Shut Up and Sign_Speak!

19. Mai 2015 von Magda

Shut Up and Sign_Speak ist ein Projekt, das die Zusammenarbeit zwischen tauben und hörenden Performer_innen durch Spoken Word, Hip Hop und Gebärdensprachperformance inszeniert. Am Ende einer dreimonatiger Vorbereitung steht eine Show: Am 18. Juni 2015 präsentieren taube und hörende FrauenLesbenTrans*Inter*Queers in der Werkstatt der Kulturen in Berlin ihre Stücke.

Das Projekt braucht noch finanzielle Unterstützung, deshalb wurde eine Crowdfunding Kampagne gestartet. 

Eure Spenden helfen bei der Zahlung des Veranstaltungsortes, der Technik, der Kosten für Gebärdensprachdolmetscher_innen, der Videodokumentation und der Performer_innen.

Shut Up and Sign_Speak

Katinka und Simi von Shut Up and Sign_Speak

Mit dabei ist übrigens auch Mädchenmannschaft-Autor Jayrôme C. Robinet.




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Pitch Perfect 2: A-Ca-müsant, A-Ca-usbaufähig

18. Mai 2015 von accalmie

[Inhaltshinweis: (Milde) Spoiler für Pitch Perfect 2]

Bridesmaids, The Heat, Pitch Perfect (und nun offenbar auch Mad Max) – Hollywood-Blockbuster, in denen Frauen nicht nur die Hauptrollen spielen, sondern auch andere Interessen als die Jagd nach einer heterosexuellen romantischen Zweierbeziehung haben, sind noch immer eher spärlich gesät. Der erste Teil von Pitch Perfect, der sich um die Frauen-A-Capella-Gruppe “Barden Bellas” dreht, kam 2012 ins Kino und wurde zum unvermuteten Hit. Pitch Perfect 2, der am 15. Mai anlief, setzt letztlich da an, wo der erste Film aufhörte.

Die Barden Bellas haben mittlerweile drei nationale Titel für ihre Sangeskünste gewonnen und stehen wieder auf der Bühne. Fat Amy (dargestellt von Rebel Wilson) hat eine, nun ja, “Wardrobe Malfunction” bei einem Stunt und zeigt der Welt was passieren kann, wenn man keine Unterwäsche trägt und die Hose reisst. Die Barden Bellas sollen daraufhin aufgelöst werden, es sei denn – und man hinterfragt die Logik hier am besten einfach nicht – sie gewinnen den internationalen A-Capella-Wettbewerb in Kopenhagen und werden Weltmeisterinnen. Wie man sich denken kann, passieren auf dem Weg nach Kopenhagen lustige Dinge, Probleme müssen gelöst und Lieder und Choreographien einstudiert werden, und darüber hinaus stellt sich für jede Barden Bella die Frage, wie es nach dem College-Abschluss weitergehen soll.

Quelle: Wikipedia.

Quelle: Wikipedia.

Während sich das Narrativ im ersten Teil noch stark an der Ent­wick­lung von Beccas (dargestellt von Anna Kendrick) und Jesses Be­zieh­ung orien­tier­te, spielen die ro­man­ti­schen Be­ziehun­gen der Bar­den Bel­las in Pitch Perfect 2 eine er­fri­schend ne­ben­säch­li­che Rol­le. Gezeigt werden vor­nehm­lich die Un­ter­stütz­ung durch Be­­­zieh­­ung­s­­­part­­­­ner und die un­be­darft-über­for­der­ten Ver­­­su­­che Ben­­jis, mit der Barden-Bella-Nach­wuchs­sänger­in Emi­­ly zu flir­­­ten, bis die­­­se selbst die Ini­­­tia­­ti­­­ve er­­­greift. Im Zen­­­trum stehen aber im­­­mer die Be­­­zieh­­ung­en der Bar­­­den Bel­­­las zu­­­einan­­­der und Fra­­­gen der per­­­sön­­­li­­chen (Weiter-)Ent­­wick­­­lung. Den Bechdel-Test besteht Pitch Perfect 2 also wieder mit Leich­tig­keit. Pitch Perfect 2 wurde zudem von Frauen ge­schrie­ben und pro­du­ziert, und Eli­za­beth Banks (die die Kommentatorin Gail spielt) führ­te Regie.

Pitch Perfect 2 ist lustig: Die deutsche A-Capella-Gruppe und größte Barden-Bella-Konkurrenz “Das Sound Machine” wurde zielsicher mit Youtube-Sternchen Flula Borg besetzt und hart akzentuiert, und auch sonst geben sich einige bekannte Gesichter die Ehre, angefangen von Keegan-Michael Key, John Hodgeman und David Cross über diverse Greenbay Packers-Spieler und Snoop Dogg, hin zu Christina Aguilera, Robin Roberts, Rosie O’Donnell und Rosie Perez. Es beweist sich ebenfalls erneut, dass Witze über Deutschland immer ziehen und dass es amüsant bleibt, Uncoolness liebevoll in Szene zu setzen. Pitch Perfect 2 tut gut daran Fat Amy stärker in den Mittelpunkt zu rücken, und Sexismus und Misogynie werden auch in dieser Fortsetzung persifliert.

Genau hier zeigt sich aber das übliche Problem: Das allein reicht nicht. Bei Think Progress hat Jessica Goldstein schon beschrieben, warum “racism for comic relief”, also der Einsatz von rassistischen Witzen und Klischees, auch in Pitch Perfects Fortsetzung in die Hose ging. Ich hoffte beim Gucken immer wieder, dass diese Witze irgendwann aufgelöst würden – also, dass ein Charakter einen solchen lakonisch kommentiert, dass irgendwann peinlich berührte Stille herrscht in einer Szene oder durch eine Aktion das Gegenteil des Gesagten bewiesen wird. Bei Sexismus-Satire, die Pitch Perfect (beide Teile) ganz gut drauf hat, funktioniert das ja auch. Hier bleibt Flo (dargestellt von Chrissie Fit), die neue Barden Bella aus Guatemala, allerdings ein rassistisches Latina-Klischee, die ausschließlich und allein für komödiantischen Effekt von ihren Fluchterfahrungen erzählen darf. Auch Lilly (dargestellt von Hanna Mae Lee) muss weiterhin die leise, schüchterne, aber heimlich kampferprobte und leicht angsteinflößende asiatisch-amerikanische Barden Bella mimen.  Weiterlesen »




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Selbermach-Sonntag (17.05.2015)

17. Mai 2015 von der Mädchenmannschaft

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim SpielenWas hat euch beschäftigt, erfreut, geärgert, traurig und wütend gemacht, euer Herz vor Begeisterung hüpfen lassen? Jeden Sonntag habt ihr bei der Mädchenmannschaft die Möglichkeit eure Gedanken der letzten Woche zu teilen, Links zu tollen Texten, Blogs, Webseiten, Videos, Fotos, Gifs und Audiobeiträgen zu posten. Also ab damit in die Kommentare! Wir wünschen euch eine angenehme und erholsame Restwoche.




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Samstagabendbeat mit Bessie Smith

16. Mai 2015 von Charlott

In den USA läuft heute auf HBO das Bio-Pic “Bessie” über die Blues-Sängerin Bessie Smith (1894-1937). Die Hauptrolle spielt keine geringere als Queen Latifah und Regie führte Dee Rees (Pariah), die auch am Drehbuch mitschrieb. Hoffen wir, dass der Film bald auch hier zugänglich ist – und bis dahin bleibt natürlich immer noch: Musik!

Zum Weiterlesen: Rebel Girls: Bessie Smith Was a Queer Pioneer, and We’re Finally Gonna Get to Talk About It




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Andere Perspektiven auf den Muttertag, Kritiken an kultureller Aneignung und aufwühlende Transitionserfahrungen – die Blogschau

16. Mai 2015 von Nadine

Anna Dushime schreibt auf Buzzfeed, was es bedeutet, den eigenen Vater im Völkermord zu verlieren. Er wurde 1994 Opfer des Genozids an den Tutsi in Rwanda.

Auf nopsyko findet ihr einen kurzen Informationstext zur Anforderung und Einsichtnahme in die Behandlungsakten von vergangenen Psychiatrieaufenthalten.

Antipsychiatrische und pathologisierungskritische Perspektiven auf einem Vortrag und in einem Workshop? Steinmädchen ist buchbar!

Vergangene Woche war “Muttertag”. Schwarzrund ruft zum Feiern der Leerstelle auf, Maja Schwarz findet, dass die Muttertagsfrage ein Minenfeld ist und beim Gemischtwahnlädchen geht es um Tod und Verlust.

Auf umstandslos schreibt Anna Lisa über das Fotografieren von Kindern, die entweder während einer Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verstorben sind.

Angela Davis und Gina Dent sind derzeit in Berlin zu Gast, sprachen mit Aktivist_innen u.a. über den aktuellen Stand der Geflüchtetenproteste. Auf Schwarzrund gibt es einen Bericht zu einem Community-Workshop in der Werkstatt der Kulturen, an dem Davis und Dent teilgenommen haben.

Auf dem Blog des Berliner Theatertreffens sprechen fünf Kulturschaffende über Interventionen in rassistische Strukturen des deutschen Theaters.

Mode und Selbstdarstellung als Empowerment-Tools ist Thema bei Les Flâneurs.

Riot Trrrans* schreibt über seine Transitionserfahrungen der letzten Jahre und fragt sich, warum es vor allem für andere so schwer bleibt, Selbstbestimmung anzuerkennen.

In Frage stellen: Musik beschäftigt sich dieses Mal mit musik_kulturellen Aneignungen, welche Dimensionen Aneignungshandlungen haben können, welche Kritiken und Interventionsmöglichkeiten es gibt.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.




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IDAHOT* – Sollten homosexuelle und transgender Personen getrennt kämpfen?

15. Mai 2015 von Jayrôme

—- English version below —

 

PRO UND KONTRA, DAS  ‘T’  AUS  ‘LSBT’  ZU ENTFERNEN

Sollten homosexuelle und transgender Personen getrennt kämpfen?

Der 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie (IDAHOT*). Das Datum erinnert an den 17. Mai 1990, jenen Tag an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus ihrem Krankheiten-Katalog strich. Bis heute aber führt die WHO transgender Identitäten als Störung auf.

Nicht nur aus diesem Grund plädieren einige transgender Aktivist_innen für eine Trennung von lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen auf der einen Seite und transgender Menschen auf der anderen. Sie möchten den Kampf lieber getrennt weiterführen.

Wir haben den Eindruck, dass die Inklusion des ‘T’s in den LSBT-Überbegriff im besten Fall verwirrend, im schlimmsten Fall nicht sehr hilfreich bei der Suche nach wirklicher Gleichberechtigung für transgender Personen ist.

sagt Frances Shiels, Vorsitzende des nordirischen transgender Vereins Focus: The Identity Trust. Und auch transgender Autor Lee Hurley erklärt, warum es Zeit ist, dass ‘T’ aus LSBT zu entfernen.

Maria Sundin, die von 2010 bis 2013 Mitglied des geschäftsführenden Vorstands von Transgender Europe (TGEU) war, widerspricht:

Nicht getrennt von einander zu arbeiten, offen zu sein für alle Formen von trans und nicht-konforme Geschlechter-Identitäten und außerdem von der LGBTQI-Familie unterstützt werden – das war auschlaggebend für unseren Erfolg.

In diesem Text werde ich das Pro und Kontra, also die gängigen Argumente, die für oder gegen Transgender-Separatismus sprechen, auflisten.

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Ein Brief an feministische Frauen(Lesben)-(Polit)gruppen: Über Frauen(Lesben)-Räume, (Queer-)Feminismus und nicht-binäre Genderverortung_identifikation

14. Mai 2015 von Gastautor_in

Ich verorte mich als genderqueere Person und queer-feministische_r Trans*aktivist_in. Ich schreibe eigentlich keine Texte wie diese, habe keine theoretischen Auseinandersetzungen mit (Queer-)Feminismus, kann keine Theoretiker_innen lesen, habe nicht studiert, habe kein richtiges Abitur aber eine Konzentrationsschwäche. Also kann ich in folgendem Text nur mit meinen politischen Auseinandersetzungen und meinen Gefühlen argumentieren.

Liebe feministische Frauen(Lesben)-(Polit)gruppen,
ich fühle mich dem Feminismus stark verbunden, er begleitet mich seit ein paar Jahren und ich definiere mich sehr stark über ihn. Ich habe in den letzten Jahren einige offene Veranstaltungen von Frauen(Lesben)-Politgruppen besucht und unterstützt und finde viele Themen sehr, sehr wichtig. Manchmal weiß ich aber nicht so recht ob ich diesen Kampf überhaupt mitkämpfen darf, denn Identitäten_Verortungen außerhalb von Frau und Mann finden bei euch kaum_keine Erwähnung. Ich weiß, dass Anerkennung für feministische Themen oft sehr rar ist, was es nicht immer einfach macht dafür zu Kämpfen. Trotzdem ist mir wichtig, auch an euch meine Kritik herantragen zu dürfen:

Ich bin keine Frau, bin aber auch kein Mann. Mache jedoch tagtäglich Erfahrungen mit dieser Gesellschaft, die ihr wahrscheinlich „frauenspezifisch“ nennen würdet. Aber das sind meine Erfahrungen und die kann man mir nicht einfach so absprechen nur weil ich keine Frau bin. Denn nur ich weiß, welche Erfahrungen ich mache. Ich erlebe Sexismus, Cis-Sexismus und Hetero-Sexismus, weil ich meistens weiblich oder androgyn gelesen werde.

Und wenn ihr sagt, dass ihr auf geschlechtsspezifische Macht- und Unterdrückungsverhältnisse aufmerksam machen wollt und euch auf Feminismus beruft, fühle ich mich da mitgemeint. Jedoch passe ich nicht in das Konstrukt Frau bzw. FrauLesbe. Zu meinen Auseinandersetzungen mit Gender gehört es, mich bewusst keinem der offiziell anerkannten Geschlechter zuzuordnen. Und deshalb finde ich übrigens auch das generische Femininum ausschließend, wenn über Personen gesprochen wird die sich zum Beispiel als genderqueer verorten_identifizieren oder die Gender-Verortung_Identität nicht bekannt ist.

Ich werde von dieser Gesellschaft „frauisiert“ und somit als Frau und Lesbe diskriminiert. Meine Selbstbezeichnung ist aber eine andere. Die Raumfrage würde ich mir deshalb so beantworten: Es gibt diese Form der Machtausübung (Patriarchat), davon sind vor allem Frauen negativ betroffen, aber auch Personen, die sich selbst anders wahrnehmen, jedoch (z.B. auf Grund von weiblichkeits-Abwertung) sehr ähnliche Erfahrungen machen. Klar, Männer können auch unter dem Patriarchat leiden, sie profitieren aber eben auch wesentlich mehr als alle anderen Geschlechter.

Daraus ergibt sich, dass ich einen Raum eher über gemeinsame negative Erfahrungen mit Sexismen (und damit verschränkte Unterdrückungsmechanismen) definieren würde, anstatt negative Erfahrungen mit Sexismus nur an Frauen(Lesben) zu koppeln. Wenn Personen also feststellen, dass sie negativ von Sexismus betroffen sind und eher keine männlichen Privilegien haben, weil sie sich beispielsweise als genderqueer verorten_identifizieren, sollen sie sich für einen solchen Raum entscheiden können.

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Regelverstöße bei der Bespitzelung, Diskriminierung in der Klimaschutzbewegung, Ausbeutung im Nagelstudio – kurz verlinkt

13. Mai 2015 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

Foodwatch hat eine dickenfeindliche Kampagne gestartet, die Sophie Schimmerohn in ihrem Kommentar bei uns bereits ausführlich kritisierte (den Text gibt es auch als PDF). Foodwatch ist bestimmt auch an eurem Feedback zur Kampagne interessiert, schreibt sie an: auf twitter @foodwatch_de und Facebook.

Für eine Abschlussarbeit in Psychologie zu Auswirkungen von Mehrfachdiskriminierung auf die (psychische) Gesundheit untersucht die Marburger Uni “insbesondere Wechselwirkungen von Rassismus und Homo-⁠/⁠Biphobie auf die Gesundheit von Frauen*”.

“Im Skandal um die Polizistin, die von 2001 bis 2006 verdeckt in der linken und feministischen Szene in Hamburg ermittelt hat, mehren sich die Hinweise auf massive Regelverstöße beim Vorgehen der Polizei”, berichtet die Frankfurter Rundschau.

englischsprachige Links

Wie queere und trans Personen of Colour in der Klimaschutzbewegung unsichtbar gemacht werden und warum das gefährlich ist, beschreibt das bluestockings magazine.

Sich mal selbst was Gutes tun mit einer schönen Maniküre? Mag verlockend klingen, wenn die Ausbeutung und Misshandlungen, denen die Mitarbeiterinnen von Nagelstudios oftmals ausgesetzt sind, unsichtbar bleiben. Die New York Times berichtet.

Über die Überwachung von und ständige Verfügbarkeitserwartung an Arbeitnehmer_innen durch Arbeitgeber_innen schreibt Melissa McEwan auf Shakesville:

Termine in Hidesheim, Kiel, Berlin und Oldenburg

14. – 16. Mai, Hildesheim: Performing Back – eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Kontinuität deutscher kolonialer Vergangenheit von und mit Simone Dede Ayivi. Später im Monat auch in Oldenburg, siehe unten

15. – 17. Mai, Kiel: laDIYfest – Magda ist auch mit einem Workshop dabei!

29. Mai, Berlin: Lowkick Soli-Party. Die Einnahmen ermöglichen FrauenTrans* und Mädchen eine Woche im vom Lowkick e.V. organisierten Camp Selbstverteidigung/Thai_Kickboxen zu trainieren – auch wenn sie es sich finanziell nicht leisten können.

29. – 30. Mai, Oldenburg: weitere Aufführungen von Performing Back




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Warum ich nicht mehr über ‘Hate Speech’ diskutieren will

11. Mai 2015 von Charlott

In den letzten Wochen habe ich mir wieder einmal über Hate Speech, also Hassrede, im Internet Gedanken gemacht. Anlass war die Veröffentlichung der Broschüre “‘Geh sterben!’. Umgang mit Hate Speech und Kommentaren im Internet” durch die Amadeu Antonio Stiftung. Allerdings geht es mir hier gar nicht um die konkreten Inhalte dieser einen konkreten Publikation – sie brachte nur für mich dieses Konzept zurück in den Fokus und ich habe darüber nachgedacht, warum der Begriff so ein Unwohlgefühl bei mir auslöst.

Ja, ich mag Hate Speech nicht – also natürlich zum einen die Akte, die mit dem Konzept gemeint sind (wie überraschend, ich mag es nicht bedroht und beschimpft zu werden), aber eben auch den Begriff ‘Hate Speech’ an sich. Mich stört, dass der Begriff schnell relativ entpolitisiert verwendet werden kann. Dann wird plötzlich über die ‘Debattenkultur’ im Internet diskutiert und nicht mehr über Macht- und Diskriminierungsverhältnisse. Ich möchte dies einmal etwas ausführlicher erläutern:

Häufig wird von Hate Speech gerade dann gesprochen, wenn es um die Anerkennung von Gewalterfahrungen in ‘offiziellen’ Kontexten geht, wie beispielsweise in juristischen Verfahren oder partei-politischen Diskussionen, wenn es um Gesetze oder deren Umsetzung geht. Manchmal auch dann, wenn es um die Verantwortung von kommerziellen Seiten-Betreiber_innen im Netz geht (Facebook, Twitter, etc.). Der Bezug ist nicht selten ein rechtsstaatlicher ohne jemals zu hinterfragen, welche Gewalt eigentlich vom Rechtsstaat ausgeht, welche Personen überhaupt auf Schutz durch den Staat realistisch hoffen können, für wen Anzeigen eine Möglichkeit wären. Dies ist eben auch gut möglich, da sich nicht immer genau angeguckt wird, wer eigentlich besonders von Hasskommentaren, Bedrohungen, etc. im Internet betroffen ist.

In einem Artikel beim Tagesspiegel, der die Debatte um Hate Speech aufnimmt, heißt es im Teaser: “Netz-Debatten sind oft von Drohungen und Hetze geprägt – und manchmal greift der Hass in die analoge Welt über.” Auch wenn im Text dann einige Beispiele genannt werden, die weitere Strukturen sichtbar machen (bspw. Rassismus), so zeigt die Rahmung doch genau das, was ich immer wieder beim Thema Hate Speech beobachte. Ganz schnell können alle irgendwie gemeint sein, eigentlich könnte jede_r Opfer von Hate Speech werden. Die Diskussion ist anschlussfähig an liberale Vorstellungen, dass eben alle Personen von Hass betroffen sind. Alle sind gleich vor dem ‘Hate Speech’-Paradigma. Und darüber hinaus werden Betroffene und Täter_innen gleichermaßen individualisiert: Betroffene dadurch, dass ein Blick auf die zugrundeliegenden diskriminierenden Strukturen auch ausbleiben kann und stattdessen dort die einzelne Person, die angefeindet wird, steht. Und die Täter_innen? Die hassen, sie leben eine Emotion aus. Auch etwas, was eher im Individuum verortet wird.

Es gibt natürlich auch Beiträge, die dezidiert auf Strukturen achten, aber häufig erlebe ich eine Loslösung der Erfahrungen aus größeren Zusammenhängen und eine damit einhergehende Entpolitisierung der Diskussion. Als ich im Februar bei einer Podiumsdiskussion über “Gewalt im Netz” sprach, betonte ein Diskutant, dass Menschen einfach daran erinnert werden müssten, dass an der anderen Seite der Leitung eben auch Menschen sitzen. (Dies würde der ‘Debattenkultur’ zuträglich sein.) Doch genau da liegt das Problem, wenn ‘unfreundliche Formulierungen’, schlecht gesetzte Emoticons und Hate Speech frei ineinander übergehen, dann können auch solche entpolitisierten Vorschläge eingebracht werden. Doch exisitieren die rassistischen_hetero_sexistischen_ableistischen Aussagen im Netz ja gerade weil Menschen wissen, dass andere Personen es lesen werden. Wie ein Kommentator mal am Ende seines Hass-Rants unter einen Artikel vermerkte: “Naja ihr werdet es nicht freischalten, aber wenigstens musstet ihr es lesen.”

Warum also brauchen wir überhaupt den Begriff Hate Speech, wenn dieser sich doch so sehr anbietet zum Verwässern? Warum Diskriminierungen nicht direkt benennen und die strukturellen Auswirkungen von Sprache in den Vordergrund heben? In einem anderen Kontext schrieb Sharon:

Mehr und mehr fällt mir auf, dass die Art, wie wir über rassistische Diskriminierung nachdenken, sprechen und schreiben, den Schwerpunkt auf bestimmte Merkmale der Betroffenen legt: “Er wurde von der Polizei angehalten, weil er Schwarz ist”, “Sie wurde angegriffen, weil sie einen Hijab trug” usw. Man bekommt den Eindruck, dass “Schwarz sein” oder “Hijab-Träger_in sein” irgendwie bedeutsamer für den Bericht über die geschehene Ungerechtigkeit ist als die Tatsache, dass der_die Täter_in rassistisch ist.

Bei Hate Speech bleibt zwar der Fokus auf dem_der Täter_in, allerdings auf der Emotion ‘Hass’ und auch wieder nicht auf dem Rassismus, Sexismus, Klassismus etc. der sprechenden/ schreibenden Person.

Ich verstehe den Begriff Hate Speech als Versuch unterschiedlich motivierte Angriffe unter einem Überbegriff zu sammeln, doch für mich macht dies das Konzept oftmals unpräzise und erschwert die genaue Analyse. Wenn fast jede im Internet aktivere Person eine Hate-Speech-Geschichte zur Hand hat – was genau ist dann die Aussage? Statt diesem überstülpenden Begriff wünsche ich mir, dass doch häufiger konkret die diskriminierenden Strukturen und Rahmen beim Namen genannt werden, und nicht erst in der nachgeschobenen Erklärung, die auch schnell herausgekürzt werden kann. Bei Debatten über Gewalt im Netz (ob dabei konkret Hate Speech gesagt wird, oder dies nur implizit mitschwingt) sollte es selbstverständlich werden, dass Diskriminierungen und Anfeindungen aufgrund beispielsweise feministischer Positionen nicht im gleichen Atemzug wie unhöfliche Antworten in Foren zu Autoteilen diskutiert werden.




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Selbermach-Sonntag (10.05.2015)

10. Mai 2015 von der Mädchenmannschaft

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim SpielenWas hat euch beschäftigt, erfreut, geärgert, traurig und wütend gemacht, euer Herz vor Begeisterung hüpfen lassen? Jeden Sonntag habt ihr bei der Mädchenmannschaft die Möglichkeit eure Gedanken der letzten Woche zu teilen, Links zu tollen Texten, Blogs, Webseiten, Videos, Fotos, Gifs und Audiobeiträgen zu posten. Also ab damit in die Kommentare! Wir wünschen euch eine angenehme und erholsame Restwoche.




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