Inklusion, Voyeurismus und grauenvolle Ärzt_innenbesuche – kurz verlinkt

2. August 2017 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Artikel

Joscha Röder ist 13 Jahre alt, Autistin und körperlich behindert. Sie schreibt in der ZEIT über ihre bisherigen Erfahrungen mit Inklusionsbemühungen bzw. deren (enge) Grenzen.

Der WDR hat eine Dokumentation über trans Kinder und junge Erwachsene ausgestrahlt. Unpacking my gender box hat diese angeschaut und stellt fest: „Auch wenn die Respektlosigkeit und der Voyeurismus hier auf leiseren Pfoten daherkommt als vielleicht anderswo. Das macht es für mein Empfinden aber eher schlimmer als besser, weil es für weniger informierte Personen schwieriger wird zu erkennen, das etwas in der Darstellung problematisch ist.“

Moses jenseits des Regenbogens – LSBT-Geflüchtete in München“ heißt eine kurze Dokumentation, die das Mediennetzwerk queerelations gemeinsam mit anderen Partner_innen erstellt hat.

Englischsprachige Artikel

150 Records by Amazing African Women You Should Listen To“ – Großartige Liste von okayafrica. zum (Wieder)Entdecken alter und neuer Lieblinge.

Auf TheNib zeichnet Aubrey Hirsch in einem Comic ihre Ärtz_innen-Odyssee nach und wie lange sie als junge Frau nicht Ernst genommen wurde.

Inspirerende Wendung der Woche: „Reclaiming my time“!

Termine in Berlin, Bremen, Gersdorf, Halle, Merseburg, Würzburg:

2. bis 9. August in Gersdorf: Das Wer lebt mit wem? Camp lädt zu Diskussionen und Austausch rund um verschiedenste Zusammenlebensformen.

23. August in Berlin: Anlässlich des Internationalen Tages zur Erinnerung an den Versklavungshandel und an seine Abschaffung wird nun schon zum vierten Mal die (noch immer ausstehende) Umbenennung der kolonialrassistischen M*straße (fb-Link) in Berlin gefeiert.

7. bis 25. August in Bremen: Im August finden gleichzeitig die 20. Informatica Feminale und 9. Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

21. September in Merseburg: Veranstaltung mit Mithu Sanyal: „Rape revisited. Warum wir über sexualisierte Gewalt sprechen, wie wir darüber sprechen„. (FB-Link)

29. September in Halle: Tagung zu „Was ist das für 1 Männlichkeit? Männlichkeiten zwischen Selbst- und Fremdbildern„. Anmeldung bis zum 11. September möglich.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?




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Samstagabendbeat mit The Regrettes

29. Juli 2017 von Charlott

The Regrettes – das sind Lydia Night, Genessa Gariano, Sage Nicole und Maxx Morando. Gemeinsam macht die Band aus LA Musik, die etwa an Karen O oder auch Kate Nash erinnert, gitarrengetrieben, melodisch mit dem prägnanten Gesang von Night. Im September gibt es auch die Möglichkeit die Band in Deutschland live zu sehen, da treten sie nämlich in München (19.09.), Frankfurt a.M. (20.09.) und Köln (22.09) auf.




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NSU-Prozess, sexualisierte Gewalt und Sport ohne Schönheitszwang- kurz verlinkt

27. Juli 2017 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Artikel

Im NSU Prozess werden derzeitig die Plädoyers vorgetragen. NSU Watch fasst diese kritisch zusammen. Auf Twitter begleiten sie die Plädoyers live. Außerdem lassen sich kritische Einordnungen der Plädoyers beim Bloge Nebenklage NSU-Prozess nachlesen.

Fitnessstudio nur, wenn du keinen Migrationshintergrund (?) hast? Ja, sagt ein Studio in Güstrow und will mit diesem Ausschlussverfahren die Nutzer_innen schützen. Hengameh Yaghoobifarah schreibt in der taz über diesen Fall von racial profiling, Terrorangst und verkürzten Vorstellungen, von wem Gefahr ausgeht.

Die Gruppe W*orte richtet einen Mailverteiler ein zur Vernetzung und zum Austausch von und für Menschen, die in ihrer Kindheit/ Jugend sexualisierte Gewalt erleben mussten/ dies vermuten. Auf ihrem Flyer (Flyer Vorderseite/ Flyer Rückseite) erklären sie genauer ihre Ziele.

Die Yogalehrerin Dörte Kuhn sagt im NDR: Für Sport, aber ohne Schönheitszwang!

Respektvoller Umgang und eine umfassende medizinische Betreuung darf nicht von der Anzahl der Kilos abhängen, sagt Magda im Gespräch mit Nhi von Jäger & Sammler.

Preisgeld für männliche Skater sind 1500 Euro, für die Frauen gibt es einen 150-Euro-Gutschein: Claudia Gerauer kommentiert bei puls Sexismus beim Actionsport, wo die Unterschiede in den Preisgeldern nur ein kleiner Teil eines großen Problems ist. (Der Artikel ist aber auch nicht unproblematisch, wenn er sehr simplifizierend davon spricht, dass Männer und Frauen (und nur diese gibt es dort) nun mal auch anatomisch unterschiedlich gebaut sind.)

Eine Sommerlektüre gesucht? Wir haben viele, viele Vorschläge in unserer feministischen Bibliothek gesammelt! Eher Lust auf einen Film oder eine Serie? Da haben wir auch ein paar Vorschläge in unserer feministischen Videothek.

Englischsprachige Artikel

Deliciously Disabled: Ein wunderbares Fotoprojekt mit Andrew Gurza, ein „queer, curved and crippled male model„.

Das #NoJusticeNoPride-Kollektiv schreibt bei Medium über den „Trans Military Ban„.

Termine in Berlin, Bremen, Gersdorf, Halle, Merseburg, Würzburg:

30. Juli in Berlin: What about dark skinned…? – Treffen für dark-skinned Frauen zum Austausch über Colourism. (FB-Link)

2. bis 9. August in Gersdorf: Das Wer lebt mit wem? Camp lädt zu Diskussionen und Austausch rund um verschiedenste Zusammenlebensformen.

23. August in Berlin: Anlässlich des Internationalen Tages zur Erinnerung an den Versklavungshandel und an seine Abschaffung wird nun schon zum vierten Mal die (noch immer ausstehende) Umbenennung der kolonialrassistischen M*straße (fb-Link) in Berlin gefeiert.

7. bis 25. August in Bremen: Im August finden gleichzeitig die 20. Informatica Feminale und 9. Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

21. September in Merseburg: Veranstaltung mit Mithu Sanyal: „Rape revisited. Warum wir über sexualisierte Gewalt sprechen, wie wir darüber sprechen„. (FB-Link)

29. September in Halle: Tagung zu „Was ist das für 1 Männlichkeit? Männlichkeiten zwischen Selbst- und Fremdbildern„. Anmeldung bis zum 11. September möglich.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?




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Ein Buch nach dem anderen: Mädchengeschichten, das Phänomen Köln und Umgang mit Trauer

25. Juli 2017 von Charlott

Kurzrezensionen

Die (sexualisierten) Übergriffe/ Gewalttaten auf der Kölner Domplatte in der Silvesternacht 2015/16 rückten auf einmal Debatten um sexualisierte Gewalt in den Mittelpunkt – geführt vor allem von Leuten, die bisher nicht aufgefallen waren als Verfechter körperlicher Selbstbestimmung und feministisch-informierter Anti-Gewalt-Arbeit. Als Feministin, die unterschiedliche Gewaltformen und deren Verschränkungen offen legen und angehen möchte, hatte man häufig das Gefühl, sich in jede Richtung abgrenzen zu müssen oder Grundlegendes (wieder) zu erklären. Sabine Hark und Paula-Irene Villa wenden sich in Unterscheiden und herrschen: Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart (transcript, 2017) der Frage zu, wie „Köln“ zu so einem Objekt werden konnte, wie über die Geschehnisse gesprochen wurde bzw. wie sie medial dargestellt wurden, welche Positionen eingenommen wurden (und an welche zuvor bereits bestehenden Diskurse diese anknüpften). Herausgekommen ist ein Buch, was zum einen weniger ist als ein Buch über Köln – denn die konkreten Ereignisse und vor allem auch die Erfahrungen der Betroffenen sind hier hintenangestellt – und weit mehr als ein Buch über Köln – denn über die Silvesternacht hinausweisend bietet der Essay Unmengen an Stoff um darüber nachzudenken, wie konkret feministische Analysen und feministischer Aktivismus Hetero_Cis_Sexismus, Rassismus, Ableismus etc. fokussierend aussehen könnte. Der Text ist dabei sehr dicht, es lohnt sich aber inne zuhalten und über einzelne Gedanken selbst zu reflektieren, auch mal einen Abschnitt zweimal zu lesen. Besonders gut gefallen hat mir das letzte Kapitel vor dem Epilog. In diesem in Gesprächsform gehaltenen Textteil tauschen sich Villa und Hark über den Essay, Problemfelder, Unsicherheiten, Schreibentscheidungen aus. Diese angehangene (und doch elementare) Reflexion des eigenen Geschriebenes weist auf den achtsam analysierenden, sich selbst immer hinterfragenden Feminismus, den sie im Rest des Buchs bereits vortragen und spontan würde ich mir solche Kapitel auch in einer ganzen Reihe anderer Bücher wünschen.

Im Juni hatte ich das Glück bei der Buchveröffentlichungsfeier von Wir sind Heldinnen! Unsere Geschichten (w_orten & meer, 2017) dabei sein zu können und so auch einigen des Herausgeberinnenkollektivs SVK – Selbstverteidigungskurs mit Worten, ein Zusammenschluss von Berliner Mädchen zwischen 6 und 16 – beim Vorlesen ihrer Geschichten zuzuhören. Das Buch versammelt zehn Geschichte, mal gemalt, mal fotografiert, mal geschrieben von zehn Autorinnen, die – so die Verlagsbeschreibung – „die Erfahrung teilen, durch Fremdzuschreibungen geandert zu werden“. Es gibt einige Themen, die in vielen den Geschichten auftauchen vor allem Freund_innenschaft aber auch Mobbing, doch so unterschiedlich die Formen der Präsentation sind, so verschieden sind auch die erzählten Stoffe, die zwischen Realismus und magischen/ fantastischen Elementen wechseln, in denen es um verstecke Türen, Rassismuserfahrungen, den Horror zu kurzer Umziehzeiten für den Sportunterricht, unheimliche Träume, seltene Vögel, Kinder-Erwachsenen-Beziehungen oder Flucht geht. Das Buch bietet Geschichten zum Nachdenken, Lachen und voller Spannung. Es wäre schön, wenn es einen festen Platz in Schulbibliotheken findet – aber natürlich auch in den Bücherregalen und auf den Nachttischen Menschen jeglicher Altersgruppen.


„Girls with fire in their bellies will be forced to drink from a well of correction till the flames die out.“

Lesley Nneka Arimahs Kurzgeschichtenband What It Means When a Man Falls from the Sky (Riverhead, 2017) ist ein großartiges Debut und ich bin jetzt schon gespannt, was sie als nächstes schreiben wird. Ihre Geschichten, die alle ein präziser, wundervoller Schreibstil eint, varieren von sehr realistischen Darstellungen, über magischen Realismus und Allegorien hin zu SciFi. Bereits die erste Geschichte („The Future Looks Good“) lässt das Leser_innen-Herz kurz stocken und auch der Rest des Buchs bleibt emotional ohne aber effektheischend zu sein. In „Wild“ treffen zwei Cousinen aufeinander, wenn die eine aus den USA als Strafe für ihr Verhalten zur Familie der anderen in Lagos geschickt wird. Da ist die junge Frau in „Second Chances“, deren verstorbene Mutter plötzlich wieder den Alltag mitgestaltet. In der für den Caine Preis nominierten Geschichte „Who Will Greet You At Home“ kreieren Frauen ihre Babys, in dem sie sie aus Materialien, die ihnen zugänglich sind bauen und sie (im besten Fall) von ihren Müttern segnen lassen. Doch die Protagonistin der Geschichte, die ein zerrüttetes Verhältnis zu ihrer Mutter hat, scheitert immer wieder. Und in „What It Means When a Man Falls From the Sky“ gibt es Mathematiker_innen, die Schmerz/Verlust/Trauer von Menschen wegnehmen können, doch die Kosten dieser Rechnung erfahren die Protagonistin und ihre (Ex)Freundin nach und nach.
Kurzgeschichtenbände lese ich sonst häufig über einen längeren Zeitraum verteilt, immer mal wieder ein oder zwei Geschichten, Arimahs Band hingegen konnte ich kaum aus den Händen legen. Ein abwechslungsreiches Buch, welches Leser_innen mit unterschiedlichen sonstigen Lesegewohnheiten ansprechen könnte.

Thandi wurde in den USA geboren und wuchs dort auf, ihre Mutter Südafrikanerin, ihr Vater US-Amerikaner. Als ihre Mutter an Krebs stirbt, fühlt sie sich so verloren, dahintreibend wie nie zu vor. Zinzi Clemmons hat mit What We Lose (Viking, 2017) einen leisen, tiefgreifenden ersten Roman über Verlust und Trauer, Zugehörigkeit(sgefühle) und Liebe vorgelegt. Die Geschichte um Thandis Aushandlungsprozesse ist in kurzen Vignetten erzählt, die verflochten sind mit Blogbeiträgen zu südafrikanischer Politik, Fotographie, Emails und Statistiken. Die in einer Aufzählung erst einmal disperat wirkenden Fragmente fügen sich in diesem Roman zu einem größeren Ganzen, einem breiteren Verständnis zusammen, geben Thandi und ihrer konkreten Positionierung und Erfahrung Tiefe. Im Kern aber bleiben Fragen danach, wie wir mit dem Verlust einer geliebten Person umgehen (und teils versuchen/ daran scheitern die Leere zu füllen), wie Familien, ein Zuhause und Zugehörigkeitsgefühl in komplexen Verhältnissen aufgebaut werden können.

Buchnews und -debatten

Olumide Popoolas neuer Roman When We Speak of Nothing ist bei Cassava Republic erschienen. In einem Gastbeitrag auf The Writes of Woman erklärt Olumide, warum sie in ihren Roman über LGBT Lebensrealitäten in Nigeria und UK schreibt. Am 02. September wird Popoola in Berlin lesen und sprechen, da gibt es nämlich die zweite Auflage von Elnathan Johns Literaturveranstaltung Elnathan’s BOAT (FB-Link).

Beim Merkur gibt es ein mittlerweile fünf-teiliges Dossier zu Sexismus an Schreibschulen im deutschsprachigen Raum. Es schreiben u.a. Absolvent_innen und Student_innen aus Hildesheim, Leipzig und Wien über ihre Erfahrungen.

Deutschlandfunk Kultur berichtet über das britische Dichterinnenkollektiv Octavia, welches sich gegen Sexismus und Rassismus im Literaturbetrieb um die Autorin Rachel Long formiert.

Das Leben unter Trump? Auf The Nib zeichnen Schwarze Comic-Macher_innen ihre Erfahrungen nieder.

Ich kann es kaum ewarten: HBO wird aus Nnedi Okorafors Roman Who Fears Death eine Serie machen! Wer mehr über die Okorafor und ihr Werk erfahren möchte, kann beispielsweise meinen analyse&kritik Artikel aus dem letzten Jahr lesen.

What nobody tells you about being a trans woman of colour author“ – Kai Cheng Thom schreibt auf Xtra über ihre Erfahrungen.

Wenn mal über Literatur von Native Americans gesprochen wird, dann leider nur über sehr wenige Autor_innen (um genau zu sein häufig ausschließlich über Sherman Alexie). Erika T. Wurth schreibt in ihrem Essay „The Rest of Us Have Always Been Here“ auf ROAR über die Unsichtbarmachung der vielfältigen Literatur(en) von Native Americans.

Katelan Dunn für das LSE US Centre Sarah Turnbulls Buch Parole in Canada: Gender and Diversity in the Federal System.

Im April berichtet der Guardian, dass in neu aufgetauchten Briefen von Sylvia Plath diese physische und psychische Gewalt durch ihren Mann den Dichter Ted Hughes beschreibt. Emily Van Duyne stellt bei Lithub fest, dass diese Briefe nur überraschend/ schockierend sind, wenn man bisher nichts von dem, was Plath geschrieben/ gesagt hat, ernstgenommen hat und fragt: „Why are we so unwilling to take Sylvia Plath by her word?




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Samstagabendbeat mit Alicia Keys

22. Juli 2017 von Charlott

Alicia Keys‘ letztes Album Here erschien zwar bereits im letzten November, aber ihre Hymne für unterschiedlichste Familienkonstellationen „Blended Family (What You Do For Love)“ lässt sich auch ganz wunderbar im Sommer hören:




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Freund_innenschaft, Konsensfragen und Polizeigewalt – kurz verlinkt

20. Juli 2017 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Links

Ein neues, spannendes Projekt ist diese Woche gestartet: Agent*In – ein kritisches Online-Lexikon zu Anti-Feminismus. Beim Gunda-Werner-Institut werden die Hintergründe und die Idee hinter dem Wiki erläutert.

Am letzten Samstag fand in Berlin die 4. „behindert und verrückt feiern“ Pride Parade statt. Die Redebeiträge, beispielsweise von AbilityWatch und Rebecca Maskos, können jetzt online nachgelesen werden.

In der taz spricht Katharina König-Preuss über die Bedeutung des Konzerts in Themar am letzten Wochenende, nämlich die offensichtlich große Vernetzung unterschiedlicher extrem rechter Gruppierungen.

Das Leben ist so viel besser mit der richtigen Freund_innen-Crew. Bei i-D sprechen die Musikerin Ilgen-Nur (hier unser Samstagabendbeat mit ihr) und ihre Freund_innen über Zusammenhalt, Kritik und Erwachsenwerden.

Das Fuck Yeah Sexshopkollektiv will einen sex-positiven Shop mit Produkten zu Lust, Körper und Sexualität in Hamburg eröffnen. Unterstützen könnt ihr die Crowdfunding Kampagne bei StartNext.

Auch wenn Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz verlautet, dass bereits der Begriff Polizeigewalt gar nicht ginge, reißen die Berichte von eben dieser Gewalt bei den G20-Protesten nicht ab, so dass sogar die ZEIT nahelegt, dass man den Berichten nachgehen muss. Auch bei den G8-Protesten in Genua berichteten viele Aktivist_innen von Gewalt. Auch damals für viele Medien und Politiker_innen falsche linke Aussagen. Heute bestätigt die italienische Polizei, dass damals u.a. Folter ausgeübt wurde.

Das Videoprojekt Konsens in der Praxis hat mit unterschiedlichen Leute über (sexuellen) Konsens gesprochen. Im Interview mit der Schriftstellerin und Aktivistin SchwarzRund geht es u.a. um weiße queere Räume, Konsens mit sich selbst zu finden und das Hinterfragen einfacher starrer Regeln.

Am 07. Juli fand der 20. Fachdialog Gender von ver.di statt. Im Mittelpunkt stand die Evaluation zu 10 Jahren Antidiskriminierungsgesetz. Eine Dokumentation des Fachdialogs findet sich online. Dazu auch passend: Die gerade erschienene Studie „Out im Office?!“ zur LSBT*-Arbeitssituation.

Englischsprachige Links

Die großartige Autorin und Journalistin Janet Mock hat einen Podcast – da lohnt sich das Reinhöhren auf jeden Fall

Termine in Berlin, Bremen, Gersdorf, Würzburg:

14. bis 21. Juli in Würzburg: Aktionswoche Queere Kämpfe verbinden.

27. Juli in Berlin: Being queer in South Africa – Diskussion und Konzert mit Teilen des LGBTIQA Künstler*Innen Kollektivs Rainbow Riots. (FB-Link)

2. bis 9. August in Gersdorf: Das Wer lebt mit wem? Camp lädt zu Diskussionen und Austausch rund um verschiedenste Zusammenlebensformen.

7. bis 25. August in Bremen: Im August finden gleichzeitig die 20. Informatica Feminale und 9. Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?




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Schmerzensfrau. Vom Leben mit chronischen Schmerzen.

18. Juli 2017 von Charlott

„So, jetzt sagen Sie mal, wie würden Sie Ihren Schmerz kategorisieren auf einer Skala von 1 bis 10?“ Häufig, wenn ich diese Frage gestellt bekommen habe, war mein erster Gedanke: „Was soll meine Aussage bringen, wenn ich nicht einmal regelmäßig gefragt werde und es wenigstens einen Verlauf zu dokumentieren gebe?“. In anderen Situationen aber war der Schmerz so groß, dass ich zu elaborierten Gedanken nicht mehr fähig war und irgendeine Zahl, die sich für mich in diesem Moment richtig anfühlte, genannt habe. Das erwies sich auch selten als richtig, denn kaum jemals wurde meine Zahl unkommentiert aufgenommen. Beispiel: Ich liege im Krankenwagen, nachdem ich in einem Zug vor Schmerzen fast zusammengebrochen bin. Ich kann gerade seit etwa einer Minute wieder Worte formulieren, der Schmerz klingt also etwas ab. Ich sage eine relativ hohe Zahl. Der Sanitäter lacht etwas: „Naja, das ist eine Zahl, die Frauen bei der Geburt nennen.“

In ihrem Buch Pain Woman Takes Your Keys. And Other Essays From a Nervous System (University of Nebraska, 2017) schreibt Sonya Huber über das Leben mit chronischen Schmerzen und chronischen Krankheiten. Sie analysiert wie gerade frausierte Personen hinsichtlich von Schmerz nicht ernst genommen werden, das eigene Verhältnis zum schmerzenden (versagenden?) Körper, die Unterbehandlung von chronischen Schmerzpatient_in, die ewigen gut gemeinten Tipps (Hast du schon einmal Yoga probiert?), Sex oder die Abwesenheit von Sex, Schmerz-Selfies und eben auch unzureichende Schmerzskalen. Für letztere bietet Huber eine wunderbare Alternativskala an, die so perfekte Kategorien umfasst wie „2. Ich bin beschäfftigt-beschäfftigt-beschäfftigt, denn wenn ich mich schnell genug bewege, dann holt mich der Schmerz nicht ein! Und jetzt bin ich in Bewegung, aber sobald ich anhalte, wird die Couch mich wie ein Magnet anziehen.“*, „7. Fass mich verdammt noch mal nicht an.“ und den Abstufungen von ich kann nicht mehr lesen, über ich kann nicht mehr TV sehen zu ich kann keine Handyspiele mehr spielen. Selten habe ich mich in einem Text so wiedererkannt.

Huber wechselt zwischen unterschiedlichen Schreibstylen, mal sehr poetisch, häufig humorvoll, klar analysierend, mäandernd, Alltagsbeschreibungen, öffentliche Briefe, Listen. Viele der einzelnen Texte sind relativ kurz (was gerade, wenn man selbst beispielsweise Schmerzen erlebt, super ist). Insgesamt hat das Buch nur knap 180 Seiten, doch schafft es Huber diese prall zu füllen und viele unterschiedliche Ebenen anzureißen, von Kritiken am Gesundheitssystem (hier natürlich mit besonderem Fokus auf die USA), zu Annäherungen, was Schmerz eigentlich ist/ bedeutet/ macht, Blicke auf Diskurse rund um Krankheit/Gesundheit (zB zum Thema Dankbarkeit) und Analysen alltäglicher Situationen. Huber gibt Einblicke, was es für sie bedeutet mit chronischen Schmerzen/ Krankheiten lohnzuarbeiten und Mutter zu sein. Sie spricht offen über Versagensängste und Gedankenspiralen zu Produktivität, aus denen nur schwer ein Entkommen möglich ist.

In einem ihrer Essays schreibt Huber: „Schmerzensfrau hat dir Zeugs zu erzählen und sie hat nur eine Minute Zeit bevor sie dazu zu müde ist. Schmerzensfrau weiß Dinge“. Es lohnt sich Schmerzenfrau(en) zuzuhören. Als Person, die teilweise Diagnosen mit Huber teilt, habe ich bei Pain Woman Takes Your Keys viel genickt und genauso viel an Zitaten unterschrichen und notiert. Das Buch ist aber auch ein guter Einstieg für alljene ist, die bisher keine Erfahrungen mit chronischen Schmerzen und Krankheiten machen mussten. Und für alle, die weiter lesen wollen, führt Huber auf ihrer Webseite eine Liste mit Memoiren, Essays, Tagebüchern und weiteren Ressourcen zu Krankheit und Behinderungen.

*Alle Zitate aus dem Englischen von mir übersetzt.




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Samstagabendbeat: 20 Jahre mit Missy Elliott

15. Juli 2017 von accalmie

Heute vor zwanzig Jahren erschien Missy „Misdemeanor“ Elliotts Debüt-Album „Supa Dupa Fly.“ Nicht nur musikalisch, sondern auch visuell setzte Missy Elliott von Beginn an neue Maßstäbe – das Video zur Single „Sock It To Me“ machte 1997 dabei keine Ausnahme. Happy Anniversary!




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Sexistische Anfeindungen bei G20-Protesten, Ehe gegen alle und das Wort „Nein“ – kurz verlinkt

13. Juli 2017 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Links

Über das G20 Treffen in Hamburg und vor allem die Proteste gegen dieses wurde in den letzten Tagen ohne Ende berichtet – auch wenn differenzierte Analysen leider gleich viel rarer waren. Ein paar Texte und Inhalte, in die sich ein Blick lohnt: Beim Missy Magazine hat Leyla Yenirce zehn Dinge, die über G20 gesagt wurden und die Ereignisse verzerren, knapp hinterfragt, Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger Schanzenviertels haben eine sehr differenzierte Beschreibung der Geschehnisse abgeliefert (FB-Link), Elsa Koester berichtet bei neues deutschland über sexistische Anfeindungen und Agressionen und in einem Youtube-Video spricht Daniel Loick über Polizei, Verkehrung demokratischer Grundprinzipien und Repressionen. Auf der Seite G20Doku werden nun Polizeigewalt und Grundrechtsverletzungen des Wochenendes zusammengetragen und dokumentiert.

Auf Facebook stellt sich die Berliner Kampagne „Ban! Racial Profiling – Gefährliche Orte abschaffen!“ vor.

„Ehe gegen alle“: Tove Tovesson schreibt beim Missy Magazine zur Öffnung der Ehe und queeren Forderungen. Gleichgestellt sind übrigens auch weiterhin nicht alle Paare, die nun dank der Öffnung der Ehe heiraten können, denn inbesondere für lesbische Frauen wird die rechtlich aufwendige Stiefkindadoption weiterhin Bestand haben: Denn wenn eine Person in der Ehe ein Kind gebiert und die andere Person in der Ehe weiblich ist, dann ist sie eben nicht automatisch als Mutter anerkannt – diese Anerkennung gibt es im Recht nur für Männer. Dazu schreibt auch Christian Rath bei der taz.

In Hamburg möchte eine Gruppe einen neuen sex-positiven Shop mit feministischen Anspruch eröffnen. Derzeit gibt es eine Crowdfunding-Kampagne.

me, myself & child rantet kurz und knapp zum Unterhaltsvorschuss: „UV-Leistungen, die auf andere Sozialleistungen angerechnet werden, sind einen Dreck wert für arme Familien und helfen keineswegs aus der vermeintlichen Armutsfalle.“

Englischsprachige Links

Eine Erinnerung, dass der französische Präsident Macron auch bedingt Anlass zum Gutfinden gibt: In einem Interview schmiss er mit Afrika-Klischees um sich und sah als „Grundproblem“ afrikanischer Länder vor allem Frauen, die viele Kinder bekommen. Ja, super Analyse…

Sara Ahmed schrieb über das kleine, feine Wort „No“:
„But yes, we do know this about no:
You need more than a right to say no for no to be effective.
For feminism: no is political labour.“

Bea Bischoff schreibt bei Racked über das Navigieren des US-Rechtssystems als queere Anwältin, sie beschreibt Dresscodes, Perfomances und die zu Grunde liegenden hetero_sexistischen Strukturen.

Termine in Berlin, Bremen, Gersdorf, Würzburg:

13. Juli in Berlin: Finissage „Ihr dürft mehr als Ihr glaubt“ Irmela Mensah-Schramm.

14. bis 16. Juli in Berlin: Festival für ein offenes und solidarisches Neukölln.

14. bis 21. Juli in Würzburg: Aktionswoche Queere Kämpfe verbinden.

27. Juli in Berlin: Being queer in South Africa – Diskussion und Konzert mit Teilen des LGBTIQA Künstler*Innen Kollektivs Rainbow Riots. (FB-Link)

2. bis 9. August in Gersdorf: Das Wer lebt mit wem? Camp lädt zu Diskussionen und Austausch rund um verschiedenste Zusammenlebensformen.

7. bis 25. August in Bremen: Im August finden gleichzeitig die 20. Informatica Feminale und 9. Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?




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Zwischen Frauen-Wrestling, 80s-Glam und Feminismus: Schaut GLOW!

10. Juli 2017 von Charlott

Gefühlt alle wunderbaren Serien durchgestreamt und Ihr wisst noch nicht so recht was Ihr als nächstes gucken sollt? Dann haben wir da was für Euch! Wir empfehlen: Die erste Staffel von GLOW, die seit 23. Juni bei Netflix on air ist und direkt unsere Herzen erobert hat.

Worum geht`s? Darum: In den 1980ern wird eine Gruppe von erfolglosen Schauspielerinnen und Außenseiterinnen für ein neues Fernsehformat gecastet – und zwar für eine Frauen-Wrestling-Show. Etwas, worauf die meisten der Gecasteten erstmal nicht besonders viel Lust haben – und das macht das Ganze natürlich umso unterhaltsamer. „Sie wrestlen mit weiblichen Stereotypen!“, versucht der etwas abgehalfterte Filmemacher Sam das Konzept zu verkaufen. Und dann kommt aber alles immer wieder ganz anders. Weiterlesen »




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