Normal bekleidet
von BarbaraÜber sexistische Darstellung von Frauen in den Medien – leider ein Evergreen-Thema - befasst sich ein Artikel auf Spiegel Online (danke an ijb für den Link). Und bringt wieder einmal erschütternde Beispiele.
“Eine Frau im Bikini, im Schambereich steht “24 h open” oder “not yet filled” – Werbung für Hostels
oder
“Miet mich – benutz mich” , darunter räkeln sich lasziv drei halbnackte Models in Minirock, Stiefel und BH – Werbung für Anhänger
Weitere scheußliche Beispiele, etwa “Wir machen Geile Bodenbeläge”, der Werbeslogan eines Raumausstatters, der mit einer nackten Frau wirbt, finden sich auf der Seite des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft, kurz ZAW. Diese Organisation berichtet auch über die entsprechenden Rügen des Deutschen Werberats.
Dass sex sells, ist inzwischen gar nicht mehr so sicher. Bei solchen Anzeigen rollt sich nicht nur das feministisch geschulte Augenpaar, sondern auch manches mehr. Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, wie der Artikel erklärt:
“Die positive Aufmerksamkeit tritt in vielen Fällen nicht ein”, bemerkt auch Gert Gutjahr vom Marktforschungsinstitut IFM Mannheim. Das liege daran, dass sich etwa Männer durch attraktive Frauen oft vom beworbenen Produkt ablenken ließen und sich später nicht mehr an die Marke erinnerten. Frauen wiederum würden beim gleichen Werbe-Spot verärgert reagieren und sich von dem Produkt abwenden. Umgekehrt gilt das gleiche: “Für Männer und Frauen ist es recht frustrierend, sich mit einem Model vergleichen zu müssen”, sagt Gutjahr.
Manche haben aber immer noch nichts begriffen:
Das gilt aber längst nicht für alle. MTS-Geschäftsführer Marten Tausch findet seine Anhängerwerbung nicht schlimm und bietet das Motiv mit den “normal bekleideten” Frauen gern auch als Abzug an. Mit dem Plakat wolle er die Aufmerksamkeit vor allem bei seiner wichtigsten Zielgruppe steigern, den Männern.
Bleibt zu hoffen, dass die Gründe, so unterschiedlich sie auch sein mögen, eines Tages dazu führen, dass derlei Werbung dann doch verschwindet.
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Tags: Frauen in den Medien, Sexismus, Werbekritik






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Meine Erfahrung aus meinem Studi-Job in einem Special Interest Verlag (für diverse Sport- und Freizeitmagazine) sagt: Je weniger Kohle eine Firma für Werbung hat, desto plumper wirds. Da wurde alles mit Sex beworben, die neuen Tennisschläger (im Tennismagazin), die neue Flinte (im Jägermagazin) und selbst die Maden für die Angler… Von daher bin ich wenig erstaunt.
Ich konnte nicht mal den ganzen Artikel lesen, das ist ja furchtbar! Wie kann man allen Ernstes sowas als Werbung gedenken zu verwenden. Mal wieder ein trauriger Moment für unsere Gesellschaft.
Habe auf der Seite von diesen aohostel mal nachgesehen und da steht:
“Die sexy Preise sind zurück
Aufgrund der großen Nachfrage sind die Postkarten aus unserer Werbekampagne „sexy Preise“ jetzt für kurze Zeit wieder bestellbar!
Um die Postkarten zu bestellen genügt eine E-Mail an unser Marketing-Team mit dem Betreff „Postkarte – sexy Preise“! Das Marketing-Team erreicht ihr unter: marketing@aohostels.com”
da wird einem doch direkt der anlass und der ansprechpartner geliefert, um mal einen kommentar abzulassen…
ein unding, wer läßt sich durch sowas ködern? ja, auffallen tut es, aber eben nur negativ.
falls ihr euch wundert, weil ihr das von mir zitierte Angebot zum Bestellen der Postkarten nicht findet: direkt nach meiner kritschen email an die genannte Bestell-email-adresse ist der Text von der Startseite verschwunden…^^
aber vielleicht wird er ja nur verändert…
ohoh, habe mich verguckt, der text ist nicht weg, wär ja auch zu schön gewesen :-D, ich war nur durch deren verlinkungen auf der englischen seite gelandet, wo der text logischerweise nicht steht…
“ja, auffallen tut es, aber eben nur negativ.”
Scheinbar ja nicht.