Antifa-Sportgruppe, Alison Bechdel, Ärsche – kurz verlinkt

24. September 2014 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Beiträge

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat im Zuge ihrer Ermittlungen gegen eine vermeintliche “Antifa-Sportgruppe” über “900.000 Datensätze von Handys erfasst sowie persönliche Daten von mehr als 55.000″ Demonstrant_innen und Anwohner_innen ausgewertet. Nun wurden alle Verfahren ohne Auflagen eingestellt, berichtet Spiegel Online.

Das Archiv für Jugendkulturen sammelt Geld, um das bereits bestehende Zine-Archiv weiterauszubauen. Dafür sollen Hefte mit Themen rund um Feminismus, Queerness und Riot Grrrls aufgekauft werden.

Auch in der Schweiz haben Aktivist_innen am Wochenende gegen selbsternannte “Lebensschützer” demonstriert.

In Frankfurt blockierten am Montag behinderte Menschen eine Straße, um gegen die 90-prozentige Kürzung ihres Kontingents an Taxifahrten zu demonstrieren. Denn Mobilität, die die Stadt sonst gern groß feiert, gilt eben mal wieder nicht für alle, berichtet auch kobinet.

Englischsprachige Beiträge

Der Telegraph hat die Frage aufgegriffen, ob Gäste im Münchner Hofbräuhaus rassistisch diskriminiert wurden (wir berichteten).

Alison Bechdel hat einen McArthur Genius Grant gewonnen, freut sich Autostraddle und Feministing interviewt die Genius Grant Gewinnern Sarah Deer. Mehr großartige Gewinnerinnen stellt das Ms.Magazine vor.

Black Girl Nerds schreibt zum Schwarzen Cosplayer Darrien Hunt, der von der Polizei erschossen wurde. Auf Twitter thematisiert #BlackLivesMatter diesen und andere Fälle rassistischer (Polizei-)Gewalt.

“Why does a black butt only look good in white skin?” Yomi Adegoke kommentiert im Guardian Cultural Appropriation und Körpernormierungen durch Künstler_innen und Mainstream-Medien.

Termine in Amsterdam, Bochum, Rostock und Wien

26. und 27. September 2014 in Rostock: Der der grrrlz*DaIY wird 4. Details gibt es hier zum nachlesen.

28. September in Wien: Kundgebung und Demo für sexuelle Selbstbestimmung, Zugang zum legalen und sicheren Schwangerschaftsabbruch und für reproduktive Rechte (Facebook-Link)

8. November 2014 in Amsterdam: “Returning the Gaze: Blackface in Europe“, eine internationale Aktivist_innenkonferenz.

Vom 3. November bis 14. Dezember 2014 wird Prof. Dr. Senay Kara der Universität Istanbul die Marie-Jahoda-Gastprofessur an der Ruhr-Universität Bochum übernehmen und für Vorträge zur Verfügung stehen.




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Muttiblog oder: wie weiter?

24. September 2014 von Melanie

Es wurde ein wenig ruhig hier, beim Muttiblog. Zum einen lag das daran, dass ich mit Kind Nummer 2 schwanger war und nun in Elternzeit bin. Aber auch, weil der Muttiblog inzwischen längst nicht mehr die einzige Plattform ist, auf der Mutterschaft aus feministischer Perspektive abgehandelt wird. fuckermothers dürfte Euch ja inzwischen ein Begriff sein, das Onlinemagazin/Blogkollektiv “umstandslos” inzwischen auch. Vor allem aber bin ich mir diese Serie (also den Muttiblog) mal durchgegangen um zu überlegen: Welche Themen wurden hier noch nicht abgearbeitet? Meistens ging es um Vereinbarkeit, die Umstellung von der Kinderlosigkeit hin zur Auseinandersetzung mit dem Muttersein und welche Einschränkungen das bedeutet oder der Arbeitsteilung mit dem Vater des Kindes.

Das sind und bleiben aktuelle und umkämpfte Felder, wenn wir Mutterschaft aus einer feministischen Perspektive betrachten. So bleibt der Fokus aber auch auf dem “Wie bekomme ich als Mutter noch das größtmögliche Stück vom Kuchen” – ohne das “System” selber zu hinterfragen:

Die Kleinfamilie zum Beispiel, auch Kernfamilie genannt. Minime, also mein 3jähriger Sohn kam neulich aus dem Kindergarten und sagte, er habe Mutter-Vater-Kind gespielt. DER Klassiker. Früh übt sich, und so. Dem etwas entgegenzusetzen, wenn man dieses Familienbild selber (vor)lebt ist schwer. Dennoch bin ich sicher: Die Kleinfamilie taugt nichts. Die Frage ist aber: was ist die Alternative? Zurück zur Großfamilie mit mehreren Generationen “Blutsverwandter”? Weder immer praktikabel, noch wünschenswert, ist doch für manche nahezu überhaupt die Rettung, sich selber aus der Herkunftsfamilie lösen zu können. Gleichgesinnte suchen? Wie kann man darauf ein tragendes Netz bauen? Und blendet das nicht wieder die Verantwortlichkeiten von Wirtschaft und Politik aus? Im/Nach dem 2. Weltkrieg gab es “Notgemeinschaften” von Frauen, die gemeinsam die verschiedenen zu bewältigenden Aufgaben um Produktion und Reproduktion teilten, die waren aber, als die Männer aus dem Krieg wieder kamen, vorbei. In der zweiten Frauenbewegung entstanden Frauenwohnprojekte, auch hier kamen mehrere Frauen mit und ohne Kinder zusammen, um die Lasten von Lohn- und Reproduktionsarbeit zu teilen. Da fällt mir das nächste “Problem” ein: Wo den passenden Wohnraum finden, wenn man schon mal andere Gleichgesinnte gefunden hat? Es war schon schwer genug, mit anderen WG-geeignete Wohnungen zu finden, mit gleichgroßen Zimmern und davon mehr als zwei.

Was ist mit der Lohnarbeit? Mein Unwohlsein mit den Vereinbarkeitsdebatten kommt vermutlich auch daher, dass Lohnarbeit immer noch Dreh- und Angelpunkt sozialer Absicherung ist und Abhängigkeiten schafft. Dass zweimal 40Stunden-Woche für Eltern irgendwo ein darauf-hinzuarbeitendes Ziel für manche ist. Burnout vorprogrammiert. Aber wer an der Lohnarbeit sägt, dem wird gleich “Kommunismus” hinterhergerufen und schon ist die Debatte unsachlich. Oder sie kippt ans andere Ende und dann wird von der “Aufwertung” von Reproduktionsarbeit gesprochen und doch nur versucht, ihren Wert in Zahlen umzurechnen.

Warum hat es keine durchschlagkräftige Mütterbewegung*? Oder hat es eine und sie wird nur nicht (politisch, medial) über die eigenen Netzwerke hinaus wahrgenommen? Wie können Mütter politisch werden, ohne sich auch noch in diesem Feld aufzureiben?

Das sind nur drei von vielenvielen Fragen, die mir grade im Kopf spuken. Welche Fragen habt ihr noch, liebe Muttiblogleser_innen? Wurde Eurer Meinung schon alles gesagt in dieser Serie? Wollt ihr über bestimmte Themen (noch) mehr hören oder habt ganz andere? Seid ihr der Meinung, die aktuellen Debatten gehen am Thema vorbei, sind obsolet oder zu kurz gedacht?

Traut Euch: Wünscht Euch was, ich schaue, ob ich Eure Fragen beantworten, Eure Themen aufnehmen kann. Das Baby schläft grad so friedlich an meinem Bauch gelehnt, ich hab ein wenig Zeit…




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Emma Watson, Feminismus und der Mainstream

23. September 2014 von Nadine

Ein Dauerbrenner: Das Funktionalisieren und Quantifizieren von Privilegierung/Diskriminierung mittels Zahlen oder Mengenbegriffen, um irgendeine Kackscheiße zu rechtfertigen. Neben Mehrheit/Minderheit-Geschwurbel oder dem netten Begriff “alle” (wer ist das überhaupt?), taucht auch “Mainstream” immer mal wieder auf im Zusammenhang mit feministischem Aktivismus.

“Feminismus muss endlich im Mainstream ankommen.” “Endlich mal eine, die Feminismus für den Mainstream macht.” “Damit Feminismus auch den Mainstream erreicht.” usw usf. Mainstream ist cool, Mainstream ist hip, Mainstream wird gefeiert. Doch wer oder was ist dieser Mainstream eigentlich? Und warum wollen ihn bestimmte Feministinnen endlich erreichen, ansprechen, mitnehmen? Wer sitzt da am anderen Ende der Leitung und will abgeholt werden? Und wohin wird die Reise dann führen?

Emma Watson

Emma macht sich auf die Reise zum Mainstream. Quelle: Flickr.com / CC-BY 2.0

Nehmen wir folgendes Beispiel, weil es gerade ein aktuelles gibt, wo mal wieder eine Mainstream-Meinung gefeiert wird: Emma Watson. Eine weiße privilegierte Hetera, die betont, dass Feminismus nichts mit Typenhass zu tun hat und alle meint (nicht nur Frauen… oder so), es um Gleichheit von Menschen geht, um Menschlichkeit… Schlafen euch auch schon die Füße ein?

[Hier geht's zum Video der Rede. Watsons Performance wäre in diesem Kontext eine eigene Analyse wert]

Wenn Kritik kommt, dass das Geseier von so einer Person mit diesem Inhalt nun wirklich problematisch ist, weil privilegiertes liberales Gewäsch (ja, Liberalismus ist so eine weiße Idee, auch die Rhetorik von wir sind doch alle Menschen) oder gar: Feminismus als edgy Zusatz für die eigene heterosexuelle Verwertbarkeit…nun ja, dann kommt meistens als Argument: ABER SIE MACHT ES DOCH FÜR DEN MAINSTREAM!!! Sie macht es noch nicht mal für mich!!! Sondern für all die Dummköpfe, die es noch nicht kapiert haben!!! Die noch überzeugt werden müssen von der guten Sache!!!
NA DANN!!!

Hey und es ist mal nicht so kompliziertes Gesülze mit Rassismus und Heteronormativität und so. Es ist einfach für alle. Weiterlesen »




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“My Body, My Choice – Raise Your Voice!” Proteste gegen den “Marsch Für Das Leben”

23. September 2014 von accalmie

In Berlin marschieren jedes Jahr christ­li­che Fun­da­men­ta­list_innen, Konservative und ex­tre­me Rech­te aus dem ge­sam­ten Bun­des­ge­biet “für das Leben”. Für “das Leben” heißt für den “Bun­des­ver­band Le­bens­recht”, der zur De­mon­stra­tion auf­ruft, ge­gen das Recht auf kör­per­liche Selbstbestimmung, die Straffreiheit der durch §218 immer noch illegalisierter Schwangerschaftsabbrüche, Sterbehilfe und Prä­natal­diag­no­stik (PND) zu pro­testieren. Ei­nes der Pla­ka­te, das “Le­bens­schützer_innen” [sic] am ver­gangenen Sams­tag mit sich trugen, fasste die Zielsetzung jener Bewegung prägnant zusammen: “Selbstbestimmung hat Grenzen” – prak­ti­scher­wei­se genau dort, wo die “Le­bens­schützer_innen” über die Kör­per an­der­er Men­schen verfügen wollen.

Der “Marsch Für Das Leben” tritt nicht nur für anti­femi­nisti­sche Politik ein, sondern fusst auf und ver­breitet eine sexist­ische, hetero­sexistische, cis­sexistische und völkisch-nationalistische Ideo­logie (weitere In­for­mationen zu der “Lebensschutz”-Bewegung finden sich zum Beispiel hier). Demonstriert wird für reaktionären Geschlechteressentialismus und den als deutsch de­fi­nier­ten, wei­ßen “Volks­nach­wuchs”. Es sind diese Ziele, für die Poli­tiker_innen und Kir­chen­ver­tre­ter_innen jähr­lich Gruß­wor­te senden; in diesem Jahr auch der CDU/CSU-Bundes­tags­fraktions­vor­sitzende Vol­ker Kauder und der katholische Erzbischof Rainer Wölki. Bea­trix von Storch, Mitglied des Europa-Parlaments für die AfD, lief direkt mit. Nach ei­genen An­ga­ben hat der “Marsch für das Leben” am Sams­tag  4500 bis 5000 Teil­nehmer_innen mobilisiert.

Eben­falls je­des Jahr rufen femi­nisti­sche Bünd­nisse zu Pro­tes­ten ge­gen den “Marsch für das Le­ben” auf – in diesem Jahr unter an­der­em das What The Fuck-Bünd­nis und das Bünd­nis für se­xuel­le Selbst­be­stim­mung. Nach er­sten Schätzun­gen ha­ben bis zu 1500 Men­schen an den ver­schie­denen Aktionen gegen die Funda­menta­list_innen teil­ge­nom­men: mit Tril­ler­pfei­fen, Sprech­chö­ren, Sitz­block­aden, Flash­mobs, Glitzer­kon­fet­ti, auf­ge­blasenen Kon­do­men, Mu­sik, Rede­bei­trä­gen, Per­for­man­ces und vie­len weiteren Aktionen wur­de pro­testiert. Wir haben ei­ni­ge Bil­der der De­mon­stration(en) für euch zu­sam­men­ge­stellt – wei­tere Fotos fin­det ihr auch hier, hier, hier und bei Twit­ter unter #NoFundis.

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Neuer Asylkompromiss und die Mär der “sichere Herkunftsstaaten”

22. September 2014 von Charlott

Am Freitag entschied der Bundesrat über die Einstufung neuer Länder als “sichere Herkunftsstaaten”. Das Ergebnis wird als Asylkompromiss bezeichnet – es ist der zweite so bezeichnete große Kompromiss auf Kosten Asylsuchender. Der letzte Asylkompromiss vor 21 Jahren führte zur de facto Abschaffung des Asylrechts in Deutschland.

Dieses Mal wurden Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als so genannte „sichere Herkunftsstaaten“ eingestuft.  Von einem Kompromiss wird gesprochen, da in den vorangegangen Verhandlungen Verbesserung hinsichtlich des Arbeitsmarktzugangs, der Residenzpflicht und im Sozialrecht zugesagt wurden. ProAsyl zeigte bereits am Freitag auf, dass aber auch diese Zugeständnisse in der Praxis kaum positiv ins Gewicht fallen werden.

Was sollen darüber hinaus eigentlich “sichere Herkunftsstaaten” sein? Dass Staaten (egal welche) einfach per Abstimmung einer Reihe äußerst priviligierter Personen als “sicher” ernannt werden können, widerspricht offensichtlich den Lebenserfahrungen vieler Menschen. Ein Raum, Ort, Staat wird nicht per Proklamation “sicher”. Stattdessen wird es für Menschen, die Gewalt erfahren, um so schwerer diese zu benennen und damit gehört zu werden, da per Definition ja nichts vorliegen dürfte. In Bezug auf Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina wird es in erster Linie LGBTIQ und Roma treffen.

Eines der Argumente, warum die Staaten “sicher” seien? Es wurden ja auch bisher kaum Asylanträge bewilligt, verkündete zum Beispiel der Grünen-Politiker Kretschmer. Eine Logik, die kruder kaum sein könnte: Die Aussage “Staat x ist sicher” wird einfach richtig, da bereits zuvor nach dieser Devise gehandelt wurde. Das Argument wird meist mit den unbereinigten Statistiken “belegt”. Dazu schreibt das MiGAZIN:

Wie große die Unterschiede zwischen nicht bereinigten und bereinigten Anerkennungsquoten sein könnten, würden sie errechnet, zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion aus März. Danach erhielten im Jahr 2013 nur 42 Asylsuchende aus Serbien und Mazedonien einen Schutzstatus. Erst auf Anfrage teilt die Bundesregierung mit, dass 65 weitere Anerkennungen durch die Verwaltungsgerichte erfolgten, ein Plus von 155 Prozent.

Am Schreibtisch ausgehandelte Kompromisse über Menschenleben. Eine Welt, in der es auch sinnvoll erscheint, Armut nicht als legitmen Grund zur Flucht anzuerkennen. Armut wird stattdessen zum Privatproblem, welches auszuhalten ist oder wo eine_r sich nur genug anstrengen muss, um der Armut zu entkommen, und einfach außer Acht gelassen, dass Armut zu meist das Ergebnis rassistischer, hetero_cis_sexistischer, ableistischer etc. Strukturen ist. So werden flüchtende Roma ohnehin meist als “Armutsflüchtlinge” kategorisiert, einem Begriff bei dem eh immer mitschwingt, dass es ja keine “richtigen” Geflüchteten seien, ohne dass anerkannt wird, dass Roma rassistisch diskriminiert werden und Gewalt aufgrund von Rassismus erfahren. Dass nun Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als “sicher” gelten, wird es den Betroffenen noch schwerer machen.

Zum allgemeinen Weiterlesen: Unser Dossier zu Flucht, Asyl und Protest




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Selbermach-Sonntag (21.9.14)

21. September 2014 von Nadia

selberIhr kennt das Sonntagsspielchen ja: Eure Links der Woche einfach in die Kommentarspalte absetzen. Danke!




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Samstagabendbeat mit Refiloe Motau aka Fifi the Rai Blaster

20. September 2014 von Charlott

Fifi the Rai Blaster ist eine südafrikanische Künstlerin. Während ihres Studiums in Pretoria ärgerte sie sich über das re_produzieren kapitalistischer Ideen durch ihre Kommiliton_innen und das wenige Hinterfragen des Systems. Ihr Unverständnis nahm sie mit ins Tonstudio und macht seither wunderbare Musik mit HipHop, Funk und Jazz-Einflüssen und gesellschaftskritischen Texten.




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Ableismus, Pseudo-Tabus und Gender Studies – Die Blogschau

20. September 2014 von accalmie

“Wir werden dieser reaktionären und antifeministischen Veranstaltung unseren kreativen Protest entgegenstellen”: Zum heutigen “Marsch für das Leben” in Berlin und den geplanten Gegenprotesten schrieb “Marsch für das Leben”? What the Fuck!

“(Not) Being Raul Kraut­hau­sen”: ei­ne Po­­le­­mik zu able­­ist­i­schen Zu­­schrei­­bun­gen von Riot Nrrrd.

Mädchenblog er­in­nerte ei­ni­ge da­ran, dass es “Gen­der Stu­dies. Nicht Gen­der­wahn” heisst.

Die ISD (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) kritisierte die politische Instrumentalisierung Dr. Martin Luther King, Jr.s, insbesondere durch Berlins Innensenator Frank Henkel.

Zu Mentos’ Ge­­winn­­spiel-/Wer­­be­­kam­­pagne (wir berichteten) kom­men­tier­te Karo­lin bei No Average Robot: “Ich frage mich, wie immer, wie so eine Aktion mehrere Entscheidungsinstanzen übersteht. Liest da niemand die Projektzusammenfassung? Wird der mo­ra­li­sche Kom­pass aus­schließ­lich für wa­cke­li­ge Ti­sche be­nutzt?”

In Kü­bras Rei­he “50 Thoughts” bei ein fremd­wör­ter­buch er­schien “#17: Sis­ter­hood”.

Bir­git Kelles pro­ble­ma­tisches Welt-, Ge­schlech­ter- und Fa­mi­lien­bild the­ma­ti­sier­ten die Fucker­mothers.

Über einen Sonntag im Bett schrieb Hannah bei Viele in einem Blog.

Auf can i say no schreibt lightsneeze über männliche raumeinnahme: “mein raum, dein raum“.

Für alle Zine-Fans ist das ein Leckerbissen: Heng war beim Mini-Zine-Fest in Berlin und stellt auf teariffic ein paar tolle Zines vor.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.




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Das Kackscheiße-Werbung-Bullshitbingo für Humorlose Feminist_innen!

19. September 2014 von Anna-Sarah

Zum Wochenende noch was zum Spielen: Inspiriert durch die sexistischen Werbefails du jour hat Ninia LaGrande ein Bullshitbingo für euch gebastelt. Und auch beim nächsten Mal werden wir wieder schneller “Bingo!” schreien können, als der Deutsche Werberat seine Standardbeschwichtigungsmail / die betreffende Marke ihren ersten Non-Apology-Tweet rausschicken kann.  Viel… öhm… Spaß?

bingo




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Keine unschuldigen Komplimente

18. September 2014 von Gastautor_in

Naekubi bloggt bei Danger! Bananas über das Leben von Asiat_innen in Deutschland, Kultur und Alltag, Rassismus und Feminismus, Selbstbewusstsein und Selbstverständnis. Wir freuen uns sehr, dass sie ab diesem Monat auch eine Kolumne bei der Mädchenmannschaft schreibt – Fanfare und Konfetti: dies ist die erste in Naekubis Reihe “Die Emanzipation der Banane”! 

Neulich war ich mit dem Rad in München unterwegs. Ich dachte an nichts Besonderes, als vor mir auf dem Radweg zwei Herren standen. Schnell klingelte ich Sturm, denn auf dem Radweg ist die Radfahrerin im Recht. Die Männer sprangen gerade rechtzeitig beiseite. Fast war ich schon an ihnen vorbei, als ich in unvergleichlichem Münchnerisch hörte: “Und hübsch aa no!” Ich fuhr weiter und lächelte – um mich gleich danach innerlich zu schelten. Warum um Himmels willen lächelte ich? Hatte ich nicht gelernt, dass das eine unerwünschte, sexistische Grenzüberschreitung war? Dass es sich hier einfach nur um dialektal gefärbtes “Catcalling” handelte, das es zu bekämpfen galt?

Diese Sache und meine Reaktion darauf beschäftigten mich. Ich dachte an eine Freundin, die während ihres Auslandssemesters in Spanien nach eigener Aussage wesentlich häufiger ungefragten Komplimenten ausgesetzt war. Ihr machte das wenig aus, im Gegenteil: Wenn harmlose Kommentare wie “Hallo Hübsche” kamen, genoss sie die Aufmerksamkeit sogar. Und, so fuhr sie fort, sie fände es eher schade, dass man in Deutschland nie einfach so Komplimente bekäme. Die sexuelle Seite, die man als Mensch ja auch hätte, würde immer ignoriert. Das konnte ich nachvollziehen: Ein wenig Bestätigung der eigenen Attraktivität tut gut. Und doch fühlte ich mich bei diesen Überlegungen unwohl.

Zum einen ist da die Heteronorm: Komplimente an Frauen* von Männern* sind eine Hetero-Angelegenheit. Da entsteht eine Normalität, die wirklich nur einen Teil des Gesamtbildes zeigt – Bi-, Homo- oder Asexuelle, aber auch Trans-Menschen bleiben ausgeschlossen. Nicht-heterosexuelle Frauen bekommen Beleidigungen und Anzüglichkeiten an den Kopf geworfen. Zum anderen werden derlei Komplimente nach wie vor nicht wahllos verteilt, sondern zeigen, wer in dieser Gesellschaft “sexuell wertvoll” ist: Dicken Menschen oder Menschen mit Behinderung wird generell eine Sexualität abgesprochen. Diese Komplimente, und das klingt jetzt wirklich entsetzlich, sind auch ein Privileg.

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