Strauss-Kahn revisited
7. Mai 2012 von Nadia
Es gibt mal wieder neue Vergewaltigungsvorwürfe gegen Ex-IWF-Chef und Ex-Fast-Präsidentsschaftskandidaten Dominique Strauss-Kahn. Ein ehemaliges Zimmermädchen hat ein Buch über ihren Job (“Total bedient”) geschrieben. “Im Hotel zeigt sich die hässliche Fratze der Männlichkeit, und in der gehobenen Hotellerie zeigt sie sich mit Abstand am deutlichsten”, heißt es da unter anderem. Tja.
Doch zunächst mal zu den neuesten DSK-Entwicklungen: Das mutmaßliche Opfer Strauss-Kahns berichtet, dass sie Ende 2010 auf einer Washington-Reise mit DSK und Begleitern vergewaltigt wurde, und zwar gemeinschaftlich von Strauss-Kahn und dem Unternehmer Roquet. Eingebettet ist der ganze Vorfall in einen größeren Prostitutions- und Betrugsskandal, in den neben DSK unter anderem auch der ehemalige Liller Polizeichef Jean-Christophe Lagarde und der Besitzer sowie der Manager des Carlton Hotels verwickelt sein sollen. Soweit.
Die hässliche Fratze der Männlichkeit. Und jetzt könnte ich eine Korrelation zwischen dem ganzen Bohei um Strauss-Kahn und dem Buch von Anna K. andeuten. Selbstverständlich. (“Und wie passt es zusammen, dass die gleichen Männer, die uns morgens übersehen, uns abends, wenn wir noch mal die Vorhänge glatt ziehen, unvermittelt zum Sex auffordern? Glauben sie wirklich, dass von ihnen, weil sie in einem Zimmer übernachten, das für uns unerschwinglich teuer ist, ein unwiderstehlicher Reiz ausgeht?”) Oder etwa nicht? Im Spiegel wurde ein höchst interessantes Interview mit Edward Epstein über DSK abgedruckt, dem “Autor eines neues Enthüllungsbuchs über die Sex-Affäre” (keine Pointe), das durch sehr befremdliche Aussagen besticht.
“Strauss-Kahn ignorierte die Risiken seines wilden Privatlebens”, “Es ist in der Tat verblüffend, dass sie dies getan hat”, (Anm.: Epstein über die Hotelangestellte Diallo und ihre Anzeige gegen Strauss-Kahn), “Strauss-Kahn hat sich benommen wie ein “Master of the Universe”, der nicht erwischt werden kann und unverwundbar ist.” Im letzten Absatz wird DSK nochmal als lebenslustiger, cleverer und charmanter Weltenbummler beschrieben, der wohl im Alleingang spitzenmäßige Ideen im Kampf gegen die Euro-Krise aus dem Ärmel geschüttelt hätte, aber n-e-i-n, er wurde ja durch eine große politische Verschwörung daran geh-i-n-d-e-r-t. (weiterlesen …)
Facebook | | 







