Einträge der Rubrik ‘Im Musikbusiness’


Immer wieder aufstehen und aufbegehren

22. April 2013 von Magda
Dieser Text ist Teil 18 von 18 der Serie Wanna Disco? Listen Up!

Die Female Rockband SHIRA formierte sich 2008, um “der männlichen Musikdomäne etwas Neues entgegenzusetzen, das gängigen Klischees widerspricht.” SHIRAs Musik ist eine Mischung aus “erdigen Rocksounds und melancholisch-verträumten Melodien” und setzt sich aus einer “groovigen Rhythmusfraktion, melodischen, kraftvollen Gitarren und einer starken Stimme mit Wiedererkennungswert zusammen.” Im E-Mail-Interview sprachen wir über ihre neue CD, nervige “Auszieh”-Rufe und was es mit ‘Female Rock’ auf sich hat. (weiterlesen …)


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Lady-Gaga-Birthday: Willkommen, 27

28. März 2013 von Nadia
Flickr (c) qthomasbower

Flickr (c) qthomasbower

Rrrrah rrrah ah-aaaaah, rrrro mah ro-mah-mah: Jopp, richtig, Lady Gaga wird heut 27. Und was kann mensch nicht alles über Gaga streiten. Und an ihr rummäkeln. Und überhaupt. Aber ich feier Gaga ganz oft. Zum Beispiel für das hier:

“I don’t speak German but I can if you like: Ich schleiban austa be clair es kumpent madre monstère, aus-be aus-can be flaugen fräulein uske-be clair. (…) Scheiße Scheiße be mine.” (weiterlesen …)


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Wider die Eindimensionalität

25. März 2013 von Liz
Dieser Text ist Teil 15 von 18 der Serie Wanna Disco? Listen Up!

Die Münchner All-Girl-Band candelilla ist ganz schön klug. Das beweist sie auf ihrem herausfordenden neuen Album “HeartMutter”, findet Liz Weidinger in ihrer Kolumne auf derFreitag.

Foto - Nikolas Fabian Kammerer

Foto – Nikolas Fabian Kammerer

Endlich ist HeartMutter offiziell zu haben, endlich schreien die vier Münchnerinnen von candelilla so oft ich will ihre Textefragmente in mein Hirn. Und endlich kann ich ihrer Aufforderung aus Lied Nummer 27 Folge leisten und mir ein Bild vom sorgsam zusammengebastelten, zweiten Studioalbum machen, es mit meinen Gedanken verknüpfen – und doch so gar nicht verstehen.

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Nicht vergessen: Pussy Riot. Ein Jahr nach den Verhaftungen.

11. März 2013 von Charlott

Im März des letzten Jahres begann das gerichtliche Vorgehen gegen die Musikerinnen und Aktivistinnen Nadezhda Tolokonnikova, Maria Alekhina und Yekaterina Samutsevich von Pussy Riot. Am 03. März 2012 – nur einen Tag vor den Präsidentschaftswahlen – werden Nadezhda Tolokonnikova und Maria Alekhina verhaftet. Zwölf Tage später, am 15. März, wird Yekaterina Samutsevich ebenfalls in Haft genommen. Zuvor war sie nur Zeugin im Fall.

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Keine Rezension, sondern eine Liebeserklärung: Beth Ditto’s Autobiographie

24. Januar 2013 von Magda
Dieser Text ist Teil 69 von 72 der Serie Die Feministische Bibliothek

Dies ist keine Rezension, sondern eine Liebeserklärung. Kann Spuren von grenzen­loser Bewunderung ent­halten.

Beth Ditto AutobiographieBeth Ditto hat gemeinsam mit  Michelle Tea ihr Leben auf­ge­schrieben. Als Gossip und Beth Ditto Fan-Grrrl habe ich selbst­ver­ständlich jede Zeile dieses Buches in mein Herz tätowiert und plädiere stark dafür, dieses Werk zur Pflicht­lektüre für alle Acht­klässler_innen zu machen.

Leichte locker-flockige Lektüre ist es allerdings nicht. Beth Ditto nimmt uns mit auf ihre teils schmerz­hafte Reise in die Vergangen­heit. Wir befinden uns in den Südstaaten, dem so genannten „Bibelgürtel“ der USA: irgendein christlich-konservatives Kaff im Bundes­staat Arkansas, mitten im gefühlten und real­existierenden Nirgendwo. 1970? 1980? Egal. Die Unter­schiede merkt mensch nicht, laut Ditto.

Auf ziemlich bedrückende Weise schildert Ditto ihr Leben als junges Mädchen und Teenager in einer Gesell­schaft, in der Gewalt weg­geschwiegen und jede Abweichung von der Norm aufs Brutalste geahndet wird. 1981 wurde Ditto in diese Welt hinein­geboren. Armut, körperliche und sexualisierte Gewalt, Sexismen und Homo­feind­lichkeit gehören zu Dittos Alltag. Die klaren Worte, mit denen diese Grausam­keiten beschrieben werden, sind einge­bettet in knall­harte Analysen: Ditto individualisiert nicht, sondern benennt klar Diskriminierung und gesell­schaftliche Strukturen.

Als sie sich mit dem späteren Gossip-Gitarristen Nathan und der ersten Gossip-Schlagzeugerin Kathy in der High School an­freundet, entdeckt sie die Liebe zu Riot Grrrl, Musik, Fat Acceptance Zines, Haare färben und Feminismus. Als es nach der High School nach Olympia (Washington) geht, ist das wie eine andere Welt. Dort kämpfen sich die Musiker_innen von einem zum nächsten schlecht bezahlten Job, machen Musik, klauen sich ihr Essen zusammen, spielen oder gehen auf Konzerte. Ditto kämpft mit einer seltenen Krank­heit, entdeckt die femme in sich, erste längere Beziehungen. Irgend­wann wird die erste Platte auf­genommen, die alte Schlag­zeugerin geht, Hannah Blilie steigt ein. Es geht auf Tour mit Sleater Kinney, später Le Tigre. Beim Lesen komme ich öfter durch­einander, weil das Buch nicht chronologisch erzählt. Für mich, die alles wissen will und jede Info aufsaugt, wird das zur echten Konzentrations­arbeit.

Ab 2006 wird es dann weird, also komisch, wie Ditto sagt. Standing in the Way of Control wird zum Hit in Großbritannien, Gossip startet durch und steigt in diverse Charts in Europa ein. Hier endet das Buch dann langsam, nicht ohne noch mal Bezug auf feministischen Aktivismus zu nehmen: Ditto erzählt von den Girls Rock Camps und wie sehr ihr Empowerment von Mädchen und jungen Frauen am Herzen liegt.

Die ersten Entzugs­erscheinungen zeigen sich: es soll schon zu Ende sein? Ich hätte mir sehr ge­wünscht, mehr zu er­fahren. Wie geht die Band mit ihrem Erfolg um? Wieso arbeitet Ditto mit einem wie Karl Lagerfeld zusammen? Wie schreibt die Band Songs? Erfahren tun wir’s nicht, aber ich bin trotz­dem selig. Auf einer Skala von eins bis zehn vergebe ich elf Punkte.

Das Buch ist auf Deutsch, Englisch und Französisch erschienen. Ich las die englische Original­fassung. Die deutsch­sprachige Version hat mehrere Seiten Bilder, die die englisch­sprachige nicht hat. Ich empfehle aller­dings allen, die gut Englisch lesen können, das Original zu lesen. Wer linke Projekte unterstützen möchte, bestellt das Buch einfach über links-lesen.de.


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Jahrescharts reviewed

11. Januar 2013 von Liz

Die Saison der Best-Album-Listen geht gerade zu Ende. Eine perfekte Gelegenheit, mal wieder einen kritischen Blick auf Geschlechterverhältnisse im Musikbusiness zu werfen, findet Liz in ihrer Genderkolumne auf freitag.de.

Das Ding mit den Jahreslisten ist keine einfache Sache, sondern ein fieser Mainstreaming-Prozess der Musikpresse. Hier findet sich eher Konsens statt wildem Grenzgängertum. Trotzdem mag ich sie. Abschlusscharts komprimieren das musikalische Jahr zu einer praktischen Übersicht und lassen den wilden Sound-Dschungel in hübscher Ordnung erscheinen. Je nach Medium lässt sich ablesen, welche Platte vielleicht zu Unrecht noch nicht gehört wurde – weil das Cover komisch war oder der Zeitpunkt des ersten Hörens keine guten Umstände bot.

Die nachrichtenarme Feiertagszeit habe ich also für eine intensive Listenanalyse genutzt. In dieser Kolumne folgt deshalb zweierlei: ein reichhaltiger Überblick an Musikerinnen, die immer wieder in den Jahrescharts auftauchen, und ein kritischer Blick auf die Geschlechterverteilung der in den Top 25 gelisteten Künstler_innen. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Männlich dominiert ist – Überraschung – auch die Popmusik. Deswegen ist es wichtig, aktiv aufmerksam zu machen auf Künstlerinnen und Musikerinnen, über die Geschlechterverhältnisse in der Popkultur nachzudenken und strukturelle Ungleichheit der Geschlechter nicht wegzureden sondern zu bekämpfen.  (weiterlesen …)


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Samstagabendbeat mit der Schlagzeugerin Viola Smith

1. Dezember 2012 von Magda

Vorgestern feierte die Schlagzeugerin und Schlagzeuglehrerin Viola Smith ihren 100. Geburtstag, und zwar in einem Musikladen in Kalifornien (USA), in dem sie immer noch halbtags arbeitet. Schlagzeug spielte sie bereits seit ihrer Kindheit und feierte u.a. mit ihrer Band The Coquettes (übersetzt: “kokette, flirty Frau”) in den 1930ern und 40ern große Erfolge.

Ein Bericht und ein Interview auf Zildjian sowie ein aktuelles Videointerview geben Einblicke in ihr Leben als eine der wenigen Schlagzeugerinnen ihrer Zeit (leider hat sich nicht viel geändert: Auch heute ist Schlagzeugspielen fast durch und durch männlich dominiert). Interessant ist der Bericht auf Zildjian, weil er aufzeigt, dass Schlagzeugerinnen für die US-amerikanische Öffentlichkeit nur akzeptabel wurden, weil viele Männer im Krieg waren und somit nicht an Ihren Instrumenten sein konnten – dann durften auch mal Frauen ans Schlagzeug und bei den großen Orchestern mitspielen. Ich nehme an, dass sich das in den konservativen Bachlashzeiten der 1950er wieder änderte, als die Rolle der perfekten Mutter und Hausfrau (lies: weiße Mittelschichtsfrau mit Ehemann und Kindern) wieder stärker gesellschaftlich forciert wurde.


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Queer-feministisches Label aus Wien veröffentlicht ersten Tonträger – und den könnt ihr gewinnen!

24. Oktober 2012 von Magda

Das Label UNRECORDS wurde Anfang 2012 gegründet und unterstützt queer-feministische Künstler_innen aus den Musik­genres Noise, Rock, Experimental und Punk. Hinter dem Label stehen vier Musikerinnen aus Wien: Johanna Forster, Aurora Hackl, Birgit Michlmayr und Petra Schrenzer.

Nun veröffentlicht UNRECORDS den ersten Ton­träger. Es handelt sich um eine 12″ Split (Vinyl), auf welcher die Berliner Band Ex Best Friends und First Fatal Kiss aus Wien zu hören sind. Die Platte wird am 2. November 2012 im Wiener Rhiz präsentiert.

Zum Vergrößern: Klick!

Wir freuen uns sehr, dass wir eine Schall­platte an eine unserer Leser_innen verlosen können. Und wie kannst du die Platte gewinnen?

Nenne uns deine Lieblings­musiker_in oder Band! Wichtig dabei ist, dass diese noch nicht allzu bekannt und nicht kommerziell erfolg­reich sein sollte(n). Wir suchen nämlich immer Inspiration für unsere Reihe “Wanna Disco? Listen Up!“, in der wir (i.d.R. eher un­bekannte) Künstler_innen vorstellen.

Also: Schlagt eure Lieblings­künstler_in oder Band bis Sonntag, den 28. Oktober um 23:59 Uhr, vor. Die glück­liche Gewinner_in wird aus­gelost und dann per E-Mail be­nach­­richtigt.

Mehr Infos zu UNRECORDS findet ihr auf ihrer Homepage, facebook, soundcloud und youtube.

Update (29. Oktober): Herzlichen Glückwunsch an gerla, du bekommst bald eine E-Mail :)!


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Tatsächlich … ungeschminkt?

15. Oktober 2012 von Liz

Imagepflege der eigenen Makel liegt bei Künstlerinnen im Trend. In ihrer aktuellen Kolumne auf freitag.de beschäftigt sich Liz Weidinger u.a. mit der Musikerin Bat for Lashes, die zum ungeschminkten Cover die obligatorische Schönheitsideal-Kritik liefert.

Klassisch schön – und angeblich unbearbeitet: Bat for Lashes
Foto: Albumcover The Haunted Man

Schon seit ihrem 2006 erschienenen ersten Album Fur and Gold bin ich großer Bat-for-Lashes-Fan. Dessen damaliges Cover inklusive Pferd war ein wichtiges Beispiel für meine unumwerfliche These des engen Zusammenhangs zwischen Pferdecovern und toller Musik. Und auch das aktuelle Coverfoto ihres dritten Albums The Haunted Man bildet ähnlich spannende Inhalte ab – möglicherweise noch spannender als Pferde: nackte Menschen. Für Frauen ist das ja erst mal nichts ungewöhnliches, vielmehr Voraussetzung für das Funktionieren alter Erfolgsstrategien im kommerziellen Musikbusiness. Und obwohl Natasha Khan aka Bat for Lashes inzwischen zu einer gut bezahlten und international erfolgreichen Künstlerin geworden ist, gehört sie in eine ganz andere Kategorie als Lana del Ray oder Katy Perry – musikalisch als auch darstellungsmäßig.

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Jetzt noch anmelden für das Ruby Tuesday Rock-Camp-Schnupperwochenende!

8. Oktober 2012 von Nadine

Wolltest du schon immer mal (oder endlich wieder :) Gitarre, Bass, Drums oder Keys in einer Band spielen?

Von Freitag, den 12. bis Sponntag, den 14. Oktober veranstaltet Ruby Tuesday in Zusammenarbeit mit dem HELLA KLUB für Mädchen und junge Frauen, sowie dem Eastend Jugendclub, in Berlin-Hellersdorf ein Ruby Tuesday Rock-Schnuppercamp für Girls, Ladies, Trans* und Inter*. Um teilzunehmen, solltest du zwischen 12 und 27 Jahre alt sein. (Altersbeschränkung ist allerdings fließend.)

An diesem Schnupperwochenende hast du die Gelegenheit dazu, ins Ruby Camp Feeling einzutauchen und bei tollen Workshops und in schicken Proberäumen ordentlich abzurocken! Und: die Teilnahme ist kostenlos :)

Infos zum Schnupperwochenende findest du unter “Camp 2012” auf der Ruby-Tuesday-Webseite. Anmelden kannst du dich, indem du das Anmeldeformular ausgefüllt an hella-klub [at] web.de oder per Post direkt ans HELLA schickst (Adresse steht im Formular). Du kannst dich auch telefonisch unter 030 – 991 81 43 melden.

Viel Spaß beim Rocken!


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