Einträge der Rubrik ‘Guter Tand’


Ans Licht mit dem Wolkenkuckucksblog! Ein Aufruf.

31. Januar 2012 von Verschiedenen
Dieser Text ist Teil 23 von 23 der Serie Der Kommentar

Jana hat gerade ihren Wolkenkuckucksblog gestartet und wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung Ihren Blogpost zu Lurker_innen. Sie sucht außerdem Kontakt zu anderen Lurker_innen, die sich unter wolkenkuckucksblog@gmail.com bei ihr melden können.

Seit mindestens vier Jahren habe ich ein imaginäres Blog. Ich befülle es allwöchentlich mit virtuellen Einträgen. Wenn ich in Stimmung bin, denke ich mir virtuelle Kommentare dazu aus. Ich habe sogar schon diverse Domains registriert, WordPress-Themes angepasst und About-Seiten verfasst. Doch freigeschaltet habe ich sie nie. Und einen tatsächlichen Blogeintrag habe ich noch nie geschrieben, auch wenn ich es mir jeden Monat aufs Neue vornehme.

Ich habe das immer für meine persönliche Wahnsinnigkeit gehalten. Doch seit einiger Zeit frage ich mich, ob das wirklich stimmt. Ob es nicht doch noch viele andere Wolkenkuckucksblogger*innen wie mich gibt – und ob es nicht tatsächlich vornehmlich Wolkenkuckucksbloggerinnen sind. Denn plötzlich fielen mir Parallelen auf: Diese existentielle Angst, wenn ich mal einen Blogkommentar (zweimal in meinem Leben habe ich mich das – unter Pseudonym! – getraut) oder ein Mailinglistenposting geschrieben habe – irgendwie fühlte sie sich doch sehr ähnlich an wie der Fluchtimpuls, der mich regelmäßig in platzhirschdominierten Gesprächsrunden ergreift. Dieser Drang, bloß unsichtbar zu bleiben. Diese Stimme, die mir einredete, ich habe nichts Sinnvolles beizutragen: War das nicht vielleicht der „innere Patriarch“, vor dem mich eine wohlwollende ältere Kollegin immer gewarnt hatte? Diese ständigen Gedankenschleifen: Ich blogge unter meinem richtigen Namen, ist doch Quatsch sich zu verstecken. Aber was, wenn ein wahnsinniger Internettroll mich aufspürt? Also doch ein Pseudonym? Aber das ist doch feige! Und da capo. War diese Angst vor „dem bedrohlichen Internet“ nicht sehr vergleichbar mit der Angst vor dem gefährlichen Park / der unheimlichen Seitenstraße / dem finsteren Hinterhof / der einsamen Haltestelle in der Dämmerung? (weiterlesen …)


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Emanzenkram zur Weihnachtszeit

15. Dezember 2010 von der Mädchenmannschaft

Obwohl ein selbstgebackener Kuchen und eine herzliche Umarmung wohl kaum zu schlagen sind, um den liebsten Freund_innen oder der Familie eine Freude zu bereiten, findet die eine oder der andere bestimmt Gefallen an folgenden Geschenkideen von und für Feminist_innen. Nicht nur zur Weihnachtszeit lassen die kleinen bis großen Aufmerksamkeiten sicherlich einige Herzen höher schlagen:

Der queerfeministische Kalender wird von der den RIOT SKIRTS herausgegeben und ist ein Schmuckstück für Ladiez of all genders.

Auch der im DIY-Stil gehaltene Slingshot Kalender, der unter anderem einen Menstruationskalender enthält, begleitet dich gespickt mit einer Sammlung an nützlichen politischen Informationen durch das ganze Jahr.

Ebenfalls eine über das ganze Jahr verteilte Liebesbekundung könnt ihr mir einem Jahresabo des Missy Magazins verschenken (wer noch vor Weihnachten bestellt, bekommt ein kleine Überraschung!).

Genauso toll: ein Abo der österreichischen Kolleginnen von fiber. werkstoff für feminismus und popkultur.

Eine ganze Reihe an feministischen Geschenkideen findet ihr auf der britischen Seite Cafe Press.

Mannschaftskollektion

Mannschaftskollektion

Ein Blick in unsere Mannschaftskollektion lohnt sich, wenn ihr auf der Suche nach einem Täschchen oder einem Beutel seid.

Noch mehr Taschen hat Annina von Girls Can Blog.

Oxfam Unverpackt bietet die Möglichkeit, eine Schulbildung für ein Mädchen, eine sichere Geburt, Kondome oder eine Ziege zu verschenken – all diese Sachen (und noch viele mehr!) werden im Namen des/der Beschenkten gespendet.

Rezensionen zu Büchern, die sich wunderbar unter dem Weihnachtsbaum machen, könnt ihr in unserer Feministischen Bibliothek nachlesen. Wer mit dem Bücherkauf linke und feministische Projekte unterstützen möchte, kann dies mit links lesen tun.

Auch dieses Jahr könnt ihr wieder einen Geschenkgutschein (PDF) von Rubinia Djanes verschenken, die weltweit erste Djane Schule für Mädchen und Frauen in Basel in der Schweiz.

Auf der US-amerikanischen Seite FCKH8 (“Fuck Hate”) könnt ihr T-Shirts, Buttons, Kalender, Sticker etc. mit der Aufschrift “FCKH8″, “Some dudes marry dudes” oder “Some chicks marry chicks” bestellen. Teile der Gewinne gehen an Gruppen, die sich für die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare einsetzen (wir berichteten über die Aktion).

Die folgenden Soundtracks eignen sich prima zum Verschenken und Selberhören.

Best Coast: “Crazy For You”
Zola Jesus: “Stridulum II”
Sophie Hunger: “1983″
Janelle Monáe: „The Arch Android“
Kate Nash: “My Best Friend is you”
Laura Lopéz Castro: “Optativo”
Sookee mit Kobito (Deine Elstern)
Beach House: “Teen Dream”
Janelle Monáe: „The Arch Android“
Robyn: Die “Body Talk”-Reihe
Misnomer(S): “American I(s)”

Noch mehr Geschenkideen? Dann ab damit in die Kommentare!


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Shoppen, schaudern, schlau daher reden – der Blogbazar ist eröffnet

11. Dezember 2010 von Meredith
Dieser Text ist Teil 65 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Advent, Advent die Blogosphäre brennt, diese Woche hauptsächlich wegen Wikileaks und der Verhaftung von Julian Assange. Ein paar andere Dinge haben wir aber im Internet auch noch gefunden:

Wer heute in Berlin noch nichts vorhat, dem empfiehlt Missy (und ich schließe mich da als Rollerderby-Kennerin an) ein Besuch der Ersten Deutschen Roller-Derby Meisterschaft in der Arena Berlin.

Antje Schrupp gibt zwar zu, die Einzelheiten im Fall Julian Assange und die Ermittlungen wegen Vergewaltigung nicht zu kennen, liefert aber trotzdem einen besonnenen Kommentar zum Thema. Besonders erhellend finde ich ihre Sicht auf das Staatsverständnis der Schweden – und auch auf die Perspektive, wie man den Fall klären könnte.

Nicht ganz so besonnen, aber dafür mit der gewohnten Portion Wut, leonie vom Mädchenblog zu dem Fall.

Los Ladies, auf zu BMW: Der Automobilkonzern will seinen Frauenanteil in der Führungsetage in den nächsten zehn Jahren verdoppeln, berichtet diestandard. Und zwar nicht mit einer Quote, sondern mit einer Spanne. Muss man sich mit Technik auskennen, um den genauen Unterschied zu verstehen?

Wenigstens hat die EU-Kommission die menschenverachtende “Homosexualitätskontrollen” der tschechischen Einwanderungsbehörden verurteilt. Bei queernews.at gibt es dazu einen Kommentar.

Bei der glasglocke könnt ihr euch eine schöne Schreibaufgabe stellen lassen: Was bedeutet für euch feministisches Schreiben? Das zu beantworten kann niemandem schaden, die / der sich mit Feminismus beschäftigt. Die Autorin selbst zu dem Thema, klug:

Es ist schwer, überhaupt eine bestimmte Aussage über feministische Inhalte zu treffen, ohne dabei andere zu vernachlässigen. Also beschränke ich mich hier auf eine Auswahl, die mir selber sehr wichtig ist, die aber keineswegs die Bandbreite feministischer Gegenstände repräsentieren soll.

Mara Kastein fordert bei “Was ist der Streit wert” ein konstruktives Miteinander von Genderwissenschaft und Geschlechterpolitik. Mir ist ihr Aufsatz persönlich ein bisschen zu Jargon-trächtig, was zur Folge hat, dass er genau den Spagat nicht schafft, den er einfordert. Aber inhaltlich Recht hat Mara Kastein trotzdem.

Das hier gehört zwar streng genommen nicht in diese Rubrik, vorenthalten wollte ich es euch aber auch nicht: Ein Beitrag über Frauen im Fernsehen, am Beispiel von Italien. Die Autorinn_en dazu:

This project took off as a matter of urgency. It all started with the observation that women–real women–are an endangered species on television, one that is being replaced by a grotesque, vulgar and humiliating representation.

Hat zwar streng genommen auch nicht viel mit Feminismus zu tun, ist aber für Medieninteressierte ziemlich lustig: die Kaltmamsell nöhlt sich durchs SZ-Magazin (Zitat).

Ui, ui, ui, extrem gute Idee zum Schenken oder Selberkaufen: Die Blog-Bags von girls can blog. Sehen schick aus und haben auch noch ziemlich schicke Namen, nämlich die von den Lieblingskünstlerinnen der beiden Designerinnen. Und so sieht das dann aus:
Weiße und Schwarze Stofftasche mit Aufdruck BLOGS bzw. DAS DER (durchgestrichen) DIE BLOG - via girlscanblog

Das Missy-Magazin hat auch ein paar Weihnachtsgeschenkideen im Angebot: Abos und T-Shirts zum Beispiel.

Habe ich was übersehen, vergessen, nicht gelesen? Dann schreibt uns eine Mail an post(at)maedchenmannschaft.net oder postet morgen beim Selbermachsonntag!


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Ein Prosit dem Antisexismus. Wochenendbummel durch die Blogs

4. Dezember 2010 von Nicole
Dieser Text ist Teil 66 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Neben der Blog- heute auch eine kleine Filmschau: „Trans, Inter oder Queer?!“ Über die Vielfalt im Geschlechtersystem lautet der Titel eines Kurzfilms von Anja Schaub, der auch noch einmal die gerade zu Ende gegangene Ausstellung Gender Gap im Schwulen Museum, Berlin, thematisiert und viele Bilder zeigt.

Weiter mit Text: In der Woche bereits bei uns, und auch im genderblog geht’s noch mal um den Focus im Feminismusloch, ach nee, Frauen im Karriereloch.

Mademoiselle Nocturne macht sich bei Les petits plaisirs Gedanken über eine Debatte zu „ja, nein oder nur noch nicht“ und diestandard.at weist auf Cornelia Krebs’ Buch über die österreichische Flüchtlingshelferin Ute Bock hin.

antisexistische Bierdeckel, Copyright: Ka Schmitz, www.ka-comix.de

Freude bereiteten uns auch die antisexistischen Bierdeckel, die Trouble x aufgelegt hat bewirbt. Super Idee, darauf gleich mal anstoßen und dann bestellen:

Da die erste Runde der Bierdeckel zum Thema Übergriffe und Sexismus in Kneipen schnell vergriffen waren, haben wir in Absprache mit dem alten Bündnis und der Zeichner_in eine Neuauflage von 100.000 Bierdeckeln gedruckt, die ihr jetzt bei uns bestellen könnt. … Jeder Bierdeckel kostet 4 Cent. Die Mindestbestellmenge liegt bei 400 Stück. Die Bestellmenge kann in 400-Stück-Schritten von euch variiert werden.

Passend dazu auch noch der Hinweis auf die geplante Neuauflage der roten Karten gegen Sexismus, pinken Karten gegen Homophobie und der Info-Faltblätter „Was tun bei sexistischen Übergriffen“. Das avanti projekt hamburg freut sich auf Spenden und Bestellungen, um den Neudruck zu finanzieren.

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Blogschau: It’s all about the bitchy protest!

9. Oktober 2010 von Nadine

Für viel Begeisterung sorgte bereits am vergangenen Wochenende der Auftritt der Niqabitches in Paris. Nach dem Burka-Verbot in Frankreich sei das der erste subversive Protest gegen gesetzlich legitimierten antimuslimischen Rassismus, berichtet Ein Fremdwörterbuch. Den Niqabitches könnt ihr auch auf Twitter folgen.

Unsere Leserin Anna weist uns noch auf das “Islamic Fashion Festival” in Monte Carlo hin. Das Festival macht nach Kuala Lumpur und Jakarta nun das erste Mal in Europa Station, um mit Mode Stereotypen und Vorurteilen zu begegnen. Daumen hoch!

Wie bereits beim letzten Genderissimi berichtet, waren Annina, Tessa und Julia in Kairo beim Young Media Summit, das “[den] Austausch und [die] Vernetzung zwischen jungen Medienschaffenden aus der arabischen Sprachregion und Deutschland” fördern soll. Auf der Seite des Young Media Summit und bei Annina (Teil 1, 2, 3) könnt ihr die Eindrücke der Teilnehmer_innen nachlesen und erfahrt, welche Menschen hinter den jeweiligen Blogs stecken. Viel Spaß!

Das Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung stellt sich gegen Ausgrenzung und fordert Demokratie statt Integration. Fast 2500 Menschen haben die Stellungnahme bereits unterzeichnet, ihr könnt euch ebenfalls am Protest gegen (antimuslimischen) Rassismus und Xenophobie beteiligen, per Unterschrift und/oder ausgedrucktem Flyer oder Poster.

Watch Salon berichtet von der Quotendiskussion bei der CSU in Bayern. Die 40-Prozent-Quote wird nicht für alle Parteiämter gelten, so wie ursprünglich geplant. Denn besonders JU-Vizechefin Katrin Poleschner wurde nicht müde, die Rhetorik von der Quotenfrau wieder aufzukochen (sic!), nach dieser Frauen gar nicht ausreichend qualifiziert sein können und nur qua Geschlecht diese Position erreichen.

Auf L-Talk gibt es ein Interview mit Antje Wagner über lesbische Literatur. Wagner liest außerdem heute Abend bei der lesbisch-schwulen Lesenacht in Frankfurt am Main.

Das European Pro-Choice Network hat einen Offenen Brief an Antreibungsgegner_innen verfasst. Wer den Brief unterzeichnen will kann das mit einer Email an prochoicenet [ät] yahoo [punkt] com tun. (via Mädchenblog)

Termine:

Nächste Woche findet im Haus der Kulturen der Welt ein Festival über lateinamerikanische Weiblichkeit statt. “Grenzgängerinnen” will den Blick für das Erbe des Kolonialismus und exotisierende Vorstellungen von Frauen in postkolonialen Ländern schärfen und nimmt dabei auch die Darstellungen über u.a. Frida Kahlo und Evita Perón unter die Lupe.

Am 25. Oktober veranstaltet das Berliner Gender- und Technikzentrum ein Symposium zu Gender und Diversity. Expert_innen stellen den aktuellen Forschungsstand vor und Vertreter_innen aus Wirtschaft, Technik und Politik diskutieren, wie Gender- und Diversity-Konzepte ihren Weg in die Praxis finden (können).

Noch mehr Termine findet ihr hier. Dort könnt ihr auch weitere Termine und Veranstaltungen in die Kommentare posten.


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Musikerinnen packen aus

27. August 2010 von Barbara

Lady Gaga, Beth Ditto, M.I.A und natürlich Madonna – Popmusik scheint in weiblicher Hand. Doch können Frauen im Musikbusiness wirklich mitreden? Das amerikanische National Public Radio hat über 700 Musikerinnen gebeten, einen Bogen mit 18 Fragen zu ihrer Situation auszufüllen.

“a female musician needs to rely on her sexual power more heavily than she needs to rely on her musical ability – I’d say those factors are reversed for a male musician” Libbie Schrader, 30, aus New York

Das ist der Unterschied zwischen einer Musikerin und einem Musiker. Besser gesagt, es ist ein Unterschied. Die Studie “Hey Ladies. Being a Woman today”, die der öffentlich-rechtliche Hörfunk der USA, National Public Radio, gerade veröffentlicht hat, zeigt noch andere Situationen, in denen einer Musikerin bewusst wird, dass sie weiblich ist. Und vor allem dann, wenn alle um sie herum männlich sind, merkt sie oft, dass weiblich häufig gleichzusetzen ist mit benachteiligt.

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Neu im Zeitschriftenregal: outside the box

9. Februar 2010 von Helga

Titelbild der Zeitschrift outside the box - die obere Hälfte ist weiß mit der schwarzen Aufschrift: #1 dez.09 EMANZIPATION // outside the box // ZEITSCHRIFT FÜR FEMINISTISCHE GESELLSCHAFTSKRITIK - die untere Hälfte ist eine schwarz-weiß Aufnahme von hellen Ästen vor einem dunklen Waldhintergrund

Im Dezember 2009 erschien erstmals die Zeitschrift outside the box (das Editorial verrät, dass es sich dabei ursprünglich um ein Logik-Spiel handelt) und versuchte bisher als „unverrückbar geltende Denkweisen” anzugehen. Die Box um die es herumzudenken gilt, könne dabei der (klassische) Feminismus sein, der männlich dominierte Teil der Linken oder die, bis heute patriarchalisch geprägte, Gesellschaft sein. Gemäß dem Untertitel Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik soll einerseits Gesellschaftskritik um eine feministische Position ergänzt werden, andererseits Intersektionalitäten in feministische Diskussionen einließen lassen.

outside the box versteht sich entsprechend nicht als ein feministisches Spartenprodukt, sondern stellt Verknüpfungen her und übt daher inhaltlich sowie formal eine umfassende emanzipatorische Kritik.

Das Thema des ersten Heftes lautet denn auch „Emanzipation”. Dieses wird über vier verschiedene Ansätze erfasst. Zunächst geht es um die politisch-philosophischen Grundlagen: Während der Artikel „B² – Von Beauvoir zu Butler” (von Kristina Biene Holme) anhand der Werke Simone de Beauvoirs, Luce Irigarays und Judith Butlers die Geschichte feministischer Philosophie anschaulich darstellt, sind die weiteren Artikel von Andrea Trumann und Martin Dornis sehr akademisch und für Nicht-Philosoph_innen kaum zu verstehen.

Sowohl um klassische Themen des Feminismus, das (Nicht-)Sichtbarmachen von Seximus, die Aktualität der Abtreibungsdebatte und der Kampf um die sexuelle Befreiung geht es im zweiten Teil, aber auch um etwas seltener diskutierte Gesellschaftsaspekte – Emanzipation in der DDR und die rechte Frauenbewegung. Besonders das Interview mit Sarah Diehl und Kirsten Achtelik über den internationalen Kampf auf das Recht auf Abtreibung zeigt die historischen und aktuellen Entwicklungen anschaulich auf.

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Gegenfragen auf Fragen: Candelilla

8. Januar 2010 von Barbara

Seit ein paar Jahren schon gibt es die Münchner Band Candelilla. Candelilla ist eine Gruppe, die auf Deutsch und Englisch singt und schreit und keine Scheu vor dem musikalisch unbequemen Weg hat, solange es der eigene ist. Nun haben die vier Frauen die erste CD veröffentlicht, “reasonreasonreasonreason”. Sandra Hilpold (Schlagzeug) und Rita Argauer (Klavier, Gesang) haben Zeit für Fragen.

In euerm Info schreibt ihr, euer Debütalbum “reasonreasonreasonreason” mache es sich nicht bequem. Was heißt das?
Rita: Die Songs neigen nicht dazu, in ihrer Struktur den nachvollziehbarsten Weg zu nehmen. Dies ist vielleicht vergleichbar mit Fragen, die mit Gegenfragen beantwortet werden, d. h. es wird zwar eine gewisse Richtung oder Emotion suggeriert, aber ein bequemes Daraufsetzen und Zurücklehnen wird zumindest beim ersten Hören nicht oder selten geboten.

Foto der Band Candelilla

Lina Seibold, Mira Mann, Rita Argauer, Sandra Hilpold (v.l.); (c) Candelilla

Und warum habt ihr den Songs keine Titel gegeben, sondern Zahlen – deren Kombination ich nicht ganz verstanden habe?
Rita: Die Zahlen ordnen die Songs chronologisch nach ihrem Entstehen (also “1″ ist der erste Song, den wir in dieser Besetzung geschrieben haben, etc.). Auf dem Album haben wir aber eine Abfolge gewählt, die für uns am schlüssigsten und am homogensten, oder auch einfach schönsten erschien, weshalb die Zahlen, die ja in dem Fall als Titel fungieren, auf den ersten Blick wirr zusammengewürfelt erscheinen.
Die Zahlen bieten als Titel einen hohen Grad der Abstraktion, da die Semantik einer Zahl gegen Null läuft. Diese so entstandene Offenheit fanden wir wichtig, um sowohl den verschiedenen Texten als auch dem Zuhörer in der Rezeption den nötigen Freiraum zu geben.

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11 Freundinnen sollt ihr sein

5. Januar 2010 von Helga

Titelbild der ersten Ausgabe der Zeitschrift 11 Freundinnen - Kim Kulig lehnt in Jeans und T-Shirt an einer giftgrünen Wand

Ausgabe 1 - Bild über 11freunde.de/innen

„54, 74, 90, 2006” erschallte es bei der letzten Männer­fuß­ball­welt­meister­schaft aus jeder deutschen Kneipe. „03, 07, 2011” hat bisher noch keine Band gedichtet, doch die Fuß­ball­welt­meister­schaft in Deutsch­land im nächsten Jahr soll dem Sport noch­mal einen weiteren Auf­merk­sam­keits­schub verpassen. So hat auch das Magazin für Fußballkultur 11 Freun­de sein Angebot mit dem Heft 11 Freund­innen erweitert. In etwas kleinerem Format erscheint es alle drei Monate als Beileger, sowie in einer kleinen eigen­ständigen Ausgabe. Nach über­wiegend positiven Re­ak­tionen wurde das Maga­zin für Frauen­fußball mit der Ausgabe 2 auch gleich auf 50 Seiten erweitert.

Der Inhalt und die Aufmachung erinnern sehr an den großen Bruder. Keine seitenlangen Ta­bellen oder Spieler­innen­zeugnisse, sondern Aktuelles aus Deutschland und der Welt, Bilder und Geschichten aus der Fußballgeschichte und ein Interview mit Simone Laudehr. Sie wird kurioserweise gefragt, ob sie schon mal einen Heiratsantrag von einem Fan bekommen habe. Glücklicherweise ist das mit den (immerhin für Fußballer auch immer häufiger) obligatorischen Fragen zum Sexsymbolstatus nur der kleinste Teil des ansonsten lesenswerten Interviews. Der Look ist ein wenig bunter, ohne den Eindruck von rosa Lala-Wohlfühlland zu vermitteln. Wer auf Bilderstrecken der “heißesten Spielerinnen” oder ähnliches gehofft hat, liegt ebenfalls falsch. Die Bilder sind einfach schön, interessant und passend.

Kleine Dinge fallen dennoch auf: In beiden Zeitschriften gibt es „das besondere Bild” – diese Rubrik wird einmal „Magnum” genannt und einmal „Laufsteg”. In der 11 Freundinnen gibt es jeweils einen Bericht zum Thema „Gleichberechtigung – Männer im Frauenfußball”. Der vorgestellte Herr ist jedoch nicht der einzige im Heft, die einzige Frauenseite dagegen in 11 Freunde (von 130 Seiten insgesamt) ist die ganzseitige Werbung für die TV-Serie „Sex and the City”. Kritisch bleibt dabei wieder einmal die Auslagerung von Frauenthemen in einen eigenen Bereich. Die Botschaft: So schön der Frauenfußball ist, ein Teil der allgemeinen Fußball­kultur ist er nicht.


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Geschenkideen für FeministInnen

10. Dezember 2009 von der Mädchenmannschaft

Weihnachten steht vor der Tür! Und wir haben wunderbare Geschenke von und für FeministInnen gesammelt:

Einen feministischen Kalender für das neue Jahr gefällig? Hier sind zwei tolle Kalender, die euch im nächsten Jahr begleiten könnten:

Illustration des Mädchenkalenders, verschiedene Gesichter in sechs-eckigen WabenDer zum zweiten Mal erscheinende Mädchenkalender, der ins Leben gerufen wurde, um Frauen und Mädchen zum Thema Gewalt zu sensibilisieren, beinhaltet neun Statements von bekannten Frauen zum Thema “Gewaltfreie Beziehung und für ein selbst bestimmtes Leben”. Der Kalender wird ab sofort in Mädchenberatungsstellen zur Verfügung gestellt und kann direkt bei proFRAU Cover des queer-feministischen Kalenders 2010 mit Schnurrbart zum Ausschneiden(office(at)profrau.at) für nur vier Euro (inkl. Versandgebühr) bestellt werden.

Der queer feministischer Kalender für sieben Euro wird von der queerfeministischen Aktions-Gruppe RIOT SKIRTS aus Bonn herausgegeben und ist ein Schmuckstück für Ladiez of all genders.

Bücher gehen immer. Und diese hier besonders gut:

  • “Bitterfotze” von Maria Sveland: Eine Abrechnung mit einer pseudo-emanzipierten Gesellschaft, in der die Durchschnittsfrau mit Kind, Mann und Job immer noch die Krise kriegt.
  • “Bodies” von Susie Orbach: Ein grundlegendes Buch über unsere Vorstellung von Schönheit und Perfektion.
  • Mehr Buchempfehlungen findet ihr in unserer feministischen Bibliothek.

Oder wie wäre es damit: einem Jahresabo des Missy Magazines? Kann man sich selbst oder auch anderen schenken. Genauso wie ein Abo der österreichischen Kolleginnen von fiber. werkstoff für feminismus und popkultur.

Ganz besondere Geschenkideen bietet Oxfam Unverpackt an: Dort könnt Ihr Schulbildung für ein Mädchen, eine sichere Geburt, Kondome oder eine Ziege verschenken – all diese Sachen (und noch viele mehr!) werden im Namen des/der Beschenkten gespendet.

Für die beste Freundin, die sich im Club nicht deshalb am DJ-Pult rumtreibt, weil sie mit dem DJ knutschen will, sondern weil sie wissen will, wie das geht mit dem Plattendrehen: ein DJ-Kurs für Mädchen und Frauen von Rubinia DJ:

rubinia_dj_gutschein

Zum adventlichen Preis von 8 EUR inkl. Versand in Deutschland könnt ihr eine wunderbare Angela Davis Tasche (Very Limited Edition!!) bei uns erwerben und diese mit einer Menge Schokolade&Co füllen.

Helle Stoffumhängetasche mit schwarzem Aufdruck von Angela Davis

Auf Portalen wie Etsy.com lassen sich hervorragend selbstgemachte Feministinnen-Sachen shoppen. Zum Beispiel: “Don’t call me sweetie”-Armreif, ”Not all bad girls wear black”-Buttons, ”Vegan Feminist Bitch”-Beutel.

Don't call me Sweetie - durchsichtiger Armreif Pinker Button: Not all bad girls war black Schwarze Umhängetasche mit verschnörkelter rosa Schrift: Vegan Feminist Bitch

Und noch etwas für auf die Ohren: Neue CDs gibt es von Charlotte Gainsbourg, Martha Wainwright und Emily Jane White.

Charlotte Gainsbourg - IRMMartha Wainwright's Piaf Record Emily Jane White - Victorian America

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