Einträge der Rubrik ‘Mannschaftspost’


Feministische Vernetzung: Die Regionalliga geht in die nächste Runde

13. Februar 2013 von der Mädchenmannschaft

Die Regionalliga der Mädchenmannschaft hat nun schon einige Zeit auf dem Buckel und wir wollen euch mit diesem Blogeintrag auf den neuesten Stand der Dinge bringen und zum Mitmachen aufrufen!

Was ist die Regionalliga?

Die Regionalliga soll eine Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung unter Feminist_innen – feministisch Interessierten schaffen, die sich nicht (ausschließlich) täglich im Netz bewegen und in ihrer Stadt/ihrem Gebiet aus verschiedenen Gründen keine bzw. wenig Zugänge in lokale feministische Gruppen oder Räume haben.

Die Mitglieder der Ligen treffen sich in unregelmäßigen Abständen an Orten, die sie selbst auswählen, um Aktionen oder die Teilnahme an Aktionen zu planen oder einfach nur, um sich kennenzulernen. Es gibt keine inhaltlichen Vorgaben unsererseits. Wie ihr die Regionalliga in eurer Stadt oder Umgebung gestaltet, ist euch überlassen. Für Rückfragen stehen wir dennoch gerne zur Verfügung.

Wie funktioniert die Regionalliga?

Die Kommunikation untereinander findet in erster Linie über Mailinglisten statt, da nicht alle einen Facebook oder Twitter Zugang haben (wollen). Wir glauben, dass ein Austausch über E-Mail hürdenfreier ist und mehr Menschen anspricht, egal wieviel Erfahrung sie mit dem Internet haben.

Wenn ihr in einer Regionalliga mitmachen wollt, schreibt uns einfach euren Wohnort und ein paar kurze Zeilen zu eurer Person an regionalliga ät maedchenmannschaft punkt net. Wir tragen euch dann in die Verteilerliste ein. Wenn ihr Fragen zur Funktionsweise der Regionalliga habt: Einfach die Kommentarfunktion unten nutzen oder die angegebene Mailadresse.

Wer kann bei der Regionalliga mitmachen?

Die Regionalliga kennt keine Grenzen: Egal, wie alt du bist, wie du dich verortest, wieviel feministische Erfahrung du mitbringst oder auch nicht, du bist herzlich willkommen. Die Mitglieder der Regionalliga und wir legen allerdings Wert auf einen respektvollen Umgang untereinander und wünschen uns einen Austausch, der auf Augenhöhe stattfindet. In der Regionalliga finden sich Menschen unterschiedlichster Zugänge, Geschichten und Lebensrealitäten ein, was in der Kommunikation untereinander berücksichtigt werden sollte. Raumeinnahme durch das Setzen von Themen, die andere verletzen oder (von Gesprächen) ausschließen sowie diskriminierende Äußerungen gehören nicht aufs Tableau! Wenn ihr euch diesbezüglich unsicher seid oder Diskriminierungen melden wollt, wendet euch an eine Vertrauensperson in der jeweiligen Liga oder an uns.

Welche Ligen gibt es?

Folgende Ligen in diesen Städten/Ballungsräumen existieren bereits und freuen sich über regen Zuwachs: Berlin, Bremen, Dortmund, Dresden, Frankfurt a.M./Rüsselsheim/Mainz, Freiburg, Hamburg, Hannover, Heidelberg/Mannheim, Karlsruhe, Köln/Bonn, München, Stuttgart/Tübingen/Konstanz, Zürich (CH).

Welche Ligen stehen in den Startlöchern?

Folgende Ligen suchen noch weitere Mitspieler_innen, um gegründet werden zu können: Augsburg, Erfurt, Fulda, Halle, Jena, Kiel, Linz (A), Münster, Nürnberg, Wien (A).

Kann es weitere Ligen in anderen Städten geben?

Na klar. Wenn deine Stadt oder die Stadt in deiner Nähe hier nicht aufgelistet ist, schreib uns einfach eine Mail an regionalliga ät maedchenmannschaft punkt net mit einer kurzen Info zu deiner Person und in welcher Stadt du feministische Vernetzung suchst. Vielleicht melden sich ja noch weitere potentielle Mitspieler_innen in deiner Nähe und die nächste Liga ist gegründet!


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Ein paar Meinungen aus modern-feministischer Sicht

25. Januar 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 2 von 3 der Serie Feminist Fun Friday

In unserem Jahresrückblicks-Podcast hatten wir versucht mal wieder in den Fokus zu rücken, dass es sich bei der Mädchenmannschaft um ein Freizeitprojekt handelt. Alle Beteiligten stecken hier viel Herzblut, Energie und Zeit hinein  – aber eben nicht so viel, dass wir ständig am Telefon sitzen und/oder innerhalb weniger Stunden auf Mails und Fragen antworten können. Das verstehen aber nicht alle. Und am wenigsten bezahlte oder gar hauptberufliche Journalist_innen. Und da bekommen wir – neben vielen tollen, interessanten, wertschätzenden Anfragen für spannende, gewinnbringende Kooperationen oder für Beiträge unsererseits, über die wir uns sehr freuen – dann auch immer wieder Anfragen, von denen einige an unfreiwilliger Komik kaum zu überbieten sind. Auf eine wollen wir hier exemplarisch antworten. Lehnt euch zurück. Have fun. Und danke an Andreas Hüning und Herrmann F. Herman, die diese Antwort mit ihren Kommentaren inspiriert haben!

Hallo liebe Mädchenmannschaft,

unter der Telefonnummer auf dem Blog geht leider nur der AB ran, deswegen versuche ich es mal per Mail.
Ich schreibe gerade einen kleinen Text über Barbie. Konkret soll er sich am geplanten “Barbie Dreamhouse Experience” in Berlin – eine lebensgroße Barbie-Villa aufhängen, und dafür bräuchte ich ein paar Meinungen aus modern-feministischer Sicht.
Ich schreibe die Fragen einfach mal hier auf, die mir so einfallen:

Grundsätzlich: Was gibt es zu Barbie aus feministischer Perspektive zu sagen? Ist es immer noch nur der Alptraum der verzerrten Schönheitsideale und der Magersucht?

Ist die “Karriere-Barbie” (eine Barbie-Serie, die vor ein paar Jahren Barbie mit Laptop und Aktentasche zeigte) etwas Progressives?

Was ist eigentlich mit Ken? Der Typ ist ja offenbar total unterdrückt und steht im Schatten von Barbie. Patriarchat sieht doch anders aus.

Ich würde mich über ein paar nette Antworten sehr freuen. Das alles brauche ich leider sehr schnell, bis spätestens heute um 15 bis 16 Uhr. Morgen soll es reingehen.  (…)

Erreichbar bin ich per Telefon: (…)

Viele Grüße
(…)

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Backlash Blues? Der Jahresrückblick mit der Mädchenmannschaft

17. Dezember 2012 von der Mädchenmannschaft

Am 9. Dezember hat sich ein Teil der Mädchenmannschaft – nämlich accalmie, Charlott, Magda, Nadine und Sabine – zusammengefunden, und wir haben gemeinsam auf das Jahr 2012 zurückgeblickt. Bei Tee und Muffins sprechen wir über Aktionen aus dem Jahr 2012, die uns gefallen haben, stellen fest, dass sich das vergangene Jahr auf jeden Fall sehr nach Backlash anfühlte – und erklären warum.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Download (2h 32min 50s, mp3, 140 MB)

Nach dem Klick findet ihr unsere Themenübersicht mit Links und Inhaltswarnungen für bestimmte Themen. Falls wir beim Reden noch weitere Links versprochen haben und diese hier nicht zu finden sind, macht uns doch bitte einfach in den Kommentaren darauf aufmerksam.

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Neue Kategorien und eine überarbeitete Linkliste

23. November 2012 von der Mädchenmannschaft

Im Zuge der Nachbereitung der Mädchenmannschafts-Geburtstagfeier haben wir auch eine ganze Reihe von Maßnahmen diskutiert, die wir ins Auge fassten, um an unseren Leerstellen zu arbeiten. Einer dieser Punkte war das Wissen, dass die bisherigen Kategorien, in die unsere Artikel sortiert werden, zum einen zu viele und unübersichtlich waren, zum anderen, dass diese oftmals mit einem Bild von Geschlecht arbeiteten, das keine der aktuellen Autorinnen teilte. Wir haben deshalb einige Kategorien gestrichen, andere zusammengefasst und wiederum andere umbenannt. Zur besseren Navigation haben wir die überarbeiteten Kategorien nun auch in die rechte Seitenleiste gepackt, so könnt ihr jetzt eine bestimmte Kategorie auswählen und verschiedene Texte zum Themenkomplex einfacher ansurfen.

Unsere Linklisten sollen dazu dienen, für feministische Interessen relevante Inhalte zu finden, Informationen zu erhalten, Startpunkte für eigene Recherchen zu finden, sich zu vernetzen. Wenn ein Link in unserer Blogroll steht, bedeutet das nicht automatisch, dass wir das Angebot, welches sich dahinter verbirgt, uneingeschränkt super finden und mit Pauken und Trompeten Werbung dafür machen wollen.  Manchmal heißt es genau das. Und manchmal gibt es  Seiten, über die wir intern diskutieren, Für und Wider einer Verlinkung bei uns im Blog abwägen und uns trotz Kritikpunkten dafür entscheiden.  Und aus eingeschränkten persönlichen Perspektiven resultierende Leerstellen haben auch wir aktivistischen Menschen alle. Was wir jedoch nicht möchten:  Angebote verlinken, die unkritisch und durchgängig diskriminierende Inhalte re_produzieren. In unseren Gesprächen stellten wir  fest, dass wir alle von Seiten in unseren Linklisten wussten, die dies auf unterschiedliche Weise tun. Bisher hatten wir uns nicht die Zeit genommen, wie lange geplant endlich einmal aufzuräumen. Das haben wir nun geändert. Eine Reihe von Seiten haben wir aus inhaltlichen Gründen aus unseren Listen gestrichen, andere waren sind seit Jahren (wortwörtlich) nicht mehr aktualisiert worden oder hatten sich mittlerweile sehr verändert. Einige neue Links sind dazu gekommen. Zur besseren Übersicht haben wir jetzt auch nur noch Links in den Kategorien “Blogs auf Deutsch”, “Blogs auf Englisch”, “Informationen”, “Initiativen & Netzwerke”, “Medien” und “Podcasts”.

Selbstverständlich verändern sich die verlinkten Seiten fortwährend und wir haben auch nicht rückwirkend jeden jemals dort veröffentlichten Text gelesen und werden dies auch künftig nicht leisten. Wir haben daher die Emailadresse blogroll@maedchenmannschaft.net eingerichtet. Dorthin könnt ihr schreiben, wenn ihr Anmerkungen oder Kritik zu einer der verlinkten Seiten habt oder aber wenn ihr Vorschläge habt für Seiten, die wir unbedingt aufnehmen sollten. Z.B. haben wir uns in dem Prozess gefragt, ob es gute, feministische Informationsseiten zum Thema “Essstörungen” gibt? Mit dem Einrichten der Email hoffen wir, dass zukünftig Anmerkungen zu den Links nicht mehr im allgemeinen Postfach und Alltagsbetrieb so schnell untergehen. Die E-Mail Adresse ist nun ständig unterhalb der Linkliste zu finden und wir hoffen, ihr nutzt sie fleißig.


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Die Mädchenmannschaft nach fünf Jahren

18. Oktober 2012 von der Mädchenmannschaft

In den vergangenen Wochen erreichten die Mädchenmannschaft einige Presse­anfragen zur fünfjährigen Geburtstags­feier und ihren politischen Ent­wicklungen. Das neuartige mediale Interesse an der Mädchenmannschaft bezieht sich dabei leider aus­schließlich auf unseren Umgang mit den Vor­fällen auf und Diskussionen um unsere 5-Jahresfeier und den (auch) damit verbundenen redaktionellen wie personellen Konsequenzen, um daraus offenbar eine sensations­taugliche Konflikt­situation zu generieren.

Die Mädchenmannschaft hat sich seit ihrer Gründung 2007 zum größten deutschsprachigen Internet­portal für feministischen (Netz-)aktivismus entwickelt; nichts­destotrotz ist und bleibt die Mädchenmannschaft das Projekt ehren­amtlicher Mitarbeiter_innen. Während der letzten fünf Jahre wurde kontinuierlich daran gearbeitet, das Team und das Themen­spektrum der Mädchenmannschaft zu erweitern und inklusiver zu machen für verschiedene feministische und gesell­schaftskritische Perspektiven und Ansätze.

Die Mädchenmannschaft will mehr sein als eine Plattform für “Alphamädchen“, und bemüht sich daher feministischen (Netz-)Aktivismus aus ver­schiedenen Perspektiven zu beleuchten, und für Feminismus ebenso be­deutsame Inhalte wie die Bekämpfung von Rassismus, Trans*- und Homophobie sowie andere Diskriminierungs­strukturen nicht zu vernachlässigen und in Zukunft stärker zu thematisieren.

Uns als Team ist wichtig, dass sich auch Menschen willkommen fühlen, mit­zudiskutieren, die durch feministische Mainstream-Diskurse an den Rand gedrängt oder aus­geschlossen werden. Diese Zielsetzung ist das Resultat einer kontinuierlichen Entwicklung, die sich zugleich in der stärkeren Themen­vielfalt des Blogs als auch in Veränderungen des Teams widerspiegelt. Sowohl redaktionelle als auch personelle Entwicklungen der Mädchenmannschaft, während der vergangenen Jahre als auch zuletzt, basieren auf politischen Prozessen und Auseinander­setzungen, die sich nicht auf medien­wirksame Einzelereignisse beschränken lassen. Diese Ent­wicklungen sind damit denkbar ungeeignet dafür, sie als privaten Kleinkrieg darzustellen oder für einseitige Debatten zu Critical Whiteness zu nutzen.

Die Vielfalt der aufgegriffenen Themen und Sichtweisen der Mädchenmannschaft besteht fort – ein Blick auf das Blog genügt, um dies festzustellen. Dennoch wurde angesichts der Fünfjahresfeier der Mädchenmannschaft und an­schließenden Debatten über diskriminierende Aussagen und aus­schließende Strukturen gegenüber People of Color (PoC) deutlich, dass die Mädchenmannschaft eigene politische Leerstellen nicht leugnen kann. Feministischer Aktivismus, on- und offline, sollte daher Kritik nicht ignorieren, sondern ein stärkeres Bewusstsein für eigene Ausschluss­mechanismen entwickeln. Wir möchten unsere Zeit für Aktivismus, Gesellschafts­kritik und das Voneinander-Lernen verwenden und nicht für einen massenmedial ausgetragenen Streit. Lebendige Kontroversen gehörten schon immer zu feministischen Politiken und Bewegungen dazu, aber wir weigern uns, diese Debatte auf dem Rücken derjenigen zu führen, deren Stimmen innerhalb feministischer Communities sowieso schon seltener gehört werden. Für uns gehört es dazu, sich daher unter anderem mit antirassistischer Kritik aus­einander­zusetzen.

Die Mädchenmannschaft freut sich weiterhin auf kontroverse Diskussionen und wird kontinuierlich daran arbeiten, ein Forum zu bieten für noch mehr Menschen, die Feminist_innen sind oder es werden wollen.

Mit feministischen Grüßen
die Mädchenmannschaft


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Selbermach-Woche (1. Oktober)

1. Oktober 2012 von der Mädchenmannschaft

Die Mädchenmannschaft nimmt sich für diese Woche eine Auszeit. Wir wissen, dass Feminismus nie eine Pause macht, deshalb haben wir uns gedacht, dass unsere Auszeit nicht eure Auszeit sein muss. Und tadaaaa: Hier ist die Selbermach-Woche für eure Links, Diskussionen, Ärgernisse und Freuden diese Woche. Es ist euer Raum, aber moderieren werden wir trotzdem weiter :)

Wir werden intern erste Ideen für die Zukunft besprechen und dann im Laufe der Zeit erste Ergebnisse präsentieren. Seid gespannt und bleibt diskussionstark! Wir freuen uns auf eure Hinweise zu interessanten Texten, Veranstaltungen oder Initiativen.

Liebe Grüße,

die Mädchenmannschaft


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Schulternklopfen für die Opfer

28. September 2012 von der Mädchenmannschaft

[Anmerkung: Wir - accalmieSabine und Nadia - haben den vorliegenden Text ge­mein­sam verfasst, um nochmal für uns die MMwird5-Vorfälle und deren Nach­wirkungen zu re­kapi­tu­lieren. Wir sind, falls das so ge­lesen werden könnte, nicht "die Stim­me der QT*PoC" oder von sonstwem. Wir sprechen nur für uns - weder für alle WoC noch PoC, die auf der MMwird5-Party anwesend waren, noch für alle anderen.]

Ironie schlägt oft dann zu, wenn man sie am wenigsten erwartet – das gilt zugleich für die MMwird5-Party letzten Sams­tag, als auch für deren “Nach­spiel” der ver­gangenen Tage.

Ironie Eins schlug zu, als die sich selbst als anti-rassistisch und rassismus-kritisch verstehende Mäd­chen­man­nschaft (MM) auf ihrem eben­so definierten und postulierten Event den Sl*twalk Berlin einlud, und im Zuge dessen auf (zu erwartende) rassistische “Vor­fälle” nicht adä­quat reagierte, geschweige denn selbst daran dachte, sich bei Panelist_innen und Künstler_innen auch mal per­sönlich zu ent­schul­digen - und zwar dafür, dass eine Situation her­gestellt und geduldet wurde, die den Ab­bruch der Dis­kussion, Sows Ab­sage ihres Konzerts und ein Spontan-Panel von WoC nach sich ziehen musste. Ein Spontan-Panel, das für alle über­raschend kam, und das wir Bullshit-Bingo genannt haben: Bingo mit Herzblut. Das Podium war eine nach­trägliche Inter­vention, weil der Raum dafür zuvor nicht vor­handen war.

Ironie Zwei hingegen schlug in den letzten Tagen zu, als wir, drei der fünf WoC-Panelistinnen beim Event und selbst Mädchenmannschafts-Autorinnen mit unter­schied­lichen Invol­viert­heits­graden, uns dann mit grund­legenden Problemen von “calling out”-culture und Stellvertreter_innen-Antirassimus kon­fron­tiert sahen bei vielen der Reaktionen auf die un­be­strit­tenen Fails bei der MMwird5-Party und den ersten Reaktionen der MM auf diese. Wie auch die nun veröffentlichte Stellung­nahme und Ent­schuldigung weißer MM-Autorinnen erwähnt: die MM ist nicht die weiße Einheits­front, zu der sie in den letzten Tagen stilisiert wurde.

Noch wichtiger: Mit der Annahme, man könne für “die armen PoC” bei der Mädchen­mannschaft oder sonstwo sprechen als weiße Person, sind keine Kekse zu gewinnen. Ein_e weiße_r Antirassismus-Verbündete_r zu sein bedeutet nicht, zu glauben, für PoC sprechen zu können, sondern Unterstützer_in zu sein und – besonders hier elementar – sich auch an die eigene Nase zu fassen.  Doch die eigene Nase ist nur schwer er­reich­bar, wenn man pri­mär mit dem Bauch­reden für Andere beschäftigt ist. (weiterlesen …)


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Stellungnahme aufgrund der Ermöglichung rassistischer Reproduktionen bei #MMwird5

26. September 2012 von der Mädchenmannschaft

Dieses Statement ist aus der Perspektive der weiß positionierten Autorinnen der Mädchenmannschaft geschrieben, da diese die Verantwortung für die Ermöglichung rassistischer Reproduktionen während der Jubiläumsfeier der Mädchenmannschaft tragen. Dennoch haben Nadia, Sabine und accalmie in den letzten Tagen intensiv ihre Ressourcen und vor allem Energie zur Verfügung gestellt, in dem sie in ausführlichen E-Mails Feedback gaben und Kritik äußerten, an Texten (mit)gearbeitet und an internen Diskussionen teilgenommen haben. Im Statement ist von verschiedenen “wir” und “uns” die Rede. In den bisher geführten internen Diskussionen wurde diese Problematik mehrfach von allen diskutiert, da dies eine Differenzierung zwischen den weiß positionierten und of Color Perspektiven darstellt, mit der nicht alle Women of Color innerhalb des Mädchenmannschaftskollektives zu jedem Zeitpunkt glücklich und einverstanden sind. Wie dieser Widerspruch, unsere verschiedenen Positioniertheiten in einem gemeinsamen “wir” zu versammeln, gleichzeitg aber unterschiedliche Verantwortlichkeiten kenntlich zu machen, gelöst werden kann oder ob er überhaupt lösbar sein kann, dafür haben wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließende Antwort finden können.

Am vergangenen Samstag kam es auf der Geburtstagsfeier der Mädchenmannschaft während der Podiumsdiskussion “Netzinitivativen” zu wiederholten rassistischen Handlungen. Wir bitten um Entschuldigung für die Duldung dieser Vorfälle, unsere unangemessene Reaktion darauf und unsere Unfähigkeit, einen safer space für People of Color herzustellen. Das war vollkommen inakzeptabel und ein Zeugnis mangelnder awareness und Vorbereitung. Wir bitten auch dafür um Entschuldigung, dass es mehrere Tage gedauert hat, bis dieses Statement veröffentlicht werden konnte und dass wir uns auch erst am Dienstag an die Podiumsteilnehmerinnen Dr. Daniele G. Daude und Julia Brilling sowie an Noah Sow, die ursprünglich als Musikerin auf der Veranstaltung gebucht war, direkt gewendet haben, als uns bereits Kritik per E-Mail von Dr. Daniele G. Daude und Julia Brilling erreicht hatte.

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Kritik an der MMwird5-Party

24. September 2012 von der Mädchenmannschaft

Am vergangenen Samstag hat die Mädchenmannschaft ihr fünfjähriges Jubliäum einen Tag lang in der Werkstatt der Kulturen in Berlin gefeiert, mit Hilfe zahlreicher feministischer Personen, Initiativen und Vereine, mit Workshops und Lesungen, Musik und Podiumsdiskussionen. Bei der letzten Podiumsdikussion des Tages, die sich um die Vor- und Nachteile feministischen Netzaktivismus’ drehen sollte, kam es zu einer ganzen Zahl an rassistischen Vorfällen bei der Diskussion um sl*twalks, woraufhin Frauen* of color den Raum verließen und die Diskussion schließlich abgebrochen wurde.

Noah Sow stellte daraufhin ihre geplante musikalische Auftrittszeit zur Verfügung, in der Frauen* of color ein spontanes Panel formten, um Rassismus (und andere Diskriminierungsformen) bei der Party zu benennen und die Verantwortlichen, inklusive der Mädchenmannschaft, zu kritisieren.

An dieser Stelle möchten wir die Kritik, dass eine Diskussion der Ereignisse bislang nur unter dem Label “Selbermachsonntag” lief, aufgreifen, und Euch ein ausdrückliches Forum geben, um die Mädchenmannschafts-Party zu kommentieren, zu kritisieren und zu reflektieren, und Eure Erlebnisse, Erfahrungen, Meinungen, Kritiken und Vorschläge zu sammeln.

Es gibt bereits erste Reaktionen in Form von Blogsposts, unter anderem von Anarchistelfliege, Kotzendes Einhorn und accalmie.

Die Mädchenmannschaft selbst wird in den kommenden Tagen ein längeres Statement veröffentlichen.


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Die Mädchenmannschaft wird fünf: Wir wollen euch feiern

21. September 2012 von der Mädchenmannschaft

Die ersten Postings waren kurz und machten ganz schön Krach. Am 31. Oktober 2007 ging der erste Blogeintrag der Mädchenmannschaft online. Damals wollten wir endlich eine moderne feministische Stimme in die deutschsprachige Medienlandschaft bringen, eine Art informativen Stammtisch schaffen für all diejenigen, die sich für feministische Belange interessierten und sich damit alleine oder zumindest nicht gut aufgehoben fühlten.

Fünf Jahre sind seither vergangen, wir sind älter geworden, wir sind mehr geworden und letztlich auch andere. Die Welt in die die Mädchenmannschaft hinein gegründet wurde, hat sich verändert, es gibt mittlerweile eine feministische Online-Szene. Und das liegt auch und vor allem: an euch, den Menschen, die uns besuchen, die uns unterstützen und mit uns streiten, die uns ihre Ideen schicken und interessante Diskussionen liefern. Wir hoffen, viele von euch am Samstag, den 22. September auf unserem Fest in Berlin kennen zu lernen. Aber wir möchten auch von denjenigen, die nicht kommen können, gerne wissen: Wer seid ihr? Wir wünschen uns zum Geburtstag, dass ihr uns schreibt: Wie seid ihr zu uns gekommen und warum seid ihr geblieben? Was gefällt euch bei uns und was würdet ihr ändern? Haben wir unser Ziel erreicht? Was wünscht ihr euch für die nächsten fünf Jahre? Und was sind die nächsten Ziele, die wir uns alle setzen sollten?

Bitte schreibt uns an post[at]maedchenmannschaft.net. Eure Briefe werden wir in den kommenden Wochen, sofern ihr uns eine Einwilligung erteilt, hier veröffentlichen. Denn wir möchten nicht nur feiern, dass es uns gibt, wir möchten vor allem feiern, dass es euch gibt.


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