Kill, Vagina Kill!

von Verena

Applaus für Megan Fox! Wo? Bei mir zuhause. Denn nachdem die Presse spitz gekriegt hat, dass die Schauspielerin nicht nur ihre Kurven sondern auch ihr Mundwerk in Szene zu setzen weiß, erschlafft der Hype. Sätze, in denen Fox die Macht ihrer Vagina preist oder die weibliche Sexualität demonstrativ in Szene setzt verstört die Welt nun mal mehr als dass sie sie verführt. So fragt sich spiegel.de, ob Hollywood überhaupt so viel Sex verträgt und im Rolling Stone wird überlegt, was diese Frau eigentlich will.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Ein freches Mundwerk mag man noch durchgehen lassen, in Verbindung mit einem sexuellen Selbstbewusstsein aber wohl lieber nicht.

Wenn man in dieser Stadt {Hollywood} eine Vagina und eine Haltung hat, dann ist das eine tödliche Kombination,

wußte schon Sharon Stone zu berichten und die Schriftstellerin Margaret Atwood ergänzt um den Hinweis:

Es ist eine irgendwie freudianische Haltung,nehme ich an: Frauen, die zu aktiv oder zu intelligent sind, sollten sich nicht auch noch ausziehen, weil Männer sonst Teile ihres Körpers verlieren

Atwood spielt damit auf Sigmund Freuds Idee der gezähnten Vagina an, die wohl auch im 21. Jahrhundert nicht an Beißpotential verloren hat. Um so beängstigender, dass Megan Fox in ihrer aktuellen Rolle in „Jennifer’s Body“ eine männerverschlingende Vampirin spielt. Zum Entsetzen von spiegel.de Autor Lars-Olav Beier:

In „Jennifer’s Body“ verführt sie die Männer nach Strich und Faden – doch statt dann mit ihnen zu schlafen, frisst sie sie auf. Fürs männliche Publikum ist das ein frustrierender Coitus interruptus exitus. {…} Selten wurde ein Film so gänzlich am Publikum vorbeikonzipiert wie „Jennifer’s Body“. Die Frauen kann sie mit diesem Film von vornherein nicht gewinnen; und Männer fühlen sich übel getäuscht.

Warum sich Frauen mit diesem Film nicht gewinnen lassen, sieht der Autor so begründet:

Achtung, die beißt! (Foto AP)

Achtung, die beißt! (Foto AP)

Diese Sinnlichkeit, die Fox nach eigenem Bekunden „aus jeder Pore verströmt“, macht Männer zu ihren glühenden Verehrern und Frauen zu ihren Feindinnen. Fox verkörpert genau jene Schlampe, die einer anderen Frau in null Komma nichts den Mann wegschnappt – und sei es nur, um zu beweisen, dass sie mehr Sex-Appeal hat. Deshalb hat es Megan Fox beim weiblichen Publikum so schwer. Wer geht schon ins Kino, um seinem Freund dabei zuzusehen, wie er erregt auf die Leinwand stiert?

Als ob die Welt immer aus rasend eifersüchtigen Frauen bestände… um ehrlich zu sein, ich wäre selber so damit beschäftigt, auf die Leinwand zu starren – was interessiert mich da mein Freund? Noch besser gefällt mir aber die Argumentation von SZ-Autorin Ulrike Bretz, die in Megan Fox weniger eine Gefahr für Männer oder einen Grund für Eifersuchtsszenarien sieht. Vielmehr findet sie Megan Fox nur sympathisch solange sie Sätze sagt, wie „Man kann nicht 24 Stunden am Tag ein Sexsymbol sein“, oder zugibt, eine Phobie vor den eigenen Fotos zu haben. Denn sexy aussehen reicht ja für die Titelblätter. Bloß bitte nicht drüber reden. Auch im 21. Jahrhundert nicht. Höchstens, um zu sagen, das frau privat ganz anders sei, schüchtern und so. Warum? Aus Gründen der Vorbildfunktion:

Nur leider hat Fox nicht daran gedacht, dass auch sie eine Vorbildfunktion hat – vor allem für all die anderen Mädchen aus der Provinz, die bei Talentshows ihr Glück suchen. Und bei denen kommt nun vor allem eine Botschaft an: Es ist egal, wenn Frauen nicht viel können – so lange sie dabei nur gut aussehen.

Ich lache mich schlapp. Ein „Ich finde mich gar nicht sexy, lasse mich bloß so fotografieren oder spiele das auf der Leinwand“, ist nach wie vor der Satz, den Frauen wie Männer von wilden Mädchen hören wollen. Dass Megan Fox dem bewusst widerspricht und dafür journalistische Schelte in Kauf nimmt, verdient meinen Beifall.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 18. November 2009 um 12:17 Uhr unter Inspiration, Sex_ualität. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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34 Kommentare

  1. Lese gerade „Vulva“ von Mithu M. Sanyal. Dort beschreibt sie, dass die „gezähnte Vagina“ bereits im 13. Jahrhundert durch die Kirche Verbreitung fand. (S. 66)

  2. Patrick sagt:

    Was hat Megan Fox denn nun so tolles gesagt? Oder spielt sie nur in einem je nach Quelle nicht sehr berauschenden Horrordings von Diablo Cody mit? Ganz davon ab, wie sehr die da mit dem Klischee bricht, sollte der Applaus dann nicht der Rolle gelten?

  3. steve, the pirate sagt:

    Naja, Megan Foxs Aussagen finde ich ehrlich gesagt nicht so toll:

    http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,661038,00.html
    „Wenn man attraktiv sei, glaubten andere Frauen automatisch, „dass man entweder dumm oder eine Hure oder eine dumme Hure ist. Mädchen haben den Instinkt, einander an die Gurgel zu gehen““

    .. und das sie sich selbst als Ware sieht finde ich eher traurig.
    „Wir werden auf einen Massenmarkt zugeschnitten. Wir sind eine Ware. Und mit nichts verkauft man ein Produkt besser, als durch Sex – Brüste, Beine, Po.“

  4. Daniel sagt:

    Noch besser ist:

    „Alle Frauen in Hollywood sind als Sex-Symbole bekannt. Man wird verkauft, und das auf der Basis von Sex. Das ist okay, wenn man es zu nutzen weiß.“

    Yeah. Das ist echter Fortschritt im Denken, den man auch mal loben muss. Gerade hier.

  5. hn sagt:

    schließe mich patrick an: weshalb megan fox jetzt lob verdient verstehe ich nicht… mir scheint, sämtliche ihrer aussagen dienen ihrer selbstdarstellung als rebellin und irgendeine art hollywood-riot-grrl-sexikone. über sämtliche filmdrehs mit männlichen regisseuren hat sie beispielsweise einerseits erzählt der kerl sein ein sexistisches monster und nutze sie nur ob ihrer schönheit aus, anderorts hört man von ihr, es sei alles perfekt und sie freue sich in einer so angenehmen atmosphäre künstlerisch tätig zu sein blah. (von allen anderen hört man meist unisono dass sie extreme zickigkeit und starallüren an den tag lege, die ihrem status als sehr sehr kleines licht nicht entsprächen, das tatsächlich in ihre transformes-rolle gecastet wurde, indem sie das auto das regisseurs wusch, hauptaugenmerk lag dabei auf ihrem hintern, wie dieser zugibt)

  6. Karo sagt:

    Ich hab den kritischen Artikel von Ulrike Bretz vor ein paar Tagen auch gelesen und ihm habe innerlich ehrlich gesagt zugestimmt. Ich kann mit Aussagen wie den von einigen Leuten hier bereits zitierten auch nichts anfangen und was daran jetzt feminstisch zu beklatschen sein soll, verstehe ich nicht.

  7. Verena sagt:

    @Karo
    Ich halte es für feministisch, die Macht der weiblichen Sexualität zu befürworten. Und zwar von einer Frau, die als sexy vermarktet wird, aber darauf verzichtet, zu erklären, sie sei privat ganz anders, nämlich zurückhaltend und von lauter Bad-Hair-Tagen geplagt – also ihre Sexualität vollends einsetzt und damit die klassische Doppelmoral, wie sie ja zu gerne im Heilige/Hure-Prinzip verwertet wird, aufzuhebeln…

  8. legal_beagle@gmx.de sagt:

    Wieso jetzt wieder Macht der weiblichen Sexualität?!? Ich dachte, es geht dem Feminismus gerade darum, dass weder weibliche noch männliche Sexualität Macht über irgendwas hat? Und das es sowas wie weibliche Sexualität gar nicht gibt?

    Irgendwie steig ich nicht mehr durch…

  9. Karo sagt:

    @ Verena
    Ich find’s auch gut, wenn Frauen ihre Sexualität ausleben, da widerspreche ich dir auch gar nicht. Aber an Megan Fox finde ich problematisch, dass sie ihre Aufgabe als Schauspielerin ja offenkundig nur darin sieht, Sexobjekt zu sein. Also ich denke, es ist doch auch möglich, seine Sexualität auszuleben, ohne sich auf Sexyness und Aussehen runterzureduzieren bzw. reduzieren zu lassen, oder?
    Und was die Vorbildfunktion betrifft, die in dem Artikel von Bretz angesprochen wird… Also wenn ich eine Tochter hätte, würde es mich ehrlichgesagt auch stören, wenn die sich auf mal nur noch über „Brüste, Beine, Po“ definieren würde, wie Megan Fox das ihren Zitaten zufolge ja wohl tut. Ich würde mich dann fragen, was mit der emanzipiert gemeinten Erziehung schief gelaufen ist, du dich nicht? ;-) Also meiner Meinung nach wäre es wie gesagt ein erstrebenswertes Ziel, dass Frauen ihre Sexualität voll ausleben, ohne dass sie dabei auf’s ach so sexy Aussehen reduziert werden.

  10. Verena sagt:

    Hm, ich bin immer wieder überrascht, in welchen Dimensionen die Dinge ausgelegt werden:

    @legal_beagle „den“ Feminismus gibt es ja nun mal nicht, und da ich in meiner Kolumne meine Meinung vertrete, muss diese nicht die Ideale und Vorstellungen anderer widerspiegeln…
    @ Karo ich glaube nicht mal, dass Megan Fox sich allein auf ihre Sexyness beschränkt. Sie sagt, dass sie sich der Vermarktungsmaschinerie Hollywoods in Bezug auf „Brüste, Beine, Po“ durchaus bewusst sei – und das sie dieses Spiel eben mitspielt. Ob sie darüberhinaus auch schauspielerische Qualitäten besitzt, wird sich noch zeigen – darum geht es mir aber auch nicht. Überhaupt ist Megan Fox doch bloß ein Beispiel für einen Typ Frau, der seine Sexyness mit selbstbewussten Äußerungen paart – und davon gibt es in den Medien nun mal nicht allzuviele
    @hn ob Fox am Set Allüren hat oder nicht, ist hier nicht das Thema…

  11. Karo sagt:

    @ Verena: Klar, sie wird sich im Privatleben sicherlich nicht auf ihre Sexyness beschränken. Aber wenn sie in der Öffentlichkeit Äußerungen wie die oben zitierten von sich gibt („“Alle Frauen in Hollywood sind als Sex-Symbole bekannt. Man wird verkauft, und das auf der Basis von Sex. Das ist okay, wenn man es zu nutzen weiß.” etc.), um als Promisternchen in den Medien zu bleiben, löst bei mir gedanklich eher so was aus wie „oh, peinlich.“ Also ich denke dann jedenfalls nicht, „oh, wie machtvoll und selbstbewusst sie mit ihrer Sexualität umgeht“. Da haben wir wohl einfach eine unterschiedliche Wahrnehmung von ihr und reden deswegen aneinander vorbei. Für das Thema, um dass es dir geht, also „Sexyness mit selbstbewussten Äußerungen gepaart“ finde ich sie einfach kein gutes Beispiel.

  12. Verena sagt:

    @ Karo das ist ja auch völlig in Ordnung, wenn du das anders wahrnimmst. Wen fändest du ein gutes Beispiel für Aussehen + Mundwerk?!

  13. Turbo sagt:

    Sasha Grey?

  14. Karo sagt:

    @ Verena Das hab ich vorhin auch schon überlegt. Ist zugegebenermaßen schwierig! ;-) Die Schauspielerinnen, die ich gut finde (z. B. Cate Blanchett) spielen ihr Aussehen einfach gar nicht so sehr in den Vordergrund, dass man sie in erster Linie nur darüber wahrnehmen würde, bzw. machen sie ihr Aussehen einfach nicht zum Medienthema, wie Megan Fox das tut.
    Ganz dunkel erinnere ich mich aber an eine Ausgabe des Missy Magazines mit einem Porträt von Peaches – ich bin jetzt wirklich überhaupt gar keine Peaches-Expertin – aber vieleicht wäre sie ein gutes Beispiel für gelebtes sexuelles Selbstbewusstsein? Da muss ich aber selber noch mal recherchieren gehen…

  15. Was ich schlimm, und hier von Verena wirklich gut ausgearbeitet finde, ist, wie die Abart geschürt wird, dass Frauen sich immerzu in Konkurrenz zueinander sehen und einer Frau, die geil aussieht am liebsten die Augen auskratzen würden. Ich denke, diese Empfindungen gibt es in der Form auf jeden Fall. Aber da sollte eher was getan werden und mal darüber reflektiert werden.

  16. Hanna sagt:

    Was ich bisher so von Megan Fox gehört habe, lässt sie alles andere als feministisch erscheinen. Ich hatte bisher das Gefühl (und obige Zitate sind da keine Ausnahme), dass sie einfach gern den Mund aufreißt und sich in Szene setzen will und dass hinter ihrem pseudo-intellektuellen Gepose wenig tiefer gehende Überlegung steckt. Mich haben vor allem ihre Aussagen zu ihrer angeblichen Bisexualität genervt. In der Juni-Ausgabe des Esquire sagt sie u.a.:
    „I think people are born bisexual and then make subconscious choices based on the pressures of society. I have no question in my mind about being bisexual. But I’m also a hypocrite: I would never date a girl who was bisexual, because that means they also sleep with men, and men are so dirty that I’d never want to sleep with a girl who had slept with a man.“ (zitiert nach: http://tinyurl.com/qq9g8r)
    Gut, sie gibt wenigstens zu, dass ihre Haltung heuchlerisch ist.
    Im Juli dann zur britischen GQ (http://tinyurl.com/kkrgva):
    „Really my only job is to look attractive,” Fox told the magazine. “I was so angry about that, that I went in the opposite direction. I turned into a really butch bull dyke for, like, six months … Then I went in the other direction. From being a giant motorcycle-riding lesbian, I turned into a zombie. I lost, like, 30 pounds.“
    Das ist für mich derart ignorant und stereotypenbehaftet ….. und spätestens seitdem zählt sie für mich garantiert nicht zur Kategorie „1a-Schnecken“.

  17. msau sagt:

    @Verena Die Aussagen von Megan Fox, die hier zitiert und verlinkt werden sind doch keine Auslegungs oder Wahrnehmungssache sondern ziemlich deutlich.
    Nur weil sie „die Macht der weiblichen Sexualität befürwortet“ siehst du über die restlichen Äußerungen hinweg und labelst sie als 1a-Schnecke?
    Also mir ist das definitiv zu wenig.

  18. Patricia sagt:

    Megan Fox spielt nur einen Typ Frau: Sexy, kühl und superstark. Leider sind das nicht die Typen, die Sympathien anziehen. Dazu müsste sie zwischendurch mal das Rollenfach wechseln und zeigen, dass sich auch anders sein kann.

  19. Stefanie sagt:

    Ich muss gestehen, dass ich mir kein abschließendes Urteil über Megan Fox erlauben kann. Aber der Spiegel Online Artikel ist wirklich eine sexistische Katastrophe. Und Jennifer’s Body ist hingegen ein großartiger Film!

  20. @Verena: was meinst du eigentlich genau mit „Macht der weiblichen Sexualität“, die du offensichtlich befürwortest?

  21. steve, the pirate sagt:

    @Mademoiselle Nocturne:
    „Was ich schlimm, und hier von Verena wirklich gut ausgearbeitet finde, ist, wie die Abart geschürt wird, dass Frauen sich immerzu in Konkurrenz zueinander sehen und einer Frau, die geil aussieht am liebsten die Augen auskratzen würden. Ich denke, diese Empfindungen gibt es in der Form auf jeden Fall. Aber da sollte eher was getan werden und mal darüber
    reflektiert werden.“

    Ich habe vor kurzem ein Interview mit Eva Mendez (http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Mendez) gelesen in
    dem sie unter anderem gefragt wurde, warum sie ein Sexsymbol ist, dass auch frauen mögen. Ihre Antwort
    darauf war dann, dass sie Frauen mag, gute Freundinnen hat und nicht 24h am Tag im Konkurrenzkampf ist.
    Megan Fox betont ja immer wieder, dass sie andere Frauen eigentlich nicht mag.

  22. Verena sagt:

    Ich verzichte ja generell lieber darauf, die Beweggründe für diese Kolumne darzulegen – schließlich sollt ihr diskutieren und das von mir in den Raum geworfene Thema treten oder hätscheln, ohne Rechtfertigungen meinerseits.

    Ich finde Eva Mendez auch sympathisch – aber hier geht es um „wilde Mädchen“; Frauen, die eben nicht das tun, was alle nett und gut finden. Wenn Fox andere Frauen nicht mag, ok, ihre Sache – ich mag auch ziemlich viele Leute nicht, aus welchen Gründen auch immer… Aber wer sagt das schon? Eben! Auch Sexymbole sollen immer einen auf lieb Kind machen – Fox tut das halt nicht – was ich insofern für befürwertenswert halte, als es eben diesen Status „Sexy sein“ betrifft.
    Ansonsten erzählt diese Frau der Presse wohl sehr unterschiedliche Sachen, mal so dann wieder anders herum. Ob das bewusste Irreführung oder Launenhaftigkeit ist, weiß ich natürlich nicht. Aber in Sachen ‚Ich bin stolz, sexy zu sein‘ sind die Aussagen ja wohl übereinstimmend.

    @ Johannes: Mit „Macht der weiblichen Sexualität“ impliziere ich sexuelles Selbstbewußtsein, zu dem Mädchen und Frauen nach wie vor nur unter gewissen Vorbedingungen zu stehen haben – dann, wenn diese nicht zu offensiv gelebt wird…

  23. steve, the pirate sagt:

    „…Ansonsten erzählt diese Frau der Presse wohl sehr unterschiedliche Sachen, mal so dann wieder anders herum. Ob das bewusste Irreführung oder Launenhaftigkeit ist, weiß ich natürlich nicht…“

    MIr kommt es eher immer wie zurückrudern vor. An einem Tag erzählt sie mit wem sie gerne einen dreier hätte
    und am nächsten Tag erzählt sie, dass sie doch eigentlich gar nicht so ist und erst mit zwei MÄnnern
    insgesamt geschlafen hat usw

    Wie auch immer, ich freue mich schon auf den nächsten „Wilde Mädchen“-Artikel. Auch wenn ich oft nicht
    so ganz zustimme, so kann man immer sehr gut darüber diskutieren und die Artikel regen mich persönlich sehr
    zum nachdenken an.

  24. Katrin sagt:

    Ein *Kuss* an das Mädchenblog für diesen Satz:
    „Ja genaue jene Schlampe, die von einer patriarchalen Gesellschaft erfunden wurde, nicht von Frauen.“

  25. jj sagt:

    Mademoiselle Nocturne,

    „Was ich schlimm, und hier von Verena wirklich gut ausgearbeitet finde, ist, wie die Abart geschürt wird, dass Frauen sich immerzu in Konkurrenz zueinander sehen und einer Frau, die geil aussieht am liebsten die Augen auskratzen würden. Ich denke, diese Empfindungen gibt es in der Form auf jeden Fall. Aber da sollte eher was getan werden und mal darüber reflektiert werden.“

    Hmm, naja, klar, heterosexuelle Männer stehen auch in Konkurrenz um Frauen – und vermutlich mehr als anders herum – aber, ja, Frauen scheinen das echt anders wahrzunehmen als wir.

    Ist mir bei einer ganzen Menge Frauen aufgefallen. Leztes Beispiel: Ich war letzte Woche mit einer hübschen und eigentlich sehr selbstbewußten Freundin unterwegs und wir kamen irgendwann auf eine andere wirklich sehr attraktive Bekannte zu sprechen und meine Freundin wurde ganz schnell, hmm, irgendwie „stutenbissig“, bis ich erwähnte, daß die Bekannte bzgl. ihres Aussehens extrem unsicher sei, was sie meiner Freundin plötzlich viel sympatischer machte…

    Bei Männern ist das irgendwie anders. Vielleicht auch, weil wir uns schwerer damit tun, die eigene Attraktivität und die von anderen Jungs so zu beurteilen, wie Frauen das tun. Oder weil das Aussehen auf dem Partnermarkt für Frauen aus unserer Sicht subjektiv nicht so eine große Rolle zu spielen scheint wie für uns. Spekulation, aber da scheinen sich Jungs und Mädels wirklich unterschiedlich zu verhalten…

  26. @jj: Du hast Recht, wenn man es so will, steht jeder irgendwo in Konkurrenz zu wem anders und mit Sicherheit gibt es auch viele Männer, die Verlgeichen, Abgleichen, Abwägen, wieviel besser sie oder ihr Gegenüber so ist.

    Leider fehlt mir auch eine Statistik dazu, aber Verhalten, wie das von der von Dir angesprochenen Freundin, kommt mir sehr bekannt vor, in solcher oder ähnlicher Form. Mein Partner ist Fotograf und manchmal fällt mir die Aufgabe zu, mich ein wenig um die Models zu kümmern. Gerade in dem Zusammenhang empfinde ich es als Segen, kaum mit sogenannter Stutenbissigkeit gesegnet zu sein. ;-) Denn zum Teil bewahrheitet sich so ziemlich alles, was man so als Stereotype im Kopf rumgeistern hat.

    Aber auch, wenn ich versuche, nett zu sein und mir Dinge nicht zu Herzen nehme, über Äußerlichkeiten zu stehen versuche, so fällt das in manchen Fällen doch verdammt schwer. „Natürlich“ vergleiche ich mich auch mit anderen und setze mich mit anderen in Konkurrenz. Aber ich kultiviere es nicht, weil ich da keinen Ehrgeiz zu habe. Es gibt ja auch Leute, die sehen das Leben als eine Art Wettbewerb an, und das „erobern“ der Herzen. Es gibt Menschen, die diese Art der Bestätigung brauchen und wollen. Ich will sie nicht. Ich mag es nicht, mich in einen Wettbewerb zu begeben.

    Wird man allerdings von Medien beeinflusst – wie so ziemlich jeder – so ist dies ein Modell, was immer und immer wieder auftritt. In männlicher und weiblicher Form, wobei die männliche als direkt propagiert wird, die weibliche als perfide, hinterlistig und intrigant.

    Schlimm!

  27. jj sagt:

    Mademoiselle Nocturne,

    „Denn zum Teil bewahrheitet sich so ziemlich alles, was man so als Stereotype im Kopf rumgeistern hat.“

    Also, in meiner Erfahrung sehen Models ohne Make-up und das richtige Licht (und mittlerweile die richtige Software) auch nicht wirklich anders aus als viele andere Menschen. Und oft sind diejenigen, die unter „normalen“ Umständen besonders attraktiv sind als Models eher langweilig. Andererseits sind nicht wenige Models ganz besonders unsicher, vor allem hinsichtlich persönlicher Qualitäten.

    „Ich will sie nicht. Ich mag es nicht, mich in einen Wettbewerb zu begeben.“

    Wirklicher Wettbewerb besteht ja nur unter sehr spezifischen Umständen. In einem Club, in dem niemand irgendwen kennt und das einzige Kriterium das Aussehen und dessen angenommene Macht ist – wer ist attraktiv genug um angesprochen zu werden, wen traut man sich wg. zu hoher Attraktivität nicht mehr anzusprechen. Aber sobald man eine Person mal kennen gelernt hat, spielen diese vorher einzig entscheidenden Kriterien doch nur noch eine Rolle, und diese Rolle wird doch umso kleiner, je besser man die Person kennenlernt. Und damit besteht schlicht kein echter Wettbewerb mehr – jeder andere Mann konkurriert mit mir in Bezug auf Aussehen, Länge und Durchmesser ;) und was weiß ich noch. Aber kein anderer Mann hat auch nur die geringste Chance, wenn es darum geht, jj zu sein. Und das gilt für jede anderen Menschen auch.

    So sehr ich den Wettbewerb auch für entscheidend in Bezug auf gesellschaftliche Entwicklungen halte, sobald man jemanden kennt, ist der Wettbewerb weitestgehend außer Kraft gesetzt. Es gibt sicher nur sehr wenige Menschen, die ihren Partner *NUR* aufgrund von Dingen verlassen, die am ersten Abend vielleicht eine Rolle gespielt haben…

  28. Matze sagt:

    Mademoiselle Nocturne:

    Ich würde fast so weit gehen, dass Intriganz, Perfidie und Hinterlistigkeit als weibliche Mittel zur Interessendurchsetzung von den Medien propagiert werden; solche Frauen werden dann teilweise als „wilde Mädchen“ gelobt, und Leuten (Männern), die arschlochhaftes Verhalten bei Frauen kritisieren, wird unterstellt, sie würden sich Frauen als „nettes“ „Heimchen am Herd“ wünschen.

    Ähm, Anwesende sind ausdrücklich nicht gemeint.

  29. Mat sagt:

    „und sei es nur, um zu beweisen, dass sie mehr Sex-Appeal hat“

    Ich denke, z.B. Marie-France Hirigoyen könnte mehr dazu sagen als der olle Freud. Aber natürlich sind alle nur neidisch und haben Angst vor solchen ganz besonderen Persönlichkeiten.

  30. Marcel sagt:

    Ein Produkt (Megan Fox®) produziert Claims (xxx®), um den eigenen Marktwert zu erhöhen.

    Nike, Audi, Beldona, Procter & Gamble, Nestlé und McDonalds machen das auch.

    Es wirkt!

  31. Christine sagt:

    Schöner Artikel !
    Ein Urteil über Megan Fox ist schwierig. Megan Foxs Rollen sind meist unterkühlt und männlich. Was Spiegel Online dazuschreibt ist sexistischer Blödsinn. Schade.

  32. DayJee sagt:

    Ansich schreibe ich ja zu spät, wenn ich die Kommentare dazu lese. Trotzdem gebe ich meinen Senf mal dazu ab: Megan Fox spielt meiner Meinung nach bisher gute Rollen die ihre Kreativität fordern. Schauspielerisch meiner Meinung nach eine Glanzleistung. :)