Mehr Anarchie, mehr Liebe

von Helga
Dieser Text ist Teil 80 von 115 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

anarchie & lihbe

Wie heißt du?
Ich heiße Franziska Apollonia, im Internet auch Raupe und auf Twitter bin ich @franziska_.

Seit wann bloggst du?
Ich schreibe Tagebuch seit ich 13 oder 14 bin, habe mich in der Schulzeit in der Provinz immer mal wieder in Foren rumgetrieben, verteile manchmal selbstgebastelte Zeitungen aus Papier und schreibe meinen Blog anarchie&lihbe seit März 2011.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich bin vor einem Jahr aus Berlin weggezogen nach Süddeutschland und hatte plötzlich nicht mehr die Möglichkeit, mich über die Themen und Probleme, die mir begegnen und über die ich nachdenke politisch mit anderen auszutauschen. Irgendwann war mein Bedürfnis nach einer Plattform, über die ich bestimme und die mir keine_r abspricht größer, als die Unsicherheit über meine Fähigkeit und Legitimation dazu und ich veröffentlichte den ersten Text.

Worüber schreibst du?
Über Anarchie und Lihbe – ich schreibe aus meinem (anarcha-)feministischen Blickwinkel über Themen, die mir im Alltag begegnen, über Kultur und Medien aber auch über aktuelle Nachrichten, die mir nicht aus dem Kopf gehen und bei denen ich das Gefühl habe, meine Ansicht zur Lage hat gerade noch gefehlt. Kurz gesagt: Linksradikale Hetze und Genderkram gewürzt mit dem romantischen Idealismus privilegierter junger Leute.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ich kann mir nicht vorstellen, wie mein Leben ohne Internet verlaufen wäre. Ich bin jetzt 22 und vermutlich online, seit ich 12 bin. Das heißt, bei fast allem, was ich tue, spielt das Internet irgendeine Rolle, und sei es, dass ich mich über Studium, Kochrezepte oder den Busfahrplan informiere. Ohne das Internet wäre ich vermutlich nicht halb so schlau wie ich es jetzt bin. Viel feministische Theorie habe ich mir aus Blogs und so zusammengesucht und wenn ich Zeit habe, lese ich alle politisch relevanten Links aus meiner Twittertimeline. Es ist auch bestärkend, nach einem langen Tag mit vielen sexistischen Zwischenfällen ein bisschen auf Twitter rumzuschimpfen und von Leuten verstanden zu werden, die mir nicht erstmal meine Wut absprechen wollen, sondern wissen, wieso ich sie habe und vielleicht einen fiesen Spruch über böse Machos beisteuern.

Wovon braucht das Internet mehr:
Anarchie und Liebe.

Frauen* im Web…
…haben mir eine Vielzahl von Role Models beschert, eine riesige, wunderschöne Vielfalt an starken, tollen, eigenständigen Frauen*, die tausende von Erfahrungen machen und mit mir teilen und eines Tages vielleicht die Welt mit Glitzer und Feminismus überfluten werden… oder so ähnlich.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Ich gucke jeden Tag, ob es bei euch was Neues gibt, dann bei lipstick-feminists.org, bleib-passiv.de, für Nachrichten außer den Üblichen noch english.aljazeera.net, zum Anziehen lese ich gerne thestylerookie.com, außerdem bin ich viel bei Facebook & Twitter und gehe den Links meiner Freund_innen nach.

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.




Tags: ,

Eintrag geschrieben: Donnerstag, 22. September 2011 um 8:57 Uhr unter Netz(kultur). RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



Anzeige



Nicht kommentierbar.