Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen
von BarbaraJede vierte Frau hat mindestens einmal Gewalt in einer Paarbeziehung erlebt, so das Ergebnis der Anfang März vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veröffentlichten Studie “Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen“. Die Ergebnisse basieren auf der Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“, die 2004 erstellt wurde und nun noch einmal bzgl. Gewalt in Paarbeziehungen untersucht wurde. Damals gaben über 10.000 in Deutschland lebende Frauen Auskunft, 2143 dieser Fälle wurden nun noch einmal betrachtet.
Konkret:
23 Prozent der Befragten nannten körperliche, und 7 Prozent sexuelle Übergriffe durch einen Partner oder Ex-Partner, wobei es Überschneidungen gab und sexuelle Gewalt häufig in Kombination mit körperlicher Gewalt auftrat. Darüber hinaus war etwa jede fünfte bis siebte Frau, die zum Befragungszeitpunkt in einer Paarbeziehung lebte (13–20 Prozent), in relevantem Maße Formen psychisch-verbaler Gewalt, Kontrolle und Dominanz durch den aktuellen Partner ausgesetzt.
Die Gewalthandlungen werden in der Studie noch klassifiziert, es wird unterschieden von “‘nur’ Drohung” bis zu “darüber hinaus: Waffengewalt”. Die Empfindungen der Frauen werden ebenso klassifiziert, es geht bei “Hatte Angst, in Situation ernsthaft oder lebensgefährlich verletzt zu werden” bis zu “Situation wird als Gewalt eingestuft”. Also wird Frauen leichte/mäßige Gewalt (26 Prozent der Situation), tendenziell schwere Gewalt (45 Prozent der Situationen) oder sehr schwere bis lebensbedrohliche Gewalt (28 Prozent der Situationen) angetan.
Trennung, Alkoholkonsum und vorherige Androhung von Gewalt spielen häufig eine entscheidende Rolle. Und: Die Gewaltsituationen gibt es überall, quer durch alle sozialen und ethnischen sowie Bildungs- und Altersgruppen. Doch im Umgang damit gibt es Unterschiede:
In der Untersuchung zeichnet sich deutlich ab, dass Angebote zur Unterstützung gewaltbetroffener Frauen in der Öffentlichkeitsarbeit bislang einige Bevölkerungsgruppen nicht oder nur sehr unzureichend erreichen. Dazu gehören Frauen mit geringerem Bildungsstand sowie Migrantinnen der mittleren und älteren Altersgruppen, die nicht in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und die über keine oder wenige Sprachkenntnisse verfügen, außerdem generell Frauen, die stärker sozial isoliert und damit besonders vulnerabel für schwere Gewalt und Misshandlung in Paarbeziehungen sind.
Gewalt gegen Frauen in Deutschland ist kein Minderheiten-, Randgruppen- oder Unterschichtenproblem. Es bedarf deshalb einer Unterstützung der Frauen von Gesellschaft, Öffentlichkeit und Politik. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen:
Wir müssen alles tun, um diese Gewalt zu verhindern und abzuwehren. Die Bundesregierung hat mit dem Aktionsplan II zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen mehr als 130 Maßnahmen auf den Weg gebracht.
Der Aktionsplan II greift in den Bereichen Prävention, Rechtsetzung durch den Bund, Hilfesystem zur Unterstützung und Beratung Gewalt betroffener Frauen, Bundesweite Vernetzung im Hilfesystem, Kooperationen zwischen staatlichen Institutionen und nichtstaatlichen Hilfsangeboten, Arbeit mit Tätern und Täterinnen, Qualifizierung und Sensibilisierung, Forschung, Europäische und sonstige internationale Zusammenarbeit sowie Unterstützungsmaßnahmen für Frauen im Ausland. Dass diese Maßnahmen alleine nicht ausreichen, versteht sich: Gewalt ist natürlich auch ein gesellschaftliches Problem.
Facebook | | Tags: Beziehungsdramen, Gewalt gegen Frauen, Mitten in Deutschland, Studien
Eintrag geschrieben: Dienstag, 17. März 2009 um 14:33 Uhr unter Frauenfakten, Himmelschreiendes Unrecht, Mitdenken, Was tun?!. RSS 2.0. Kommentieren. Trackback.







Find ich irgendwie strange, weil ich mich nicht erinnern kann, jm. von Bekannten sowas gehört zu haben
Hab zwar Nachbarn gehabt, aber sonst…
access denied: Und was sagt das jetzt aus?
access denied, Ich kenne niemanden der in einem Autounfall ums Leben kam oder auch nur ernsthaft verletzt wurde. Trotzdem ist das eine der häufigsten Todesursachen.
Ich kenn auch nur eine Person, flüchtig, von der ich weiß dass sie Krebs hatte. Gleiches wie oben.
Hinzu kommt noch dass man von Gewalt in einer Beziehung äusserlich nicht unbedingt was merken muss. Und wie bereits im Text erwähnt wird, geht Gewalt oft die Isolierung des Opfers voraus. Kein Wunder dass man das also nicht mitkriegt.
@ access denied: Das Thema Gewalt in Paarbeziehungen (oder häusliche Gewalt, wie das in der Schweiz heisst), wird vor allem von der Männerbewegung langsam zu einer richtigen, ideologischen Plattform ausgebaut- wobei man sich dort offenbar nicht zu schade ist, gleichzeitig ebensolche Tendenzen beim “Feind”, dem Schwarzerschen Feminismus anzuprangern.
Physische Gewalt ist hauptsächlich männlich, daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Kantonspolizei Zürich im letzten Jahr in 25 Prozent aller Fälle von häuslicher Gewalt wegen Frauen ausrücken musste, die ihren Partnern auf den Pelz gerückt sind. Sämtliche Gefängnisbelegungs-, Kriminalitäts- und Polizeistatistiken belegen ganz eindeutig, dass Gewalt hauptsächlich ein Geschlecht hat: Das Männliche, ob’s nun passt oder nicht. Lediglich die öffentliche Wahrnehmung zur häuslichen Gewalt- vor allem im Bezug auf Frauengewalt- ist erstaunlicherweise inexistent. Das muss sich ändern!
Ich habe beruflich unter anderem zu tun mit Menschen aus gewalttätigen Beziehungen, Männern wie auch Frauen. Die meisten dieser Beziehungen bestehen aus Menschen, die kaum oder gar nicht in der Lage sind, aufeinander ein- bzw. wenigstens zuzugehen: Zumeist unsagbar komplizierte Beziehungen sind das, in denen beide Teile unablässig damit beschäftigt zu sein scheinen, sich gegenseitig permanent zu manipulieren- und sich auf gar keinen Fall auch nur den kleinsten Freiraum zu gönnen! Dann wären da noch Beziehungen, bei denen die kulturelle Prägung eine Rolle spielt (überwiegend sogar, interessanterweise macht hier die Statistik bisher keinen Unterschied!).
Und was die Männer anbetrifft, die ihre Frauen z. T. aufs Schwerste schlagen und vergewaltigen: Das sind Memmen, miese, kleine Ratten, das kann ich aufgrund meiner beruflichen Erfahrung eindeutig sagen (wobei die Ausnahmen im allgemeinen die Regel bestätigen)!
Ich bin grad etwas verwirrt…. was für Ausnahmen meinst du? Vergewaltiger und Schläger die total nette Kerle sind..? O_o
Die Ausnahmen sind sicher eher ein paar geistig Verwirrte, als nette Kerle.
Missverständlich: Als Ausnahmen habe ich eigentlich athletische, muskulöse, gross gewachsene Typen gemeint- nicht die netten Kerle, sorry ;-) Natürlich werde ich jetzt von SoE augenblicklich zusammen gestaucht wegen meiner Zeichensprache- aber wie soll ich denn meine Emotionen sonst artikulieren? mit Schreien? Brüllen? Hört eh’ niemand.
Um zur Sache zu kommen (und den Ausnahmen): In der Regel sind das kleine (Wortwahl treffend, bezieht sich sowohl auf die Höhe des betreffenden Menschen, als auch auf das geistige Niveau, eben klein) und schmächtig.
Habe auch schon mit Mörderinnen zu tun gehabt- und mit einer mal unbewusst, wohl im Zuge geistiger Verwirrung (die sah noch gut aus!) ausgerechnet übers Töten gesprochen, ausgerechnet! War mir im Nachhinein schön peinlich. Aber den Glanz in ihren Augen hättet Ihr sehen sollen…
… es war mehr ein Funkeln: Hat ihren Freund übrigens zum Fenster rausgeworfen, das ist kein Witz. War aber soviel ich weiss keine Enkelin von Valerie S.C.U.M. Solanas…
Mehr darf ich nicht sagen.
Das ist wirklich eine große Zahl. Ein Viertel? O.o
“Das Thema Gewalt in Paarbeziehungen (oder häusliche Gewalt, wie das in der Schweiz heisst), wird vor allem von der Männerbewegung langsam zu einer richtigen, ideologischen Plattform ausgebaut- wobei man sich dort offenbar nicht zu schade ist, gleichzeitig ebensolche Tendenzen beim “Feind”, dem Schwarzerschen Feminismus anzuprangern.”
Aha
Ich les keine Männerbewegungsseiten
Alles nur reaktionäre Horste
Strange, weil dann müsste ja jede vierte Frau die ich kenne, misshandelt worden sein.
Aber mir hat nie jm. was erzählt. Vielleicht redet man nicht drüber. Also mein Dad hat mir z.B. das ein oder andere verpasst, sehe ich nicht als Schande an, konnte ich ja nix für. Ein grundsätzliches Problem der bürgerlichen Gesellschaft: Opfer sein wird mit Schande verbunden, denn schliesslich trifft es angeblich nur die Schwachen und nicht Durchsetzungsfähigen.
Und ich weiss nicht warum, aber viele Frauen erzählen mir ihre Probleme (ein mitunter nerviges Los)
Wie gesagt, ich hatte nur öfter mal Nachbarn (aller Schichten) mit solchen Gewohnheiten. Der eine ist jetzt nach einem Schlaganfall völlig auf seine Frau angewiesen, so kann’s gehen.
Was soll eigentlich “leichte Gewalt” sein?
Nachtrag
Das “Das sind Memmen, miese, kleine Ratten” sehe ich genauso, aber wieso soll es das hier ausschliessen “Als Ausnahmen habe ich eigentlich athletische, muskulöse, gross gewachsene Typen gemeint”
Ich kenne solche Typen und rein von der Psyche her sind das Zwerge (und ich habe keine Vorurteile, ich betreibe selbst Kraft- und Kampfsport)
@ access denied: “Ich les keine Männerbewegungsseiten
Alles nur reaktionäre Horste.” Ich war mal Mitglied bei einer Männerbewegung. Bin aber mittlerweile wieder ausgetreten, seit Längerem übrigens, wenn Du das meinst.
Ich habe lediglich geschrieben, dass aus dem Thema häusliche Gewalt (EXPLIZIT häusliche Gewalt und nix anderes!) von gewissen Exponenten aus dieser Szene eine ideologische Plattform gebastelt wird- was teilweise schon fast rührselig wirkt. Da ändert auch die hohe Dunkelziffer nichts: Und wenn’s 30 Prozent wären- übrig blieben immer noch 70 Prozent Männer. Zudem habe ich mich sehr präzise ausgedrückt: 25 Prozent aller Fälle von häuslicher Gewalt im Kanton Zürich wird von Frauen ausgeübt (zumindest in jenen Fällen, wo die Polizei ausrücken muss). Abgesehen davon: Ist Dir auch nur ein Fall bekannt (im näheren wie auch im ferneren und fernsten Umfeld), in dem eine Frau ihren Mann Spitalreif geschlagen hat?
Nein, ich bin kein Nach-Denker, der dem Feminismus (Schwarzescher Prägung) einfach alles nachplappern muss, um zu gefallen.
Aber die Kritik am Feminismus muss zwangsläufig auch Teile und Aspekte der Männerbewegung betreffen- sonst halten sich einzelne Personen aus diesem Kreis am Ende noch für eine maskulinistische Alice Schwarzer. Und bekanntermassen dreht sich diese Figur ja schon seit Jahren im Kreis. Gut, ist ja auch einfacher und bequemer, als sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen.
“Ist Dir auch nur ein Fall bekannt (im näheren wie auch im ferneren und fernsten Umfeld), in dem eine Frau ihren Mann Spitalreif geschlagen hat?”
Ja. Die haben sich gegenseitig geschlagen (hatte ich ganz verdrängt, dass es die gibt)
Und was ist das nun mit den Männerbewegungen, bzw. was hat das mit mir zu tun? Oder was ich mit ihnen? Oder wieso sollte ich das wollen?
Ich sehe grade einfach nicht, auf was von mir Du einen Einwand gebracht hast? Oder wieso Du überhaupt mit Männerbewegungen angefangen hast?
Die wichtigste Antwort schuldest Du mir noch…
Im Übrigen hat Gealt in häuslichen Bereichen auch damit zu tun, dass dort die Zumutungen der Arbeit und dergleichen sozialisiert wird. Insofern bringen solche Programme auch nicht die Lösung
Ich hatte angenommen, dass “miese, kleine Ratten” sich mehr auf den Charakter bezieht, als auf die Statur. Wobei ich Ratten in Schutz nehmen möchte, denen tut man bei so einem Vergleich noch Unrecht an ;) Ich habe auch nichts gegen Smileys per se, nur gegen Mega-Arschloch-Kommentare, an deren Ende ein Smiley steht, weil wir ja eigentlich alle Freunde sind… Nein, ein :) reicht nicht aus, dass ich mich dann total glücklich und angenommen und so fühle, wenn man mir eben noch geschrieben hat, wie dumm und blöd ich doch eigentlich bin. Aber genug davon.
@access denied: Auf der einen Seite verheimlichen die meisten Frauen solche Schläge, um den Schein zu wahren, oder die Männer schlagen denen nicht ins Gesicht, damit es keiner sieht. Und nur weil dir Frauen irgendwelche Probleme erzählen, heißt es noch lange nicht, dass sie die richtig üblen Geschichten hervorholen. Wieviele Frauen haben dir erzählt, dass sie vergewaltigt wurden oder dass es ein Typ versucht hat? Weißt du von Abtreibungen? Statistisch betrachtet werden auch unter deinen Bekannten einige Frauen das alles erlebt haben. Und nicht drüber reden, weil das unheimlich schwer ist. Sich selbst den Kontrollverlust und die Demütigung einzugestehen. “Nein, ihm ist nicht ‘die Hand ausgerutscht’, das ist einfach Gewalt gewesen und ich bin nicht dran schuld.” Das muss man sich erstmal selber sagen können. Jemand anderen einzuweihen ist noch unendlich mal schwerer. Da weiß man auch nie, wie die Person reagiert. Vielleicht, eher wahrscheinlich, werden die Frauen auch unter Druck gesetzt, die Klappe zu halten, sonst setze es noch mehr. Und außerdem weiß ja jeder, dass die dumme Nuss eh dran schuld ist.
Das ganze ist ein Machtspiel und es ist viel einfacher hineinzugeraten, als es gemeinhin geglaubt wird. Herauszukommen ist hunderttausendmal schwerer.
@ access denied
“Strange, weil dann müsste ja jede vierte Frau die ich kenne, misshandelt worden sein.”
Dir ist offensichtlich nicht klar, wie Statistiken funktionieren, oder? Die Alternative, die ich jetzt ausblende, ist, dass du dich nur absichtlich so anstellst, um ein Argument aus der Nase zu bohren. Das funktioniert aber nicht, du stehst nur dumm da und nervst alle.
Bloß, weil ein Viertel der befragten Frauen Gewalt durch den (männlichen) Partner erfuhren, heißt das NICHT, dass DU im perfekten statistischen Mittel lebst, sodass genau 25% aller Frauen, die du je kennen lernen wirst, ein- oder mehrmals geschlagen wurden. Es heißt, dass über eine ->signifikante Menge an ->Stichproben eine bestimmte ->Wahrscheinlichkeit besteht, dass einzelne Teilnehmer einer bestimmten Gruppe angehören. Ich bezweifle, dass die Menge an Frauen, die du persönlich kennst und die dir ihre gesamte Lebensgeschichte erzählt haben, jemals wissenschaftlich signifikant wird. Ebenfalls sehr wahrscheinlich ist, dass dir einfach nicht die *komplette* Lebens- und Leidensgeschichte erzählt wird. Und damit sind wir bei Punkt 2…
“Aber mir hat nie jm. was erzählt.”
… Nur, damit ich das nochmal von dir höre, in deutlichen Worten. Du maßt dir *wirklich* an, dass ein Frau, sobald sie deinen Bekanntenkreis betritt, dir erklärt, wer sie wann wie stark geschlagen hat und ob vielleicht gar sexuelle Gewalt vorhanden war, nur damit *du* es *akzeptierst*, dass Frauen vielleicht wirklich Opfer von Gewalt werden? Weil, hey, immerhin kennst du dann ja schon eine, die von ihrem Freund geschlagen wurde. Aber du kennst ja (Hausnummer) 15 Frauen, davon nur eine, die Schläge kassierte, das sind keine 25%. Die Statistik muss falsch sein, DU hast mit deinen 15 Freundinnen den Gegenbeweis!
Wir reden hier von Frauen, die das teilweise niemandem erzählen, sich selbst einreden, sie haben Schuld, er könne ja nichts dafür, sie habe ihn provoziert. Und dann erwartest du – und genau das tust du! – dass sie zu dir kommen und dir von all diesen Erfahrungen erzählen?
Das zeugt von etwa so viel Sensibilität wie ein Holzknüppel. Schon mal überlegt, dass vielleicht deshalb keine Frau mit dir über solche Themen redet?
“Wieviele Frauen haben dir erzählt, dass sie vergewaltigt wurden oder dass es ein Typ versucht hat?”
Vier bis fünf vielleicht, Cousine mal aussen vor gelassen
“Bloß, weil ein Viertel der befragten Frauen Gewalt durch den (männlichen) Partner erfuhren, heißt das NICHT, dass DU im perfekten statistischen Mittel lebst, sodass genau 25% aller Frauen, die du je kennen lernen wirst, ein- oder mehrmals geschlagen wurden.”
Mach Sachen! Aber bei solchen Zahlen müsste ja wenigstens eine dabei sein (ich kenn ja nun mehr als vier Frauen)
Nimm einfach zur Kenntnis, dass ich gewissen kognitive Dissonanzen verspüre und laber mich nicht voll mit Unterstellungen wie dieser:
“Du maßt dir *wirklich* an, dass ein Frau, sobald sie deinen Bekanntenkreis betritt, dir erklärt, wer sie wann wie stark geschlagen hat und ob vielleicht gar sexuelle Gewalt vorhanden war, nur damit *du* es *akzeptierst*, dass Frauen vielleicht wirklich Opfer von Gewalt werden?”Weil der gleichen Projektion kannste jm. anderem aufdrängen, den es interessiert. Deine Hysterie, sie interessiert mich nicht.
Du verstehst es nicht, oder willst es nicht verstehen.
Erstens *muss* keine dabei sein. Und wenn du -zigtausend Frauen jede Sekunde ihres Lebens kennst, *muss* keine einzige dabei sein. Das ist das tolle an Wahrscheinlichkeiten. Es gibt immer eine marginale Chance, dass etwas bei beliebig großen Stichproben nicht auftritt, egal wie “sicher” es ist.
Zweitens ist es wesentlich wahrscheinlicher, dass du nichts bemerkst, bemerken willst oder hier nur zu nerven versuchst, indem du behauptest, nichts zu bemerken. Ja, du hast es geschafft, diverse Leute haben Kopfweh wegen deiner Uneinsichtigkeit. Danke, dass du anderen das Leben schwer machst, indem du sie zwingst, immer wieder das gleiche zu erklären. Daumen hoch.
Außerdem machst du wieder genau das, was so viele andere auch versuchen – “Lass mich reden, was ich will, und halt die Schnauze.” Wenn du deine unüberlegten “dann müsste ja jede vierte Frau die ich kenne, misshandelt worden sein”s hier schreibst, wirst du auch damit leben müssen, dass dich andere deshalb kritisieren. Wenn du nicht streiten willst, hör auf Bullshit zu schreiben.
Und nochwas Du Horst
Ich habe schon mit Frauengruppen zu tun gehabt und teilweise umsonst gearbeitet, um ihnen Räumlichkeiten für Begegnungen zu bieten, da hast Du das Wort Internet noch nichtmal gekannt.
Sexismus und freie Gesellschaft, das verträgt sich nicht so, verstehste?
Deswegen maße ich mir einfach mal an, über bestimmte Themen recht gut bescheid zu wissen, weil sie in bestimmten Kreisen, über die Du vermutlich nur die Nase rümpfst, durchaus öfters thematisiert werden.
Das heisst aber noch lange nicht, dass ich jeder dahergelaufenen Studie zustimmen muss. Ich hab mir das Ding angesehen und wie immer, eine gesamtgesellschaftliche Analyse ist nicht zu entdecken, stattdessen viele (un)schöne Zahlen, über die sich der vortreffliche reaktionäre Streit führen lässt, ob das nun 5 Prozent weniger oder mehr sind. Ich lese in dem Fazit einen Haufen Kram, nur nicht, dass diese Gesellschaft die Gewalt und den Sexismus in sich trägt und ihn notwendigerweise reproduzieren muss, stattdessen was von mangelnder Information. Nichts weiter eben als die sozialpädagogische Elendsverwaltung zu bieten hat.
Insofern komm mir nicht mit Deinen Projektionen und Deiner Furcht, Du könntest bei bestimmten Themen nicht die Hoheit haben, lass mich zufrieden mit Deinen moralischen Vorwürfen, obwohl Du mich nichtmal kennst, sondern mach Dir lieber mal Gedanken über solche Dinge. Denn nirgendwo und niemals war eine kognitive Dissonanz eine verlässliche Aussage über Wahrheit und Unwahrheit geschweige denn, ich hätte dies behauptet.
“[...] Du Horst[.] Ich habe [...] da hast Du das Wort Internet noch nichtmal gekannt.”
“[...] lass mich zufrieden mit Deinen moralischen Vorwürfen, obwohl Du mich nichtmal kennst [...]”
Ich soll dich kennen lernen, ehe ich deine Aussagen kommentiere, du kennst mich aber natürlich schon. Is’ klar, ne?
Du hast dir die Studie angesehen, sie analysiert, die Essenz daraus gefunden und dein Kommentar ist “Find ich irgendwie strange, weil ich mich nicht erinnern kann, jm. von Bekannten sowas gehört zu haben”, an dem du bis jetzt festhältst. Okay. Ich glaube dir das ab jetzt einfach. Jahre lang hast du dich mit der Thematik “in Kreisen, über die ich vermutlich nur die Nase rümpfen würde” befasst und das ist deine Erkenntnis.
Das lasse ich jetzt einfach so stehen. Ich habe nämlich keine Lust mehr darauf, gegen eine Wand zu diskutieren. Dein StandpunktSchrägstrichHorizon ist der einzig richtige, alle anderen sind ahnungslos undoder panisch.
Für die anderen, die das Spiel noch mitspielen: Zählt mal, wie oft von “davon hab ich noch nie gehört” auf “darüber haben schon X Frauen mit mir geredet” und wieder zurück gewechselt wird.
Auch Zeiten nach Mitternacht sind keine Ausrede für ad hominem-Angriffe und Beleidigungen.
@Michael: Danke fürs Auseinanderpulen der Stochastik und Statistik, ich war schon dabei, aber dann war Dein Kommentar schneller.
@ access: Bitte mäßige deinen Ton. Du weißt, bei Beleidigungen (und dein “Du Horst”-Kommentar empfinde ich schon einen Schritt über der Grenze) löschen wir rigoros. Das hier als letzte Verwarnung, der nächste Kommentar dieser Art ist dann weg.
Hallo? Was ist denn hier los? Susanne, der erste, der hier aggressiv geworden ist, war meiner Meinung nach nicht access denied. Der hat nur ein paar (zugegebenermaßen etwas naive) Fragen gestellt, die man sehr einfach mit einem weniger aggressiven Unterton hätte beantworten können. Die erste wirklich aggressive Antwort kam von Michael mit
“Dir ist offensichtlich nicht klar, wie Statistiken funktionieren, oder? Die Alternative, die ich jetzt ausblende, ist, dass du dich nur absichtlich so anstellst, um ein Argument aus der Nase zu bohren. Das funktioniert aber nicht, du stehst nur dumm da und nervst alle.”
was ich nicht besonders höflich finde. Danach ist alles etwas aus dem Ruder gelaufen, aber das jetzt alles auf access zu schieben, finde ich ein bisschen unfair. Ich finde es nämlich sehr wichtig, dass solche Fragen (‘wieso kenne ich dann keine?’) hier gestellt werden, wo man in Ruhe auf sie antworten kann. Denn das sind genau die Fragen, die einem die Leute stellen! Und dann ist es doch nett, wenn man die Antwort schon mal geübt hat. Also, bitte nett bleiben. Und fair, wenn’s geht.
@Katherina:
ich stimme dir zwar zu, Michaels Ton war nicht der freundlichste, und das von dir Zitierte sicher nicht völlig angebracht, aber immerhin war Michael nicht der erste der versuchte Access Denied den Sachverhalt zu erklären. Erst nach dem in mehreren Kommentare von AD der Eindruck sich aufdrängte dass dieser 1. nicht weiß wie Statisken funktionieren, 2. nicht wirklich zugänglich für Argumente ist.
Da finde ich den gerissenen Geduldsfaden sehr gut nachvollziehbar.
Von mir gerne auch ein Rundumschlag: Alle bitte eine Spur entspannter!
Danke.
Man muss sehr genau hinhören, um von anderen Mensch zu erfahren, ob sie vom Partner geschlagen werden. Das sagen sie nicht einfach im Gespräch so dahin. Ich kenne recht vernünftige Leute, die sich ohne Probleme artikulieren können und ihr Verhalten analysieren können. Oft sind es Leute, die Studiengänge absolviert haben, die soziale Kompetenz erfordern – und trotzdem weiß ich von einigen: da wird in der Beziehung zugeschlagen. Es verblüfft und erschreckt ich.
@ Susanne: Ihr habt ihr ein strenges Regime, was Höflichkeit angeht, und das finde ich gut. Gerade dann muss man aber auch besonders gerecht sein! Ich habe diesen Thread von oben bis unten durchgelesen und mich dabei immer mehr für access geärgert, wie hier langsam auf seine Kosten der Ton entglitten ist. Um so mehr fand ich es unmöglich, dass du dann nur ihn, nicht aber die anderen gerügt hast, die meiner Meinung nach ohne Provokation sehr unhöflich waren!
Access Denieds Fragen fand ich berechtigt (wenn auch teilweise, wie gesagt, etwas naiv), da er offensichtlich viel mit Frauen über ihr persönlichen Probleme redet und deshalb das Gefühl hatte, bei dem Thema mitreden zu können. Wenn hier Frauen über ihre Erfahrungen reden, regt ihr euch ja auch nicht sofort auf, wenn sie sich nicht sofort von den Statistiken überzeugen lassen. Also, Fairness bitte, liebe Moderatorinnen, sonst sind unsere männlichen Mitdiskutierer bald alle weg.
Zum höflichen Verhalten gehört aber auch zuhören und auf das Gesagt eingehen – und das hat access als erster nicht getan.
@ Katharina: Das habe ich nicht genauso empfunden wie du. Eher habe ich die Augenbrauen ganz schön weit hochziehen müssen, als a.d. mit dem “Argument” kam “Ich kenne aber keine Frauen, die geschlagen werden.” Ein solcher Satz gehört nicht selten zum Repertoire reaktionärer Menschen, die Gewalt in Beziehungen nicht wahrhaben wollen – weil das nicht in ihr Weltbild passt oder was weiß ich warum. Wäre diese Bemerkung von jemand anderem als a.d. gekommen, zum Beispiel von einem ganz neuen User, hätte ich SOFORT gelöscht, weil es nichts weiter gewesen wäre als billige Provokation (weil diese Aussage keinerlei Erkenntnisgewinn bringt). Da a.d. aber zum Kreis der geschätzten User gehört, blieb der Kommentar da stehen. Trotzdem fand ich es heute an der Zeit, da mal um einen vernünftigeren Umgangston zu bitten.
Und damit möchte ich diese Meta-Diskussion gern auch beenden und euch zurück zum Thema stubsen. Denn für alle anderen außer uns ist eine solche Diskussion sehr langweilig. Vielen Dank, dass ihr das ebenfalls tut.
Ich kenne übrigens auch keine Transsexuellen, farbige homosexuelle Menschen und kein Mann hat mir je gesagt, dass er von seiner Frau oder Freundin in irgendeiner Weise gewalttätig behandelt wird, obwohl verbale Gewalt ja auch häufig von Frauen ausgeht und ich schon mehr Details aus dem Leben einiger Männer kenne, als ich jemals wissen wollte. Nach access denieds Logik dürfte es die genannten Personengruppen dann ja auch nicht geben, bzw. deren Probleme sind völlig übertrieben dargestellt.
Wer im obigen Beitrag Polemik oder Sarkasmus findet, darfs behalten.
Access denied hat in seinem zweiten Post seine eigene Opferrolle dargelegt und zwar erwähnt, dass es einen gesellschaftlichen Druck gibt, aber auch gesagt dass er persönlich das nicht als Problem ansieht und damit impliziert, dass es kein echtes Problem gibt. (Für alle die das anders sehen: Warum sonst die Erwähnung und Überwindung der eigenen Probleme im Kontext, warum ihm noch keine Frau etwas von Gewalt in Paarbeziehungen erzählt hat?)
Ganz reizend finde ich auch den Nachsatz, dass sein “Los” so “nervig” sei weil Frauen ihm ihre Probleme erzählen.
So von dem was ich hier über ihn lese, würde ich den Teufel tun und ihm etwas erzählen, das so derart intim ist. Ich weiß nicht, wie er sich irl verhält, aber wenn das seine Meinung ist, und nur die kriegen wir hier mit und nur die ist relevant, dann ist das Unverständnis, warum man ihm denn nichts erzählt haben sollte, ziemlich verletzend, vor allem für Opfer, die mit dieser Haltung ständig konfrontiert werden, der Kritik an der Gesellschaft einerseits und das muntere Teilnehmen an eben der und der kritisierten Einstellung andererseits. Das ist bigott, das schädigt, und ja, das macht wütend.
Und die Erwähnung der Nachbarn finde ich, nebenbei, hochinteressant. Frauen die Gewalt in Paarbeziehungen erleiden, sind nur dann in der Wahrnehmung relevant, wenn sie es ihm erzählen, nicht wenn er es (das wurde hier impliziert) Tür an Tür mitbekommt.
Natürlich weiß ich nicht, wie heroisch er für diese Frau/Frauen gekämpft hat, die da direkt neben ihm gelitten hat/haben, deshalb spare ich mir in dem Zusammenhang weitere Spekulatitonen, ob sein Umgang damit vielleicht auch ein Grund war, ihm nichts zu erzählen.
Was allerdings schwarz auf weiß hier steht ist: “Der eine ist jetzt nach einem Schlaganfall völlig auf seine Frau angewiesen, so kann’s gehen.”
Hm.
Das ist also seine Strafe.
Und die Frau triumphiert. … oh Moment, dieselbe Frau, die jetzt die Verantwortung für ihn hat in einer Situation, die aus ihm ein Opfer machen würde, wenn sie den, der ihr Gewalt angetan hat, abserviert?
Ich finde, darauf muss man überhaupt nicht mit Engelsgeduld reagieren, das hat er sich nicht verdient.
Die Studie enthält viel Interessantes (wenn auch viel Erschreckendes). So z.B., dass ältere Frauen eher gefährdet sind, Opfer von Gewalt zu werden, wenn sich eine ähnliche oder höhere Bildung als ihre Partner aufweisen.
Gleichzeitig geht eine traditionelle Rollenaufteilung öfter mit Gewalt an Frauen einher als eine egalitäre (wobei Ursache/Wirkung sich hier nicht aus der Studie herleiten lassen).
Gewalt an Frauen scheint sehr stark mit Machtkämpfen in anderen Bereichen zusammenzuhängen. “Gewalt kann demnach sowohl Ausdruck als auch Folge ungleicher Machtverhältnisse in Paarbeziehungen sein und als ein Mittel fungieren, um diese herzustellen und/oder zu festigen” (S. 39).
Gewalt an Frauen in Paarbeziehungen muss daher unbedingt auch im Kontext von gesellschaftlichen Machtverhältnissen betrachtet werden und nicht nur als “privates Problem”.
Man muss vieleicht gerechtigkeitshalber erwähnen, dass das Thema häusliche Gewalt tatsächlich etwas einseitig betrachtet wird- zumindest die öffentliche Wahrnehmung ist diesbezüglich sehr auf Männer fixiert. Das ändert wie gesagt gar nichts am Umstand, dass Gewalt hauptsächlich ein männliches Problem ist. Folgende drei Artikel haben sich dem Thema im schweizer Tages Anzeiger gewidmet:
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/kanton/Hohe-Dunkelziffer-bei-haeuslicher-Gewalt-gegen-Maenner/story/19914567
Dieser Artikel führte geradewegs zu einem Folgeartikel:
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/kanton/Weibliche-Gewalt-wird-verharmlost/story/12168033
Diesen Artikel noch zwischendurch, als Ergänzung sozusagen:
http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Frauen-toeten-vornehmlich-ihren-Intimpartner/story/26101976
Was die Leserkommentare von Betroffenen im ersten Link anbelangt- das ist schon erstaunlich. Meine Kommentare beziehen sich hauptsächlich auf Exponentinnen aus der schweizer Frauenrechtsbewegung- und die Tatsache, dass dieses Thema von der Öffentlichkeit bisher recht einseitig wahrgenommen wird. Die 25 Prozent der Kantonspolizei Zürich findet man hier:
“Im Jahr 2007 seien in rund einem Viertel der 1608 registrierten Fälle von häuslicher Gewalt Männer die Opfer gewesen.”
Ich hab irgendwie stark dass Gefühl dass die anwesenden Männer diese Diskussion total überrannt haben und den Fokus unbedingt auf sich bringen wollen.
Gehts hier nicht um Feminismus, um die Probleme von Frauen?
Es tut mir furchtbar leid dass es Männer gibt die von ihren Frauen misshandelt werden/wurden/werden werden, aber…man kann wohl kaum von einer Epedimie von von Frauen geschlagenen Männern sprechen. Umgekehrt ist das aber tatsächlich ein Problem. Also, irgendwie….gehört nicht hier her?
Genauso gut beim Thema Vergewaltigung. Klar, natürlich gibt es männliche Opfer von weiblichen Tätern. Trotzdem ist die Situation nicht wirklich vergleichbar, da Frauen auch wenn sie ihr ganzes Leben lang nicht vergewaltigt werden mit der Möglichkeit, der Bedrohung, und den entsprechenenden Einschränkungen ihrer Freiheit leben müssen.
@ rattenmaus: “Also, irgendwie….gehört nicht hier her?” Die Frage ist gut- weiter gefasst könnte man auch fragen, ob Männer überhaupt Feministen sein können- was hier ja auch schon behandelt worden ist. Natürlich können sich alle hinter die eigenen Grenzen verziehen- ob das dann gut ist, sei dahin gestellt: Daraus werden über kurz oder lang wieder die alten Grabenkämpfe.
Das Resultat wäre dann Stillstand.
Wollen wir das?
Als ich noch in dieser Männergruppe war (sie schlug damals in den Medien hohe Wellen, sogar “Emma” wollte ein Interview von uns!), hat man auch diskutiert, ob man Frauen aufnehmen soll- und sich dagegen entschieden.
Ich war nicht unbedingt glücklich mit dieser Entscheidung.
Aber die Frage ist berechtigt.
Scrollen wir nochmal gaaanz hinauf zum eigentlichen Beitrag, geschrieben von Barbara. Hier ging es um eine Statistik über Gewalt an Frauen.
Wieder ganz hinunter scrollen. Da geht’s plötzlich um Gewalt an Männern.
Ob Männer Feministen sein können, habe ich nicht zu beurteilen.
Selbst wenn wir es dürfen (was der Fall ist, sonst würden wir hier ja nicht gerade schreiben), gibt das uns nicht das Recht, in den Kommentaren jedesmal das Thema zu verändern. Offtopic ist überall unschön, also lassen wir es doch hier auch bitte bleiben, ne?
Sowas kann man sich für einen passenden Artikel (über Gewalt an Männern eben, Verteilung der Gewalt, o.ä.) aufheben oder mit Werner dem Quotenmann bequatschen. Kann ja ein guter Artikel daraus werden – gehört nur hier auf keinen Fall hin.
Ich stimme Michael voll zu.
Die Antwort auf die Frage ob Männer Feministen sein können, hat nichts damit zu tun ob es okay ist wenn Männer in feministischen Foren über die Probleme von Männern reden wollen.
Stimmt. Ich habe die Frage gerade für mich selbst beantwortet.
Ein Thema hat verschiedene Facetten. Allgemein finde ich die Stimmung hier etwas heikel, wie auch der gesamte obere Thread hier beweist. Man schnappt gerne ziemlich schnell zu, kritische Stimmen werden augenblicklich in den Boden gestampft. Eigentlich schade.
Ich werde mich in Zukunft zurück nehmen.
Ein Gemischtwarenladen wäre eine Möglichkeit. Ohne dass jemand die Deutungshoheit hat. Auch schwierig.
Das Internet ist ein weites Feld- in Abwandlung zu Günther Grass. Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Ok, schönen Abend!
Ich denke nicht, dass partnerschaftliche Gewalt gegen Männer “kein Problem” ist, wie rattenmaus es sinngemäß gesagt hat. Es gibt da eine Pilotstudie vom BMFJS, die das mal untersucht hat und dabei kam raus, dass es eben durchaus ein nicht zu vernachlässigendes Phänomen ist, was weiter untersucht werden sollte. Die Anschlussstudie wurde dann aber nie begonnen.
Es gibt hier also tatsächlich einen Nachholbedarf, aber ich finde es verfehlt, den im Zusammenhang mit Gewalt gegen Frauen zu thematisieren. Alles, was getan wird, um Gewalt gegen Frauen zu verhindern und den Gewaltopfern zu helfen, ist gut und richtig. Es bringt niemandem etwas, wenn man diesen Aktivitäten vorwirft, dass sie nichts für Männer tun. Wer wirklich ernsthaft die Gewalt gegen Männer bekämpfen will, sollte eben handeln und nicht gegen Frauenhäuser wettern. Natürlich ist es schwierig und man bekommt nicht die Unterstützung, die die Frauenhäuser heute haben, aber die Frauenhäuser hatten die ja auch nicht von Anfang an. Diesen Vorsprung muss man eben aufholen und nicht darüber lamentieren, dass er besteht.
Kritikwürdig auf Seiten der “Frauenhausfraktion” ist nur, dass dort dann und wann das Phänomen der partnerschaftlichen Gewalt gegen Männer geleugnet oder heruntergespielt wird. Es wird auch manchmal sehr polemisch und verletzend Stimmung gegen Männer gemacht. Aber ich denke nicht, dass wir uns hier darüber streiten müssen.
@access denied: Gemeint sind Lebenszeitprävalenzen, von daher erscheinen Dir die Zahlen vielleicht “strange”.
@Michael: Mir ist nicht ganz klar, wie eine geschlechsspezifische Dimension überhaupt erfaßt/beurteilt/diskutiert werden kann, wenn keine Vergleiche angestellt werden sollen/dürfen. Und um die geschlechsspezifische Dimension geht es doch gerade hier, oder nicht?
Ich denke es geht auch weniger darum, “auch als Opfer” anerkannt zu werden oder “hier über die Probleme von den Männern” (???) zu reden, sondern vielmehr um das in meinen Augen sehr feministische Anliegen, eine vielleicht allzu einfach gestrickte Geschlechterrollendichotomie zu hinterfragen. Wenn tatsächlich 25% der Täter im Hellfeld weiblich sind, dann ist so ein einfaches Täter/Opfer-Geschlechterrollenschema dem feministischen Anliegen eben, zumindest nach meiner Aufassung, nicht gerade dienlich..
Mal ganz abgesehen davon, dass der Kommentar trotz rhetorischem “soll hier aber nicht Thema sein” größtenteils auch wieder am Thema vorbei geht:
Hab gerade Kontraste auf ARD gesehen und dort wurde erwähnt, dass die Frauenhäuser im Schnitt auf 10% ihrer Kosten sitzenbleiben, weil es keine politische Mehrheit dafür gibt, dass die verurteilten Verursacher für die Kosten, die durch den Frauenhausaufenthalt der von ihnen misshandelten Menschen entstanden sind, aufkommen müssen.
“Natürlich weiß ich nicht, wie heroisch er für diese Frau/Frauen gekämpft hat, die da direkt neben ihm gelitten hat/haben, deshalb spare ich mir in dem Zusammenhang weitere Spekulatitonen, ob sein Umgang damit vielleicht auch ein Grund war, ihm nichts zu erzählen.”
Ich ritt auf weissem Rosse einher und stieß ihm meinen Doclh in den Hals, was meinst Du. Ich hab einmal die Bullen gerufen (und das widerstrebt mir schon alleine äusserst), was den Effekt hatte, dass nichts passiert ist, mir aber dann danach gesagt wurde, ich solle mich raus halten aus ihren Problemen
Ansonsten, ich kämpf für mich, ich schlag mich nicht für andere
“Was allerdings schwarz auf weiß hier steht ist: “Der eine ist jetzt nach einem Schlaganfall völlig auf seine Frau angewiesen, so kann’s gehen.”
Hm.
Das ist also seine Strafe.
Und die Frau triumphiert. … oh Moment, dieselbe Frau, die jetzt die Verantwortung für ihn hat in einer Situation, die aus ihm ein Opfer machen würde, wenn sie den, der ihr Gewalt angetan hat, abserviert?”
Eigentlich lautete die Botschaft: Passt auf was ihr macht, denn alles holt einen ein, immer. Von Strafe, davon reden nur die, die auch Strafbedürfnisse haben
Ich gehöre nicht dazu
So, genug gespamt, on topic, finde ich es interessant, dass im Lande von der Leyen (Byern) Frauenhäuser bis zu 106 Euro am Tag von ihren “Besuchern” verlangen müssen. Das deckt sich nicht so ganz mit Aktionsplänen…
@Johannes:
Vorsicht, Ich lass mir keine Worte in den Mund legen. Die Behauptung ich hätte gesagt Gewalt an Männern wäre kein Problem finde ich ziemlich dreist.
Ich bitte um wiederholtes Lesen meines Kommentares.
@rattenmaus: Ich komme deiner Bitte nach wiederholtem Lesen deines Kommentars nach. Dort lese ich:
Das interpretiere ich schon so, dass du Gewalt gegen Frauen im Gegensatz zu Gewalt gegen Männer als ein Problem betrachtest.
Ok, ich verbuche es mal unter der Rubrik “schnell getippt”. Ich habe mir auch schon die ein oder andere ungenaue oder missverständliche Formulierung geleistet. Sorry also, wenn ich dir da Unrecht getan habe.
@ Johannes
Der von dir zitierte Teil rattenmaus’ Beitrag klingt für mich nach einem Hinweis unter Anderem auf die Tatsache, dass, wenn 25% der geschlagenen Partner männlich, immer noch ~75% weiblich sind und (immer noch u.A.) dadurch gilt:
Problem “Gewalt an Frauen” > Problem “Gewalt an Männern”
Verstärkt wird das noch dadurch, dass sich die Thematik nicht im direkten Scope befindet, dafür sind andere Gruppen da. Ich bezweifle, dass jemand hier der Meinung ist, Männer vermöbeln sei in Ordnung ;)
@ Marco
Das ist jetzt nur meine Meinung, also nicht ausdrucken und nächstes Mal vorlegen: Vergleiche, das Suchen Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten sind okay, solange das Thema – hier “Gewalt gegen Frauen” – erhalten bleibt. Wenn nach 3 Beiträgen nur noch über Gewalt an Männern, Erfahrungen von Männern und von Männergruppen geredet wird, ist das eines: Falsch. Klassische Themaverfehlung.
Für Beispiele lies allein diesen Thread, zuletzt Johannes Kommentar “Das gehört hier natürlich nicht hin, aber [Erklärung zur Situation der Männer]“.
ich wollt nur nochmal kurz Michael zustimmen. :)
@Johannes: Michaels Kommentar dürfte da alle Fragen klären die du eventuell noch hast. ?
Schon seltsam, dass es hier fast nicht möglich ist, eine Diskussion anzureissen, die sich auf den Inhalt des Beitrags etwas direkter beziehen würde… Über etwas anderes zu reden ermöglicht immer, über das angesprochene Thema nicht reden zu müssen. Angenehm?
An diejenigen, die das Ablenken kritisiert haben: danke.
Sappi: Ich kenn mich mit dem Thema jetzt nicht so wirklich aus; wenn du eine on-topic Diskussion jetzt anreissen würdest, fände ich das sehr interessant.
Die These, dass Männer, die bei diesem Thema auf Gewalt von Frauen gegenüber Männern umschwenken, dies tun, um sich über ihre eigene Verantwortung keine Rechenschaft ablegen zu müssen, finde ich zum Beispiel sehr interessant; aber das weiter zu diskutieren, wäre auch eher off-topic.