einige Kommentare sind gerade einmal ein Satz, andere be­schreiben detailliert, welche Widerstände sie von einer Anzeige abgehalten haben. Genaue Beschreibungen von Taten werden gekürzt und erst zum Ende der Aktion (31. Mai) veröffentlicht.

Mitmachen können Betroffene über die folgenden Wege:

Alle Nachrichten werden dann noch einmal über den Account @nichtangezeigt mit dem Hashtag #ichhabnichtangezeigt auf Twitter eingestellt.


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Haarblog: Identität, Selbstfindung und Individualität

10. Mai 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 102 von 103 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

aniversum

Wie heißt du?
Mein Name ist Ani, im www findet man mich unter Aniversum.

Seit wann bloggst du?
Ich blogge seit mittlerweile einem Jahr.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Schreiben war immer schon eine Leidenschaft von mir. Ich habe schon als Kind Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben. Die Idee einen Blog zu starten hatte ich schon etwas länger, aber ich wusste nicht so genau, worüber ich schreiben sollte. Als ich festgestellt habe, dass es zu meinem Thema kaum Info auf deutsch gibt, wusste ich, dass es Zeit war meinen Blog zu starten.

Worüber schreibst du?
Ich schreibe über die Pflege von naturkrausem und lockigem Haar. Auf den ersten Blick wirkt das Thema sehr banal, aber wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt, merkt man gleich, wie sehr damit die Themen Identität, Selbstfindung und Individualität verbunden sind.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ohne Internet hätte ich im letzten Jahr nicht so viele tolle Menschen kennegelernt.

Wovon braucht das Internet mehr:
Das Internet braucht mehr von Freidenkern. Menschen die keine Angst haben, ihre Meinung zu vertreten, die aber auch anderen Raum für ihre Ansichten lassen.

Frauen* im Web haben…
sich einen Raum geschaffen, in dem sie ihre Individualität, Können und Talente mit anderen teilen können.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Oje, dass sind so viele! Ich bin eine extreme Leseratte. Am liebsten bin ich auf Twitter, da finde ich bekommt man sehr viel Infos und kann sich dann auf die Themen, die einem am meisten interessieren, konzentrieren.

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.


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Von der #rp12: How to make your activist space a safe space

8. Mai 2012 von Helga

Im gedruckten Programm wurde es leider nicht ganz klar, aber hier handelte es sich bei der re:publica 12 nicht um einen Vortrag, sondern einen Workshop für Erfahrungsaustausch. Nach anfänglichem Zögern, sich auch selbst zu beteiligen, brachten sich schließlich viele Teilnehmer_innen ein. Es ging um die Frage, wie mensch Aktivismus möglichst sicher und barrierefrei für sich und andere gestalten kann. Eine Frage, die auch hier nicht abschließend beantwortet werden konnte – was aber auch nicht das Ziel war. Aber was eigentlich ist ein safe space?

Symboldbild. Bunte Monoblocstühle der rp12

CC BY-SA 2.0 Rerun van Pelt

A place where anyone can relax and be fully self-expressed, without fear of being made to feel uncomfortable, unwelcome, or unsafe on account of biological sex, race/ethnicity, sexual orientation, gender identity or expression, cultural background, age, or physical or mental ability; a place where the rules guard each person’s self-respect and dignity and strongly encourage everyone to respect others. —Advocates for Youth

Ein Platz, wo alle sich entspannen und sie selbst sein können, ohne Angst, sich unkomfortabel, unwillkommen oder bedroht zu fühlen, aufgrund ihres biologischen Geschlechts, race/Ethnizität, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, kulturellem Hintergrund, Alters oder physischer oder geistigen Fähigkeiten; ein Platz wo die die Regeln den Selbstrespekt und Würde einer jeden Person schützen und alle ermuten, sich gegenseitig zu respektieren.

Warum sollte man seine aktivistische Gruppe zu einem sicheren und barrierefreien Ort machen? Je mehr Leute mitmachen, umso mehr Ideen gibt, umso mehr kann geschafft werden, umso mehr kann geändert werden. Natürlich: Sich aktiv dafür zu bemühen, bedeutet auch wieder Arbeit. Doch wenn man nicht einmal bei sich selbst anfangen kann, wie kann man dann die Welt ändern? (Wie ich im Workshop anmerkte, werde ich niemanden zwingen, seine Gruppe so zu gestalten. Aber wer Frauen nur zum Anschauen dabei haben will oder Lesben aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ausschließt, darf sich nicht beschweren, wenn Frauen diese Gruppe nicht unterstützen oder sie sich Homophobie-Vorwürfen ausgesetzt sieht.)

Klar, wer keine Glaskugel hat, kann leider nicht alle Probleme voraussehen, die andere Aktivist_innen haben – oder die sie davon abhalten, sich zu engagieren. Umso wichtiger ist es aber, jederzeit ein offenes Ohr zu haben. Zum einen für Vorschläge, zum anderen für Beschwerden. Am besten ist es dabei, klar zu kommunizieren, wo dies geschehen kann und was danach passiert. Die erste Regel: Ernst nehmen. Ob schwerer Übergriff oder „kleines“ Problem, wer dies anbringt, verdient Respekt und darf nicht als das Problem an sich behandelt werden. (weiterlesen …)


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Schon wieder vorbei – re:publica ’12

7. Mai 2012 von Helga

Mehr Bühnen, mehr Leute, mehr alles – so lässt sich die re:publica 2012 zusammenfassen. Außer der Mädchenmannschaft, von uns waren weniger da, deswegen gleich schon einmal der Verweis auf die Berichte von Girls Can Blog, Behindertenparkplatz, i heart digital life, Journelle, Ninia LaGrande, Afrika Wissen Schaft, Anke Gröner, Milenskaya, Kommander Kaufmann, der Sammelmappe und dem Kotzenden Einhorn. Weitere Links gerne in die Kommentare!

Stand auf der re:publica 12 von iStockphoto mit drei Aufstellern. Auf einem ist eine blonde Frau in hautengem Lack zu sehen, auf dem zweiten läuft ein Werwolf mit einer Frau im grünen Mini davon. Der letzte Aufsteller zeigt eine blutverschmierte Tennisspielerin.

Bild von @annalist

Mehr bezog sich dieses Jahr auch auf die Sponsoren, die damit auch ein Mehr an Sexismus mitbrachten. Sowohl iStockphoto, wie auch Sierra Tequila hatten nur sexualisierte Frauenkörper anzubieten. Allerdings nicht ohne Protest auf den Plan zu rufen. Trotz „Frauenquote“ bei Podiumsdiskussionen lag auch der Frauenanteil mit 30 Prozent nur etwas über dem des letzten Jahres. Und auch die Vorgabe, bei 5 Diskutant_innen auf einem Podium mind. 2 Frauen dabei zu haben, wurde des öfteren nicht eingehalten, wie das nuf dokumentiert hat. Da mit 30 Prozent die „magische Zahl“ erreicht ist, dürfte es sich auf diesem Level dann einpendeln. Leider total an den meisten Besucherinnen vorbeigangen und außerhalb des Programms versteckt wurde das Speednetworking für Bloggerinnen.

Geschafft habe ich es zunächst zu Frauen in die Wikipedia. Es zeigte sich, dass das Sexismus-Problem leider wohl viel tiefer liegender ist, als ich das bisher mitbekommen hatte. So galt eine ganze Weile der Spruch „Wikipedia ist kein Mädchenpensionat“. Dazu passend hatte eine Frau massive Probleme, weil sie nicht ständig als Mann angesprochen werden wollte. Statt dies zu respektieren, wurde sie weiter Anfeindungen ausgesetzt und anti-sexistische Kommentator_innen gesperrt. Die Beschimpfung eines Mannes als Mädchen führte dagegen gleich zur Sperrung des Pöblers. Als Mann bezeichnet zu werden ist also weiter eine Aufwertung, als Mädchen bezeichnet zu werden dagegen eine Abwertung. Während das Bewußtsein für diese Probleme zu wachsen scheint, bleibt es weiter bei der Einstellung, dass Sexismus und Gender Gap „nicht von oben gelöst“ werden könnten. Wie die Lösung von unten aussehen könnte, weiß aber auch noch niemand so genau.

Porn World: This is the way sex is. Real World: Not necessarily. In der Mitte ein rosa Herz mit Fragezeichen.

Der erste Höhepunkt war dann der Vortrag von Cindy Gallop, der Initiatorin von Make Love Not Porn (Aufzeichnung bei Spiegel Online). Nach ihren persönlichen Erfahrungen, dass Pornos immer stärker das Bild von Sexualität prägen, startete sie zunächst eine Webseite. Dort vermittelt sie, dass es zwar völlig in Ordnung ist, als Frau beim Sex z.B. beschimpft zu werden – aber dass nicht jede Frau darauf steht und nicht jeder Mann seine Partnerin beschimpfen will und es am Ende wichtig ist, herauszufinden, was mensch will. Inzwischen sei das Alter, in dem Kinder das erste Mal Hardcore-Pornos sehen, schon auf 8 Jahre gesunken. Anders als bei Actionfilmen trauten sich Eltern aber nicht, mit ihren Kindern darüber zu sprechen und zu vermitteln, wie die „Wirklichkeit“ aussähe. Anschließend berichtete sie von den Schwierigkeiten, das Projekt makelovenotporn.tv (Pro-sex. Pro-porn. Pro-knowing the difference) zu starten. Was genau hier passieren soll, verriet sie nicht. Allerdings mache bereits der Name es schwer, Kredite zu bekommen, ein dauerhaftes Bezahlsystem einzurichten oder überhaupt Partner_innen zur Programmierung zu gewinnen. Ob es klappt, sei dann ab dem Sommer zu besichtigen.

Mehr zum Workshop „How to make your activist space a safe space“ gibt es dann morgen.


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Eine Stimme gegen das Schweigen

30. April 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 101 von 103 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Mutismus Blog
Auch auf facebook und bloglovin.

Wie heißt du?
Sab

Seit wann bloggst du?
Gefühlt schon eine Ewigkeit und ich glaube meinen ersten richtigen Blog habe ich 2005 begonnen. Danach folgten dann ein paar weitere, bei verschiedenen Anbietern, bis ich 2009 den Mutismusblog angefangen habe. Und vorher habe ich eigentlich auch schon „Tagebuch“ im Internet geschrieben. Auf einer selbstgebastelten Homepage. Das müsste 2003/2004 gewesen sein.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Anfangs eigentlich nur, um meine Gedanken aufzuschreiben. Ich konnte aufgrund meiner „Krankheit“ selektiven Mutismus im realen Leben nicht sprechen und fand es deswegen toll das Internet mit meinen Gedanken zu füllen und so mit Menschen (über die Kommentare) in Kontakt zu kommen und zu „reden“, weil mir das Schreiben schon immer leicht fiel und Spaß machte. Den Mutismusblog habe ich dann angefangen, weil ich zum einen das Thema Mutismus etwas bekannter machen wollte, damit es bei anderen Betroffenen früher erkannt und somit besser und schneller therapiert werden kann. Und zum anderen, weil ich zeigen wollte, wie das ist, wenn man organtechnisch eigentlich sprechen kann, es dann aber doch nicht funktioniert und man sich deswegen irgendwie stumm fühlt. (weiterlesen …)


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„Mich interessiert, was die Menschen bewegt“

19. April 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 100 von 103 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

anders-anziehen
Auch auf twitter und facebook.

Wie heißt du?
Smilla Dankert

Seit wann bloggst du?
Seit Herbst 2009.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Die Idee zu meinem Blog hatte ich schon eine ganze Weile, aber mir hat immer die Zeit gefehlt und auch der Mut endlich anzufangen. Eines Tages hab ich dann beschlossen einfach loszulegen, und mich nicht mehr beirren zu lassen von meinen eigenen Zweifeln.

Worüber schreibst du?
In meinem Blog geht es um Menschen. Ich fotografiere und portraitiere Menschen, die ich auf der Strasse anspreche, die mir auffallen und mich interessieren. Zu den Fotos schreibe ich dann einen kurzen Text, eine Art Gedächtnisprotokoll. Einige Menschen erzählen mir direkt etwas aus ihrem Leben, anderen stelle ich Fragen; ganz so wie es sich entwickelt. Mich interessiert, was die Menschen bewegt, was sie tun und warum sie es tun. Dabei bin ich immer wieder verblüfft über die Dinge die ich erfahre. Einiges recherchiere ich später, wenn Themen mich interessieren oder bestimmte inhaltliche Bezüge, die ich interessant finde. Mir fällt immer wieder auf, dass auch Themen, zu denen ich sonst eher wenig Zugang hätte, mich plötzlich interessieren, wenn ich sie von Menschen nahegebracht bekomme, die aus einem persönlichen Blickwinkel darüber berichten. Das versuche ich dann in meinem Blog weiterzugeben. (weiterlesen …)


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Eisenhartes Bloggen

9. April 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 99 von 103 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

antischokke
Auch auf twitter, soup.io, Google+, identi.ca.

Wie heißt du?
antischokke.

Seit wann bloggst du?
Das Blog hab ich im Juni 2006 aufgesetzt, die ersten Beiträge sind von September 2006.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Damals saß ich mit meiner Freundin Britta zusammen, um für die nächsten Klausuren zu lernen und auf einmal war es da (Prokrastination war in meinem Kulturkreis noch nicht erfunden): Zack! Ich wollte endlich auch mal was ins Internet schreiben und war ganz entzückt bis aufgeregt darüber, wie elegant und einfach das mit so einem eigenen Blog geht. Mein erster Plan war, darin unter anderem das Entstehen meiner Diplomarbeit zu begleiten und meine Thesen für und gegen die Verwendung von Creative-Commons-Lizenzen zu diskutieren.

Worüber schreibst du?
Über mich. Und über alles, was mich interessiert oder begeistert oder empört. Über Freie Lizenzen und Freies Wissen. Über Netzpolitik und Netzkultur, über mein G8-Verfahren und die Iron Blogger Berlin. Einen Themenfokus oder ein Konzept gibt es nicht. Ich überlege immer wieder, ob ich dort auch einzelne Schnipsel (Videos, Musik, Zitate, Links) poste oder nur selbst geschriebenes, habe den 7. Weg aber noch nicht gefunden. (weiterlesen …)


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