Pippi Langstrumpf Entdeckerin Heidi Oetinger letzte Nacht verstorben

von Magda

Letzte Nacht verstarb Heidi Oetinger, der wir zu verdanken haben, dass „Pippi Langstrumpf“ und „Michel von Lönneberga“ nach Deutschland kamen. Mit ihrem Mann baute Oetinger in den 1950ern den Oetinger Verlag auf und zählte zu den bedeutendsten Personen im deutschen Verlagswesen. Nach dem 2. Weltkrieg holte sie eine meiner Lieblings-KinderbuchheldInnen von Schweden nach Deutschland – die freche Pippi Langstrumpf.

Die anti-autoritäre Pippi hat an so manchen tradierten Geschlechtervorstellungen gekratzt, denn sie konnte ein Pferd hochheben, hat sich mehr für Süßigkeiten als um ihr Aussehen geschert und immer einen kessen Spruch auf der Lippe. So galt sie schnell als feministisches role model.

Heidi Oetinger wurde 100 Jahre alt.

via SpiegelOnline




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Eintrag geschrieben: Montag, 5. Oktober 2009 um 18:56 Uhr unter Kultur. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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3 Kommentare

  1. Nelly sagt:

    danke. Euch für die Nachricht und dem Ehepaar Oetinger für Ihr Engagement für Kinderbücher.

  2. Zoe sagt:

    Huhu!

    Ich wollte noch was zu Pippi Langstrumpf beitragen, weil ich dazu auch anderswo schon anderes gelesen hab. Es gibt nämlich auch durchaus FeministInnen (?), die Pippi Langstrumpf kritisieren, also nicht die Pippi, sondern das Buch an sich, weil die Annika ja schon ziemlich dem Rollenklischee entspricht mit ihren Kleidchen und ihrem nicht-dreckig-machen-Wahn und ihrer ständigen Ängstlichkeit usw.

    Ich seh das nicht so. Also, ich glaub, das Lindgren mit Tommy und Annika halt die „bürgerlichen“ Kinder kritisiert, die beiden sind ja Junge wie Mädchen einfach relativ ätzend und ängstlich und eben einfach „bürgerlich“. Trotzdem gibt’s diese Kritik und darauf wollte ich einfach mal hinweisen.

    Liebe Grüße,
    Zoe

  3. Magda sagt:

    Hi Zoe!

    Danke für die Ergänzung! Der Kritik, dass Annika so typischerweise den weiblichen Rollenklischeés entspricht, könnte man ja auch so entgegnen: Es gibt nun mal auch Mädchen, die weibliche Sterotype voll erfüllen. Ist auch nicht schlimm, Vielfalt sollte es ja geben! Dadurch dass Pippi ganz andere charakterliche Eigenschaften an den Tag liegt, wird ja aufgezeigt, dass Mädchen nicht alle wie Annika sind – ohne allerdings die Annikas dieser Welt abzuwerten. Und ich teile deine Meinung: Pippi bringt den gut bürgerlichen Kindern doch etwas Lockerheit bei ohne je bevormundend zu sein – da können sich so manche Erwachsene eine dicke Scheibe abschneiden!