re:publica Zwischenstand

von Helga

Zwei spannende Tage mit vielen interessanten Diskussionen auf und abseits der Panels sind schon vorbei – Zeit für einen kleinen Rückblick.

Am Mittwoch ging es mit dem Panel „Feministische Netzkultur 2.0” los. Der Anfang war leider ein wenig zäh, was u.a. daran lag, dass wir bisher nur über Emails kommuniziert hatten und vielleicht auch etwas schüchtern waren. Leider hatten wir auch nur eine Stunde Redezeit bekommen, obwohl wir gerne mehr untereinander und mit dem Publikum diskutiert hätten. Eine Zusammenfassung hat Tobias Tzschaschel von ZEITjUNG und auch Anke Gröner war dabei.

Gestern ging es dann mit „Das andere Geschlecht – Sexismus im Netz” weiter. Zeitgleich entspann sich im Chat zum Livestream eine Diskussion, die diesen Namen nicht mehr verdient. Sexistische Angriffe und Aufrufe zu sexualisierter Gewalt bestätigten jedes Wort, das auf dem Panel über die Zweifelhaftigkeit eines Post-Gender-Zustandes im Internet gesagt wurde. Das Piratenweib hat die Vorgänge dokumentiert [Trigger Warnung] und auf Medienelite antwortet Nadine auf die „aber Trolle gehen nunmal jede_n an”-Erklärungen. Leider hat das Chatgespamme auch dazu geführt, dass Menschen mit langsameren Internet-Zugängen den Livestream nicht mehr verfolgen konnten, wie Nele Tabler auf karnele.de berichtet.

Schließlich weist steve, the pirate noch in den Kommentaren auf einen Artikel in der Süddeutschen über „Weibliche Blogger” hin. Dieser enthält leider nichts neues, schreibt re:publica falsch und behauptet, die meistgelesenen Blogs kreisten um Medien, Netzpolitik und Technik. Welche Top 100 da konkret gemeint sind, wird leider nicht erwähnt. Außerdem ist kein einziges der angesprochenen Blogs verlinkt.




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Eintrag geschrieben: Freitag, 16. April 2010 um 11:30 Uhr unter Netz(kultur). RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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13 Kommentare

  1. Gerda sagt:

    Mir ist schlecht …

  2. zimtsternin sagt:

    Die Diskussion vor Ort war wirklich gut (zumindest das, was ich über den Stream mitbekommen habe), aber die „Diskussion“ im Chat war unter aller Kanone.
    Ich finde es so erbärmlich, was da abgelaufen ist.
    Aber eine gute Empfehlung war auch nicht mit den Personen zu reden, sondern über sie. Daher habe ich mir auch den ein oder anderen Screenshot erlaubt und in meinem Blog veröffentlicht. Zumindest das, was ich noch mitbekommen habe, eher bei mir alles zusammengebrochen ist.

    Aber das Piratenweib hat echt die Leckerchen aufgeschnappt. Und nein, sowas kann und darf einfach nicht normal sein und muss publik gemacht werden.

  3. Anna sagt:

    zimtsternin, danke für das Lob bezüglich Diskussion vor Ort.
    Ich bin gerade hin und her gerissen, weil auf der einen Seite natürlich darüber gesprochen werden muss, was da passiert ist (ich warte ja immer noch auf ein offizielles Statement von den Organisatoren), auf der anderen diese Idioten jetzt die ganze Aufmerksamkeit haben und über die eigentlichen Inhalte des Panels überhaupt nicht gesprochen wird…

  4. zimtsternin sagt:

    Ja, so ist das, wenn Emotionen hochkochen.
    Ich verstehe aber deine Hin- und Hergerissenheit. Ich denke aber, dass die Diskussion über diese Idioten auch zum Thema beiträgt, weil es zeigt, dass die Forderung nach Gleichberechtigung und das Sprechen über Sexismus leider immer noch ein wichtiges Thema ist und eben nicht abgehakt werden kann.
    Dass es keine konstruktiven Diskussionen gibt, weil man als Frau entweder als Emanze, Lesbe oder Zicke dasteht, wenn man sich äußert. Oder eben anders „fertig gemacht“ wird in Form dieses Trollens.

    Aber ich habe mir trotzdem vorgenommen, nochmal einen Eintrag zum Thema selbst zu posten. Die Notizen liegen auf meinem Schreibtisch. Gestern war ich zu sehr aufgewühlt dafür, weil ich es nicht für möglich gehalten habe, dass so ein Thema so eskalieren kann und so viele Idioten auf den Plan ruft.

  5. onyx sagt:

    „Ja, so ist das, wenn Emotionen hochkochen.“

    Es hat nichts mit hochgekochten Emotionen zu tun, wenn man feststellt, dass Sexismus im Netz alltäglich ist und darüber offen diskutiert. Hochgekochte Emotionen sieht man eher da, wo mit Häme und Spott über diejenigen hergezogen wird, die Sexismus im Netz erfahren.

  6. steve, the pirate sagt:

    @Anna: Kommt hier noch ein Beitrag über die Inhalte des Panels? Ich würde mich sehr darüber freuen….

  7. Anna sagt:

    steve, ob und wann ich selber dazu komme, weiß ich nicht, zumal das ja auch immer so eine Sache ist, die Wahrnehmung vom Podium zu berichten…
    Aber ich habe eben einen guten Blogbeitrag beim Freitag gefunden, der den Ablauf der Diskussion zumindest aus meiner Perspektive ganz gut widerspiegelt: „Haha, du trägst ja Nagellack“

  8. […] Mädchenmannschaft – re:publica Zwischenstand […]

  9. […] Lobeshymnen und dem Hass auf die böse, böse Welt da draußen, der sogenannten Frauenbewegung. Die drei knuffigen Modemädels waren dagegen zum Anbeißen, dem Herrn Pettis hätte […]

  10. Mary sagt:

    Also zunächst, ich war ehrlich am Ende überrascht, als mir jemand sagte, der Frauenanteil krebste immer noch bei 20% herum. Meine Wahrnehmung war völlig anders, da einerseits: ich drei Termine als Speakerin hatte und andererseits auch fast nur auf Speakerinnen Veranstaltungen saß. Das lag allerdings nur daran, dass ich an beiden Tagen noch drei andere wichtige Baustellen hatte und nicht wirklich viel und lange da sein konnte.

    Zu den Kommentaren im Livechat, ich bin wirklich hin und hergerissen, ob ich etwas dazu sagen soll. Denn auf meinem Panel (das Modeding ;) ging es ja auch gut ab, allerdings bin ich wirklich und anhaltend der Meinung: „don’t feed the trolls“. Zudem habe ich zu meinem Panel und vor allem zu meiner Person nie eine Verbindung gesehen. Gerade auch weil ich kurz vorher noch zu Hause den Livestream schaute und da bei einem Mann, der über die Unibesetzung in Wien sprach, und da liefen ebenso sexistische, frauenfeindliche Sachen durch (Nein, ich habe keine Screenshots gemacht). Insofern bin ich nicht dafür, dem ganzen NOCHMAL eine Plattform zu geben.

    Übrigens kamen kurz nach dem Panel sowohl Johnny als auch Tanja auf mich zu und haben sich entschuldigt und beide waren sehr betroffen davon und damit beschäftigt, das Problem zu lösen. Den Chat abschalten konnte man wohl nicht unabhängig vom Lifestream, den Chat moderieren auch nicht, IP Adressen nicht sperren usw… am Ende wurde darauf gehofft, die Schriftfarbe an die Hintergrundfarbe angleichen zu können. Ich weiß allerdings nicht, was daraus geworden ist.

  11. steve, the pirate sagt:

    @Anna: Danke für den Link bei Der Freitag.

  12. […] Jahr waren auf der Reublica endlich mal mehr Frauen mit feministischen Themen am Start. Es ging dabei um Themen wie „Feministische Netzkultur 2.0” und „Sexismus im […]

  13. Marcie sagt:

    Triggerwarnung für den Beitrag von Piratenweib?
    Viel mehr braucht zum Thema „feministische Netzkultur“ eigentlich nicht gesagt zu werden.