Männer wollen leisten, Frauen eine gute Stimmung
von BarbaraDer aktuelle Gesundheitsreport der Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) zeigt, dass nicht nur Extrem-Sportlerinnen und -Sportler, sondern auch ganz normale Leute, die einer Arbeit nachgehen, dopen. Männer würden Aufputschmittel schlucken, um mehr Leistung zu erbringen. Frauen würden Stimmungsaufheller bevorzugen. Das geht aus einer Befragung hervor, für die die DAK 3000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 20 und 50 befragt hat.
Einige Ergebnisse im Detail:
- Von den Frauen gaben 50,1% an, dass sie Mittel gegen depressive Verstimmungen einnehmen bzw. bereits eingenommen haben. Bei den Männern liegt dieser Anteil lediglich bei 14 %.
- Im Vergleich zu den Frauen verwenden Männer häufiger Medikamente, die gegen Gedächtniseinbußen, gegen Schläfrigkeit und Müdigkeit sowie gegen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen wirken.
- Deutlich mehr Frauen (38,6 %) nehmen die Medikamente im Vergleich zu Männern (21 %) täglich ein.
Dass Medikamente in Krisenzeiten keine Lösung sind, weiß nicht nur die DAK, die anzweifelt, dass “mit derart segensreichen Mitteln schneller, wacher, länger, froher wachsenden Anforderungen in der Arbeitswelt und im Alltag allgemein gerecht werden zu können”. Bemerkenswert bleibt der geschlechterbezogene Unterschied, den die Befragung ermittelt hat: Männer wollen leisten, Frauen eine gute Stimmung.
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Eintrag geschrieben: Freitag, 13. Februar 2009 um 14:10 Uhr unter Alltag, Studien, Weibsbilder Mannsbilder, Working Girl. RSS 2.0. Kommentieren. Trackback.







Glaube Liebe Hoffnung gibts noch nicht auf Rezept
Bei dieser Doperei geht es doch vor allem um eigentlich gesunde Leute (oder vielleicht noch solche, die ihre psychische Krankheit nicht eingestehen wollen). Das ist doch der Punkt dabei. Kranke Leute sollen ja Medikamente nehmen dürfen (wobei ich bei Antidepressiva ziemlich skeptisch bin, weil ich damit schon selbst mehrfach nur mehr Probleme statt Erleichterung erfahren habe).
Siehe auch: http://www.heise.de/newsticker/Zwei-Millionen-dopen-am-Arbeitsplatz–/meldung/132509
Gruß, Frosch
oh Gott, ich hab gleich einen Schrecken gekriegt, als ich die Zahlen gesehen habe: 50% der Frauen misbrauchen/gebrauchen Antidepressiva!?
Aber es geht ja nur um die Gruppe der “dopenden” Frauen, von denen 50,1% Antidepressiva nehmen. Puh.
Ich finde, so wie’s hier steht, kann man’s leicht misverstehen.
Dann ist es allerdings auch verständlich, dass wenn man schon Antdepressiva nimmt, mit oder ohne medizinische Indikation, dass man sie dann auch regelmäßig/täglich nimmt. Sonst bringt’s ja auch nix.
Medikamente gegen Müdigkeit und Konzentrationsstörungen, die die Männer bevorzugen, wirken ja auch schneller.
Depression ist ja bei Männern die Krankheit mit der vermeintlich höchsten Dunkelziffer. Antidepressiva zu nehmen wäre ja ein Eingeständnis, depressiv zu sein (über die Berechtigung der zunehmenden Diagnosen kann man dann auch wieder streiten) und nicht mehr “leisten” zu wollen und können. Dann doch lieber mit Coffees.
Senh, an der TU Potsdam gibt’s immerhin schon einen Dating-Workshop für angehende IT-ler, nicht auf Rezept, aber zumindest auf Uni-Kosten. Das ist dann zumindest schon mal Hoffnung auf Liebe ;)
Ich würde auch dazu raten mit der Auslegung einer solchen Statistik vorsichtig umgehen, Stichwort: Dunkelziffer aber auch Stichwort Prozentkonfusion.
Wenn ich den Bericht richtig lese, handelt es sich nicht um 50,1% bzw. 14%, die Mittel gegen depressive Verstimmungen einnehmen. Die Ziffern beziehen sich auf die Schnittmenge, derer, die angegeben haben Medikamente ohne medizinische Notwendigkeit eingenommen zu haben (eben Doping). Diese Gruppe wiederum macht einen Anteil von 23,5% bzw. 11,5% aus,
d.h. wir reden effektive nicht von 50 und 14, sondern von etwa 12% bzw. 1,24 aller Personen (gemäß der Statistik), die Antidepressiva ohne Notwendigkeit einnehmen (was immer noch eine sehr bedenkliche Zahl ist, aber eben nicht jedo zweite).
Auch der zweite und dritte Punkt muss mit dem Teilbereich verrechnet werden.
Kleines Schmankerl aus dem Bericht: Dort heißt es, “jeder zehnte Mann” und “mehr als jede vierte Frau”, obwohl es mit 11,5% nominell ziemlich genau jeder neunte Mann und mit 23,5% weniger als jede vierte Frau ist. Übersehe ich da etwas oder haben sich die Statistan einen kleinen Scherz erlaubt?
Mir persönlich gehen die Statistiken – gleich aus welchem Feld und “Feder” sie stammen immer auf den Geist. Die Mitmenschen werden hier – meiner Ansicht nach – in Tabellen, etc. abgeurteilt und kategorisiert.
Dass unsere Umwelt, unser System – und so weiter, und so weiter – maßgeblich an diesen “Auswüchsen” mitverantwortlich ist, setzt keine Krankenkasse, Firma und die weiteren Tabellenersteller auf das Titelblatt.
Wir hatten es doch geschichtlich vor nicht allzu langer Zeit schon einmal, dass das Volk – also Wir – funktionieren mussten, heute ist es das Gleiche, nur mit dem Aufdruck/Ausdruck “Demokratie.”
Vor allem wir Frauen, die das “Fett” immer abkriegen, müssen mit mindestens zwei Jahren Gebärverweigerung auf dieses – uns immer diskriminierendes – System reagieren.
Ohne harte Bandagen unsererseits wird sich nichts ändern, im Gegenteil. Die Soap-Opera’s bei TV, DSDS, a.s.o. gauklen eine heile Welt vor, und die jungen Frauen/Frauen glauben den Schund auch noch. All diese geistigen Verführungen zu boykottieren, wäre schon einmal ein Anfang zur Gesundung – doch – die Gehirnwäsche dauert schon lange an!
“Wir hatten es doch geschichtlich vor nicht allzu langer Zeit schon einmal, dass das Volk – also Wir – funktionieren mussten, heute ist es das Gleiche, nur mit dem Aufdruck/Ausdruck ‘Demokratie.’”
Funktionieren müssen Menschen in jedem idealen System, das gerade macht das System aus: es konzipiert ein Gleichgewicht, das gehalten wird, weil Menschen sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten.
Wie das allerdings funktioniert, da liegen Welten zwischen einer Demokratie und einer Diktatur. In Diktaturen werden weite Normbereiche politisch vorgeschrieben, in Demokratien dagegen verhältnismäßig wenige und die Normierung wird gesellschaftlichen Subsystemen überlassen, die aber wohlgemerkt keine Präskriptionsrechte besitzen. Ich denke man sollte mit Verallgemeinerungen (bzw. in diesem Fall Gleichsetzungen) sehr vorsichtig sein. Wenn es darauf hinausläuft, dass die Menschen unmündig sind, weil sie einer Gehirnwäsche unterzogen wurden, muss man sich gerechterweise auch mit einbeziehen und argumentieren können, warum das eigene Verhaltung “gesünder” ist, als das der Anderen (das Wort “Gesundung” halte ich grundsätzlich für sehr problematisch.
Ich persönlich bin auch der Meinung, dass Soapoperas zu Verdummung beitragen und ich glaube auch, dass Statistiken in den meisten Fällen kaum Aussagekraft besitzen. Aber hier ging es nicht darum, wo die Ursachen der Ergebnisse liegen, sondern – wie in eigentlich allen Statistiken – um eine Bestandsaufnahme, mit der man – wie die Zahlen zeigen – sehr vorsichtig umgehen muss (und auch kann).
Deinen Aufruf zur “Gebärverweigerung” der Frauen möchte ich folgendermaßen begegnen:
1. Finde ich es unverantwortlich die Geburt von Kindern als politisches Druckmittel nutzen zu wollen.
2. Vermutlich hast du nicht daran gedacht, wie sehr du mit einer solchen Aussage Frauen auf die Füße trittst, die keine Kinder bekommen können.