Kurz notiert am Wochenausgang

von Katrin
Dieser Text ist Teil 38 von 358 der Serie Kurz notiert

Immer wieder beeindruckend, was in einer Woche so alles zusammenkommt. Hier unser kurzer Nachrichten-Überblick:

Foto des Tages: gefunden bei Flickr.com

Foto des Tages: Equal Pay Day - gefunden bei Flickr.com von Topsy Grewlike

Stud or slut? – diese alte Frage wird bei broadsheet aufgeworfen.

Die Finanzkrise aus weiblicher Sicht“ wird auf dieGesellschafter.de von Dr. Uta von Winterfeld geschildert.

Das BMFSFJ hat eine neue Studie zum Rollenverständnis der Männer veröffentlicht  und der tagesspiegel schreibt prompt einen Artikel. Auch der Deutschlandfunk hat dazu einen Beitrag gebracht: Artikel und MP3 sind hier abrufbar.

Christa Wolf wurde diese Woche 80 Jahre alt und auf freitag.de erschien diese wunderschön Homage.

Auch eine sehr sehr gute Nachricht: In Dänemark dürfen homosexuelle Paare nun Kinder adoptierenderStandard.at berichtet.

In Serbien hingegen sieht es düster aus für Homosexuelle: Die Orthodoxe Kirche dort hat ein Gesetz torpediert, das die Gleichstellung von Homosexuellen rechtlich verankern sollte, wie die taz berichtet.

Und noch einmal kirchliche Einmischung, diesmal in Spanien, diesmal gegen Abtreibung:

„Was ist der Unterschied zwischen einem Luchs und einem Kind? Die spanische Kirche kennt die Antwort auf diese scheinbar sinnlose Frage: „Der Luchs ist geschützt. Und ich? Schütze mein Leben“ , steht auf übergroßen Plakaten mit denen Spaniens Bischöfe Front gegen die geplante Reform des Abtreibungsgesetzes machen.“

(der ganze Artikel auf derStandard.at)

Und, last, but not least: Der Papst ist immernoch gegen Kondome. Was soll man dazu noch sagen, außer: „Sexualität ist nicht durch Enzykliken zu kontrollieren.“ (M. Drobinski auf sueddeutsche.de)

Eine irgendwie erschütternde Geschichte einer jungen Frau, die ohne Vagina auf die Welt kam und erst mit 16 Jahren davon erfuhr (auf nicht gerade schöne Weise). Jetzt ist sie eine „richtige“ Frau, dank einer „Neovagina“. Ein langer, aber interessanter Artikel auf ncc.ch – nur das Ende fand ich seltsam: Auch Frauen, die Kinder kriegen können, müssen nicht Hausfrau und Mutter werden, okay?

Stichwort Mütter: Einen aufrüttelnden Artikel über junge Mütter in Marzahn-Hellersdorf (Berlin) mit dem Titel „Letzter Ausweg Schwangerschaft„, hat Waltraud Schwab in der taz geschrieben.

Zwei unschöne Nachrichten aus Nahost liefert die Feminist Majority Foundation: „Elderly Woman Sentenced to Jail and Lashings for Fraternization in Saudi Arabia“ und „Iranian Women’s Rights Activist Shirin Ebadi’s Secretary Released from Prison„.

Ursula März macht sich im Zeit-Magazin Gedanken darüber, dass es immer noch als unschön gilt, wenn Frauen mit jüngeren Männern Beziehungen eingehen: „Die ältere Frau hingegen, die sich ein Bürschlein angelt – sie wird viel tiefer, viel gründlicher abgelehnt, ja nahezu verachtet.“

Und zum Abschluss: Heute ist ja Equal Pay Day, passend dazu zwei Beiträge: Ein Artikel zu einer aktuellen Lohn-Studie von FR-online.de. Sowie ein Tagebucheintrag auf dieGesellschafter von Brigitte Triems, Präsidentin der EWL.




Tags: , , , ,

Eintrag geschrieben: Freitag, 20. März 2009 um 13:00 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



Anzeige



18 Kommentare

  1. Katrin sagt:

    okay, wird geändert. Danke für den Hinweis!

  2. jj sagt:

    Zum Thema Männerstudie – die ist von der „Männerarbeit“ der Kirchen gemacht worden. Ich weiß ja nicht, wie die ihre Samples zusammenbauen, muß ich mal im Detail lesen, aber ich stand mal mit einer Freundin vor einem „Männerarbeitsplakat“ der kath. Kirche und dachte mir – das muß ja schon eine komische Gruppe sein, die dahin geht. Meine Freundin sprach ihre Gedanken aus – „die Typen, die dahin gehen müssen ja wohl hochgradig von Frauen frustriert sein, und dann will die erst keine mehr.“ Ich habe das dann mal auf sich beruhen lassen…

  3. Katrin sagt:

    hallo jj: Ich hatte bislang noch keine Zeit, die Studie zu lesen (sie ist aber auch lang! Mein lieber Scholli – über 300 Seiten!), aber ich habe einen ersten überfliegenden Blick drauf geworfen und halte sie für äußerst differenziert und interessant. Kann also nur dazu raten, solche Vorurteile über Bord zu werfen und sich vielleicht doch einmal die Zeit zu nehmen, sie zu lesen.

  4. Esel sagt:

    Irgendwie find ich den Neovagina Artikel blöd.
    Zu viel Geseiere über Jonas, Daniel, ein bisschen dies-oder-das, ladida, Bärchen abmurksen.
    Ganz schön Rosamunde Pilcher.

  5. jj sagt:

    Katrin,

    jaja, war nur als Hinweis auf die Quelle gemeint – ich werde mir das sicher mal ansehen. Ich habe auch mal die auf dem Plakat genannte Webseite angesehen, aber leider nur meine Vorurteile bestätigt bekommen. Frustration über Frauen und fehlende Frauen und mangelnden Sex ist der Hauptgrund für die Betätigung in diesen Zirkeln – ist ja auch ok und völlig in Ordnung. Nur wird den Betroffenen diese Art von „Männerarbeit“ nicht helfen, Frauen zu bekommen. Das ist wie bei manchem Feminismus – wie sehr sind individuelle Positionen von individuellem Leid so bestimmt, daß man bei der Bewertung der Positionen hinsichtlich der Allgemeingültigkeit vorsichtig sein muß (an dieser Stelle mal die Frage, warum ihr eigentlich einen Link auf Twisty Faster in Eurer Blogroll habt…). Nicht einfach.

  6. Miriam sagt:

    jj, als ich einen Artikel zu der Studie in der Süddeutschen gelesen habe
    http://www.sueddeutsche.de/leben/607/462226/text/
    musste ich vor allem beim letzten Absatz an dich denken:

    Zulehner und Volz sehen da ein Problem auf dem Beziehungsmarkt, wenn unbewegliche Männer auf moderne Frauen treffen: „Die Zahl der unfreiwillig einsamen Männer wird wachsen“, schreiben sie. Oder die Männer ändern sich.

    Denn das widerspricht ja so ein bisschen deiner These, dass die Frauen durch ihr Männerwahlverhalten die traditionellen Strukturen manifestieren…
    Mal ganz davon abgesehen, dass ich die oben zitierte Aussage für Quatsch halte, denn auch die modernen Frauen, die keinen unbeweglichen Mann wollen, bleiben unfreiwillig alleine…

  7. Susanne sagt:

    @ jj: Twisty Faster („I Blame The Patriarchy“) haben wir da für Interessierte und zur Horizonterweiterung. Kann ja nie schaden.

  8. jj sagt:

    Miriam,

    „Denn das widerspricht ja so ein bisschen deiner These, dass die Frauen durch ihr Männerwahlverhalten die traditionellen Strukturen manifestieren…“

    habe ich auch gelesen und tendenziell so verstanden wie Du. Auch wenn mir die gewählten Begriffe „modern“ und „traditionell“ ein wenig schwammig erscheinen und meiner These insofern nicht notwendigerweise widersprechen – ich habe ja nicht behauptet, daß Frauen Männer mit tradtionellem Rollenverständnis wählen, sondern (tendenziell) solche, die einen höheren Sozialstatus (Karrierestatus) haben und klassisch als maskuline konnotierte Verhaltensweisen an den Tag legen (vor allem Assertivität, um mal nicht Aggression zu sagen). Das mögen durchaus „moderne“ Männer sein, und die Frauen, die so wählen, mögen durchaus „moderne“ Frauen sein. Mein Punkt ist daher mehr der, daß es – auch wenn es durchaus Kindergärtner und arme Künstler geben kann, die den Kriterien entsprechen, dieses Wahlverhalten tendenziell eine Situation verfestigt, in der für die meisten Männer offensichtlich ist, daß Dominanz (und ein Stück weit – Dominanzgebahren) eine sexuell erfolgreiche Strategie ist, auch wenn viele „moderne“ Frauen genau das Gegenteil behaupten.

    Wie gesagt, ich schätze, daß diese Studie nichts anderes behauptet, aber ich werde sie lesen und dann an einem Selbermachsonntag berichten.

    „Mal ganz davon abgesehen, dass ich die oben zitierte Aussage für Quatsch halte, denn auch die modernen Frauen, die keinen unbeweglichen Mann wollen, bleiben unfreiwillig alleine…“

    Ja. Genauso wie die CEOinnen dieser Welt, die einen Mann suchen, der ihnen zuhause das Gefühl gibt, Frau zu sein, sich fallen zu lassen, geschützt zu sein. Klassisch „männlich zu sein“ ist halt schwer, wenn „er“ weniger Status hat als sie. Sowas geht (im Allgemeinen) meines Erachtens nur bei einer kompletten Achsendrehung – also z.B. CEOin und armer, arroganter Künstler, der sie zwar liebt, der ihren Geschäftsweltstatus aber als komplett irrelevant betrachtet. Eine CEOin und ihr Büroleiter werden vermutlich nicht zusammen kommen…

  9. jj sagt:

    Susanne,

    „@ jj: Twisty Faster (”I Blame The Patriarchy”) haben wir da für Interessierte und zur Horizonterweiterung. Kann ja nie schaden.“

    Horizonterweiterung??? Du hast das aber schon mal quergelesen, oder?

  10. Susanne sagt:

    @ jj: Du willst jetzt nicht ernsthaft mit mir über anderer Leute Weblogs diskutieren, oder?! Wenn dir der Blog nicht gefällt, kannst du das ja gern bei der „spinster aunt“ äußern (aber Achtung! Sie schreibt vieles sehr ironisch/sarkastisch), aber hier konzentrieren wir uns mal auf unser Blog, würde ich sagen.

    Danke.

  11. jj sagt:

    Susanne,

    hä? (leicht irritiert von Deinem Ton) Ich habe gefragt, warum ihr („moderner Feminismus“) einen Link auf ein Blog setzt, das mit Euren Ansichten, so divers sie sein mögen, mal definitiv *nichts* gemein hat. Du schreibst – „zur Horizonterweiterung“. Das brachte mich dazu zu fragen, ob Du Twisty Fasters Hasstiraden schon mal quergelesen hast. Was hat das mit Unzufriedenheit mit *ihrem* Blog zu tun? Wenn sie von der Emma verlinkt würde, wäre das mehr als normal – aber hier? Ist irgendwie so, als ob die Jusos auf ihrer Homepage Joseph Schumpeter als „Inspiration“ verlinken. Verstehe ich nicht ganz. Aber ich muß ja auch nicht alles verstehen.

  12. Katrin sagt:

    Entspannung bitte. Man kann ja von dem Blog halten, was man will (ich gestehe, es noch nie wirklich gelesen zu haben). Aber lieber jj – wie du siehst, haben wir hier auch die EMMA verlinkt (unter Medien) obwohl es von deren Seite ständig wieder Hasstiraden auf die „Alphamädchen“ und den Neuen Feminismus gibt und wir (also auf jeden Fall: ich) die Artikel oftmals nicht gut finden (im Sinne von journalistisch gut, fair, differenziert, „der Sache“ zuträglich – was auch immer). Große Differenzen, aber trotzdem interessant, wenn man sich mit Feminismus beschäftigt.
    Sieh es doch bitte einfach weniger als Werbung im Sinne von „das ist ganz super“, sondern einfach als ein Informationsangebot.

  13. @Miriam:

    Kurz zu deinem Zitat aus dem SZ-Artikel “Die Zahl der unfreiwillig einsamen Männer wird wachsen.”:

    Ja das widerspricht in meinen Augen auch dem, was jj hier immer mal wieder sagt und was ich auch denke. Der Punkt ist da meiner Meinung nach der, dass Partnerwunsch und Partnerwahl zwei Paar Schuhe sind. Der Partnerwunsch ist ja was rationales, die Partnerwahl ist aber bei vielen Menschen zum Großteil irrational. Von Frauen habe ich es des Öfteren explizit gehört, dass es ja tolle Männer gäbe, … „da würde ja eigentlich alles passen, aber in die verliebe ich mich eben nicht.“
    Männer verhalten sich da wohl auch nicht anders, sprich viele wünschen sich eigentlich eine Partnerin auf einer Augenhöhe und verlieben sich dann aber in ein Klimperwimper-Niedlichguck-Mäuschen.

  14. Katharina sagt:

    @jj: „Frau zu sein, sich fallen zu lassen, geschützt zu sein“

    Mal ganz ehrlich – Frau zu sein ist für die meisten Frauen nicht damit gleichzusetzen, geschützt zu sein. Die meisten Frauen können sich ganz gut selber schützen, und ihre Familie noch dazu. Ja, und dazu zähle ich auch den Mann. Oder, mal melden, welche Frau hier lebt in einer Beziehung, in der sie einseitig geschützt werden will? Ist es nicht eher so, dass man sich in einer guten Beziehung gegenseitig schützt? Und habt ihr nicht oft das Gefühl, wie schön es ist, seinen Mann durch welches Verhalten auch immer (Zuhören, streicheln, ein Brot schmieren) vor der bösen Außenwelt schützen zu können?

    Ich glaube, das ist eins der Probleme, die viele Männer haben. Sie können sich nicht vorstellen, dass sie in ihrer (gelegentlichen) Schwachheit für Frauen attraktiv sein können. Sind sie aber, wenn sie gelegentlich auch mal stark sind. Gegenseitigkeit ist das Zauberwort. Ich bin stark, wenn du gerade mal schwach bist, und umgekehrt.

  15. @Katharina:

    Ich glaube, das ist eins der Probleme, die viele Männer haben. Sie können sich nicht vorstellen, dass sie in ihrer (gelegentlichen) Schwachheit für Frauen attraktiv sein können. Sind sie aber …

    Die Botschaft hör ich wohl …

  16. Miriam sagt:

    Wenn ich mir vorstelle, mein Mann wäre immer der starke Beschützer, ich glaube, da würde ich Minderwertigkeitskomplexe bekommen. Erst kürzlich hatten wir die Situation, dass ich ihn, obwohl es mir selber nicht gut ging, beschützt habe, weil in der Situation ganz klar war, dass ich gerade einen etwas sichereren Stand hatte. Alles andere fänd ich eine extrem irritierende Situation und ich würde mich in meiner Fähigkeit, für mich selbst zu sorgen (nicht im finanziellen Sinne gemeint, auch wenn ich das natürlich dazuzähle), sehr in Frage stellen, wenn ich nicht auch von Zeit zu Zeit die Beschützerin wäre in einer Beziehung.

  17. Marcel Zufferey sagt:

    Vielen Dank für die Studie zum neuen Rollenverständnis der Männer- ein Zitat daraus habe ich schon in mein Buch „implementiert“! Da werden ganz zentrale Punkte angesprochen- wobei mir beim Überfliegen etwas sofort ins Auge gestochen ist: Vergleicht man die Vorstellungen von Männern und Frauen mit der gelebten Wirklichkeit, dann ist da eine ganz gewaltige Diskrepanz feststellbar. Die Wirklichkeit ist viel traditioneller, als man glauben möchte. In der Theorie gibt man sich fortschrittlich, im Leben ziemlich traditionell. Hätte da ein paar ganz schöne Zahlen parat. Würde mich mal wunder nehmen, weshalb Anspruch und Wirklichkeit soweit auseinander liegen. Vieleicht weiss ja jemand, warum..?