Feministischer Humor, sexistische Jurist_innenausbildung und Älterwerden

27. April 2017 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

„Die Linke müsste meine Eltern ansprechen, ohne soziorassistisch zu sein“, sagt Édouard Louis in der Süddeutschen Zeitung mit Blick auf die aktuellen Wahlen in Frankreich.

Was ist los mit den feministischen Blogs?, fragt Melanie bei den Femgeeks und überlegt, aus welche Gründen vielleicht weniger geschrieben und interagiert wird und was darauß Konsequenzen sein könnten.

Darauf antwortend geht es bei Ein Blog von Vielen um Eskapismus, das Ausloten der eigenen Politiken und den Entscheidungen in welchem Umfeld man wie agieren kann/ möchte/ muss.

Dieses Jahr findet wieder das Campaign Boostcamp statt. Das wird geboten: „Während des fünftägigen Trainings lernst Du, wie man erfolgreiche Kampagnenstrategien entwickelt und atemberaubende Aktionen plant, die viele Menschen erreichen. Danach beginnt ein einjähriges Unterstützungsprogramm mit mehreren Folgetreffen am Wochenende.“ Bewerbungsschluss ist der 01. Mai. Es gibt jeweils ein Stipendium für eine_n Aktivist_in of Colour/ Schwarze_r Aktivist_in und eine_n trans Aktivist_in.

In der Jurist_innenausbildung wird viel Sexismus und Rassismus reproduziert. Auf dem Tumblr Juristenausbildung wird sich jetzt damit auseinandergesetzt. Im Interview mit Armaghan Naghipour beim Missy Magazine sprechen die Macherinnen der Seite über ihre Ideen und eigenen Erfahrungen.

Das neue an.schläge-Magazin ist da und widmet sich im Dossier dem Thema Macht & Humor. Da schreibt beispielsweise Denice Bourbon über queer-feministische Comedy, die nach oben tritt und Brigitte Theißl argumentiert, warum es kritische Satire braucht.

Eine Initiative fordert Erinnerung an verfolgte Lesben in der Gedenkstätte des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück. Im Interview mit junge Welt spricht Susanne Kuntz über die historischen Hintergründe.

Die Bundestagswahl in Deutschland rückt auch langsam näher. Der LSVD hat schon einmal seine Wahlprüfsteine vorgestellt.

englischsprachige Links

„While Jewish victims and their organizational representatives have, over the years, processed claims for real estate, businesses and works of art seized by the Nazis, Jews’ more mundane Holocaust-era property may still be circulating in antique shops and households, unbeknownst to the current buyers or owners“, schreibt der Jewish News Service.

Im Fi2W Podcast geht es ums Altwerden als migrierte Person und besondere Strategien des Umgangs.

Emma Morano ist im Alter von 117 Jahren verstorben (ihr langes Leben hat sie unter anderen darauf zurückgeführt, dass sie nicht mit einem Mann verheiratet war). Die New York Times blickt anhand ihrer zurückgelassenen Objekte auf Moranos Leben zurück.

„Our culture frames illness as a battle to be won, but sometimes it’s just a thing you live with“, schreibt Caira Conner bei Buzzfeed über das Leben mit chronischen, nicht-heilbaren Krankheiten.

Termine

27. bis 30. April in Wiesbaden: Symposium mit dem Titel: Feministisch wider Willen – Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa. (fb-Link)

27. bis 30. April in Freiburg: SeminarWorkshop: „Der gefährliche Wind in der Rede – Wie umgehen mit Hassreden in den Medien

5.-7. Mai in Halle: Konferenz junger politischer Frauen mit Workshops und Diskussionen.

13. Mai in Berlin: Das Queer Zine Fest Berlin steht wieder an. Table können noch angemeldet werden.

2. – 5. Juni in Kiel: Lesbenfrühlingstreffen 2017.

9. – 11. Juni in Kiel: Save the Date! LaDIYfest Kiel.

15. – 18. Juni in Heidelberg: Das Lady*fest Heidelberg findet statt!

14. bis 16. Juli in Berlin: Festival für ein offenes und solidarisches Neukölln. (Es werden noch Leute zum Mitmachen gesucht!)

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?




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Wenn Angela Merkel jetzt Feministin ist, dann … ja was eigentlich?

26. April 2017 von Charlott

Miriam Meckel, die das Podium „Inspiring women: Scaling Up Women’s Entrepreneurship“ beim Women 20 Summit moderiert, dreht sich zu Angela Merkel und stellt die Frage, die mittlerweile zum Standard-Repertoire der unsinnigen Fragen an bekannte Frauen gehört: Versteht sich Angela Merkel als Feministin?

Während ich gelangweilt gähne, mehren sich im Publikum laute „Ja!“/ „Yes!“-Rufe, angepeitscht durch Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds. Ich bin hochgradig irritiert, was Sinn und Zweck dieser Bekenntnis-Übung ist und Angela Merkel lässt sich gewohnt nicht aus der Ruhe bringen, bevor sie zu einer (ersten) Antwort kommt:

Die Geschichte des Feminismus ist eine, da gibt es Gemeinsamkeiten mit mir und es gibt auch solche, wo ich sagen würde, da gibt es Unterschiede. Und ich möchte mich auch nicht mit einem Titel schmücken, den ich gar nicht habe, denn ich möchte mal sagen Alice Schwarzer oder so haben ganz schwierige Kämpfe gekämpft. Und jetzt komme ich und setze mich auf die Erfolge und sage „Ich bin jetzt Feministin“, das ist doch absurd. Also, ich habe keine Angst, wenn Sie finden, dass ich eine bin, stimmen Sie ab, okay. Aber ich möchte mich nicht mit der Feder schmücken.

Dass Merkel für sich erkennt, dass sie wenig mit feministischen Kämpfen gemein hat, ist dann eine eigentlich sehr redliche Reaktion. Dass feministische Kämpfe für sie vor allem Alice Schwarzer bedeutet, ist auch keineswegs verwunderlich, ist sie der EMMA bereits seit ihren Zeiten als Ministerin durch ausführliche Interviews verbunden. Feminismus, der sich sinnvoll mit einer Vielzahl von Diskriminierungsformen und Gewaltsystemen auseinandersetzt, ist in jedem Fall kein Fokus. Die Frage aber bleibt, was genau ist überhaupt dadurch gewonnen Merkel zu fragen, ob sie Feministin ist, wenn eine Analyse ihre konkreten Politiken doch viel aufschlussreicher und wesentlicher wäre?

Ivanka Trump, die ebenfalls auf dem Panel saß, hatte weitaus weniger Scheu das Feminismus-Label für sich anzunehmen und argumentierte gar, dass ihr Vater feministisch sei und zu ihrer feministischen Erziehung beigetragen habe (sie wäre in einem Haushalt aufgewachsen, in dem sie immer gewusst hätte, dass sie alles erreichen kann – dass sehr viel Geld für diese Gefühlslage sicher auch nicht unwesentlich ist, blieb natürlich unerwähnt). Was bedeutet auf diesem Panel das Wort „Feminismus“ überhaupt noch? Es ist so ein leerer Container, das Gespräch wäre genau so schlüssig gewesen, ersetzte man „Feminismus“ mit jeder anderen beliebigen Buchstabenfolge. Ich möchte „Gfhrl“ vorschlagen. Angela Merkel, verstehen Sie sich als Gfhrl? Ivanka Trump, sind sie gfhrlig aufgewachsen?

Die niederländische Königin Máxima (ja auch sie war Teil dieses skurrilen Panels) bietet eine Definition von Feminismus an, mit der sie sich identifizieren kann: Feminismus bedeutet für sie, dass Frauen Wahlfreiheit und Möglichkeiten haben. Mit diesem Minimal-Verständnis kann sich auch Merkel anfreunden und – zur Freude des Publikums – stellt sie fest, dass sie dann auch Feministin sei.

Ich frage mich, was all jene, die laut „Ja!“ rufend vor der Bühne sitzen, sich davon erhoffen, wenn eine Person wie Angela Merkel von sich sagt, sie sei Feministin/ Gfhrl? Was ist jetzt gewonnen? Wird Angela Merkel nun wichtige feministische Forderungen in ihre Regierungsarbeit integrieren? Natürlich nicht. Wie so häufig, wenn berühmte Frauen dazu aufgefordert sind, sich zum Feminismus zu bekennen, ist die Feminismus-Identitäts-Frage eigentlich relativ ziellos. Die Frage (und Antwort) emotionalisiert vielleicht kurz, eine wirkliche Auseinandersetzung aber mit feministischen Praxen und Ideen findet nicht statt.




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Samstagabendbeat: The Tuts covern Spice Girls

15. April 2017 von Charlott

Kommen gleich zwei Musikdinge, die ich liebe, zusammen: The Tuts, eine unglaublich super Band aus Großbritannien, und der Spice-Girls-Ohrwurm-Klassiker „Wannabe“.




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Festgenommene Feministin in Uganda, Verfolgung in Tschetschenien und eine Einführung in Klassismus – kurz verlinkt

13. April 2017 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Links

Die ugandische Feministin, Aktivistin und Wissenschaftlerin Stella Nyanzi, die sich unter anderem dafür einsetzt, Mädchen Zugang zu Binden zu ermöglichen und damit auch den Besuch der Schule, wurde vor einigen Tagen verhaftet – sie habe die Präsidentenfamilie beleidigt. Die taz berichtet.

Am 8. April war der Internationale Tag der Rom*nja. Für das Missy Magazine hat Hengameh Yaghoobifarah mit Isidora Randjelović gesprochen. Im Interview geht es um den Rom*nja Power Month, der am 8. mit einer Demo und einer Abschlussparty sein Ende fand, Forderungen von Rom*nja und die Wichtigkeit von Archivarbeit.

„Rassismus, Whiteness, Postkolonialismus, Intersektionalität.“ – Um diese Themen will sich Victoria Kawesa kümmern, die als erste Schwarze Frau als Parteivorsitzende in Schweden gewählt wurde.

Die erste Ausgabe des neuen Magazins Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart ist soeben erschienen. In dieser Ausgabe – die wissenschaftliche, essayistische, künstlerische wie literarische Beiträge zusammenbringt – geht es um Selbstermächtigung.

Magda war zu Gast in Freiburg und hat dem Radio Dreyeckland ein Interview gegeben zu den Themen Gesundheits- und leistungsfixierte Körperideale im Kapitalismus, Irritation & Humor als Strategien, die Anerkennung eigener Verwundbarkeiten und sehr unterschiedliche Formen von Selbststärkung.

Lesenswerter Text von Tanja Abou: „Klassismus. Oder: Was meine ich eigentlich, wenn ich von Klassismus spreche? Eine Annäherung.“ (PDF)

Die Berliner Charité veröffentlichte eine Studie zur Situation geflüchteter Frauen in Deutschland (PDF) und ihren Wünschen bezüglich Unterstützung.

Die vegane Szene hat ein Problem mit Sexismus und Bodyshaming – ein lesenswerter Bericht auf mimikama.at.

Die Filmlöwin sagt: Schluss mit der Verharmlosung sexualisierter Gewalt im TV: Eine Kampfansage gegen die „happy“ Vergewaltigung.

„Dass Menschen davon überzeugt sind, mit der richtigen Einstellung und individuellen Anstrengung alles leisten und erreichen zu können, ist im Kapitalismus wesentliche Ideologie. Dementsprechend ist es logisch, dass auch Behinderte und Kranke nicht nur regelmäßig mit der Erwartung, Leistung zu erbringen, konfrontiert sind, sondern auch selbst überzeugt davon sind, ihres ‚eigenen Glückes Schmied‘ zu sein…“ – Läuft_Nicht schreibt „Über Sport im Kapitalismus und Scheiße im Deutschlandfunk„.

Auch in diesem Semester findet in Hamburg wieder die Vortragsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ statt. Das gesamte Programm gibt es bei der AG Queer Studies.

Zwar schon vor einer Weile gebloggt, aber Bücher sind ja unsere zeitlosen Freund_innen: Queere Jugendbuch-Neuerscheinungen im Frühjahr 2017.

Englischsprachige Links

Zur Verfolgung schwuler Männer/ LGBTQ in Tschetschenien hat das russische LGBT Netzwerk ein Statement – auch mit Hinweisen, wie deren Arbeit unterstützt werden kann – veröffentlicht.

Über das Phänomen der „begpacker“ schreibt Radhika Sanghani beim Telegraph.

16 Lesbian Power Couples From History Who Got Shit Done, Together“ – Autostraddle hat eine Liste erstellt.

Termine in Berlin, Halle, Freiburg, Kiel und Wiesbaden 

27. bis 30. April in Wiesbaden: Symposium mit dem Titel: Feministisch wider Willen – Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa. (fb-Link)

27. bis 30. April in Freiburg: SeminarWorkshop: „Der gefährliche Wind in der Rede – Wie umgehen mit Hassreden in den Medien

5.-7. Mai in Halle: Konferenz junger politischer Frauen mit Workshops und Diskussionen.

2. – 5. Juni in Kiel: Lesbenfrühlingstreffen 2017.

9. – 11. Juni in Kiel: Save the Date! LaDIYfest Kiel.

14. bis 16. Juli in Berlin: Festival für ein offenes und solidarisches Neukölln. (Es werden noch Leute zum Mitmachen gesucht!)

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?




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Superstraight oder Supergay? Das Heterosexismus-Problem bei Supergirl und die Antworten ihrer queeren Fans

10. April 2017 von Nadine

Es hätte so schön werden können: Feministische Botschaften mit einer gesunden Portion Selbstironie, Calista Flockheart aka Ally McBeal aka Cat Grant aka knallharte Chefin eines Medienimperiums und Mentorin der Hauptfigur Kara Danvers / Zor-El, Kara und ihre Schwester Alex im Orphan-Black-Sestra-Style und okaye Typen, die zumeist in der Friendzone von Kara ihr Zuhause fanden. Die Screentime gehörte in Staffel 1 den Frauen in Supergirl, die jeweils auf ihre Weise ass-kicking durchs Universum und National City streiften. Das alte Spiel von Gut vs. Böse bekam hin und wieder einen feministischen Twist, weil Kara sich weigerte, auf das Bitchfight-Pferd aufzuspringen und lieber nach Verbindungen zu ihren Widersacherinnen suchte, als in den frauenverachtenden Sonnenuntergang zu reiten.

Da die Darstellung von Beziehungen und romantischen Dynamiken zwischen Figuren als Vehikel genutzt werden, um Charaktere aufzubauen, wird das gemeine queere Serienhirn nicht selten gequält mit ausufernden hohlhetigen Liebesgeschichten, jeder Menge sexistischer Metaphern und Darstellungen und obendrein Note 6 im Bechdel-Text. Nicht so Supergirl. Die Hauptbeziehung in Staffel 1 war die zwischen Kara und ihrer älteren Adoptivschwester Alex Danvers, gefolgt von Cat Grant. Trotz der Folge 1-Positionierung von Kara „I’m not gay!“ Danvers wird die Coming-Out-Story von Kara als Supergirl mit ähnlichen Dynamiken und Metaphern erzählt. Kackscheiße? Äpfel mit Birnen? Naahh, so what! Dachte ich mir und akzeptierte die stellenweise Gleichsetzung von Superkräften mit Queerness #thisiswhatqueerreadinglookslike.

Ein Teil der queeren Supergirl-Fanbase stürzte sich frisch verliebt in homoerotische Lesarten der Dynamiken zwischen Cat und Kara und Kara und Lucy Lane, der Schwester von Lois. #Supercat und #Superlane ölten unsere von Heteronormativität und Typen-Bezogenheit im Fernsehen ausgetrockneten Kehlen mit Sätzen wie diesen:

Und Alex – ich sprenge dein Gaydar – Danvers? Abgesehen von Pseudo-Flirts mit Machoboy Nr. 1 war allen Zuschauer_innen mit Herz und Verstand klar, dass in Staffel 2 My Big Fat Gay Wedding ansteht. Alex‘ herzerwärmende Coming-Out Geschichte und ihre Beziehung zu Polizistin Maggie Sawyer (#Sanvers) verzückt seitdem die Fangemeinde. Doch was wären lesbische Storylines im TV ohne ihren hetero_sexistischen Dämpfer: Supergirl wechselte vor Ausstrahlung ihrer 2. Staffel zum Sender CW, der mit Arrow, The Flash und Legends of Tomorrow typenzentrierte Serien-Adaptionen aus dem Hause DC beheimatet. Im vergangenen Jahr killten die CW-Drehbuchautor_innen mehrere queere Figuren in ihren Serien #lexasideeye oder hielten sie dauerhaft im heterosexistischen Klischee-Eckchen gefangen. Feministische Serienjunkies prophezeiten, dass große Erwartungen auf große Enttäuschungen treffen werden. Supergirl scheint es nicht anders zu gehen.

Zu Beginn von Staffel 2 verlässt Cat Grant The Ship of All Shippings, Lucy, die eigentlich das Alien-Abwehr-und-Surveillance-Department DEO mitführen sollte, scheint in der Phantomzone zu schlummern und Kara verlässt ihre Beziehung zu James Olsen, bevor sie überhaupt angefangen hatte. Im Übrigen nicht das einzige rassistische Repräsentationsproblem bei Supergirl: Maggie Saywer, die in Supergirl als Latina positioniert ist, wird von einer weißen gespielt (die wiederum eine Beziehung mit Casey Rapey Affleck führt). Mon-El, ein Alien in white male supremacy Gestalt und Sklavenhalter-Prinz, wird ohne Storyline direkt in eine Hauptrolle katapultiert. Kara , die sonst mit Autonomität und Solidarität zu Frauen glänzte, schwimmt in Staffel 2 fast nur noch in Mon-El-Tears . Winn und James gründen ihren eigenen Helden-Bro-Club, während das fierce Schwesternduo von ihren jeweiligen Beziehungs-Issues lamentiert und nur noch selten im Bae-Modus unterwegs ist.

Frauen, Lesben und Trans* scheinen für CW nicht zur bevorzugten Zielgruppe zu gehören, doch der Sender hat seine Rechnung ohne Lena Luthor, Schwester von Supermans Alltime-Widersacher Lex Luthor und CEO von L-Corp, und den (queeren) Fans der Serie gemacht. Offensichtlich als shady femme fatale angelegt, bei der sexualisierte und romantische Anspielungen in Richtung anderer Frauen oft nur heterosexistisches Mittel zum Zweck sind, gibt’s von Lena Luthor ausschließlich Commitment, Mund-Offen-Bemerkungen und jede Menge Blumen für Kara Zor-El. Und Kara?

Gal Pals, Bezzie Mates oder doch #supergay? Jedenfalls füllt Supercorp-Fanfiction die Bibliotheken des Vatikan, das Internet explodiert in Supercorp-Gif-Partys und Flame Wars mit Kara/Mon-El-Fans. Hier wird jedoch nicht nur widerständig gegen Heten aus der Hölle geshipped, die meisten Fans der Serie kritisieren die Richtungswechsel zugunsten eines straight male Gaze, der Mon-El in fast jeder Folge die reifen Bingo-Kärtchen vom Gewaltbeziehungs- und Male-Entitlement-Baum pflücken lässt. Es ist ja bekannt, dass Autor_innen, Darsteller_innen und Produzent_innen durchaus Perspektiven und Meinungen von Fans berücksichtigen. So hoffentlich auch für die dritte Staffel, die noch diesen Herbst an den Start gehen soll und in der Lena Luthor eine Hauptrolle erhält.

Zum süßen Abschluss noch diese Video-Edits, die zum Niederknien sind. Vor Lachen. Ich liebe das Internet. Und queere Serienfans.




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Ein Buch nach dem anderen: Interventionen in Gewaltsituationen und der Women’s Prize for Fiction

7. April 2017 von Charlott

Kurzrezensionen

In Experiences of Intervention Against Violence. An Anthology of Stories (2017), herausgegeben von Carol Hagemann-White und Bianca Grafe, sind Erfahrungberichte von 78 Frauen und Kindern/Jugendliche vereint. Sie alle erzählen von erfahrener Gewalt und wie sie Interventionen zu dieser erlebt haben: Welche Unterstützungsangebote waren zugänglich? Wie haben unterschiedliche Institutionen (nicht) zusammengearbeitet? Was hätten sie sich gewünscht/ bzw. was wünschen sie sich? Die Anthologie ist ein Ergebnis des Forschungsprojekts „Cultural Encounters in Intervention Against Violence“ und bringt zum einen Erfahrungen aus verschiedenen Ländern und damit Unterstützungssystemen (Deutschland, England, Slovenien, Portugal, Wales) zusammen und fokussiert zum anderen insbesondere auf migrierte Frauen oder/ und Frauen, die ethnischen oder kulturellen Minderheiten angehören. Die erlebten Barrieren umfassen damit auch gerade unzureichende Übersetzungen, wenig Verständnis für Rassismus bei Betreuenden etc. Das Buch hat keinen Anspruch darauf eine einzige Lösung für gute Interventionen zu präsentieren oder gar repräsentativ aufzuzeigen, wie Interventionsstrukturen funktionieren. Ziel ist es stattdessen denjenigen, für die eigentlich Interventionen durchgeführt werden, die Möglichkeit zu geben für ihren spezifischen Fall zu erzählen, was ihnen geholfen hat und was nicht. Das Buch selbst bietet keine Analyse der vorliegenden Quellen. Für Menschen aber, die sich dafür interessieren, wie Personen in Gewaltsituationen sinnvoll geholfen werden kann, bietet die Anthologie wichtige Einblicke und Ansatzpunkte. Dabei sollte nur nicht vergessen werden, dass natürlich auch nur bestimmte Personen hier ihre Geschichten erzählen konnten, nämliche solche, die noch Kontakt zu Beratungsstellen hatten. Menschen, die aus dem System „gefallen“ sind, sind somit nicht repräsentiert.
Die Texte sind alle ins Englische übersetzt. Wenn sie nicht auf Englisch im Orginal vorlagen, sind sie auch noch (min) in einer anderen Sprache (Deutsch, Portugiesisch oder Slovenisch) enthalten.

Seit 1996 wird in Großbritannien jährlich der Women’s Prize for Fiction (derzeitig als Baileys‘ Prize) verliehen. Die Auszeichnung geht an englischsprachige Romane von Autorinnen, die jeweils innerhalb der 12 Monate vor der Bekanntgabe der Longlist erschienen sind. Passenderweise wurde die diesjährige Longlist mit 16 Romanen am 8. März vorgestellt. Anfang dieser Woche nun wurde die Shortlist bekanntgegeben. Bis zur Bekanntgabe ist nun noch etwas Zeit (7. Juni), aber ich möchte euch schon einmal ganz kurz meine drei Favouriten von den nun noch sechs im Rennen seienden Bücher vorstellen: Ayọ̀bámi Adébáyọ̀̀s Stay With Me erzählt die Geschichte eines Paares in den 1980er Jahren in Nigeria und ihre verzweifelten Versuche Kinder zu bekommen. Vor dem Hintergrund von Militärputschs und einer insgesamt unsicheren politischen Lage fragt Adébáyọ̀̀, was eigentlich Familie bedeutet, was Elternschaft und wie eine Verhandlung von eigenen Wünschen und sozialen Vorstellungen aussehen kann oder wie sie auch scheitert. In The Dark Circle von Linda Grant erkranken die jüdischen Zwillinge Lenny und Miriam Lynskey Ende der 1940er Jahre an Tuberkulose und werden in ein Sanatorium nach Kent geschickt, welches erst seit kurzem nicht-private Patient_innen aufnimmt. Der Roman ist nicht nur ein Blick auf ein sich wandelndes Gesundheitssystem, sondern fragt auch, was es bedeutet Patient_in zu sein bzw. dazu gemacht zu werden. Madeleine Thiens Do Not Say We Have Nothing verbindete tragische, über mehrere Generationen erzählte Familiengeschichten in China und Nordamerika mit einer narrativen Struktur, die an Musik erinnert – und das nicht von ungefähr, denn die Charaktere, die im Mittelpunkt stehen, haben alle eine ganz besondere Beziehung zum Komponieren und Musikmachen.

Buchnews und -debatten

Erst einmal gute Nachrichten aus dem Mädchenmannschafts-Haus: Sharon Dodua Otoos beide Novellen die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle … und Synchronicity sind jetzt in einem sehr schönen gemeinsamen Band beim Fischer Verlag neu aufgelegt. Und im nächsten Jahr wird im Ullstein-Verlag das erste Buch von Magda Albrecht erscheinen: Es geht um Dicksein und Empowerment.

Auch neu erschienen ist FaulenzAs Buch „Support your sisters not your cisters. Über Diskriminierung von trans*Weiblichkeiten„! Illustriert wurde das Buch von Yori Gagarim.

Für das Buchprojekt beHindert und verRückt werden noch Beiträge gesucht. Vorschläge und Beiträge können bis zum 15. Mai eingereicht werden.

Fatma Aydemirs Debüt-Roman Ellbogen ist vor kurzem erschienen. Im Interview mit derStandard spricht sie über männlich konnotierte Macht und weibliche Identitätssuche.

Huntress of Diverse Books hat ein neues Projekt begonnen. Sie bespricht (auf Englisch) deutschsprachige Bücher/ Bücher aus Deutschland von und über marginalisierte Menschen. Die ersten Besprechungen sind auch schon da: Deutschland Schwarz Weiss – Noah Sow, Ellbogen – Fatma Aydemir und eingeschrieben – Emily Ngubia Kuria.

Lara bespricht bei den Femgeeks drei Comics: Goldie Vance, i love this part und Auf die Barrikaden!

Teile des Ganzen schreibt über „Femme representation (pet peeves & recommendations)“ (inklusive Buch-Tipps).

Bonnie Nadzam schreibt in ihrem Essay „Experts in the Field“ über Sexismus und sexualisierte Übergriffe im literarischen Feld (also durch Autoren, Verleger, Literatur-Professoren). Bei LitHub antworten elf Autorinnen – von Roxane Gay zu Aimee Bender – auf den Text mit ihren eigenen Einschätzungen und Erfahrungen.

Nüshu war ein Schriftsystem in der Jiangyong Region in China, welches nur von Frauen eingesetzt wurde. Lauren Young schreibt bei Atlas Obscura über die Geschichte und den Kontext des Systems, sowie die Art der Texte, die damit verfasst wurden.

Casey Stepaniuk empfiehlt bei Autostraddle acht queere Sci-Fi-Romane.

In Young Adult Romanen wird häufig die Protagonistin dadurch charakterisiert, dass sie anders als die anderen Mädchen ™ sei. Sharanya Sharma schreibt bei Bookriot „In Defense of „Other Girls“ in YA„.

Auf Natives in America gibt es ein neues Gedicht von Abaki Beck: „Our Blood Pulses Resistance„. Und Early Bird Books veröffentlicht ein neues Gedicht von Sherman Alexie mit dem Titel „Autopsy„: Last night, I dreamed that my passport bled.

Wenn 2017 ein Gedicht wäre, wie würdest du es nennen: 34 Poets Of Color Summarize 2017 In Verse.

Valeria Vitale, Dolly Garland, Jo Thomas, Pear Nuallak und Chinelo Onwualu unterhalten sich bei News & Press from The Future Fire über Protagonistinnen, insbesondere auch WoC, queere, behinderte, andersweitig marginalisierte Frauen und Non-Binary Protagonist_innen.

Decolonizing the future: Kate Heartfield schreibt beim Article Mag über Native American Autor_innen, die SCiFi schreiben.




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Drei Songs über’s Essen und Überleben

1. April 2017 von Magda

Die Band Cat Apostrophe besteht aus fünf Musiker_innen aus Leeds (UK), die sich im Januar in ihren Proberaum einschlossen, um „drei traurige Pop-Songs über’s Essen und Überleben“ aufzunehmen. Letzte Woche sind die Songs zum gratis Anhören und Mitseufzen erschienen. Es geht um Leistungsdruck, die Lust am Essen und die kleinen Errungenschaften des Tages – aufstehen, das Haus verlassen oder ein Bad zu nehmen.

Fotos via facebook und bandcamp. Cat Apostrophe gibt’s auch auf facebook und twitter.




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Stockfotografie mal anders, Preis für couragierte Lesben und kritische Bildungsarbeit – kurz verlinkt

29. März 2017 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

quix, das Kollektiv für kritische Bildungsarbeit, hat eine Broschüre zu den Themen Gender_Sexualitäten_Begehren in der Bildungsarbeit herausgegeben. Diese Themen werden in der Broschüre mit einer queer_feministischen, rassismuskritischen und intersektionalen Perspektive niederschwellig beleuchtet – dabei steht vor allem die Bildungsarbeit im entwicklungspolitischen Kontext (insbesondere von internationalen Freiwilligendiensten) im Mittelpunk.

Mit Stolz verkündet die LAG Lesben in NRW den Namen für den neuen Lesbenpreis der Öffentlichkeit: „CouLe – Preis für couragierte Lesben“. Die erste Preisträgerin ist María do Mar Castro Varela.

Anastasie Umrik schreibt sehr eindrücklich über ihre Erfahrungen mit Muskelschwund: „Der Schwund der Muskeln ist so, als hätte gerade ein Baum eins seiner vielen Blätter verloren (…). Erst im Herbst, wenn alle Blätter gefallen und endgültig ihre Farbe verloren haben, sich der Winter somit ankündigt, ja, dann beginnen alle um die grünen Blätter zu trauern. So ähnlich es es auch mit den Muskeln, die nicht mehr gehorchen wollen.“

Die neue Bildpunkt, Magazin der österreichischen IG BILDENDE KUNST, ist da: „Arbeitstitel Antifa„. Stefanie Mayer, Edma Ajanovic und Birgit Sauer schreiben in diesem beispielsweise darüber „Warum rechte Politik hierarchische Geschlechterverhältnisse braucht„.

Ein Buchprojekt sucht nach Beiträgen. Es soll um „Care revolution“ zwischen Anspruch und Wirklichkeit in linken/alternativen Zusammenhängen gehen. Gesucht werden Artikel, Zeichnungen und Comics. Den ganzen Aufruf gibt es auf der Facebookseite des Projekts.

Geld, welches ihr über Patreon an Ismail Küpeli spendet, geht an kritische Journalist_innen in der Türkei (z.B. zur finanzielle Unterstützung bei Gerichtsprozessen).

Die Schwule Seite schließt nach 17 Jahren – denn die Herausforderungen haben sich geändert. Zum Abschluss heißt es: „Wir brauchen also neue Bündnisse, in denen sich diejenigen zusammenfinden, die an einer emanzipatorischen und toleranten Entwicklung der Gesellschaft interessiert sind, die gleichermaßen gegen rassistische und antisemitische sowie gegen zweigeschlechtlich-sexistische Diskriminierung und Gewalt streiten. Ohne diese Verknüpfung emanzipatorischer Kämpfe entsteht viel Mist. Es wird für die folgenden emanzipatorischen Kämpfe darum gehen, dass sie feministisch, queer, of Color sind. Koalitionen sind nötig und werden uns gemeinsam weiterbringen.“ Im Beitrag gibt es auch noch einmal eine Linksammlung mit interessanten Analaysen und Berichten der letzten Jahre.

englischsprachige Links

Bist du auch oftmals genervt von der Bebilderung von Beiträgen? Die immer gleichen weißen, schlanken Menschen? Diverse Stock Photos baut gerade ein Archiv auf mit Fotos, die unterschiedliche Menschen in alltäglichen Situationen zeigt.

Die ägyptische Feministin Mozn Hassan und ihre Organisation Nazra for Feminist Studies haben den Alternativen Nobelpreis erhalten. Die Preisübergabe musste in Ägypten in privater Zeremonie stattfinden, da Hassan die Ausreise verboten wurde.

Queere Kurzgeschichten für Sammelband „Queerly Loving Anthology“ gesucht. Die Deadline ist der 31. Mai.

Termine in Dortmund, Freiburg, Halle, Hannover, Kiel, Magdeburg, Marburg und Wiesbaden

29. März in Marburg: Lesung: „Feministische Psychatriekritik“ von Peet Thesing (fb-Link)

31. März in Hannover: Ab 15.30 startet der Workshop „„Du siehst müde aus …“ über Mutterschaft und Sorgearbeit in Zeiten sozialer Verunsicherung„. (FB-Link)

4.-9. April in Dortmund: Erneut findet das Internationale FrauenFilmfestival statt.

5. April in Magdeburg: Margarete Stokowski liest aus ihrem Buch „Untenrum frei“ und diskutiert anschließend. (FB-Link)

6. April in Halle: Margarete Stokowski liest aus ihrem Buch „Untenrum frei“ und diskutiert anschließend. (FB-Link)

8. April in Freiburg: Vortrag & Workshop „(Mein) Fett ist politisch“ von 11:30 bis 13h und von 14 bis 18h für interessierte Frauen_, Lesben_, Trans_ und Inter_ Im fz* feministisches zentrum freiburg (barrierefrei), Faulerstr. 20. Anmeldung zum Workshop unter: jubilaeum@tritta-freiburg.de.

27.- 30. April in Wiesbaden: Symposium mit dem Titel: Feministisch wider Willen – Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa. (fb-Link)

5.-7. Mai in Halle: Konferenz junger politischer Frauen mit Workshops und Diskussionen.

2. – 5. Juni in Kiel: Lesbenfrühlingstreffen 2017.

9. – 11. Juni in Kiel: Save the Date! LaDIYfest Kiel.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?




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Traumatisierte geflüchtete Frauen, Problemlehrer_innen und Mansplaining – kurz verlinkt

23. März 2017 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Links

Druckfrisch aus der Presse im Unrast Verlag: „exit RACISM. rassismuskritisch denken lernen“ von Tupoka Ogette.

Die aep informationen ist die älteste feministische Zeitschrift Österreichs und wird von abwechselnden Herausgeber_innen betreut. Im aktuellen Heft findest du Beiträge über Body Shaming, trans Frauen in Haft oder Street Harassement.

Für traumatisierte geflüchtete Frauen gibt es zu wenig psychologische und therapeutische Hilfe, berichtet die Süddeutsche anlässlich einer Studie der Charité Berlin.

Auch das neue an.schläge-Magazin ist raus. Das Thema dieses Mal: Geld & Geschlecht – Was Finanzen mit Feminismus zu tun haben. Wie immer gibt es auch einige Texte online zu lesen.

Ständig wird über Brennpunktschulen (und den implizierten Problemschüler_innen) gesprochen, doch sollten wir nicht einmal über Problemlehrer_innen sprechen? Eine Lehrerin schreibt im Tagesspiegel über fehlende Reflexion rassistischer und klassistischer Denkmuster.

Die FAZ glänzt mal wieder mit rassistischer Karikatur. Die ISD hat eine Stellungnahme verfasst.

Noah Sow zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz: „10 Jahre AGG – Eine Entwicklungshilfe„.

Englischsprachige Links

Falls ihr ein paar Euros übrig habt, unterstützt doch das vorbildliche Jugendprojekt Sadaka-Reut Arab Jewish Youth Partnership in Jaffa (Israel): „Community in Action is a volunteering and leadership development project that brings together young Palestinian and Jewish high school graduates and university students in Tel Aviv-Jaffa.“

women, what’s the most infuriating thing you’ve had mansplained to you?„, fragte Tracy Clayton auf Twitter und oh die Antworten waren vielfältig vom eigenen Fachgebiet bis dazu, wie richtig aus einer Wasserflasche zu trinken sei.

Termine in Berlin, Dortmund, Kiel, Leipzig, Marburg und Wiesbaden 

23. März in Berlin: Rechtsextreme Frauen werden mit ihren Einstellungen und ihrem Handeln oft übersehen und unterschätzt. Heike Radvan und Esther Lehnert sprechen über ihr Buch. (FB-Link)

25. März in Leipzig: Perspectives on Genitals in (queer) feminist Comics (fb-Link).

29. März in Marburg: Lesung: „Feministische Psychatriekritik“ von Peet Thesing (fb-Link)

4.-9. April in Dortmund: Erneut findet das Internationale FrauenFilmfestival statt.

27.- 30. April in Wiesbaden: Symposium mit dem Titel: Feministisch wider Willen – Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa. (fb-Link)

2. – 5. Juni in Kiel: Lesbenfrühlingstreffen 2017.

9. – 11. Juni in Kiel: Save the Date! LaDIYfest Kiel.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?




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21. März. Tag für die Beseitigung der rassistischen Diskriminierung.

21. März 2017 von Charlott

Am 21. März 1960 versammelten sich rund 20.000 Menschen in Sharpeville um gegen die Passgesetze des Apartheid-Regimes in Südafrika zu protestieren. Der Protestzug zieht Richtung Polizeistation und wird von Beginn an von der Polizei gegängelt. Mit dem Vorwand jemand hätte Steine geworfen, beginnt dann die Polizei in die Menge zu schießen. Panik bricht aus. Es werden 69 Menschen getötet, viele weitere (teils schwer) verletzt. Seit 1966 ist der 21. März als Gedenktag an das Massaker offiziell von den Vereinten Nationen zum Tag für die Beseitigung der rassistischen Diskriminierung* ernannt.

Dass Deutschland ein Rassismusproblem hat, ist nichts neues. Da wäre alles rund um den NSU, die Ermittlungen zu diesem und das noch laufende Gerichtsverfahren. Da wäre Racial Profiling (in unterschiedlichen Gewändern) und Polizeigewalt, bis hin zu Mord wie beispielsweise in den Fällen von Oury Jalloh und Christy Schwundeck. Natürlich auch insbesondere Polizeigewalt gegen trans Personen of Color. Das gescheiterte NPD-Verbot und die AfD. Eigentlich alle Debatten und Gesetzgebungen rund um Asyl und Flucht (und den Umgang mit protestierenden Geflüchteten) – sowie die regelmäßigen Angriffe auf Unterkünfte von Geflüchteten. Die bis heute nicht genügend aufgearbeitete Kolonialzeit – und die fehlenden handfesten Konsequenzen, die aus einer Aufarbeitung folgen müssten. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen mit Stichworten wie Blackface-Debatte zum Beispiel.

Selbst die Vereinten Nationen stellen regelmäßig in ihren Berichten fest, dass Rassismus in Deutschland fest strukturell verfestigt ist. Lesenswert sind dazu auch die zivilgesellschaftlichen Hintergrundpapiere: Die IniRromnja schreibt dort zu Rassismus gegen Rrom*nja und Sinti*zza, Damaris Uzoma (ISD e.V.) zu Rassismus gegen Schwarze Menschen, Dr. Bilgin Ayata „Zur rassistischen Mordserie des NSU und der Rolle des Staates“ und Bea Cobbinah zu Rassismus gegen LSBTQI of Color, um nur einige Beispiele zu nennen.

Eine Übersicht mit deutschlandweiten Veranstaltungen, die heute und in den nächsten Tagen stattfinden, gibt es bei Internationale Wochen gegen Rassismus. Auseinandersetzung mit Rassismus aber findet natürlich ganzjährlich statt. Aus diesem Grund hatte Sharon vor zwei Jahren ihre „ganz persönliche „top ten“ an Weiterbildungs- bzw. Empowerment-Empfehlungen (in Deutschland)“ zusammengestellt.

* Ich halte es bei der Bezeichnung wie Sharon, die dazu schrieb: „*Im Original „Rassendiskriminierung.“ Ich habe es geändert um deutlich zu machen, dass es keine biologischen Rassen gibt. Wirklich nicht.“




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