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	<title>Mädchenmannschaft &#187; Mitdenken</title>
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    <description>Mädchenmannschaft - http://maedchenmannschaft.net</description>
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		<title>Von der #rp12: How to make your activist space a safe space</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 07:32:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Barrierefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[safer space]]></category>

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		<description><![CDATA[Im gedruckten Programm wurde es leider nicht ganz klar, aber hier handelte es sich bei der re:publica 12 nicht um einen Vortrag, sondern einen Workshop für Erfahrungsaustausch. Nach anfänglichem Zögern, sich auch selbst zu beteiligen, brachten sich schließlich viele Teilnehmer_innen ein. Es ging um die Frage, wie mensch Aktivismus möglichst sicher und barrierefrei für sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/f94b880195d74a518e1fb8bddc0b7649" width="1" height="1" alt=""/>Im gedruckten Programm wurde es leider nicht ganz klar, aber hier handelte es sich bei der re:publica 12 nicht um einen Vortrag, sondern einen Workshop für Erfahrungsaustausch. Nach anfänglichem Zögern, sich auch selbst zu beteiligen, brachten sich schließlich viele Teilnehmer_innen ein. Es ging um die Frage, wie mensch Aktivismus möglichst sicher und barrierefrei für sich und andere gestalten kann. Eine Frage, die auch hier nicht abschließend beantwortet werden konnte – was aber auch nicht das Ziel war. Aber was eigentlich ist ein <em>safe space</em>?</p>
<div id="attachment_29694" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/05/rp12.jpg"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/05/rp12-450x297.jpg" alt="Symboldbild. Bunte Monoblocstühle der rp12" title="Super Symboldbild. Bunte Stühle." width="450" height="297" class="size-large wp-image-29694" /></a><p class="wp-caption-text">CC BY-SA 2.0 Rerun van Pelt</p></div>
<blockquote><p>A place where anyone can relax and be fully self-expressed, without fear of being made to feel uncomfortable, unwelcome, or unsafe on account of biological sex, race/ethnicity, sexual orientation, gender identity or expression, cultural background, age, or physical or mental ability; a place where the rules guard each person&#8217;s self-respect and dignity and strongly encourage everyone to respect others. —Advocates for Youth</p></blockquote>
<p><em>Ein Platz, wo alle sich entspannen und sie selbst sein können, ohne Angst, sich unkomfortabel, unwillkommen oder bedroht zu fühlen, aufgrund ihres biologischen Geschlechts, </em>race<em>/Ethnizität, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, kulturellem Hintergrund, Alters oder physischer oder geistigen Fähigkeiten; ein Platz wo die die Regeln den Selbstrespekt und Würde einer jeden Person schützen und alle ermuten, sich gegenseitig zu respektieren.</em></p>
<p>Warum sollte man seine aktivistische Gruppe zu einem sicheren und barrierefreien Ort machen? Je mehr Leute mitmachen, umso mehr Ideen gibt, umso mehr kann geschafft werden, umso mehr kann geändert werden. Natürlich: Sich aktiv dafür zu bemühen, bedeutet auch wieder Arbeit. Doch wenn man nicht einmal bei sich selbst anfangen kann, wie kann man dann die Welt ändern? (Wie ich im Workshop anmerkte, werde ich niemanden zwingen, seine Gruppe so zu gestalten. Aber wer Frauen nur zum Anschauen dabei haben will oder Lesben aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ausschließt, darf sich nicht beschweren, wenn Frauen diese Gruppe nicht unterstützen oder sie sich Homophobie-Vorwürfen ausgesetzt sieht.) </p>
<p>Klar, wer keine Glaskugel hat, kann leider nicht alle Probleme voraussehen, die andere Aktivist_innen haben – oder die sie davon abhalten, sich zu engagieren. Umso wichtiger ist es aber, jederzeit ein offenes Ohr zu haben. Zum einen für Vorschläge, zum anderen für Beschwerden. Am besten ist es dabei, klar zu kommunizieren, wo dies geschehen kann und was danach passiert. Die erste Regel: Ernst nehmen. Ob schwerer Übergriff oder „kleines“ Problem, wer dies anbringt, verdient Respekt und darf nicht als das Problem an sich behandelt werden. <span id="more-29647"></span></p>
<p><div id="attachment_29696" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://twitpic.com/9gc95v"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/05/space-invaders-against-homophobia-225x300.jpg" alt="Rp12-Tickt, auf der unteren Hälfte klebt ein schwarzer Aufkleber: space invaders against homophobia" title="space invaders against homophobia" width="225" height="300" class="size-medium wp-image-29696" /></a><p class="wp-caption-text">By @autofocus</p></div>Einer der grundlegenden Punkte beim Bemühen, einen Ort zu schaffen, an dem sich mit Menschen mit verschiedenen Hintergründen willkommen fühlen, ist Sprache. Wie spreche ich potentielle Aktivist_innen an? Wie sprechen wir untereinander? Und wie beschreiben wir uns nach außen? Der bereits erwähnte Satz „Wikipedia ist kein Mädchen&shy;pensionat“ zeigt als Negativ&shy;beispiel, dass sich Mädchen hier nicht blicken lassen müssen – egal wieviel Wissen, Zeit oder Engagement sie mitbringen. Gruppen, die „schwul“ oder „behindert“ als Schimpf&shy;wörter verwenden, zeigen ebenfalls deut&shy;lich, wem hier weniger Wert zu&shy;ge&shy;messen wird.</p>
<p>Ebenfalls schnell einleuchtende Punkte sind der Ort eines Treffens, möglichst barrierefrei und ohne rassistische Deko, die Zeit und damit immer wieder Kinderbetreuung. Dabei stellen sich diese Fragen sowohl im Offline, wie auch im Onlineleben. Skype oder Chats können Menschen überfordern, andererseits bieten sie bei guter Internetverbindung eine Alternative zu womöglich langen Anfahrtswegen. Eine Patentlösung gibt es hier leider nicht, sondern muss stets neu gefunden werden. Wie das aussehen kann, darum ging es anschließend.</p>
<p>In der Diskussion fanden sich noch weitere Techniken und Fragen. So hat es sich z.B. auf einer Mailingliste bewährt, klare Moderationsregeln einzuführen und nach einer Ermahnung Konsequenzen zu ziehen. Weiter zeigte es sich mehrfach, dass es vielen schon helfen würde, einmal Rückendeckung zu bekommen und sich nicht alleine zu fühlen. Wer hitzige Debatten vermeiden möchte, so ein Rat, kann Nachfragen oder die Klärung eines Zwischenfalls auch an eine_n Mitaktivst_in abgeben, der oder die gerade einen ruhigen Kopf hat.  </p>
<p>Eine Technik, die eigentlich zur Seminargestaltung dient, ist der <a href="http://www.wissensagentur.net/themenspeicher-105.html" target="_blank">Themenspeicher</a>. Er ermöglicht es normalerweise, ablenkende Themen zu erfassen und abzuarbeiten, nachdem das eigentliche Seminarthema behandelt wurde. Er könnte aber genauso gut verwendet werden, um z.B. die Teilnahmehürden zu einer Gruppe zu erfassen. Doch nicht für alles gibt es bisher eine elegante Lösung. So ist das Termin&shy;ab&shy;sprache&shy;tool <a href="http://doodle.com/" target="_blank">Doodle</a> nicht barrierefrei, Blinde können es nicht nutzen. In einer Gruppe gibt die blinde Person die Termine vor, in einer anderen steht ihr dafür ein_e Helfer_in zur Seite.</p>
<p>Wie barrierefrei eine Webseite ist, lässt sich z.B. mit <a href="http://wave.webaim.org/" target="_blank">WAVE überprüfen</a>. Eine Teil&shy;nehmerin merkte jedoch an, dass die Erklärung eines Bildes durch Al&shy;ter&shy;na&shy;tiv&shy;texte auch störend sein kann – wenn diese etwa dauernd den Text unterbrechen und keinen Mehrwert zum Text liefern. Schließlich kam noch eine ganz andere Hürde auf. Auch in Deutschland möchte nicht jede_r unter seinem richtigen Namen (in Inter&shy;net&shy;de&shy;batten gerne auch: Klarnamen) bloggen – etwa aus Angst vor  Gewalt&shy;an&shy;droh&shy;ungen oder vor beruflichen Kon&shy;se&shy;quenzen. Leider hat nicht jede_r so eine ver&shy;ständnis&shy;volle Chefin wie Kristina Schröder. Eine Anlaufstelle, sich über die technischen Möglichkeiten zu informieren, ist da das <a href="http://tacticaltech.org/" target="_blank">Tactical Technology Collective</a>.</p>
<p>Doch kann es überhaupt einen wirklich sicheren Ort geben? Auch diese Frage wurde diskutiert und ein anderer Begriff eingebracht: Caring Space. Ein mitfühlender und vorsorglicher Ort, nicht so absolut wie ein <em>safe space</em> – aber dafür den Prozess beschreibend, der dort vollzogen wird. In diesem Sinne: Mehr über safe spaces lernen und mehr darauf hin wirken.</p>
<p><strong>Linktipps</strong><br />
<a href="http://www.gladt.de/archiv/kreuzberg/safer_spaces_onlineversion.pdf" target="_blank">Frauen*räume und die Diskussion um Trans*offenheit (PDF)</a><br />
auf englisch:<br />
<a href="http://www.advocatesforyouth.org/publications/608?task=view" target="_blank">Ausführliche Anleitungen und Erklärungen zu safe spaces</a><br />
<a href="http://geekfeminism.wikia.com/wiki/Safe_space" target="_blank">Eintrag im GeekFeminism Wiki</a><br />
<a href="http://www.glsen.org/binary-data/GLSEN_ATTACHMENTS/file/000/000/294-7.pdf" target="_blank">Safe Space Kit (PDF)</a><br />
<a href="http://www.thefword.org.uk/blog/2008/05/when_is_a_safe" target="_blank">When is a safe space a safe space?</a></p>
<p><em>Weitere Links gerne in die Kommentare, ein Videomitschnitt vom Ein&shy;führungs&shy;vortrag wird demnächst hochgeladen.</em></p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=29647&amp;md5=561b1e11d34abbd05446677d95f75df0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Arbeit von Frauen wird weniger wertgeschätzt</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/arbeit-von-frauen-wird-weniger-wertgeschaetzt/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/arbeit-von-frauen-wird-weniger-wertgeschaetzt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 07:26:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Pay Gap]]></category>

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		<description><![CDATA[In jeder Diskussion zum Gender Pay Gap kommt es so sicher wie das Amen in der Kirche: „Aber Frauen wählen halt die falschen Berufe, in denen sie schlechter bezahlt werden.“ Dass auch hinter dieser schlechten Bezahlung systematische Diskriminierung steckt, ist manchmal schwer zu vermitteln. Im Interview mit der Badischen Zeitung erklärte das die Gleichstellungsexpertin Karin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In jeder Diskussion zum Gender Pay Gap kommt es so sicher wie das Amen in der Kirche: „Aber Frauen wählen halt die falschen Berufe, in denen sie schlechter bezahlt werden.“ Dass auch hinter dieser schlechten Bezahlung systematische Diskriminierung steckt, ist manchmal schwer zu vermitteln. <a href="http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/viele-tarifvertraege-diskriminieren-frauen-systematisch--54389261.html" target="_blank">Im Interview</a> mit der <em>Badischen Zeitung</em> erklärte das die Gleichstellungsexpertin Karin Tondorf aber mit ein paar sehr anschaulichen Beispielen:</p>
<blockquote><p>Bei der Bewertung von Arbeit fehlen oftmals typische Anforderungen und Belastungen. Psychosoziale Anforderungen wie Kommunikations- oder Kooperationsfähigkeit werden bei Dienstleistungsarbeit zwar abgefordert, aber nicht bewertet und nicht bezahlt. Verantwortung wird meist einseitig ausgelegt, als Verantwortung für Geld- und Sachwerte oder Führung, während die Verantwortung für Menschen kaum beachtet wird. Ein anderer wichtiger Punkt: Körperliche Anforderungen werden meist nur bei gewerblicher Männerarbeit bewertet, bei weiblichen Angestelltentätigkeiten ist das selten der Fall. Denken Sie an die Altenpflege. Das Heben und Tragen von pflegebedürftigen alten Menschen ist sehr anstrengend. Oder an die Lärmbelastungen von Erzieherinnen, an ständiges Stehen bei Verkäuferinnen. Es ist in Deutschland nicht üblich, solche Belastungen zu honorieren. Das alles führt zu einer Unterbewertung und Unterbezahlung von Frauenarbeit.</p></blockquote>
<p>Damit wird die Diskriminierung von Frauen selbst in Tarifverträgen fortgeschrieben – obwohl es eigentlich objektive Kriterien gibt, um Arbeit zu bewerten. Viele Infomaterialien und Excel-Tabellen zum selber Nachrechnen hat Tondorf für die Hans-Böckler-Stiftung mitentwickelt, diese gibt es unter <a href="http://www.eg-check.de/" target="_blank">eg-check.de</a>.</p>
<p>(via <a href="http://stoptalk.wordpress.com/2012/04/21/do-your-homework/" target="_blank"><em>Stop! Talking</em></a>)</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=29092&amp;md5=c3d98fe9a48d54248ce6519a2d4e8808" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Gegner oder Gegnerinnen – was 5 Buchstaben ausmachen können</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/gegner-oder-gegnerinnen-was-5-buchstaben-ausmachen-koennen/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/gegner-oder-gegnerinnen-was-5-buchstaben-ausmachen-koennen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 07:33:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Nicht meine Ministerin]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Über die Aktion „Nicht meine Ministerin“, deren Offenen Brief wir gestern hier veröffentlichten, schrieb sogleich noch Spiegel Online. Dem feministisch geübten Auge fiel dabei vor allem eines auf: das generische Maskulinum, immer wieder heißt es „die Gegner“. Dabei sind in der Erstunterzeichnungsliste neben 3 Organisationen 37 Frauen und 13 Männer aufgeführt. Mit ihrer Antwort auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über die Aktion „<a href="http://nichtmeineministerin.de/" target="_blank">Nicht meine Ministerin</a>“, deren Offenen Brief wir gestern hier veröffentlichten, schrieb <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,828620,00.html" target="_blank">sogleich noch</a> <em>Spiegel Online</em>. Dem feministisch geübten Auge fiel dabei vor allem eines auf: das generische Maskulinum, immer wieder heißt es „die Gegner“. Dabei sind in der Erstunterzeichnungsliste neben 3 Organisationen 37 Frauen und 13 Männer aufgeführt. Mit ihrer Antwort auf meine Kritik hat Spiegel Online natürlich recht:</p>
<blockquote class="twitter-tweet tw-align-center" data-in-reply-to="193024743371313152"><p>@<a href="https://twitter.com/hanhaiwen">hanhaiwen</a> Nunja&#8230; Aber es sind ja nicht nur Gegnerinnen, oder? (vk)</p>
<p>&mdash; SPIEGEL ONLINE (@SPIEGELONLINE) <a href="https://twitter.com/SPIEGELONLINE/status/193027262294138880" data-datetime="2012-04-19T17:24:20+00:00">April 19, 2012</a></p></blockquote>
<p> 	<script src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Ja, es sind auch Männer unter den „Schröder-Gegnern“. Aber eben nicht nur und hinter einem Mann ver­schwinden beim generischen Maskulinum leider 9 Frauen genau wie 99.999 oder sogar 9 Millionen Frauen. Dass Frauen vielleicht mitgemeint, aber selten mitgedacht werden, erläuterte <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachstruktur/2011-12-14/frauen-natuerlich-ausgenommen" target="_blank">erst vor kurzem</a> das <em>Sprachlog</em> – seit Jahren bloggt über Geschlecht und Sprache bereits <a href="http://www.fembio.org/biographie.php/frau/blog/" target="_blank">Luise Pusch</a>, zum Weltfrauentag gab sie der Deutschen Welle ein Interview <a href="http://www.dw.de/dw/article/0,,15790822,00.html" target="_blank">mit vielen schönen Beispielen</a>.</p>
<p>Wie stark sich der Einfluss von Sprache auf unser Denken auswirken kann, zeigt auch die <a href="http://www.spektrum.de/alias/linguistik/wie-die-sprache-das-denken-formt/1145804" target="_blank">folgende Studie</a>, die die <em>Spektrum</em> ausgegraben hat:</p>
<blockquote><p>Von der Sprache hängt sogar ab, wie schnell Kinder herausfinden, ob sie Jungen oder Mädchen sind. Im Jahr 1983 verglich Alexander Guiora von der University of Michigan in Ann Arbor drei Gruppen von Kindern, die Hebräisch, Englisch oder Finnisch als Muttersprache hatten. Das Hebräische bezeichnet das Geschlecht ausgiebig – sogar das Wort &#8220;du&#8221; variiert dementsprechend –, Finnisch macht keine solchen Unterschiede, und Englisch liegt dazwischen. Dementsprechend finden hebräische Kinder ihr eigenes Geschlecht rund ein Jahr früher heraus als finnische; englische nehmen diesbezüglich einen Mittelplatz ein.</p></blockquote>
<p>Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten, auf die Zusammensetzung einer Gruppe einzugehen. Während sich für offizielle Reden etwa ein „Gegnerinnen und Gegner“ eingebürgert hat, bietet es sich bei Texten stets an, zu quantifizieren und etwa „die Gruppe, der vor allem Frauen angehören“ zu schreiben. Ein ganz anderer Weg ist natürlich die Verwendung von Binnen-I oder Gender Gap, also Gegner_innen.</p>
<p>Doch egal welche Form gewählt wird – am Ende ist bereits dies eine politische Entscheidung. Ab wann sind in einer Gruppe so viele Frauen oder so wenig, dass es betont werden muss oder einfach auffällt? Welche Erwartung gibt es an diese Gruppe? Wie hätte es wohl gewirkt, wenn sich nur Männer gegen Kristina Schröders (Nicht-)Politik positioniert hätten oder aber kein Mann unter den Erst­unter­zeichnenden gewesen wäre? Gegner oder Gegnerinnen – fünf Buchstaben hinter denen noch viel mehr steckt.</p>
<p>Den Offenen Brief kann mensch derweilen <a href="http://nichtmeineministerin.de/" target="_blank">weiter mitzeichnen</a>.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=29058&amp;md5=09853a4f23a673025722999949664c3d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Über Konsens reden – aber richtig!</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/ueber-konsens-reden-aber-richtig/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/ueber-konsens-reden-aber-richtig/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 07:32:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Definitionsmacht]]></category>
		<category><![CDATA[Konsens]]></category>
		<category><![CDATA[Vergewaltigung]]></category>
		<category><![CDATA[Vergewaltigungsmythen]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter dem Titel „Die Angst, Nein zu sagen“ beschrieb Annabel Wahba in der ZEIT letzte Woche aktuelle Diskussionen zum Thema sexuellen Missbrauch. Leider beginnen die Bauchschmerzen schon im einleitenden Satz: Zwischen einvernehmlichem Sex und einer Vergewaltigung liegt eine Grauzone […] Wie im Artikel ausführlich beschrieben, gibt es in der Tat eine rechtliche Grauzone. Leider arbeitet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/88711673d3c648f592a00bbdd14df8c8" width="1" height="1" alt=""/>Unter dem Titel „<a href="http://www.zeit.de/2012/14/Grauzone-Gewalt/" target="_blank">Die Angst, Nein zu sagen</a>“ beschrieb Annabel Wahba in der <em>ZEIT</em> letzte Woche aktuelle Diskussionen zum Thema sexuellen Missbrauch. Leider beginnen die Bauchschmerzen schon im einleitenden Satz:</p>
<blockquote><p>Zwischen einvernehmlichem Sex und einer Vergewaltigung liegt eine Grauzone […]</p></blockquote>
<p>Wie im Artikel ausführlich beschrieben, gibt es in der Tat eine rechtliche Grauzone. Leider arbeitet der Artikel aber ausschließlich mit dem deutschen Rechtsbegriff, statt diesen zu hinterfragen und auf andere Möglichkeiten einzugehen. So geht es um die Anschuldigungen an Julian Assange und die schwedische <a href="http://maedchenmannschaft.net/geschichten-aus-der-grauzone/">#prataomdet-Diskussion</a>. Dass es in Schweden eben strafbar ist, wenn man Sex ohne Kondom hat, obwohl der/die Partner_in auf einem Gummi bestand, bleibt außen vor.</p>
<p>Ebenfalls völlig unerwähnt bleibt, dass in den vergangenen Jahren, über rechtliche Begriffe hinaus, neue Konzepte und Ideen zu Sexualität entwickelt wurden. Aus der alten Parole „Nein meint Nein“ ist „nur ein enthusiastisches Ja meint Ja“ geworden, bereits 2008 erschien <a href="http://www.womenandchildrenfirst.com/book/9781580052573" target="_blank">Yes Means Yes</a> von Jaclyn Friedman und Jessica Valenti. Das <a href="http://wirliebenkonsens.wordpress.com/was-ist-konsens/" target="_blank">Zustimmungskonzept</a> verschiebt den Fokus auf die Einvernehmnlichkeit des Sex – damit Grauzonen gar nicht erst entstehen.</p>
<p>Weg von derzeitigen Rechtsbegriffen geht auch das Konzept der <a href="http://maedchenmannschaft.net/was-mir-bleibt-die-definitionsmacht/">Definitionsmacht</a>. Danach gelten auch Taten als sexualisierte Gewalt, die vom Gesetz nicht erfasst werden, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Nötigung#Deutsche_Rechtslage" target="_blank">unerwünschte Zungenküsse</a> etwa. Statt der komplexen Debatte um „Grau&shy;zonen“ und Grenzüberschreitungen gerecht zu werden und sie voran&shy;zu&shy;treiben, bleibt der Artikel leider bei der Grenze „Nein“.</p>
<p>Nur angerissen wird die Frage nach Erwartungen und Machtverhältnissen. „Männer müssen immer wollen“ und „Frauen die Sex geben“ sind zwei Annahmen, die dem offenen Umgang mit Sexualität gegenüberstehen. Aber auch Abhängigkeiten und das Gefühl, jemandem Sex zu schulden, spielen eine Rolle. Wie das real aussehen kann, zeigt ironischerweise das deutsche Recht: Erst 1997 wurde Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt, erst seit 2004 ist es auch ein Offizialdelikt, der unabhängig von einer Anzeige verfolgt werden muss. Vorher war jede_r Verheiratete zum Sex verpflichtet. Schließlich behauptet der Artikel:</p>
<blockquote><p>Dabei wird Sex nach einem »Nein« der Frau, selbst wenn sie es im letzten Moment ausgesprochen hat, vor Gericht immer als Vergewaltigung gewertet.</p></blockquote>
<p>Ein „Nein“ reicht leider auch in Deutschland <a href="http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2010/herbst-2010/vergewaltigung-strafloses-verbrechen/" target="_blank">noch lange nicht aus</a>, immer wieder müssen Opfer erklären, warum sie sich nicht stärker gewehrt haben.</p>
<p>Insgesamt wiederholt der Artikel ein Muster, das in Konsensdebatten immer wieder zu beobachten ist: Zwar sind die meisten Menschen (auch Männer!) in der Lage, <a href="http://maedchenmannschaft.net/ich-werd-gerade-wieder-nuechtern/" target="_blank">über Sex subtil zu kommunizieren</a>. Sobald das Wort „Vergewaltigung“ fällt, werden wieder „eindeutige“ Signale eingefordert. Wenn wir ernsthaft über „das Grauzonen-Problem“, Grenzverletzungen und sexuelel Gewalt reden wollen, müssen wir weiter denken!</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=28536&amp;md5=7050a98b206bf8ca1895a59f64896d22" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>„Girls Around Me“ und wie die Privatsphäredebatte weitergehen muss</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 07:48:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klartext]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Girls Around Me]]></category>
		<category><![CDATA[IPhone]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Stalking]]></category>

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		<description><![CDATA[Grusel-Aufreger am Wochenende: Die iPhone-App „Girls Around Me“ zeigt an, welche Frauen sich online bei Foursquare in einem Café oder Laden in der Nähe eingecheckt haben. Über den Lokalisierungsdienst Foursquare lässt sich dann auch das Facebookprofil anzeigen – ein perfektes Stalkertool wie ein Kommentar im App Store zeigt. Gleichzeitig beschweren sich dort auch Leute, für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/70f9d957918c420ab91467b74e8f41d5" width="1" height="1" alt=""/>Grusel-Aufreger am Wochenende: Die iPhone-App „Girls Around Me“ zeigt an, welche Frauen sich online bei <a href="https://foursquare.com/" target="_blank">Foursquare</a> in einem Café oder Laden in der Nähe eingecheckt haben. Über den Lokalisierungsdienst Foursquare lässt sich dann auch das Facebookprofil anzeigen – ein perfektes Stalkertool wie ein Kommentar im App Store zeigt. Gleichzeitig beschweren sich dort auch Leute, für die dauerhafte Nutzung noch zahlen zu müssen! Was darauf folgte ist beispielhaft über die derzeitigen Privat&shy;sphäre&shy;diskussionen – und den Umgang mit Frauen in der Gesellschaft.</p>
<p><a href="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/03/screen-shot_gam.png"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/03/screen-shot_gam-450x245.png" alt="Screen Shot der iPhone-App „Girls Around Me“: links eine grün-gefärbte Karte mit Silhouetten schlanker Frauen, rechts ein Google Maps-Ausschnitt mit Bildern junger Frauen darauf verteilt." title="Screen Shot der iPhone-App „Girls Around Me“" width="450" height="245" class="aligncenter size-large wp-image-28521" /></a></p>
<p>Wieder einmal hat Apple trotz vorheriger Prüfung <a href="http://maedchenmannschaft.net/keine-satire-aber-brueste/">eine iPhone-App zugelassen</a>, die Frauen zur Ware degradiert, gesellschaftskritische Apps kommen dagegen schlechter an. Damit illustriert die App den alten Spruch „Wenn Sie für einen Dienst nichts bezahlen, sind Sie offenbar nicht Kundin oder Kunde, sondern die Ware, die verkauft wird.“ (Andrew Lewis, zitiert in „The Filter Bubble“) Die Nutzung von Facebook und Foursquare sind kostenlos, für den „Zugriff“ auf die Nutzerinnen durch „Girls Around Me“ muss man dann allerdings in die Tasche greifen.</p>
<p>Darauf aufbauend geht auch die „im Internet sind alle zu sorglos“-Debatte weiter. Den Nutzerinnen sei gar nicht klar, dass ihre Facebook- und Foursquare-Daten offen einsehbar waren und wie sehr sie sich damit <a href="http://www.cultofmac.com/157641/this-creepy-app-isnt-just-stalking-women-without-their-knowledge-its-a-wake-up-call-about-facebook-privacy/" target="_blank">Risiken aussetzen</a>, hieß es bei <em>Cult of Mac</em>. Man solle die App daher nutzen, um seine Bekannten zu mehr Sorgsamkeit im Umgang mit ihren Daten zu erziehen. Ein Argument das sich einfügt in die Diskussionen der letzten Jahre, gerade in Deutschland.</p>
<p>Doch diese Debatte greift zu kurz. Zunächst unterstellt sie allen Social Media-Nutzer_innen Naivität und derartige Pauschalurteile sind selten hilfreich. Nicht alle, aber einige, werden die Entscheidung, Facebook und Foursquare offen zu nutzen, bewußt getroffen haben. Denkt man die Ratschläge weiter, wird klar, dass eine Anwendung wie „Girls Around Me“ nur auf eine Weise effektiv verhindert werden kann: Gar nicht mehr offen aufzutreten, gerade als Frau. Solange sich Geschlecht irgendwie rekonstruieren lässt, sind solche Apps möglich. „Frauen raus aus der Öffentlichkeit!“ Ist das unser Rezept für das 21. Jahrhundert? Und warum gehen unsere Ratschläge eigentlich schon wieder an die Opfer? <span id="more-28517"></span></p>
<p>Stattdessen müssen wir weiter denken und am anderen Ende ansetzen. Helen Nissenbaum gibt die Richtung vor, wenn sie „<a href="http://www.theatlantic.com/technology/archive/2012/03/the-philosopher-whose-fingerprints-are-all-over-the-ftcs-new-approach-to-privacy/254365/#.T3WXvUphH10.twitter" target="_blank">Unangebrachtheit des Informations&shy;flusses</a>“ als Problem benennt, der mit „der Vermittlung durch Technologie“ möglich wird. Ausschlaggebend sind unsere Erwartungen, wie andere mit unseren Daten umgehen. Wer sein Bild bei Fourquare einstellt, erwartet nicht, dass es in einer anderen App erscheint – auch wenn das technisch ganz einfach möglich ist. Den derzeitigen Ansatz, über die mögliche Verwendung der Daten aufzuklären, hält Nissenbaum für gescheitert. Aufgrund der technischen Komplexität sei es oft gar nicht mehr möglich. Immer öfter ist außerdem bei der Erfindung einer Technologie nicht einmal klar, was alles damit gemacht werden kann.</p>
<p>Nötig sei daher vielmehr, die Normen der Offline-Welt auch online zu achten. Nur weil es technisch möglich ist, Daten weiterzugeben, ist dies noch lange kein Freibrief, das auch zu tun. Die gute Nachricht: Foursquare hat der App den Zugriff auf ihre Daten inzwischen gestrichen und das mit dem „<a href="http://www.cultofmac.com/157793/foursquare-kills-api-access-to-creepy-stalking-app-girls-around-me-exclusive/" target="_blank">unangemessenen Aggregieren und Gebrauch</a>“ begründet. Die schlechte Nachricht: Die Frage nach unseren Umgangsformen ist kompliziert, schließlich trifft sich im Internet die ganze Welt. Was sind Privatsphäregrundsätze, die möglichst viele Menschen teilen? Mit der Veröffentlichung von Facebooks Vorgaben, welche <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,816847,00.html" target="_blank">Bilder zu löschen sind</a> und welche nicht, haben wir diese Debatte erst begonnen.</p>
<p>Was wir in der Debatte brauchen, ist die klare Ansage, dass Stalking nicht ok ist, auch wenn das Opfer es einem „leicht“ macht. Was wir nicht mehr brauchen, sind Ratschläge an Frauen, sich öffentlich unsichtbar zu machen.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=28517&amp;md5=df1590ca3abc01e06cbcbf53512757b7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Du hast den Witz einfach nicht verstanden&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 13:34:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nadine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Himmelschreiendes Unrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Gaslightening]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Zuge des Shitstorms gegen den gewaltverherrlichenden und frauenfeindlichen Clip der E.on-Tochter &#8220;E&#8221; gab es mal wieder ein paar &#8220;kritische&#8221; Stimmen von außen, die da lauteten: &#8220;Ist doch witzig gemeint&#8221;, &#8220;Also ich fand&#8217;s lustig&#8221;, &#8220;Meine Freundin/Bekannte/Kumpeline fand das lustig&#8221;, &#8220;Das kann man sexistisch finden, muss man aber nicht&#8221;. Diese Stimmen wollen aussagen, dass es sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zuge des Shitstorms gegen den <a href="http://maedchenmannschaft.net/e-wie-ekelhaft-gewaltverherrlichender-werbeclip/" target="_blank">gewaltverherrlichenden und frauenfeindlichen Clip der E.on-Tochter &#8220;E&#8221;</a> gab es mal wieder ein paar &#8220;kritische&#8221; Stimmen von außen, die da lauteten: &#8220;Ist doch witzig gemeint&#8221;, &#8220;Also ich fand&#8217;s lustig&#8221;, &#8220;Meine Freundin/Bekannte/Kumpeline fand das lustig&#8221;, &#8220;Das kann man sexistisch finden, muss man aber nicht&#8221;. Diese Stimmen wollen aussagen, dass es sich bei der Kritik an Sexismus und anderen -Ismen um ein von Gegner_innen hausgemachtes Problem handelt. Mücke und Elefanten, ein Problem, was eigentlich keines ist. Meist werden die Aussagen ergänzt mit &#8220;Kümmer&#8217; dich doch mal um die echten Probleme von Frauen&#8221; oder &#8220;Komm&#8217; mal wieder runter&#8221;. </p>
<p>Die &#8220;<a href="https://www.facebook.com/DieEmpoerungsindustrie" target="_blank">Empörungsindustrie</a>&#8221; macht den Sexismusapologet_innen schwer zu schaffen. Mit aller Mühe wird versucht, die Kritik zu relativieren oder Sexismus zur Disposition zu stellen. Sexismus ist halt erst Sexismus, wenn er von allen Beteiligten in einer Diskussion als solcher identifiziert wurde, nicht, wenn die hysterischen Emanzen ihn als solchen definieren. Denn – so lassen sich die Abwehrmechanismen einordnen – die größte Angst der Mehrheit besteht darin, nicht mehr über dieses und jenes lachen zu dürfen. Ein Stück des selbstverständlichen Weltbildes als diskriminierend abqualifiziert zu bekommen. </p>
<p>Letztlich steckt immer der Wunsch dahinter nicht als schlechter Mensch zu gelten, der diskriminierende Inhalte lustig findet. Da die Sichtbarmachung von -Ismen in den meisten Fällen mit Tabus belegt wird, die zu durchbrechen angeblich den höchsten Frevel der Menschheit darstellt, werden Kritiker_innen mit allerlei rhetorischen Strategien beschäftigt gehalten, um ja nicht noch mehr Menschen vom diskriminierenden Inhalt des kritisierten Gegenstandes zu überzeugen. Eine Strategie neben Bildungsforderungen, Beschimpfungen und Alltagswissen ist die Degradierung der Kritiker_innen zu Menschen, die nicht mehr ganz bei Sinnen sind, mittels oben genannten Aussagen: Die Betroffenen haben einfach nicht verstanden, dass die sexistische Kackscheiße einfach nur witzig gemeint war. </p>
<p><span id="more-27732"></span></p>
<p><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/03/tumblr_luv3bvmhf01qkaa8zo1_400-294x300.jpg" alt="Rosa-blauer Hintergrund mit einem Hund davor. Darum steht: The problem is not that I see sexism everywhere, the problem is that you don't" title="problem" width="294" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-27736" /> Im US-amerikanischen Kontext gibt es dafür den Begriff des &#8220;<a href="http://thecurrentconscience.com/blog/2011/09/12/a-message-to-women-from-a-man-you-are-not-%E2%80%9Ccrazy%E2%80%9D/" target="_blank">Gaslighting</a>&#8220;, eine Strategie, mit der in Form von emo&shy;tionaler Mani&shy;pulation (oft un&shy;intendiert) versucht wird, die_den Kritiker_in als &#8220;ver&shy;rückt&#8221; und deren Ar&shy;gu&shy;men&shy;ta&shy;tion und Perspektive als invalid gelten zu lassen. Tatsächlich lösen diese Ab&shy;wehr&shy;strategien bei Be&shy;trof&shy;fenen Trigger und Emotionen aus, die ihnen schmerz&shy;lich bewusst werden lassen, dass die eigenen Er&shy;fahr&shy;ungen und Em&shy;pfin&shy;dungen von der ab&shy;wehrenden, un&shy;sen&shy;sibilisierten Mehrheit als un&shy;gültig oder nicht relevant eingestuft werden. Die eigene Ver&shy;unsicherung, die jene spüren, deren Welt&shy;bilder durch die Kritik an -Ismen ins Wanken gebracht werden, wird auf die Betroffenen verlagert. </p>
<p>Die perfide Botschaft hinter Aussagen wie &#8220;Du hast den Witz nicht verstanden&#8221; ist: Ich nehme deine Kritik nicht zur Kenntnis (weil ich&#8217;s kann/weil ich nicht muss) und unterstelle dir, dass du eine Perspektive auf den Gegenstand legst, die nicht der objektiven/neutralen/realitätsnahen entspricht. Der Zynismus hinter der Aussage könnte deutlicher nicht sein, denn Betroffene von Sexismus und anderen -Ismen sind in einer Welt sozialisiert worden, die ihnen täglich zu verstehen gibt, dass Unterdrückung Normalität ist und daher Witze darüber oder über bestimmte Gruppen völlig akzeptiert sind. Sie haben gelernt ihre Umwelt immer durch zwei Brillen zu sehen: die eigene und die der Mehrheitsgesellschaft. Sie haben gelernt, dass die &#8220;Default-Brille&#8221; die der Mehrheitsgesellschaft ist.  </p>
<p>Soll heißen: Die Betroffenen haben den Witz schon längst verstanden. Sie haben sich aber in diesem Fall dafür entschieden, es nicht witzig zu finden. Betroffene wissen auch stets, wie etwas &#8220;gemeint&#8221; ist. Sie weisen die Perspektive lediglich zurück. Ergo ist &#8220;Gaslightening&#8221; keine Form der Argumentation, sondern eine Form der Degradierung des_der Gegenüber_s, der Versuch Unterdrückung wieder in die Unsichtbarkeit zu verbannen und Problemverlagerung auf Betroffene. &#8220;Du hast den Witz nicht verstanden&#8221; ist Gewalt, da die kritisierte Diskriminierung noch einmal auf die Betroffenen zurückfällt. </p>
<p>Allerdings wird mit &#8220;Du hast den Witz nicht verstanden&#8221; deutlich, dass es nicht die Betroffenen sind, deren Weltsicht eingeschränkt ist. Denn wir beide haben den Witz verstanden, ich bin nur schon einen Schritt weiter als du. </p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=27732&amp;md5=97ac8632f1f98b97fe5b66336590b192" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Meine Meinung]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Schwarzer und Schröder: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/schwarzer-und-schroeder-der-beginn-einer-wunderbaren-freundschaft/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 08:31:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Alice Schwarzer]]></category>
		<category><![CDATA[Emma]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus!]]></category>
		<category><![CDATA[Feministisches Archiv und Dokumentationszentrum]]></category>
		<category><![CDATA[FrauenMediaTurm]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie hätten beide lachen müssen, berichtet Deutschlands bekannteste Feministin, EMMA-Herausgeberin Alice Schwarzer, in ihrem Blog von ihrem ersten Telefonat mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Kein Wunder, schließlich verlief das Gespräch doch für beide Seiten außerordentlich positiv: Kristina Schröder sicherte der Publizistin zu, dass ihr Ministerium künftig den 1984 auf Schwarzers Initiative als Feministisches Archiv und Dokumentations­zentrum&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie hätten beide lachen müssen, berichtet Deutschlands bekannteste Feministin, <a href="http://www.emma.de/" target="_blank"><em>EMMA</em></a>-Herausgeberin <a href="http://www.aliceschwarzer.de/" target="_blank">Alice Schwarzer</a>, in ihrem <a href="http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5BshowUid%5D=91&amp;tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Byear%5D=2012&amp;tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Bmonth%5D=02&amp;tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Bday%5D=21&amp;cHash=57b718dd32" target="_blank">Blog</a> von ihrem ersten Telefonat mit Bundesfamilienministerin <a href="http://www.kristinaschroeder.de/" target="_blank">Kristina Schröder</a>.</p>
<p>Kein Wunder, schließlich verlief das Gespräch doch für beide Seiten außerordentlich positiv: Kristina Schröder sicherte der Publizistin zu, dass ihr <a href="http://www.bmfsfj.de/" target="_blank">Ministerium</a> künftig den 1984 auf Schwarzers Initiative als Feministisches Archiv und Dokumentations­zentrum&#8221; gegründeten <a href="http://www.frauenmediaturm.de/" target="_blank">FrauenMediaTurm</a> in Köln fördern wird. Denn nachdem ausgerechnet die rot-grüne <a href="http://www.nrw.de/" target="_blank">Landesregierung von Nordrhein-Westfalen</a> die bis­herigen Fördermittel von 210.000 Euro auf 70.000 Euro gekürzt hatte, <a href="http://www.frauenmediaturm.de/frauenmediaturm/pressemitteilung/hintergrundinformation/" target="_blank">fürchtete Alice Schwarzer öffentlich um den Fortbestand des Archivs</a>. Diese Sorge ist sie nun los: CDU-Politikerin Schröder sagte eine Förderung zu, mit der die von Rot-Grün ver­ur­sachte Finanzierungslücke genau geschlossen werden kann: exakt 150.000 Euro, vier Jahre lang.</p>
<p>Im Gegenzug wird die Bundesministerin für Familie, Frauen, Senioren und Jugend endlich auch von höchster feministischer Instanz von dem Vorwurf freigesprochen, sich zu wenig für Frauenrechte und Gleichstellung einzusetzen. Mehr noch: Schwarzer, die der jungen Politikerin noch im Jahre 2010  jegliche Befähigung für ihr Amt abgesprochen hatte (hier <a href="http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1[blogList][showUid]=54&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][year]=2010&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][month]=11&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][day]=08&amp;cHash=69bb339dd9" target="_blank">Schwarzers offener Brief an die Ministerin</a>), weil diese sich zuvor in einem <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-74948227.html" target="_blank"><em>SPIEGEL</em>-Interview</a> ziemlich abschätzig über den Feminismus geäußert hatte, betont in ihrem Blog ausdrücklich, dass Schröder es gewesen sei, die angerufen und Hilfe angeboten habe.</p>
<p>Das sollte doch Wiedergutmachung genug sein für das bisherige Desinteresse der dafür zuständigen Ministerin an der weiteren tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in dieser Gesellschaft, nicht wahr? Frauenquote in den Vorstandsetagen der großen Unternehmen? Brauchen wir nicht! Betreuungsgeld? Nicht so schlimm! Hauptsache, das Feministische Archiv ist gerettet!<span id="more-27425"></span></p>
<p>Damit soll selbstverständlich nicht gesagt werden, dass Nordrhein-Westfalens grüne Frauenministerin <a href="http://www.barbara-steffens.de/cms/default/rubrik/16/16632.html" target="_blank">Barbara Steffens</a> richtig daran getan hat, die Mittel für den FrauenMediaTurm zu kürzen. Schwarzers Argument, dass ein Archiv nötig sei, um die &#8220;scheinbare Geschichtslosigkeit&#8221; als &#8220;eines der größten Hindernisse für die Emanzipation&#8221; zu beenden, bleibt ebenso traurig wie wahr.</p>
<p>Und doch hat das ganze Gezerre einen schalen Beigeschmack: Denn wer die Diskussion verfolgt hat, musste beinahe zwangsläufig das Gefühl bekommen, dass es viel weniger um das Archiv ging als um Parteitaktik und persönliche Animositäten. Leider trägt Alice Schwarzer selbst mit dazu bei, indem sie, etwa in ihrem Blog, ausführlich darauf hinweist, wie oft sie bereits trotz ihres links schlagenden Herzens bereits mit der SPD aneinander geraten ist - und dass die Grünen den schmucken, mittelalterlichen Turm am Rheinufer einst selbst gerne für sich gehabt hätten. Nur war da dummerweise schon das Feministische Archiv eingezogen.</p>
<p>Kann man es den Medien verdenken, dass sie daraus angesichts dieses Diskussionsniveaus in schönster Boulevard-Manier eine Art linken Familienstreit gemacht haben? Kristina Schröder jedenfalls muss man (zumindest) zugestehen, dass sie diese Mechanismen im Gegensatz zu ihrer grünen Amtskollegin der Landesregierung in Düsseldorf erkannt hat - und das Spiel mit medialen Images clever für sich nutzt, wie auch die prompt herausgegebene <a href="http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=184426.html" target="_blank">Pressemitteilung</a> des Ministeriums zeigt.</p>
<p>Die zuständige grüne Landesministerin Barbara Steffens steht jetzt als nachtragende und knickerige Erbtante da, während sich Bundesministerin Schröder von der CDU als großmütige, entfernt lebende Angehörige inszeniert hat, die zwar nicht die Meinungen ihrer finanziell bedrängten Verwandten teilt, die aber den Geldbeutel zückt und aushilft, wenn es nötig ist. Doch das tut sie natürlich nur, weil sie so dem Rest der ungeliebten, rot-grünen Seite der Familie eins auswischen kann!</p>
<p>Übrigens scheint die Annäherung zwischen Schröder und Schwarzer weiter auf die CDU abzufärben:  Wie <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/wulff-unter-druck/wahl-des-staatsoberhaupts-cdu-entsendet-alice-schwarzer-_aid_717723.html">Focus online am Samstag meldete</a>, wollen die Christ­demokratInnen Alice Schwarzer am 18. März zur Bundesversammlung entsenden, um dort für Joachim Gauck als neuen Bundespräsidenten zu stimmen.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=27425&amp;md5=ff30ee08743832f672f7ee252dc7d817" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Meine Meinung]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Menschenrechte, Machtverhältnisse und Ausschlüsse</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 08:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verschiedenen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Himmelschreiendes Unrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>

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		<description><![CDATA[Yetzt ist eine Queerulantin und rantet gerne. Im Blog &#8220;Haecksenbrause&#8221; schreibt er über koffeinhaltige Genuss- und Erfrischungsgetränke und mit der Netzguerilla kümmert sie sich um die Servertechnik hinter vielen spannenden Projekten wie Hatr oder der Mädchenmannschaft. Eigentlich klingt es erstmal nach einer guten Idee, universelle Rechte zu definieren, die allen Menschen zustehen. Faktisch ist der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://twitter.com/yetzt" target="_blank">Yetzt</a> ist eine Queerulantin und rantet gerne. Im Blog &#8220;<a href="http://haecksen.brau.se/" target="_blank">Haecksenbrause</a>&#8221; schreibt er über koffeinhaltige Genuss- und Erfrischungsgetränke und mit der <a href="https://netzguerilla.net" target="_blank">Netzguerilla</a> kümmert sie sich um die Servertechnik hinter vielen spannenden Projekten wie <a href="https://hatr.org/" target="_blank">Hatr</a> oder der Mädchenmannschaft.</em></p>
<p>Eigentlich klingt es erstmal nach einer guten Idee, universelle Rechte zu definieren, die allen Menschen zustehen. Faktisch ist der Zugang zu diesen Rechten nur wenigen privilegierten Menschen garantiert, tatsächlich lassen sich anhand der Verletzung dieser Rechte ziemlich gut die gesellschaftlichen Machtstrukturen auf diesem Planeten nachzeichnen. Selbst in der bald 65 Jahre alten und nur sehr zögerlich an moderne Auffassungen von gesellschaftlicher Gleichheit angepassten Universellen Deklaration der Menschenrechte stecken Realitätskonstruktionen und Ausschlüsse, die erst beim genauen betrachten auffallen. Die signifikantesten davon möchte ich herausgreifen.</p>
<p>Durch die Erklärung ziehen sich Begrifflichkeiten wie &#8220;Volk&#8221;, &#8220;Rasse&#8221; und &#8220;Nation&#8221;. Es ist völlig offensichtlich, dass schon allein diese Tatsache Grund genug für eine umfangreiche Kritik an der Menschenrechtsdeklaration ist. Ich blende jedoch die benutzte Sprache in der Betrachung weitestgehend aus, da ich die Ausschlüsse jenseits der verwendeten Sprache herauszeichnen möchte.</p>
<blockquote><p>&#8220;[...] da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen&#8221; — Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Präambel</p></blockquote>
<p>Die Menschenrechte dienen also auch dem Schutz der globalen Herrschaftsstrukturen vor Emanzipation. Der propagierte schöngezeichnete Ist-Zustand an Demokratie, Recht, Kapital, Herrschaft und so weiter wird zum Ideal erklärt, weniger herrschaftsförmige Strukturen sollen verhindert werden.</p>
<blockquote><p>&#8220;Alle Menschen [...] sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.&#8221; — Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 1</p></blockquote>
<p>Brüderlichkeit? Dem Verständnis der Erklärung nach sind also Menschen in erster Linie Brüder, also Männer.</p>
<p><span id="more-27294"></span></p>
<blockquote><p>&#8220;Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.&#8221; — Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 2</p></blockquote>
<p>Eine wunderschöne Aufzählung von Zuschreibungsmerkmalen, anhand derer Macht ausgeübt wird. Doch hinterfragt werden diese Kategorien nicht. Bei der &#8220;Rasse&#8221;, die sich auch sonst munter als Einordnungsschublade durch die Deklaration zieht, ist der konstruierte Charakter noch auffällig, nach Geschlecht jenseits der biologischen Zweigeschlechtlichkeitskonstruktion wird nicht aus Ablehung der Kategorie sondern aus Ignoranz der Diversität der möglichen Selbsteinordnung nicht gefragt, Age und Ability sind bereits gar kein Thema mehr.    </p>
<blockquote><p>&#8220;Heiratsfähige Männer und Frauen haben ohne jede Beschränkung auf Grund der Rasse, der Staatsangehörigkeit oder der Religion das Recht, zu heiraten und eine Familie zu gründen.&#8221;  — Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 16, Satz 1</p></blockquote>
<p>Wurde in Artikel 2 noch alles inklusive einiger Jokerkriterien aufgezählt, wird das Recht auf offiziell anerkanntes Zusammenleben schon restriktiver gewährt. Ein wahrliches Feuerwerk an Ausschlüssen in Sachen biologischem und sozialem Geschlecht, sexueller Präferenz, Wohlstand, Ability and beyond.  </p>
<blockquote><p>&#8220;Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat.&#8221; — Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 16, Satz 3 </p></blockquote>
<p>Holla, hier geht es nicht um Menschen, die etwas dürfen sollen, hier wird normiert. Die Familie, wir erinnern uns, wird als Privileg nicht allen gewährt. Wer gar eine andere Form des Zusammenlebens will, vor der haben Staat und Gesellschaft diese Privilegierten sogar zu schützen. Hier hat eine Einschränkung der Entfaltungsfreiheit den Eingang in ein Werk gefunden, das genau diese zu schützen erklärt.</p>
<blockquote><p>&#8220;Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören.&#8221; — Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 20, Satz 2 </p></blockquote>
<p>Hier lohnt es sich, genau hinzusehen. Wichtig ist weniger, was hier steht, sondern was eben nicht: Es ist die einzige Stelle in der Deklaration, die vor Zuschreibungen schützt. Allerdings nicht vor Zuschreibung von &#8220;Rasse&#8221;, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und anderem kollektiv ausgedachten Unfug. Es gibt kein Recht darauf, nicht in eine Schublade einsortiert zu werden oder eine bislang unhinterfragte Zuschreibung zu ändern oder gar abzulegen.</p>
<p>Es gibt noch viele Kerben, in die es sich zu hauen lohnte. Ich habe gerade einmal an der Oberfläche gekratzt, nur einen kleinen Teilaspekt der Herrschaftsumwelt, in der die Menschenrechtsdeklaration überhaupt einen Platz hat, beleuchtet. Menschenrechte sind nur da notwendig, wo Herrschaft nicht grundsätzlich abgelehnt wird, wo Machverhältnisse abgemildert und erträglicher gemacht werden müssen, damit sich die grundlegenden Zustände weiter aufrecht erhalten lassen. Von den Rechten wird nur das Maß auch praktisch zugestanden, das unbedingt notwendig ist. Eine tatsächliche Gesellschaft, die bestrebt ist, ohne Herrschaft zu leben, können Menschenrechte nicht verwirklichen. </p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=27294&amp;md5=3ce4b95679b8e6777970df108d57cb30" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Der Kommentar]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Auf der deutschen Staatsrechtslehrertagung ist keine Schlange vor dem Damenklo</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/auf-der-deutschen-staatsrechtslehrertagung-ist-keine-schlange-vor-dem-damenklo/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 08:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maria</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenquote]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Grundgesetz]]></category>

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		<description><![CDATA[Hätten die Mütter des Grundgesetzes Quoten in der Privatwirtschaft befürwortet? Diese Frage stellte sich im Januar Alexandra Kemmerer im Verfassungsblog. Der Ver&#173;fassungsblog schreibt zwar über &#8220;matters constitutional&#8221;, hat sich bisher aber nicht durch die Auseinandersetzung mit Gleichstellungsfragen hervorgetan. An&#173;läss&#173;lich der Berliner Erklärung bloggte Kemmerer zur Frage, was solche Quoten bringen, ob das eine gute Idee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hätten die Mütter des Grundgesetzes Quoten in der Privatwirtschaft befürwortet? Diese Frage stellte sich im Januar Alexandra Kemmerer im <a href="http://verfassungsblog.de/quote/" target="_blank">Verfassungsblog</a>. Der Ver&shy;fassungsblog schreibt zwar über &#8220;matters constitutional&#8221;, hat sich bisher aber nicht durch die Auseinandersetzung mit Gleichstellungsfragen hervorgetan. An&shy;läss&shy;lich der <a href="http://www.berlinererklaerung.de/" target="_blank">Berliner Erklärung</a> bloggte Kemmerer zur Frage, was solche Quoten bringen, ob das eine gute Idee ist und ob durch solche gesetzlichen Regelungen ein gesellschaftlicher Diskurs über Gleichstellungsfragen in Gang kommen könnte.</p>
<p>Klassisch liberal gedacht ist die Durchsetzung des Gleichstellungsgebots für Alex&shy;andra Kemmerer eher keine Rechtsfrage, sondern hängt von individuellem En&shy;ga&shy;ge&shy;ment ab:</p>
<blockquote><p>&#8220;Am Ende hängt die Veränderung gesellschaftlicher Realitäten vom En&shy;ga&shy;ge&shy;ment und Habitus individueller Akteurinnen und Akteure ab. Gerade Juristinnen sollten da auf die Kraft der Selbsteuerung vertrauen. Sollten nicht erst auf ein Gesetz, eine Mentorin oder den großen über&shy;fraktionellen Konsens warten, sondern die Sache selbst regeln, kon&shy;se&shy;quent, konfliktfreudig und ideenreich. Wie die vier Mütter des Grund&shy;gesetzes, die uns inspirieren sollten, kreativer und einfallsreicher über die Verwirklichung des Gleichstellungsgebots nach Art. 3 Absatz 2 Satz 2 GG nachzudenken.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die vier Mütter des Grundgesetzes können in vieler Hinsicht Vorbild sein. Es war aber sicher nicht so, dass gerade die Juristin unter ihnen (Elisabeth Selbert) der Rolle des Rechts bei der Durchsetzung der Gleichstellung eine untergeordnete Bedeutung beigemessen hat. Während die Mehrheit der Väter des Grundgesetzes eine Formulierung der Weimarer Reichsverfassung übernehmen wollten (&#8220;Männer und Frauen haben die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten&#8221;), setzte sich Elisabeth Selbert für den Satz &#8220;Frauen und Männer sind gleichberechtigt.&#8221; ein, der viel weitergehend war und sich nicht auf die öffentliche Sphäre (Wahlrecht und so weiter) beschränkte. Von dieser Formulierung galt es nicht nur die männlichen Kollegen zu überzeugen, sondern auch die Kolleginnen. Mehr über die Geschichte von Art. 3 Abs. 2 GG kann in der Publikation des BMFSFJ <a href="http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/muetter-grundgesetz,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank">über die Mütter des Grund&shy;gesetzes</a> nachgelesen werden. <span id="more-27012"></span> </p>
<p>Gerade auf verfassungsrechtlichen Konferenzen, so Kemmerer, würden &#8220;kluge Staatsrechtlerinnen (sofern überhaupt präsent) rauflustigen Fachkollegen mit übervorsichtiger Zurückhaltung die Arena überlassen.&#8221; Das ist natürlich schade und in der Tat ist auf der deutschen Staatsrechtslehrertagung in der Regel keine Schlange vor dem Damenklo. Diese Beobachtung einer deutlichen Unter&shy;re&shy;prä&shy;sen&shy;ta&shy;tion könnte allerdings auch gerade als Argument für Maßnahmen zu ihrer Überwindung verstanden werden – in der Wissenschaft und in der Wirtschaft. Der Vorwurf, die Frauen müssten mehr Engagement zeigen, um an Repräsentation und Einfluss zu gewinnen, rechtfertigt natürlich implizit auch ihre Unterrepräsentation, weil die auf individuelle Entscheidungen zurückgeführt werden kann und strukturelle Benachteiligungen aus dem Blick geraten.</p>
<p>Die Kommentare des Beitrags spiegeln beide Seiten der Quotendiskussion wieder – von der berühmten Müllfrauenquotenfrage bis hin zu Zitaten aus ver&shy;fassungs&shy;rechtlichen Büchern zur Begründung von Quoten ist alles dabei. Die Autorin war wohl über das erzeugte Echo in den Kommentaren selbst überrascht und stellte später fest, sie habe nun die Berliner Erklärung doch unterschrieben und Quoten seien eine notwendige Maßnahme, um eine Debatte auf Augenhöhe erst zu ermöglichen. Zweifel hat sie weiterhin, ob ein Aufruf wie die Berliner Erklärung ausreicht, wo doch eine &#8220;überfraktionelle politische Debatte über gesellschaftliche Strukturen&#8221; notwendig sei. Ich persönlich habe aus Gründen die Berliner Erklärung <a href="http://maedchenmannschaft.net/keine-kuschelquote-warum-ich-die-berliner-erklaerung-nicht-unterzeichne/" target="_blank">nicht unterschrieben</a>, schätze sie aber gerade als überfraktionellen Beitrag zu dieser Debatte.<br />
<img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/269302a7edc543bc975ed6d9c6cc3a43" width="1" height="1" alt=""></p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=27012&amp;md5=9e05002f12d53abb41a4884c6deca43a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Feminismus im Recht]]></series:name>
	</item>
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		<title>Ans Licht mit dem Wolkenkuckucksblog! Ein Aufruf.</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 12:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verschiedenen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Guter Tand]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Mitmachen]]></category>
		<category><![CDATA[Barrieren]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Lurker]]></category>
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		<category><![CDATA[Unsichtbarkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Jana hat gerade ihren Wolkenkuckucksblog gestartet und wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung Ihren Blogpost zu Lurker_innen. Sie sucht außerdem Kontakt zu anderen Lurker_innen, die sich unter wolkenkuckucksblog@gmail.com bei ihr melden können. Seit mindestens vier Jahren habe ich ein imaginäres Blog. Ich befülle es allwöchentlich mit virtuellen Einträgen. Wenn ich in Stimmung bin, denke ich mir virtuelle Kommentare dazu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Jana hat gerade ihren <strong><a href="http://wolkenkuckucksblog.wordpress.com/2012/01/29/ans-licht-mit-dem-wolkenkuckucksblog-ein-aufruf/">Wolkenkuckucksblog</a></strong> gestartet und wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung Ihren Blogpost zu Lurker_innen. Sie sucht außerdem Kontakt zu anderen Lurker_innen, die sich unter <a href="mailto:wolkenkuckucksblog@gmail.com">wolkenkuckucksblog@gmail.com</a> bei ihr melden können.</em></p>
<p>Seit mindestens vier Jahren habe ich ein imaginäres Blog. Ich befülle es allwöchentlich mit virtuellen Einträgen. Wenn ich in Stimmung bin, denke ich mir virtuelle Kommentare dazu aus. Ich habe sogar schon diverse Domains registriert, WordPress-Themes angepasst und About-Seiten verfasst. Doch freigeschaltet habe ich sie nie. Und einen tatsächlichen Blogeintrag habe ich noch nie geschrieben, auch wenn ich es mir jeden Monat aufs Neue vornehme.</p>
<p>Ich habe das immer für meine persönliche Wahnsinnigkeit gehalten. Doch seit einiger Zeit frage ich mich, ob das wirklich stimmt. Ob es nicht doch noch viele andere Wolkenkuckucksblogger*innen wie mich gibt – und ob es nicht tatsächlich vornehmlich Wolkenkuckucksblogger<em>innen </em>sind. Denn plötzlich fielen mir Parallelen auf: Diese existentielle Angst, wenn ich mal einen Blogkommentar (zweimal in meinem Leben habe ich mich das – unter Pseudonym! – getraut) oder ein Mailinglistenposting geschrieben habe – irgendwie fühlte sie sich doch sehr ähnlich an wie der Fluchtimpuls, der mich regelmäßig in platzhirschdominierten Gesprächsrunden ergreift. Dieser Drang, bloß unsichtbar zu bleiben. Diese Stimme, die mir einredete, ich habe nichts Sinnvolles beizutragen: War das nicht vielleicht der „innere Patriarch“, vor dem mich eine wohlwollende ältere Kollegin immer gewarnt hatte? Diese ständigen Gedankenschleifen: <em>Ich blogge unter meinem richtigen Namen, ist doch Quatsch sich zu verstecken. Aber was, wenn ein wahnsinniger Internettroll mich aufspürt? Also doch ein Pseudonym? Aber das ist doch feige! Und da capo. </em>War diese Angst vor „dem bedrohlichen Internet“ nicht sehr vergleichbar mit der Angst vor dem gefährlichen Park / der unheimlichen Seitenstraße / dem finsteren Hinterhof / der einsamen Haltestelle in der Dämmerung?<span id="more-26817"></span></p>
<p>Mit dem Slogan „Reclaim the night“ haben sich mutigen Feminist*innen gegen das systematische Vertreiben ganzer Bevölkerungsteile von den Straßen gewehrt. Eigentlich müsste es doch auch in Bezug auf das Internet möglich sein, den Fluchtimpuls kritisch zu reflektieren und möglicherweise in einen Angriffsimpuls umzuwandeln.</p>
<p>Die Forderung „Mehr Frauen* ins Netz!“ liest man häufiger. Aber einen fruchtbaren Austausch über die Mechanismen, die am invisibilitätsproduzierenden Werke sind, und vor allem eine Beteiligung der Betroffenen, der unsichtbaren Mitleser*innen, vermisse ich noch. Daher krieche ich, passionierte unsichtbare Mitleserin, aus meinem Schneckenhaus und strecke die Fühler aus:</p>
<p>Hey, ihr anderen Wolkenkuckucksblogger*innen: Diese Panik bei dem Gedanken: <em>Ich bin sichtbar</em> – kennt ihr das? Dieses <em>Ach, was ich zu sagen habe, interessiert doch keine(n)</em> – kennt ihr das? Ich würde mich gerne mit euch darüber unterhalten.</p>
<p>Und ihr wunderbaren bereits Bloggenden: Den inneren Patriarchen im Zaum halten – wie macht ihr das? Sich sichtbar und gleichzeitig (halbwegs) sicher fühlen – wie macht ihr das?</p>
<p>Ich brauche eine Coach, eine Selbsthilfegruppe, eine virtuelle Wolkenkuckucks-WG-Küche. Ich brauche eure Hilfe. Meldet euch bei mir. Reclaim the blogosphere und alles.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=26817&amp;md5=f9db6b3f68f953ce2c09617d572c2353" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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