Hilfe gesucht: Kündigung der Räume des Frauen­musik­zentrums in Hamburg

27. Januar 2012 von Verschiedenen

Mit freundlicher Genehmigung des Missy Magazins veröffentlichen wir einen Aufruf zur Hilfe für das Frauenmusikzentrum (fm:z) in Hamburg mit Bitte um Weiterleitung. Die Informationen zur Immobilie findet ihr als PDF auf der Seite des Missy Magazins.

Achtung, Achtung, eure Mithilfe ist jetzt gefragt. Es war nur eine Frage der Zeit bis sich im schicken Hamburg-Ottensen die Gentrifizierung gegen das Frauen­musik­zentrum (fm:z) richtet: der Vermieter will nun akut deren Räum­lichkeiten verkaufen und kündigt dem fm:z!

Nachdem die Räume mit viel (öffentlichem) Geld und Nerven­aufwand umgebaut worden sind, eine Katastophe für den Verein. Hinzu kommt, dass sich der Verein über die dort musik­machenden Frauen finanziert – und diese kommen nicht an jeden Ort der Stadt um Musik zu machen. Gerade die Lage in einem belebten Wohn­gebiet ist für viele Frauen und Mädchen nach wie vor wichtig, um sich auch abends sicher zu fühlen. Der Ottenser Hinterhof ist ein gewachsener Stand­ort an dem das fm:z nun seit fast 30 Jahren wirkt.

Das Verkaufsexposé (siehe Anhang) klingt wie blanker Hohn: “Beste Zentrums­lage in Ottensen mit Vermietungs­sicherheit und Zukunfts­potential. Ottensen ist Magnet für kreative und unab­hängige Menschen geworden – hier stoßen gewachsene Strukturen mit modernem Lifestyle zusammen.”

Unten findet ihr eine Mail von Maria und dem fm:z Team.

Venceremos!

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I Throw Myself At Men

27. Januar 2012 von Helga

Lilly McElroy ist Künstlerin und Fotografin. In den Bildern des Projekts “I Throw Myself At Men” schmeißt sie sich auf fremde Männer. Die Bilder stellen Fragen zu Geschlechterbildern, Beziehungen und sozialen Verbindungen.

Eine weiße Frau in schwarzem Shirt und Rock springt auf einen stämmigen weißen Mann zu, der bewegungslos in einem Diner steht.

Was hat Dich inspiriert, das Projekt zu starten?

Ich mache Kunst über das Verlangen, mit anderen Verbindungen einzugehen. Vorher habe ich schon Fremde ohne ihre Einwilligung umarmt und mich an Cowboys gedrückt. Dieses Projekt war eine natürliche Weiterentwicklung. Es schien mir wichtig zu sein, etwas über das Verlangen nach romantischen Verbindungen zu machen.

Wie haben die Männer reagiert, nachdem Du die Anzeigen geschaltet hast?

Ich bekam eine handvoll Antworten auf die Anzeigen und die Männer schienen wirklich interessiert, was ich da mache und warum. Trotzdem bin ich dann schnell übergangen, einfach Männer in Bars anzusprechen. Es war natürlicher und erlaubte es mir, schneller zu arbeiten.

Wie hast Du dann überhaupt Fotos gemacht, Du selbst bist ja in der Luft?

Ich habe mit mehreren anderen Fotograf_innen zusammengearbeitet. Wir haben die Szene vorbereitet und sie haben dann den Auslöser gedrückt.

Du wolltest ja Verbindungen formen, ist das passiert?

Ich hoffe doch! Ich hatte eine Menge kurzer und lustiger Momente mit Menschen und ich fand sie sehr positiv. Es hat sich nichts längerfristiges entwickelt, aber ich denke, das ist ok. Weiterlesen »


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Was ist eigentlich… ACTA?

26. Januar 2012 von Helga

Mittwoch vor einer Woche waren vor allem englisch-sprachige Webseiten schwarz. Hintergrund war das drohende Gesetz SOPA. Wie der Name “Stop Online Piracy Act” verhiess, sollte es Piraterie im Internet eindämmen – es war allerdings so schwammig geschrieben, dass es zur Abschaltung beliebiger Webseiten ohne Gerichtsverfahren geführt hätte. Nach dem massiven Protest schwand aber die Unterstützung im US-Repräsentatenhaus und das Gesetz wird erst einmal überarbeitet. (Schmankerl am Rande: Der Autor des Gesetzes, Lamar Smith, hatte auf seiner Webseite selbst Bilder ohne Genehmigung verwendet.)

Damit allerdings ist das Thema „unliebsame Webseiten einfach abschalten“ noch lange nicht vom Tisch. Denn nun steht das internationale Handelsabkommen ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) vor der Tür, wie das Kotzende Einhorn erinnert. Auch ACTA soll verhindern, dass im Internet das Urheberrecht verletzt wird – dies sollen bereits die Internetanbieter_innen machen, die dafür kontrollieren müssten, was ihre Kund_innen im Internet eigentlich machen. Nicht nur würde so massiv die Privatsphäre verletzt, auch die eigenmächtige Kappung von Internetzugängen durch die Provider steht im Raum: Sie würden zu privater Polizei und Richter_innen in einem. So hätte die Kontroverse um den Privilege Denying Dude auch mit der Sperrung des Internetzugangs für die Verantwortliche enden können, statt „nur“ mit einer Abmahnung.


Say no to ACTA von QuadratureDuNet

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Omnomnom – die transglobale Pfannenparty

26. Januar 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 93 von 93 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

transglobal pan party
Auch auf Facebook

Wie heißt du?
Ela.

Seit wann bloggst du?
Oktober 2010.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Angefangen, meine Rezepte zu sammeln und aufzuschreiben habe ich, als die Freundin eines guten Freundes schwanger geworden ist und ich den beiden ein Kochbuch geschrieben habe, weil beide nicht wirklich kochen konnten. Dieses Dokument wurde über Jahre hinweg erweitert und irgendwann war der Schritt, das ganze zu veröffentlichen, naheliegend. Seither versuche ich, so oft wie möglich neue Rezepte zu posten, die ich online oder in Kochbüchern gefunden habe, die mir FreundInnen/Bekannte/ProfiköchInnen verraten haben oder die ich mir selbst ausgedacht habe. Das Bloggen macht natürlich dank dem Feedback meiner lieben LeserInnen irrsinnig viel Spaß – und da ich sowieso fast täglich und mit absoluter Leidenschaft koche, ist es keine Belastung sondern eine große Freude. Darüber hinaus auch oft eine Inspiration, immer und immer wieder neue Dinge auszuprobieren und zu posten!

Worüber schreibst du?
Über das, was ich koche. Und warum ich es koche, mit wem…

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ohne Internet hätte ich die meisten meiner allerbesten Freunde und unglaublich viele liebe Bekannte vielleicht nicht kennengelernt.

Wovon braucht das Internet mehr:
User mit Verantwortungsbewusstsein.

Frauen* im Web haben…
auch nicht mehr oder weniger, als Frauen in der Realität haben, das Internet bietet nur andere Möglichkeiten, sich auszudrücken.

Deine tägliche Web-Lektüre:
www.zeit.de, www.facebook.com, www.gmail.com, Blogger-Dashboard, diverse Kochblogs und Foren: whatkatieate.blogspot.com, mics-cookmania.blogspot.com, kochfieber.blogspot.com, restaurant-am-ende-des-universums.blogspot.com, kochfrosch.blogspot.com.

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.


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Film, Fernsehen, feministische Forschung – kurz verlinkt

25. Januar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 136 von 137 der Serie Kurz notiert

In Computerspielen ist der Standardcharakter meist … standard. Weiß, männlich, durchtrainiert. Aber genau wie Gamerinnen die Nase voll haben von leicht bekleideten Busenwundern, sind auch Computerspieler langsam angenervt vom 08/15-Helden. The Mary Sue über Vorlieben bei der Wahl von Spielcharakteren.

Nach Korruptions- und Manipulationsskandalen ist die südkoreanische Parteienlandschaft in Bewegung geraten, berichtet Bikya Masr. Gleich drei Parteien werden nun von Frauen geführt, die zusammen 262 der 299 Sitze der Nationalversammlung kontrollieren. Trotz enormer Fortschritte in den letzten Jahren ist der Anteil von Politikerinnen in Süd-Korea noch relativ niedrig.

Zehn Autoren, die mal so richtig gegen das Literaturestablishment rebelliert hätten, stellte neulich Flavorwire vor. Ob man wen vergessen habe, fragte man immerhin auch. Hatte man: Keine einzige Autorin erschien in der Liste! Aufgrund der Kritik zog die Seite dann nach und stellte zehn „Bad Girls“ der Literaturgeschichte vor.

Nichts wirklich Neues bei Disney: Jungs sind clever, Mädchen werden nach ihrem Aussehen beurteilt, zumindest wenn es nach einer neuen T-Shirt-Kollektion geht. Goofy, Micky und Donald werden nach ihrem Charakter dargestellt, Minnie ist einfach nur “hot”, so Shine.

Sexuelle Belästigung ist, trotz Gesetzen, in Indien weiter ein großes Problem. Care2 berichtet von einem Vater, dessen Sohn erstochen wurde, als er Frauen schützen wollte. Er appelliert an die Regierung, endlich entschlossen gegen Belästigung vorzugehen.

Wahrscheinlich klettern die meisten von uns nicht unbedingt voller Vorfreude auf den gynäkologischen Stuhl. Aber für Frauen, die eine Vergewaltigung erlebt haben, sind diese Untersuchungen nicht selten einfach nur der blanke Horror. Bei Jezebel gibt es  einen Erfahrungsbericht über die  nötigen Vorbereitungen, damit die Untersuchung dennoch so erträglich wie möglich verläuft.

Der Jahresreader 2011 vom Feministischen Institut in Hamburg ist da.

Warum der Gebrauch des vermeintlich cool-subversiven Begriffs “tranny” problematisch ist, ist nachzulesen bei funkyfest.

Sex and the City-Star Cynthia Nixon hat für Kontroversen gesorgt, als sie in einem Interview verkündete, ihre eigene Homosexualität sei frei gewählt.

Die Historikerin Yasemin Shooman hat für die Deutsche Islamkonferenz die Stereotypisierung muslimischer Frauen in öffentlichen Diskursen untersucht.

2012 geht der Marburger Kamerapreis an die Französin Agnès Godard. Godard wurde für ihre exzellente Arbeit in den vergangenen 20 Jahren sowie für ihren Einfluss und ihren Beitrag zum europäischen Kino ausgewählt. Am 2. März wird der Preis im Rahmen der 14. Marburger Kameragespräche verliehen. Die Vorreihe zu den Kameragesprächen beginnt am 8. Februar mit der Vorführung von Zusammen ist man weniger allein (Ensemble, c’est tout) im Marburger Filmkunsttheater.

Allerhand wissenswertes über die explizit antifeministische,  gerne mal am äußeren rechten Rand entlanglavierende Männerrechtsbewegung und ihre Aktivitäten hat das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung in einer umfangreichen Studie  zusammen getragen. Die komplette Publikation ist als pdf gratis herunterzuladen. Auch der österreichische derstandard berichtet und zitiert einen beteiligten Wissenschaftler: “Es geht den Akteuren – und das sind nicht nur Männer – um die Stärkung oder zumindest den Erhalt männlicher Vorrechte und das Zurückdrängen feministischer Argumentationen bzw. Institutionen. Dies gipfelt teilweise in Vernichtungsphantasien gegen den Feminismus und auch gegen einzelne feministische Personen.”

Und noch ein paar Termine: Weiterlesen »


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Hört auf Körper in ‚gut’ und ‚schlecht’ einzuteilen

25. Januar 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 41 von 41 der Serie Meine Meinung

In letzter Zeit schwirrt im Netz ein Bild umher, welches mit den immer gleichen Kommentaren gelobt wird: „Keine Frau sollte sich runterhungern!“ und „Esst mal wieder mehr! Das sieht besser aus als diese abgemagerten Models“ oder „Richtige Männer stehen auf Frauen mit Rundungen!“

Das Bild zeigt insgesamt 8 Frauen*: Die oberen vier sind prominente und nach gängiger Definition schlanke Schauspielerinnen oder Models, die Dritte von rechts zum Beispiel Keira Knightley. Die unteren vier Persönlichkeiten sind Prominente aus vergangenen Zeiten, darunter die Schauspielerin und oft als ‘Sexsymbol’ bezeichnete Marilyn Monroe. Verziert wird die Collage mit dem Spruch „Wann wurde dies… attraktiver als das?“

When did this become hotter than this? ("Wann wurde dies... attraktiver als das?")

Die Kommentare zu diesem Foto veranschaulichen exakt, was mir an diesem Bild gewaltig stinkt: Hier werden bestimmte Körperformen als ‘ideale weibliche Figur’ propagiert, die in jedem Fall ‘schöner’, ‘begehrenswerter’ und ‘gesünder’ seien als die oberen vier Körper, getreu dem Motto: “Gegen Schlankheitswahn, für gesunde, schöne Körper!“

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Frauen in der Wikipedia: Die Debatte geht weiter

24. Januar 2012 von Helga

Wo sind eigentlich die Frauen in … der Wikipedia? Um diese Variation einer im Internet schon viel zu häufig gestellten Frage ging es bereits 2010/2011 und derzeit wieder bei bei netzpolitik. Auffällig war zunächst die unterirdische Repräsentation von Frauen auf den Wikipedia-Startseiten. In den Kommentaren wurde dabei schnell deutlich, dass auch die Autor_innenschaft eher eine Autorenschaft ist, die Schreiberinnen eher abschreckt. So vermutete Justine Cassell, dass die Wikipedia-spezifische Diskussionskultur es Frauen schwer mache, sich einzubringen. So müssten Einträge und Änderungen immer wieder verteidigt werden. Und auch wenn 2011 Amerikanerinnen sehr wohl in der Lage seien, sich auszudrücken und ihre Standpunkte zu verteidigen, würden sie immer noch schneller dafür negativ abgestempelt werden. Frei nach dem Klischee „Männer diskutieren, Frauen zicken“.

Der obere Teil eines weißen Balls aus Puzzleteilen, in der Mitte ein großes W (aus dem Wikipedia-Logo)

CC-BY-2.0 jaaron

Was also ist zu tun? Kommentatorin Angelika wies damals schon auf einen Artikel von Sue Gardner hin, der aufzeigt, wie Frauen fürs Programmieren (und damit auch Wikipedia) gewonnen werden können. Einige kamen schon in den 4 Wegen, Frauen und Technik zusammen zu bringen vor, etwa: Hürden erkennen und abbauen, gezielt Frauen ansprechen und eine frauen-freundliche Arbeitsumgebung schaffen (z.B. auf sexistische Witze verzichten).

Einiges hat sich seitdem getan. So zweifelte noch 2011 Slate, ob der geringe Autorinnenanteil wirklich ein Problem sei. Wohingegen die New York Times es problematisch fand, dass preisgekrönte Autorinnen nur kurz erwähnt werden, während männliche Computerspielcharaktere ausführlich dargestellt werden. Diese Debatten sind verstummt, inzwischen wurde eine Mailingliste zum Gender Gap eingerichtet, Diversität soll eines der Hauptthemen der Wikipedia Academy 2012 werden, wie auch die Diskussionskultur bei der Wikimania 2012. Weiterlesen »


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Endspurt: Bloggerin des Jahres wählen!

24. Januar 2012 von Maedchenmannschaft e.V.

Bloggermädchen 2011

Der Countdown läuft: Noch eine Woche könnt ihr für das Bloggermädchen 2011 abstimmen. Aus rund 70 vorgeschlagenen Blogs wurden 14 Blogs ausgewählt, drei davon könnt ihr in der linken Seitenleiste als eure Favoritinnen wählen.

Wir wünschen allen nominierten Bloggerinnen viel Erfolg und legen allen Leser_innen noch einmal die anderen vorgeschlagenen Blogs ans Herz.

Für alle Twitter-User_innen: Ihr könnt gerne den hashtag #bloggerin2011 nutzen.


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Russische Feministinnen rocken gegen den Staat

23. Januar 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 16 von 16 der Serie Im Osten nichts Neues?

Mit Punk gegen autoritäre Strukturen! In knall­bunten Sommer­kleidern und mit selbst­gestrickten Neon-Masken protestierte die feministische Punkband Pussy Riot in Moskau auf dem Roten Platz gegen den paternalistischen russischen Staat und seine ver­krusteten, sexistischen Strukturen. Die Musikerinnen riefen dazu auf, öffent­liche Plätze in Russland zu besetzen und für politische Reformen zu kämpfen, so die Berliner Morgenpost.

“Wir erinnern uns an die Ereignisse des Jahres 1968″, schreiben Pussy Riot in ihrem Blog [Anmerkung: mit Google Translate könnt ihr die Seite auf Deutsch oder Englisch lesen]. “Die gleichen Macht­strukturen wie bei Breschnew regieren das Land immer noch, sie sind nicht weg. Nur die Formen des Autoritarismus, der Kontrolle und des staat­lichen Terrors haben sich geändert… Bürger werden in Russland bis heute von den Macht­habern für psychisch Kranke gehalten, die keine Ent­scheidungen selbst­ständig treffen können”.

Auf dem Roten Platz spielten die Musikerinnen ihren Song “Putin Has Pissed Himself“, in dem sie den derzeitigen Minister­präsidenten und erneuten Präsident­schafts­kandidaten Wladimir Putin kritisieren. Sie singen: ”Aufstand in Russland – Charisma des Protests, Aufstand in Russland – Putin hat Schiss” (auf ihrer facebook-Seite hat Riot Grrrl Berlin den gesamten Songtext auf Englisch zum Nach­lesen).

Die Aktivistinnen wurden daraufhin von der Polizei ver­haftet und ver­prügelt, aber glück­licher­weise nach Stunden (vorerst) wieder frei­gelassen. Erschreckend, wie die russische Polizei mit feministischem Protest umgeht…

Die Band ist für ihre Protestauftritte bekannt. So spielte sie bereits auf dem Vorbau des Moskauer Unter­suchungs­gefängnisses oder auf dem Dach eines Busses. Inspiriert wurden die Punkerinnen laut eigener Aussage vom Arabischen Frühling. So geht es ihnen primär um Politik und nicht darum, Aufmerk­sam­keit für ihre Band zu erlangen. Die Aktionen zeigen auch schon erste Wirkungen: In anderen russischen Städten gibt es bereits Nach­ahmerinnen – ganz nach dem Motto der Musikerinnen: Krawall ist niemals leise!

Einen Hörbeitrag zu den Pussy Riots mit weiteren Informationen findet ihr bei Radio Bayern.


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Blick zurück für den Blick nach vorn – Frauen im Mittleren Osten

23. Januar 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 58 von 58 der Serie Die Feministische Bibliothek

Rotes Buchcover mit einem Bild auf dem ca. 20 Mädchen und junge Frauen zu sehen sind.Mit den Revolutionen in Tunesien und Ägypten vor knapp einem Jahr ist auch eine weitere Frage immer wieder aufgetaucht: Wie steht es um die Frauen in Nordafrika, bzw. dem Mittleren Osten? Das Buch “Women and the Family in the Middle East” beleuchtet historische Entwicklungen, von den zwanziger Jahren bis in die Achtziger. Betrachtet werden zehn Länder, vom Irak über Ägypten bis zum Sudan, sowie die Palästinensischen Autonomiegebiete. Außen vor bleiben die Länder “ohne westlichen Einfluß” und Kolonialzeit, der Jemen und Saudi-Arabien, trotzdem ist dies schon ein weites Feld. Darüberhinaus werden die Themen Familie, Arbeit, Religion, Krieg & Revolutionen, Identität und Gesundheit & Erziehung betrachtet – eine umfassende Analyse gibt es daher nicht.

Stattdessen gleicht das Buch einem Puzzle, in dem sich wissenschaftliche Abhandlungen, persönliche Berichte und Fiktion in Form von Gedichten und Geschichten abwechseln. Die einzelnen Texte sind, so verschieden sie auch sind, stets gut zu lesen und verständlich. Der Versuch, das Buch in einem Rutsch zu lesen, muss an der Vielfalt der Themen allerdings scheitern. Umso mehr Sinn macht es, sich einzelne Texte herauszusuchen und mit dem heutigen Stand zu vergleichen. So wurde etwa in Libyen die radikale Gleichstellung von Männern und Frauen geplant. Dass es dazu niemals kam, zeigt nicht zuletzt die aktuelle Situation.

The problem with “starting from reality” is that, without a clear policy of change, one tends to get stuck there. (Das Problem mit dem „Beginn in der Realität“ ist, dass man ohne klare Vorgaben zur Veränderung stecken bleibt.) Weiterlesen »


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