Einträge der Rubrik ‘Geschmacklosigkeiten aktuell’


Strauss-Kahn revisited

7. Mai 2012 von Nadia

Dominique Strauss-KahnEs gibt mal wieder neue Vergewaltigungsvorwürfe gegen Ex-IWF-Chef und Ex-Fast-Prä­si­dentsschafts­kan­di­da­ten Dominique Strauss-Kahn. Ein ehemaliges Zimmer­mädchen hat ein Buch über ihren Job (“Total bedient”) geschrieben. “Im Hotel zeigt sich die häss­liche Fratze der Männ­lichkeit, und in der ge­ho­be­nen Ho­telle­rie zeigt sie sich mit Ab­stand am deut­lichsten”, heißt es da unter anderem. Tja.

Doch zunächst mal zu den neuesten DSK-Ent­wick­lungen: Das mut­maß­liche Opfer Strauss-Kahns berichtet, dass sie Ende 2010 auf einer Washington-Reise mit DSK und Be­gleitern ver­ge­wal­tigt wurde, und zwar ge­mein­schaft­lich von Strauss-Kahn und dem Unternehmer Roquet. Eingebettet ist der ganze Vorfall in einen größeren Pro­stitutions- und Betrugs­skandal, in den neben DSK unter anderem auch der ehemalige Liller Polizei­chef Jean-Christophe Lagarde und der Besitzer sowie der Manager des Carlton Hotels verwickelt sein sollen. Soweit.

Die hässliche Fratze der Männlichkeit. Und jetzt könnte ich eine Korrelation zwischen dem ganzen Bohei um Strauss-Kahn und dem Buch von Anna K. andeuten. Selbstverständlich. (“Und wie passt es zusammen, dass die gleichen Männer, die uns morgens übersehen, uns abends, wenn wir noch mal die Vorhänge glatt ziehen, unvermittelt zum Sex auffordern? Glauben sie wirklich, dass von ihnen, weil sie in einem Zimmer übernachten, das für uns unerschwinglich teuer ist, ein unwiderstehlicher Reiz ausgeht?”) Oder etwa nicht? Im Spiegel wurde ein höchst interessantes Interview mit Edward Epstein über DSK abgedruckt, dem “Autor eines neues Enthüllungsbuchs über die Sex-Affäre” (keine Pointe), das durch sehr befremdliche Aussagen besticht.

“Strauss-Kahn ignorierte die Risiken seines wilden Privatlebens”, “Es ist in der Tat verblüffend, dass sie dies getan hat”, (Anm.: Epstein über die Hotelangestellte Diallo und ihre Anzeige gegen Strauss-Kahn), “Strauss-Kahn hat sich benommen wie ein “Master of the Universe”, der nicht erwischt werden kann und unverwundbar ist.” Im letzten Absatz wird DSK nochmal als lebenslustiger, cleverer und charmanter Weltenbummler beschrieben, der wohl im Alleingang spitzenmäßige Ideen im Kampf gegen die Euro-Krise aus dem Ärmel geschüttelt hätte, aber n-e-i-n, er wurde ja durch eine große politische Verschwörung daran geh-i-n-d-e-r-t. (weiterlesen …)


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Hauptsache Anti Anti – die Blogschau

5. Mai 2012 von Verena
Dieser Text ist Teil 156 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Eine Nachlese zur Verschenkaktion ihres Buches hält Cronenburg und stellt fest, dass die Diskussion um Urheberrechte in dem Zusammenhang lebhaft, aber sachlich geführt wurde.

Babykram und Kinderkacke kotzt sich übers Betreuungsgeld aus. Nicht zum ersten Mal, aber manchmal hält die Übelkeit eben an. Und Achtung: Satire!

Das feministische Magazin an.schläge berichtet im Mai unter anderem über Intersexualität, Playboy-Fantasien und Louise Bourgeois.

Auf ryuus hort findet ihr einen Beitrag zu Femininität und Bisexualität in der Gothic-Szene.

Bei CDU-Watch hat mensch wahrscheinlich täglich etwas zu Lachen. Zuletzt über die Aussage des CDU-Stadtrates in Plauen, Dieter Blechschmidt, Schwule und Lesben könnten nichts für ihre Krankheit.

Kai ist jetzt auch mit dabei zählt seine ihre persönlichen Höhepunkte des Films “Miss Representation” auf, der die misogynistische Darstellung von Frauen in Medien thematisiert und welche Konsequenzen dies für die Gesellschaft hat.

Afrika Wissenschaft ärgert sich über das hashtag “firstworldproblems” und klärt über den”first world”-Begriff auf.

Mitgemacht werden kann auch beim Kreativwettbewerb von Terre de Femmes. Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahre sind aufgerufen, mit der eigenen kreativen Superheldin gegen Zwangsheirat aktiv zu werden. Einsendeschluss ist der 30. Juni.

Ein Klick auf das Blog Ich hab nicht angezeigt lohnt sich. Hier geht es um von sexualisierter Gewalt Betroffene, die keine Anzeige erstattet haben.

Back to the Basics: Grundsätzliche Gedanken zum Feminismus macht sich Johannas Blog.

Pin Up Kunst für Queers gibt es bei off the rocket.

Andreas Kemper verlinkt zum pdf einer Analyse von Anfang des Jahres, die den Androzentrismus bei Wikipedia dokumentiert.

andersdeutsch ist irritiert, dass die Deutsche Welle über die “Best Social Activism Campaign” als Antwort auf die Verhaftung der syrischen Bloggerin Razan Ghazzawi im Dezember 2011 berichtet, ohne zu erwähnen, dass Ghazzawi erneut inhaftiert wurde.

Am 6. Mai ist Internationaler Anti-Diät Tag. Bereits Ende April traf sich die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung zur Tagung. ARGE Dicke Weiber berichtet.

Infos zum Internationalen Anti-Diät Tag findet ihr auch unter unseren Terminen: (weiterlesen …)


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Kann Dieter Blechschmidt was dafür, dass er so saudoof ist?

30. April 2012 von Nadia

Mit einem Facebook-Comment hat Dieter Blechschmidt, CDU-Ratsitzender aus Plauen, der Welt gezeigt, wo bei ihm der Hammer hängt, und zwar irgendwo im Hinterwald seines Denkapparates. Blechschmidt ist nämlich im Selbstverständnis Religionswissenschaftler oder sogar Psychologe, zumindest aber Grandmaster aller Bibel-Kenner. Und die Welt lässt er natürlich teilhaben an seinen “Erkenntnissen”. Also, nochmal in voller Länge für Euch:

“die bibel ist in ihrem kern sogar bis zu 5000 jahre alt und war immer in ihren aussagen topaktuell. die zeiten ändern sich aber grundlegende richtlinien für das menschliche zusammenleben ändern sich genausowenig wie naturgesetze. wenn die bibel seit 5000 jahren eindrücklich vor homosexualität warnt dann ist das auch heute noch gültig, selbst wenn einige politsch korrekte politiker das anders sehen. bitte nicht falsch verstehen – natürlich können schwule und leseben zunächst mal nichts für ihre krankheit und niemand darf sie dafür verurteilen, doch eine krankheit sollte nicht zur gesellschaftlichen normalität erhoben werden, sondern den betroffenen sollte hilfe angeboten werden …”

Rückmeldung aus dem Vogtland gibt es nun bereits, und zwar vom Kreisvorsitzenden Sören Voigt der dort ansässigen CDU:

„Die Meinung von Dieter Blechschmidt ist in keinster Weise Auffassung der CDU-Vogtland. Bei seinen Äußerungen handelt es sich um eine Einzelmeinung von ihm. Diese steht jedem zu, ist aber nicht Allgemeingültig. In unserer modernen und offenen Gesellschaft gehört Homosexualität genauso zum Lebensverständnis, wie andere Religionen, die wir akzeptieren und tolerieren. Niemand soll, wegen seiner Meinung oder Orientierung ausgeschlossen werden. Dies ist auch und gerade eine Freiheit, die wir uns 1990 errungen haben. Ein Bezug zur christlich-abendländischen Geschichte und der Bibel ist in diesem Zusammenhang abwegig. Gerade wir Christen und Christdemokraten wollen offen und vorbehaltlos anderen gegenübertreten. Dies ist die wahre Berufung aus der Heiligen Schrift.”

Angemessen bis dass der Kragen platzt (hust), ja, so kann´s laufen! Einzelmeinung, darf jeder haben, wir sehen das aber eigentlich so-und-so, und die wahre Berufung aus der Heiligen Schrift ist nämlich das-und-das. Gruselig. Vielleicht können ja mal ein paar Rückmeldungen verschickt werden – die Mailadresse von Herrn Blechschmidt habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, jedoch die von Herrn Voigt: info@soeren-voigt.de.

Nachtrag: Danke! DieTilde hat die E-Mailadresse von Herrn Blechschmidt gefunden: blechschmidt.dieter@kt.vogtlandkreis.de


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Sportlerin Friedrich und die mediale Rezeption sexueller Belästigung

24. April 2012 von Nadia

Seit einigen Tagen wird Ariane Friedrichs Umgang mit einem Fall sexueller Belästigung im Social Web heftig diskutiert. Mehr noch: Friedrich wird von einigen Medien zur “Täterin” stilisiert. Sie hatte auf Ihrer Facebook-Seite ein Posting veröffentlicht, in dem sie einen User, der sie via Nachricht (inkl. Bilddatei) derb belästigt hatte, mit Namen und Wohnort nennt. Sie sei es leid, ständig solche Vorfälle zu erleben und dann darüber zu schweigen, und sie habe mit dieser Aktion beschlossen, sich zu wehren: “Es ist Zeit zu handeln, es ist Zeit, mich zu wehren. Und das tue ich. Nicht mehr und nicht weniger.” Eine kleine Medienrezeption zeigt allerdings, wo wir im Umgang mit sexueller Belästigung von Frauen stehen.

Die Diskussion ist erhitzt: Neben der Problematik, dass der betreffende User mit seinem Namen nicht der Einzige in seiner Region ist, wird der “Pranger-Effekt” angemäkelt. Interessant ist, wie in manchen Berichten aber auch gefordert wird, Frauen sollten die Situation mit dem Belästiger doch bitte erstmal selbst “aufklären” – heißt: Zum Beispiel in Kommunikation mit ihm treten. (weiterlesen …)


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Scheiß auf Diäten (und auf heuchlerische Firmen)

10. April 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 46 von 48 der Serie Meine Meinung

Der Brüller! Als ich diesen Werbespot das erste Mal sah, dachte ich, dass dieses satirisch erstklassige Werk die perfekte Parodie auf diese dumm-dreisten Diätwerbungen sei, die ich ertragen muss, sobald ich mein Fernsehgerät anschalte.

Weit gefehlt. Du Darfst meint es ernst. Denn - haltet euch fest – Du Darfst positioniert sich mit ihrer neuen Kampagne „F*** the Diet“ (zu deutsch: „Scheiß auf Diäten“) gegen den Diätenwahn und stellt ganz schockiert fest:

Wir haben mit Frauen in Deutschland über ihre Diäterfahrungen gesprochen. Hättet ihr gedacht, dass rund 80 % der deutschen Frauen Diäten viel zu kompliziert und absolut nicht alltagstauglich finden?

Eine Diät ist nicht alltagstauglich? Waaas?! Kalorien zählen, schlechtes Gewissen haben, überteuerte Diätprodukte kaufen, das Kleid eine Nummer kleiner bestellen („da werde ich bald reinpassen!“), dumme Sprüche von anderen Diätwütigen ertragen… verdammt noch mal, ja, das nervt ganz schön im Alltag. Bis dato dachte ich, dass Du Darfst mit Diätenquatsch ihr Geld verdient, aber weit gefehlt, denn nun präsentiert sich die Marke im neuen Kleid: Diätprodukte einfach mit gute-Laune-Bildern und eigentlich lobenswerten Anti-Diät-Botschaften verpacken, dann wird’s schon gekauft. Getreu dem Motto: Mit Feminismus Light die Kasse klingeln lassen. Bewaffnet mit Gouda unter 10% Fettanteil und Halbfettmargerine tönt die Firma weiter:

Wir wissen, dass die Gedanken bei vielen Frauen häufig um Kalorien und Gewicht kreisen – richtig glücklich macht das nicht! Das kennt ihr doch sicherlich auch? Und deshalb möchte Du darfst sich gegen den Diätenwahn stark machen.

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Offline-Feminismus, Dickenfeindlichkeit und männliche Dominanz bei Twitter – die Blogschau

18. März 2012 von Nadia
Dieser Text ist Teil 149 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Sind weite Teile des zeitgenössischen Feminismus heute eigentlich primär Online-Phänomene? Und wie können Leute, die offline sind, Zugang zum Thema erhalten? Fragen über Fragen, in einem schönen Text von Kai mit dabei.

Eindrucksvoll zum Thema “Pro Frauenquote”, in Bezug auf den Journalismus: “Wie der Brief das Schweigen bricht” von Carolin Wiedemann.

Paternalistische Argumentation bei der geschäftlichen Rechtlosigkeit von Prostituierten, eine Kurzzusammenfassung der Berner Situation bei Sina.

Nele TablersLesbisch zwischen Misthaufen, Leichen und Netzfeminismus ist nun als eBook erhältlich.

Für Inklusion und Barrierefreiheit, gegen Stigma:  Auf Mein Augenschmaus gibt`s dazu Tacheles.

Die Diskussion um die Quote – oder eine Diskussion um Elite-Quote? Über soziale Ungerechtigkeit und prekäre Bechäftigungssituationen schreibt der Soziologie-Blog.

Auf Arge dicke Weiber wird ordentlich auf die Dickenfeindlickeit bei Ulla Popken geschimpft, und zwar mit Recht.

Popender, oder: Das passiert, wenn mensch Postgender nicht versteht – über die Genderkompetenz der Piraten.

Datenwerk liefert Vorschläge zur Überwindung der männlichen Dominanz bei Twitter.

Das Mädchenblog liefert die Kurzvorschau auf das neue “Wir Frauen”, praktischerweise inklusive Link zur Online-Version.

Wie ein Beitrag über “Apps für die Frau” schnell zum Klogriff werden kann, darüber spricht Sideglance.

Nicht schön: Der Pottblog berichtet über das homophobe Plakat auf der Südtribüne beim Spiel Borussia Dortmund vs. Werder Bremen.

Lisa schreibt über Lesben in den 1920er Jahren.

Stimmen der Roma geben Hinweise zu den Veranstaltungen des Debattenprogramms, und zwar hier.

No Retreat, no surrender – Bühnenwatch kämpft weiter gegen Blackface: Hier wird der aktuelle Stand der Diskussion mit dem Deutschen Theater zusammengefasst.

Und ein Veranstaltungshinweis: Die FrauenSommerUniversität 2012 findet vom 19. bis 22. September 2012 in Wien statt.
Ideen können bis spätestens 03. Juni 2012 am besten per E-Mail an fsu.wien@gmail.com gesendet werden.


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Leih’ dir ne Hete!

13. März 2012 von Nadine

In Bibliotheken gibt es für gewöhnlich Bücher, CDs, DVDs und andere Medien zum Verleih. Menschen gehen für gewöhnlich in Bibliotheken, um sich Wissen anzueignen und konsumieren dafür Medien. Normalerweise. Seit geraumer Zeit gibt es das Konzept der “living library”, das heißt, Menschen können sich andere Menschen “ausleihen”, die als Expert_innen fungieren und der ausleihenden Person Wissen vermitteln. Mit nach Hause nehmen darf mensch die “lebenden Bücher” zum Glück noch nicht, allerdings ist der Objektivierungscharakter so oder so gesehen fragwürdig.

Ein neues Projekt, “die lebendige Bibliothek” in Berlin setzt allerdings noch einen drauf: Dort kann mensch sich ganz säuberlich nach “Diversity”-Aspekten sortiert Muslima, Behinderte, Transsexuelle, Obdachlose usw. ausleihen und sie mit eigenen Vorurteilen und Stereotypen nerven. Unterstützt und gefördert wird das Projekt aus Fördermitteln des Bundes. Da lacht das Herz.

Mal wieder ein typischer Fall: Gut gemeint, schlecht in der Umsetzung. Grundsätzlich soll es darum gehen, Vorurteile abzubauen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, mit denen eine_r sonst aus Gründen nicht ins Gespräch kommt. Ja, welche Gründe eigentlich?! Wäre nicht das interessant zu erfahren? Warum also müssen sich jene den bohrenden Fragen der “Toleranzgesellschaft” stellen, die sowieso täglich mit Ausgrenzung, Diskriminierung und blöden Sprüchen konfrontiert sind? Sind wir im Zoo? Was werden denn da für Bilder über Menschen und deren Lebenssituationen konstruiert? Sind Transsexuelle, Muslima, Obdachlose nur diese Labels? Welche Kriterien müssen sie erfüllen, damit sie als Expert_innen für ihr Label gelten? Essenzialismus pur, Differenzkarneval für Anfänger_innen. (weiterlesen …)


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Sexismus, Rassismus – von allem zu viel: Die Blogschau

3. März 2012 von Verena
Dieser Text ist Teil 147 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Ohne Axe hätten FeministInnen nur halb so viel zu tun. Bezugsgruppe Beckham kommentiert die jüngste Kampagne der Deo-Stinker. Und die jüngste H&M-Unterwäschenkampagne kriegt auch einen geklebt.

Sexistische Kackscheisse passiert natürlich nicht nur in der Werbung, auch die Comics sind prädestiniert, weibliche Körper in einer Art und Weise darzustellen, die nicht nur Anatomie-Experten kotzen lässt. Die Eschergirls kotzen mit.

Den Unternehmerinnen und KünstlerInnen des Berliner Sigmaringer 1-Zentrums droht die Räumung. Am 8. März wird über den Kauf des Gebäudes entschieden. Im Blog gibt es alle Infos, warum der Erhalt des Zentrums dringend notwendig ist.

Wolkenkuckucksblog macht sich anhand dieses Beitrags auf Social Images Gedanken über die mangelnde Diversität sogenannter Mamablogs

Das Ende des Sex äußert sich zur Stellungsnahme des deutschen Ethikrates zur Intersexualität und bemängelt nicht nur die bedenkenswerte medizinische Terminologie, mit der Intersexualität noch immer als Krankheit stigmatisiert wird sondern auch die Laxheit im Umgang mit dem medizinischen Forschungsstand an sich.

Über ihre geschlechtsangleichende Operation berichtet Michaela Werner in ihrem Blog – inklusive Blick vom Krankenhausbett aus und Podcast.

Richtig miesen Rassismus hat High On Clichés gefunden: Der Jahreskalender der Deutschen Polizeigewerkschaft greift mit grotesk überzeichneten Stereotypen von Schwarzen und Migrant_innen völlig daneben. Aber Rassismus? Nah!

Auch Afrika Wissenschaft ärgert sich über rassistische Stereotype, gefunden in der Modefotostrecke des aktuellen Missy Magazines. Die haben mittlerweile auch schon drauf reagiert.

Das Missy Magazine dagegen freut sich über ihren März-Blogger: Hans-Georg Nelles vom Väter-Blog, passend zur aktuellen Ausgabe, in der der Feminismus mit Eiern näher begutachtet wird.

“Hate Crime vs. Hate speech?”, fragt Karnele und berichtet über die Anklage dreier Lesben in den USA, die einen Schwulen zusammen geschlagen haben sollen – nicht aus Schwulenfeindlichkeit sondern als Reaktion auf dessen rassistische Beschimpfungen.

Queernews berichtet über die Entscheidung des philippinischen Supreme Court, die Homosexualität eines Richters nicht als unmoralisch zu werten.

Die Aktion, mit der mehr 350 Journalistinnen vergangene Woche eine Quote von 30 Prozent Frauenanteil in redaktionellen Führungspositionen gefordert haben, habt ihr wahrscheinlich mitbekommen. Antje Schrupp hat den Aufruf nicht unterzeichnet. Warum und was sie stattdessen tut, erklärt sie in ihrem Blog.

Eine neue Folge von previously ist da: der Radiosendung, die TV-Serien auf ihren Umgang mit Sexismus, Rassismus etc untersucht. Die früheren Folgen + Transkripte findet ihr ebenfalls jeweils auf der Startseite.


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E WIE EKELHAFT: Gewaltverherrlichender Werbeclip

2. März 2012 von Nadia

Was sich die Werbetreibenden der E.on-Tochter E WIE EINFACH wohl gedacht haben? Mit einem absolut gewaltverherrlichenden, sexistischen und abartigen Clip (Triggerwarnung – hier zu beschlechtachten) buhlen Sie um die Gunst der Stromkunden; untermauert werden soll damit “die Haltung des Konzerns” (aha?). Entwickelt und umgesetzt wurde die Kampagne von der Hamburger Agentur HEIMAT unter der Leitung der Kreativdirektorinnen Jo Marie Farwick, Nicole Holzenkamp und Nina-Sophie Scheller, wie es die Pressemeldung verlauten lässt. Geworben wird mit dem Motto “Machen statt quatschen, Lösungen finden statt die Dinge kompliziert zu machen”.

Also, statt quatschen:  Direkt eine Beschwerdemail an presse@e-wie-einfach.de schicken. Im O-Ton kann man sich da ruhig folgendem Kommentar bei YouTube anschließen:

“Das ist einfach nur widerlich und sexisitsch (sic!). Gewalt gegen Frauen als Werbegag, Frauen bewusstlos prügeln, während häusliche Gewalt weltweit bitterer Alltag ist? An Perfidität kaum zu überbieten.”

Update (18 Uhr): E WIE EINFACH schrieb gerade folgendes auf ihrer Facebook Seite:

Wir haben die Wirkung, die unser TV Spot “Einschlafen” erzielt hat, scheinbar grundlegend falsch eingeschätzt. Es war nie unsere Absicht, mit dem Film die Gefühle der Zuschauer zu verletzen oder gar frauenfeindlich zu wirken. Wir nehmen eure Kritik ernst und nehmen den Spot umgehend aus den Medien. Euer E WIE EINFACH Team 


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Männliche Vergewaltigungsopfer? Dänemark diskutiert

24. Februar 2012 von Verschiedenen
Dieser Text ist Teil 25 von 26 der Serie Der Kommentar

Verena Haßler ist vor eineinhalb Jahren nach Dänemark gezogen, wo sie für ihr Studium bevorzugt europäische Fragestellungen aus der Genderperspektive heraus analysiert. Im Moment schreibt sie an ihrer Masterarbeit über Intersektionalität in der Kommunalpolitik im deutsch-dänischen Vergleich. Sie freut sich, dass in ihrer Wahlheimat feministische Diskurse eine vergleichsweise breite Öffentlichkeit mit einschließen, beobachtet aber mit Sorge, wie das ehemalige Vorreiterland gleichstellungspolitisch immer mehr den Anschluss an seine skandinavischen Nachbarn verliert. In ihrer Freizeit trainiert sie Taekwondo und arbeitet ehrenamtlich für das Frauenmuseum in Aarhus.

[Triggerwarnung] Ein sexualisierter Übergriff in der dänischen Version der Reality-TV-Show “Paradise Hotel” (Staffel 8, Folge 9) hat in der letzten Woche zu heftigen Diskussionen in den dänischen Online-Medien geführt. Paradise Hotel ist ein Reality-TV-Format, das ursprünglich aus den USQ stammt und gezielt auf die Überschreitung sexueller Grenzen setzt. Eine Gruppe von Single-Frauen und –Männern konkurriert darum, bis zum Ende der Show in einem Luxus-Hotel in südlichen Gefilden bleiben zu dürfen. Unter anderem werden die teilnehmenden Männer und Frauen jede Woche zu Pärchen zusammengesetzt, die dann ein Hotelzimmer teilen müssen.

In der besagten Ausstrahlung sieht man, wie Show-Teilnehmer Julian betrunken auf einer Bank einschläft. Dort entdecken ihn zwei andere Teilnehmerinnen, die sich ihm mit den Worten “Sollen wir ihn vergewaltigen?” nähern. Eine der jungen Frauen setzt sich rittlings auf ihn, während die andere versucht ihn zu küssen und schließlich seine Genitalien berührt. Im weiteren Verlauf öffnet Julian schließlich die Augen und schläft nach einem kurzen Gespräch mit einer der Frauen zusammen mit ihr ein.

Der Programmdirektor von TV3 erklärte, die Szene sei senderintern diskutiert worden. “Vergewaltigung” sei ein heftiger Begriff, man sei sich jedoch einig gewesen, dass es sich in diesem Fall bloß um einen Begriff aus dem “Mädchenjargon” der Teilnehmerinnen gehandelt habe, die ja mehrmals darüber gesprochen hätten, dass sie sich gerne “auf die Jungs stürzen” wollen. Eine fragwürdige Begründung, wenn man mich fragt, fast so verharmlosend wie die Aussage eines anderen Debattenteilnehmers, wonach angeblich alle Männer gern von zwei hübschen Mädels “vergewaltigt” werden wollen, und wonach man eben akzeptieren müsse, dass es Unterschiede zwischen den Geschlechtern und deren Rolle im sexuellen Zusammenspiel gäbe.

(weiterlesen …)


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