Ishema Kane: In die Fußstapfen von Rosa Parks

von Nadia

Wahrscheinlich habt Ihr ihn schon fast alle gelesen, den bewegenden Brief der neunjährigen Ishema Kane an die ZEIT. Wir wollen die Gelegenheit nutzen, ihn auch an dieser Stelle nochmal zu veröffentlichen – weil diese Aktion, die jetzt schon eine der besten 2013 ist, auf jeden Fall ein Denkmal verdient hat.

Und von uns nochmal: Ein großes ♥ an Ishema für jeden ihrer Sätze.

Brief von Ishema Kane (c) an die ZEIT

Brief von Ishema Kane (c) an die ZEIT




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 23. Januar 2013 um 12:06 Uhr unter Inspiration. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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12 Kommentare

  1. sabine sagt:

    Ist jetzt kein sinniger Beitrag aber: Wie unglaublich toll dieser Brief ist. Ich lese ihn und selbst ich vergesse die ganzen intellektuellen, historischen, sprachkritischen Argumente und FÜHLE plötzlich einfach: Es ist richtig, das Wort zu streichen weil es schlicht und ergfreifend “sehr sehr schrecklich” ist. Das bringt die Sache so auf den Punkt!

    ps: natürlich sind die ganzen wichtigen Argumente auch sinnvoll, v.a in Diskussionen mit Gegenern der Streichung. Aber dieses Mädchen schreibt so…toll und einfach dass es eigentlich auch der letzte Journalist FÜHLEN können muss.

  2. Charlotte sagt:

    Hallo!
    Ist dieser Brief vielleicht mitverantwortlich fuer diesen Artikel?
    http://www.zeit.de/kultur/literatur/2013-01/kinderbuecher-kommentar
    Dieser Artikel ist naemlich ein sehr klaeres statement fuer das Streichen/Ersetzen der Woerter, ich hab mich wirklich gefreut ihn zu lesen.
    Wie auch immer, es ist super die Stimme einer betroffenen Person zu hoeren (naemlich einem schwarzen Kind) und nicht die Stimmen von irgendwelchen weissen Journalisten/innen, die die Problematik eh nicht am eigenen Koerper fuehlen koennen (aber wohl gaaanz viele schwarze Menschen kennen, denen das alles gaaaar nix ausmacht.. m((( )

  3. Terry sagt:

    Danke dafür! Meiner Meinung nach, die erste wirklich ernstzunehmende Stellungnahme zu diesem Thema!
    Nachdem JournalistInnen ja wie schon gesagt, plötzlich die Zeit Ihres Studiums vergessen und ganz großartig und sachlich argumentierten.

    Wie immer sind die LeserInnen-Kommentare der großen Zeitungen gruseliger als die Artikel und ich frage mich ernstlich, warum die “Zeit” sich traute vor 4 Tagen die “Bild am Sonntag” mit ihrer “Umfrage” zu zitieren.
    Mainstream-Medien mir graut vor euch.
    Danke euch, Mädchenmannschaft, wie immer!

  4. iljitsch sagt:

    Suuuuuuuper!!! Der Brief des Jahres an die Zeit-Redaktion! (Die Kommentare zum Artikel, den Charlotte verlinkte, sind allerdings wieder zu einem großen Teil, na ja, bemerkenswert …)

  5. Elvira sagt:

    Ich war so perplex als ich die letzte ZEIT las und die aufgeregten Diskussionen und Beiträge. Für mich ganz klar meine erste Reaktion auf die Meldung, dass noch mehr Kinderbuchverlage rassistische Begriffe streichen werden: “na endlich, es wurde ja auch Zeit”! Wie man von literarischer Verfälschung oder von Verschlechterung der Kinderliteratur reden kann ist mir ein Rätsel. Keiner wirft Astrid Lindgren oder Otfried Preußler oder Michael Ende Rassismus vor, aber heutzutage solche diskriminierenden Äußerungen immer noch in Kinderbüchern stehen zu lassen ist schlichtweg falsch und schlecht. Der wunderbare Brief des Mädchens sagt genau das aus, was ich meine: Worte können verletzen!

  6. Anna-Sarah sagt:

    @Elvira: Der individuellen “Schuld”- oder Vorwurfsfrage ungeachtet: Die von dir genannten Autor_innen reproduzieren in einigen ihrer Werke Rassismus. Das ist erstmal kein Vorwurf, aber eine Feststellung, um die man nicht drum herum kommt.

  7. iljitsch sagt:

    Hallo, inzwischen gibt es eine erste Reaktion der Zeit-Redaktion auf diesen Brief. Verfasst hat sie Ijoma Mangold. Hier der Link:
    https://www.facebook.com/zeitonline/posts/495405593830960

  8. Jolene sagt:

    Super Brief… regt sehr zum Nachdenken an! Auf der Facebook-Seite der ZEIT leider teilweise in eine sehr irritierende Richtung… es fällt manchen Leuten einfach zu schwer, eigene Privilegien zu erkennen.
    Einige Kommentare von dort haben diesen Umstand IMHO sehr gut auf den Punkt gebracht (wenn ich einen davon hier zitieren darf?)

    “Nach dem Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache hat das Wort N***r die Ausgangsbedeutung „Schwarzer“ und ist ein Lehnwort nach dem französischen nègre, das wiederum vom spanischen negro, der Nachfolgeform des Lateinischen niger („schwarz“) kommt. Die Bezeichnung wurde erstmals im 16. Jahrhundert während des spanischen und portugiesischen Sklavenhandels für Menschen verwendet, vornehmlich für die zur Handelsware erklärten Bewohner Afrikas, und bezog sich auf deren Hautfarbe. Die damit verbundene Stereotypisierung von Menschen geht laut Veröffentlichungen des Soziologen Wulf D. Hund dementsprechend nicht auf die Wahrnehmung natürlicher Unterschiede zurück, „sondern ist vor dem Hintergrund von Kolonialismus und neuzeitlicher Sklaverei entstanden“. Der analoge Begriff in der deutschen Sprache fand in Texten des 17. Jahrhunderts begrenzt Verwendung und bürgerte sich im 18. Jahrhundert gleichzeitig mit der Etablierung von Rassentheorien ein. Der teilweise von dem Begriff N***r abgelöste Ausdruck Mohr macht seinem Ursprung nach ebenfalls eine Aussage über die Hautfarbe.
    Das das N-Wort seit einigen Jahrzenten negativ behaftet ist, ist eine hartnäckige Legende. Dieses Wort war schon immer negativ behaftet. Die Leute haben sich nur damals nicht daran gestört.
    Das einige hier nicht genug Empathie besitzen, dass Sie nicht begreifen das dieses Wort Menschen verletzt und herabsetzt, befremdet mich.”

    (Vox Populi)

    Anbei noch einige, wie ich finde, sehr gute Links:

    http://hadihiahayati.tumblr.com/post/41436113436/hamsterrad-der-ignoranz-wenn-weisse-mit-sich

    http://afrikawissenschaft.wordpress.com/2013/01/24/mit-den-kindern-reden/

    http://www.publikative.org/2013/01/25/weise-zeitungen-buntes-netz-definitionsmacht-ade/

  9. Hallo,
    I’m an italian writer of fairy tales and I’m a sociologist too. I think the letter of the girl is very interesting! But it’s difficult for me to translate it. Somebody can help me?
    I’m writing, now, an article about this argument so I really need to traslate this letter!
    You know if there is the text of the letter in the web? Any link?
    Many thanks.
    ___
    Guten Tag,
    Ich bin eine italienische Schriftsteller der Märchen und ich bin ein Soziologe zu. Ich denke, der Brief des Mädchens ist sehr interessant! Aber es ist schwierig für mich, es zu übersetzen. Jemand kann mir helfen?
    Ich schreibe jetzt einen Artikel über dieses Argument, so dass ich wirklich brauchen, um diesen Brief traslate!
    Sie wissen, ob es der Text des Briefes in der Bahn? Jeder Link?
    Vielen Dank.

  10. I mean an english translation, of course…

  11. Charlott sagt:

    An English translation of the letter can be found at Stop!Talking.

  12. Many thanks, Charlotte. You’re so kind but your link doesn’t work.
    I just found the translation (I suppose) here:
    http://www.huffingtonpost.com/2013/01/27/ishema-kane_n_2554165.html
    few minutes ago.

    I really want ti thank you all for your kindness!
    Very interesting article.