Haarige Sache

von Katrin

Lady Shave

Gefunden bei Chelsea (Flickr)




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Eintrag geschrieben: Montag, 18. August 2008 um 15:55 Uhr unter Körper. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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19 Kommentare

  1. Goofos sagt:

    Als Werbegrafiker muss man ja irgenwann völlig durchdrehen wenn man sich mit den Zielgruppen zu sehr beschäftigt um dafür eine zielgerichtete Werbung zu gestalten die den Befürnissen, den Wünschen entspricht.

    Die Überschrift „Das denkt die Welt“ passt in dem Fall tatsächlich.

  2. Felix sagt:

    Super Ad-Busting !!! Wundervoll.
    Das Umdrehen der „Message“ selten so schön gesehen :)

  3. Matze sagt:

    War die rote Schrift schon auf dem Original?

    Falls ja: Klassicher Eintrag unter die Kategorie „So beleidige ich meine Zielgruppe“. *seufz*

  4. Katrin sagt:

    nee nee, Adbusting, das war nicht so! ;)

  5. Matze sagt:

    Ist das nicht abwertend gegenüber Frauen, die sowas benutzen?

    Ich meine, niemand sagt was gegen Rasierer für Männer … Habe das Gefühl, hier hatte jemand einen vergleichsweise hohen Moralinspiegel.

  6. Goofos sagt:

    Das Rubbellosgewinnspiel (wenn ich das richtig sehe):

    http://www.adrants.com/2003/11/remington-promotes-trim-and-shape-bikini.php

    Nette Idee :>

  7. Katrin sagt:

    „Ist das nicht abwertend gegenüber Frauen, die sowas benutzen?“

    ich denke nicht.

  8. Matze sagt:

    @Katrin: Puh :-)

  9. Judith sagt:

    ich versteh noch nicht ganz was das ad busting sagen will.
    wenn die macher selber ihre zielgruppe nicht beleidigen will, wollen die ad buster denn frauen mit intimrasur beleidigen? ist es verwerflich mit intimrasur für intimrasur zu werben? ist intimrasur generell doof? ich fürchte ich steh voll auf der leitung. ich check’s nicht. :-(

  10. Katrin sagt:

    also ich denke mal, die Interpretationsbreite ist groß. ich habe es so aufgefasst, dass es ein protest gegen einen gewissen Hyperfokus ist, bei dem es weniger auf Hirn und Herz, als eben auf das Untenrum ankommt.
    Ich selbst habe es jetzt weniger als eine Beleidigung gegen Frauen gesehen, die sich intim rasieren… muss aber gestehen, dass diese Assoziation natürlich ebenso zulässig ist.

  11. Matze sagt:

    Denke mal, die Leere des Restkörpers (jenseits der unteren Bikinizone) hat den Ad-Buster eingeladen. Hätte er/sie (hoffentlich) nicht gemacht, wenn da schon was zu sehen gewesen wäre.
    Dann wäre die Werbung aber wahrscheinlich (bei manchen, nicht unbedingt hier) als sexistisch eingestuft worden.
    Hmm, wie zur Hölle wirbt man richtig für Intimrasierer?

  12. Judith sagt:

    hui, hab grad die seite dazu gefunden:
    http://www.trimandshape.com/

    da ist das original einfach nur ne weiße silhouette vor schwarzem grund. dann kann man pinke frisurvorschläge einblenden. ich find’s eigentlich ganz witzig .. so art ausstechplätzchenförmchen als schablonen gibt’s wohl dazu.
    kurzgefasst: ich hab nicht wirklich eine meinung zu produkt und werbung. das ad busting wiederum .. kann man schon auch wohlwollend interpretieren, wenn man will.

  13. felix sagt:

    Also Leute,
    Bei solchen allgemeinen Botschaften geht es doch nie darum gegen irgendwelche Gruppen von Menschen intolerant zu sein, sondern eigentlich immer darum eine bestimme, propagierte (oft äußerst intolerante) Soll-Meinung zu entlarven. Der „Mainstream“ (den hauptsächlich bis ausschließlich die Medien kreieren) propagiert ganz klar: Nur rasierte Frauen (eigentlich Mädchen;) sind hygienisch, modern, begehrenswert etc. in Kombination mit einem eher wenig emanzipierten Frauenbild (sei schön FÜR IHN).

    Beim Werbung(um)gestalten bzw. Adbusting ist eigentlich ziemlich klar, dass es nicht gegen die Arme Frau geht, deren Silhouette auf dem Plakat ist!
    Die meisten SLOGANS dieser Art gehen gegen eine HAUPTMEINUNG vor und nicht primär gegen diejenigen Menschen, die einfach drauf stehen. DARUM GEHT’S HIER NICHT!

    In solchen oder ähnlichen Zusammenhängen eine Diskussion über Intoleranz gegenüber manchen Menschen (Mainstream-Minderheiten;) zu führen ist ein bisschen spitzfindig, gelinde gesagt.
    Thema verfehlt, würde ich sagen.

  14. Judith sagt:

    und die leute, die explizit auf haarige intimfrisuren stehen sind den leuten mit rasiertem intimbereich moralisch überlegen bzw. weniger oberflächlich, weil weniger mainstream? Schon ein klitzekleines bisschen überheblich, oder?
    früher gab der „mainstream“ vor dass rasieren „nuttig“ ist, heute gibt er vor das nicht rasieren „unhygienisch“ ist.
    leben und leben lassen – das gilt doch für beide „lager“, oder?

  15. Matze sagt:

    @felix: Dachte, inzwischen sei Charlotte Roche mit ihren Feuchtgebieten Mainstream. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich eine größere anzahl von Frauen gibt, die glauben, ihre Intimfrisur wirkt sich irgendwie weitergehend auf ihre Lebensqualität aus (abgesehen vom „selber schön finden“).

  16. Meredith sagt:

    ich glaube, man muss das auch in einem anglo-amerikanischen kontext sehen. da ist der druck schon auf jungen frauen vergleichsweise höher als hier, das thema wird da auch viel aggressiver thematisiert, als ich das hier jemals erlebt habe.
    ich habe z.b. einen ausschnitt aus dem sex and the city-film gesehen, wo samantha die miranda so richtig zur schnecke macht, weil ihre ihre bikinizone stoppelt. miranda sagt: weißt du, wenn man verheiratet ist und ein kind hat, werden andere sachen wichtiger – und samantha tickt aus, mit dem hinweis, dass charlotte ja auch ganz unbehaart sei. der witz geht definitiv auf mirandas kosten, dabei ist es eigtl. samantha, die sich unmöglich benimmt.

    äähh. jedenfalls ist deine toleranz, judith, ja sehr vorbildlich, aber ich glaube man kann sich das hier kaum vorstellen. und ich kann mir auch denken, dass es z.b. bei den unter-20-jährigen in deutschland auch anders zugeht

  17. Viktoria sagt:

    ich fühle mich mal als unter 20-jährige hier angesprochen ;-)

    Und ich muss schon sagen, dass eine blanke Scham quasi vorausgesetzt wird. Ich weiß noch, wie schockiert mich heute morgen nach dem Schwimmen eine Freundin angesehen hat, weil ich nicht rasiert bin. Mitlerweile kann ich damit mit Selbstbewusstsein umgehen, vor einigen Monaten noch, hätte ich mich extra für eine solche Schwimmbadsituation vorbereitet und mich rasiert.

    In meinem Umfeld ist es nicht nur Mainstream an sich, es ist einfach genau so Mainstream wie die Tatsache, dass man sich täglich die Unterwäsche wechselt und die Zähne putzt. Es ist Norm.

    Mein Blog hat die Meisten Hits aus dem WordPress wegen dem Tag „Intimrasur“. Anscheinend erhoffen sich alle, dass ich da irgendwelche Tips reingeschrieben habe, wie man die elenden Pickelchen und Hautirritationen los wird. Nun ja, sie werden eines Besseren belehrt ;-) Wer lesen möchte:
    http://mondschwert.wordpress.com/2008/03/02/eine-haarige-angelegenheit/

    Jedenfalls finde ich es grandios, wie dieses Thema hier in dem Beispiel behandelt wird! :-)

  18. illith sagt:

    ich find das adbusting gelungen. :)

    ich persönlich(!) bin auch keine freundin von intimbehaarung (bei männlein und weiblein etc), aber es nervt mich tierisch ab, dass das – wie hier ja schon geschrieben wurde – quasi ein kategorischer imperativ ist. also bei weiblicher achsel- und beinbehaarungs ja noch mehr, den medialen bildern zufolge ist eine solche ja einfach nicht EXISTENT. abfuck.

    allerdings kotzt mich schon auch das gegenlager an (zu finden zb in diskussionen auf dem EMMA-board), das sich offenbar für bessere (=feministischere, moralisch überlegene) menschen/frauen halten, weil sie es eben wachsen lassen, bzw rasierten frauen gar jegliche emanzipiertheit qua re absprechen. oder männern, die bei frauen „unten-ohne“ bevorzugen latente pädophilie diagnostizieren.
    mensch kinners….

  19. hanoi jane sagt:

    Ich bin voll Illiths Meinung.
    Außerdem: Wieso wird „sich schön machen“ immer als „sich für IHN schön machen“ interpretiert? Wieso entscheidet „rasiert“ oder „nicht rasiert“ über meine Berechtigung, mich als Feministin bezeichnen zu dürfen? (Das gleiche gilt übrigens auch für die Benutzung von Make Up.) *kopfschüttel*