Gute Frage

von Susanne

Braucht man an Zebrastreifen außer den Schildern, auf denen ein Mann zu sehen ist, auch welche mit einer Frau drauf?

Die Schweden sagen: Ja.

(Das Schild da oben steht in Laos. Dank an Irina für den Link.)




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Eintrag geschrieben: Freitag, 23. Mai 2008 um 10:12 Uhr unter Inspiration. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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14 Kommentare

  1. Anna sagt:

    Ist denn auf den anderen explizit ein Mann drauf?

  2. Susanne sagt:

    Na ja, vermutlich sehen die bisherigen Schilder bei denen so ähnlich wie bei uns aus, wie halt überall, manchmal noch mit Stock und Hut dekoriert:

    http://www.zum.de/Faecher/grund/RP/Verkehrserz/vzeichen/zebra.gif

  3. Anna sagt:

    Laut schwedischer Wikipedia schaut’s so aus:
    http://sv.wikipedia.org/wiki/Bild:1_4_28.svg

    Meines erachtens äußerst neutral.

  4. Miriam sagt:

    Ist das nicht Unisex? Also ich weiß nicht, ich finde, es gibt deutlich frauendiskriminierendere Dinge als Verkehrschilder…
    In einer renomierten Schweizer Technischen Hochschule gibt es z.B. Gebäude mit weniger Damen- als Herrentoiletten. Fakt ist, dass es auch signifikant weniger Frauen als Männer dort gibt (sowohl Studierende als auch Angestellte), aber rechtfertigt das, dass man als Frau in der Regel deutlich länger nach einer Toilette suchen muss?
    Toiletten allgemein finde ich sowieso so ein Thema, wo ich mich frage, denken die ArchitektInnen da nicht nach, oder warum gibt es IMMER eine Schlange vor der Damentoilette und nie eine Schlange vor der Herrentoilette. Die Erklärung liegt m.M. auf der Hand: zum einen braucht eine Frau für den Toilettengang aus anatomischen Gründen länger (Hosen runterziehen dauert halt einfach länger als Reißverschluss aufmachen), zum anderen gibt es meistens die gleiche Anzahl Toiletten, im Herrenklo zusätzlich dazu aber nochmal Pissoirs. Und damit ist meiner Meinung nach die Lösung auch ganz einfach: Man muss einfach doppelt so viele „Pinkelstellen“ für Frauen einplanen wie für Männer.

  5. erna sagt:

    ich finde das übertrieben.. mal davon abgesehen tragen nicht alle frauen röcke. ich denke solche dinge fördern nicht unbedingt die gleichstellung der frau, sondern heben im gegenteil nur den unterschied hervor. wollen wir das? ich gehe auch gerne über ampeln und zebrastreifen an denen ein vermeintlich männliches „männchen“ dargestellt ist.
    noch ein vorschlag: wie wäre es mit einer frauenquote im bezug auf strassennamen? ;)

  6. Miriam sagt:

    Erna: Gute Idee! Als das neue Signaletik-Konzept für einen Campus besagter Technischer Hochschule vorgestellt wurde, habe ich auch angemerkt, dass von den 21 zu vergebenden Straßennamen nur 3 Frauen darin auftauchen. Eine Antwort auf diesen Kommentar habe ich allerdings bisher nicht bekommen. Aber ich kann mir die Antwort gut vorstellen: Die Personen sollten einen Bezug zur ETH haben, sie müssen tot sein (das ist bei Straßennamen nun mal so) und sollten eine gewisse Bedeutung in ihrem Wissenschaftsfeld gehab haben. Und wenn man in den 50ern des letzten Jahrhunderts noch der Meinung war, es brauche keine Damentoiletten in gewissen Gebäuden, dann kann man sich ungefähr ausrechnen, wieviele bedeutende Wissenschaftlerinnen (die schon gestorben sind) die ETH hervorgebracht hat…

  7. Das Schild sieht eher nach Omi mit Dutt aus. Vielleicht vor einem Altenheim??? Ich trage auch Rock, gelegentlich sogar mit Dutt. Wenn die figur nicht so gekrümmt ginge würde ich mcih direkt angesprochen fühlen.
    Mal ehrlich, die modernen Piktogramme sehen doch eh meist zum Davonlaufen aus. Moderne Zeiten eben. Auf deutschen Gehsteigen gibt es immer die Schilder mit Mann-mit-Hut-und-Stock-Hand-in-Hand-mit-Mdchen-im-Rock oder Frau-im-Rock-Hand-in-Hand-mit-Mädchen-im-Rock. Trotzdem gehe ich da mit meiner Tochter da als Mann-im-Rock-Hand-in-Hand-mit-Mädchen-in-Hose-oder-Rock. Da fühle ich mich auch nicht diskriminiert.

    @Miriam: Ich denke der ganze Umfug mit Frauen- und Männertoiletten könnte ohnehin abgeschafft werden. Es sollte Toiletten mit Waschtischen geben, zwingend Behindertentoiletten mit grossen Liegen, die auch für Schwerbehinderte reichen, und Wickelräume. Und wenn die Bauträger/innen zuviel Geld übrig haben können sie ja noch ein Urinalraum für Männer einbauen. Da reichen dann auch ein bis zwei Waschbecken für eine ganze Rinne. Leider waschen sich ja ohnehin nur wenige nach der Toilette die Hände…. Die ganze Abtrennerei halte ich für gesellschaftlich völlig überholt.

  8. erna sagt:

    stimmt, die männer im rock hätte ich fast vergessen…
    ich hab bezüglich den strassenschildern noch einen kleinen einwand: was ist mit rollstuhlfahrern? menschen mit krücken? ich denke es wird niemals möglich sein es jedem recht zu machen und es gibt definitiv wichtigere themen als strassenschilder.. natürlich kann man sich an jeder kleinigkeit aufhängen und wenn wir endlich alle wichtigen ziele erreicht haben, kann man sicher auch über strassenschilder diskutieren aber ich fürchte an dem punkt sind wir noch lange nicht!

  9. Susanne sagt:

    @ erna: Guter Gedanke! Vielleicht sind die neuen Schilder ein Ausdruck dafür, dass die Schweden schon so weit sind in Sachen Gleichberechtigung, dass sie sich jetzt um die „Schönheitsfehler“ kümmern können?

  10. erna sagt:

    mmmh, ich weiß leider nicht genug von schwedens politik und dem dazugehörigen alltag. allerdings hat mir eine freundin, die ein paar monate in schweden war, erzählt dass zumindest die familienpolitische situation sehr viel besser aussieht. und das nicht nur auf dem papier, sondern tatsächlich auch alltäglich zu beobachten. da beides ja sicherlich eng verknüpft ist, denke ich schon das schweden weiter ist als wir.. ob sie auch wirklich so weit sind, kann ich nicht beurteilen.

  11. Svenja sagt:

    Ich dachte zuerst der Beitrag wäre als Witz gemeint…

  12. Steffie sagt:

    Klar gibt es wichtigere Dinge, aber wenn Schweden tätsachlich so weit ist, finde ich es völlig okay. Wenn ich mich recht erinnere, sind die einzigen Verkehrszeichen in Deutschland, auf denen Frauen vorkommen, die des Fußweges (Mutti mit Kind an der Hand) und eines in der die große Schwester den kleinen Bruder an der Hand hat, wobei ich dieses jetzt nicht ganz eindeutig in seiner Bedeutung zuordnen kann – also klare Zuweisung der Zuständigkeitsbereiche von Frauen (stereotyper Gegenpart dazu: der arbeitende Mann auf dem Baustellenschild). Das, was die schwedische Politik meiner Meinung nach damit erreichen will, ist die Sichtbarmachung von Frauen in der Öffentlichkeit. Natürlich sollten auch die oben genannten Beispiele um ein männliches Pendent ergänzt werden, also z.B. Vater geht mit Tochter spazieren als Zeichen für den Fußweg.

  13. Zeichen_versteherin sagt:

    Ich fände ja ein ‚weibliches Ampelmännchen‘ noch viel besser. Ampeln sind auch viel häufiger….

  14. Jassy sagt:

    Typisches Symptom für Übereifer: Sowas brauch ja mal kein Mensch! Ich finde, auf nem Verkehrsschild sollte ein Mensch zu sehen sein: Keine Frau, kein Mann, kein Kind (wäre dann wohl der nächste Schritt ,wa?), kein Hund – ein schematisierter Strich-Mensch!