Keine Zeit für Mutterschutz
von BarbaraKurz nach der Geburt ihrer Tochter ist die französische Justizministerin Rachida Dati zurück ins Amt, an den Schreibtisch, ins Büro gekommen. Der gesetzliche Mutterschutz, über den sich die Justizministerin hinweggesetzt hat, beträgt 16 Wochen. Ob sie damit sich, dem Kind, den Frauen, ihrem Land oder irgendjemand anders einen Gefallen getan hat?
Eher löste ihr Handeln “in den Kreisen der Konservativen wie unter den Feministinnen, welche die selbstbestimmte Schwangerschaft der selbstbewussten Powerfrau mit bewunderndem Wohlwollen beobachtet hatten, eine Welle der Empörung aus”, meldete die FAZ am 11. Januar. Und findet kritische Stimmen:
Einen „Skandal“ nennt Maya Surduts vom „Kollektiv für die Rechte der Frauen“ das Verhalten der Ministerin: „Die Arbeitgeber werden sich auf ihr Beispiel beziehen und auf die Frauen Druck ausüben.“
Der Druck, den Rachida Dati in ihrer Ministerin-Position erfährt, ist sicherlich auch immens. Wahrscheinlich befanden sich auch im Kreißsaal ein Laptop und ein Handy, damit sie ihrer politischen Arbeit auch gut nachkommen kann. Jakob Schrenk schreibt in “Die Kunst der Selbstausbeutung” treffend:
Der Beruf wird zum Zentrum des gesellschaftlichen Strebens und individuellen Seins. Andere Bereiche des Lebens, die nichts mit ökonomischer Wertschöpfung zu tun haben, werden vernachlässigt.
Die ökonomische Wertschöpfung eines Kindes muss demnach noch erfasst werden.
Facebook | | Tags: Frauenrechte, Mutterschutz, Rachida Dati
Eintrag geschrieben: Mittwoch, 14. Januar 2009 um 15:44 Uhr unter Alltag, Familienleben, Mitdenken. RSS 2.0. Kommentieren. Trackback.







“Der gesetzliche Mutterschutz, über den sich die Justizministerin hinweggesetzt hat, beträgt 16 Wochen. Ob sie damit sich, dem Kind, den Frauen, ihrem Land oder irgendjemand anders einen Gefallen getan hat?”
Laut dem bei “Supermutti verärgert ihr Land” verlinkten SZ-Artikel gilt der gesetzliche Mutterschutz für Ministerinnen nicht. Zu der Frage, wem jetzt mit Datis schneller Rückkehr an den Arbeitsplatz “ein Gefallen getan” wurde (sofern die Frage nicht rhetorisch gemeint war; als rein rhetorische Frage wäre sie der Klassiker, mit dem Frauen sich untereinander gerne mal ein schlechtes Gewissen machen).
Tut Frau Dati sich selber einen Gefallen?
Ich würde sagen, das ist nichts, was Außenstehende beurteilen können, sondern in erster Linie die Ministerin selber; an zweiter Stelle auch noch ihre Ärzte und ihre Hebamme.
Tut Frau Dati mit ihrem Verhalten ihrem Kind einen Gefallen?
Siehe Antwort auf die vorangegangene Frage.
Tut Frau Dati mit ihrem Verhalten den Frauen einen Gefallen?
Ja, mir tat sie einen Gefallen, denn sie zeigt: YES WE CAN.
Tut Frau Dati mit ihrem Verhalten ihrem Land einen Gefallen?
Die Beantwortung der Frage, ob Frauen in ihrer Eigenschaft als Mutter ihrem jeweiligen Land einen Gefallen tun oder nicht, kann man totalitären Systemen überlassen, finde ich. In einer Demokratie müsste eine etwas größere Bandbreite
individueller Handlungen, die nationalstaatlich gesehen belanglos sind, möglich sein.
och nö, muss das sein? Einer Ministerin traue ich schon zu, so selbstbestimmt zu sein, dass sie das macht, was für sie gut ist. In dieser Situation reicht es aus, sich selbst einen Gefallen zu tun.
@Schnatterinchen und Sonja
volle zustimmung!
“och nö” ist exakt genau das, was ich auch laut gesagt habe, als ich den artikel gelesen haben. lasst die “selbstbewusste powerfrau” doch ihre eigenen entscheidungen fällen. bisher gibt es keine hinweise darauf, dass sie selbst die situation irgendwie doof findet.
Keine Aufregung – was weiß die FAZ denn schon von Feministinnen?
Die “Feministin an sich” (mit oder ohne FAZ-Zitat) muss sich einfach damit abfinden, dass Menschen, die die Wahl haben, auch mal eine Entscheidung treffen, die sie doof finden. Das ist eben der Ärger mit der Frauenbewegung und dem Selbstbestimmungsrecht :-)
Dass eine Frauenrechtlerin (Maya Surduts) das Privatleben von Rachida Dati als “Skandal” bezeichnet, finde ich sehr, sehr peinlich. Und dazu eine Beleidigung der Ministerin.
Befremdlich auch die Empörung von Florence Montreynaud, Präsidentin der “Chiennes de garde” (Wachhündinnen), die Datis schnelle Rückkehr zur Arbeit laut faz-Artikel als “vom Adrenalin der Macht gedopt” kritisiert.
Wie sollen denn Frauen die urfeministische Forderung nach der “Hälfte des Himmels” umsetzen, wenn nicht auch durch den eigenen selbstbewussten Griff nach der Macht und ein ehrgeiziges, leistungsorientiertes Leben? Ich meine, mir zuliebe muss keine Frau das umsetzen – ich versuche nur die Denkweise von Feministinnen zu verstehen, die gegen die Ministerin giften.
Es ist eben immer die Frage, welchen Teil des Himmels man will:
Wenn man daran interessiert ist lange Erziehungszeiten durchzusetzen, weil man dies selbst will und als richtig ansieht, dann ist das Verhalten der Ministerin ein Gegenargument gegen die eigene Position
Wenn man hingegen das berufliche Vorankommen der Frauen fördern will und den Druck zur Kinderbetreuung mindern, dann ist das Verhalten der Ministerin positiv.
Die negativen Stimmen schreien natürlich meist eher auf als die positiven.
“Lange Erziehungszeiten durchzusetzen” ist meines Wissens keine urfeministische Forderung, Christian. Es kann aber sein, dass die Dati-Kritikerinnen solchen frauenpolitischen Strömungen zuzuordnen sind, dazu kenne ich mich im französischen Feminismus zu wenig aus. In D hätte man solche Stimmen eher aus der Bischof-Mixa-Ecke vermutet.
Es mag keine feministische Forderung aus deiner Sicht sein, aber es ist eine klassische Frauenposition, wie sie ja auch hier vertreten wird. Sie wird meist nur etwas anders formuliert mit “Frauen darf kein Nachteil dadurch entstehen, wenn sie sich für eine Erziehungszeit entscheidet, auch wenn diese x (zahl der gewünschten Jahre) Jahre dauert. Es ist eine wertvolle Leistung für die Gesellschaft, die diese schützen muss und hinter der das gewinnorientierte Denken der Unternehmer zurücktreten muss”
Und Frauen vor Nachteilen der Erziehungszeiten, auch sehr langer, zu schützen ist doch wohl eine urfeministische Forderung oder nicht?
Genau: Niemandem soll ein Nachteil entstehen! Darauf werden sich letztlich alle einigen können. ;-)
Wie schwierig das alles in die Praxis umzusetzen ist, zeigt Dein im anderen Thread konstruierter Fall von den beiden Frauen mit unterschiedlichen Elternzeit-Plänen, die um einen Job konkurrieren, und Deine Frage, wie ein Personalchef da entscheiden soll. Darauf kam, glaube ich, keine Antwort. Ok, ich gebe mal eine: Als Arbeitgeberin würde ich – eine gleiche Qualifikation beider Kandidatinnen vorausgesetzt – natürlich die Frau bevorzugen, die schneller wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt. Wenig erstaunlich, oder?
Dass es in dieser ganzen Diskussion zu einem wesentlichen Bestandteil um eine knallharte Frau/Mutter-gegen-Frau/Mutter-Konkurrenzsituation geht – als Nebenschauplatz abseits der offiziellen Mann-/Frau-Frontlinie – lässt sich, vermute ich, nicht zuletzt daraus schließen, dass eine wie Rachida Dati in erster Linie und am härtesten von Frauen angegangen wird.
»Und Frauen vor Nachteilen der Erziehungszeiten, auch sehr langer, zu schützen ist doch wohl eine urfeministische Forderung oder nicht?«
seit wann ist z.b. eva herrmann feministin?
»… dass eine wie Rachida Dati in erster Linie und am härtesten von Frauen angegangen wird.«
logisch. wenn 2 sich streiten, freut sich der 3., in diesem fall mann, und muss nicht eingreifen. kennt man aus dem ehefrau-schwiegermutter schützengraben. und es sind ja frauen, die durch ein vorbild wie dati ihre lebensentwürfe gefährdet sehen.
@Alpenglühen
Wenn sich ein Mann von einiger Bekanntheit in diese Debatte einmischt verliert er automatisch.
Entweder entwertet er die Mutterrolle und die damit verbundene “unentgeltliche Arbeit”, die eh zu wenig gewertet wird oder aber er will Frauen auf ihre Mutterrolle reduzieren
Es ist entfernt damit vergleichbar, dass nur ein Afroamerikaner einen anderen Afroamerikaner als “Nigger” bezeichnen darf (und selbst da nur im passenden Umfeld), bei einem Weißen ist es unentschuldbarer Rassismus.*
Mit “Sich-Freuen” hat es insoweit wenig zu tun. Es geht vielmehr um Eigenschutz und Political-Correctness.
*ich hoffe diese Formulierung war ebenfalls politisch korrekt genug.
Warum sollten Männer sich darüber freuen, wenn Frauen sich streiten, Alpenglühen? Freust Du Dich denn, wenn Männer sich streiten?
Kritik an Frau Datis Verhalten hat nichts mit politischen oder religiösen Strömungen zu tun, sondern mit common sense. Sie richtet sich für mich nicht gegen ihre Berufstätigkeit, ihre familäre Situation oder ihre später Mutterschaft, sonder dagegen, dass sie als öffentliche Person versäumt hat, selbstverständlich ihren Rechtsanspruch aus Auszeit geltend zu machen, um dann zwei Monaten ausgeruht zurückzukehren. Bei guter Leitung sorgen Assistenten für einen reibungslosen Verlauf der politischen Geschäfte während der zeitlichbegrenzten Abwesenheit. In Thüringen ist ja jetzt auch kein Chaos ausgebrochen…
Es gibt keine Angaben, ob es nur diese eine wichtige Sitzung war, für die Frau Dati kurz das Bett verlassen musste. Die hätte man aber auch per Konferenzschaltung von zu Hause aus führen können…
Sie verstösst als Justizministerin gegen gültiges Recht. Wenn Sie berufliche Repressalien befürchtet, ist das wohl eher durch ihr Verhalten vor der Geburt als zu erklären.
Der Mutterschutz ist eine Errungenschaft der Frauenbewegung! Nicht weil er Frauen an der Herd binden will, sondern weil er den physiologischen Veränderungen nach der Geburt Rechnung trägt und früher oftmals die einzige Gegegenheit war im arbeitsintensiven Alltag ein wenig Kraft zu schöpfen. Vielleicht tut das auch einer Ministerin von heute gut.
Aus pflegerischer und medizinischer Sicht geht mir ‘die Hutschnur hoch’ in Hinblick auf eine tägliche Sterblichkeit von 1200 Wöchnerinnen weltweit, die erst kürzlich wieder von der UNICEF beklagt wurde.
Am fünften Tage nach der Geburt ist man noch im Frühwochenbett: die Uteruswunde ist noch nicht verheilt, die Rückbildung von Uterus ist noch nicht abgeschlossen und durch längeres Sitzen üben die Organe unnötigen Druck aus, der Milcheinschuss erst zwei Tage her, eine Naht braucht auch seine Zeit zur Heilung.
Bei allen Diskussionen über Emanzipation und persönliche Freiheit frage ich mich, ob sie sich da nicht selber um die schönsten Momente des Lebens bringt. Bei einem unpathologischen Wochenbettverlauf wird die symbiotische erste Zeit mit dem Kind in starker Erinnerung gehalten. Das kann jede Mutter bestätigen.
Für mich ist Frau Dati ‘the next Heidi Klum’: Tage nach der Geburt gestrafft im Licht der Öffentlichkeit als wäre nichts passiert, in einigen Jahren dann mit modischem Mini-Me durch die Haute Volee ziehend.
Oder ‘the next Britney Spears’, aber so geht es wohl erst nach dem zweiten Kind.
Das finde ich einen durchaus erwähnenswerten Punkt. Ich finde, das wird in den ganzen Diskussionen über “Eine Frau Anfang dreissig einzustellen, stellt ein viel viel größeres Risiko dar wie einen Mann im gleichen Alter” immer wieder gerne ausgeblendet. Wenn man sich ein Bein bricht, kann es durchaus passieren, dass man 10-14 Wochen krankgechrieben wird, dieses Risiko trifft Männer vielleicht sogar mehr als Frauen, da sie häufiger Risikosportarten ausüben als Frauen (mal ganz davon abgesehen, dass Fußball zu viel schlimmeren Sportverletzungen führt als Fallschirmspringen). Dass es danach in Deutschland die Möglichkeit gibt, bis zu 3 Jahre in Elternzeit zu gehen, und dies überwiegend von Frauen in Anspruch genommen wird, kann man meiner Meinung nach nicht der individuellen Bewerberin einfach nur aufgrund ihres Geschlechts unterstellen, dass sie dies auch tun wird.
hallo byrite03,
ich teile deine ansicht, dass es wichtig ist im auge zu behalten, dass ein ministerium nicht gleich brach liegt, nur weil die chefin länger als fünf tage weg ist, dass es aus medizinischer sicht (in der regel) vernünftig ist sich eine etwas längere auszeit zu gönnen, dass es blöd wäre, wenn sie sich wegen ihrer schwangerschaft sorgen um ihren arbeitsplatz machen müsste und dass natürlich trotzdem andere frauen das auch etwas anders regeln können sollten.
ABER.
uns geht der uterus von frau dati nix an.
uns geht’s nix an, wer sich um ihre tochter kümmert.
uns geht’s nix an, ob oder wie frau dati stillt.
uns geht’s nix an, was für eine beziehung ihre tochter zu ihr hat oder haben wird.
uns geht’s nix an, wer der vater des kindes ist.
uns geht’s auch nix an, was für eine beziehung der vater der tocher zu seiner tochter aufbaut (hallo? den gibt’s ja unter umständen auch noch!)
die frau ist eine politikerin. eine umstrittene konservative politikerin. eine ambitionierte muslimische tochter eines marokkanischen maurers und einer algerischen putzfrau, die genau in einer dieser banlieues aufgewachsen ist, deren einwohner ihr langjähriger chef sarkozy, gerne “gesindel” nennt. sie ist justizministerin von frankreich und hat schon viele entscheidungen mitgetragen, die in frankreich für große kontroversen geführt haben.
können wir es also bitte lassen uns über den uterus dieser frau zu unterhalten?
man kann von frau dati halten was man will.
aber seine haltung ihr gegenüber, daran fest zu machen, ob die frau eine gute mutter ist oder in wie weit sie sich um ihren uterus kümmert, kommt mir alles andere als frauenfreundlich vor – um es noch vorsichtig zu formulieren.
@JUDITH
Meinstest Du ‘deine Haltung’?
Ich finde die grade frauenfreundlich, weil es um ein langerstrittenes Recht geht, dass einfach auch einen physiologischen Grund hat.
Es wird öfters angemerkt, dass Frau Dati schärfer von ihren Geschlechtsgenossinnen kritisiert wird. Abgesehen von emanzipatorischen Theorien, sollte das mal praktisch sesehen werden. Hat schon mal eine von Euch geboren und kann sich vorstellen, nach fünf Tagen rein körperlich-seelisch in der Lage gewesen zu sein, weiter zu machen wie bisher? Los ihr Muttis, wie seht ihr das?
Was heisst schon ‘frauenfreundlich’? Frauenfreundlich wäre es gewesen, man hätte die angeblich so wichtige Konferenz einfach in ihrem sicher grosszügigem Wohnzimmer abgehalten.
Ich maße mir es nicht an, ihre Rolle als Mutter zu kritisieren. Im Gegenteil, ich finde es super, dass sie sich den vielleicht schon langgehegten Kinderwunsch erfüllt hat. Aber sich als Justizministerin über geltendes Recht wegzusetzen finde ich unakzeptabel. Und ihr Verhalten zeigt letztendlich eine unemanzipierte Haltung.
@ byrite03: Aber ich muss Judith zustimmen: Auch wenn ALLE Frauen da draußen in der Welt sich anders entscheiden als Rachida Dati und nie-niemals so früh wieder zur Arbeit gehen würden – es bleibt allein Rachida Datis Entscheidung, wie sie es für sich handhabt. Und da ist es völlig unerheblich, ob eine hier das so oder so machen würde. Es ist jeder Mutter eigene Entscheidung.
Würden hier Gesetze geändert werden sollen, der Mutterschutz aufgehoben o.ä. wäre die Diskussion eine andere. Aber ich denke nicht, dass irgendjemand über die 100% private Entscheidung eines anderen Menschen urteilen sollte. Sollte Rachida Dati ihr Kind misshandeln, hungern lassen o.ä., dann dürften wir uns einmischen, vorher: No way.
“Hat schon mal eine von Euch geboren und kann sich vorstellen, nach fünf Tagen rein körperlich-seelisch in der Lage gewesen zu sein, weiter zu machen wie bisher? Los ihr Muttis, wie seht ihr das?”
Das geht. Das ging. In meinem Fall. Ich habe aber auch keinen körperlich anstrengenden Job. Seelisch war es ganz hervorragend, nicht nennenswert zu pausieren, weil dadurch der Schock der neuen Lebensssituation etwas abgemildert wurde. Es ging einfach so weiter wie vorher, nur jetzt halt mit Kind/ern.
Echt nach 5 Tagen?
Da bin ich noch im Bademantel mit übergrossen Einlagen durch die Wohnung geschlichen und habe mich gefreut, wenn der Besuch nach 30 Minuten wieder weg war. Bin halt kein tough Cookie!
Ich war auch erst nach 10 Tagen pp in der Lage mit Bussen und Bahn beim Standesamt die Geburt anzumelden, was mir prompt einen Rüffel einbrachte.
Nein, aber in echt. Man kann den Mutterschutz doch einfach so auslegen, dass die Mutter das Recht hat sich für eine Zeit zu verkriechen. Schlafen, von Freunden gekochtes Essen zu konsumieren, fettige Haare haben, heulen, lesen, und stundenlang das Wunder im Bett neben sich zu bestaunen.
Das zu machen als das Selbstverständlichste des Lebens ist für mich wahre Emanzipation.
@ byrite03:
Aber das musst du doch auch nicht sein. Eine Geburt ist bei jeder Frau anders, für jede Frau ist etwas anderes richtig und gut. Wäre ja schlimm, wenn alle Menschen gleich wären.
Genau, Susanne! (Bin auch kein tough Cookie, wer würde das schon von sich selbst behaupten. Bei mir waren halt andere Dinge schwierig. Aber eben nicht die Arbeit.)
@Schnatterinchen:
Aber Gesetze werden doch grade deshalb gemacht, weil alle menschen gleich sind. Ohne dir zu nahe kommen zu wollen, wann genau bist du denn wieder zurück zum Job? Ich bezweifele, dass das innerhalb von 5 Tagen war.
Mit meiner Position will ich nicht in eine Ecke gedrängt werden. Ich bin selber nach 4 Wochen wieder für einige Tage zurück zu meiner Berufsschule (als Schülerin), musste die Arbeitseinsätze aber bis 6 Wochen pp aussetzen.
Seid ihr dann auch gegen die EU-weite Anhebung des Mutterschutzes auf mindestens 18 Wochen? Ich finde das sehr gut, weil es mehr geschützten Raum gibt, in dem frau zu Kräften kommt , um sich danach wieder gestärkt der Arbeit zu widmen
byrite03, ich bin selbstständig. Deswegen gibt es für mich keinen Mutterschutz. Aber auch keine reglementierten Arbeitszeiten. So gesehen habe ich zwar im Krankenhaus bereits wieder gearbeitet (Unterlagen durchgesehen u.Ä.), aber eben nicht acht Stunden lang.
Warum fühlst Du Dich mit Deiner Position in eine Ecke gedrängt? Ich denke, Du teilst Deine Meinung und Erfahrung mit der ganz großen Mehrheit aller frischgebackenen Mütter. In der Ecke oder schlimmer: am Pranger stehen in der Regel nur die, die es extrem anders machen als der Mainstream. Also diejenigen Mütter, die nach einer Geburt entweder gar nicht pausieren oder aber für immer. ;-)