Einträge der Rubrik ‘Körperkult’


Von Hosenanzug-Jobs und Minirock-Karrieren

12. März 2010 von Susanne

Ein schneller Tipp für alle in Hannover: Im Künstlerhaus veranstalten die Grünen Niedersachsen einen Abend zum Thema “Schöne neue Frauenwelt: Von Hosenanzug-Jobs und Minirock-Karrieren”. Es geht ab 18 Uhr um Äußerlichkeiten im Berufsleben, darum, ob weiblicher Erfolg vor allem an Körperfragen festgemacht wird anstatt an beruflichen Siegen. Zeit Online berichtete am Montag schon vorab.

Ich werde zum Einstieg einen kurzen Vortrag halten und anschließend mit Gitti Henschel vom Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung, mit Tanja Kühne, der Landesvorsitzenden des Verbandes deutscher Unternehmerinnen e.V. und mit Monika Wendel, Redakteurin bei der Deutschen Presseagentur diskutieren, anschließend dann auch mit dem Publikum.

Ich freu mich, wenn wir uns dort sehen. Einlass ist ab 17 Uhr 30, im Künstlerhaus in Hannover, Sophienstraße 2.


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Gebloggtes aus der deutschen Websphäre

6. März 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 50 von 51 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Letzte Woche leider durch die Lappen gegangen, aber absolut lesenswert: “Die Pille danach – ein Erlebnisbericht” auf dem mädchenblog. Auch things that hurt berichtet von ihren Erfahrungen mit der Pille danach.

Auf drei hälften konstatiert die Autorin: Der Feminismus ist tot! Anhand von verschiedenen Beispielen zählt sie auf, warum der Feminismus dennoch dringend gebraucht wird.

Die Zahlenzauberin ärgert sich über ihren Arzt, der sie wegen einer Grippe untersuchen soll und wegen ihres Gewichts ermahnt - “aber in zwanzig Jahren…” Dabei ist ihr Selbstbewusstsein in jahrelanger Arbeit erkämpft.

Antje Schrupp fragt auf twitter: “Maskulinisten kündigen an, einen Vortrag von mir per Flashmob zu stören. Was würdet Ihr machen?”

In Großbritannien wird demnächst einer der letzten Unterschiede zwischen Ehe und gleichgeschlechtlichen eingetragenen Partnerschaften fallen, denn am Dienstag beschloss das House Lords mit 95 zu 21 Stimmen die “Equality Bill” – queernews berichtete.

Auf zwischengeschlecht gibt es einen Verweis auf die Petition der Organisation Intersex International (OII) gegen Diskriminierung von Zwittern durch das Internationale Olympische Komitee (IOC).

Auf Aviva Berlin wird das Buch “Migration als Ressource. Zur Pendelmigration polnischer Frauen in Privathaushalte der Bundesrepublik” von Sigrid Metz-Göckel, Dobrochna Kalwa und Senganata Münst besprochen.

Zusammen mit anderen Kolleginnen aus der Mädchenarbeit entstand die Idee, im August mit einem Vernetzungstreffen in Marburg den Grundstein für einen bundesweiten Austausch junger feministischer Sozialpädagoginnen zu legen, wie auf beziehungsweise weiterdenken berichtet wird.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.


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Die schöne Mutter

3. März 2010 von Erna
Dieser Text ist Teil 17 von 18 der Serie Muttiblog

Die letzten Kolumnen drehten sich vor allem um das Bild der “guten Mutter”, das durch viele Köpfe geistert und Mütter mit Erwartungen überfrachtet. Aber ein noch viel subtileres und gemeineres ist das der “schönen Mutter”.
Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

In meinem Rückbildungsgymnastikkurs waren etwa sechs Frauen. Gefragt, was sie sich von der Rückbildung erhofften, sagten die meisten: “Einen strafferen Bauch”. Dass es hierbei vor allem um einen straffen Beckenboden geht – das interessiert erst einmal keine. Nein: Viel wichtiger ist es, dass dieses “derangierte” Körpergefühl wieder weg geht. Denn die meisten Frauen haben nach Schwangerschaft und Geburt leider keinen Körper, mit dem sie gleich wieder eine Victoria-Secrets-Fashion-Show laufen könnten.

Manche Frauen – und zu ihnen zähle ich – haben so einen Körper leider auch nach etlichen Monaten oder Jahren nicht wieder. Uns kann aber zum Glück heute geholfen werden, wie mir eine Werbung für plastische Chirurgie in der S-Bahn offerierte: “Straffer Bauch – auch nach der Geburt!” und entsprechende Klinik – hier in Berlin. Vielleicht sollte ich meine Familie einmal fragen, ob sie mir diesen Wunsch nicht auch einmal erfüllen können – so wie es diese Familie für ihre Mutter tat:

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Vagina-News

1. März 2010 von Verena

Guten Morgen! Es ist Montag, aber die Party noch lange nicht vorbei, wie unsere Links mit Blick auf intime Neuigkeiten zeigen:

Lady Gaga hat sich für den Titel des britischen Magazins Q mit einem Strap-on, einem Umschnall-Dildo, fotografieren lassen. Warum? Nun, wenn doch eh schon alle Welt tuschelt, ob sie nicht einen Penis habe, warum ihn dann nicht mal zeigen, denn wie die Musikerin im Interview erklärt:

When a guy says, ‘Oh I fucked all these chicks this week,’ there’s a high-five and giggling. But when a woman does it and its publicised or she’s open about her sexuality or she’s free or liberated, it’s, ‘Oh, she must have a dick.’

Es kann nur mehr werden: Nach einer Untersuchung der Organisation Sociologists for Women in Society nimmt die Häufigkeit von Sex bei Frauen im Alter zu. In welchen US-Bundesstaaten Frauen in welchem Alter wie häufig Sex haben, zeigen diese Karten.

Ein neuer Trend für den weiblichen Intimbereich ist das Vajazzling: Kleine Glitzersteine, die auf den (natürlich frei rasierten) Venushügel geklebt werden. Vajazzle setzt sich aus den Wörtern vagina und bedazzle (blenden/ verzaubern) zusammen und laut der Schauspielerin Jennifer Love Hewitt glitzere man wie eine “Diskokugel”. Ein passendes D.I.Y.-Zubehör gibt es auch schon: den Bedazzler – because your ladybusiness should sparkle. Ehrlich gesagt, finde ich die Assoziation der Glitzerkugeln beim männlichen Geschlecht irgendwie einleuchtender…


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Condomini

22. Februar 2010 von Verena

Ein großes Problem haben laut einer Studie des us-amerikanischen Kinsey-Instituts, Männer damit, Kondome in den Größen small oder medium zu kaufen. Und statt über den Schatten ihres “kleinen” Glieds zu springen, verzichten sie lieber ganz auf den Latexgebrauch oder ziehen ein schlechtsitzendes – weil XL – Kondom während des Sex einfach runter. Die ForscherInnen nennen das “Kondom Versagen”, jezebel “ein Arschloch sein”.

Dass Männer Angst haben, ihr Penis sei zu klein oder halte nicht lang genug durch, zeigt der tägliche Spam im Emailpostfach, und ja, es ist ein Zeichen, dass das Patricharchat auch für Männer ein paar nervige Nachteile liefert.

Ich würde vorschlagen, den kleinen Größen auch einen “Mega-Big”-Stempel auf die Packung zu drücken, aber jezebel-Autorin Anna North hat schon recht, dass für Frauen auch keine Kleider als S-Size ausgezeichnet werden, um ihr schwaches Selbstbewusstsein nicht zu zerstören. Im Gegenteil! Und dass es bei Kondomen nicht darum geht, sich gut zu fühlen, sondern darum, sich später nicht schlecht zu fühlen. Dann wenn die Probleme größer werden als jeder Penis.


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Schnupfen in der Vagina oder warum Frauen immer eins mehr krank sind

19. Februar 2010 von Meredith

Nur kurz: Auf jezebel gibt es eine punktgenaue Suada von Anna North zum Thema vaginale Infektionen und deren überflüssige Problematisierung. Zwar geht es natürlich um das US-amerikanische Gesundheitssystem, doch die Sachlage ist in Deutschland nicht so viel anders.

Von der Heimsuchung des Hefepilzes (darf ich vorstellen, Candida Albicans) und der Belastung der Blasenentzündung bleiben nur wenige Frauen völlig verschont. Selig sind die mit den robusten Unterleibern, denn sie kennen nicht die Panik, den Schmerz und das Unwohlsein, die von einer Dauntenentzündung ausgehen. Sie kennen auch nicht die peinliche Prozedur, die zu durchlaufen ist, wenn man ein verschreibungspflichtiges Medikament dafür braucht, wie bei einer schweren Blasenentzündung ein Antibiotikum. Man bitte verzweifelt darum, in die Sprechstunde kommen zu können. Dann hockt man stundenlang und angespannt in Gynäkologenwartezimmern, blättert lasch in uralten Gala-Ausgaben und am Ende bekommt man einfach nur die Bestätigung von dem, was man eh schon wusste, weil es einen ja aus der Körpermitte seit Stunden schon anschreit: “Ja, da haben Sie sich eine ordentliche Entzündung eingefangen.”
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Sexismus reloaded

17. Februar 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 23 von 23 der Serie Wilde Mädchen

Er ist also mal wieder im Gespräch, der Sexismus. Auf der Anklagebank sitzen aber nicht die sexistischen Nutznießer kurzer Röcke und zeigefreudig betonter Kurven, nein, der Vorwurf ereilt eben jene Fräuleins, die ihre Zeigefreudigkeit als Zeichen weiblichen Selbstbewusstseins definieren und dem Sexismus damit die Argumentationsgrundlage entziehen.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Da muss was schief gegangen sein mit der sexuellen Freiheit, wenn sich vor allem junge Dinger dieser Freiheit gemäß ausschließlich aufs lasziv und halbnackt posieren verstehen, unbedingt proporno sind und Striptease als Gymnastikkurs im Fitnessstudio belegen – Männer jedenfalls können sich zu den willig bereit stehenden Wichsvorlagen beglückwünschen.
Oder, wie die britische Autorin Natasha Walter in ihrem Buch „ Living Dolls“ die Diskussion in Schwung bringt, opfern zahlreiche Frauen mit künstlichen Fingernägeln, operierten Brüsten und Extensions im Haar diese Freiheit längst einer auf den heterosexuellen Mann ausgerichteten Stereotypisierung, dessen, was sexy sein soll.
Denn im Ernst, ist „sexy sein“ wirklich etwas, dass wir bei H&M kaufen oder uns ins Gesicht malen können?

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Neue Regeln für Sportlerinnen?

16. Februar 2010 von Helga

Bei diesem Olympischen Spielen ist es gerade keine Thema: Nach der Kontroverse um das Geschlecht von Caster Semenya ist das Internationale Olympische Kommitee trotzdem auf der Suche nach neuen Regeln, so die Falls Post. Doch schon das Fazit des Kommitees klingt wenig vielversprechend. Statt den Fokus auf die Fairness der Wettkämpfe zu legen, werden medizinische Bedenken künftig in den Vordergrund gerückt. Athletinnen, deren Geschlecht uneindeutig ist, sollten künftig eine Diagnose und Behandlung bekommen. Die weiteren Vorschläge sind bestenfalls vage, wie die “Fall-zu-Fall”-Entscheidungen oder Einrichtung spezieller Behandlungszentren und im schlimmsten Fall furchterregend:

Sports authorities would send photographs of athletes to experts […]. If the expert thinks the athlete might have a sexual-development disorder, the expert would order further testing and suggest treatment.

Auf Deutsch: Sportbehörden würden Fotos von Athleten an Experten senden. Wenn der Experte eine mögliche Störung der sexuellen Entwicklung sieht, würde der Experte weitere Tests anordnen und Behandlungen vorschlagen.

Falls da tatsächlich keine Aufnahmen von primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen gemeint sein sollten, bin ich ja schon gespannt, wie man das umsetzen will. Schminke, gezupfte Augenbrauen und erkennbar lange Haare verbieten auf solchen Fotos, damit das “eigentliche” Gesicht zu sehen ist? Oder genau anders herum jede Athletin weiteren Tests unterziehen, die sich konventionellen Schönheitsidealen verweigert?
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Hauptsache geil aussehen

8. Februar 2010 von Susanne

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von gestern schreibt der Feuilleton-Redakteur Jörg Thomann über das Phänomen sich selbst entblößender Mädchen und junger Frauen. Anlass für seinen Text ist das neue Buch von Natasha Walter, “Living Dolls. The Return of Sexism”.

Von den Castingshows, kritisiert Natasha Walter, lernten Frauen, das Aussehen und das Verhalten anderer Frauen permanent zu bewerten – und sie erlebten, dass jene, die dem vermeintlich objektiven Anspruch an weibliche Attraktivität nicht genügen, aussortiert werden. Ein gesundes Selbstbild entsteht so nicht. Laut der „Bravo“-Studie 2009 sind nur noch 56 Prozent der befragten Mädchen zwischen elf und 17 Jahren mit ihrem Aussehen zufrieden und nur 54 Prozent mit ihrem Gewicht.

Nun empfinde ich das Sichzurschaustellen in dummen Casting- oder Reality-Shows nicht als typisch weibliches Phänomen – lassen wir mal Singwettbewerbe außen vor, denn da geht es ja tatsächlich um so was wie Können. Auch männliche Big Brother-Bewohner oder Bachelorette-Kandidaten fallen nicht unbedingt durch ihre Scharfsinnigkeit oder durch sonstige besondere Talente auf. Da geht es dann auch eher um die schnittigere Frisur oder den größeren Bizeps als um den höheren Bildungsabschluss.

Natasha Walters Befürchtung allerdings, das Frauenbild reduziere sich durch mediale Eintönigkeit auf Attraktivität und Wohlgeformtheit des weiblichen Körpers, die teile ich. Es ist nichts Neues, dass Frauen nach ihrem Aussehen bewertet werden, das passierte Dagmar Berghoff in ihren Anfangsjahren als Nachrichtensprecherin sicherlich genauso. Der große und vor allem schwerwiegende Unterschied ist nun allerdings, dass viele junge Frauen – und auch ältere, siehe Simone Thomalla, Madonna und viele andere  – nach ihrem Äußeren bewertet werden wollen. Und zwar nicht nur im TV, sondern auch im Internet.

Sie definieren so weiblichen Erfolg selbst und aktiv als eine Sache von Attraktivität, geringem Körpergewicht, schönen Haaren, prallen Brüsten, flachen Bäuchen um. Und das ist tatsächlich ein erschreckender und massiver Rückschritt in der Emanzipation von Frauen.


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Helle Blogs

6. Februar 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 46 von 51 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Eine kleine Beobachtung für diejenigen, die ihren Blick auch mal vom Rechner weg bewegen: Die Tage werden wieder länger! Deshalb, ein erhellender Blick auf die Blogs in dieser Woche:

Antje Schrupp schlägt den Bogen von Haiti, wo just nur noch Frauen an den Verteilstationen Lebensmittel erhalten sollen, zu unserer Kultur und der Forderung nach mehr Frauen in verantwortlichen Positionen. Ob wir Frauen diese Verantwortung besser zu nutzen wüßten…

L-Talk berichtet über die Firmenidee zweier Investmentbanker, Anlagenfonds und Vermögensverwaltung speziell für eine lesbische, schwule, bi- oder transsexuelle Unternehmens-Zielgruppe anzubieten.

Auf ihren Artikel “Diverser leben, arbeiten und Widerstand leisten. queerende Perspektiven auf ökonomische Praxen der Transformation” auf der neuen arranca!-Seite weist I heart Digital Life hin. Im neuen Webauftritt können außerdem alle seit 1993 erschienen arranca!-Artikel eingesehen werden.

Der Väter-Blog gibt einen Buch-Tipp ab: Das Papa-Handbuch erklärt unter anderem, wie sich das Sex-Leben junger Eltern wieder aktivieren lässt.

Auf medienelite.de gibt es ein paar Gedanken zur Integration.

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