„Realistische“ Barbies, Rebel Grrrls und Wikipedianier_innen – Die Blogschau

von Charlott
Dieser Text ist Teil 217 von 295 der Serie Die Blogschau

Vom 20. bis 22. September wird in Mühlheim die Rebel Grrrl Convention stattfinden. Bei different needs gibt es ein Interview mit den Macher_innen über ihr Anliegen, die bisherige Organisation, Zielgruppen und wie es nach der Convention weitergehen soll.

Letzte Woche erschien die 20. Folge des nrrrdz-Podcasts. Dieses Mal geht es um Chelsea Manning und den Editwar, ein App Summer Camp für Schülerinnen der Open Tech School, den Hamburg Geekettes und das Freifunknetz.

Am 24.August jährte sich der Ford-Streik in Köln. Auf rumbaumeln gibt es dazu den Text „Türkisch-deutsche Geschichte: 40 Jahre Kölner Ford-Streik“ zu lesen.

Der Künstler Nickolay Lamm hat eine „realistische“ Barbie entworfen. Mit diesem Projekt taucht er überall im Internet auf und selbst die Süddeutsche schreibt dazu. The Miss Chief analysiert, warum das Modell ebenfalls kritisiert werden sollte, denn auch dieses neue Ideal ist „natürlich wieder: dünn und weiß“.

Unter dem Motto „Lose Hate Not Weight“ stellt MONAliesA Leipzig das Fotoprojekt von Haley Morris Cafiero vor.

Auf dem Blog derWikimedia Foundation von Wikimedia Deutschland lädt das Pilotprojekt „Women edit“ zum Mitmachen ein. Dort heißt es: „In mehreren deutschen Städten sollen offene Netzwerktreffen, Editier-Partys und Edit-a-thons mit Unterstützung von Wikimedia organisiert werden. Zur Gestaltung und Unterstützung dieser Veranstaltungen suchen wir engagierte „Wikiwomen”, die als Ansprechpartnerinnen in der Stadt oder Gemeinde dazu beitragen, lokale Netzwerke aufzubauen und zu begleiten.“

Die zweite Ausgabe der Zeitschrift „Die Preziöse“ ist erschienen. Heng gibt auf tea-riffic einen ersten Überblick über die Inhalte.

„Wenn #Maskutrolls an einem warmen Sommertag nichts zu tun haben, kopieren sie feministische Tumblr.“, berichtet rockshenandoah. (TW: fatshaming)

Im September kommt trotz Protesten die Sendung „Reality Queens auf Safari“ ins Fernsehen und reiht sich munter nach „Wild Girls – Auf High Heels durch Afrika“ und „Auf der Flucht“ in die rassistischen, exotisierenden und sexistischen Formate ein, schreibe ich auf Afrika Wissen Schaft.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!




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Eintrag geschrieben: Samstag, 31. August 2013 um 9:30 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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17 Kommentare

  1. Glupschi sagt:

    Ich bin gerade unglaublich beeindruckt von der Intensität von Haley Morris Cafieros Fotos. In der Gallerie „Wait Watchers“ hat sie es geschafft die alltäglichen Erfahrungen, die für die meisten nicht-Betroffenen unsichtbar sind, zu visualisieren. All diese Momente, die eine sich ja „nur einbildet“ oder die „bestimmt nicht so gemeint sind“ oder die „einfach ignoriert werden sollten“.
    Danke für diese Entdeckung!

  2. Maike von Wegen sagt:

    So. Danke, Mädchenmannschaft! Das war’s!

    Ihr werbt also tatsächlich nicht für die Pinkstinks- Demo morgen am Brandenburger Tor. Weil Ihr die Aktion für einen Angriff haltet auf Frauen, die pink mögen?! Ja?!
    Danke, dass Ihr wirklich jede zielgerichtete Aktion stärker kritisiert als jeder Sexist es könnte. Die Kritik an sinnvollen feministischen Projekten kommt immer von der Mädchenmannschaft. Und die Mädchenmannschaft ist dabei auch nicht gerne zimperlich. In den letzten Jahren habe ich verstärkt den Eindruck erhalten, dass Ihr Euch festbeisst an Personen aus dem feministischen Spektrum, die Ihr nicht leiden könnt und dann verreisst Ihr dankbar jeden einzelnen Gedanken, den diese Person (wohlgemerkt, in der Regel ein/e Feminist*In) öffentlich äussert. Euer Verein ist verkommen zu einer sich über alles erhebenden Rotzlöffelfabrik. Alles wisst Ihr besser, nichts gestaltet Ihr selbst, aber alles wird von Euch zerstört. WIR ALLE kämpfen doch gegen Machtdispusitive. Ihr jedoch errichtet sie auf diese Weise.

    MORGEN wird eine Petition an den Werberat übergeben. Unterschrieben von bisher über 15.000 Menschen. Die Petition soll erreichen, dass Aussenwerbung keine sexuelle Verfügbarkeit mehr suggerieren darf. Ist das nicht in Eurem Interesse????
    Das wollt Ihr Euren Leser*Innen nicht erzählen?

    Es ist lächerlich! Ihr macht lange schon keine eigenen Aktionen mehr, außer die Aktionen anderer zu zerstören und in den feministischen Reihen Spaltungen zu erzeugen. Wir, die Aktiven, kommen immer irgendwann im Kennenlerngespräch auf die Mädchenmannschaft. Und siehe da, jede/r aktive Feminist*In, der/die ich im letzten Jahr kennenlernen durfte, ist von Euch schon einmal auseinandergenommen worden. Bravo! Weiter so! Ihr seid unsolidarisch und stellt persönliche Befindlichkeiten über unser aller gemeinsames Ziel. Ich verabschiede mich nun.

    Bitte verlinkt nie wieder einen Artikel von mir. Eine Zusammenarbeit mit der Mädchenmannschaft empfinde ich in meinem Fall als Rufschädigung.
    Danke.

    Auf die solidarische Kritik, auf den Frieden unter den Aktivist*Innen, auf die Menschlichkeit.

    Adé.

  3. Hila sagt:

    Ich finde es jetzt kein Verlust, dass Ihr (die Mädchenmannschaft) diese Demo nicht bewirbt. Ich gehöre eher zu denen, die sich still das ganze Spektakel angucken aber sich in dieser Art von (Mainstream-)Aktivismus nicht wiederfinden – wobei ich mich zudem ganz persönlich auch ganz persönlich nicht mit vielen der Inhalte identifizieren kann bzw. da auch merke, wie zum Beispiel jemand wie ich da auch gar nicht mitgedacht wird, und ich denke es geht vielen so, beziehungsweise, ich fühle mich gut damit einer Aktion kritisch gegenüber zu stehen, und zu wissen, andere sehen es auch so.

    Ich schätze, auch dort (Demo) ist das lose Netzwerk sehr divers mit Leuten die ebenfalls Verbesserungsbedarf sehen (ich hoffe es), und deswegen würde ich auch ungern über einen Kamm scheren, und ich hoffe nur, dass die Menschen sich insofern im Prozess weiter formieren, dass so auch immer mehr dann vielleicht sehen es gibt nicht DEN EINEN Feminismus. Deswegen verstehe ich auch diese Enttäuschung nicht. Anders (und spitz) gefragt: Wird denn auf der pinkstinks-Demo auf die Mädchenmannschaft aufmerksam gemacht?

    Ich finde es wichtig dass Ihr – die Mädchenmannschaft – konsequent Eure Linie kommuniziert und ich finde es nicht unsolidarisch diese Demo (die ja bereits groß genug beworben wird und mittlerweile auf ein großes Netzwerk zurückgreift) nicht nochmal prominent anzukündigen und ich schätze das erwarten auch überhaupt nicht die meisten.

    Ich schätze Eure Arbeit sehr und bin jeden Tag immer wieder froh dass Ihr – wie viele andere auch – tatsächlich der Gegenöffentlichkeit treu bleibt, Ihr das alles ehrenamtlich macht und keine Kompromisse zugunsten des medialen Mainstreams eingeht. Das ist bestimmt oft anstrengend. Für mich – und hoffentlich viele andere auch – ist es aber wichtig. Danke.

  4. Hila sagt:

    *andere sehen es VIELLEICHT auch so, wollte ich sagen. Möchte ja für keine_n den Stellervertreter_innen-Sprech machen! :)

  5. Magda sagt:

    hila, vielen dank.
    dein kommentar rührt mich sehr.

  6. Anna-Sarah sagt:

    @Hila: <3

  7. C.Rosenblatt sagt:

    Dem Kommentar von Hila ist nichts mehr hinzuzufügen.

    In den Grundlagen ist genug Solidarität da und mein Eindruck ist, dass sich die MM tiefgreifend und umfassend genug damit befasst wem gegenüber bzw. zu welchen Projekten sie sich hinwendet.
    Das ist etwas, das mensch bei anderen (Blog)Projekten und feminstischer Prominenz oft vermissen kann. Auch und gerade bei PinkStinks und dessen Dunstkreis.

  8. […] bevor die große Pinkstinks-Demo in Berlin losging, gab es im verwunschenen Lande von Facebook und auf unserem Mädchenmannschafts-Blog eine halbgroße Diskussion, in der es unter anderem darum ging, warum die Großdemo in Berlin heute […]

  9. Medusa sagt:

    okay, und was ist jetzt konkret die kritik an pinkstinks? das konnte ich jetzt weder aus hilas kommentar noch anderswo aus mm-artikeln rauslesen. die mm hatte doch mal eine zusammenarbeit angekündigt.
    wäre doch gut, wenn für interessierte die argumente öffentlich gemacht werden.

  10. Hila sagt:

    Huch, ach Ihr. <3
    Ach, das rührt mich jetzt irgendwie auch, ich lese eigentlich nur immer still mit, aber bei diesem Anlass wollte ich das jetzt mal loswerden, also…. eine schöne Woche Euch allen!

  11. Anna-Sarah sagt:

    Zum Thema Bündnis-, Solidaritäts- und Leistungs-Erwartungen unter Feminist_innen, speziell aus der Perspektive der Mädchenmannschaft, lege ich Interessierten nochmal unseren letzten Podcast ans Herz.

  12. Nicole Ebber sagt:

    Danke für die Verlinkung zu unserem Blogbeitag. Könnt ihr bitte im Text korrigieren: Der Text ist im Blog von Wikimedia Deutschland erschienen, nicht im Blog der Wikimedia Foundation. Danke sehr!

  13. Charlott sagt:

    @Nicole: Habe ich korrigiert.

  14. Nicole Ebber sagt:

    Danke sehr, das ging ja fix. :)

  15. Lady Lukara sagt:

    Ich versteh die Kritik von Maike schon. Aber auch die Distanzierung der MM von Pinkstinks (prinzipiell ja ne tolle Sache, aber da gibt’s halt schon einiges zu kritisieren)…

    – ich weiß nicht, als „Kompromiß“ könnt man ja schon drauf aufmerksam machen, aber halt verbunden mt Kritik, also konstruktiver Kritik statt Distanzierung?

    Es ist schon wichtig, zusammenzuarbeiten, nur halt bitte nicht unkritisch!

    Ich mein, Stevie Schmiedel hat es geschafft, dieses Thema groß zu machen, was ja echt wichtig ist – und da wär ja jetzt die Gelegenheit, aktiv mitzugestalten und die Kampagne zu „verbessern“.

    Ist ja schon so, daß die MM in einer recht „engen“ Filterbubble steckt…!

    ABER: Ihr sprecht wichtige Themen an, die andere eben nicht thematisieren, un d mit Eurer scharfen Kritik bringt Ihr mich zum Nachdenken, diskutieren usw.; das weiß ich sehr zu schätzen, das ist tolle Arbeit, Danke dafür!
    Nur… heh:
    (ich hätts nur gern etwas „inklusiver“ und konstruktiver, wir wollen ja miteinander und nicht gegeneinander kämpfen. Und ich wünschte mir da irgendwie trotz – oder gerade deswegen – irgendeine kritische Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen feministischen „Fraktionen“ (MM, Emma, Mädchenblog, Pinkstinks,…), weil ich denk, daß wir viel (mehr) erreichen könnten, wenn wir eng vernetzt wären und (selbst) kritisch zusammenarbeiten täten, uns mit unserer gegenseitigen Kritik stärken und inspirieren, statt uns gegenseitig „fertigzumachen“ (da mein ich jetzt nicht die MM, ist auch übertrieben, aber Ihr wißt bestimmt, wie ich’s mein).

    Aber was ich an der MM liebe, ist, daß sie bei dem ganzen theoretischen und oft superkritischen Analysen mit Herz und Leidenschaft schreiben, halt auch sehr individuell. Das schätze ich wirklich sehr.
    (Alos auch: <3)
    :)

  16. Anna-Sarah sagt:

    @Lady Lukara: Erstmal herzlichen Dank für das Lob und das Herz, das freut mich sehr.

    Ich würde gern zu einigen Punkten – nicht nur – aus deinem Kommentar etwas sagen, weil ich es etwas schwierig finde, welche Annahmen und Erwartungen über die Mädchenmannschaft da drinstecken.

    Über das Schlagwort „Filterbubble“ und wie wir uns dazu positionieren, haben wir auch in unserem letzten Podcast gesprochen. Ebenso über die Frage nach – oftmals künstlichen – Trennungen von Theorie und Praxis.

    Zum Thema Zusammenarbeit würde ich gern nochmal auf einen aktuellen tollen Text von Nadia hinweisen.

    Ich finde die Vision „Alle(tm) ziehen an einem Strang, arbeiten zusammen, tauschen sich solidarisch-kritisch aus“ auch wunderbar. Ich empfinde gelingende Bündnisse und Kooperationen als extrem beglückend und das Gegenteil nicht selten als schmerzlich. Was mich daher wundert, irritiert und manchmal auch einfach ärgert: Warum wird davon ausgegangen, dass es allein am Unwillen der Mädchenmannschaft liegt, wenn Zusamenarbeit zwischen Projekten nicht zustande kommt? Warum wird davon ausgegangen, dass es keinen Austausch, kein Interesse, keine Versuche der Zusammenarbeit gibt/gegeben hätte – auch wenn diese vielleicht nicht immer öffentlich mitverfolgbar sind/waren? Warum werden Projekte wie die MM, die wenigstens nach besten Kräften versuchen, möglichst wenig Ausschlüsse produzierend und selbst_kritisch an ihre Arbeit heran zu gehen (und deren Mitwirkende selbst in diskriminierende Strukturen eingebunden sind), in der Bringschuld gesehen, wenn es darum geht, größere/anschlussfähigere Projekte zu „verbessern“? Warum wird davon ausgegangen, dass es solche Versuche niemals geben würde, und warum wird nicht darüber nachgedacht, welche Erfahrungen wir bei solchen Versuchen möglicherweise machen/gemacht haben? Und welche Konsequenzen wir eventuell auch im Hinblick auf andere (angestrebte) Bündnisse ziehen? Abgesehen von der Frage, welche Macht einem Projekt wie der MM da zugeschrieben wird: Welches Interesse wird da bei der MM vermutet, Kooperationen zu torpedieren, Projekte „fertig zu machen“ – was sollten wir davon haben?

    Sowieso wundere ich mich, wo diese „Die Mädchenmannschaft meckert ja immer nur an allem rum!“-Legende herkommt – wir verlinken hier andauernd Leute, Blogs, Videos, Artikel, die wir auf verschiedenen Ebenen gut/lesenswert/hilfreich/empowernd finden (was nicht immer gleichbedeutend mit 100% uneingeschränkt abfeiernswert ist). Quasi jeden Tag.

    Ich frage mich ehrlich gesagt auch, woher die Ansicht kommt, die Mädchenmannschaft würde Pinkstinks bekämpfen oder dergleichen. Meiner Erinnerung nach haben wir uns als MM bisher kaum zu der Kampagne geäußert – aus verschiedenen Gründen. Einer davon ist einfach, dass wir – ich hatte es schonmal in einer ähnlichen Diskussion gesagt – nicht gerade üppige Ressourcen und Kapazitäten haben und die Prioritäten, welchen Themen wir Raum geben, worüber wir schreiben, vielleicht manchmal einfach anders setzen als manche sich das wünschen (für andere ist es dann wieder die richtige Wahl). Natürlich kann man unsere Themenwahl und Prioritätensetzung kritisch betrachten und hinterfragen. Ich verstehe auch, dass es für manche interessant ist, wie wir uns zu bestimmten Aktionen positionieren, weil es ihnen vielleicht Input für die eigene Einschätzung gibt. Ich finde es aber manchmal merkwürdig, dass es ganz offensichtlich eine gewisse Anspruchshaltung gibt, was wir zu promoten haben. Und auf Promo-Service läuft es oftmals hinaus, denn über „konstruktive Kritik“ und Inspirationen freuen sich auch nicht immer alle, wie u.a. hier im Blog in verschiedenen Kommentarthreads nachzulesen ist, oder besonders anschaulich in letzter Zeit auch immer wieder in der EMMA. Die MM schreibt nichts: unsolidarisch, fieses Silencing, böswilliges Ignorieren. Die MM äußert sich kritisch: unsolidarisch, fieses Kaputtreden, gemeine Spaltung. Well. (Wird eigentlich auch so genau hingeschaut, wie in Sachen Soli, Promo und Support mit der MM und ihren Autorinnen so umgegangen wird…? Wird dabei auch ein bisschen an zwischen den verschiedenen feministischen Projekten recht unterschiedlich verteilte Ressourcen – materiell, medial, personell… – gedacht?)

    Manchen Erwartungshaltungen wollen und müssen wir uns einfach entziehen, um handlungsfähig zu bleiben. Und mit der Kritik daran, die täglich auf verschiedenen Wegen an uns heran getragen wird und oftmals alles andere als konstruktiv und inspirierend ist, müssen wir dann unsererseits klarkommen.

  17. kersolq sagt:

    ehrlich gesagt kam die kritik an euerer haltung zu pink stinks für mich aus heiterem himmel. heißt das, ihr wart diskret und mensch oben plaudert aus dem nähkästchen und muss das öffentlich machen? auf jeden habt ihr hier nix kaputtgeredet.