Einträge der Rubrik ‘Mitdenken’


Netzpolitik in feministischem Kontext

12. August 2010 von Helga

3 gestapelte N deren Enden weiterlaufen und in Kreisen mit 0 und 1 enden vor grünem Hintergrund. Darunter die Schrift: Netzneutralität
Seit die Details über eine Kooperation von Google und Verizon langsam ins Internet tröpfeln, macht der Ruf nach Netzneutralität wieder die Runde – den Unterzeichner_innen der Initiative Netzneutralität nach zu urteilen, sind es aber vor allem Männer, die sich dafür interessieren. Dabei zeigt ein Blick auf den Hintergrund von Netzneutralität, sowie die bisher bekannt gewordenen Ideen des Google-Dokuments, dass es gerade für die feministisch-queere Webszene von großer Bedeutung sein wird.

Denn bisher werden alle Daten im Internet gleich behandelt, von technischen Problemen wie etwa Serverausfällen einmal abgesehen. 1 MB Text wird genauso schnell verarbeitet wie 1 MB Video oder 1 MB Skypekonferenz. Dafür zahlen einerseits die Websurfer_innen bei ihrem Provider, auf der anderen Seite die Webseitenanbieter ihre Serverkosten. Mit dem Argument des ständig steigenden Datenaufkommens, gibt es wiederholt Vorstöße der Telekommunikations-unternehmen, für bevorzugte Datenübertragungen extra Geld zu verlangen. So könnte etwa Google dafür zahlen, dass seine Suchmaschine stets erreichbar ist, während Bing lange Wartezeiten in Kauf nehmen muss. Andererseits könnten Surfer_innen die Wahl haben zwischen einem Grundangebot an Webseiten auf der einen und dem „kompletten” Internet auf der anderen Seite.

Doch dafür ist es notwendig, dass die Provider in die Inhalte schauen. Bereits im Februar fragte Kathrin Ganz nach den möglichen Folgen:

Es gibt unzählige Seiten, Weblogs, Foren, Mailinglisten und Podcasts, die von Menschen aus unterschiedlichen marginalisierten Positionen heraus betrieben werden. Diese Tools dienen zur Vernetzung und politischen Organisation im Kampf gegen Unterdrückung und Ausgrenzung und werden durch Eingriffe in die Netzneutralität gefährdet. Denn wer garantiert, dass ein “basic” Angebot auch das rassismuskritsche Weblog oder den feministischen Podcast beinhaltet? Wer kann sich in diesem Szenario einen Internetzugang leisten, der nicht nur zahlungskräftige Mainstreammedien und Shoppingportale umfasst?

Das allein ist schon kritisch genug. In den Ideen von Google und Verizon finden sich aber noch weitere Ansätze, die problematisch erscheinen. (weiterlesen…)


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Frauen für Mathe begeistern? Einfach!

9. August 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 37 von 40 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Ein Cartoon mit zwei Bildern. Als Überschrift steht oben: PROBLEM: THERE ARE DISPROPORTIONATELY FEW WOMEN IN MATHEMATICS. Darunter sind zwei Bilder, jeweils mit drei Menschen am Tisch, eine Frau schlägt immer etwas vor. Links die SENSIBLE SOLUTION - CAN WE TRY TO REMOVE THE STIGMA OF MATH AS UNFEMININE? Links die COMMON IDEA - CAN WE MAKE MATH PINK?

(via Pharyngula.)


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Das Problem der Mehrfachdiskriminierung in der Praxis

22. Juli 2010 von Stephanie
Dieser Text ist Teil 10 von 10 der Serie Frauen bewegen

„Wer weiß, wie sich Diskriminierung anfühlt, diskriminiert nicht.“ – Diese Idee von Gerechtigkeit dürften viele kennen. Es ist schwer sich vorzustellen, dass Menschen einander Dinge antun, die sie selbst als schmerzhaft oder als falsch erlebt haben. Dass Menschen die Marginalisierung erfahren, auch selbst diskriminieren, darauf hat zuletzt z.B. Judith Butler beim diesjährigen CSD Berlin öffentlich Aufmerksam gemacht.

Diskriminierung muss nicht immer Absicht sein, das wird bei der Diskussion darüber häufig vergessen. Vermutlich sind die meisten Fälle von Diskriminierung schlicht fehlender Aufmerksamkeit geschuldet. Das macht es jedoch nicht besser: Es hat etwas von „Oh, ich hatte vergessen, dass es für Kinder gefährlich ist, auf der Autobahn zu spielen.“ – Totschlag ist es trotzdem. Somit ist Aufmerksamkeit für (Mehrfach-)Diskriminierung eines der „Heilmittel“ zu einer netteren Welt.

Das Minderheiten und marginalisierte Gruppen meist in nur wenigen Merkmalen Gemeinsamkeiten haben, ist theoretisch offensichtlich. Dass Aufmerksamkeit für Unterschiedlichkeit, Diskriminierung vorbeugen kann, ist zumindest in der Diskussion um Mehrfachdiskriminierung bekannt. Wie schwierig sich dies jedoch in der Praxis leben lässt, hat mir beispielhaft die Frauenvollversammlung der Studentinnen der Uni Mainz im Sommersemester 2010 gezeigt: (weiterlesen…)


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Aus der Unsichtbarkeit: HIV-positive Frauen

21. Juli 2010 von Helga

Auf n-tv.de erschien am Wochenende ein Beitrag über HIV-positive Frauen. In Deutschland liegt ihr Anteil im Vergleich zu anderen Ländern relativ niedrig, bei 18 Prozent. Dennoch halten sich hartnäckig Klischees, nach denen alle Betroffenen schwul oder drogenabhängig seien und man ihnen die Infektion direkt ansähe – zusammen mit zunehmender Kondommüdigkeit ein gefährlicher Mix, der sich im Anstieg der Neuinfektionen der letzten 10 Jahre niederschlug. Trotzdem oder gerade deshalb verheimlichen viele Frauen ihre HIV-Infektion und führen ein Doppelleben:

Um etwas für die Wahrnehmung HIV-positiver Frauen zu tun, erarbeitete Haberl [Ärztin im Frankfurter HIV-Center] mit 14 Patientinnen und einer Fotografin auf einem Workshop eine Ausstellung. Der Titel: “Schön sein Frauenbilder mit HIV”. Die Patientinnen posieren selbst, sie sehen aus wie attraktive Frauen von nebenan. […] HIV ist für die oft allein erziehenden Frauen ein Makel, das Selbstwertgefühl weg, das Virus durchdringt jeden Moment des Alltags.


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„Ich habe gelächelt und ihnen zugewunken”

8. Juli 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 42 von 47 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

EIN-FREMDWOERTERBUCH.blogspot.com

Wie heißt du?
Mein Blog heißt “ein fremdwörterbuch” und ich heiße Kübra Yücel.

Seit wann bloggst du?
Seit 2008.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ein paar blöde Menschen liefen mir über den Weg. Unter anderem ein großer Glatzkopf-Haufen, den ich auf dem Hamburger Nazi-Aufmarsch am 1. Mai antraf. Das war eine schöne Begegnung, weil ich eines realisierte: Es gibt sie wirklich: Menschen, die andere Menschengruppen hassen. Einfach so, aus Prinzip. Ich war sehr verwundert und stand mit großen Augen hinter der Presse-Absperrung. Der Haufen drehte sich langsam zu mir um und starrte mich durch die dunklen Sonnenbrillen an. Ich habe dann gelächelt und ihnen zugewunken.
Und das mache ich eigentlich bis heute noch: Ich lächele und winke den Menschen zu. Schaut her, das ist mein Leben, das bin ich. Ich bin Muslimin, Studentin, Bloggerin, ich liebe World-Musik, Kunst, Fotografieren, Städte, Menschen und Lakritze. Da finden Hass, Vorurteile und Idotie keinen Platz mehr.

Worüber schreibst du?
In letzter Zeit viel über den Islam und das Leben als Muslimin, aber außerdem über: Politik, Kunst, Musik, Kultur, Kurzfilme und das Leben in London, wo ich gerade studiere.
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Absurdes aus dem täglichen K(r)ampf

3. Juli 2010 von Nadine
Dieser Text ist Teil 66 von 73 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Es ist Sommer, es ist heiß, jede_r müsste draußen sein und sich auf Wiesen suhlen, doch einige schreiben lieber tolle Blogs. Eine kurze und subjektive Zusammenfassung der vergangenen Woche:

Anne Roth berichtet von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit der Bundespräsidentenwahl und ihre Tochter bewertet die Situation mit kindlichem Pragmatismus. Love it!

Zum CSD und Judith Butler haben wir auf Mädchenmannschaft bereits alles gesagt. Der CSD Berlin e.V. nimmt zu ihren Vorwürfen Stellung. Genderini reagiert zu Recht empört (ein bisschen nach unten scrollen bis “Update”). Neben reichlich Dampf hat selbige noch jede Menge interessante Links zum Thema Queer, Rassismus und Feminismus in petto.

Der Transgeniale CSD war meine ganz persönliche Queer-Premiere in diesem Jahr. Auf Genderbefreit gibt es Fotos zu sehen und das Mädchenblog berichtet von sexistischen Übergriffen auf der Veranstaltung.

Das antirassistische Watchblog Der Braune Mob sollte eigentlich in alles RSS-Readern seinen Platz haben. Nicht nur, dass die Autor_innen nicht müde werden, der rassistischen Taz auf die Finger zu schauen… diese Woche macht sich die Autovermietung SIXT einen Namen als White Supremacist. Traurige Erkenntnis: Rassismus hat während der WM Hochkonjunktur. Das weiß auch Adrian Lang und schreibt seine ganz persönlichen Eindrücke von der grassierenden Fankultur auf.

Das Väterblog gibt Hoffnung: Männer profitieren von der Elternzeit, indem sie mit einer höheren Lebenserwartung rechnen dürfen. Na wenn das Mal nicht Vorzeigeobjekt jeder Gleichstellungsarbeit sein sollte! Werft die Gesundheitsberichte für Männer über Bord und den Schnuller in die Hand!

Sexistische Werbung geizt selten mit visuellen Reizen. Noch perfider finde ich allerdings, wenn es nackte Haut gar nicht braucht, um Chauvinismus zu reproduzieren. A Blog of One’s Own ärgert sich über glanzlose Frauen und glänzendes Gold. Wer Zeit und Muse hat, kann gleich eine Mail an den Werberat verfassen. Mal sehen, ob der sich wieder so blamiert wie nach der AXE-Kampagne.

Herzlich gelacht habe ich bei dieser Anekdote aus dem betrieblichen Alltag von dyfustifications: Frauen und Technik (Schublade auf). Frauen im Umgang mit Frauen und Technik (Schublade zu).

Ein Aufreger ist dagegen wert, dass das Erzbistum Köln weiterhin darauf Einfluss hat, welche medizinischen Leistungen das Krankenhaus St. Birgida auch nach der Übergabe an die städtische Trägerschaft Aachen für Frauen anbieten darf. Ginge es nach dem Willen der Geistlichen, darf dort keine Abtreibung durchgeführt und keine Spirale eingesetzt werden, auch die Pille danach soll untersagt sein, schreibt 100 Kreuze in die Spree.

Auf Buchentdeckungen gibt es ein tolles Portrait über die afrodeutsche Schriftstellerin May Ayim zu lesen – mit Auszügen aus ihren Gedichten. Weiteren Lesestoff hat dieStandard.at: “Die unsichtbaren Kämpferinnen” erzählt die Geschichten von kolumbianischen Frauen, die im bewaffneten Konflikt zur Waffe griffen.

Last but not least: Am kommenden Montag gibt es im Café Tristeza in Berlin-Neukölln eine Book-Release-Party zu “Rassismus auf gut Deutsch” von Adibeli Nduka-Agwu und Antje L. Hornscheidt.

Die Beiträge dieses Bandes tragen dazu bei, unbewussten oder »gut gemeinten« Rassismus in alltäglichen Sprachpraktiken mit konkreten Beispielen aufzudecken, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie und wodurch Sprache rassistisch aufgeladen wird und welche Alternativen es gibt.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Warum Sarah Palin keine Feministin ist

30. Juni 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 26 von 27 der Serie Meine Meinung

So großzügig wie Sarah Palin seit ihrer Nominierung zur US-Vize-Präsidentschaftskandidatin der Republikanischen Partei im Jahre 2008 mit dem Wort Feminismus um sich wirft, könnte man fast denken, sie meine es ernst. Zwischen Palins Forderungen u.a. nach einer Verschlankung des ohnehin schmalen Sozialstaates, Rücknahme der Gesundheitsreform und der Einschränkung von Abtreibungsrechten klingt der Ausspruch “Klar bin ich Feministin!” irgendwie deplatziert.

Dass konservative Politiken oftmals konträr zu progressiven feministischen Diskursen stehen, ist nicht nur Ausdruck ideologischer Grabenkämpfe. Politik, die Frauen (und letztendlich auch Männern) nützt, ist in den meisten Fällen kaum mit konservativen Idealen vereinbar.

Konservativ heißt nicht, dass die aktuelle politische Lage konserviert werden soll, sondern beschreibt die Sehnsucht nach den so genannten “guten” alten Zeiten. Wir reden hier von einer Zeit, in der die Geschlechterverhältnisse kaum hinterfragt wurden, die Zahl der Eheschließungen hoch und die der Scheidungsraten niedrig waren, als Homosexualität noch als ‘krank’ galt und Diskriminierung weder in den Institutionen noch in zwischenmenschlichen Interaktionen Gegenstand der Analyse war. Konservativ heißt auch, den Staat so klein wie möglich zu halten und eine Vielzahl an sozialen und kulturellen Projekten zu privatisieren. Wenn private Einrichtungen zu teuer oder staatliche Institutionen zurückgedrängt werden, bleiben unrentable Arbeiten wie Kindererziehung, Alten- oder Krankenpflege allerdings häufig an Frauen hängen.

Doch gerade diese Konservativen adaptieren den Begriff Feminismus, der eigentlich für sozialen Wandel, Geschlechtergerechtigkeit und kontinuierlicher Hinterfragung von gesellschaftlichen Normen steht. Dass Feminismus nun nicht mehr zu den Pfui-Wörtern gehört, spricht für dessen Erfolg, von dem sich selbst Konservative nicht mehr verschließen können – insbesondere wenn es darum geht, (jüngere) Wählerinnenschaften anzusprechen. (weiterlesen…)


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Finanzkräftig, konservativ, erfolgreich

24. Juni 2010 von Magda

Kamen erfolgreiche amerikanische Politikerinnen die letzten zwei Jahrzehnte tendenziell aus dem demokratischen Lager, so fällt in diesem Jahr auf: Konservative Frauen sind auf der Überholspur und konnten bei den Vorwahlen für die im November stattfinden Kongress- und Gouverneurswahlen ordentlich punkten.

Meg Whitman, Photo by Max Morse, flickr (via Creative Commons)

Da ist zum Beispiel die frühere Vorstandschefin von Hewlett-PackardCarly Fiorina, die in Kalifornien für die Republikanische Partei um einen Sitz im US-Senat kämpft und sowohl gegen die Homo-Ehe als auch Abtreibung ist. Die Vorauswahl der Republikanischen Partei um das Amt der kalifornischen Gouverneurin konnte die ehemalige Ebay-Geschäftsführerin und Milliardärin Meg Whitman für sich entscheiden. Die Harvard-Absolventin steckte ca. 70 Mio. Dollar aus eigener Tasche in ihren Wahlkampf und verspricht strenge Handhabe gegenüber undokumentierten Einwander_innen. Die gerade erst gestern für die Republikanische Partei nominierte indisch-amerikanische Nikki Haley könnte die erste Frau und Angehörige einer Minorität sein, die in South Carolina Gouverneurin wird. Hinter der Abtreibungsgegnerin steht ein millionenschweres Familienbusiness und die Unterstützung der rechtskonservativen Tea Party-Bewegung.

Während die Demokratische Partei damit beschäftigt ist, um ihre Mehrheit im Kongress zu zittern, formieren sich die Konservativen und trumpfen mit ihrer neuesten Waffe auf: (finanz-)starke, wirtschaftlich erfolgreiche und in den meisten Fällen sozial-konservative Frauen, die sich in diesen Vorwahlen in traditionell eher männlichen Bereichen wie Steuer-, Finanz- und Arbeitsmarktpolitik profilieren. Progressive Positionen zu Sozialpolitik, Immigration, Bildung oder reproduktive Rechte? Fehlanzeige. Frauen in der Politik heißt eben nicht gleich Politik für Frauen.

Oder wie Kellyanne Conway, republikanische Meinungsforscherin, konstatiert: ”Girl talk 2010 is all about fiscal issues.”

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Antidiskriminierung sagen – Rekrutierung meinen

1. Juni 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 25 von 27 der Serie Meine Meinung

Letzten Donnerstag hat sich das US-amerikanische Repräsentantenhaus und der Streitkräfte-Ausschuss des Senats für die Aufhebung des 1993 unter Bill Clinton initiierten Gesetzes “Don’t Ask Don’t Tell” (DADT) ausgesprochen. Die Initiative, die unter anderem auch vom US-Verteidigungsminister Robert Gates unterstützt wird, soll noch im Juni dem gesamten Senat zur Abstimmung vorgelegt werden.

Die DADT Richtlinien untersagen dem Militär einerseits, Soldaten und Soldatinnen nach ihrer sexuellen Orientierung zu fragen („Don’t ask“), verbieten homo- bzw. bisexuellen Soldat_innen allerdings auch, ihre sexuelle Identität während des Dienstes öffentlich zu machen (“Don’t Tell”). Damit befindet sich die USA momentan noch in guter Gesellschaft mit u.a. Nordkorea, dem Iran und der Türkei. Die geplante Aufhebung dieses Gesetzes wird insbesondere von Demokrat_innen und Homosexuellenverbänden begrüßt.

Angesichts der Tatsache, dass die US-Armee durch die Kriege im Irak und in Afghanistan nicht nur unter einem zunehmend schlechteren Ruf sondern auch unter enormen Rekrutierungsmangel leidet, liegt die Annahme nahe, dass die Aufhebung von DADT auch einem anderen Zweck dient: Das Militär braucht Nachwuchs und sieht sich somit gezwungen, ein attraktiverer Arbeitsplatz zu werden.

Lockerungen von Bestimmungen zum Dienst an der Waffe sind keinesfalls neu in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Wie viele andere Länder litt auch die USA unter sinkenden Rekrutierungszahlen, woraufhin immer mehr Bereiche für Frauen geöffnet wurden - obwohl diese bis heute nicht in direkten Kampfhandlungen (direct combat) erlaubt sind. Besonders seit der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht für Männer 1973 stieg die Anzahl der Soldatinnen stetig.

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Hoffnung für Hebammen

29. Mai 2010 von Barbara

Ein erstes Happyend ist zu vermelden: Bundesgesundheitsminister Rösler sagt den Hebammen Unterstützung zu. Nachdem die Bedrohung für den Berufsstand der Geburtshelferinnen aufgrund einer immens hohen Haftpflichtversicherungsprämie, die ab Juli 2010 verpflichtend ist, medial und in der Öffentlichkeit immer sichtbarer wurde – die Onlinepetition des Deutschen Hebammenverbands wurde knapp 100.000-mal unterzeichnet -, haben sich der Deutsche Hebammenverband mit Minister Philip Rösler am 26. Mai zu einem Krisengespräch getroffen.

Der Deutsche Hebammenverband meldet:

Wie zu erwarten gab es keine sofortigen  Lösungsangebote, um die steigenden Haftpflichtprämien für freiberufliche Geburtshilfe ab dem 1.7. 2010 zu kompensieren.  Stattdessen wurden in wohlwollender und wertschätzender Atmosphäre klare Abmachungen zwischen Gesundheitsminister Philipp Rösler und Martina Klenk, der Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, getroffen. Der Minister versprach zeitnahe Treffen zwischen dem Gesundheitsministerium und dem Spitzenverband der Krankenkassen, bzw. dem Gesamtverband der Versicherungswirtschaft. Auch ein runder Tisch zwischen dem Gesundheitsministerium, dem Familienministerium und dem Arbeitsministerium ist geplant, um die Zuständigkeiten für die Belange der Hebammen zu klären.

Was die “klaren Abmachungen” und die “zeitnah versprochenen Treffen” bringen werden – wird man sehen.


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