Immer wieder wehren gegen sexistische Werbung

von Helga

Kaum beginnt man die Woche mit dämlichen Prospekten, landen sie wieder in unserem Mädchenmannschaft-Postfach. Die Hinweise auf noch beschissenere Werbung. Ganz Berlin etwa scheint vollgepflastert mit dieser Reebok-Werbung. Zum neuen Paar Turnschuhe noch ein paar Upskirtfotos?

Eine weiße, blonde, schlanke Frau steht im hochfliegenden rosa Kleidchen in sexualisierter Pose auf der Straße, vor ihr kommen pinke und gelbe Gymnastikbälle aus der Straße.

Foto von Leser_in Anna

Noch tiefer fiel Skiny auf der Startseite. Als Unterwäschefirma sind Fotos von Menschen in Unterwäsche ja völlig ok, da muss man sich also etwas besonderes einfallen lassen, um sexistischen Mist zu produzieren. Etwa das Model an einem Bananenstück lutschen lassen. Heute ist schon wieder ein neues Motiv auf der Seite, diesmal ist die Frau ganz nackt?!

Eine blonde, schlanke, weiße Frau in Unterwäsche sitzt mit einer geschälten Banane im Mund am Tisch und versucht mit geschlossenen Augen ein Glas zu öffnen

Herausforderung: Mit geschlossenen Augen ein Glas öffnen und nicht die Banane abbeißen.

Einsenden könnt ihr derartige Prachtstücke auch immer an Sexistische Kackscheiße oder ihr könnt sie in der *istische Kackscheiße-Suppe teilen. Die trouble X anti-Sticker eignen sich als aktiver Hinweis im realen Leben (aber bitte keine Sachbeschädigung betreiben). Der Deutsche Werberat hat inzwischen auch ein Onlineformular (beim Österreichischen muss man sich leider registrieren) und manchmal bringt Beschweren was.




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Eintrag geschrieben: Freitag, 9. September 2011 um 9:26 Uhr unter Medienkritik. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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18 Kommentare

  1. Dani sagt:

    Die Rebook Werbung finde ich auch ganz schrecklich… Aber ich gebe mir große Mühe alle Plakate an denen ich vorbei komme mit diesen Stickern zu verschönern: http://www.rootsofcompassion.org/product_info.php?info=p1471_Sexistische-Kackschei–e–10x-.html
    Leider sind die etwas klein, ich hätte gerne so richtig große.

  2. Anna-Sarah sagt:

    @Dani:

    Wie findest du z.B. sowas hier? Die sind immerhin schonmal knapp 8×11 cm…

  3. Marcel sagt:

    „NRW rechtsaußen“ berichtet, dass auch Nazis diese Vermarktungsstrategie mittlerweile für sich entdeckt zu haben scheinen: NRW rechtsaußen: „Nebenbei: Kameradschaft ist mehr als nur ein Porno“

  4. Jenny sagt:

    Naja beim zweiten Bild(wenn man das komplette Bild sieht) erschließt sich mir nicht wirklich was daran schlimm sein soll.
    Das Thema des Fotos ist offentsichtlich „Frühstück“ das erklärt das Essen auf dem Teller, die Flasche Milch und eben auch die Banane.
    Die Frau ist auch nicht in irgendeiner besonders „sexy“ Pose oder einer typischen Oralverkehrbewegung abgebildet.
    Wenn mensch sich das Making of Video zu dem Bild ansieht sieht man das zwichenzeitlich auch der Mann eine Banane im Mund hatte…

    Also ist, wie ihr selber sagt, weder die Kleidung(da Unterwäschefirma) noch die Banane im Mund wirklich etwas schlimmes.
    Oder habe ich was übersehen?

  5. abc sagt:

    Doch Jenny, das Bild ist eindeutig, jedenfalls im hier geltenden Zeichenkodex für sexuelle und erotische Symbolik. Die Banane wird heufig symbolisch für Penis gebraucht, dazu die leicht nach vorn gebeugte Haltung der Frau und, die Formung der Lippen sagen das übliche,…
    Wenn man ohne sexuelle Konotation/Motivation (also z.B. zum Frühstück zur Nahrungsaufnahme) Banana ist, beißt man auch mal zu, was dann anders aussieht als hier auf dem Bild, auf dem die Frau die Banane zwischen genüßlich zwischen den Lippen hält.
    Ob das Bild jetzt sexistisch ist? Sehr sexualisiert aufjedenfall, und muss das immer immer sein, nur weil es um Unterwäsche oder Turnschuhe geht? Es nervt irgendwie schon, hier ist es besonders die Bildeinstellung, mit der Brust in der Mitte des Bildes usw. ich empfehle imme wieder diesen Film: http://www.ilcorpodelledonne.net/?page_id=91

  6. Jules sagt:

    Liegt das an mir, oder ist bei dem Model in der ersten Anzeige irgendwas nicht anatomisch korrekt? PhotoshopDisaster…?

  7. Jenny sagt:

    @abc
    Bei der Symbolik einer „Banane im Mund einer Frau“ stimme ich dir zu.
    Aber bei diesem Bild denke ich trotzdem die ganze zeit dass es einfach zufall ist.
    Die gebeugte haltung weil sie sich gerade zu dem Glas was sie öffnen will hinbeugt.
    Wenn ich das Bild sehe denke ich „okay, eine Frau und ein Mann beim frühstück, die Frau beisst in eine Banane, will dabei ein Glas aufmachen und um beide dafür Hände zu benutzen nimmt sie halt die zweite hand von der Banane zum Glas…“
    Aber egal, ich will das jetzt auch nicht zwanghaft verteidigen ;D

  8. alex sagt:

    @jenny

    du meinst, obwohl „banane im mund einer frau“ sexuell konnotiert ist, ist das total zufällig, dass die das foto so gemacht haben?

    was hälst du davon, du gehst dir bananen kaufen und bittest in den nächsten tagen freundinnen mal handfrei ein stück banane im mund zu behalten und dann schaust du dir die lippenform dabei an und vergleichst sie mit der der frau auf dem foto – ich bin gespannt:)

  9. Helga sagt:

    Was alex sagt. Geschälte Bananen haben eine weiche Konsistenz, die sind kein Schwarzbrot. Die so im Mund zu halten, ohne sie abzubeißen, ist quasi unmöglich.

  10. Angelika sagt:

    ausserdem @Helga u.a. – gibt es da den sog. menschlichen beiss-/reflex – wenn wir uns/mensch sich auf eine aufgabe wie „glas öffnen“ konzentrieren – in diesem falle nochdazu als impliziert sehende „mit geschlossenen augen“ – wir also als mensch „die zähne zusammenklappen vulgo zusammenbeissen“.
    diese/solch eine werbung geht ja imho garnicht = absolute hackshite
    //willkommen im 21. jhd.//

  11. Emma sagt:

    Meh :| Ich versteh schon, dass man sich gern mal davon verleiten lässt zu sagen, oh naja kann ja Zufall gewesen sein oder so, wie jetzt bei dem Bananen-Ding. Aber ich wünschte dass die, die sowas denken, den Werbe-, Marketing-, wasauchimmer-Leuten, die hinter sowas stehen ein bisschen mehr Credit geben würden.
    Mal außen vor gelassen, dass es, wie oben schon erklärt, eigentlich nicht geht mit der Banane, aber wenn aus Zufall so ein Bild entsteht, dann sind da auch Leute dahinter die sagen, ha! Das nehmen wir so, das passt. Im Ernst, ich plane doch nicht eine Werbekampagne genauestens durch mit Shooting und allem drum und dran, nur um dann zu sagen, oh Mist das Bild sieht verfänglich aus, hm kann man jetzt nix mehr dran machen, dann müssen wir eben genau das leider nehmen.

    Ich möchte jetzt niemandem auf den Schlips treten, aber generell nervt es irgendwie, wenn man andauernd hört ‚jaaa das kann ja nur Zufall gewesen sein‘. In dem Sinne – eurgh die Werbung. Grässlich.

  12. Anna-Sarah sagt:

    was @Emma sagt: Werbemotive sind durchgestylt und durchkonzeptioniert bis ins letzte Detail, da wird nichts dem Zufall überlassen. Selbst, wenn so ein Bild natürlich nicht automatisch bei allen die gleichen Reaktionen hervorruft: Die Macher_innen tun alles dafür, um die Bildsprache auf eine bestimmte Wirkung hin zu komponieren.

    und was @abc sagt: Es geht hier ja weniger um die grundsätzliche Verwerflichkeit sexualisierter Darstellungen von Frauen als solcher, sondern darum, in welchem Kontext und zu welchem Zweck diese Darstellungen verwendet werden.

  13. abc sagt:

    Ja genau, Anna-Sarah, mir ging es nur darum ochmal den Bildkontext klar zumachen, und dass in der Werbung einfach kein Platz für Zufälle ist.

  14. LanaSeven sagt:

    Habe ’sich wehren gegen sexismus‘ in suchmaschine eingegeben und ein link führte hierher. danke !! bin total zornig auf die heutige gesellschaft. wenn ich mich über dumme männer im restaurant aufrege, die mich angrabbeln wollen, ohne nachzudenken, ob die frau das überhaupt will, bekomme ich reaktionen, die mich zornig machen. vieles wird im alltag als gegeben dargestellt. okay, ich habe es jetzt nicht mit studierenden zu tun, wie noch vor zehn, fünfzehn jahren. aber mir scheint, daß die menschen mehr und mehr verrohen. sie suchen im internet nach liebe, zuneigung und freunden, sehen sexistische werbung und nackedeis überall, während sie sich im stammlokal daneben benehmen, eine frau anfassen, die ihrerseits, ich erwähnte es, null interesse an ihnen hat. und sich dann wahrscheinlich noch wundern, wenn sie ’ne anzeige bekommen. ein polizeibeamter hat sich das mit mir erlaubt. – und ich habe schließlich hausverbot bekommen, weil ich eine stellungnahme vom gastwirt und kellner erwartet hatte und sie das totschweigen wollten, habe ich die dann beschimpft. ich fühlte mich so hilflos und so enttäuscht. das war das schlimmste. und ich war vorher wochenlang da hin gegangen, habe mich bei denen immer zu hause gefühlt. sicher und respektiert. nach wie vor habe ich kein aussprache gehabt. habe denen eine weihnachtskarte geschrieben, weil sie mir sehr wichtig sind.

  15. Vollnuss sagt:

    Sexismus sells – Recht und billig?

    Billig ist im Gegensatz zu günstig oder preiswert eine Bezeichnung für Dinge, die wenig kosten oder aber von minderer Qualität sind. (Vgl. Duden: http://www.duden.de/rechtschreibung/billig) Gleichzeitig kann billig aber auch für einen Geistlosen Einfall stehen, der nicht von Erfolg gekrönt ist (z.B. billige Ausrede).
    Und das ist auch schon alles, was man braucht um den neuen „Billig“-Werbespot von Redcoon zu verstehen. (http://www.redcoon.de/villa/)
    Was haben die Werber und die Schauspielerinnen sich dabei gedacht? Sexismus sells?

  16. terex sagt:

    Achtung: Worte wie „dämlich“ sind sexistisch! Herkunft: dämlich –> Dame, herrlich –> Herr

  17. Anna-Sarah sagt:

    @terex: Nee, das das stimmt so nicht, „dämlich“ hat mit Dame etymologisch nichts zu tun. Nachzulesen ist das z.B. bei Luise F. Pusch: „‚Dämlich‘ wird abgeleitet vom süddt. `Damian, vgl. du Depp , damischer , oder vom niederdt. Dämel, Dämlack (Dummkopf) . Damian, Dämel und Dämlack sind Maskulina; weibliche Varianten gibt es nicht.“ Wiktionary widerum sagt: „seit dem 18. Jahrhundert mitteldeutsch und niederdeutsch; dieses aus dem niederdeutschen Verb damelen ’nicht ganz bei Sinnen sein‘ aus dem 16. Jahrhundert oder von lateinisch temulentus ‚betrunken'“.
    Und „herrlich“ ist auch keine unmittelbare Ableitung von „Herr“… :) Trotzdem ist es natürlich spannend auf die Verwendung dieser Begriffe zu schauen. „Dämlich“ scheint mir im Alltagsgebrauch schon ziemlich gegendert zu sein – wird selten für Männer benutzt, oder?

  18. läufer sagt:

    „wird selten für Männer benutzt, oder?“

    Ich habe es noch nie im Zusammenhang mit einem Mann gehört.
    „Der ist dämlich“ klingt völlig ungewohnt.