Einträge der Rubrik ‘Lesezeichen’


Einsteigen in feministische Theorie

13. Januar 2012 von Verschiedenen
Dieser Text ist Teil 57 von 58 der Serie Die Feministische Bibliothek

Ulli Koch ist extensive Leserin, Feministin und Fragenstellerin. Auf “unregelmäßige Gedankensplitter” lässt die Studentin unter anderem germanistische und feministische Perspektiven zusammenfließen. Zur Zeit schreibt sie an ihrer Diplomarbeit über die patriarchalen Dimensionen der Bibliothek. Ihre Rezension zu “Feministische Theorien zur Einführung” von Gudrun Axeli-Knapp und Regina Becker-Schmidt veröffentlichen wir hier mit freundlicher Genehmigung.

Feministische Theorien zur Einführung Im Bereich der feministischen Theorie den Überblick zu behalten fällt manchmal recht schwer. Zu groß ist die Fülle an Denkmöglichkeiten, Ansichten, Weiterentwicklungen und mehr. Empfehlenswert ist daher sich mit Einführungsbänden auseinanderzusetzen und anhand dieser die Zusammenhänge feministischer Strömungen durch zu denken und das eigene Wissen zu vertiefen. Schwierig ist jedoch das richtige Werk zu finden, soll die Einführung doch weder zu überblickshaft noch zu genau sein. Das bereits in fünfter und immer wieder revidierter Auflage bei Junius erschienene Standardwerk von Regina Becker-Schmidt und Gudrun-Axeli Knapp schafft diesen Spagat zwischen notwendiger Vereinfachung und vertiefender Analyse recht gut. Auf 140 Seiten diskutieren die beiden Autorinnen, die jeweils zwei Kapitel des Buches geschrieben haben, die feministischen Strömungen vom Beginn der ersten Frauenbewegung bis zur heutigen Zeit und erklären Zusammenhänge und Unterschiede. Der Fokus liegt dabei auf dem deutschsprachigen und us-amerikanischen Raum.

Gelungen ist der Übergang von den Anfängen der feministischen Bewegung hin zu den Gender Studies, den Becker-Schmidt geschrieben hat. Weitergeführt wird diese Thematik in Knapps Darstellung von der Konstruktion und Dekonstruktion von Geschlecht. Leider bezieht sich Knapp in ihren Überlegungen nur auf Judith Butler und Donna Haraway, doch dank der zuvor durchgeführten Diskussion über konstruktivistische Perspektiven bleibt das Bild nicht auf diese zweidimensionale Sichtweise beschränkt. (weiterlesen …)


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Hamburger Schule Revisited

3. Januar 2012 von Verena

Der Mainzer Ventil Verlag bringt immer feine Bücher raus. Nicht nur die tollen testcard Bände, auch über Riot Grrrls  und zuletzt die aufklärende Abrechnung über die vermeintlich männlich besetzte Hamburger Schule.
Sylvia Prahl rezensiert nun in der taz den Interviewband „Lass uns von der Hamburger Schule reden“, der aus einem Seminar an der Uni Bremen entstanden ist. Unter der Prämisse, „eine Kulturgeschichte aus Sicht beteiligter Frauen zu erzählen“, kommen Musikerinnen wie Elena Lange von Stella und Almut Klotz von den Lassie Singers ebenso zu Wort wie die Protagonistinnen hinter der Bühne, die als Bookerin, Label-Betreiberin oder Journalistin den deutschsprachigen Diskurspop der 90er Jahre entscheidend mitgeprägt haben. Eine „informative und gut lesbare Oral History“ sei hier entstanden, schreibt Prahl.

Das liegt auch daran, dass die Aussagen der Protagonistinnen nicht zugunsten eines einheitlichen Sprachflusses begradigt wurden. Die Interviews ergänzen sich inhaltlich und machen ein sehr gegenwartsbezogenes Lebensgefühl greifbar, das eine ganze Generation geprägt hat.

Auch in der aktuellen Missy gibt es eine Rezension zum Buch, in der Kendra Eckhorst schreibt:

In den persönlichen Interviews entführen die Protagonistinnen in eine Zeit, in der der Kampf zwischen Indie- und Majorlabel tobte und Frauen sich ihre Klasse in der Hamburger Schule eroberten, von der bis heute viel zu wenig zu hören war.

Falls also noch ein paar Büchergutscheine von Weihnachten bei euch rumliegen, investiert die doch in ein gutes Stück Musikgeschichte.


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Geld, Aussehen und (fehlende) Inklusion – die Blogschau

17. Dezember 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 138 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Heute ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen. Über die Hintergründe berichtet menschenhandel heute.

In der Blogosphäre ging es diese Woche hoch her, *das* Thema war Lookism – die Abwertung von Menschen und besonders Frauen aufgrund ihres Aussehens. Den Anfang machte Unter der Glasglocke mit Vom Mobbing in der Schule zu Femininitäts”feindlichkeit” in linken/queeren/feministischen Zusammenhängen, Medienelite und ryuus hort kommentierten.

Die ARGE Dicke Weiber stellt weiter die Gastbloggerinnen beim Missy Magazine und plädiert, sich das Wort „Essstörung“ einmal ganz genau anzusehen. Apropos Sprache. Frauen werden beim generischen Maskulinum leider nicht mitgedacht und geschlechtergerechte Sprache ist sehr wohl verständlich und lesbar, so der Sprachlog.

Bücherlesestoff gesucht? L-Talk rezensiert „Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden“ Fazit: In der Presse kommen Lesben leider nicht vor, der Kauf des Buches lohnt aber. Um Kinderbücher mit diversen Familienbildern und sexuellen Identitäten geht es bei den Fuckermothers. Kein Buch aber auf Papier: Die dritte Ausgabe von Outside the Box – Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik gibt’s zu kaufen. Das Thema: Gebären.

Inklusion im Schulsystem fällt mal wieder dem Sparzwang zum Opfer. Obwohl die UN-Konention dazu seit einigen Jahren auch in Deutschland gilt, weigern sich in Bayern die Ämter, zwei gehörlosen Mädchen Dolmetscher_innen zu bezahlen. Mehr dazu bei Die Welt mit den Augen sehen, die doch weiter bloggen wird, juchu.

Aus dem Hamsterrad „Uni, Arbeiten, Engagieren, Ziel: irgendwann ein vernünftiger Job“ berichtet Puzzlestücke. Trotz immer noch zuwenig Geld, bleibt dabei zunehmend die Freizeit auf der Strecke. Explizit auf die Abwertung von Menschen mit wenig materiellen Mitteln als Trash und „Unterschicht“ geht ClassMatters ein.

Thema Geld: Das braucht leider auch ihollaback, um im nächsten Jahr den alltäglichen Belästigungen weiter den Kampf anzusagen. Ganz neu ist dagegen das Blog TraumaReport, in dem es um das Leben nach traumatischen Erlebnisse geht.

Den Anne-Klein-Frauenpreis bekommt in diesem Jahr Dr. Nivedita Prasad für ihren Einsatz für Frauen- und Menschenrechte. Sie kämpft z.B. gegen moderne Sklaverei und Gewalt gegen Migrantinnen, so anders deutsch. Über die (sexistische) Berichterstattung um ihre Person macht sich die Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, auf Marinas Lied Gedanken.

Im Herstory-Adventskalender von different needs ging es u.a. um Grace Jones. Über sein Austauschsemester bei einem schwulen Paar schrieb Armin Soyka.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Rocken, Lieben, Arbeiten – kurz verlinkt

15. Dezember 2011 von der Mädchenmannschaft

Die Haftpflichtbeiträge der Hebammen sind in den vergangenen Jahren bekanntlich deutlich gestiegen, 2012 werden sie fast das doppelte im Vergleich zu 2009 betragen. Bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen sieht es dabei düster aus, so der Hebammenverband: Für Geburten im Geburtshaus bleibt alles wie es ist, für alle anderen Leistungen soll es nicht einmal 2 Prozent mehr Geld geben. Protestbriefe gibt es auf www.hebammenverband.de.

Das Ruby Tuesday Rock Camp 2012, ein einwöchiges Musik- Ferienlager in Berlin für 35 Mädchen von 12 bis 18 Jahren, zu supporten geht auch, ohne fragwürdige Banken und deren Anliegen zu bewerben –  hier der Spendenaufruf inklusive handlichem Spendenbutton.

Anlässlich der Veröffentlichung des Abschlussberichts des Runden Tisches Kindesmissbrauch hat der Verband alleinerziehender Mütter und Väter eine Pressemeldung (PDF) herausgegeben und zieht ein durchwachsenes Fazit.

Die Lausitzer Rundschau berichtet: “Ostdeutsche Frauen streben bei ihrer Rückkehr ins Berufsleben weitaus häufiger eine Vollzeitstelle an als westdeutsche Frauen. Während 80 Prozent der Frauen aus Ostdeutschland bei der Wiederaufnahme ihres Berufes eine Vollzeitstelle wollen, sind es in Westdeutschland weniger als 30 Prozent, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.”

Väter arbeiten offenbar im Durchschnitt wesentlich länger als kinderlose Männer.

Das ist doch voll schwul“ heißt eine Reportage in der ZDF Mediathek, in der drei Jugendliche über ihr Coming-Out berichten. (weiterlesen …)


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Applaus für: 40 Jahre Ms. Magazine!

17. November 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 21 von 21 der Serie Applaus für

Letzte Woche feierte das US-amerikanische Magazin Ms. Magazine seinen 40. Geburtstag. Das New York Magazine blickt zurück und präsentiert eine Oral History über das erfolgreiche feministische Magazin, welches versucht ohne Werbung auszukommen.

Gloria Steinem, eine der Gründerinnen des feministischen Magazins, arbeitete Anfang der 1970er Jahre in der Redaktion des New York Magazine, welches sich 1971 bereit erklärte, die erste Ausgabe des Ms. Magazine als Beilage ins Magazin zu nehmen. Im Interview mit der Today Show spricht Steinem über ihre damalige Überraschung, dass die Ausgabe innerhalb von acht Tagen ausverkauft war. Für Steinem und ihre Kolleginnen war das Ms. Magazin ein Risiko, weil sie die sehr lebendige Frauenbewegung zu der Zeit nicht mit einem möglicherweise erfolglosen Magazin schaden wollten.

Ein schöne Aussage von Steinem ist ihre Antwort auf die Frage der Moderatorin, ob es gut oder schlecht sei, feministische Erfolge als selbstverständlich anzusehen:

“Es ist gut, die feministische Geschichte zu kennen (…). Aber Dankbarkeit hat noch niemanden radikalisiert. Ich bin ja auch nicht rumgelaufen und habe mich dafür bedankt, dass ich wählen ‘durfte’. (…) Ich bin eher dafür, in die Zukunft zu schauen und nicht genügsam und dankbar zu sein.”

Visit msnbc.com for breaking news, world news, and news about the economy


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Sexismus, Strauß-Kahn und feministische Konzerte – Kurz Notiert

9. November 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 128 von 138 der Serie Kurz notiert

Slutwalk Toronto äußerte sich zu den aktuellen Kontroversen in der Slutwalk Bewegung: “Racism and Anti-Racism: Why they matter to SlutWalks“.

Ein schönes US-amerikanisches Fotoprojekt mit tollen Fotos von Feminist_innen hat @amymmmmmkay ins Leben gerufen: Feminist Photo Blog Project.

Ein sich ständig wiederholendes Motiv in der Werbung: Frauen, die irgendwie nicht ihren Mund treffen, wenn sie trinken.

Alice Schwarzer war in Paris und fand heraus: “Strauss-Kahn steht in dem massiven Verdacht, dass ein mafiöser Zuhälterring dem zweitmächtigsten Mann Frankreichs über Jahre Hotels, Gelage und Prostituierte bezahlt hat (…)”.

Lawsonry fragt: Kann ein Mann ein Feminist sein?

Großer Applaus für die Linksjugend: Die hatte sich ein Plakatmotiv mit dem Spruch „Sexistische Rollenklischees haben so einen Barth“ ausgedacht. Mario Barth will jetzt klagen.

In The Nation findet ihr einen Artikel über die Zukunft des (Online)Feminismus.

Morgen, am 10. November um 20 Uhr findet ein Netzfeministischer Chat statt. Weitere Infos bekommt ihr beim Missy Magazine – auch, wie mensch sich im IRC Channel anmelden kann.

Die Chancen, dass die Anzeige einer Vergewaltigung auch zu einer Verurteilung führt, sind im letzten Jahrzehnt gesunken, so dieStandard.

Ein weiterer Beitrag zur feministischen Perspektive auf die Occupy-Bewegung kommt von Soraya Chemaly. (Wir hatten selbst einen feministischen Blick auf die Bewegung gewagt.)

Von Freiburg über Konstanz bis Bremen sind diese Woche an vielen Hochschulen die „Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie“. Mit Vorträgen, Workshops und Ausstellungen. Vielleicht auch in Deiner Stadt?

Weitere Termine nach dem Klick

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Gibt besonderen Büchern eine Stimme: @Klappentexterin

3. November 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 86 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Klappentexterin | Das gute Buch im Internet
(auch auf Twitter und Facebook)

Wie heißt du?
Simone Finkenwirth

Seit wann bloggst du?
Ich habe im Januar 2008 mit einem Blog angefangen. Der war eher ein Mischmasch aus allem, doch irgendwann wollte ich eine gerade Linie. Dieser Wunsch hat mich zu meinem Literaturblog Klappentexterin geführt, den ich seit April 2010 pflege. Im Oktober 2010 kam dann noch das Blogprojekt „Reading Murakami“ dazu, das ich zusammen mit drei anderen Bloggerinnen ins Leben gerufen habe.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich liebe gute Bücher jenseits des Mainstreams, habe Ideen zur Literaturwelt und bereits als Journalistin viel geschrieben. Diese Freuden kann ich auf der Klappentexterin bestens zusammenbringen.

Worüber schreibst du?
Im Mittelpunkt stehen bei mir Rezensionen. Mir liegen vor allem Bücher am Herzen, die etwas Besonderes sind und nicht den Stempel eines Bestsellers tragen. Gut, manchmal bleibt es nicht aus, dass ich auch Bücher lese, die in der Bestsellerliste stehen, aber die feinen Bücher waren schon immer meine Lieblinge. Auf meinem Blog bekommen sie endlich eine Stimme. Dadurch, dass ich mich auch als Buchhändlerin mit Büchern beschäftige, bleibt es natürlich nicht aus, dass mir Gedanken dazu durch den Kopf gehen. Manchmal fallen mir bibliophile Bilder vor die Augen, die ich gern fotografiere. Für all die Dinge ist die Klappentexterin ein schöner Ort, um sie dort mit anderen zu teilen.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ohne das Internet hätte ich nicht so viele wunderbare Menschen kennengelernt. Aus einigen Kontakten haben sich in der Zwischenzeit wertvolle Freundschaften entwickelt. Darüber freue ich mich sehr und danke dem Internet für diese glücklichen Begegnungen. Ohne das Internet würde auch nicht der schöne Pokal im Wohnzimmer stehen, den ich für meine Auszeichnung als Online-Autorin des Jahres 2011 erhalten habe. Das Internet bleibt ein weites Meer mit unbegrenzten Möglichkeiten. Deshalb liebe und schätze ich es so!

Wovon braucht das Internet mehr:
Mut, gute, nicht kommerzielle Ideen und Professionalität.

Frauen* im Web sind
…einfach großartig! Im Laufe meiner Blogzeit bin ich auf viele interessante kreative und bemerkenswerte Blogs gestoßen, wobei der Großteil von Frauen gestaltet wurde. Leider sind wir Frauen immer noch zu leise, aber auf dem guten Weg der Besserung.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Natürlich besuche ich zunächst meine Literaturnachbarn wie Ada Mitsou liest…, Ailis’ Leseturm, aus.gelesen, Bücherwurmloch, Crime Time, Syn-ästhetisch, um nur einen Teil zu nennen. Doch ich halte mich nicht nur im Buchuniversum auf und klicke mich ebenso gern durch andere lesenswerte Blogs wie Girls Can Blog, Gespenst der Armut, und Frau Liebe. Facebook, Spiegel Online, sueddeutsche.de, buchreport.de und boersenblatt.net zählen genauso zu meiner Web-Lektüre dazu.

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.


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Künstlich krank: Transgender

2. November 2011 von Helga

Vor knapp einem Monat verabschiedete das Europäischen Parlament eine Entschließung die dazu aufruft, Transgender nicht weiter als geisteskrank einzustufen. Derzeit werden sie als „Geschlechtsidentitätsgestörte“ in der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) unter den „Geistes- und Verhaltensstörung“ aufgezählt – bis vor 21 Jahren wurde dort auch noch Homosexualität aufgelistet. Seit einiger Zeit überarbeitet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Klassifikation erneut und es laufen verschiedene Kampagnen, Transgender endlich nicht mehr als krank einzuordnen und somit zu pathologisieren.

Einen ausführlichen Bericht über die rechtlichen und historischen Hintergründe zur Pathologisierung von Transgendern, besonders Transfrauen, gibt es gerade bei Telepolis:

Transfrauen sind Frauen. Die “Fachwelt” (also die pathologisierende Psychiatrie und Psychologie) erklärt sie zu geistesgestörten Männern und zwingt sie im Gutachterverfahren zu Hyper-Femininisierung und Hyper-Sexualisierbarkeit – sie müssen ihre “Weiblichkeit”, ihr “Frau-Sein” ununterbrochen unter Beweis stellen.

Die Situation in Österreich schildert außerdem dieStandard.at und wirft einen Blick auf die Stand der ICD-Überarbeitung.


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Mitlesen und mitmachen – kurz Notiertes in dieser Woche

28. Oktober 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 126 von 138 der Serie Kurz notiert

CNN hat Apple’s neue iPhone-Stimme Siri zum Anlass genommen, Computer­stimmen zu untersuchen. Interessantes Detail: Geht es um autorität-vermittelnde Stimmen, klingen sie meist männlich, assistierende Stimmen dagegen weiblich.

Welche Halloween feiern und sich dazu verkleiden möchte, denke bitte an die goldene Regel: Hauptsache sexy.

Passend zu Halloween und einigen unsäglich rassistischen Kostümen, die wieder auf uns warten werden: Eine Kampagne von “Students Teaching About Racism in Society” (Studierende die über Rassismus in der Gesellschaft aufklären).

Nach der Lingerie Football League (Frauen spielen Football in Unterwäsche, haha, sex sells, und werden dafür nicht mal anständig bezahlt) gibt es jetzt eine Youth Lingerie Football League. Da sind die Mädchen zwar angezogen, sollen aber das lustige Leben in sexy Lingerie trainieren. Worst idea ever, wie jezebel kommentiert und hat mit Sport auch nix zu tun.

Bei xojane beschreibt eine Frau, was in ihr vor sich ging, als der Mann, der sie vor Jahren vergewaltigt hatte,  sie bei facebook fand. Schade nur, dass am Ende der Eindruck erweckt wird, als wäre sie ein bisschen selbst schuld gewesen: Hätte sie doch nur deutlicher gesagt, dass sie das nicht will…! (Danke an David für den Link).

In Österreich wurden vier Abtreibungsgegner_innen wegen Stalkings verurteilt, berichtet dieStandard.

Jamie vom Rookie Mag hat erst spät Bekanntschaft mit Masturbation gemacht. Trotzdem hat sie ein paar Fragen dazu beantwortet, jeweils mit der Anekdote einer Real-Live-Person aufgepeppt. Das hätte auch Cyndi Lauper gefallen:

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Feminism lesen und gucken: Die Blogschau

1. Oktober 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 127 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Zwzorza guckt TV und entdeckt einen Beitrag über die libanesische HipHopperin Malikah. Allerdings kommt auch das ZDF nicht an Stereotypen wie jung und sexy vorbei. Ist ja auch total einfallsreich.

Im Comic-Fieber: Ti_Leo rezensiert zwei Comicneulinge. Wonder Woman von Brian Azzarello und Catwoman von Judd Winick. Die eine ist top, die andere flop…

Afrika Wissen Schaft widmet der verstorbenen Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai einen Nachruf. Mehr zu Maathai ist auch bei fembio nachzulesen.

Ein Fremdwörterbuch träumt vom eigenen Modeblog. Aber stattdessen äußert sie sich erstmal in einem Posting über Qualität und Quantität in der Mode, Konsumwahn und was statt dem neuesten Fummel wichtig sein kann.

Der Band “Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‘Muslime versus Schwule’”, herausgegeben von Koray Yilmaz-Günay, greift die seit dem 11. September 2011 verschärften Debatten in der BRD zum “Islam” auf. In der Rezension im Mädchenblog heißt es dazu:

Der Band […] führt das für die Debatte unentbehrliche Wissen prononciert zusammen. Er vereinigt Beiträge seit 2003, die neu abgedruckt wurden, und eigens für diesen Band verfasste. Es werden historische Traditionen herausgearbeitet, die im Kolonialismus wurzeln. Es kommen konkrete Erfahrungsberichte und quantitative Auswertungen vor. Und es wird vor allem nachgezeichnet, wie verstärkt seit 2001 – aber auch bereits zuvor – rassistische Entwicklungen in lesbischen und schwulen mehrheitsdeutschen Communities um sich griffen, wie CSDs mittlerweile zu „White Prides“ verkommen, bei denen man sich westlich der vermeintlichen eigenen Überlegenheit und der vermeintlichen Unzivilisiertheit „des Anderen“ versichert.

Noch mal Mädchenblog: Pia regt sich über die aktuelle Kindermodenkollektion von Lidl auf. Rehkitze als Motiv für das schüchterne, verletztliche Mädchen und Wolfmotive für den bösen, aggressiven Jungen. Da hol doch mal einer Rotkäppchen…


Und Mädchenblog zum Dritten: Die Werbekampagne eines kanadischen FriseurInnengeschäfts sorgt für Kritik: Zu sehen ist eine aufwendig, perfekt wirkende Frau mit einem blauen Auge, hinter der ein Mann in dominanter Pose steht.

Eine neue Entscheidung gibt es im Ranftle-Fall, in dem es um den Nachlass eines homosexuellen US-Amerikaners an seinen Ehemann geht. Queernews berichtet.

Hanhaiwen fordert zum Gedankensturm für den kommenden Ada-Lovelace-Day am 7. Oktober auf.

Die Lesbomatin ist vom BH-Zwang genervt und fragt augenzwinkernd, ob er gar die europäische Antwort auf die Burka ist.

Willkommen in der Blogsphäre: Kasimpasa International.

Nicht neu, aber trotzdem einen Klick wert: Berlin-Woman, das Online-Magazin für Berliner Stadtkultur mit einem “weiblichen” Blick.

Und einen Termin gibt es auch noch: Das Magazin Feigenblatt präsentiert am 2. Oktober das Warmup für das Porn-Film-Festival, das vom 26. bis 30. Oktober in Berlin stattfindet. Gezeigt wird – unter Anwesenheit der Regisseurin Jennifer Lyon Bell der Film “Skin. Like. Sun.”, sowie mit “Headshot” eine ältere Arbeit der Regisseurin.


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