Samstagabendbeat

November 1st, 2008 von Susanne

Achtung, Ohrwurmgefahr!

…maybe you’ll be the one that I like best …

Über Pony Pamplemousse und Frl. Zucker

(Und hier gibt’s mehr: thedittybops.com)

US-Medienladys mischen den Wahlkampf auf

October 31st, 2008 von Meredith

Wer sich immer noch für die US-Präsidentschaftswahl, amerikanische Medien und die Rolle der Frauen darin interessiert, freut sich vielleicht über den sehr interessanten Artikel auf salon.com über weibliche Nachrichten-Moderatorinnen und deren Erfolge:

In 2008, American news desks, campaign press planes and anchor chairs were crawling with women — and not just the fascistic sylphs of Fox News and the right. Women like Dana Bash, Andrea Mitchell, Candy Crowley, Gloria Borger and Donna Brazile were feeding us our news, and the breakout stars, like Couric, Maddow and Brown, were building audiences, asserting their perspectives on the unfolding narrative and making crafty use of the internets to stake their proprietary claim in this most surprising and enthralling of election cycles.

Autorin Rebecca Traister beschreibt den Erfolg vieler Fernseh-Journalistinnen, die erstmals seit dem 11. September 2001 wieder an Einfluss in der medialen Öffentlichkeit gewännen. Als Anchor-Women – d.h. sie präsentieren und moderieren Hauptnachrichtensendungen in einigen der großen Fernsehanstalten – schaffen es Frauen wie Katie Couric oder Rachel Maddows, Schlagzeilen mit harten Interviews und scharfen Kommentaren zu machen und nicht nur eine hübsche Fassade für die immer noch männlich dominierte Nachrichtenbranche zu bilden.

Traister sieht einen Zusammenhang zwischen der Zahl der weiblichen Präsidentschafts-Kandidaten und den Fernsehfrauen; die Fernsehfrauen sind da anderer Meinung und sehen einen Zusammenhang zwischen ihrer guten Leistung und ihren Erfolgen.

Wirklich lesenswert.

Wann ist ein Mann ein Mann?

October 31st, 2008 von Werner
Dieser Text ist Teil 2 von 3 der Serie Neues vom Quotenmann

Es gibt ja angeblich keine dummen Fragen – also wollen wir auch mal diese alte grönemeyerische Frage nicht weiter bewerten. Die Antwort auf solche Fragen kann aber sehr wohl dumm sein! Und genau so eine ist im Juli in der Taz erschienen. Arno Frank schrieb über den schwangeren transsexuellen Mann Thomas Beatie aus Amerika in einer solchen Art und Weise, dass sogar der Presserat eine Missbilligung aussprach – immerhin die zweithöchste Sanktion.

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Und das in meinen Augen auch zu Recht! Denn von Transsexualität hat der Autor wohl eher wenig verstanden, sonst würde er nicht solche Vergleiche anstellen:

„Es mag ja sein, dass er sich das wünscht, viel Geld für Operationen ausgegeben und noch mehr Schmerzen erduldet hat. Ebenso gut hätte er sich aber auch statt der Brüste die Beine amputieren, sich Flossen annähen und ein Atemloch in den Rücken stanzen lassen können - um zu behaupten, er wäre fürderhin ein Delfin.“

Eine wohl genauso bescheuerte wie beschämende Gegenüberstellung. Menschen die überzeugt sind, eher dem anderen Geschlecht anzugehören, tun dies nicht wegen Operationen, sondern können jetzt dank Operationen und Geld auch dies ausleben – das hat nichts mit wünschen zu tun, sondern vielmehr mit sein. Es gibt eben nicht den Mann und auch nicht die Frau und es gibt Personen, die sich anders fühlen als sie geboren wurden. (Nebenbei: Das Bildungsministerium geht davon aus, dass zwei von 10.000 Neugeborenen Zwitter sind, die bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres „zwangs-geschlechtert“ werden.) Wenn der Autor sich darüber hinaus sogar noch zu Folgendem herablässt, muss schon gefragt werden, mit welchem Hass er sich hier über transsexuelle Menschen lustig macht:

„Der Kaiser trägt in diesem Fall nicht neue Kleider, sondern ein neues Geschlecht. Das mag ihm glauben, wer will, und derzeit glauben viele Menschen solchen Quatsch sehr gerne …“

Meist ist es eher ein harter denn ein leichter Weg, sich für diesen „Quatsch“ zu entscheiden. Aber der Autor weiß es natürlich am besten, was transsexuelle Menschen sind und er ist sich auch nicht zu schade, seine Abscheu am Ende des Artikels deutlich zu machen:

„Thomas Beatie ist kein Mann, sondern eine schrecklich verstümmelte Frau.“

Schade, dass Arno Frank es nötig hat, für andere zu entscheiden, ab wann ein Mann ein Mann ist.

Pop-Darwinismus oder Sex mit einem Höhlenmenschen

October 30th, 2008 von Barbara

Den Artikel “Caveman Sex: How Evolutionary Psych Pushes Sexist Stereotypes” von Martha McCaughey, Professorin für Frauenstudien und Soziologie an der Appalachian State University können sich alle sexuell Interessierte unters Kopfkissen schieben. Denn eigentlich sei Charles Darwin mitschuld am weit verbreiteten Sexismus und am billigen Schema, dass Männer auf große Brüste und schlanke Taillen stehen, glaubt man einer Form der Auslegung der Evolutionspsychologie.

The human male’s low level of parental investment required for reproduction — after all, he need only ejaculate into a fertile body to reproduce and could father hundreds of children — meant that human males evolved to be relatively sexually carefree or, less delicately, to be, by nature, wanton skirt chasers.

Höhlenmenschen-Paarungsrituale, die heute ausgestorben sind? Mitnichten, stellt McCaughey fest, die übrigens auch ein Buch zum Thema veröffentlicht hat - der “Pop-Darwinismus” sei weit verbreitet:

Picture the frat dude chugging a beer in a shirt with a picture of a caveman clad in a fur pelt holding a club and with the statement “Me Find Woman.” You can actually buy these shirts on cafepress.com.

Nebenbei sei die Cavemen-isierung der männlichen Sexualität für Männer ziemlich diskriminierend:

The caveman mystique is, after all, a contemporary male counterpart of the feminine mystique so famously described by Betty Friedan in 1963. Women had to challenge the popular idea that they found fulfillment in keeping house and rearing children. It’s time now to challenge the idea that men find true self-expression in boorish behaviors, sexual aggression, and chance sexual encounters.

Danke an Halina für den Tipp.

Applaus für… Berliner Väter

October 30th, 2008 von Anna
Dieser Text ist Teil 4 von 4 der Serie Applaus für

Wie Der Tagesspiegel berichtet nehmen nirgendwo mehr Väter Elternzeit als in Berlin und zwar die meisten mehr als nur die leider oft üblichen zwei Monate:

„Jedes fünfte Berliner Neugeborene hat einen Vater, der Elterngeld bezieht“, sagt Svenja Pfahl vom sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut Sowitra. Sie arbeitet gerade im Auftrag des Senats am Berliner Familienbericht, der das Thema gründlicher beleuchten soll. Nach ihren Erkenntnissen nehmen sehr oft gut verdienende Akademiker Elternzeit. […] Dass Berliner Väter bundesweit am häufigsten Auszeiten für ihre Kinder nehmen, bestätigte am Mittwoch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei der Vorstellung des Berichtes zum Elterngeld. Das liege vor allem an jungen Männern, die in unteren Führungspositionen in den „innovativen Industrien“ der Hauptstadt arbeiten und sich die Auszeit beruflich leisten können.

Ich persönlich denke, dass diese Entwicklung nicht nur an den „innovativen Industrien“ liegt, sondern auch an der sozialen Akzeptanz der Vätermonate, die mir in einer Stadt wie Berlin überdurchschnittlich hoch erscheint und mit jedem Elternzeitvater größer wird.

Außerdem, auch das berichtet Der Tagesspiegel, bilden sich immer mehr Infrastruktur und soziale Netzwerke für die Väter heraus, wie zum Beispiel ein wöchentlicher „Väterbrunch“. Es bleibt allerdings fraglich (aber auch zu hoffen!), ob sich diese Entwicklung auch außerhalb der hippen Eltern des Prenzlauer Bergs fortsetzen und verbreiten wird.

Trotzdem:
Weiter so, Berliner Väter!

Pups, I did it again

October 30th, 2008 von Susanne

Die Brigitte soll ja früher mal (leider war ich da noch nicht im Lesealter) eine hervorragende und rundum erstzunehmende Frauenzeitschrift gewesen sein. Nun, die Zeiten sind anscheinend vorbei, geht man nach einer Kolumne auf brigitte.de, die man dort seit heute lesen kann: Kolumnistin Kathie Kleff schreibt darüber, ob man als Frau pupsen darf.

Also, wir reden jetzt nicht darüber, in vollgeschmierter Jogginghose, einem Faxe-Bier in der linken und einem Stück Pizza in der rechten Hand auf dem Sofa vor dem Fernseher zu lümmeln, den Angebeteten neben sich und dann volle Karacho einen fahren zu lassen. Nein, die Autorin macht sich  e r n s t h a f t  Gedanken darüber, ihr könnte nachts ein Pupser entweichen:

Wie viele Stunden lag ich in den letzten 34 Jahren schon wach, neben einer neuen, frischen, aufregenden Liebschaft, die selig vor sich hin schnarcht, während ich mich nicht einmal traue, die Augen zu schließen?

Das geht so einige tausend Zeichen lang - Körperfunktionen sind pfui-bäh, das kann ein Mann doch nur abstoßend finden -, nur um dann mit den Worten zu enden:

Er pupste! Einfach so, unkontrolliert, laut, und immerhin geruchlos. Und ich? Ich hab gelächelt, ihn auf die Schläfe geküsst und gedacht: Dafür lieb’ ich ihn. Ich freunde mich mit dem Gedanken an, dass das auch umgekehrt der Fall sein könnte…

Ja, wieso denn nicht bitteschön? Es geht doch wohl kein Mann ernsthaft davon aus, dass Frauen keine Verdauung haben, das Bad nur zum Nasepudern benutzen und ansonsten einfach nur perfekt sind? Nichts ist überflüssiger als dieser Perfektionszwang, der von Frauen selbst wie eine Art Kult betrieben wird. Und das bei der guten alten Brigitte

Dank an Mimi für den Link.

Ist PMS nur ein soziales Konstrukt?

October 29th, 2008 von Katrin

Rachel von feministing erklärt, warum sie denkt, dass dem so ist. Eine sehr interessante Auseinandersetzung mit einem sehr sensiblen Thema.

Aufgrund verschiedener Tatsachen, betreffend das Syndrom (beispielsweise die ungeklärte Diagnose, die ca. 150 Symptome, das Auftreten derselben auch bei Männern usw…) und einer bestimmten sozialen Begünstigung biologistischer Erklärungsschemata für weibliches Verhalten, kommt Rachel zu dem Schluss, dass PMS nur ein soziales Konstrukt sein kann, ohne aber die Behauptung aufzustellen, dass alles nur eine Kopfsache sei. Nein: Eigentlich ist es viel verzwickter und vielschichtiger. Eine wirklich hochinteressante Darlegung und Auseinandersetzung, die ich hiermit wärmstens empfehle und ich freue mich auf eine Diskussion darüber.

It’s Sexytime! - Erotik für Frauen (Teil III)

October 28th, 2008 von Katrin

Jungsheft Dieses Mal sollte es also richtig zur Sache gehen: “Porno für Mädchen”, auch bekannt als das Jungsheft, stand auf dem Plan. Und ich muss sagen, ich habe mich schon einige Wochen auf den Erwerb des Heftchens gefreut, über das ich nun schon ziemlich viel in den Medien gelesen hatte. Am Freitag war es dann so weit: Im “Kaufhaus der Berliner”, vertrauensvoller Dealer dieser kleinen Schlüpfrigkeit, erstand ich das aktuellste, gerade frisch eingetroffene Exemplar des Jungsheft (und ein Giddyheft - also Porno für Jungs - gleich mit, es sollen hier zu Hause ja alle Geschlechter auf ihre Kosten kommen!). Und so sieht es aus:

Neben den Fotoreihen nackter Jungs (”Lecker Jungs”) wurde das Problem Blasenentzündung samt möglicher Heilmethoden beleuchtet, es wurde die Band “The Teenagers” interviewt (sie waren leicht verwirrt von dem Blättchen, in dem sie erscheinen würden, aber das nur nebenbei), eine Bordellmanagerin berichte über ihre Lebenserfahrung und ihren außergewöhnlichen Beruf, daneben gab es einen Kalender für 2009 (mit “lecker Jungs” drauf) und dann noch eine Anleitung zum Vagina-Lesen: Was also sagt uns die äußerliche Form unserer Genitalien über unseren Charakter. Nun, man sieht schnell: Eigentlich geht es doch in erster Linie um die nackigen Jungs. Der Rest ist zwar nettes Beiwerk, aber weder intellektuell noch stilistisch noch sonst irgendwie groß bewegend oder tiefgründig. Macht auch nix.

Die “lecker Jungs” sind wirklich ganz lecker, also einer zumindest, die anderen waren leider nicht so recht mein Fall, aber gut. Das ist wohl Geschmacksfrage. Ich habe im Kalender gesehen, dass in der Vergangenheit wohl schon auch leckerere (also eher meinem Geschmack entsprechende) Jungs dabei waren. Insgesamt aber ist das Konzept sehr angenehm, da vor allem ganz normale Jungs, und zwar die, die sich freiwillig dort melden, Jungs, die uns im Supermarkt über den Weg laufen könnten, ohne großen fotografischen Schnickschnack und erst recht ohne Photoshop abgebildet werden. Das ist wahnsinnig sympathisch und tut sehr gut. Das Giddyheft verfolgt das gleiche Prinzip.

Also: Keine große feministische Meisterleistung im Sinne von: “Oh, wie wahnsinnig politisch und intellektuell” aber sehr wohl eine gute Idee, angenehm anzusehen und natürlich. Deswegen, und weil das Giddyheft auch einen Anhänger gefunden hat, werde ich wohl nicht das letzte Mal im “Kaufhaus der Berliner” gewesen sein.

Erotik für Frauen II: Sex - So machen’s die Frauen
Erotik für Frauen I: Alley Cat

Fazit: Viel zu tun

October 28th, 2008 von Susanne

Ende letzter Woche trafen sich die Gleichstellungsbeauftragten der Länder und Bundesministerin Ursula von der Leyen in Karlsruhe. Sie sprachen unter anderem über „Chancengerechtigkeit durch geschlechtersensible Erziehung, Bildung und Ausbildung“, „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, „Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern“ und „Unterstützung des beruflichen Wiedereinstiegs“. Ergebnis nach zwei Tagen Beratung: Es herrscht Stillstand. Von wahrer Chancengleichheit könne auch nach über 40 Jahren nicht die Rede sein, fasst es tagesschau.de zusammen.

So mag zwar der Eindruck bei manchen Menschen ein anderer sein, denn allerorts gibt es Initiativen, Programme, Fördermaßnahmen für Frauen. Doch bewegen will sich unsere Gesellschaft deswegen noch lange nicht. In Deutschland ist Gleichstellungspolitik leider vor allem Symbolpolitik. Hier ein Initiativchen, dort ein Aktiönchen - anstatt verbindlicher Quoten und wirklich bemerkbarer Änderungen bei der Erziehung in Kindergarten und Schule.

Die Folgen: Viele Männer haben kein Verständnis mehr dafür, dass immer nur Frauen gefördert werden; diese sollen doch jetzt endlich mal aufhören, sich zu beschweren. Viele Frauen führen berufliches oder privates Scheitern nur auf ihr eigenes Unvermögen zurück – denn die Umstände können es ja nicht sein; die sind ja durch all die Initiativen schon so, dass es doch eigentlich jede Frau schaffen müsste.

Eine feine Lose-lose-Situation also.

Schweigen am Dienstag

October 28th, 2008 von Susanne

Heute bleibt zum dritten Mal auf dieStandard.at die Kommentarfunktion abgeschaltet. Bis auf weiteres soll das nun jeden Dienstag so sein. Wir haben Ina Freudenschuß aus der Redaktion gefragt:

Warum?
Über eine Möglichkeit, dem Verfall der Diskussionskultur in unseren Foren entgegenzuwirken, haben wir redaktionsintern schon lange nachgedacht. Die Foren im Online-Standard sind ja bereits gefiltert, das heißt, ein guter Teil der Postings auf derStandard.at und dieStandard.at werden von den RedakteurInnen vor dem Freischalten durchgelesen. Leider ist dieses System aus unterschiedlichen Gründen sehr mangelhaft. Bei einer Klausur im Frühling dieses Jahres kamen wir dann auf die Idee, das forum zeitweise aufzuheben und die Geschäftsführung war einverstanden.

Werden sich misogyne Kommentatoren dann nicht einfach an den anderen sechs Tagen der Woche umso stärker produzieren?
Der Effekt, dass sie an den anderen Tagen umso mehr posten, ist bisher nicht eingetreten. Aber natürlich ändert ein Tag nicht alles an der Gesamtsituation. Ziel der Aktion ist es, eine Sensibilisierung in Gang zu setzen. Und es geht uns darum, die zwischenzeitliche diskursive Macht einiger weniger Frauenfeinde im Forum zu durchbrechen.

Wie sind die Reaktionen?
Das Echo ist sehr positiv. Insbesonders LeserInnen, die gar nicht oder kaum posten, haben uns wissen lassen, dass sie die Aktion unterstützen und dass sie unsere Beweggründe teilen. Viele sprachen sich auch dafür aus, die Foren auf dieStandard.at ganz aufzugeben. Die Negativ-Poster haben offenbar noch nicht den Feedback-Button entdeckt. (Lacht.)

Besteht bei einem solchen Schritt nicht die Gefahr, dass die Frauenbewegung als wenig diskussionsbereit wahrgenommen werden könnte?
Also nachdem, was uns in den vergangenen Jahren schon alles vorgeworfen wurde, fürchten wir uns vor diesem Argument nicht mehr. Ich denke, mit „Diskussionsbereitschaft“ hat das, was sich zwischenzeitlich in öffentlichen Foren abspielt, nicht viel zu tun. Die Art von Öffentlichkeit, wie sie durch allgemein zugängliche Foren entsteht, stellt ja ein Novum dar, weil Menschen in ihr massenhaft und noch dazu (fast) anonym ihre Meinung kundtun können. Insofern wäre es in meinen Augen falsch, darin einen Ort zu sehen, wo unverfälscht und repräsentativ die „gesellschaftliche Meinung“ zum Ausdruck kommt.

Glauben Sie, dass Diskussionen zum Thema Emanzipation im Internet generell problematischer sind als im direkten Gespräch?
Die Möglichkeit, sich anonym über Themen wie Gleichberechtigung oder auch Antirassismus unterhalten zu können, führt sicher zu Problemen. Offenbar hat das Internet hier aufgrund seiner Möglichkeiten eine Art Ventilfunktion übernommen, à la: „Hier können wir unter dem Deckmantel der Anonymität noch sagen, was sonst schon überall verboten ist.“ Das Internet bietet einerseits die Möglichkeit, über sogenannte „Randthemen“ weitläufig zu berichten, andererseits löst sie aber auch die schon erwähnten Probleme aus.

Mehr über den kommentarfreien Dienstag auf dieStandard.at könnt ihr hier lesen.