Einträge der Rubrik ‘1a-Schnecken’


Von einer Fischerin, einer Biochemikerin und italienischen Widerstandskämpferinnen

1. September 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 74 von 74 der Serie Kurz notiert

Wenn Frau ihrem Ärger Luft macht, läuft das natürlich direkt wieder unter „Bitch-Tirade”. Spiegel Online verwendet tatsächlich eine Handvoll Absätze über Drew Barrymores „Ausraster” gegenüber einer Journalistin, von der sie nervtötend hartnäckig zu ihrer Drogenvergangenheit befragt worden war.

Eine ungewöhnliche 16-Jährige stellt The Independent vor: Madeleine Kulab ist die einzige Fischerin im Gaza-Streifen. Weil ihr Vater nicht mehr arbeiten kann und ihre Mutter zu wenig Geld verdient, wirft sie nun jeden Abend mit ihren jüngeren Geschwistern die Netze aus und holt sie morgens wieder ein.

Was ist feministische Wissenschaftskritik und welche Rolle spielt Feminismus in der Wissenschaft? Diesen Fragen geht science.OFR.at im Interview mit der Biochemikerin Margarete Mauer nach.

Akimbo hält eine Checkliste bereit, was jede_r Einzelne machen kann, um sicherzustellen, dass die Rechte von Transgendern geachtetet werden. Ganz oben mit dabei: Bewußt darauf zu achten, dass die eigenen Netzwerke, Organisationen etc. nicht diskriminieren.

„Frauenschikane“ oder berechtige journalistische Recherchen – darüber wird in Dänemark angesichts von Vorwürfen gegen zwei hochrangige Politikerinnen debattiert. Vielleicht ja auch beides …

Im Juli ernannte der malayische Premierminister Najib Razak die beiden ersten Syariah-Richterinnen. Da das Syariah-Recht auf der Scharia beruht und vor allem familiäre Angelegenheiten wie Scheidungen und Erbe regelt, erhofften sich viele Frauen ein Ende der bisher häufig unfairen und langsamen Urteile. Doch erstmal will nun ein Kommittee von 20 Syariah-Richtern entscheiden, welche Fälle ihre Kolleginnen überhaupt bearbeiten dürfen, so altmuslimah.

In der Türkei ist das erste kurdische schwul-lesbische Magazin erschienen, berichtet queer.de Die anonymen Herausgeber_innen wollen damit die Meinung von Konservativen widerlegen, unter Kurd_innen gäbe es keine Homosexuellen.

Doku-Tipp: Bandite.

The documentary Bandite gives back to the history of the Italian Resistance, the women support at the liberation fight as expression of parity and equality between gender, a crucial moment in which the women exit from their historical role of mothers, housewife and wife and assume thatone of criminal, clandestine, partisan.


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Samstagabendbeat mit Beyond Pink

28. August 2010 von Magda

Die schwedischen Grrrls von Beyond Pink bringen eine deftige Portion Punk mit:

Beyond Pink sind zu Hause beim Label Emancypunx, welches eine Reihe an feministischen Riot Grrrl und Hardcore Frauen-Punkbands unter Vertrag hat. Wer die Mädels live erleben will, kommt am nächsten Samstag, den 4. September, in die Köpi nach Berlin.


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Gekommen, um zu bloggen

28. August 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 73 von 73 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Einen kritischen Blick auf die Errungenschaft Pille werfen Bettina Enzenhofer und Irmi Wutscher in an.schläge, hier über linksnet verlinkt.

Beim Missy Magazine gibt es seit der aktuellen Ausgabe eine neue Rubrik: Inspiriert von der New Yorker Künstlerin Miranda July, sind die LeserInnen aufgefordert in “Bake a Cake, Build a Bomb”, selber aktiv kreativ zu werden und vielleicht einen der tollen Preise zu gewinnen.  Worum es dieses Mal geht, lest ihr hier.

Außerdem bloggt diesen Monat Modebloggerin Mary Scherpe von StilinBerlin bei Missy. Dabei wird  nicht nur Fashion bebildert sondern auch leckere Sachen, mit denen das Outfit bekleckert werden kann.

So sieht "Sonntags" bei Missy-Gastbloggerin Mary Scherpe aus

Girls can blog weist auf die Online Petition der Reporter ohne Grenzen zur Freilassung der iranischen Bloggerin Shiva Nazar Ahari hin.

Bloggen Frauen anders? Dieser mittlerweile häufiger kursierenden Frage geht Antje Schrupp mal von einer anderen Seite auf den Grund. Anders als wer?

Im Heimathafen Neukölln stehen am Donnerstag, 3. September, prügelnde und boxende Mädchen im Mittelpunkt des Theaterstücks “Sisters” und der anschließenden Podiumsdiskussion – mit Mädchen-Boxen und Mädchen-Rap.

Auch am Donnerstag, dem 3. September, rocken unter anderem Frau Kraushaar und DJ Patex das Ladyfest in Darmstadt. Unter dem Motto “Pretty Girls Play Faves” darf im Weststadtcafé gefeiert werden. 

Und vor den Terminen noch ein Blogtipp: Sie kam und blieb - unter dem Namen bloggt seit einigen Wochen ein feministisches Kollektiv aus Bern über die linke, feministische und queere Szene. Einfach mal vorbei gucken.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Musikerinnen packen aus

27. August 2010 von Barbara

Lady Gaga, Beth Ditto, M.I.A und natürlich Madonna – Popmusik scheint in weiblicher Hand. Doch können Frauen im Musikbusiness wirklich mitreden? Das amerikanische National Public Radio hat über 700 Musikerinnen gebeten, einen Bogen mit 18 Fragen zu ihrer Situation auszufüllen.

“a female musician needs to rely on her sexual power more heavily than she needs to rely on her musical ability – I’d say those factors are reversed for a male musician” Libbie Schrader, 30, aus New York

Das ist der Unterschied zwischen einer Musikerin und einem Musiker. Besser gesagt, es ist ein Unterschied. Die Studie “Hey Ladies. Being a Woman today”, die der öffentlich-rechtliche Hörfunk der USA, National Public Radio, gerade veröffentlicht hat, zeigt noch andere Situationen, in denen einer Musikerin bewusst wird, dass sie weiblich ist. Und vor allem dann, wenn alle um sie herum männlich sind, merkt sie oft, dass weiblich häufig gleichzusetzen ist mit benachteiligt.

(weiterlesen…)


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Nicht nur Islamist_innen in Pakistan

26. August 2010 von Helga

Über die Gründe der anfänglichen Spendenzurückhaltung gegenüber Pakistan ist viel spekuliert worden – immer wieder werden dabei eine Reihe an Vorurteilen genannt. Leider kommen gerade gute Nachrichten selten in unserer Presse an. So hat es ein Jahr gedauert, bis die NZZ über die Gleichstellung von Transgendern in Pakistan und Indien berichtet. In beiden Ländern ist es inzwischen möglich, im Pass und bei Behördengängen neben „weiblich” oder „männlich” auch „other” bzw. „eunuch” (eine Bezeichnung aus der britischen Kolonialherrschaft, Kastration wurde tatsächlich bereits im 17. Jahrhundert verboten) anzukreuzen.

Die Nachricht aus in Indien schaffte es noch bis zu CNN (wir berichteten), darüberhinaus hielt sich das Medieninteresse aber in Grenzen. Betroffen sind in beiden Ländern vor allem die Hijras – Menschen mit meist männlichem Chromosomensatz, die aber männliche Geschlechterrollen ablehnen und sich dementsprechend als Frauen oder Transgender geben und bezeichnen. In Pakistan gehen die Verbesserungen für sie sogar über Schaffung einer eigenen Behördenskategorie hinaus. Dort

… gab der Oberste Richter, Iftikhar M. Chaudhry, einer Petition für die Anerkennung ihres dritten Geschlechtes statt und wies Behörden und Institutionen an, Hijras einzustellen, um ihnen «ein Leben in Schande zu ersparen». Ausserdem sollen sie in den Genuss staatlicher Förder- und Wohlfahrtsprogramme kommen, denn viele Hijras können ihr Überleben nur durch Betteln und homosexuelle Prostitution sichern.

Einen ganz anderen Einblick in die pakistanische Kultur, abseits der stereotypen Berichterstattung, bieten die Beiträge von Sher Bano. Die 17-Jährige ist derzeit in Peshawar, nachdem sie für ein Jahr als Austauschschülerin in den USA lebte. Im Blog On the Ground von Nicholas Kristof ist sie nun Gastbloggerin und berichtet über ihr Leben. Über die Realität arrangierter Hochzeiten genauso wie gerade über die Flutkatastrophe.

Eine Übersicht über die Spendenkonten für die pakistanischen Flutopfer hält die tagesschau bereit, gespendet werden kann auch per SMS.


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Women, we want you!

26. August 2010 von Magda

Am 26. August 1920 trat der 19. Zusatzartikel zur amerikanischen Verfassung in Kraft, mit dem Frauen in allen US-Bundesstaaten das Wahlrecht erlangten. Anlässlich des 90jährigen Jubiläums des US-Frauenwahlrechts in diesem Jahr erschien dieser Text im aktuellen Missy Magazine.

Als die 19-jährige Charlotte Woodward im Jahre 1848 von der geplanten Frauenrechtsversammlung im ländlichen Seneca Falls hörte, war sie sofort Feuer und Flamme: Endlich Hoffnung auf einen besseren Lohn für die junge Näherin. Auf der Versammlung im Bundesstaat New York, die später zum offiziellen Beginn der ersten US-amerikanischen Frauenrechtsbewegung erklärt wurde, wurden fast alle Vorschläge ohne Gegenstimmen angenommen: Gleichberechtigung in der Ausbildung und ein geschlechtergerechtes Eigentums-, Scheidungs- und Sorgerecht. Nur eine Forderung überzeugte nicht alle Anwesenden: Das angestrebte Frauenwahlrecht. Es erschien befremdlich, ja fast unerhört! Zu hoffnungslos erschien der Vorschlag, welcher nach langer Diskussion letztlich dann doch auf der Agenda landete.

So entstand die so genannte Declaration of Sentiments, deren Postulat der “Gleichheit aller Menschen“ nicht nur für männliche Weiße gelten sollte (wie noch die Unabhängigkeitserklärung), sondern für alle. Schwarze Männer erhielten bereits im Jahr 1870 mit dem 15. Zusatzartikel das Wahlrecht, das Stimmrecht für Frauen auf Bundesebene blieb dagegen auch Jahrzehnte nach der Erklärung von Seneca Falls bloße Theorie.

Frauenwahlrechtskämpferinnen vor dem Weißen Haus via wikimedia commons

Frauenwahlrechtskämpferinnen vor dem Weißen Haus via wikimedia commons

Bis US-Amerikanerinnen das allgemeine Frauenwahlrecht erlangten, wurden noch dutzende Volksentscheide durchgeführt, etliche Anträge um Verfassensänderung formuliert, hunderte Versammlungen und Demonstrationen organisiert und über 200 Suffragetten verhaftet. Als im August 1920 – zwei Jahre nachdem Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt hatte – Frauen endlich das erste Mal bei einer Präsidentschaftswahl ihre Stimme abgeben durften, war die einzige noch lebende Teilnehmerin von Seneca Falls die Näherin Woodward. Die nun über 90-jährige war selbst nicht mehr in der Lage, an die Wahlurne zu treten. Aber für Millionen von US-Amerikanerinnen wurde in jenem Jahr der Grundstein der politischen Mitbestimmung gelegt.


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Oh, ohne Botox!

18. August 2010 von Verena

Weibliche Celebrities sind ja vor allem deshalb berühmt, weil sie so schön sind – im Fersehen, auf der Kinoleinwand, dem roten Teppich und all den Oh!-Wow!-Bildern in den bunten Blättern.

Dass diese Schönheit nicht immer mit rechten, sprich natürlichen, Dingen zugeht, versteht sich von selbst. Botox ist in Hollywood wahrscheinlich mindestens genauso beliebt, wie eine Maß Bier auf dem Münchner Oktoberfest. Um so erstaunlicher, wenn Schauspielerinnen und Co. nicht nur den Gebrauch des Nervengiftes zugeben, sondern ihm in aller Öffentlichkeit abschwören, wie es jüngst Desperate Housewife-Darstellerin Teri Hatcher getan hat.

Foto via Huffington Post

Sowohl die Huffington Post, als auch Spiegel Online griffen die “Nude”-Bilder auf, die Hatcher über facebook veröffentlicht hatte. Wir sehen: Eine 45-Jährige nach dem Duschen, vor dem Schlafengehen und ohne offensichtliches Make-Up – eine attraktive Frau. Sie wolle mit ein paar Wahrheiten über Schönheit aufräumen, um es Frauen einfacher zu machen, zu ihrem Alter zu stehen, wird Hatcher zitiert.

Foto via more.com

Mit einer ähnlichen Aktion hatte Jamie Lee Curtis vor einigen Jahren für Aufsehen gesorgt. Die für einen makellos durchtrainierten Körper bekannte Schauspielerin ließ sich mit 2002 in Unterwäsche und ohne Fotoshop-Nachbearbeitung fotografieren. Es sei eine heimtückische Angelegenheit, die Welt glauben zu lassen, sie sei die Glamour-Jamie mit dem perfekten Körper, blah, blah, blah. Stattdessen zeigte die damals 44-Jährige, wie Frauen nun mal unretuschiert aussehen. Ganz normal halt.

Dabei sind Botox und andere “Schönmacher”, genauso wie Schönheitsoperationen längst keine rein weibliche Angelegenheit mehr. Wäre doch interessant, wie das Medienecho ausfällt, würde sich Mickey Rourke von kosmetischer Instandsetzung distanzieren.


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Wissenschaftlerinnen vor

17. August 2010 von Helga

Einen Monat noch (bis zum 17. September) haben Nachwuchswissenschaftlerinnen Zeit, ihre Bewerbung für den Helene-Lange-Preis einzureichen. Mit diesem Preis will die gemeinnützige EWE Stiftung Frauen in Naturwissenschaft und Technik fördern. Ausgezeichnet werden nun schon zum zweiten Mal herausragende Leistungen in Forschung und Lehre:

Teilnehmen können alle Wissenschaftlerinnen in der Post-Doc-Phase an deutschen Universitäten aus dem mathematischen, naturwissenschaftlichen oder technischen Bereich sowie der Informatik, die noch nicht auf eine ordentliche Professur berufen wurden.

Helene Lange wurde 1848 in Oldenburg geboren und setzte sich in der Frauenbewegung für bessere Bildungschancen von Frauen und Mädchen ein. So gründete sie verschiedene Schulen und führte in ihrer Arbeit als Lehrerin die ersten Mädchen in Preußen zum Abitur. Als Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei zog sie darüber hinaus 1919 in die Hamburg Bürgerschaft ein, dessen Alterspräsidentin sie auch wurde.

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am Freitag, den 22. Oktober 2010 in Oldenburg verliehen. Weitere Informationen unter www.helene-lange-preis.de und bei www.komm-mach-mint.de.

Wenn es auch in deinem Forschungsgebiet einen Preis gibt, mit dem engagierte Frauen oder Gruppen ausgezeichnet werden, kannst du uns unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid geben.


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Samstagabendbeat

31. Juli 2010 von Verena

Die Herz-Überraschung der Woche kam am Mittwoch über Deutschlandradio Kultur: Tracy Bonham hat ein neues Album veröffentlicht. “Masts of Manhatta” heißt es und ist die vierte Platte der Mitte der 90er bekannt gewordenen Singer/Songwriterin. Der Samstagabendbeat stammt aus ihrem letzten Album “blink the brightest” und die schönste Zeile in diesem Song lautet: “you stick your soul out risk it all – your fearless beauty breaks your fall”


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Girls-Rock-Camp feiert Party in Cottbus

23. Juli 2010 von Magda

Am Sonntag findet das Abschlusskonzert des diesjährigen ”Ruby Tuesday – Rock Camp für Mädchen” in Cottbus statt.

Ruby Tuesday Rock Camp AbschlusskonzertDie Veranstalterinnen und Künstlerinnen verkünden:

nach einer woche voller songwritingworkshops, bandcoaching, einüben von bühnenperformance, singen, schreien, skaten und sprühen, stellen vier bands von musikerinnen zwischen 11 und 17 jahren ihre songs der öffentlichkeit vor:

agatha robot (schnell, verzerrt und unabhängig)
black diamonds (mal ruhig, mal geschrien)
crazy rubies (verrückter techno aus cottbus)
kackie kurzsocke feat. die urigen teller (ein kessel buntes)

Wer eine Mitfahrer_innengelegenheit braucht und/oder vom Cottbus Hbf abgeholt werden möchte, schreibe an info[at]rubytuesdaymusic.de.


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