Rosa Ballons – Feminismus ins Parlament?

von Gastautor_in

Frederik bloggt auf  Techno Candy und twittert auch. Kürzlich crossposteten wir hier seinen Text über Die Kulturhete. Tusch und Trommelwirbel:  Frederik wird hier nun häufiger etwas veröffentlichen!

Am Sonntag wurde in Schweden die Abgeordneten des Riksdag gewählt, außerdem die Regierungen der Länder und Kommunen. Die feministische Partei F! (Feministiskt Initiativ) schaffte die benötigten 4% nicht, um ins Parlament zu kommen, hat aber vor allem im letzten Jahr ohne finanzielle Ressourcen viele Menschen mobilisiert und ihre Mitgliederanzahl fast verzehnfacht.

Postergesicht war und ist immer noch vor allem Gudrun Schyman, die früher Chefin der Linkspartei war und 2005 den Schwerpunkt auf Feminismus legen wollte und mit anderen Feminist_innen zusammen F! gründete.

Die Partei, deren Kraft und Reichweite vor allem von ihren über 20 000 Mitgliedern und noch mehr nicht-organisierten Aktivist_innen kommt, mobilisierte mit für Parteipolitik ungewohnten Mitteln: Gudrun persönlich und viele andere reisen durchs Land und veranstalten Homeparties, bei denen sie Interessierten eine Einführung in ihre Analyse geben: Gudruns Vortrag, den ich gesehen habe, beginnt z.B. mit Ökonomiekritik, schwappt in Feminismus, streift LGBT*-Rechte und Umweltfragen und hebt die Rolle von Rassismus in den Machtgefügen hervor. Für viele was dabei. Außerdem claimt F!, dass große Teile des schwedischsprachigen Netzfeminismus aus ihrer Bewegung gewachsen seien, mischt in Debatten mit und organisiert politische Eyecatcher im öffentlichen Raum.

F! steht für feministische Selbstverständlichkeiten, die aus den aktivistischen Ecken und Nischen in die Mainstreamdebatten gepusht wurden: Alte weiße Männer wissen nicht Bescheid über unsere Leben, deshalb sollen weiße und rassifizierte Frauen, cis und trans Personen, queers und LGBT*I über ihre Körper und Leben selbst entscheiden dürfen. Von Menschenrechten ist oft die Rede, und dass diese endlich „für alle“ gelten sollen. Es geht in den großen Reden um Liebe und eine Welt ohne Grenzen. Am besten: Liebe kennt keine Grenzen. Ich sitze bei meiner Recherche für diesen Text vor unzähligen Videos, Texten und Tweets, die mich zu Tränen rühren und deren rosa-Ballon-Ästhetik mein Herz ganz weit aufreißen und mit Zuckerwatte vollstopfen will. Ja, ich bin auch ein rosa Ballon! Lasst mich mit euch fliegen!

Während die rassistische Partei SD (Schwedendemokrat_innen) in Stockholms öffentlichen Nahverkehr gegen Bettelei  (in Schweden fast ausschließlich von Antiziganismus betroffene Menschen) hetzte und die Stadt bei Eiseskälte regelmäßig Zeltunterkünfte und „Romalager“ mit Polizeigewalt räumen ließ, brachte F! Soraya Post als erste Rromni-Abgeordnete ins EU-Parlament und schrieb damit Geschichte.

Auf mehreren Parties zum 8. März 2014 kam Gudrun Schyman persönlich vorbei, hielt Reden, in denen sie verkündete, dass wir alle kurz davor stünden, den „Feministischen Durchbruch“ zu erleben und hinterließ eine tränenüberströmte Crowd, die sich in die Arme fiel und zu Rihanna in die rosa Zukunft tanzte.

Am Samstag Abend wurde Gudrun beim Finale von Pharrell Williams Konzert in Stockholm auf die Bühne geholt, er forderte sein Publikum auf, feministisch zu wählen und rief: „Wenn du weißt, dass du von einer Frau geboren wurdest, make some noise!“. Da hab ich schon meine Tränen schnell wieder abgetrocknet und erstmal tief geschluckt. Cissexismus und der gute, alte Feminismus unseren Müttern, Schwestern, Töchtern zuliebe?

Von den 20 Kandidat_innen auf F!s Liste für den Riksdag sind neun von Rassismus betroffen. Eine derart überzeugende Repräsentation findet sich in keiner anderen Partei. Dazu kommt, dass die Kandidat_innen und die Partei sich nicht als post-race verstehen, sondern mit ihrer Politik Rassismus bekämpfen wollen. Einer der wichtigsten Slogans der Bewegung lautet „Ut med rasisterna, in med feministerna“ – Raus mit den Rassist_innen, rein mit den Feminist_innen, und bezieht sich auf die rassistische Partei SD, ein Feind, den selbst liberalgläubige Staatsbürger_innen teilen können. (Dass bei dieser Vereinfachung die Möglichkeit gar nicht erst in Betracht gezogen wird, dass auch Feminist_innen – surprise – rassistisch handeln können, geht in der Erfolgswelle unter.)

Der F!-Feminismus, der in Schweden Teil einer hippen, feministischen Kultur geworden ist, kommt mit ein paar bitteren Pillen: Sowohl die Positionen der Partei zur Kriminalisierung von Drogen als auch zu Sexarbeit sind aus feministischer Perspektive fragwürdig.

Die Partei steht hinter der „schwedischen Lösung“, in der die Kund_innen von Sexarbeit kriminalisiert werden, und die indirekt Sexwork an sich kriminalisiert und es den Arbeiter_innen erschwert, sich zu organisieren und staatliche Absicherungen zu erhalten, über ihre Köpfe hinweg entscheidet, was gut und schlecht für sie ist, und die gesamte Branche illegalisiert und stigmatisiert. Auf der Homepage der Partei  wird Trafficking als Argument benutzt, um die Debatte zu verwischen und Sexarbeiter_innen ihrer Agency zu berauben.

Ähnlich sieht die Lage aus mit dem Umgang mit Sucht und illegalisierten Substanzen. Süchtige und Konsument_innen sollen weiter kriminalisert werden, anstelle von Gesundheitsfürsorge, Aufklärung, Schutz, Hilfsprogrammen und ähnlichen Mitteln.

Vage Aussagen, dass ein „menschlicher Kapitalismus“ der Partei doch näher liegt als Antikapitalismus, passen in dieses Bild.

Diese Beispiele zeigen sehr deutlich, was für dicke Luft in manchem rosa Ballon tatsächlich steckt. Es tut gut, Leute in dieser Partei zu sehen, die aussehen wie ich oder meine Freund_innen. Die den alten, weißen Männern die Stühle unterm Hintern wegziehen wollen, die aussprechen, dass es Sexismus, Rassismus, Heterosexismus und Cissexismus gibt und dass sie bekämpft werden müssen. Es ist ein tolles Gefühl, in Stockholms Straßen Feminist_innen zu begegnen, die mensch noch nicht kennt, weil es mehr gibt als die paar, die immer am 8. März zur Demo kommen und weil es cool ist, sich überhaupt als Feminist_in zu outen. Repräsentation und Gefühle, das kann F!.

Viele können sich repräsentiert fühlen, viel mehr als wir es von Parteien gewohnt sind, aber eine Partei, die Sexarbeit und Drogen kriminalisiert anstatt an der Abschaffung des Gefängnisses an sich zu arbeiten, richtet sich nur an jene, die es sich leisten können.

Für Menschen, die mit der schwedischen Linken nicht vertraut sind, erwähnenswert: Natürlich positioniert sich F! gegen Israel und distanziert sich nicht von Antisemitismus. Das wird in Schweden nicht kritisiert, sondern ist der überall anerkannte Stand der linken Debatte.

Die rosa Luftballons werden platzen und den Knall hören nur die, die jetzt schon wissen, dass sie von F! eigentlich gar nicht mitgemeint sind: Die Leute in den migratisierten, armen Vororten Schwedens, die schon jetzt überproportional wegen Drogen kriminalisiert werden, während die rich kids in der Innenstadt in Frieden koksen. Die Sexworker_innen, zu denen überproportional zum Rest der Bevölkerung gesehen, viele Schwarze und weiße trans Frauen und trans Frauen of Color gehören. Die Leute, die nicht vergessen können, dass Rassismus und Sexismus mit dem Kapitalismus eng verknüpft sind – früher, heute und auch in Zukunft.

EDIT: Ich habe folgenden Text, der auf eine Veranstaltung von F! gegen Antisemitismus hinweist, bei der Recherche übersehen: http://feministisktinitiativ.se/feministiskt-initiativ-uppmanar-till-aktion-mot-antisemitism-i-sverige-och-i-europa/ – Danke an @elquee für den Hinweis. Die Aussage, F! würde sich nicht dagegen positionieren, ist also falsch. Sorry!
(Auch hier schlägt F! neben Bildungsmaßnahmen und Sichtbarmachung von Antisemitismus vor, die Gesetzeslage gegen Hate Crimes zu verschärfen.)




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Eintrag geschrieben: Montag, 15. September 2014 um 14:00 Uhr unter Aktivismus, Zeitgeschehen. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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14 Kommentare

  1. Heng sagt:

    Danke für den guten Artikel, ich habe über viele dieser Punkte auch nachgedacht (speziell Sexwork-Position). Einige F!-ler_innen, die ich kenne (gerade Schwed_innen in Berlin) sind halt auch so Leute, die weiß sind, jede Woche mit Bindie auf der Stirn ins Berghain gehen und auf dem Klo zu siebt MDMA ziehen, nie auf Demos sind (außer CSD und maximal 8. März), so rassistische Musiker_innen wie Iggy Azelia lieben und Neukölln gentrifizieren. Aber macht sich halt cool, einen F!-Button auf dem Facebook-Profilbild zu haben.

    Auch die Zusammenarbeit mit Pharrell Williams finde ich schwierig, wenn die Tatsache, dass er beim Rape-Culture-Anthem-2k13 „Blurred Lines“ mitgewirkt hat, einfach so unkommentiert bleibt.

  2. Jeena sagt:

    Was sind „rassifizierte Frauen“?

  3. Gunhild sagt:

    Danke für diesen spannende Parteienportrait!

    Nur ein Hinweis: prostituierte Frauen organisieren sich durchaus in Schweden. So zum Beispiel PRIS – prostitutes revenge in society -: http://www.nätverketpris.se/start-english.html, die sich für das Nordische Modell und die Freierbestrafung einsetzen. Vollkommen zu Recht, meiner Meinung nach.

  4. Anna-Sarah sagt:

    @Jeena: Frauen, auf die das Konstrukt race/“Rasse“ angewendet wird – wenn also davon gesprochen oder ausgegangen wird, dass sie irgend einer „Rasse“ – manche Leute sprechen lieber von Ethnie, weil das irgendwie feiner klingt, meinen aber oft das gleiche – angehörten oder entsprechende Merkmale aufwiesen. Meistens im Gegensatz zu weiß positionierten/gelesenen Frauen, die unmarkiert/unrassifiziert bleiben. Wenn du den Begriff z.B. bei Wikipedia eingibst, kriegst du eine ganze Reihe Ergebnisse.

  5. Frederik sagt:

    @Gundhild Ich habe nicht geschrieben, dass sich Sexworker_innen in Schweden nicht organisieren. Es wird ihnen erschwert, durch die rechtliche Situation. Natürlich finden sich immer Leute, die dieses oder jenes Modell unterstützen, wie dein Beispiel zeigt.

    Kriminalisierung verstärkt Stigmatisierung, erschwert Tarifabsprachen und Gesundheitsvorsorge, macht es unmöglich, Rente usw zu erhalten und sorgt dafür, dass die Polizei noch öfter als es meist üblich ist, mit Arbeiter_innen in Berührung kommt. Die Polizei ist in Schweden, ähnlich wie in Deutschland, oft rassistisch, sexistisch und trans*feindlich unterwegs, was bedeutet, dass sie tendenziell den Sexworker_innen, die von Rassismus, Sexismus und Trans*feindlichkeit betroffen sind, das Leben schwerer als leichter macht (Kontrollen, Verhaftungen, usw). Die Kriminalisierung verschiebt die Branche aus der Sichtbarkeit in Privaträume, wo es noch schwieriger ist, in Sicherheit zu arbeiten.

    Ein weiteres Argument gegen Kriminalisierung ist, dass es wirklich nicht nötig ist, immer noch mehr Menschen in Knäste zu sperren. Dazu kannst du u.a. bei Angela Davis viel lesen. Dean Spade schreibt auch dazu, und erklärt immer wieder, warum Kriminalisierung (von Sexwork, Drogen, …) immer die Gruppen am härtesten trifft, die sowieso schon marginalisiert werden. Zu beiden findest du viel Material auf Youtube und im sonstigen Internet.

  6. Jane sagt:

    Danke Frederik, ich stimme zu. Ich fühle mich vor allem durch das normative „make some noise, if…“ gegängelt. Es entsteht für mich da irgendwie so ein Leitkulturwillen, denich sehr unangenehm finde. Das ist mir vor allem auch im Zuge des Prostitutionsgesetz und der Freierbestrafung aufgefallen. Auf vielen LGBTI-Veranstaltungen habe ich diese Listen ausliegen sehen, und fand das sehr problematisch, weil für mich aufgrund der Vehemenz der Eindruck ensteht, dass man als Frau oder gar Lesbe seine „Credibility“ verliert, wenn man diese Ansichten nicht teilt.

  7. Jane sagt:

    Sorry, nochwas zu Gunhild: Ich habe mir die Positionen von PRIS durchgelesen. Grundsätzlich begrüße ich es sehr, dass hier tatsächlich Sexarbeiterinnen sprechen (selten genug), und deswegen nehme ich diese Haltung auch ernst. Sie schreiben aber ganz klar, dass ihre Haltung Prostitution erschwert und Frauen der Aussteig erleichtert und der Einstieg dadurch erschwert werden soll. Das Ziel finde ich pinzipiell nicht verkehrt, wenn die Frauen das so möchten. Es sollte aber klar, sein, dass diese Position die von Frauen ist, die entweder schon ausgestiegen sind, oder das langfristig zum Ziel haben. Das finde ich wichtig zu benennen, weil diese Politik nicht auf alle Sexarbeiterinnen anwendbar ist, und sich damit vielleicht auch viele nicht identifizieren.

  8. Frederik sagt:

    EDIT:
    Ich habe folgenden Text, der auf eine Veranstaltung von F! gegen Antisemitismus hinweist, bei der Recherche übersehen: http://feministisktinitiativ.se/feministiskt-initiativ-uppmanar-till-aktion-mot-antisemitism-i-sverige-och-i-europa/
    Die Aussage, F! würde sich nicht dagegen positionieren, ist also falsch. Sorry!
    (Auch hier schlägt F! neben Bildungsmaßnahmen und Sichtbarmachung von Antisemitismus vor, die Gesetzeslage gegen Hate Crimes zu verschärfen.)

  9. Hallo Frederik,

    ich beziehe mich auf:
    „Die Partei steht hinter der „schwedischen Lösung“, in der die Kund_innen von Sexarbeit kriminalisiert werden, und die indirekt Sexwork an sich kriminalisiert und es den Arbeiter_innen erschwert, sich zu organisieren und staatliche Absicherungen zu erhalten, über ihre Köpfe hinweg entscheidet, was gut und schlecht für sie ist, und die gesamte Branche illegalisiert und stigmatisiert. Auf der Homepage der Partei wird Trafficking als Argument benutzt, um die Debatte zu verwischen und Sexarbeiter_innen ihrer Agency zu berauben.“

    Dazu habe ich einige Anmerkungen:
    ad 1) Das schwedische Gesetz wurde in einem Jahrzehntelangen Prozess gemeinsam MIT Betroffenen erarbeitet und entspricht deren Wünschen und Bedürfnissen – alles andere als über ihre Köpfe hinweg (http://abolition2014.blogspot.de/2014/04/das-nordische-modell-uber-mythen-blinde.html)
    ad 2) Die prostituierten Personen werden explizit entkriminalisiert und bekommen gerade deshalb alle Unterstützung der Welt weil man ihre Notlage anerkennt und das Unrecht welches ihnen angetan wird (im Gegensatz zu Deutschland wo Aussteigewillige nur Unterstützung darin bekommen „sich zu professionalisieren“ Selfoptimizing usw)
    ad 3) Menschenhandel ist kein „Argument“, sondern ein Straftatbestand und zwar einer der von Prostitution gar nicht zu lösen ist und der das Leben von Menschen konkret zerstört.
    ad 4) „Agency“ ist ein Kampfbegriff der Lobby. Wahrscheinlich haste bei denen etwas zu viel gelesen, denn sonst wäre dir nicht entgangen, dass
    ad 5) gerade eine Evaluation in Norwegen gezeigt hat, dass das Sexkaufverbot a) ein wirksames Mittel gegen Menschenhandel ist und dessen Aufklärung deutlich erleichtert, b) Betroffene das Gesetz als positiv bewerten und wie in Schweden (PRIS) dahinter stehen 3) Betroffene sagen, dass das Gesetz ihnen den Ausstieg ermöglicht hat und 4) so ziemlich alles was immer über das nordische Modell behauptet wurde mit der Evaluation widerlegt werden konnte

    Siehe auch hier: http://abolition2014.blogspot.de/2014/09/bewertung-des-nordischen-modells-durch_12.html

    Daraus: „Einige prostituierte Personen empfinden den Auftrag des Gesetzes zur Änderung der Einstellungen in der Gesellschaft als positiv. Man wünscht sich zum Beispiel nicht, dass die eigenen Kinder in dem Glauben aufwachsen sollen, dass es „ganz einfach“ ist, „eine Frau zu kaufen“. Die Forscherinnen von Vista Analyse haben mir anderen Worten sowohl norwegische als auch ausländische prostituierte Personen ausfindig gemacht, die das Sexkaufgesetz unterstützen und die einstellungsbildende Wirkung unterstreichen, die das Gesetz langfristig haben könnte. Gleichzeitig wird unterstrichen, dass Möglichkeiten für andere Tätigkeiten bestehen müssten, wenn man wirklich wolle, dass weniger in der Prostitution enden“

    Vielleicht kannst du dich ja nochmal mit der abolitionistischen Sichtweise auseinandersetzen? Die Skandinavier*innen sind ja in vielen Bereichen dafür bekannt vieles richtig zu machen.

    Ha det!

    Hanna

  10. Anna-Sarah sagt:

    @Hanna: Danke für die Links und Facetten, die du beigesteuert hast. Nicht so cool finde ich allerdings, nahezulegen, dass, wer diese Perspektiven nicht teilt, keine Ahnung vom Thema habe. Wie aus dem o.g. Artikel, den Kommentaren und weiteren Artikeln zum Thema nicht nur hier im Blog immer wieder hervorgeht, gibt es – natürlich – auch unter Sexarbeitenden unterschiedliche bis kontroverse Positionen. Hat also nicht zwangsläufig was mit „Lobbykampfbegriffen“ oder mangelndem Wissen zu tun, welchen Standpunkt man einnimmt.

  11. Anna-Sarah sagt:

    Bevor hier nun eine Debatte über Pro und Contra Sexarbeit(sregulierungsbestrebungen) anhebt – und damit vom Artikel oben weg führt – vielleicht noch mal der Hinweis auf eine Diskussion, die wir hier vor einiger Zeit geführt haben: http://maedchenmannschaft.net/jenseits-von-choosing-my-choice-und-kaeuflichem-geschlecht-feministische-debatten-ueber-sexarbeit/

  12. Jane sagt:

    Hanna: Kommentare wie diesen empfinde ich (übrigens auch ein Insider) mittlerweile als Beleidigung. Wozu kommentiert man eigentlich und macht sich die Mühe, wenn das einfach überlesen wird? Niemand hat gesagt, dass diese Argumente nicht ernst zu nehmen sind, und trotzdem bringst du alles wieder, was andere schon kritisert haben, inkl. solcher Rhetorik wie „Frauen kaufen“. Was mich stört – und das ist ja auch Kern des Artikels – ist dieser missionarische Eifer, den ich auch in deinem Kommentar durchlese. Deine Position ist deine Position, und ich habe gesagt, warum ich das, wie der Kommentator vor mir, nicht teile. Es geht mir jetzt gerade darum, dass ich keinen Bock habe, dass ich jedes Mal, wenn ich mich als Fraue/Lesbe/whatever positioniere, Leute wie du um die Ecke kommen und fordern, dass ich mich bitte mit ihren Sichtweisen „auseinandersetze“ bis ich sie endlich auch teile. Ob es jetzt um Abtreibung, Sexarbeit, Kopftücher oder kurze Röcke geht, ich werde mir hier nicht – auch nicht von sogenannten „Feministinnen“ – vorschreiben lassen, was ich zu denken und zu tun habe, never ever!

  13. Jane sagt:

    Und falls das jetzt auch gleich wieder kommt: Ich unterstütze damit auch kein Patriarchat oder sonst eine Unterdrückung. Ich treibe ab oder ziehe mich für Geld aus oder auch irgendwelche Kopftücher an, wie es mir gerade passt, und schulde EUREM F!-Feminismus überhaupt nichts. Was ich mit meinem Körper mache, braucht euch nicht zu interessieren. Ihr müsst nicht verstehen, dass ich als aufgeklärte Frau, die sich der Machtverhältnisse durchaus bewusst ist, solche Entscheidungen treffe, aber sie respektieren, auch wenn’s schwer fällt. Auch in einer perfekten Welt, in der alle glücklich sind, darf ich das tun. Wenn ihr euch dadurch angegriffen fühlt, wie ich meine Sexualität bewerte und lebe, denkt mal über EUCH nach. (kann in einen Kommentar)

  14. melina sagt:

    Bitte nicht Anti*ismus sondern Antiromaismus

    Ja es gibt Debatten um diese Begriffe.
    Aber es ist trotzdem nicht nice so ein Wort zu reproduzieren.
    Danke.