Dieser Text ist Teil 18 von 18 der Serie Muttiblog
In Deutschland haben Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf drei Jahre Elternzeit. Ein Elternteil kann sich also maximal drei Jahre im Beruf für die Pflege und Erziehung eines Kindes freistellen lassen ohne den Arbeitsvertrag kündigen zu müssen. Diese Möglichkeit haben Väter ebenso wie Mütter. Ab dem Moment, ab dem eine Frau schwanger ist genießt sie außerdem einen besonderen Kündigungsschutz. Diesen Schutz gibt es für werdende Väter aber nicht. Das ist wohl ein Grund dafür, dass es sich meistens von selbst versteht, dass die Mutter den gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit zum größten Teil in Anspruch nimmt. Klar, gerne wird auch mit dem geringeren Verdienst der Mutter im Vergleich zum Vater argumentiert, aber oft genug passiert es, dass selbst die Väter, die bereit wären in Elternzeit zu gehen, daran scheitern, dass ihrE VorgesetzteR ein Ass im Ärmel haben: die Drohung mit der Kündigung.
Erst kürzlich wieder ereignete sich in meinem Freundeskreis folgendes: Einem Erzieher wurde von der Kindergartenleitung zugesagt, dass der befristete Arbeitsvertrag selbstverständlich verlängert werde. Dieser Mann war nun so nett, seinen Wunsch nach Elternzeit vor der Verlängerung seine Vertrages vorzutragen. Konsequenz war, dass sein Vertrag nicht verlängert wurde. Dieser Gastbeitrag im Missy-Blog berichtet ähnliches. (weiterlesen…)
Dieser Text ist Teil 48 von 50 der Serie Kurz notiert
In ihrer ersten Gleichstellungsrede macht die CDU-Frauenministerin Kristina Schröder (ehemalige Köhler) laut der taz deutlich, was sie von Quoten hält: so wenig wie von Cortison.
Die Debatten um die fortbestehenden geschlechterspezifischen Ungleichheiten in der Gesellschaft werden von zwei Begriffen geprägt, die scheinbar in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen: “Patriarchat” und “heteronormative Matrix”. In der Jungle World kann man zwei Positionen nachlesen: “Kampf dem strukturellen Patriarchat!” und “Kampf der heteronormativen Matrix!”
Das bis dahin nach dem brandenburgischen Kolonialherren Otto Friedrich von der Groeben benannte Gröbenufer im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wurde in May-Ayim-Uferumgenannt. May Ayim war eine Dichterin und Aktivistin der afrodeutschen Bewegung.
Auf DieStandard.at wird von einer Studie aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogota berichtet, die ergab, dass sich 21% der Freier in die Prostituierte verlieben, mit der sie sich eingelassen haben und 23% immer wieder diese eine Frau aufsuchen. Umgekehrt gaben 50% der Prostituierten an, sie hätten sich bereits einmal in einen Freier verliebt.
Auf Sociological Images werden gerade Stereotype thematisiert, die in vielen (westlichen) Ländern über asiatische Frauen (als vermeintlich kulturell homogene Gruppe) herrschen: “The Submissive Asian Sterotype“.
Der Spiegelberichtet: Im Skandal um den sexuellen Missbrauch von Kindern in katholischen Einrichtungen gibt es jetzt auch Vorwürfe gegen ein Kinderheim der Berliner Hedwigschwestern. Ein Opfer sagte im ZDF: “Man hört immer nur von den Priestern, dabei waren’s doch die Nonnen genauso.” Im Selbermach-Sonntag verlinkte Ben das zugehörige ZDF-Video.
Seit Donnerstag können in Mexiko-City gleichgeschlechtliche Paare den Bund fürs Leben schließen, so die Washington Post. Die Stadt kann ihre eigenen Gesetze erlassen und hat im ansonsten streng katholischen Mexiko mit liberalen Entscheidungen für Kontroversen gesorgt. So wurden Abtreibungen im ersten Trimester erlaubt und die Scheidung ohne Schuldfrage eingeführt. Mit 50% der Einwohner_innen sind die Befürworter_innen der gleichgeschlechtlichen Ehe auch deutlich mehr als die Gegner_innen (38%). Bisher waren nur eingetragene Partnerschaften erlaubt.
Eine britische DJane rockt gerade die französische Party-Szene: Ruth Flowers ist 69 Jahre alt!
Im britischen TV lässt die Repräsentation von Frauen zu wünschen übrig. Der Guardianberichtete von einer Studie, nach der Männer 65% aller Auftritte auf den Kanälen bestreiten. In Soap Operas ist das Verhältnis noch ausgeglichen, in den Nachrichtensendungen sind dagegen deutlich weniger Frauen zu sehen. Und wenn, dann meist zu den „weichen” Themen Gesundheit oder Kultur.
Auf broadsheet@salonschreibt Judy Mandelbaum über polnische Abtreibungsgegner_innen, die Abtreibung mit Faschismus gleichsetzen. In Poznan steht auf einem riesigen Plakat neben dem Gesicht von Hitler zu lesen: “Abtreibung für polnische Frauen wurde am 9. März 1943 von Hitler eingeführt.”
Um junge Frauen vor ungewollten Schwangerschaften zu beschützen, hat eine amerikanische Kampagne (sexreally.com) auf ihrer Website ein Video veröffentlicht, in dem gezeigt wird, wie Männer „wirklich“ sind: verdorben, sexgeil und hormongesteuert. Im Grunde sagt das Video, dass Männer immer nur an Sex denken und lässt die Darsteller sagen, dass Frauen in knappen Kleider doch selber schuld sind wenn sie nur als „Objekt“ gesehen werden und all die anderen Klischees.
Abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass so auch nur eine ungewollte Schwangerschaft verhindert wird, wundere ich mich mal wieder über die Art und Weise wie hier a) mit dem Thema Sex und b) mit der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau umgegangen wird. Ich kann es nicht nachvollziehen, warum Sex immer noch so verklemmt besprochen werden muss. Nachdem ich in den letzten Wochen alle fünf Staffeln „Six Feet Under“ gesehen habe, stelle ich wieder einmal fest, dass im (amerikanischen) Fernsehen eher gezeigt wird, wie zwei Brüste mit einem Schwert abgeschnitten werden, als das sie geküsst werden. Es gab wirklich viele Sexszenen aber in jeder hatte die Frau beim Sex einen BH an. Sex ist was Schönes – wenn beide bzw. alle Beteiligten es wollen. Ja, ich habe gerne Sex, ich kenne aber auch sehr viele Frauen, die sehr gerne Sex haben. Aber ich kann auch noch an andere Sachen denken, sogar mehrere Stunden am Stück.
Nicht falsch verstehen, ich bin für Safer-Sex und für Aufklärung – aber nur den Männern die Schuld in die Schuhe zu schieben, wenn mal was nicht so läuft, wie es geplant war, muss zwangsläufig in die Hose gehen. Wer junge Menschen vor ungewollten Schwangerschaften oder vor Geschlechtskrankheiten schützen will, muss ehrlich mit diesem Thema umgehen. Da wird es nicht helfen, die eine Seite nur zu verteufeln und die andere nur zu verherrlichen. Auch Frauen werden geil und auch Frauen kommen in Situationen, in denen sie eher handeln als denken … junge Menschen müssen lernen, genau dann richtig zu handeln – und zwar alle Beteiligten.
Es darf doch nicht sein, dass die Frau nur die Wahl zwischen dem naiven Dummchen oder der sexgeilen Schlampe hat und dem Mann am Ende noch nicht mal die Wahl gelassen wird. Menschen sind so unterschiedlich – egal ob Mann oder Frau. Und Sex ist nichts Abnormales. Wie er gestaltet wird müssen aber die Regeln, die involviert sind, den anderen geht das erst mal nichts an.
So, da hätte ich eben beinahe meinen Kaffee über den Laptop gespuckt. Warum? Wegen der aktuellen Ausgabe der „Liebeskolumne“ aus dem Zeit Magazin. Dort wird jede Woche vom Paartherapeuten Wolfgang Schmidbauer „eine Frage der Liebe“ beantwortet. Diese Woche: „Darf sie ohne sein Wissen die Pille absetzen?“
Die – wie ich finde – unglaubliche Antwort:
[....] Die Moralistin wendet sich mit Grausen ab. Der Pragmatiker aber erkennt eine gewisse Gerechtigkeit darin, dass durch die heimliche Aktion nicht mehr die Frau, sondern der Mann dem Druck unterworfen ist, entweder eine Schwangerschaft zu akzeptieren oder sich zu trennen.
Die meisten Väter können eine handfeste Wirklichkeit besser verarbeiten als die von Perfektionsansprüchen umwaberte Eventualität.
Lieber Herr Schmidbauer, das kann nicht wirklich ihr Ernst sein, oder?
Nele Tabler schreibt über ihre Erfahrungen mit anonymen Todesdrohungen im Internet bzw. das völlig ignorante Verhalten der Behörden dem Thema gegenüber:
Im Jahre 2004 wurde es so heftig, dass ich zum ersten Mal versuchte, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Der Kleinkleckersdorfer Sheriff schickte mich weg, weil ich kurz vor seinem Feierabend erschienen war, und gab mir einen Termin für den übernächsten Tag. Da erklärte er mir dann, dass Frauen, die sich wie ich öffentlich als Lesbe zu erkennen geben, nicht anderes zu erwarten hätten und empfahl mir, die Webseite zu schließen und aufzuhören, die Männer zu ärgern. Würde ich seinem Rat nicht folgen, sei ich ja wohl selbst an diesen Belästigungen interessiert und sollte dann auch nicht zur Polizei rennen und Anzeige erstatten wollen.
Ihr Fazit: Frauen werden im Netz bedroht, seitdem sie es nutzen – aber der polizeiliche Umgang damit verbessert sich immerhin langsam.
Und auch im EMMA-Blog wird über Technologie-Terror gegen Feministinnen berichtet: Die Amazon-Rezensentin Helga König wird offenbar massiv gemobbt, weil sie regelmäßig feministische Bücher bespricht und, wenn es ist, positiv bewertet.
Wer mal einen klugen, reflektierten und ausführlichen Text zum Thema Frauenkörper in der westlichen Welt und die Burka lesen will, sollte das Blog 3 Bewohner der Er.de besuchen.
Heute, am 6. Februar, ist der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung. Er wurde 2003 von der First Lady Nigerias, Stella Obasanjo, ins Leben gerufen. Genitalverstümmelung wird bis heute durchgeführt, wie dieStandard.at berichtet:
155 Millionen Frauen haben diesen grausamen Eingriff in ihrer Kindheit erleiden müssen und man geht davon aus, dass täglich weitere 7000 Mädchen – vor allem in west- und nordafrikanischen Ländern – Opfer dieses “Rituals” werden. Rund drei Millionen Mädchen sterben laut Schätzungen des internationalen Kinderhilfswerks UNICEF an den Folgen.
Terre des Femmes setzt sich in diesem Jahr dafür ein, dass Genitalverstümmelung in Deutschland in den medizinischen Diagnoseschlüssel aufgenommen wird, damit die Krankenkassen die Kosten für medizinische Behandlungen und umfassende Beratungsgespräche übernehmen.
Das Morden hört nicht auf. Wie der Guardianberichtet, ist in Kahta, einer Kleinstadt im Süd-Osten der Türkei, eine 16-Jährige von ihren eigenen Verwandten bei lebendigem Leib begraben worden. Begründung: die Ehre der Familie.
Offenbar hatte das Mädchen, eines von neun Kindern, den Zorn des “Familien-Rats” auf sich gezogen, weil sie mit jungen Männern Kontakt hatte. Das Mädchen war im November vermisst gemeldet worden. Die Polizei fand ihre Leiche im Dezember, scheinbar auf Hinweis durch einen Informanten, in einem zwei Meter tiefen Grab im Garten der Familie. Ihr Vater wurde verhaftet, genau wie ihr Großvater, der sie offenbar schon öfter wegen ihrer Frendschaften mit Jungs geschlagen hatte.
Die Leiche war an den Händen gefesselt und in sitzender Position; in ihrem Bauch und in ihrer Lunge wurden große Mengen Erde gefunden, was bedeutet, dass sie noch am Leben und bei Bewusstsein war, während sie von ihrer Familie hingerichtet wurde.
Bei einem derartigen Hass und einer solch klaffenden Abwesenheit von Liebe, Fürsorge oder Respekt ist es schwer, auf irgendeine Form von Verbesserung der Situation von Frauen in dieser Region zu hoffen. Ich weiß nicht, ob man eine ganze Region in Massentherapie schicken kann, ob Bildung, Aufklärung oder sonst irgendwelche Veränderungen der Rahmenbedingungen hier überhaupt etwas ändern können. Gesetze tun es ja offenbar nicht, denn immerhin sind so genannte Ehrenmorde in der Türkei ja mittlerweile strafbar. Und trotzdem werden sie dort um die 200 Mal im Jahr verübt.
Rund 400.000 einstige Hausfrauen aus der ehemaligen DDR, die heute Rentnerinnen sind, sind von Altersarmut betroffen. Hat sich in der DDR noch der Staat um jene Frauen gekümmert, hat das westdeutsche Rentensystem, welches beim Einigungsvertrag 1990 auf die gesamte Bundesrepublik übertragen wurde, die ostdeutschen Frauen übergangen, denn ein in der DDR geschiedener Mann kann aus juristischen Gründen nicht mehr belangt werden. Eine ostdeutsche Rentnerin bekommt rund 670€ - verglichen mit 1100€ für eine Rentnerin aus dem Westen. Hier ein Bericht von Panorama:
Dieser Text ist Teil 21 von 23 der Serie Wilde Mädchen
Nachdem Anne Roth vor zwei Wochen in ihrem Blog und beim Freitag die Frage nach der Wahrnehmung weiblicher Macherinnen in der Blogosphäre stellte, habe ich mir zahllose Klicks lang Gedanken gemacht. Genauso wie vor und neben mir schon Teresa Bücker beim Freitag oder Nikola Richter in der Blogmacherei.
Statt uns gegenseitig die Abkotz-Tüten zu reichen, überlegte ich, warum eigentlich konfrontieren wir die selbsternannten Alpha-Blogger nicht mit unserer Kritik und zeigen Präsenz in der Diskussion: Hey, wir sind auch noch da! Philip Banse, der seine Interviewserie ausschließlich mit meinungsmachenden Männern besetzt hat, muss vielleicht einfach sehr deutlich darauf hingewiesen werden, dass auch Bloggerinnen Meinungen haben und machen.
Wir haben schließlich Argumente, oder? Aber ach, wahrscheinlich würden diese schulterzuckend abgetan. Wir kennen das ja, oft entgleiten uns in Diskussionen unsere Argumente wie ein glitschiger Holzhammer, der die Richtung wechselt und uns mit dem einen Totschlagargument zum Schweigen bringt: „Mädchen komm mal runter“ – will sagen: „Sei nicht albern, hysterisch, zickig, dumm, aggressiv…” – Alles beliebte Rückhandschläge, je nach Wahl und Grad unserer Argumentation. Wenn wir wild werden heißt es, wir seien hysterisch, wenn wir ruhig bleiben, sind wir zickig, wenn wir nicht nachgeben, sind wir uneinsichtig. Man knebelt uns mit Attributen und versucht dadurch Offensichtlichkeiten zurück in die Ecke zu stellen. Ein Erfahrung, die auch vomHonig neulich gemacht hat.
Vermutlich ist es unsere Schuld, wenn wir den Mund aufmachen – wir kennen einfach unsere Grenzen nicht:
Im Sommer saß ich in einer Veranstaltung, in der ein selbstgefälliger Referent über seinen Job bei einem Magazin berichtete, dessen Marketing sich ausschließlich an einer männlichen Zielgruppe orientiere. Ob sie von Frauen nicht gelesen würden, fragte ich. Doch, doch, sogar zu einem nicht unerheblichen Prozentsatz, aber das Marketing auf Frauen abzustimmen vergraule ihnen die männlichen Leser. Ach was, dachte ich und brachte sachlich noch einige Argumente vor, auf die der Referent keine rechten Antworten wußte, außer: Wenn ich weniger aggressiv wäre, ließe sich die Unterhaltung ja fortsetzen. Herrje, ich hatte wohl vergessen, meine Fragen mit einem zuckrigen Lächeln zu pudern. Das irritiert männliche Gegenüber erstaunlicherweise immer wieder. Aber auch einige Frauen, die mit in der Veranstaltung saßen, reagierten genervt – wieso musste ich bloß auf den “süßen” Typen so einsticheln…
Abends hatte ich eine ähnlich unangenehme Begegnung, in der ein Typ mir wirklich blöd kam und ich – jetzt tatsächlich – aggressiv reagierte. Sehr zum Erstaunen aller Anwesenden. Es ist eben immer noch so, dass wir Frauen uns zwar bitte nicht alles gefallen lassen brauchen, aber dieses Missfallen adrett verpacken sollen. Ich weiß nicht, wie oft ich meine 1,58 Meter auf den Tanzflächen dieser Welt vor Typen aufbauen musste, die ein demonstratives Weggucken nicht akzeptieren wollten. Aber das ist schon fast ein anderes Thema.
Aber nur ‘fast’ – denn egal, ob wir im beruflichen und gesellschaftlichen Umfeld unseren Standpunkt vertreten wollen oder einfach nur nachts auf der Straße, Argumente und Sachlichkeit helfen oft genauso wenig wie Freundlichkeit. An erster Stelle benötigen wie ein dickes Fell, an dem Ignoranz und sexistische Querschläge abprallen. Das gilt besonders im Web 2.0; ob auch in der Diskussion zwischen Alpha-Bloggern und Beta-Bloggerinnen – das gilt es noch heraus zu finden…
Robert Mugabe, simbabwischer Diktator und Chef der Zimbabwe African National Union (ZANU) ist mit Sicherheit kein unbeschriebenes Blatt: Bei der Liste an bekannt gewordenen Missetaten, die Menschenrechtsverletzungen, die Verfolgung von politischen GegnerInnen, Folter, Einschränkung der Pressefreiheit und gewaltsame Wahlbeeinflussung beinhalten, überrascht folgende Horror-Nachricht leider kaum:
Die Organisation Aids-Free World (“Welt Ohne Aids”) veröffentlichte letzten Donnerstag einen Report, in dem 380 politisch motivierte Vergewaltigungen in jeder der zehn Provinzen in Simbabwe dokumentiert wurden, welche während der letzten Wahl im Jahre 2008 als politische Waffe gegen Oppositionelle und ihre Familien eingesetzt wurden. Massenvergewaltigungen, bei denen auch Kinder nicht verschont wurden, fanden mitunter auch in eigens dafür bereitgestellten Einrichtungen statt. Bei einer Rate von 18% HIV-Infizierten im Land fördern die Vergewaltigungen außerdem die Verbreitung des Virus an die Opfer und ihre Familien.
Basierend auf Aussagen von über 70 Frauen aus allen Teilen Zimbabwes klagt der Report Folter, systematische Vergewaltigung und Mord an GegnerInnen des Mugabe Regimes in der Zeit von März 2008 bis zu dem Zeitpunkt an, als Mugabe sich unter internationalem Druck dazu bereit erklärte, die Macht mit seinem Rivalen Morgan Tsvangirai zu teilen. Es sei als Mittel benutzt worden, GegnerInnen und insbesondere jene, die in der Oppositionspartei Movement for Democratic Change aktiv waren, zu demoralisieren und “bestrafen”. ZeugInnen berichteten, dass die Täter oftmals ZANU-Abzeichen trugen und ihren Opfern sagten, dass sie dafür “büßen” sollen, nicht für Mugabe gestimmt zu haben.
Systematische Vergewaltigungen im Krieg sind kein Novum. Dass Vergewaltigung als Waffe der Demoralisierung und Erniedrigung von GegnerInnen genutzt wird, haben in jüngster Zeit auch die Leidtragenden der Kriege im Kongo oder Bosnien erfahren müssen.