Einträge der Rubrik ‘Moralkeulen’


Von Männern und Religion

26. April 2011 von Silviu
Dieser Text ist Teil 21 von 29 der Serie Neues vom Quotenmann

In den letzten Tagen habt Ihr bestimmt schon viele Eier gefunden und viele andere Leckereien konsumiert. Es wäre also keine schlechte Idee, wieder feministisch und genderkritisch über den aktuellen Stand weiter Teile des religiösen Establishments nachzudenken: Mit der taz und darüber hinaus. Denn, egal, ob Religion in unserem Leben überhaupt eine Rolle spielt, lässt sich schnell feststellen, dass die irdischen Verwalter des Transzendenten nach wie vor – bis auf wenige Ausnahmen – ein weitgehend sexistisch und homophobisch geprägtes Programm vertreten.

Frauen wird bei vielen religiösen Ritualen und Praktiken eine minderwertige oder eingeschränkte Rolle zugeschrieben, das Priestertum bleibt in den meisten Gemeinden der monotheistischen Religionen ein Männerprivileg. Abweichungen von den traditionellen Gender- und Sexualidentitäten werden fast systematisch verurteilt oder tabuisiert. Dabei bilden die Katholische Kirche und die traditionalistischen Formen des Islams nur den mediatisierten Teil einer eigentlich viel umfangreicheren düsteren Realität. In den orthodoxen jüdischen Gemeinden, in manchen neoprotestantischen Kirchen in den USA oder bei den orthodoxen Christen Ost- und Südosteuropas herrschen in vielen Hinsichten ähnliche Zustände. Die geistliche Autorität wird nach wie vor fast überall von hierarchisch organisierten Männerbünden ausgeübt.

Ausnahmen wie die liberalen Synagogen oder die Evangelische Kirche in Deutschland und in anderen Ländern des Europäischen Nordwestens beweisen vielleicht, dass ein gemäßigter Struktur- und Programmwandel nicht völlig ausgeschlossen sind. Ob diese – noch fragilen – Modernisierungsprozesse übertragen oder nachgeahmt werden, lässt sich aber noch nicht absehen. Und es geht dabei um mehr als bloß ein paar Bischöfinnen und schwule Priester. Der Männerbund als zeiterprobte Gestalt der Machausübung, mit all seinen internen Strukturen, muss aufgegeben werden. Eine Aufgabe, die übrigens nicht nur die Religion beschäftigen sollte.


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Stereotype, soweit der Penis schwillt

22. April 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 14 von 20 der Serie Sex am Morgen

Heute ist Karfreitag. Höchste Zeit also, länger im Bett zu bleiben, Eier zu suchen (höho) oder einfach schlicht für “Sex am Morgen” zu sorgen. Die Vulva-Spots dieses Mal leider mit zu vielen Klischees und Stereotypen, denen wir uns bequem widersetzen sollten. Heute und jeden anderen Tag im Jahr.

Stellung bezogen zu Penis-Verlängerungen wird auf jezebel. Ungeachtet der tatsächlichen Möglichkeit, das männliche Glied zu vergrößern und des damit verbundenen Aufwands und gewisser Risiken, stellt Autorin Anna North mal wieder fest: Macht euch locker Männer, denn eure Penisse sind so wie sie sind völlig in Ordnung!

Die neue Porno-domain .xxx kommentiert Julia Seeliger in der taz als “nicht mehr als ein Feigenblatt für den Jugendschutz” und hat Recht, wenn sie sagt, dass Eltern die ‘böse’ Pornowelt nicht einfach aussperren können, sondern ihren Kindern ruhig etwas mehr Vertrauen entgegen bringen sollten. Ach ja, Aufklärung soll auch nicht verkehrt sein.

Katrin Rönicke hat in ihrer Freitag-Kolumne neulich schon mal drauf hingewiesen: Auch Frauen seien verstärkt  pornoabhängig. Der Guardian geht der Sache ebenfalls nach, aber leider mit einem no-go-moralischen Unterton, Pornographie degradiere Frauen per se als Sex-Objekt und noch ein paar anderen Knallern, die ich im Zusammenhang mit Pornos eigentlich nicht mehr lesen möchte.

Comicbild von Roger. Zwei Hasen besteigen jeweils von hinten ein Schaf. Die Schafe essen weiter Gras. Das vordere Schaf ist frisch geschoren, das Fell liegt noch auf dem Gras. Der Hase kommentiert: ICH MAG'S GERN RASIERT!

Da kommt einem doch jedes Schokoladenei wieder hoch: Ostercomic non grata

Den Spießiger-Stereotypensatz-Preis bekommt dieses Mal Kerstin Greiner, die im SZ-Magazin über den Modetrend, ‘wenn Frauen zu große Klamotten tragen’ schwadroniert: “Frauen, die zu weite Pullis oder Hemden tragen, lösen bei Männern ein Bild aus: Sex.” Ach so, ach ja… und anscheinend liegen in allen deutschen Schlafzimmern Rotweinflaschen rum und alle, aber wirklich alle Männer tragen Hemden.

Auch wenn sich die NEON in ihrer letzten Ausgabe den sexuellen Unterschieden zwischen Mann und Frau widmete, die NZZ gibt Entwarnung: “Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrem Sexualverhalten nicht so stark, wie immer behauptet wird.” Na toll! Und von forschender Seite heißt es, dass auch die letzten Differenzen bald verschwinden würden. Ich bin gespannt!


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Überraschung! Doppelstandards bei Nacktfotos.

21. Dezember 2010 von Helga

Wie oft haben wir das schon gehört? „ So eine Schlampe, dass sie nackte Bilder von sich machen liess“, wenn irgendein Teenager Nacktfotos seiner Ex veröffentlicht hat. Vor fast genau einem Jahr beging eine 13-Jährige wegen der folgenden Belästigung Selbstmord, sie war nicht die erste. Damals gab es jede Menge Tips für Eltern, wie sie ihren Kindern das sogenannte Sexting ausreden sollten, also das Aufnehmen und Verschicken von sexy Bildern via Mobiltelefon. Immer wieder kam der Hinweis an junge Mädchen, solche Fotos erst gar nicht zu machen. Dass das Veröffentlichen von Bildern gegen den Willen der abgebildeten Person das Problem ist? Keine Erwähnung.

Wenn nun aber eine 17-Jährige aus Rache die nackten Bilder eines Footballstars verteilt? Dann fragt augenscheinlich niemand mehr, ob er vielleicht eine Schlampe ist, stattdessen gibt es sogar eine Gerichtsentscheidung, dass das Mädchen diese Bilder nicht mehr verteilen darf. Sie veröffentlichte insgesamt zwei Fotos bei Facebook, auf denen drei Spieler des australischen Clubs St. Kilda zu sehen sind, die sie in einem Hotel getroffen hatte. Eine explizite Genehmigung zum Veröffentlichen hatte sie nicht erhalten, auch ob sie die Fotos überhaupt behalten durfte, ist unklar. Die Spieler dagegen erklärten, die Fotos untereinander nach dem Aufstehen aus Spaß gemacht zu haben. Veröffentlicht hatte das Mädchen die Bilder nun, weil sie sich nach einer Schwangerschaft und Totgeburt von dem Verein ohne Respekt behandelt fühlte, obwohl sie von einem der Spieler schwanger geworden sei.

Der nackt Abgebildete, der Kapitän des Clubs, sagte, er wisse nicht, was er getan habe, dass ihn jemand so demütigen wolle. Gelernt hat er laut eigenen Angaben auch – über die Gefahren von Social Media. Hinweise an Footballstars, keine Nacktbilder machen zu lassen? Fehlanzeige. Staatliche Kampagnen gegen das Ausziehen junger Männer? Bisher nicht geplant. Ob wir beim nächsten Nacktbild einer jungen Frau nun endlich auf die unerlaubte Vervielfältigung hinweisen oder es dann wieder auf ihre eigene Schuld hinausläuft, wird aber sich erst zeigen müssen.

(via Hoyden about Town)


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Ellenbogenkapitalismus im Schlafzimmer

30. November 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 27 von 36 der Serie Muttiblog

In seiner Focus-Kolumne erklärt uns Uli Dönch, warum die Frauen-Quote feige und falsch ist:
Wer das Phänomen verstehen wolle, müsse tiefer graben. Das dann folgende ist tatsächlich auf einem Niveau unterhalb der Grasnarbe… Natürlich sind die Frauen man wieder selbst schuld, wenn sie nicht bereit sind 65 bis 70 Stunden in der Woche zu arbeiten, dann wird das halt nix mit dem Vorstandsposten. Was schließen wir daraus? Man muss nur 70 Stunden in der Woche arbeiten, und übermorgen ist man im Vorstand eines DAX-30-Unternehmen, ist also ganz einfach.
Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Der Aufsichtsratschef der Commerzbank Klaus-Peter Müller fragt im Interview zu Recht, wieviel Frauen tatsächlich für solche Posten zur Verfügung stünden. Die Schlüsse, die Dönch daraus zieht, sind natürlich Quatsch.

Zuerst einmal sind ein paar Vorstandsposten, die mit Frauen besetzt sind, zwar ein nettes Symbol, aber sind nur für einen verschwindend geringen Teil der weiblichen Bevölkerung erreichbar oder erstrebenswert. Das gilt im übrigen ebenso für den männlichen Teil der ArbeitnehmerInnen. Auch die wenigsten Männer haben einen Posten im Vorstand (70 Stunden die Woche zu arbeiten, scheint also doch nicht zu reichen…). (weiterlesen …)


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Das schlechte Gewissen der Working Mum

9. November 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 19 von 36 der Serie Muttiblog

Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Wochen gefragt wurde, ob ich mein Kind eigentlich nicht vermisse, wenn ich es nur am Wochenende sehe. Ja, das tue ich. Und trotzdem frage ich mich, ob ein Mann, der jobbedingt sein(e) Kind(er) nur am Wochenende sieht ähnlich oft diese Frage gestellt bekommt.
Auf der anderen Seite werde ich aber auch oft gefragt, ob ich es genieße, unter der Woche meine Ruhe zu haben. Und dann ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich meine Begeisterung über den tollen Job, den ich habe, relativiere, indem ich darüber klage, dass ich mein Kind so selten sehe. Männer in ähnlichen Situationen hingegen erzählen begeistert, dass sie es genießen, viel arbeiten zu können und abends noch Zeit für andere Dinge und vor allem ihre Ruhe zu haben. Schlechtes Gewissen? Fehlanzeige. Klar, sie kommen ja auch ihrer Rolle als Ernährer nach, sie arbeiten viel, Geld kommt rein, was will die Familie mehr? Ich hingegen habe ständig das Gefühl, mich dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich meinen Mann mit dem Kind alleine lasse.

Dabei geht es weniger darum, dass mein Gegenüber diese Rechtfertigung von mir verlangt, als vielmehr darum, dass es sich dabei um ein Problem handelt, welches ICH habe. Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn das Kind am Sonntag abend herzerweichend weint, wenn ich gehe, ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn mein Mann mir erzählt, dass das Kind nachts 50 Minuten geschrien hat, ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn mein Mann feststellt, dass er an 50% der Besprechungen in seinem Job nicht mehr teilnehmen kann, weil die um 15 Uhr beginnen, das Kind aber spätestens um 16 Uhr aus der Krippe abgeholt werden muss. Denn: eine Mutter lässt ihr Kind nicht alleine, eine Mutter ist da und tröstet das Kind, wenn es nachts weint UND eine Ehefrau unterstützt die Karriere ihres Mannes.

Bullshit! Aber die Sozialisation durch Hollywood und TV sitzt wohl leider viel tiefer als uns lieb ist. Also arbeite ich daran, mir klarzumachen, dass eine Mutter auch dann für ihre Familie sorgt, wenn sie für mehr als die Hälfte des Familieneinkommens sorgt, wenn sie am Wochenende sich ausgeglichen und glücklich vollumfänglich um ihre Lieben kümmert und wenn sie unter der Woche an den vielen freien einsamen Abenden Kinderkleidung näht und strickt ;-)


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Maskiert oder doch lieber stereotyp in Unterwäsche?!

30. Oktober 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 59 von 157 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die Denkwerkstatt veröffentlicht den zweiten Teil des Interviews mit der Literaturwissenschaftlerin Anna Babka. Es geht um Binnen-I, Unterstrich und andere Sprachreinheiten.

Girls Can Blog wirbt für die Onlineumfrage der FH Bielefeld zum Forschungsprojekt „Migrantinnen in Führungspositionen“

Bei scienceblogs wird Bingo! gerufen. Die liebsten Bullshit-Argumente zur geschlechterneutralen Sprache wurden da zusammen getragen. Das ein oder andere habe ich doch schon mal irgendwo gehört…

Den Protest “1000 Kreuze in die Spree” gegen die im September in Berlin versammelten Abtreibungs-GegnerInnen kommentiert Koerpermacht, zusammen mit diesem Video

Antje Schrupp liest Angela McRobbie und stellt der postfeministischen Makerade ein paar grundlegende Fragen.

In eine ähnliche Richtung denkt Nana Adusei-Poku auf stylemag.net aktuelle Popmusikerinnen und ihren Popporn betreffend.

standard.at berichtet über den Wahlsieg Susana Villarán als erste Bürgermeisterin Limas

Die Klamottenmarke Diesel hat eine neue Unterwächenkampagne, der sounds-like-me mal auf den heterosexuell normierten Hintern blickt.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Miss-Stände auf der YOU

1. Oktober 2010 von Verena

Wer an diesem Wochenende die Jugendmesse YOU in Berlin besucht, wird eventuell auch über einen Informationsstand der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) stolpern. An dem sollte man aber getrost vorbei gehen, denn die Organisation der Abtreibungsgegner scheut keine harschen Urteile und Verteuflungen schwangerer Frauen, die sich – aus welchen Gründen auch immer – für eine Abtreibung entscheiden. Ausschließlich das Wohl des ungeborenen Kindes steht hier im Vordergrund, während Abtreibung per se als Kindstötung verurteilt wird.

Aus der Presseerklärung von Pro Choice heißt es zur Präsenz bei der YOU:

Die Arbeit von ALFA hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, denn sie verbreiten wissentlich falsche oder veraltete Informationen und Horrorgeschichten über Schwangerschaftsabbrüche, um Mädchen einzuschüchtern. Z.B. verteilen sie kleine Plastikpuppen, die ein Baby, das am Daumen lutscht, darstellen soll und behaupten, dass ein Embryo in der 10. Schwangerschaftswoche so aussehen würde. Dies entspricht nicht der Realität. Zudem stellen sie u.a. Unfruchtbarkeit und lebenslange Depressionen als zwangsläufige Konsequenzen eines Abbruchs dar. Das ist besonders perfide, da emotionale Probleme mit solchen Plastikpuppen und ihrer unwissenschaftlichen Behauptung, Abtreibung töte Kinder, erst ausgelöst oder verstärkt werden sollen.

Dann doch lieber die Infostände von Pro Familia und dem Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienplanung besuchen, die nämlich auch auf der YOU ausstellen und sicherlich vorurteilsfreier beraten und informieren können.


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Solidarität ist nicht essbar

28. September 2010 von Stephanie
Dieser Text ist Teil 11 von 12 der Serie Frauen bewegen

Jessica Valenti fragte jüngst „What is feminism worth?“. In ihrem Blog geht sie auf eine US-amerikanische Debatte um den Aktivisten Dan Choi ein, der für Reden eine Gage von zehntausend US-$ fordert.
Valenti plädiert für bezahlten feministischen Aktivismus. Sie weist auf dessen Kosten hin, der oft dazu führt, dass ein_e potentielle_r Aktivist_in nur so viel tun kann, wie es ihre / seine persönliche Finanzlage erlaubt. Weiterhin verweist sie auf den gesamtgesellschaftlichen Umgang mit Aktivismus: Einerseits werden Aktivist_innen wie Eigentum der Allgemeinheit behandelt, andererseits ruht der Einsatz für die Gesellschaft, gerade was Frauenrechte angeht, oft auf den Schultern von Ehrenamtlichen oder schlecht bezahlten (jungen) Menschen.

Eine derartige Debatte findet in Deutschland derzeit nicht statt, dabei ist das Thema für mich allzeit aktuell: Bei fast jedem feministischen Verein und Projekt treffe ich auf schlecht bezahlte Arbeitskräfte, eine nicht gefüllte Portokasse und eine Schar von Menschen, die ehrenamtlich arbeiten – häufig über das normale Maß neben einem Vollzeit-Job hinaus. Ich treffe auf verarmte Aktivistinnen der zweiten Frauenbewegung, deren Engagement sie eben nicht nur während ihrer „Berufstätigkeit“ kaum ernährte, sondern auch ihre Rente auf ein Minimum reduzierte und ihnen schlimmstenfalls auch noch Schulden hinterließ. (weiterlesen …)


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Bücher, Jungs und Vibratoren – die Blogschau

14. August 2010 von Anna
Dieser Text ist Teil 56 von 157 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Und hier die feminstische Bloglektüre zum Samstagabend:

Beginnen wir mit Lesetipps für den vielleicht noch ausstehenden Sommerurlaub oder auch die ersten eingekuschelten Couch-Abende:
diestandard.at bespricht: “So zarte Lippen, so weiche Haut – Frauen erzählen von ihrem ersten erotischen Erlebnis mit einer Frau” und bei der denkwerkstatt gibt es gleich fünf Romane empfohlen – alle von Frauen geschrieben und alle urlaubstauglich.

Wo wir gerade bei Büchern sind: InFemme unterstellt möchte eines zum Thema Mütter schreiben und braucht dabei eure Hilfe.

Sabine Hark fragt “Sind Jungs so?” und kommentiert die derzeit (mal wieder) durch die Medien geisternde Sorge um den männlichen Nachwuchs. Fazit: “Mit Verlaub: das ist Sexismus pur.”

Les petits Plaisiers hat sich angesehen, wie unterschiedlich Sexspielzeug für Frauen und für Männer beworben wird: “Wichsen ist Wellness … oder Autofahren”

Antje Schrupp liest und schreibt über die Liebe.

“Unter Feminist_innen?” fragt dasguteleben und analysiert Julia Seeligers Kritik am Blogeintrag von Alice Schwarzer zum Thema Kachelmann.

Claudia Kilian von der sammelmappe mag die “girls on web society” und stellt ein paar Bloggerinnen vor, die man dort kennen lernen kann.

Mit dem Hinweis darauf, dass man “auf so eine sexistische Scheiße keinen Bock” habe, hat die Band Frittenbude ein Konzert abgebrochen. Wie es dazu kam und wie diese Reaktion aufgenommen wurde, haben unter anderem der Mädchenblog und bubi zitrone zusammengefasst (jeweils mit weiterführenden links).

Vom 28.-30. Oktober findet in Berlin ein Kongress zum Thema “Das flexible Geschlecht. Gender, Glück und Krisenzeiten in der globalen Ökonomie” statt. Für weitere Infos und zur Anmeldung bitte hier entlang.

Zum Abschluss noch ein Beitrag, der zwar nicht feministisch ist, aber ein sehr wichtiges Thema berührt: Not quite like Beethoven ist “ein Blog über Unhörbares, Unerhörtes und Nichtgehörtes” und schreibt über den Sinn und Unsinn der GEZ-Befreiung für Sinnesbehinderte.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Fix und Foxy

3. August 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 6 von 20 der Serie Sex am Morgen

Für die meisten ist es um kurz nach neun wahrscheinlich schon zu spät für “Sex am Morgen”, deshalb in den heutigen Spots ein fixer Blick auf die Arbeit: Sexworkerinnen – Proteste und Prozesse; die Frage nach dem sexy Sekretärinnenlook der foxy Christina Hendricks und noch ein feministisches Porno-Schmankerl. Kaffeepause? Jetzt!

Nicht so erfreulich sind die Aussichten für SexarbeiterInnen in aller Welt. Weil in den USA infolge der HIV/AIDS Politik sämtliche Mittel an Organisationen, die sich nicht explizit von Prostituion und dem Sexgewerbe distanzieren, nicht länger vergeben werden dürfen, sind auch internationale Agenturen betroffen, die bisher US-Mittel erhielten. Das schließt vor allem auch Kondome und Informationsmaterial sowie deren Finanzierung ein. Feministing berichtet von dem Protest, den diese Regelung bei der Internationalen AIDS Konferenz in Wien vor zwei Wochen auslöste, wo sich so viele SexarbeiterInnen wie noch nie auf dieser Veranstaltung einfanden.

Foto via jezebel.com

BBC News fragt, inwiefern die wow!-sexy!-Figur von Mad Men Darstellerin Christina Hendricks erstrebenswert sei. Denn auch wenn die Kurven der US-Amerikanerin gesünder aussehen als die der Magermodels, auch hier geht es mal wieder um ein Ideal, dem Frauen sich bitte schön anzupassen haben – und Sahnetorten sind da wahrscheinlich genauso verboten…

In Stuttgart wurden jetzt sechs Betreiber sogenannter Flatrate-Bordelle zu Haftstrafen von bis zu drei Jahre verurteilt, wie die taz berichtet. Allerdings nicht wegen des Flatrate-Angebots und Werbesätzen wie “Sex mit allen Frauen, solange du willst, so oft du willst und wie du willst”, sondern wegen der Tatsache, dass die Herren keine Sozialversicherungsbeiträge für ihre Mitarbeiterinnen bezahlt haben.

Und zuletzt noch etwas für die Mittagspause später… über Dirty Diaries werden zwölf schwedische feminist porns vertrieben und ein Einblick gebendener Trailer findet sich ebenfalls.


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