10 Bücher für die Freibad-Tasche

15. August 2016 von Charlott

Die Sonne scheint. Das Freibad ist geöffnet. Auf der Decke liegen und feministisch inspiriert lesen. Das klingt doch ziemlich super, oder? Um zu mindestens den letzten Teil dieses Bildes erfolgreich zu erfüllen, gibt es heute diese Liste. Und ob ihr dann mit dem Buch einfach im Bett liegen bleibt, sei natürlich ganz euch überlassen.

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Die Preisträgerin

Dass Sharon Dodua Otoo den diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen hat, ist nun wahrscheinlich die Standardeinleitung, aber habt ihr auch alle ihre 2011 erschienene Novelle „die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle…“ gelesen? In diesem Buch seziert Otoo das Ende der Liebesbeziehung einer Schwarzen Frau in Berlin. Das ist mal berührend, mal komisch; ganz nah an einer Figur, ohne gesamtgesellschaftliche Kontexte auszublenden.

Und wer lieber zu einer Lesung als an den Schwimmbeckenrand möchte, kann sich zum Beispiel auf den 19.08. freuen, denn da liest sie im Kino Babylon in Berlin. (FB-Link)

Sharon Dodou Otoo. 2011. die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle… (edition assemblage)

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Der historische Roman

Yaa Gyasi hat mit „Homegoing“ eine epische Familiensaga erschaffen, die zwar über 300 Jahre umspannt aber gerade einmal etwas mehr als 300 Seiten einnimmt. Ihr Debut-Roman erzählt die Geschichte der beiden Halbschwestern Effia und Esia und ihrer Nachkomm_innen. Beide Frauen werden im 18. Jahrhundert im heutigen Ghana geboren, sie treffen sich nie direkt und ihre Leben könnten kaum unterschiedlicher verlaufen: Effia wird mit einem britischen Offizier verheiratet, der in den Versklavungshandel involviert ist, und bleibt ihn Ghana. Esi hingegen wird nach einem Konflikt gefangen genommen, versklavt und nach Amerika verschifft. In wechselnden Kapiteln wendet sich Gysasi jeweils einem Familienmitglied einer der Familienlinien zu, alle zwei Kapitel wird zu einer neuen Generation gesprungen. Themen wie Sklaverei, Kolonialismus, Jim Crow, Civil Rights Bewegung, sexualisierte Gewalt, den Gefängniskomplex und vieles mehr anschneidend, zeigt sie wie sich Trauma durch die Familien zieht und sich in weiter bestehenden rassistischen Systemen addiert. Sie gibt den Leser_innen aber auch Charaktere, die tief für einander empfinden, sich um einander sorgen, die aufsässig und widerständig sind. Das Romanende mag etwas zweckmäßig, „einfach“, erscheinen, doch nimmt es nichts von der Schlagkraft dieses wunderbaren Erstlings. In deutscher Übersetzung ist es leider noch nicht erschienen.

Yaa Gyasi. 2016. Homegoing. (Knopf)

Hinweis: Um so schöner, dass dafür Chimamanda Ngozi Adichie’s historischer Roman über den Biafrakrieg, „Die Hälfte der Sonne“, nun wieder auf deutsch erhältlich ist. Der Fischer-Verlag hat vor zwei Wochen die Übersetzung herausgebracht.

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Samstagabendbeat mit Nadia Reid

13. August 2016 von Nadia

Eine Stimme, die gleichzeitig glasklar und etwas düster ist, eine Brille wie sie selbst Daria Morgendorffer nicht besser hätte aussuchen können und dazu die ganz bezaubernden Tracks auf ihrem Debüt-Album „Listen to Formation, Look for the Signs“: Nadia Reid hat alles, was mich direkt zum Fangirl macht. (Und einen sehr schönen Vornamen, natürlich.)




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Who you gonna call? GHOSTBUSTERS!

12. August 2016 von Magda

Zu meinen Kindheitserinnerungen gehört der grün-klebrige Schleim der Ghostbusters. Hilfreich dabei war wahrscheinlich auch der gleichnamige Hit von Ray Parker, Jr., der auch heute noch Glücksgefühle in mir auslöst. Deshalb habe ich mich riesig gefreut, als ich hörte, dass in diesem Jahr ein Remake erscheinen soll. Und bitte festhalten, denn dieses Mal soll es nicht vier Helden, sondern vier Heldinnen geben. Das hat ziemlich viele Leute (hust, hust, Typen) aufgeregt, weil die Kindheitserinnerungen nun anscheinend entheiligt würden. Jetzt wollen Frauen auch noch Ghostbusters sein!!!1 Was bleibt da noch übrig für die Jungs? Traurig, aber wahr: Kein anderer Trailer in der Geschichte von YouTube erhielt mehr Dislikes. Die Jungs sind sauer.

Gestern habe ich dann endlich Ghostbusters geschaut, seit über einer Woche läuft er in den deutschen Kinos. Überraschend fand ich den erstaunlich leeren Kinosaal. Wie kann es denn sein, dass so viele den Titelsong nachts um drei besoffen auswendig schmettern können – den Film also sehr wohl kennen – aber keinen Bock haben in den Remake reinzugehen? Sind weibliche Hauptfiguren für die deutschen Befindlichkeiten zu boring? Wahrscheinlich, denn der deutsche Trailer gibt der männlichen Nebenrolle eine echt große Bühne, während der englische Trailer darauf verzichtet und ausschließlich mit den vier Hauptdarstellerinnen glänzt: Kristen Wiig, Melissa McCarthy, Kate McKinnon und Leslie Jones.

Eine umfassende Rezension kann ich leider nicht bieten (dazu bin ich zu wenig Film-Nerd), aber zwei Aspekte, die ich erwähnenswert finden, möchte ich gerne anreißen: Zum einen die Rolle von Patty (gespielt von Leslie Jones) und zum anderen das queere Potential des Films. Es folgen ein paar kleinere Spoiler.

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Clean Eating, #TeamGinaLisa und jüdisches Leben in Berlin – kurz verlinkt

10. August 2016 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

Hengameh Yaghoobifarah war am Montag beim weiteren Prozesstag um Gina-Lisa Lohfink, dort sagte einer der Täter aus und der Bericht beim Missy Magazine macht (leider natürlich nicht überraschend) wütend.

Der Bundesgerichtshofes hat einen Antrag auf einen Geschlechtseintrag als „inter/divers“ abgelehnt. Die Kampagnengruppe Dritte Option, die das Verfahren inhaltlich vorbereitet und während der bisherigen Dauer begleitet hat, schreibt in einer Presseerklärung zu dem Fall.

Bei der Trans*Inter*Tagung in München haben 40 Menschen, die sich als nichtbinär oder genderqueer verstehen, Forderungen an Gesellschaft, Medizin und Politik zusammengetragen. Die Ergebnisse dieses ersten Brainstormings hat der Trans Recht e.V. veröffentlich. (Link zu PDF)

In der ZEIT interviewt Mareice Kaiser die Bestatterin Lea Gscheidel. Sie sprechen über den Umgang mit Trauer und Tod, Vertrauen und Seifenblasen.

„Deutschland vermisst jüdische Kultur? Hier sind wir und so denken wir. Ein Gruppenporträt der Dritten Generation, der Enkel von Holocaustüberlebenden in Berlin„, schreibt Mirna Funk ebenfalls bei der ZEIT.

Teresa Buecker hat bei Edition F mit der Fotografin Kirsten Becken über ihr Mutter-Tochter Kunstprojekt zu Schizophrenie „Seeing Her Ghosts – Art Book Project“ gesprochen.

englischsprachige Links

Großartiges Video bei KQED: Die Musikerinnen Michelle Gonzales (frühere Drummerin von Spitboy) und Christine Tupou (Try the Pie) essen Tacos und sprechen über ihre Erfahrungen als Frauen of Colour in der weiß-männlich dominierten Punkszene.

New study finds men are often their own favourite experts on any given subject“ – Eine Überschrift, die quasi alles sagt und hier sicher wenige überrascht. In der Studie ging es um das Zitierverhalten von Wissenschaftler_innen.

Gleich zwei wichtige neue Texte von Flavia Dzodan gibt es bei Medium: Zum einen schreibt sie über „Clean Eating and Dirty Women„, zum anderen geht es in „My feminism will be capitalist, appropriative and bullshit merchandise“ um die kommerzielle Verwertung ihres wahrscheinlich berühmtesten Zitats „My feminism will be intersectional or it will be bullshit.“.

Termine in Berlin, Leipzig und Münster

12. bis 14. August in Münster: Es findet ein queer_feministisches Sommercamp mit Vorträgen, Workshops, Musik und vielem mehr statt.

13. August in Berlin: Um 13 Uhr beginnt die Demonstration zu #NiUnaMenos. (FB-Link) Auf deutsch schrieb Stefany hier über die Hintergründe.

Ab dem 15. August in Leipzig: Los geht es beim Sidekick Leipzig e.V. – Feministisches Thai-/Kickboxen und Selbstbehauptung! Geflüchtete FrauenTransInter können dort kostenfrei trainieren. (FB-Link)

22. August in Münster: Hengameh Yaghoobifarah spricht ab 19 Uhr über die „Abwertung von Femininität in queeren Kontexten„. (FB-Link)

23. August in Berlin: Ab 17 Uhr beginnt das III. M*straßen-Umbenennungsfest. (FB-Link)

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?




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Wenn die Justiz dich zum Opfer macht #NiUnaMenos

8. August 2016 von Gastautor_in

Stefany ist Latin@ Femme aus Peru und studiert Romanistik und Politikwissenschaft an der Freien Universität in Berlin. Sie lebt seit 14 Jahren in Deutschland, liebt Make Up, malen und Erdbeeren und bloggt auf femmeinista u.a. über Feminitätsfeindlichkeit. Sie ist außerdem bei Instagram und Twitter aktiv. Wir dürfen ihren Beitrag zu den Protesten #NiUnaMenos gegen geschlechtspezifische Gewalt crossposten – vielen Dank!

“Tengo miedo, mucho miedo, qué seguridad puedo tener ahora; esto es muy injusto. No sé cómo va a ser mi vida de hoy en adelante, puedo esperar cualquier cosa de una persona que ha intentado matarme“. – Cindy Arlette Contreras, La República.

(Übersetzung: “Ich habe Angst, große Angst, welche Art von Sicherheit kann ich jetzt haben; das ist sehr unfair. Ich weiß nicht, wie mein Leben von nun an sein wird, ich erwarte alles von einer Person, die versucht hat, mich zu töten.“ – Cindy Arlette Contreras)

Die Angriffe – erlitten von der Peruanerin Cindy Contreras am 13. Juli 2015 – empören das ganze Land. Ein Sicherheitsvideo eines Hotel in Ayacucho erfasst den Moment, indem sie von ihrem ehemaligen Partner geschlagen wurde. Adriano Pozo Arias, ihr Aggressor, wurde zu einem Jahr auf Bewährungsstrafe wegen nicht schwerwiegenden Verletzungen verurteilt und zu S./5,000 Soles (ungefähr €1,300) Schadenersatz.

Auch dieser Fall erlangte mediale Aufmerksamkeit: Lady Guillén wurde 2012 brutal von ihrem Partner geschlagen. Ihr Fall wurde zu einem Symbol für den Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Doch trotz der Beweise wurde ihr Angreifer Ronny García so gut wie entlassen – er wurde zu vier Jahren Haft auf Bewährung wegen Verbrechen gegen das Leben, Körper und Gesundheit verurteilt und musste Schmerzensgeld in Höhe von S./ 28,000 Soles (ungefähr €7,500) zahlen.

Feminicidio-2009-2015

Feminicidio Peru 2009-2015 (zum Vergrößern anklicken: PDF)

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Warum anonym hassen, wenn es auch viel glaubwürdiger geht!?

1. August 2016 von Charlott

„Menschen, die Hasskommentare ins Netz setzen, tun dies doch nur, weil sie sich hinter der Anonymität verstecken können.“ Dieses Argument und ähnliche gibt es immer wieder zu hören, wenn über den „Hass im Internet“ diskutiert wird. Häufig sind es zum Beispiel Politiker_innen, die insistieren, dass die Möglichkeit der Anonymität eine der wichtigen Ursachen für den produzierten Hass seien. Sicher wittern diese da ein dankbares Politfeld oder sind fest eingenommen von dominanten Überwachungsdiskursen, die suggerieren, dass mehr Überwachung zu mehr Sicherheit führe.

Ich selbst habe mich auch immer wieder in solchen Diskussionen wiedergefunden und meine immer gleichen Argumente vorgetragen: A) Selbst wenn Anonymität eine entscheidene Rolle hätte dahingehend, ob jemand einen Hasskommentar postet, so ändert dies ja auch noch nichts an den vorhandenen diskriminierenden und hassenden Gedanken (die die Person natürlich auch offline mit sich trägt). B) Ich halte es für gefährlich Anonymität an sich als das Gefährliche einzustufen und nicht auch zu betrachten, wie wichtig gerade auch für Menschen, die von (Mehrfach)Diskriminierungen betroffen sind Anonymität (oder das, was dieser nahe kommt) sein kann. C) Die Anonymitäts-These widerspricht sowieso meinen Erfahrungen und den Erfahrungen vieler Aktivist_innen, die ich kenne. Wie viele Fälle kenne ich/ habe ich selbst erlebt, in der von der Hasskommentare schreibenden Person vom Namen bis zum Arbeitgeber alles bekannt war? Oder beispielsweise die Person unter gleichem Kunstnamen auch öffentlich Vorträge hält (für die Polizei sie aber trotzdem bei Anzeige niemals auffindbar ist)?

Das Argument, dass etwas der Erfahrungswelt nicht entspreche, wird natürlich häufig als anekdotisch abgebügelt. Eine aktuelle Studie der Universität Zürich aber unterfüttert die Annahme, dass sich zum Schreiben von Hasskommentaren bei weitem nicht ständig hinter einer anonymen Fassade versteckt wird, sondern ganz im Gegenteil. In der Pressemitteilung zu den Forschungsergebnissen heißt es:

Wieso sollten sich Verfasser von Hassposts, die ihren Protest als moralische Pflicht rechtfertigen und sich für eine gerechte Sache einsetzen, verstecken? Zudem kann ein Online-Hasser davon ausgehen, dass sein aggressives Verhalten kaum je geahndet wird.

Auch zeigt die Studie auf, dass das Posten unter Klarnamen Vorteile hat. Die postenden Personen würden als glaubwürdiger wahrgenommen werden und erhöhten ihre Chancen Menschen in ihrem Umfeld ebenfalls zu motivieren.

Diese Studien-Ergebnisse werden auch in kommenden Diskussionen nützlich sein, denn die Debatte um Hass und Gewalt im Netz (und wie diesem begegenen) ist noch lange nicht abgebrochen. Doch leider arbeitet die Studie (oder zu mindestens die Pressemitteilung) mit einem sehr weiten Hassbegriff, der sexistisch_rassistisch_ableistische Gesellschaftsstrukturen kaum in den Blick rückt. Als Betroffene von Hassrede werden da „Politiker und Prominente, Unternehmen und Organisationen sowie Menschen bestimmter Nationalitäten und sozial Benachteiligte“ aufgezählt. Konkrete Motivationen bei den Schreibenden wie Rassismus, Cis-Sexismus oder Antisemitismus hingegen bleiben quasi unbenannt.

Letzten Endes werden die wenigstens Feminist_innen von dem Kern-Ergebnis der Studie überrascht sein, denn wo Typen wie Matussek lange Zeit regelmäßig Geld dafür erhielt seinen Sexismus und Rassismus in großen Medien zu verbreiten, verwundert es doch wenig, wenn viele andere auch gern mit ihrem Namen für ihren Hass einstehen.


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#BlackLivesMatter, erzwungene Sterilisation und Gerüchte über Geflüchtete – kurz verlinkt

27. Juli 2016 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links
Vielfältige, empowernde Spielzeuge und Bücher gibt’s bei Diversity Spielzeug.

Junge Frauen in ihrem gesellschaftlichen und politischen Engagement zu stärken und bei ihrer beruflichen Orientierung zu unterstützen – das ist das Ziel von  It´s Our Turn! Teilnehmen können Mädchen und junge Frauen zwischen 16 und 20 Jahren. Die Hälfte der Plätze ist für junge Frauen mit Fluchtgeschichte reserviert.

Mit dem Anne-Klein-Frauenpreis ehrt die Heinrich-Böll-Stiftung Frauen, die mutig und hartnäckig für Menschenrechte, Gleichberechtigung und sexuelle Selbstbestimmung eintreten. Bis zum 15. September können Kandidatinnen vorgeschlagen werden.

Seitdem Sharon Dodua Otoo den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen hat, ist sie viellerorts in den Medien präsent und gibt wunderbare Interviews. Beim boersenblatt sprach sie über das Vorlesen in Klagenfurt, Schreibpläne und die Nicht-Existtenz von apolitischer Kunst. „Wir können sprachlich viel mutiger sein“, sagt sie zu dem in einem wirklich schönem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau über emanzipatorische und diskriminierende Sprachformen, den Literaturbetrieb und die Rolle von Aktivismus.

Tove Tovesson schreibt beim Missy Magazine über „die Frage nach einem transfreundlichen Leben in einer transfeindlichen Welt„.

Gerüchte über Geflüchtete gibt es an jeder Straßenecke oder aber auch in Reden von Politikern wie Thomas de Maizière. Der Bayrische Rundfunk sprach mit Medienpädagogin Dr. Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung und Karolin Schwarz von hoaxmap über die Enttstehung dieser Gerüchte, wie diese gezielt zur Stimmungsmache eingesetzt werden und mit welchen Folgen.

Magda Albrecht stellt in ihrem Instagram-Account die Broschüre „Wir stehen alleine da“, eine Infobroschüre, die sich mit antisemitischen Ideologien und Alltagserlebnissen befasst, vor.

Noch bis zum Ende der Woche kann sich auf den Nachwuchsförderpreis des Ökonominnen-Netzwerks efas beworben werden.

englischsprachige Links

In der letzten Woche fand in Berlin eine weitere #BlackLivesMatter-Demonstration statt. ADEFRA veröffentlicht Prof. Maisha Auma Eggers Statement, in dem sie unter anderem daran erinnert, dass die Gründer_innen der #BlackLivesMatter Bewegung drei queere Schwarze Frauen sind: „We must stop erasing that! We must stop erasing crucial parts of Ours and Each others Lives! If any of Us Black Folks is not free, then we are all not free.“

Autostraddle stellt zehn Frauen mit Behinderung und deren Aktivismus vor.

Für Kunstliebhaber_innen und solche, die es werden wollen, lohnt sich ein Blick auf den Twitter-Account womens art, auf dem mehrfach täglich Künstlerinnen und ihre Werke vorgestellt werden.

AlJazeera berichtet über ein Theaterstück, in dem Roma Frauen über Erfahrungen mit erzwungener Sterilisation sprechen.

Long Read, der die investierte Zeit sehr lohnt: Kwe Today schreibt über koloniale Rechtstraditionen, Federal Missing and Murdered Indigenous Women and Girls Inquiry, Sexarbeit, indigene feministische Rechtstheorie und mehr.

Termine

Vor zwei Tagen startete die „Women in Exile-Sommerbustour durch Deutschland„. Die nächsten Termine sind: 28.07 in Leipzig, 29. und 30.07. in Nürnberg, 31.07. in Frankfurt/Oberursel, 01.08. Oberursel und 02./03.08. in Köln.

01.08. in Berlin: Das nächste Treffen des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung findet statt.

06.08. in Berlin: Eröffnung der Ausstellung „WELCOME TO FUTURISTAN„. (FB-Link)

25.-27.08. in Berlin: Unter dem Jahresmotto #hegemoniehacken findet die diesjährige Linke Medienakademie mit besonderem Fokus auf Gender und Medien statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?




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Samstagabendbeat mit Respect My Fist (und ihrer Summer Tour 2016)

16. Juli 2016 von Magda

„ich blute, menstruiere
tante rosa ist zu besuch
und wenn ich schlechte laune hab,
dann weil ich funktionieren muss“

So fängt der Song „Ich blute“ der feministischen Punkbank Respect My Fist an, die laut Bandbeschreibung „keifenden Punk und blutigen Pop“ verspricht. Das Bandkollektiv, welches öfter mal die Musiker_innen sowie die Instrumente untereinander wechselt, geht ab Ende Juli auf Tour und ist in Deutschland, Amsterdam und Belgien unterwegs. Aktuelle Infos gibt es im Facebook-Event.

„Ich blute“ von Respect My Fist in Kiel

„Eure Mädchen“ von Respect My Fist in Athen




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Reformierung des Sexualstrafrechts, Fat Acceptance Gruppe in Leipzig und #HeterosexualPrideDay

7. Juli 2016 von Magda

Deutschsprachige Links

Am kommenden Donnerstag soll im Bundestag der Grundsatz „Nein heißt Nein“ im Sexualstrafrecht verankert werden. Wie diese Woche bekannt wurde, beinhaltet der Änderungsantrag der Koalition aber auch eine Verschärfung des Ausweisungsrechts. Diese notwendige Reform wird also (höchstwahrscheinlich) mit rassistischen Mitteln durchgesetzt. Die LINKE Politikerin Halina Wawzyniak erklärt in ihrem Blog, was da gerade passiert.

Im Vorfeld durfte ein Bundesrichter in der ZEIT gegen die Reform des Sexualstrafrechts pöbeln. Gut, dass Dr. jur. Ulrike Lembke beim Missy Magazine die richtigen Worte dazu gefunden hat.

Fat Acceptance LeipzigIn Leipzig werden Mitstreiter_innen für eine Fat Acceptance Gruppe gesucht. Im Aufruf steht: „Diese Gruppe setzt sich gegen Fettfeindlichkeit und gegen die Diskriminierung von dicken_fetten Menschen ein. Sie lehnt die verletzende Diät-Kultur ab und kämpft gegen fettfeindliche Strukturen. Der Raum, den diese Gruppe bildet, ist als ein safe space für dicke_fette Menschen und solche, die Fettfeindlichkeit erfahren, zu verstehen und steht für alle offen. (…) Interesse? Email an fatacceptance@riseup.net.

Im Mai besetzten etwa 70 von Abschiebung bedrohte Rom_nja und einige Unterstützer_innen das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Rom_nja in ‪Berlin‬, um auf die zunehmende Diskriminierung und die massenhafte Abschiebung in sogenannte „sichere“ Herkunftsländer aufmerksam zu machen. Seit der Besetzung unternehmen sie verschiedene Aktionen, wie Demonstrationen und Infoveranstaltungen. Da sie untergetaucht sind, bekommen sie keine Sozialleistungen mehr, daher müssen sie sich durch Spenden über Wasser halten.

Eine neue Broschüre der Rosa Luxemburg Stiftung befasst sich mit Behauptungen und Fakten zu Sexismus: „Ist doch ein Kompliment… Behauptungen und Fakten zu Sexismus.“ Die Broschüre kann als PDF runtergeladen oder kostenlos bestellt werden unter: bestellung@rosalux.de.

Englischsprachige Links:

Mode wird meist von schlanken, weißen Models ohne Behinderungen präsentiert. Das muss sich ändern. Wie es anders geht, zeigt Nike Oyelami, Gründerin des Indie Labels Ekineyo, und präsentiert auf ihrer Webseite Models unterschiedlicher Größen.

Auf twitter trendet gerade „HeterosexualPrideDay“, weil Heten es schon zu viel finden, dass ein paar Regenbogenflaggen im LGBTQ Pride Month zu sehen sind. Eine wunderschöne Antwort präsentiert Dylan Marron auf Seriously.TV.

Termine in Bremen und Halle/Saale

Halle/Saale: Am 15. Juli findet das HERfest statt, u.a. mit Jolly Goods (die wir vor fünf Jahren auf der Mädchenmannschaft interviewten).

Bremen: Vom 8. bis zum 26. August findet das 19. internationale Sommerstudium der Informatica Feminale für Frauen in der Informatik sowie die Sommeruni für Ingenieruinnen an der Universität Bremen statt. Anmeldungen sind bis zum 25. Juli möglich.




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Von #NeinHeißtNein zu verschärften Ausweisungen?

6. Juli 2016 von Charlott

Morgen, am 07. Juli, wird der Bundestag in Berlin ab etwa 10.45 Uhr über Veränderungen im Sexualstrafrecht diskutieren und anschließend abstimmen. Dem derzeitig vorliegenden Entwurf werden gute Chancen eingeräumt durchzukommen. Im Ausschuss „Recht und Verbraucherschutz“ wurde die Regelung bereits heute beschlossen.

Einerseits sollte es einen Grund zur Freude geben: Seit Jahrzehnten kritisieren Feminist_innen strafgesetzliche Regelungen zur Verfolung von sexualisierter Gewalt. „Nein heißt nein“, soll nun endlich als Maxime ins Strafgesetzbuch Einzug erhalten. Und dies ist prinzipiell natürlich sehr zu begrüßen (auch wenn bei allen Strafgesetzänderungen immer noch Rechtspraxen sehr anders aussehen (können) und viele grundlegende Probleme, die zur Nichtverfolgung und -verurteilung sexualisierter Gewalt führen, bestehen bleiben). Doch was ist nun mit der letzten Vorlage zur Gesetzesänderung geschehen? Eine Verschärfung des Ausweisungsrechts wurde eingebaut und damit angeschlossen an die rassistischen Diskussionen von Januar, wo ebenfalls versucht wurde Betroffene sexualisierter Gewalt gegen rassifizierte Personen und Personen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus auszuspielen: Auf der einen Seite die zu beschützende deutsche Frau, auf der anderen Seite der gewaltvolle „fremde“ Mann. Beides Bilder, die Vergewaltigungskultur weiter manifestieren.

Die LINKEN-Politikerin Halina Wawzyniak hat auf ihrem Blog bereits noch einmal die Prozesse zur Entstehung der nun vorliegende Gesetzesvorlage beschrieben und analysiert, was der Bezug zum Ausweisungsrecht und die Aufnahme eines Paragraphen, der sich konkret auf sexualisierte Gewalt aus Gruppen bezieht (auch dies ein ‚Ergebnis‘ nach Köln), bedeutet. Sie schließt mit deutlichen Worten:

Hier ist jegliches Maß verloren gegangen. Und es lässt mich ratlos zurück, wie aus einem guten Ansatz, solcher Bockmist werden konnte.

Selbst der Spiegel titelte gestern Nachmittag: „Neues Sexualstrafrecht: „Nein heißt nein“-Prinzip soll Abschiebungen erleichtern„.

Die Kampagne #NeinHeißtNein hat morgen ab 9 Uhr zur Demonstration vor dem Bundestag aufgerufen. Auch diese Initiative verurteilt klar eine „Symbolpolitik zur Silvesternacht mit schwerwiegenden Konsequenzen“.

Zum Weiterlesen:

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