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	<title>Mädchenmannschaft &#187; Mitdenken</title>
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		<title>Ans Licht mit dem Wolkenkuckucksblog! Ein Aufruf.</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 12:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verschiedenen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jana hat gerade ihren Wolkenkuckucksblog gestartet und wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung Ihren Blogpost zu Lurker_innen. Sie sucht außerdem Kontakt zu anderen Lurker_innen, die sich unter wolkenkuckucksblog@gmail.com bei ihr melden können. Seit mindestens vier Jahren habe ich ein imaginäres Blog. Ich befülle es allwöchentlich mit virtuellen Einträgen. Wenn ich in Stimmung bin, denke ich mir virtuelle Kommentare dazu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Jana hat gerade ihren <strong><a href="http://wolkenkuckucksblog.wordpress.com/2012/01/29/ans-licht-mit-dem-wolkenkuckucksblog-ein-aufruf/">Wolkenkuckucksblog</a></strong> gestartet und wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung Ihren Blogpost zu Lurker_innen. Sie sucht außerdem Kontakt zu anderen Lurker_innen, die sich unter <a href="mailto:wolkenkuckucksblog@gmail.com">wolkenkuckucksblog@gmail.com</a> bei ihr melden können.</em></p>
<p>Seit mindestens vier Jahren habe ich ein imaginäres Blog. Ich befülle es allwöchentlich mit virtuellen Einträgen. Wenn ich in Stimmung bin, denke ich mir virtuelle Kommentare dazu aus. Ich habe sogar schon diverse Domains registriert, WordPress-Themes angepasst und About-Seiten verfasst. Doch freigeschaltet habe ich sie nie. Und einen tatsächlichen Blogeintrag habe ich noch nie geschrieben, auch wenn ich es mir jeden Monat aufs Neue vornehme.</p>
<p>Ich habe das immer für meine persönliche Wahnsinnigkeit gehalten. Doch seit einiger Zeit frage ich mich, ob das wirklich stimmt. Ob es nicht doch noch viele andere Wolkenkuckucksblogger*innen wie mich gibt – und ob es nicht tatsächlich vornehmlich Wolkenkuckucksblogger<em>innen </em>sind. Denn plötzlich fielen mir Parallelen auf: Diese existentielle Angst, wenn ich mal einen Blogkommentar (zweimal in meinem Leben habe ich mich das – unter Pseudonym! – getraut) oder ein Mailinglistenposting geschrieben habe – irgendwie fühlte sie sich doch sehr ähnlich an wie der Fluchtimpuls, der mich regelmäßig in platzhirschdominierten Gesprächsrunden ergreift. Dieser Drang, bloß unsichtbar zu bleiben. Diese Stimme, die mir einredete, ich habe nichts Sinnvolles beizutragen: War das nicht vielleicht der „innere Patriarch“, vor dem mich eine wohlwollende ältere Kollegin immer gewarnt hatte? Diese ständigen Gedankenschleifen: <em>Ich blogge unter meinem richtigen Namen, ist doch Quatsch sich zu verstecken. Aber was, wenn ein wahnsinniger Internettroll mich aufspürt? Also doch ein Pseudonym? Aber das ist doch feige! Und da capo. </em>War diese Angst vor „dem bedrohlichen Internet“ nicht sehr vergleichbar mit der Angst vor dem gefährlichen Park / der unheimlichen Seitenstraße / dem finsteren Hinterhof / der einsamen Haltestelle in der Dämmerung?<span id="more-26817"></span></p>
<p>Mit dem Slogan „Reclaim the night“ haben sich mutigen Feminist*innen gegen das systematische Vertreiben ganzer Bevölkerungsteile von den Straßen gewehrt. Eigentlich müsste es doch auch in Bezug auf das Internet möglich sein, den Fluchtimpuls kritisch zu reflektieren und möglicherweise in einen Angriffsimpuls umzuwandeln.</p>
<p>Die Forderung „Mehr Frauen* ins Netz!“ liest man häufiger. Aber einen fruchtbaren Austausch über die Mechanismen, die am invisibilitätsproduzierenden Werke sind, und vor allem eine Beteiligung der Betroffenen, der unsichtbaren Mitleser*innen, vermisse ich noch. Daher krieche ich, passionierte unsichtbare Mitleserin, aus meinem Schneckenhaus und strecke die Fühler aus:</p>
<p>Hey, ihr anderen Wolkenkuckucksblogger*innen: Diese Panik bei dem Gedanken: <em>Ich bin sichtbar</em> – kennt ihr das? Dieses <em>Ach, was ich zu sagen habe, interessiert doch keine(n)</em> – kennt ihr das? Ich würde mich gerne mit euch darüber unterhalten.</p>
<p>Und ihr wunderbaren bereits Bloggenden: Den inneren Patriarchen im Zaum halten – wie macht ihr das? Sich sichtbar und gleichzeitig (halbwegs) sicher fühlen – wie macht ihr das?</p>
<p>Ich brauche eine Coach, eine Selbsthilfegruppe, eine virtuelle Wolkenkuckucks-WG-Küche. Ich brauche eure Hilfe. Meldet euch bei mir. Reclaim the blogosphere und alles.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=26817&amp;md5=f9db6b3f68f953ce2c09617d572c2353" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Der Kommentar]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Hört auf Körper in ‚gut’ und ‚schlecht’ einzuteilen</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/hoert-endlich-auf-koerper-in-gut-und-schlecht-einzuteilen/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/hoert-endlich-auf-koerper-in-gut-und-schlecht-einzuteilen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 08:13:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Normierungen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlankheitswahn]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheitsterror]]></category>
		<category><![CDATA[Sexistische Kackscheiße]]></category>

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		<description><![CDATA[In letzter Zeit schwirrt im Netz ein Bild umher, welches mit den immer gleichen Kommentaren gelobt wird: „Keine Frau sollte sich runterhungern!“ und „Esst mal wieder mehr! Das sieht besser aus als diese abgemagerten Models“ oder „Richtige Männer stehen auf Frauen mit Rundungen!“ Das Bild zeigt insgesamt 8 Frauen*: Die oberen vier sind prominente und nach gängiger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In letzter Zeit schwirrt im <a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=356955990997276&amp;set=a.337020649657477.101350.100000486340338&amp;type=1" target="_blank">Netz ein Bild</a> umher, welches mit den immer gleichen Kommentaren gelobt wird: „Keine Frau sollte sich runterhungern!“ und „Esst mal wieder mehr! Das sieht besser aus als diese abgemagerten Models“ oder „Richtige Männer stehen auf Frauen mit Rundungen!“</p>
<p>Das Bild zeigt insgesamt 8 Frauen*: Die oberen vier sind prominente und nach gängiger Definition schlanke Schauspielerinnen oder Models, die Dritte von rechts zum Beispiel Keira Knightley. Die unteren vier Persönlichkeiten sind Prominente aus vergangenen Zeiten, darunter die Schauspielerin und oft als &#8216;Sexsymbol&#8217; bezeichnete Marilyn Monroe. Verziert wird die Collage mit dem Spruch „Wann wurde dies&#8230; attraktiver als das?“</p>
<div id="attachment_26633" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/01/fail.jpeg"><img class="size-large wp-image-26633" title="When did this become hotter than this? (&quot;Wann wurde dies... attraktiver als das?&quot;)" src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2012/01/fail-450x420.jpg" alt="" width="450" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">When did this become hotter than this? (&quot;Wann wurde dies... attraktiver als das?&quot;)</p></div>
<p>Die Kommentare zu diesem Foto veranschaulichen exakt, was mir an diesem Bild gewaltig stinkt: Hier werden bestimmte Körperformen als &#8216;ideale weibliche Figur&#8217; propagiert, die in jedem Fall &#8216;schöner&#8217;, &#8216;begehrenswerter&#8217; und &#8216;gesünder&#8217; seien als die oberen vier Körper, getreu dem Motto: &#8220;Gegen Schlankheitswahn, für gesunde, schöne Körper!“</p>
<p><span id="more-26632"></span>Dafür bin ich auch, aber genau das drückt dieses Bild leider nicht aus. Es stellt sich vielmehr in die gleiche Tradition, in der es anscheinend normal ist, dass als weiblich gelesene Körper ständig Bewertungen ausgesetzt sind. So lernen Frauen*, wie sie auszusehen haben, was als &#8216;schön&#8217; und &#8216;erstrebenswert&#8217; gilt, aber auch, wie sie bloß nicht sein dürfen. Mit dem Verweis auf den Grad ihrer Attraktivität wird schnell klar, um was es hier vordergründig geht: Etliche der Kommentator_innen unter dem Bild beteuerten, dass Männer* ja „ganz sicher viel lieber kurvige Frauen mögen“. Yeah right, wenn Typen dünne Frauen nicht sexy finden, gibt es doch gar keinen Grund mehr zum Hungern!!! Wir lernen: Nicht Frauen und ihre Körper, ihr Selbstbewusstsein, ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden in einer durchweg sexistischen und normierenden Gesellschaft sind im Fokus, sondern ihre (von allen anderen bewertete) Attraktivität.</p>
<p>Ich behaupte nicht, dass die vier oberen Frauen* nicht möglicherweise hungern oder ungesund leben, vielleicht weil sie denken, dass ihnen das beruflich weiterhilft oder weil ihnen ständig suggeriert wird, dass sie ja nicht &#8216;dick&#8217; sein dürfen. Aber woher nehmen wir die Gewissheit, dass die unteren vier Frauen nicht auch auf ihr Gewicht achten mussten, weil sie dachten, dass dies ihrer Karriere gut tut? Wieso glauben wir beurteilen zu können, dass die unteren Körper gesünder seien? Wer maßt sich an Körper in &#8216;schön&#8217; und &#8216;hässlich&#8217;, &#8216;begehrenswert&#8217; und &#8216;unattraktiv&#8217; einzuteilen? Bewegen wir uns damit wirklich von normierenden Schönheitsidealen weg oder zementieren wir nicht vielmehr, dass es Frauen* eigentlich nie richtig machen können?</p>
<p>Eins ist klar: Die Mehrheit der Frauen* sieht weder so aus wie Keira Knightley noch wie Marilyin Monroe. Die Mehrheit der Frauen* ist in Modezeitschriften, auf den Laufstegen, in Filmen oder Werbungen überhaupt nicht repräsentiert. Dies zu kritisieren bedingt meiner Meinung nach nicht das Etablieren neuer (für die meisten gar nicht erreichbare) Schönheitsideale, sondern das kritische Hinterfragen jener Strukturen, die dafür verantwortlich sind, dass Menschen hungern, Diäten einhalten, sich für zu dick/dünn/groß/klein halten oder sich ungeliebt fühlen. Die ständige Einteilung von Menschen in &#8216;hässlich&#8217; und &#8216;schön&#8217;, &#8216;schlank&#8217; und &#8216;dick&#8217; (wie es auch das Bild tätigt), ist sicherlich <em>keine</em> Hilfe, um Schönheitsterror zu bekämpfen.</p>
<p>Also bitte: Ab in die Tonne mit solchen Bildern, die uns wieder mal vermitteln, wie Frauen* sein sollen (und wie nicht) und für mehr Bilder, die Menschen in all ihren verschiedenen Formen zeigen, ohne dass diese in eine Hierarchie eingeordnet werden. <a href="http://b.asset.soup.io/asset/2869/7899_c7de.jpeg" target="_blank">Schön sind wir nämlich alle!</a></p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=26632&amp;md5=5355e1efa9c64614c5c7ccd6adcb1ac1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Meine Meinung]]></series:name>
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		<item>
		<title>Bilder im Kopf – wie Spendenplakate Rassismus am Leben erhalten</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/bilder-im-kopf-wie-spendenplakate-rassismus-am-leben-erhalten/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 07:58:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klartext]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfsorganisationen]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade vor Weihnachten sind sie überall – Spendenplakate von Hilfsorganisationen. Carolin Philipp und Timo Kiesel nehmen sie in dem Film „White Charity“ genauer unter die Lupe. Wer spricht auf den Plakaten? Welche Bilder vermitteln sie über schwarze und weiße Menschen? Geht es bei dieser Darstellung wirklich um das Beenden von Ungleichheit und Ungerechtigkeit? Der Film [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade vor Weihnachten sind sie überall – Spendenplakate von Hilfsorganisationen. Carolin Philipp und Timo Kiesel nehmen sie in dem Film „White Charity“ genauer unter die Lupe. Wer spricht auf den Plakaten? Welche Bilder vermitteln sie über schwarze und weiße Menschen? Geht es bei dieser Darstellung wirklich um das Beenden von Ungleichheit und Ungerechtigkeit?</p>
<p><iframe width="480" height="360" src="http://www.youtube-nocookie.com/embed/kUSMh8kV-xw" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Der Film dauert rund 48 Minuten und enthält englische Interviews, für die deutsche Untertitel vorhanden sind (leider ist nicht der gesamte Film untertitelt). Aufgeführt wird er heute abend um 21:00 Uhr in der Berliner Hauskooperative Groni50, Groninger Str. 50. Außerdem am 16. Januar in der Uni Augsburg (17:30 Uhr) und am 17. Januar im Münchner Nord-Süd-Forum, Schwanthalerstr. 80 (19 Uhr).</p>
<p>Weitere Informationen und eine Literaturliste gibt es auf <a href="http://www.whitecharity.de/" target="_blank">www.whitecharity.de</a>. Dort kann auch die DVD zum Film bestellt werden.</p>
<p>(via <a href="http://www.iheartdigitallife.de/white-charity/" target="_blank">i heart digital life</a>)</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=25816&amp;md5=4bb06e4671f1c8e25855f0ba5bc72a36" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Keine Kuschelquote – Warum ich die Berliner Erklärung nicht unterzeichne</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/keine-kuschelquote-warum-ich-die-berliner-erklaerung-nicht-unterzeichne/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 08:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maria</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauenfakten]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Erklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Quoten]]></category>

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		<description><![CDATA[Frauen aller Bundestagsfraktionen und UnterstützerInnen aus Politik und Gesellschaft schließen sich zusammen, um der Gleichstellung von Frauen und Männern zum Durchbruch zu verhelfen. Sie fordern in der Berliner Erklärung vom 15.12.2011 die paritätische und gleichberechtigte Einbeziehung von Frauen in die Entscheidungsprozesse der Wirtschaft und stellen fest, dass dies nur durch verbindliche gesetzliche Regelungen erreicht werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frauen aller Bundestagsfraktionen und UnterstützerInnen aus Politik und Gesellschaft schließen sich zusammen, um der Gleichstellung von Frauen und Männern zum Durchbruch zu verhelfen. Sie fordern in der <a href="http://www.berlinererklaerung.de/" target="_blank">Berliner Erklärung</a> vom 15.12.2011 die paritätische und gleichberechtigte Einbeziehung von Frauen in die Entscheidungsprozesse der Wirtschaft und stellen fest, dass dies nur durch verbindliche gesetzliche Regelungen erreicht werden kann. In einem ersten Schritt wollen sie eine 30%-Quote in den Aufsichtsräten der börsennotierten, mitbestimmungspflichtigen und öffentlichen Unternehmen. Ich sollte mich freuen, dass endlich mal Frauen aller Fraktionen zusammen sagen, übrigens, es besteht gleichstellungspolitischer Handlungsbedarf. Sie sagen das auch durchaus mit Nachdruck.</p>
<p>Was mir an der Petition sehr gut gefällt und was ich sofort unterschreiben würde, ist die Feststellung, dass die Gleichstellung in der Realität noch lange nicht verwirklicht ist. Weiter heißt es in dem Einleitungstext:  „Die anhaltende Benachteiligung von Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen steht damit im Widerspruch zu unserem Grundgesetz und zu internationalem Recht.“</p>
<p>Trotzdem kann ich mich nicht dazu durchringen, diese Petition auch zu unterzeichnen. What’s not to like?</p>
<p><span id="more-25787"></span></p>
<p><strong>Der kleinste gemeinsame Nenner</strong></p>
<p>Wenn Dorothee Bär (CSU) und Alice Schwarzer für dieselbe Sache eintreten, dürfte klar sein, dass die Frauen sich mit ihren Forderungen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt haben. Der lautet in diesem Fall:</p>
<blockquote><p>Deshalb treten wir in einem ersten Schritt für eine Quote bei den Aufsichtsräten der börsennotierten, mitbestimmungspflichtigen und öffentlichen Unternehmen ein, die zunächst mindestens 30 Prozent betragen soll. Damit die Maßnahme Wirkung entfaltet, wollen wir flankierend Fristen und empfindliche Sanktionen regeln. Die Quote für Aufsichtsräte kann aber nur der Anfang sein!</p></blockquote>
<p>Die Quote, die als „erster Schritt“ in Richtung Geschlechtergerechtigkeit gefordert wird, ist eine Quote, mit der eigentlich so ziemlich jeder leben können müsste, der etwas von Wirtschaft versteht (und eigentlich keine Lust hat auf Quoten). Denn: Wer möglichst geringen Einfluss einer Quote auf die tatsächlichen Entscheidungsabläufe in großen börsennotierten Unternehmen wünscht, verankert sie in den Aufsichtsräten. Warum? In großen börsennotierten Unternehmen, die in der Regel mitbestimmungspflichtig sind, sind 50% der Mitglieder des Aufsichtsrates von der Arbeitnehmerseite (also von Gewerkschaften) entsandt. Ich will damit nicht das Mitbestimmungsgesetz kritisieren, ich finde die Beteiligung der ArbeitnehmerInnen in diesen Gremien gut und wichtig. In der Praxis ist es aber so, dass die Aufsichtsräte praktisch ein Debattierclub sind, den wichtige Unternehmensinterna möchte man vor Gewerkschaftsseite nicht besprechen.</p>
<p><strong>Ein erster Schritt, dem weitere folgen?</strong></p>
<p>Nun muss ich zugeben,  die starken Hinweise im Text, diese Forderung sei nur ein erster Schritt, haben es mir schwer gemacht, der Petition die kalte Schulter zu zeigen. Denn wer ist schon gegen ein erstes Schrittchen, wenn der Weg lang und mühsam ist? Das Problem ist einerseits, dass ich meine Zweifel habe, ob diesem ersten Schritt wirklich weitere folgen werden. Gleichstellungspolitische Erfolge sind selten, immer hart erkämpft und den Wegesrand säumen viele gute Ideen und wichtige Forderungen, die keine Umsetzungschancen haben.</p>
<p>Auf der anderen Seite ist es so: Wenn es nur einen gesetzgeberischen Meilenstein in diesem Jahrzehnt gibt, der Gleichstellung im Arbeitsleben befördern will – ich möchte nicht, dass es eine 30%-Quote in Aufsichtsräten der größten Unternehmen ist. Wenn sich danach wieder alle zurücklehnen und die nächsten Themen wieder in ein bis zwei Legislaturperioden auf die Agenda kommen, wurde die Gleichstellung kaum vorangebracht. Denn gerade im Bereich der Erwerbsarbeit existieren so viele Probleme, derer sich die Gesetzgeberinnen annehmen sollten: Entgeltungleichheit, die hohe Betroffenheit von Frauen von prekärer Arbeit, rechtliche Strukturen, die Frauen in nicht-existenzsichernde Beschäftigung drängen (der Sachverständigenbericht zum <a href="http://www.fraunhofer.de/de/ueber-fraunhofer/geschaeftsstelle-gleichstellungsbericht.html" target="_blank">1. Gleichstellungsbericht</a> hat das alles umfassend dargestellt), etc. Ich finde es schwer zu begründen, warum gerade das Symbol der Quote in den Debattierclubs der größten Unternehmen, ein erster Schritt zum Abbau der Benachteiligungen ist, denen Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft ausgesetzt sind.</p>
<p><strong>Parlamentarierinnen sollten häufiger bei Gesetzentwürfen gemeinsam „Stopp“ sagen</strong></p>
<p>Schließlich ist es so, dass die Initiatorinnen der Erklärung, von denen einige ein Bundestagsmandat haben, jederzeit die Möglichkeit hätten, „Stopp“ zu rufen, wenn mal wieder ein Gesetz auf den Weg gebracht wird, welches offensichtlich dem Auftrag des Art. 3 Abs. 2 GG zuwiderläuft. Die CDU-Frauen kündigten das beim Betreuungsgeld an. Sehr häufig werden aber Entscheidungen getroffen, bei denen auch nur eine einfache Gesetzesfolgenabschätzung aus der Gender-Perspektive zeigen würde, dass es so eigentlich nicht geht. Aber selbst eine solche Überprüfung von Gesetzen findet standardmäßig nicht statt. Stattdessen muss jeder Gesetzentwurf einen Passus enthalten, der darstellt, ob das Gesetz Bürokratie erhöht oder abbaut. Wenn die Parlamentarierinnen sich gemeinsam für etwas stark machen wollen, warum nicht dafür, Gleichstellung als Querschnittsziel zu verankern und dies dann in den konkreten Gesetzgebungsprozessen auch immer einzufordern.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Die Berliner Erklärung ist ein Signal, dass es so nicht weitergehen kann. Der Forderung nach einer Kuschelquote kann ich aber nichts abgewinnen. Denn wenn das Haus brennt, ist ein Eimer Wasser ins Dachgeschoss zwar ein erster Schritt, aber keine Lösung.</p>
<p><em>Ursprünglich erschienen auf <a href="http://rechtundgeschlecht.wordpress.com/2011/12/16/keine-kuschelquote-warum-ich-die-berliner-erklarung-nicht-unterzeichne/" target="_blank">rechtundgeschlecht</a></em></p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=25787&amp;md5=57f56f22f1e5a0b35bd3b8799c5bb8e2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Feminismus im Recht]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Nur Konsens ist Sex</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/nur-konsens-ist-sex/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/nur-konsens-ist-sex/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 08:13:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verschiedenen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Heterosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Konsens]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Leonie Kapfer, 25, hat in Wien Ernährungswissenschaften studiert und arbeitet beim feministischen Monatsmagazin an.schläge als Redakteurin. Dabei recherchiert sie gerade für die nächste Ausgabe der an.schläge über die wundervolle Welt der Orgasmen und findet Feminist_innen sollten sich endlich wieder mehr mit dem Thema Sex auseinandersetzen. Für die an.schläge schrieb sie auch den Text: &#8220;Nur Konsens ist Sex&#8220;, den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Leonie Kapfer, 25, hat in Wien Ernährungswissenschaften studiert und arbeitet beim feministischen Monatsmagazin <a href="http://anschlaege.at/" target="_blank">an.schläge</a> als Redakteurin. Dabei recherchiert sie gerade für die nächste Ausgabe der an.schläge über die wundervolle Welt der Orgasmen und findet Feminist_innen sollten sich endlich wieder mehr mit dem Thema Sex auseinandersetzen. Für die an.schläge schrieb sie auch den Text: &#8220;<a href="http://anschlaege.at/feminismus/2011/11/an-sage-nur-konsens-ist-sex/" target="_blank">Nur Konsens ist Sex</a>&#8220;, den sie uns als Gastbeitrag zur Verfügung stellt.</em></p>
<p>Was ist eigentlich los mit dem heterosexuellen Geschlechtsverkehr? Wie kann es sein, dass Männer wie Strauss-Kahn, Assange und Kachelmann denken, sie hätten einvernehmlichen Sex, obwohl ihr Gegenüber das ganz anders sieht? Wer eine Antwort auf diese Frage will, muss sich genauer mit dem Konzept „Konsens“ beschäftigen.</p>
<p>Unsere heutige Idee von einvernehmlichem Sex beinhaltet einzig die Abwesenheit eines Neins. Wer nicht Nein sagt, meint Ja. Schweigen wird so ungewollt zur Zustimmung. In dieser Vorstellung existieren aber zahlreiche Grauzonen. Was tun, wenn ein/e SexualpartnerIn nicht in der Lage ist, ein Nein zu formulieren? Sei es, dass sie unter Drogeneinfluss steht oder andere Umstände eine verbale Kommunikation verhindern.</p>
<p>Was bloßes „Nein heißt Nein“ in der Praxis bedeutet, zeigt etwa ein erschütternder Fall in Paderborn. Dort hat ein 48-jähriger Mann über Jahre hinweg eine psychisch kranke Frau vergewaltigt. Der Richter sprach den Mann jedoch frei, da sein Opfer keinen Widerstand geleistet hatte.</p>
<p>So wichtig der Slogan „Nein heißt Nein“ auch war und ist – um wirklich konsensuellen Sex zu haben, bedarf es mehr. „Bevor ich wusste, was passiert, war er in mir. Kein Vorspiel, keine Warnung, kein Konsens. Es tat weh und weher, und es hörte auch nicht auf zu schmerzen, und selbst heute tut es noch weh, wenn ich daran denke, dass ich damals zu schüchtern und zu verstört war, um Nein zu sagen.“ So beschreibt US-Comedian Margaret Cho ihr erstes Mal. Ein Einzelfall ist diese Geschichte mit Sicherheit nicht. Grenzüberschreitungen dieser Art passieren immer wieder, und die Schuld wird letztlich den Frauen gegeben, denn sie hätten ja Nein sagen können. Unsere angebliche sexuelle Befreiung ist auf ein Nein zusammengeschrumpft.</p>
<p><span id="more-25665"></span>Für Frauen meiner Generation ist aber nichts schwieriger, als zuzugeben, dass es mit dem Sex doch noch nicht so emanzipiert läuft, wie wir es uns wünschen. Zu tief sitzt „Sex and the City“-Samanthas Versprechen „Sex wie ein Mann haben zu können“. Auch wollen wir lieber „herumvögeln“ wie Helen Memel aus Charlotte Roches „Feuchtgebiete“, statt uns zu fragen, was da nicht stimmt. Aber wir können nicht ewig davonlaufen, denn das Patriarchat schlummert auch in unseren Betten und mit ihm totgehoffte Rollenbilder.</p>
<p>Andrea Roedig hat demnach vollkommen Recht, wenn sie in einem „Standard“-Artikel („<a href="http://diestandard.at/1317018952209/Wo-ist-die-Sexualitaet-geblieben-Workout-fuer-die-Klitoris" target="_blank">Workout für die Klitoris</a>“) fordert, Feministinnen sollten das Thema Sex zurück auf ihre Agenda holen. Denn von einer sexuellen Befreiung der Frau kann auch heute nur geträumt werden.</p>
<p>Fangen wir also beim Thema Konsens an. Was ich damit meine, ist wirklich einvernehmlicher Sex, bejahender Sex.</p>
<p>Unsere gängige Vorstellung von Sexualität als Penetration stößt sich jedoch mit dem Prinzip Konsens. Immer noch hinken wir der antiquierten Idee nach, Sex käme mit nur einem aktiven Part, dem männlichen, aus. Aktive Teilnahme der Frau ist für unser Verständnis von Sex nicht zwingend notwendig. Die Frau kann in Passivität verharren, ihre Zustimmung ist einzig die Abwesenheit eines Neins.</p>
<p>Wie absurd diese Vorstellung ist, wird durch einfache Vergleiche klar. Würden wir sagen, wir haben mit einer Person getanzt, wenn diese nur im Raum neben uns stand? Oder würden wir sagen, wir haben gemeinsam musiziert, wenn aber nur wir es waren, die ein Instrument gespielt haben? Wohl eher nicht. Sex muss also wie alle anderen gemeinschaftlichen Tätigkeiten auch als etwas verstanden werden, das aktive Teilnahme aller Involvierten verlangt. Sex ist nicht Penetration, sondern Zusammenspiel.</p>
<p>Und um das zu erreichen, sollten wir endlich eine Sprache für unsere Sexualität finden. Denn Konsens will erfragt werden. Nur wenn ich mein Gegenüber frage, ob es etwas ebenfalls will, kann ich ein Ja zur Antwort bekommen. Und nur ein Ja kann Konsens herstellen.</p>
<p>Nur Ja heißt Ja!</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=25665&amp;md5=8b28d22d92fb5c226b11e8899f993bdf" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Der Kommentar]]></series:name>
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		<title>Ja, es schmeckt. Na und?</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 10:10:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magda</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Schönheitsterror]]></category>
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		<description><![CDATA[Glücklich kauend stehe ich am Buffet und greife nach dem zweiten Schnittchen. „Na, Ihnen schmeckt es aber!“ „Nach dem zweiten Stück Torte passt der Badeanzug aber nicht mehr!“ „Keine Angst, das Essen läuft nicht weg!“ „Hast du schon wieder Hunger?!“ Dies sei nur ein kleiner Ausschnitt der Sprüche, die ich schon so oder so ähnlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Glücklich kauend stehe ich am Buffet und greife nach dem zweiten Schnittchen.</p>
<p>„Na, Ihnen schmeckt es aber!“<br />
„Nach dem zweiten Stück Torte passt der Badeanzug aber nicht mehr!“<br />
„Keine Angst, das Essen läuft nicht weg!“<br />
„Hast du schon wieder Hunger?!“</p>
<p>Dies sei nur ein kleiner Ausschnitt der Sprüche, die ich schon so oder so ähnlich von (mir teilweise unbekannten!) Menschen zu unter­schied­lichen Zeiten meines Lebens gehört habe. Als eine, die die meisten wohl als „über­gewichtig“ oder zumindest pummelig be­zeichnen würden, habe ich mein Leben lang ein ganzes Reservoir an Kommentaren sammeln dürfen. Nicht gerade eine Sammlung, die mein Sammlerinnen-Herz höher schlagen lässt.</p>
<p>Klar könnte ich darüber hinwegschauen und einen Witz machen, um die lustige Dicke zu mimen. Ich könnte es auch wiederholt als individuelles Erlebnis abtun und die Angelegen­heit bis zum nächsten Eisessen vergessen. Ich könnte meine eigenen Problemchen hinten anstellen und denken: Andere leiden auch, aus unter­schied­lichsten Gründen. Doch zurück bleibt der fade Nach­geschmack, wieder bewertet, ver­glichen und ab­geurteilt zu werden.</p>
<p>Und ich weiß: Es hat System das Ess­verhalten und die Körper von Menschen zu bewerten. Mit Blicken, Gedanken, Worten. Und wenn es nicht die anderen machen, kommen Praxen von Selbst­regierung ins Spiel. Viel­leicht, um uns beschäftigt zu halten. Als dicke Frau komme ich mir manchmal vor wie öffentliches Gut, deren Ess­verhalten von allen be­sprochen werden darf. Manchmal initiiere ich dumme Witze sogar selbst. Ich hasse die Norm, aber ich lebe sie auch selbst.</p>
<p>Klar, über Essen reden sowieso alle. Eigent­lich immer. Der Mittags­tisch ist eine einzige Sündenhölle. Ein Nachschlag Nudeln, obwohl sich das Bäuch­lein schon wölbt? Ein weiteres Löffelchen Braten­sauce? Wirklich? OBWOHL ES NOCH KUCHEN GIBT!? Manch eine_r setzt sich an den liebevoll gedeckten Tisch und redet – kauend! &#8211; über nichts anderes als Kalorien, Gewicht und Fett­anteil. Und über das nächste von Kohle­hydraten befreite Essen, das man doch mal zu­be­reiten könnte.</p>
<p><span id="more-25191"></span>Fast alle werden irgendwann einmal sanktioniert, unabhängig von Kleider­größe. Bei Frauen wird immer noch eins mehr hin­geschaut, denn ein Speck­bauch gehört nicht zu den <em>must-haves</em> des nächsten Sommers. Doch mit den Pfunden steigt auch die Wahr­schein­lich­keit, sanktioniert zu werden. Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe jahre­lang gebraucht, um ohne schlechtes Gewissen in der Öffent­lich­keit zu essen. Damit ich dummen Sprüchen aus dem Weg gehe &#8211; als wäre ich daran Schuld. Körper­normen bewirken nicht nur, dass wir uns (häufig un­bemerkt) an ihnen orientieren. Sie eröffnen auch den Raum, die­jenigen mit Blicken und Worten zu bestrafen, die ziem­lich weit von dieser Norm ent­fernt sind.</p>
<p>Vermeintlich unbedarfte Sprüche wie die eingangs ge­nannten sind daher keine Zufälle. So lange ich jeden Tag mit normierenden Mein-schlechtes-Gewissen-wächst-Bildern bombardiert werde, Tipps zum „Endlich-Schlankwerden“ lesen muss und mit schiefen Blicken wegen meines kurzen Kleidchens ge­straft werde, weil ich das Einmaleins des Kurven-Kaschierens von Glamour &amp; Co geflissent­lich ignoriere, weigere ich mich, Sprüche über meinen Körper und mein Ess­verhalten als Zufall oder harm­losen Witz ab­zutun.</p>
<p>Ich sehe überhaupt nicht mehr ein, immer alles weg­zu­lächeln und schlag­fertig zu antworten: „Ja, es schmeckt. Auch ein Schnittchen?“ Das ist zwar cool und empfehlens­wert, um dein Gegenüber gekonnt zu ent­waffnen, heißt aller­dings auch, dass die Coolness mitunter auch meine eigene Wut über­deckt. Ich will mich für normierende Situationen nicht mehr verant­wort­lich fühlen.</p>
<p>Und deshalb habe ich eine Bitte: Alle, die unaufgefordert das Ess­ver­halten ihres Gegen­übers kommentieren, sollten mal kurz inne­halten und darüber nach­denken, wie die eigenen Worte destruktive Körper- und Schön­heitsnormen stützen und was für (Scham-)Gefühle dadurch hervorgerufen werden können. Ein daher­gesagter Satz kann nämlich ganz schön ver­letzend sein.</p>
<p>Für mich jeden­falls gilt: Ich esse das zweite Schnittchen gerne un­kommentiert. Danke.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=25191&amp;md5=ac5ee55dec7a894f0079f01a4cade88c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sexistisch in den Advent und anderes Erhellendes in der Blogschau</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/sexistisch-in-den-advent-und-anderes-erhellendes-in-der-blogschau/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 09:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena</dc:creator>
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		<description><![CDATA[denkwerkstatt regt sich über die Titelgeschichte des Magazings profil auf, wonach jede zweite Österreicherin an den Rückzug zu Kindern und Küche denke. Was das für die finanzielle Sicherheit dieser Frauen bedeutet ist klar: Vertrauen in die Partnerschaft. paper cuts überlegt, warum sie sich als &#8220;beinharte Feministin&#8221; bezeichnet, obwohl sich ihr referentieller Lesekonsum in Grenzen hält. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>denkwerkstatt</em> <a href="http://denkwerkstatt.wordpress.com/2011/11/21/vertrauen-in-die-partnerschaft-heist-unsere-finanzielle-absicherung-2/" target="_blank">regt sich</a> über die Titelgeschichte des Magazings <a href="http://www.profil.at/" target="_blank"><em>profil</em></a> auf, wonach jede zweite Österreicherin an den Rückzug zu Kindern und Küche denke. Was das für die finanzielle Sicherheit dieser Frauen bedeutet ist klar: Vertrauen in die Partnerschaft.</p>
<p><em>paper cuts</em> <a href="http://papercuttinghard.blogspot.com/2011/11/this-is-who-i-am-this-is-what-i-want.html" target="_blank">überlegt</a>, warum sie sich als &#8220;beinharte Feministin&#8221; bezeichnet, obwohl sich ihr referentieller Lesekonsum in Grenzen hält. Aber statt Theorie hat sie jahrelange praktische Erfahrung damit, was es heißt &#8220;ein Mädchen&#8221; zu sein. Und ein paar Wünsche für eine besser Zukunft außerdem.</p>
<p><em>Ein Fremwörterbuch</em> <a href="http://ein-fremdwoerterbuch.blogspot.com/2011/11/zwei-jahre-seit-marwa-el-sherbini-und.html" target="_blank">hinterfragt</a> &#8211; nicht zum ersten Mal &#8211; Rassismus als Randproblem und als in der rechten Szene verortetes Problem. Zwar setze langsam eine stärkere Sensibilisierung unter &#8220;Migranten, Deutschen mit Migrationshintergrund und engagierten autochtonen Deutschen&#8221;, aber was wir brauchen ist die ehrliche Auseinandersetzung in der Mehrheitsgesellschaft.</p>
<p><em>Piratenweib</em> <a href="http://www.piratenweib.de/weihnachtsgeschenk-gesucht" target="_blank">hält Ausschau</a> nach Weihnachtsgeschenken und entdeckt jede Menge sexistische Kackscheisse. Das zieht jede Menge Fragen nach sich, zum Beispiel warum sexistische Werbung Männer ins Lächerliche zieht und Frauen ins Sexuelle?</p>
<p>In würgende Weihnachtsstimmung bringt sich auch <em>kopfweh statt rausch</em> mit einem <a href="https://kopfwehstattrausch.wordpress.com/2011/11/21/axe-adventskalender-2011/" target="_blank">Blick</a> auf die Werbung für den nahenden Axe Weihnachtskalender. Jaja, die Geschenke von unseren Freunden der Deo-Vermarkung sind uns ohnehin die liebsten&#8230;</p>
<p>Die <em>kleine Ethnologin</em> hat sich durch die Zeitungen und ihre Darstellung von Frauen in der rechten Szene gelesen und <a href="http://kleineethnologin.wordpress.com/2011/11/22/braune-frauen/" target="_blank">kommentiert</a> die Berichte auf <em>SpOn</em>, in der <em>Sz</em> und <em>taz</em>.</p>
<p><em>Astrodicticum Simplex</em> geht in Deckung angesichts <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/11/wissenschaft-fur-madchen-der-rosaeinhornglitzerwahnsinn.php" target="_blank">pink-mit-grusel Spielsachen</a>, die Mädchen Wissenschaft näher bringen sollen. Das ist auch ein gutes Beispiel für <a href="http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/ClarkesLawForGirlsToys" target="_blank">Clarke&#8217;s Law for Girls&#8217; Toys</a>.</p>
<p>Wikimedia-Geschäftsführerin Sue Gardner war gerade in Deutschland zu Besuch und hat in unterschiedlichen Interviews eine Erhöhung der Autorinnenquote bei Wikipedia gefordert. Warum es nicht so leicht ist, in dem Männerclub einen Pumps auf den Boden zu kriegen, <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/andreas-kemper/warum-wikipedia-ein-maennerclub-ist" target="_blank">erklärt</a> Andreas Kemper  im Blog von <em>der Freitag</em>.</p>
<p><em>Adrians Blog</em> <a href="http://blog.adrianlang.de/?p=884" target="_blank">wägt</a> die Vorteile einer (pro)feministischen Männerorganisation ab. Neben theoretischen Aspekten wie Reflexion und Männlichkeitsforschung könnten Demos und Engagement in Gruppen und im Netz auch aktionistisches Potential entfalten.</p>
<p><em>Anarchie und Lihbe</em> <a href="http://anarchieundlihbe.blogsport.de/2011/11/23/die-fratze-fremdheit/" target="_blank">berichtet</a>, wie sie der sexuellen Belästigung während ihrer Ägyptenreise mit einer hässlichen Gummifratze begegnete. Lustig ist das nicht, eher verwirrend und von nachdenklichen Fragen begleitet.</p>
<p><em>Genderverrückt</em> nennt sich ein <a href="http://genderverrueckt.blogsport.de/2011/11/23/initialisiere-queering-sequenz/" target="_blank">neues Gender-Blog</a>, geschrieben von jemandem &#8220;meist als männlich gelesen&#8221; mit dem Ziel &#8220;ohne Pathos und eher der Konvention gerecht: Hegemoniale Männlichkeit dekonstruieren, männliche Identität queeren.&#8221;</p>
<p><em>So Let&#8217;s Have A Baby</em> zeigt ein <a href="http://soletshaveababy.wordpress.com/2011/11/24/christen-konnen-homos-kein-kind-anvertrauen-warum-eigentlich/" target="_blank">Schauspiel in drei Akten</a>: SAT 1 und die Frage, warum Homos eigentlich keine Kinder adopieren können. In den Hauptrollen: eine lesbische Frau, ein schwuler Mann und zwei &#8211; das Gesetz Gottes &#8211; vertretende Christen.</p>
<p>Und noch ein aktueller <strong>Termin</strong>:</p>
<p>Am 1. Dezember stellen im Audimax der Uni Halle ab 19 Uhr  Gesa Mayer und Robin Bauer in ihren <a href="http://queereinsteigen.wordpress.com/2011/11/18/gesa-mayerrobin-bauer-monopoly-monogamie-norm-und-polyamory-auf-dem-spielfeld-der-besitzanspruche-der-aushandlungsprozesse-und-des-bekanntgehens/" target="_blank">Vorträgen</a> die Monogamie sowohl in hertero- als auch homosexuellen Beziehungen als romantisiertes Ideal in Frage.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=25329&amp;md5=8f95e511d93f900b78998765647b5078" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Genderissimi: Die Blogschau]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Die Antwort auf alle &#8220;Mädchen&#8221;-Fragen: Mansplaining</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/die-antwort-auf-alle-maedchen-fragen-mansplaining/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/die-antwort-auf-alle-maedchen-fragen-mansplaining/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 08:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nadine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschmacklosigkeiten aktuell]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf jetzt.de erschien diese Woche ein Artikel zur immer wieder kehrenden Debatte, ob Frauen* sich Mädchen nennen sollen oder lieber nicht. Der Autor des Textes bezieht sich positiv auf Caroline Drucker, die sagt: Wer sich Mädchen nennt, [...], macht sich bewusst klein. Zweifelsohne wird &#8220;Mädchen&#8221; als Fremdbezeichnung genutzt, um Frauen* herabzusetzen oder Männer* als &#8220;unmännlich&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <em>jetzt.de</em> erschien diese Woche ein Artikel zur immer wieder kehrenden Debatte, <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/532941/Hoert-auf-euch-Maedchen-zu-nennen" target="_blank">ob Frauen* sich Mädchen nennen sollen oder lieber nicht</a>. Der Autor des Textes bezieht sich positiv auf Caroline Drucker, die sagt:</p>
<blockquote><p>Wer sich Mädchen nennt, [...], macht sich bewusst klein.</p></blockquote>
<p>Zweifelsohne wird &#8220;Mädchen&#8221; als Fremdbezeichnung genutzt, um Frauen* herabzusetzen oder Männer* als &#8220;unmännlich&#8221; zu beschimpfen. &#8220;Mädchen&#8221; ist auch im Kontext homophober Äußerungen zu finden. Um den Begriff seiner negativen Konnotation zu entziehen, gibt es zahlreiche Versuche ihn umzudeuten. Mädchen, Girl oder Grrrl werden als Selbstbezeichnungen ins Feld geführt. Drucker und auch der Autor halten das für Quatsch. Worte seien machtvoll und deshalb müsse frau sich diesen entziehen, wenn sie nicht herabgesetzt werden wollen.</p>
<p>Das bedient mal wieder altbekannte Muster: Emanzipatorische Selbstbezeichnungen werden ins Lächerliche gezogen, dominante sexistische (und homophobe) Diskurse nicht hinterfragt oder kritisiert. Stattdessen werden Betroffene mit Hinweisen und Ratschlägen konfrontiert, wie sie sich &#8220;richtig&#8221; zu verhalten haben. Wenn sie sich nicht daran halten, dann sind sie eben selbst schuld. Das Problem ist also nicht Sexismus oder Homophobie, die Zielgruppe von Kritik sind nicht jene, die sich sexistischer oder homophober Äußerungen bedienen, sondern die Betroffenen selbst. </p>
<p>Grundsätzlich ist es jedoch so, dass sich keine_r Sexismus und Homophobie entziehen kann. Wir verhalten uns alle auf unterschiedliche Weise dazu, ob wir wollen oder nicht. Aneignungs- und Umdeutungsversuche sind _ein_ Versuch, kritisch mit Unterdrückungsmechanismen umzugehen. Ob das innerhalb machtvoll wirkender Diskurse immer von Erfolg gekrönt ist, ist die eine Sache, obliegt aber erstmal der Deutungshoheit von Betroffenen, die diese Selbstbezeichnungen verwenden. Die andere Sache ist jener unreflektierte Umgang mit Sexismus, den Caroline Drucker und der Autor des Textes an den Tag legen. </p>
<p>Und als ob das nicht schon zynisch genug wäre, reicht am Ende noch ein kurzer Blick auf die Sprechposition, die den jetzt.de-Artikel durchzieht: ein Mann, der Frauen* vorschreibt, wie sie Sexismus entgehen können. Indem sie einfach seinen &#8220;schlauen&#8221; Anweisungen folgen. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes: Herrlich!</p>
<p>Weitere Artikel zum Thema:<br />
<a href="http://maedchenmannschaft.net/revolutionare-maedchen/" target="_blank">Revolutionäre Mädchen</a><br />
<a href="http://maedchenmannschaft.net/die-maedchendiskussion-folge-173945/" target="_blank">Die Mädchendiskussion – Folge 173945</a><br />
<a href="https://hanhaiwen.wordpress.com/2011/01/20/frau-fraeulein-maedchen/" target="_blank">Frau, Fräulein, Mädchen? </a></p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=25057&amp;md5=e09a5bcdb9bdfa87ad8232911b8d6f49" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Raus aus der Betroffenheitsfalle</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/raus-aus-der-betroffenheitsfalle/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/raus-aus-der-betroffenheitsfalle/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 08:36:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Weibsbilder Mannsbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussionen]]></category>
		<category><![CDATA[im Politikbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Am vergangenen Wochenende war ich in Nürnberg beim Netzpolitischen Kongress der BayernSPD. Relativ spontan saß ich dabei in der Podiumsdiskussion „Partizipation und Internet“. Aus dieser Diskussion sowie dem Kongress an sich wurde mal wieder eine Sache deutlich: Teilhabe ist immer noch Sache der Betroffenen und für die wird es zur Sackgasse. Das fing schon mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/7a4091c953d3438f806d3e2a054a8cd0" width="1" height="1" alt=""/>Am vergangenen Wochenende war ich in Nürnberg beim <a href="https://netzpolitik.bayernspd.de/programm/" target="_blank">Netzpolitischen Kongress der BayernSPD</a>. Relativ spontan saß ich dabei in der Podiumsdiskussion „Partizipation und Internet“. Aus dieser Diskussion sowie dem Kongress an sich wurde mal wieder eine Sache deutlich: Teilhabe ist immer noch Sache der Betroffenen und für die wird es zur Sackgasse.</p>
<p>Das fing schon mit der anscheinend unvermeidlichen Frage an mich, die Frau auf dem Podium an „was ist das Problem der Frauen mit dem Internet“. „Die Frauen“ haben kein Problem! Und das was problematisch ist, sexistische Kommentare, Vergewaltigungs- und Morddrohungen, sind keine Probleme von Frauen, sondern von denen, die sich so äußern. Wer nicht direkt davon betroffen ist, kann es sich leisten, diese Probleme zu ignorieren – aber davon gehen sie nicht weg.</p>
<p>Ebenfalls bezeichnend: Viele potentiell interessierte Frauen waren nicht bei diesem Kongress, da es gleichzeitig eine andere Veranstaltung gab. Zur Frage, wie Frauen für Kommunalpolitik begeistert werden können. Eine ehrenwerte Idee, doch gleich auf mehreren Ebenen kontraproduktiv. Um es polemisch auszudrücken: Statt sich mit harten Themen wie Netzpolitik zu beschäftigen, waren viele Frauen wieder einmal mit ihrem Dasein als Frau konfrontiert. Damit es im schlimmsten Fall noch einmal heißt, für Netzpoitik interessierten sie sich eh nicht. Sie bleiben also in der „Betroffenheitsfalle“.</p>
<p>Dabei wäre es nötig bei denen anzusetzen, die die Probleme verursachen. Wo bleibt der Workshop für Politiker &#8220;Was ist dominantes Redeverhalten und wie vermeide ich es?&#8221; Gerne in einem geschützten Raum, der nur für Männer offen ist. Weitere Workshops die ebenfalls dringend nötig sind: &#8220;Achte ich auf Diversität und Barrierefreiheit?&#8221;, &#8220;Sexistische und rassistische Kommentare verhindern&#8221; und &#8220;Wie reagieren, wenn Beschwerden wegen Diskriminierung kommen?&#8221; Am Besten mit Anwesenheitspflicht für alle, die ein Parteiamt anstreben.</p>
<p>Denn dass allein Betroffene Probleme thematisieren, das gibt es schon seit Jahren. Geholfen hat es augenscheinlich nichts.</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=24870&amp;md5=2a544bf524c67ad6b98057da91e9291f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Von Wiese zu Wiese hüpfen</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/von-wiese-zu-wiese-huepfen/</link>
		<comments>http://maedchenmannschaft.net/von-wiese-zu-wiese-huepfen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 16:29:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kübra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
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		<category><![CDATA[Schönheitsterror]]></category>
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		<category><![CDATA[westlich]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner &#8211; bis man endlich auf der anderen Seite ist. Eine Freundin arbeitet in einem Hamburger Theater. Sie ist türkischer Herkunft, sieht aber mit ihren grünen Augen und den hellbraunen Haaren nicht besonders verdächtig aus, als eine türkische Theatergruppe das Theater besucht. Demonstrativ schwingt die Gruppe vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner &#8211; bis man endlich auf der anderen Seite ist.</em></p>
<p>Eine Freundin arbeitet in einem Hamburger Theater. Sie ist türkischer Herkunft, sieht aber mit ihren grünen Augen und den hellbraunen Haaren nicht besonders verdächtig aus, als eine türkische Theatergruppe das Theater besucht. Demonstrativ schwingt die Gruppe vor den Theatermitarbeitern ihre Bierflaschen, demonstrativ essen sie später Schweinefleisch &#8211; während die Hamburger Theaterleute vegetarisch bestellen. Und dann sagen die den Satz, den sie sagen müssen. Die Türken in Deutschland seien rückständig, nicht<em> çada,</em> also modern. In der Türkei sei das anders, da sei man zivilisiert und westlich.</p>
<p>Meine Freundin, die selber gerne Alkohol trinkt und manchmal auch verschiedene Fleischsorten probiert, schweigt wütend.</p>
<p>Es ist ein kalter Winter in Ankara, kurz vor 2005. Die Straßen der türkischen Hauptstadt sind mit Weihnachtsschmuck dekoriert, ebenso die Einkaufszentren. An einigen Straßenecken stehen Weihnachtsmänner und meine Cousine erzählt von den vielen Geschenken, die sie auf ihrer Privatschule austauschten. Die beiden muslimischen Feste haben sie nicht gefeiert. Das ist modern, das ist zivilisiert - <em>çada,</em> sagt man in der Türkei.</p>
<p>Am Neujahrstag steigen türkische Frauen mit blondierten Haaren, blauen Kontaktlinsen und Weihnachtsmützen auf dem Kopf aus den teuren Wagen, um sich ihren Weg in das Hotel zu bahnen &#8211; heute Nacht wird dort Weihnachten gefeiert. Am falschen Datum, am 31. Dezember. Im Fernsehen laufen Weihnachtssendungen, Promis laufen in Weihnachtskostümen über den Bildschirm. Sie singen Jingle Bells. Es ist tragikomisch.</p>
<p><strong>Wie Kevin aus Berlin-Wedding</strong></p>
<p>In Oxford besuche ich die Turkish Society, ein Zusammenkommen türkischer Studenten an der Universität. An einem Tisch stehen die Getränke. Drei Saftpackungen neben 15 Weinflaschen. Das ist nämlich <em>çada</em>. Keine andere Society, die ich in Oxford bis dahin besuchte, hatte so viele alkoholische Getränke auf ihrem Tisch stehen. Von vielen der Studenten weiß ich, dass sie praktizierende Muslime sind. Sie sagen das aber nicht öffentlich, das wäre in diesen türkischen Kreisen quasi gesellschaftlicher Selbstmord.</p>
<p>So kommt es, dass sich nach und nach Studenten mit einem weißen Plastikbecher in der Hand dem Tisch nähern, eine Saftpackung nach der anderen schütteln &#8211; leer &#8211; und dann beschließen, doch nicht durstig zu sein. Ich höre den beschämten Seufzer und auch die Worte, die sie herunterwürgen.</p>
<p>Ich weiß nicht, wer hier wem etwas beweisen möchte. Ich weiß nur, dass das nichts anders ist als der Kevin aus Berlin-Wedding, der sich ein Nike-Zeichen in die Haare rasiert. Nichts anders als die selbstgebastelten Adidas-Schuhe, die ich in einem Museum über die &#8220;afrikanische Kultur&#8221; entdeckte. Nichts anders als die Chinesinnen, die sich die Lider straffen lassen, oder die Schwarzen, die sich die Haare mit Chemikalien glätten. Nichts anders als die Japanerinnen, die sich eine geraden Nasenrücken operieren lassen, oder die Inderinnen, die sich die Haut bleichen.</p>
<p>Wenn das <em>çada</em> ist, bin ich gern altbacken, rückständig und von gestern.</p>
<p><em>(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne in der </em><a href="http://www.taz.de/Kolumne-Das-Tuch/!81503/" target="_blank">Taz</a><em>.)</em></p>
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		<series:name><![CDATA[Das Wort zum Freitag]]></series:name>
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