Grund zum Feiern: Alice Munro erhält den Man Booker Preis

von Meredith

Ich freue mich heute sehr, weil die Autorin Alice Munro dieses Jahr mit dem Man Booker Prize geehrt wird. Das ist der wichtigste britische Literaturpreis, er ist mit 60.000 Pfund dotiert. Munro hatte harte Konkurrenz dieses Jahr, unter anderem waren V.S. Naipaul und Mario Vargas Llosa nominiert. Doch die Jury entschied sich angesichts Munros „praktisch perfekten“ Geschichen für sie.

Alice Munro, Image via flickr / Derek Shapman

Alice Munro, Image via flickr / Derek Shapman

Alice Munros Geschichten spielen meist in der (kanadischen) Provinz und behandeln die Verhältnisse von  Menschen zu sich selbst, ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen. Oft sind es kleine Ereignisse, die ein kaum merkliches Ungleichgewicht oder Unbehagen in diese Beziehungen tragen. Daraus resultieren tektonische Verschiebungen und fundamentale Erschütterungen, die von der Autorin mit unwahrscheinlicher Präzision und in einer herrlichen Sprache beschrieben werden. Es geht um Mütter, die von überforderten Töchtern zurück gelassen werden; Männer, die ihre Stiefsöhne hassen; Frauen, die die sich Jahre lang darüber grämen, das Richtige zum Falschen gesagt zu haben. Es sind die kleinen Ausrutscher, die zu großen Verlusten werden können, die langen Einsamkeiten, die auch eine Form des Glücks zeitigen können, über die Alice Munro schreibt. Für mich ist sie eine der wichtigsten und besten Autor_innen, die es gibt. Deswegen: Herzlichen Glückwunsch! Und falls jemand von euch  neugierig geworden ist, kann ich z.B. den Erzählband „Runaway“ als Einstieg sehr empfehlen.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 27. Mai 2009 um 12:59 Uhr unter Inspiration, Kultur. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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2 Kommentare

  1. Sonja sagt:

    Cool! Grad heute hab ich angefangen, „Runaway“ zu lesen. Ausnahmsweise in der deutschen Übersetzung (da heißt er „Tricks“) wegen des von mir heiß geliebten Taschenbuchformats von Fischer; diese Mini-Hardcover. „Hateship, Friendship, Courtship, Loveship, Marriage“ (deutsch „Himmel und Hölle“) gibt’s da auch, und die Titelgeschichte ist diejenige, die mich zum Fan gemacht hat.

  2. kaltmamsell sagt:

    Ich habe mich auch sehr gefreut, da ich Frau Munro schätze.

    Allerdings hat sie nicht den Man Booker Prize gewonnen (jährlich, „aims to reward the best novel of the year written by a citizen of the Commonwealth or the Republic of Ireland“), der wird im Oktober verkündet. Alice Munro hat den „Man Booker International Prize“ erhalten („can be won by an author of any nationality, providing that his or her work is available in the English language. It is awarded every second year.“)