Gute Frage

von Susanne

Gibt es eine Art Grundrecht auf schönheitschirurgische Eingriffe?

Die brasilianische Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie sagt: Ja.

Und behandelte in den letzten zehn Tagen Frauen, die weniger als 250 Euro im Monat verdienen, kostenlos – sei es mit Botox-Spritzen, Laserbehandlungen zur Haar- oder Akneentfernung, Haut-Peelings oder Venenentfernungen.

WTF?




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Eintrag geschrieben: Freitag, 21. November 2008 um 10:10 Uhr unter Körper, Zeitgeschehen. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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11 Kommentare

  1. Verena sagt:

    Frage: Wie sieht es denn mit kostenloser Bildung in Brasilien so aus??

  2. Anna sagt:

    Man kann Venen entfernen???

  3. Susanne sagt:

    @ Anna: Eklig, aber wahr. Und heißt dann auch noch beschönigend „Stripping“.

  4. Erna sagt:

    :D ja, anna… kann man.
    bin letztens bei ner mfg mitgefahren und die frau erzählte mir von ihrer mutter soetwas geschenkt bekommen zu haben. dabei werden krampfader (die sie nicht hatte) und auch weniger schlimme, aber eben unschöne äderchen aus den beinen entfernt damit man endlich wieder den langvermissten minirock tragen kann, ohne seine mitmenschen mit sichtbaren venen zu belästigen.
    ich bin so dankbar für meine eigene mutter!

  5. Anna sagt:

    Achso, Krampfadern. Alles klar (ich sah gerade vor meinem inneren Auge, wie jemandem Venen aus der Armbeuge gepult werden… – ja, ich habe eine blühende Phantasie!). Aber Krampfadernentfernung kann ja auch medizinische Indikationen haben. Immerhin.

    edit:
    Ah, also doch nicht nur Krampfadern. Bizarr.

    OT: Erna, das ist ja auch mal wieder eine der klassischen mfg-Gruselgeschichten…

  6. Barbara sagt:

    Erstaunlich ist mein Fachwissen in diesem Segment. Bei Venenentfernung spricht man übrigens auch von HÄKELN. Und nein, meine Venen sind noch naturgegeben.

  7. Susanne sagt:

    Ach komm, „Häkeln“? Absurd. Auch hier: blühende Fantasie = Gedanken von bläulich schimmernden Topflappen aus Venen … Uärks.

  8. Miriam sagt:

    Und die ganze Aktion dient noch dazu der Ausbildung von angehenden Ärzten, wie praktisch…

  9. Judith sagt:

    der ekel-thread. igitt. hihi.

  10. Peter sagt:

    Glaubt man dem Bericht und den Bildern, dann war der Andrang wohl riesig.

    Das es ein Grundrecht auf schönheitschirurgische Eingriffe gibt, behauptet die brasilianische Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie übrigens ausdrücklich nicht.

    Sonst müsste sie ja auch konsequenterweise die 10-Tage PR Aktion unbegrenzt verlängern und zudem auf Männer ausdehnen (Grundrecht -> Steht allen zu)

    Ich kennen übrigens einige Frauen (und einen Mann), die sich die Krampfadern bzw Besenreiser haben veröden lassen.

    Zum einen aus kosmetischen Gründen, zum anderen auch als Präventionsmaßnahme um einer Verschlechterung bis hin zur medizinischen Indikation zuvorzukommen.

    Ist das verwerflicher Schönheitsterror?

  11. Miriam sagt:

    @ Peter: Präventiv gegen Krampfadern vorgehen ist das eine, aber sich Venen entfernen lassen, einfach nur weil sie hervorstehen steht meiner Meinung nach auf einem anderen Blatt.

    Ich finde es noch recht schwierig bei Schönheits-OPs die Grenze zu ziehen zwischen medialem Schönheitsterror und prävention gegen psychische Erkrankungen.
    Menschen sind unterschiedlich, aber man kann für die meisten Körpermerkmale eine gewisse Verteilung feststellen. Als Beispiel sei hier die Körbchengröße genannt. Keine Ahnung, welche Körbchengröße die deutsche Durchschnittsfrau hat, schätzungsweise irgendwas zwischen B und C. Dafür brauche ich kein Fernsehn, das mir erzählt, was die perfekte Körbchengröße ist, das kann ich jeden Tag bei meinen Mitmenschen sehen. Und das Fernsehn neigt da ja auch eher zu Übertreibung, sprich je größer desto besser. Interessanterweise sind aber die am meisten in D durchgeführten Schönheits-OPs Brustverkleinerungen. Diese Frauen leiden meist seit der Pubertät unter ihrer zu großen Oberweite. Sie finden keine vernünftig sitzenden Oberteile, da Konfektionskleidung sich nun mal am Durchschnitt der Bevölkerung orientiert, BH kaufen bei H&M kommt auch nicht in Frage, sondern man muss ins Miederwarengeschäft, um einen einigermaßen gut sitzenden und bequemen BH zu finden und dafür ein kleines Vermögen hinblättern (richtig hübsch ist dieses Teil dann trotzdem nicht zwangsläufig), hinzu kommen im Teenageralter Hänseleien, denn auch die Mitschüler (leider z.T. auch Mitschülerinnen) sehen natürlich auch, dass man von der Norm ziemlich stark abweicht, usw. Dabei geht es nicht darum, den fast perfekten Körper noch perfekter zu machen, sondern überhaupt irgendwie auch nur annähernd in den Regionen zu landen, die normal sind. Bei stark von der Norm abweichenden Körpermerkmalen kann ich es durchaus nachvollziehen, wenn man sich unters Messer begibt, weil sonst über kurz oder lang die Seele krank wird.
    Was ich nicht verstehen kann sind Eingriffe, die Dinge wegmachen, die eigentlich der Norm entsprechen oder die die aus gesundheitlicher Sicht kontraproduktiv sind. Da würde ich dann schon von Schönheitsterror sprechen. Wenn man nur oft genug diese beknackte Werbung gesehen hat, wo diese Frau mit nacken Beinen auf einem Stuhl sitzt und am Oberschenkel die Haut zusammendrückt und erzählt, dass sie was gegen ihre Cellulitis tun müsse und dann wird das Produkt angepriesen und dann sieht man die gleiche Frau wieder und sie erzählt, dass ihre Beine nun viel straffer seien, dann fragt man sich tatsächlich, ob man sowas auch braucht, schließlich ist man schon über 30…