Gezeichnete Sexbomben

von Barbara

Zwei Drittel männlich, ein Drittel weiblich, mit langen Beinen, Wespentaille und dickem Busen. So lautet das Ergebnis einer Studie des Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) und der Stiftung Prix Jeunesse, die mehr als 30.000 Charaktere in Trickfilmen und -serien für Kinder aus 24 Ländern untersucht hat.

Geht man davon aus, dass das Fernsehen auch die Entwicklung von Identität beeinflusst, eine traurige Bilanz. Aber selbst in meiner eigenen Kindheit war das schon so: Die Freunde von Biene Maja heißen Willi und Flip, Puck, Max und Alexander. Freundinnen hatte sie wenige; und die anderen Frauenfiguren waren Lehrerin Kassandra oder Spinne Thekla. Doch wenigstens sieht Maja mehr aus wie ein Kind und nicht wie eine sexy Barbiepuppe.

Das Bild hat Claudia Kaiser gezeichnet.

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16 Kommentare zu “Gezeichnete Sexbomben”

  1. mei schreibt:

    es heißt ja leider auch nicht bienentaille :)

  2. jj schreibt:

    …gibt es einen Grund warum die Blondine das Playmobilmännchen tritt? Ich meine, wenn wir schon beim interpretieren medialer Botschaften sind ;)

  3. Judith schreibt:

    jj, witzig! auf die idee wär ich ja nie gekommen. ich dachte die tanzen alle, oder das wären moulinettes-karikaturen. oder beides. ich find sie auf jedenfall
    süß.
    für mich war wickie übrigens immer ein mädchen. stimmt nicht, aber meine kleine cousine hält ihn auch für ein mädchen, hab ihr nicht widersprochen.

  4. illith schreibt:

    wer oder was ist moulinette?^^°
    das da oben sind power-puff-girl-adaptionen.

  5. lülü schreibt:

    Ja, Wickie war auch für mich ein Mädchen. Sing ich heut’ noch so.
    Erinnert ihr euch eigentlich an Ru aus Winnie Puh?
    Im alten Film war Ru, das Kind von Kanga, ein Mädchen. Und was für eins! Mit Tigger auf den höchsten Bäumen, selbstbewusst und ständig am Spielen.
    In der Serie war Ru ein Junge.
    Rus Mutter gab als einzig übrig gebliebenes weibliches Wesen nicht soviel als Identifikationsfigur her. Ich bestand deshalb weiterhin auf Ru als Mädchen, der Film hatte schließlich auch die älteren Vorrechte.

  6. zeichen_versteherin schreibt:

    Ich fand immer Gundel Gaukeley klasse. Machtgierig, hinterhältig, aufbrausend und immer in Action. Supergegenpart zu Dagobert und Daisy. Eine altmodische Lara Croft ohne Knarre aber mit Magie.

  7. A.M. schreibt:

    Und wo wir schon beim interpretieren sind: Die Biene Maja hatte nur männliche Freunde und immer das sagen - also eine Führungspersönlichkeit in einem rein männlichen Team! Besser gehts doch gar nicht!

  8. A.M. schreibt:

    ach verflixt - Sagen, nicht sagen.

  9. Friederike schreibt:

    Das komische ist, dass Comic-Figuren erstmal generell männlich sind, nur mit Schleife im Haar oder eben Busen sind sie als weiblich erkennbar. Deshalb braucht man für diese Figuren eben überzeichnete Atribute, damit überhaubt irgendwie klar ist, dass es sich um ein Comic-Mädchen/Frau handel soll. So hat sich das schon eingebrannt. Außerdem gibt es Pädagogen, die behaupten, dass es für kleine Kinder sowieso total wichtig ist erstmal stereotype für männlich/weiblich kennenzulernen, für die eigene Identität. Nun ja…

  10. zeichen_versteherin schreibt:

    Tja, wenn Pädagogen was behaupten…..ist das so eine Sache. Hab auch schon PädagogInnen erlebt, die sich totlachten, als mein Sohn mit einem kleidähnlichen Wams in den Kindergarten kam. Von wegen: Du siehst ja aus wie ein Mädchen! (Er hat das vormals heißgeliebte Kleidungsstück nie wieder angezogen und geweint hat er auch.)

    Und von wegen Stereotypen, kann man sicher sein, daß es die im realexistierenden Leben schon genug gibt und Pädagogen eigentlich die Aufgabe haben, jedes Kind individuell zu förderun und nicht nach Geschlechtszugehörigkeit. Weniger Stereotyp und mehr Kreativität würde uns allen helfen: vor allen Dingen in der Glotze, in der Werbung und in den Schulbüchern….

  11. Katrin schreibt:

    “Weniger Stereotyp und mehr Kreativität würde uns allen helfen”:
    das kann ich nur unterstreichen. Ganz, ganz dick und mit einem dicken Blitz am Rand versehen!
    Wer die Studie vom BMBF, “Bildungs(miss)erfolge von Jungen” und das Buch “Jungen - die neuen Verlierer”, von Lotte Rose (wird demnächst auf dieser Seite vorgestellt), gelesen hat, der weiß: diese Stereotype sind es, die Jungen später im Bildungssystem benachteiligen.

  12. Goofos schreibt:

    “Wer die Studie vom BMBF, “Bildungs(miss)erfolge von Jungen” und das Buch “Jungen - die neuen Verlierer”, von Lotte Rose (wird demnächst auf dieser Seite vorgestellt), gelesen hat, der weiß: diese Stereotype sind es, die Jungen später im Bildungssystem benachteiligen.”

    Sorry, wie was? Bitte geht da mal mehr ins Detail, ansonsten hört sich das nämlich etwas verdreht an! Nach solchen dumm radikal-feministischen Artikeln wie bei EMMA, bin ich doch etwas sehr skeptisch wenn sich Feminismus mit diesem Thema beschäftigt.

  13. Judith schreibt:

    an goofos und katrin nur kurz ein link:

    http://feministing.com/archives/009244.html

  14. Goofos schreibt:

    Hm, den link stecke ich mit in die radikal-feministische Schublade und fördert eher noch meine Skepsis ob der Feminismus sich überhaupt mit diesem Thema beschäftigen kann.

    Keine Ahnung ob ich jetzt ein Tabu breche, ein link zu MANNdat zum Verständnis:

    http://manndat.de/index.php?id=511

  15. mamajunaen schreibt:

    WAAAS! Wickie ist ein Junge, ich dachte auch immer, das wäre ein Mädchen. Meine ersten Trickfilme waren Heidi (die war auch so schön knudelig), Niklas und Marco. (Oh, schon bestätigt sich die Statistik ;-))

  16. Jassy schreibt:

    Ich bin voll auf Lady Oscar abgefahren! Da war es nich schlimm, dass die Beine bis zu den Ohren hatte - war bei ihren männlichen Kollegen nich anders. Aber das geile war eben, dass die wie ein Junger erzogen wurde, weil ihr Vater (son General) grad keinen Bock auf noch ein Mädchen hatte und die dann die Leibwache der französichen Königin war (mit Uniform und allem drum und dran + heldenhaften Kampffähigkeiten). Recht emanzipierter Stoff, wie ich noch heute finde…

    Ansonsten mochte ich noch Mila Superstar (So ne Volleyball-Göttin), Hikari (ganz schlimmer Weiberkram: über Kunstturnerinnen, die sich gegenseitig anzicken…) und “Eine fröhliche Familie” (Mittelalter pur: Vater eigentlich im Krieg, aber wenn er heimkommt, wird schon mal die ein oder andere Tochter übers Knie gelegt - untermalt mit lustig/heiterer Musik…)

    Findet man übrigens auch nahezu alles auf youtube…war mal da um in Vergangenem zu schwelgen…

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