Geschlechts- und altersabhängige Zufriedenheit

von Magda

In einem aktuellen Artikel „The Sad, Shocking Truth About How Women Are Feeling“ der Huffington Post schreibt Arianna Huffington über die immer wieder erscheinenden Studien (z.B. The Paradox of Declining Female Happiness (PDF) vom Mai 2009), die alle den gleichen Trend bestätigen: Frauen sind heute unglücklicher als noch vor 40 Jahren – trotz der gesetzlichen und gesellschaftlichen Wandlungen und Verbesserungen in Gesundheit, Ausbildung, Arbeitswelt etc. Dies is mitnichten lediglich ein US-amerikanischer Trend: Ähnliche Studien mit über 600.000 Befragten gab es auch in Europa mit 15 teilnehmenden Ländern. Graphisch dargestellt sieht der Trend so aus:

Vertikale Achse: Zufriedenheit.
Horizontale Achse: Jahr.

Interessanter noch: Dies ist ein Trend, der sich bei Frauen erst mit zunehmendem Alter entwickelt. Während eine Frau bis in ihre späten 40er zumindest verglichen mit Männern recht zufrieden ist, nimmt diese Zufriedenheit rapide ab, während dies bei Männern gänzlich umgekehrt ist. Jungs und Männer sind zumindest bis zum mittleren Alter unzufriedener als Mädchen und Frauen.

Vertikale Achse: Zufriedenheit
Horizontale Achse: Alter

In den nächsten Tagen und Wochen wird die Huffington Post mit einer Reihe von Blogs und Artikeln möglichen Erklärungen auf den Grund gehen. Den ersten Versuch macht Marcus Buckingham mit „What’s Happening To Women’s Happiness?“ Etwas unverständlich finde ich dennoch den starken Fokus auf Frauen: Zwar sind Männer insgesamt wohl etwas zufriedener als noch vor 40 Jahren, dennoch ist dies wohl der Zufriedenheit im höheren Alter zu schulden. Jungs/Männer bis in die späten 40er sind unzufriedener als Mädchen/Frauen gleichen Alters.

Habt ihr mögliche Erklärungsansätze?




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Eintrag geschrieben: Samstag, 19. September 2009 um 10:00 Uhr unter Zeitgeschehen. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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24 Kommentare

  1. Joël sagt:

    In der aktuellen ADBUSTERS-Ausgabe steht, dass die allgemeine „Happiness“ trotz wirtschaftlichem Aufschwung gesunken sei. Inwiefern das den Zahlen der Huffington Post widerspricht, kann ich aber nicht sagen. Leider ist der Artikel nicht online :(

  2. Patricia sagt:

    Die heute unzufriedenen 50-Jährigen waren vor 20 Jahren die zufriedeneren 30-Jährigen? Ist es tatsächlich so, dass sich unser Grad der Zufriedenheit entwickelt oder ist das ein Generationanphänomen, das in der jeweiligen Altergruppe gleich bleibt?

    Da gibt es Tatsächlich genügend Interpretationsspielraum bei diesen Statistiken, um sich wochenlang damit zu beschäftigen. Ein Fest für alle Sowis :o)

  3. Luis sagt:

    Es kann natürlich sein, dass das eine Kombination aus Alters- und Generationseffekten ist.
    Bei Männern: Es ist im Moment für junge Männer beruflich relativ schwierig, denn selbst als gut ausgebildeter Berufseinsteiger muss man sich erstmal durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse Quälen. ABER: Die Jobs sind nur mit mittlerem Alter relativ sicher, je näher man dem Rentenalter kommt, desto wahrscheinlicher sind Frühverrentung, Arbeitslosigkeit, etc. Wobei das eventuell nicht ganz so auf die Zufriedenheit schlägt wie beim Berufseinstieg. Und eventuell vorhandene Kinder da auch einen positiven Effekt haben könnten.
    Bei Frauen könnte das eventuell daran liegen, dass die jungen Frauen entweder mehr Hoffnungen haben oder geringere Erwartungen. Wenn die Möglichkeiten steigen, was ja vor allem in den 70ern für Frauen der Fall war, steigen die Erwartungen noch sehr viel stärker an (Ich denke da an Phantasien der unfehlbaren Vollzeitmutter _und gleichzeitig_ sehr erfolgreichen Vollzeitberufstätigen).
    Das sind nur Gedanken, sozusagen aus der Hüfte geschossen. Interessant wären natürlich weitere Daten, vor allem eine Untersuchung, was für Gruppen innerhalb der Frauen besonders zufrieden oder Unzufrieden sind. Möglicherweise sind traditionell eingestellte Frauen unzufriedener (diese Gruppe nimmt zu), wenn sie arbeiten müssen (was in Anbetracht steigender kosten bei stagnierenden Löhnen immer öfter der Fall ist)

  4. efeu sagt:

    ich hab mal wo gelesen (war es in einem blog oder auf der uni?), dass verheiratete männer gesünder und glücklicher seien als unverheiratete. bei frauen verhielte es sich aber genau umgekehrt. ein möglicher grund könnte sein, dass heirat meist mit kindern verbunden ist (uneheliche kinder bleiben dies im grunde nur bis ca. zum dritten lebensjahr) und für frauen eine ehe also meist gleichbedeutend mit dem beginn der doppelbelastung ist.
    und wenn man sich so eine (hetero)ehe nach altem rollenmodell ansieht, könnte man jetzt bitterböse sagen, ist ja kein wunder, wenns den männern besser geht, sie kommen am abend heim und machen es sich gemütlich. am wochenende buddeln sie allerhöchstens mal im garten herum und lesen zeitung. die ehefrauen dagegen haben als mütter einen 24h-job, schupfen den haushalt und oft sind sie auch noch erwerbstätig.
    dieses alte rollenmodell leben heute vor allem die generationen über 35, 40 und eben die, wo die schere wieder auseinander geht. ich habe auch so die theorie, dass es diese frauen frustet, wenn sie sehen, dass jüngere generationen viel selbstverständlicher gleichberechtigte partnerschaften führen können.

    interessant wäre es auch in bezug auf meine theorie mit gleichberechtigung und partnerschaften, so eine statistik aufzugliedern in singles und in partnerschaft lebende menschen, und hier vor allem auch mal zu unterscheiden zwischen homo/hetero (denn nach meiner theorie müsste es dann v.a. zwischen hetero- und homofrauen unterschiede geben)

    wäre natürlich nur eine mögliche erklärung für einen teilbereich. (und: ui ja! ein fest für die sowis :D )

  5. efeu sagt:

    ach, und ich möchte noch anmerken, dass ich keinesfalls den männern die schuld für die unzufriedenheit der frauen zuweisen möchte, wie es frau briebach tut. das mag ihre meinung sein, meine ist es nicht.
    das argument, dass (viele) männer auf kosten von frauen glücklich sind, kann man aber trotzdem nicht so einfach von der hand weisen und ich hab deswegen etwas dazu geschrieben. allerdings bezieht sich meine theorie ausschließlich auf heteroehen nach altem rollenmodell.
    wenn man jetzt aber diese heterogene menschenmasse an frauen, männern und allen menschen dazwischen ansieht, finde ich es, so wie es frau briebach geschrieben hat, zu undifferenziert, so auf die art, die männer sind schuld an allem! ich finde das sexistisch, tut mir leid.

  6. efeu sagt:

    (oh wie peinlich, ich hab mich beim namen vertan, sie heißt natürlich frau biebrach… sorry)

  7. Marcel sagt:

    Welche Kriterien sind ausschlaggebend für Zufriedenheit? Ich habe keine Ahnung, war um Frauen immer unzufriedener werden. Das Thema ist ja an und für sich nicht neu- solches gab und gibt es allerorten zu lesen. Man könnte jetzt anführen, dass

    – der Feminismus von falschen Prämissen ausgeht (im gleichen Zeitraum ist die Erwerbstätigenquote der Frauen in allen Industrienationen ganz beträchtlich gestiegen): Arbeit macht nicht unbedingt glücklich, dazu gibt es auch Studien,

    – die Frauen selbst von ganz falschen Annahmen ausgehen, was denn ein glückliches Leben ausmacht

    – unsere Zeit, wenn es um Lebensbelange geht, nur noch in Superlativen spricht: Traumpartner, Traumsex, Traumjob, Traumwohnung, Traumland, Traumleben etc. …

    …und Männer solchen Verprechen einfach keine Glauben schenken und viel pragmatischer eingestellt sind.

    Ich weiss es wirklich nicht.

    Frau Bierbrachs Interpretation dieser „Statistiken“ grenzt allerdings an eine Realsatire: Das muss ich mir merken!

  8. jj sagt:

    Ich nenn das mal den Steinmeier-Effekt. Wer niedrige Erwartungen hat, kann nicht enttäuscht werden. Außerdem sind solche Umfragen *mehr als problematisch*, weil kein Mensch wirklich sagen kann, was er/sie wirklich meint, wenn wir von „happiness“ reden…

    http://www.economics.harvard.edu/faculty/mullainathan/files/peoplemeansay.pdf

  9. Stefanie sagt:

    Ja, ich gebe Patricia recht: Erstmal sollte man auch mal die Aussagekraft dieser Charts in Frage stellen. Vor allem die fast schon groteske vereinfachung dieser Abbildungen.
    Glück ist ja schon eine ziemlich komplexe Sache und ich frag mich wonach haben die überhaupt gefragt?
    Aber wenn es stimmt:
    Mehr Entscheidungsfreiheit bedeutet mehr Selbstverantwortung, auch mehr Selbstzweifel etc. und macht das Leben generell komplizierter, na klar.
    Wenn die mit Glück Zufriedenheit meinen, dann hat das ja auch etwas mit Anerkennung oder Erfolg zu tun (damit meine ich nicht nur beruflichen oder monetären Erfolg) und dann kann ich mir vorstellen, dass es für Frauen eher schwieriger geworden ist, das zu empfinden. Die Definition von dem was eine erfolgreiche Frau ist, ist ja ziemlich unklar. Eher werden ja an Frauen mehr Anforderungen als früher gestellt, also die Hausfrau kriegt eins auf den Deckel weil sie unemanzipiert ist, die kinderlose arbeitende Frau weil sie keine Kinder hat. Und beides zu haben macht das Leben auch nicht einfacher. Jetzt mal so ganz vereinfacht.
    Warum Männer aber immer glücklicher werden, ist damit nicht erklärt und verstehe ich auch nicht wirklich, deren Welt wird ja durchaus auch komplizierter und prekärer geworden, wenn vielleicht auch nicht in gleichem Maße… Oder irre ich mich?
    na ja, ich finde man sollte sich darüber nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen.
    Zurück zu „früher“ will ich bestimmt nicht.

  10. Stefanie sagt:

    zu Frau Briebach: So ein Quatsch,
    das hieße ja das Frauen in den letzten 30 Jahren mehr vom Patriarchat unterdrückt würden als vorher. Das sehe ich nun wirklich nicht.

  11. Marcel sagt:

    Frank Schirrmacher- jaja, ich weiss, in vielen Augen ein Konservativer (ob das so stimmt, weiss ich allerdings nicht)- hat einmal von der unerfüllbaren Suche nach dem „leidlosen Glück“ gesprochen, dem unsere Gesellschaften insgesamt verfallen sind. Das hat etwas, finde ich. Und dann noch dieser Begriff Glück- ich weiss nicht. Freud hat dazu einst geschrieben, dass der Mensch gar nicht in der Lage sei, Glück und Unglück zu empfinden, sondern lediglich die Differenz. Doch ich weiche vom Thema ab…

  12. Marcel sagt:

    @efeu: Ehrlich gestanden sehe ich zwischen Deinen Beiträgen und demjenigen von Frau Bierbrach inhaltlich keinen wesentlichen Unterschied- bis auf die Feststellung, dass Du Bierbrachs Votum als sexistisch und unfair betrachtest, selbst aber in dieselbe Kerbe haust. Das macht vieleich rethorisch Sinn- lenkt aber nicht vom ursprünglichen Inhalt ab.

  13. Ulrike Pansen sagt:

    Ist doch ganz logisch. Wie sah der Alltag vieler Frauen vor 40 Jahren aus?
    Richtig, sie waren meist zwangsverheiratet, zuhause eingespeert, vom Mann unterdrückt, eine Haussklavin eben.

    Und wie sieht der Alltag vieler Frauen heute aus: Nun, sie haben Zugang zu Bildung, verdienen ihr eigenes Geld, Lover ohne Ende, dürfen abtreiben, lesbisch werden, sich scheiden lassen etc.

    Kein Wunder also, daß Frauen heutzutage glücklicher sind als früher.

  14. efeu sagt:

    @marcel: genauer betrachtet kann man das tatsächlich so auffassen, ja. das ist mir dann gleich nach dem abschicken auch aufgefallen. ich habe mich wohl, um alles so kurz wie möglich zu schreiben, zu wenig gut ausgedrückt und zu wenig betont, welchen teil ich als info in die runde schmeißen möchte und was wirklich meine idee/meinung ist.
    (1. absatz: zusammenfassung von gelesenem; 2. absatz: bild, das viele im kopf haben; 3. persönliche erfahrung, müsste überprüft werden)

    dass lebenszufriedenheit zu einem großen teil von der art der partnerschaft abhängt, ist nicht meine theorie, sondern die von mir vorgestellte theorie.

    allerdings muss ich sagen, dass frau biebrachs schuldzuweisungen tatsächlich teilweise (!!!!) zuzutreffen scheinen, weltweit betrachtet.
    eine gesellschaftsordnung, die männer privilegiert und frauen diskriminiert: dass es männern dadurch natürlich besser gehen könnte als frauen, scheint ein logischer schluss zu sein. und dadurch, dass sie so viele vorteile aus diesem machtverhältnis ziehen, haben sie auch wenig interesse daran, diese geschlechterordnung zu verändern. (in dieser verkürzten darstellung haben wir indirekt wieder: männer böse, frauen gut.)
    dieses machtverhältnis und das fehlende streben der mächtigen, es zu verändern (ich spreche hier von machtverhältnissen ganz allgemein) ist eine tatsache, kann man in jedem einführenden soziologiebuch nachlesen.

    [b]das wichtige ist aber[/b]: es ist nur ein aspekt/faktor von vielen und ist (weltweit) verschieden stark ausgeprägt. und: ein machtverhältnis muss nicht in allein eine richtung gehen. das machtverhältnis bringt vorteile und nachteile für beide seiten. das machtverhältnis kann sich vom gerechtigkeitsempfinden der beteiligten unterscheiden und somit durchaus ein streben nach veränderung einsetzen – auch von seiten der mächtigeren. und so weiter und so fort.

    somit ist mE frau biebrachs schuldzuweisung zwar nicht an den haaren herbeigezogen, entbehrt aber jeglicher differenzierung usw. und katapultiert den feminismus an eine stelle zurück, die ich eigentlich schon überwunden geglaubt habe.

    jetzt wäre hier die frage: hängt lebenszufriedenheit von macht ab? von gerechtigkeit?
    (lebenszufriedenheit, nicht glück.)

    marcel, was sagst du dazu? (danke übrigens für den hinweis, dass mein posting als genauso sexistisch klingt wie das, dem ich genau das vorgeworfen habe)

  15. Marcel sagt:

    @efeu: „eine gesellschaftsordnung, die männer privilegiert und frauen diskriminiert: dass es männern dadurch natürlich besser gehen könnte als frauen, scheint ein logischer schluss zu sein.“ Hast Du aber gut umschifft, das Wort Patriarchat! Ich glaube, dass man im 21. Jahrhundert in unseren Breiten allmählich davon absehen sollte, noch ernsthaft von einem Patriarchat zu sprechen. Abgesehen davon fühle ich mich als Mann- ohne Alternative zur Erwerbstätigkeit wie die Frauen, die sich jederzeit in den Haushalt zurückziehen können, wo kein ökonomischer Druck herrscht– alles andere als privilegiert! Ich glaube, viele Frauen und insbesondere der Feminismus gehen von der falschen Prämisse aus, Erwerbsarbeit sei so eine Art Privileg: Ist sie nicht! Vielmehr erachte ich die bislang leider noch hauptsächlich Frauen vorbehaltene Rückzugsmöglichkeit in den Haushalt als Privileg. Wie es in der „modernen“, fragmentarisierten Erwerbswelt zu und her gehen kann, sieht man zum Beispiel hier:

    http://www.freitag.de/alltag/0938-france-telecom-selbstmorde-restrukturierung

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31141/1.html

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/145429

    Ich weiss nicht, ob die Vollzeit-Partizipation an dieser Arbeitswelt noch in irgendeiner Form als Privileg betrachtet werden kann, mit dem sich, wie Du schreibst, die Machtansprüche der Männer legitimieren lassen: Arbeit ist Krieg- und zwar für immer mehr Menschen. Ich habe in meinem Leben zwei Restrukturierungen mitgemacht- glaub‘ mir: Solche Erfahrungen zu machen halte ich alles andere als für ein Pivileg!

    Betrachtet man die statistisch erfassten, gemeinsamen Haushalte mit oder ohne Kinder und die damit verbundene Rollenteilung, dann lässt sich nur soviel sagen: Von Fortschritten lässt sich z. Z. nur sehr, sehr bedingt und mit ganz viel Optimismus sprechen. Genau genommen bewegen wir uns durch unser Leben, wie von 150 Jahren- und zwar beide Geschlechter!

  16. Marcel sagt:

    Genau genommen bewegen wir uns durch unser Leben, wie von 150 Jahren- und zwar beide Geschlechter! Wohlgemerkt: Ich spreche hier von gemeinsamen Haushalten, nicht von Haushalten mit nur einer Person oder alleine Wohnenden (vom Begriff Single-Haushalt halte ich nicht viel, da zuwenig aussagekräftig).

  17. Also ein Problem sehe ich darin, dass die Begrifflichkeit der Statistik, was unter Glück zu verstehen ist, ja viel zu schwammig gefasst ist.

    Wenn man jetzt Glück mit finanzieller Sicherheit gleichstellen mag, so macht es doch Sinn, wo doch statistisch gesehen mehr Frauen geringere Löhne erhalten, wenn sie überhaupt berufstätig sind. Was ja auch heißt, dass diese im Alter mit weniger Rente auskommen müssen. Das stelle ich mir sehr belastend vor. Vielleicht kommen im Alter ja auch mehr Zweifel auf, wenn man sein Leben revue passieren lässt. Das kann ich mir bei Frauen schon tendenziell problematischer vorstellen. Wobei ich daraus auch keine Regel ableiten mag.

    Es gibt gewiss auch viele Männer, die in der letzten Lebenshälfte unglücklich sind. Ich persönlich stelle es mir grausam vor, wenn Männer irgendwann beginnen, unter Potenzstörungen zu leiden, ihnen die Haare ausfallen, die Kondition in den Keller geht und im Großen und Ganzen alle körperlichen Freuden sich langsam verabschieden.

  18. Adina sagt:

    @Madmoiselle Nocturne: auch viele Frauen leiden an körperlichen Gebrechen in der 2. Lebenshälfte. Ihre Wechseljahre sind heftiger und schmerzvoller, die Haut (da dünner) runzliger als die von Männern. Unter Haarausfall leiden sie dafür weniger. Die Kondition geht bei allen in den Keller.

  19. Stefanie sagt:

    @Marcel, ja das Problem ist aber doch, das sich Unabhängigkeit nur mit Geld erreichen lässt, was dummerweise immer noch an Lohnarbeit gebunden ist, wenn man keine reichen Eltern hat zumindest.

    Und jetzt komm mir nicht irgendwas philosophisch spirituellen zur Unabhängigkeit ;-)

  20. Naja, in einer Welt mehr dürfen, bei der die Regeln aber nicht mitgestaltet werden können, macht nicht wirklich glücklich.

    Und dass es den Jungs, umso älter sie werden, umso besser geht, ist nachvollziehbar: Es sind ihre Regeln, ihr Zusammenhalt, der sich etabliert hat.

    „Wir“ Frauen dürfen zwar überall nun mitmischen, aber wir dürfen nicht die gleichen Verhaltensweisen wie die Jungs an den Tag legen, um mehr zu erreichen.

    Und…
    Ich würde sagen: Für Heteras gilt zusätzlich, solange sie „jung“ sind, werden sie begehrt.
    Danach…
    WAs bei den Jungs ja genau umgekehrt ist. (Schwule nun ausgenommen.)

    Die Statistik kommt also für mich nicht so wirklich überraschend. ;-)

  21. Marcel Zufferey sagt:

    @Stefanie: „wenn man keine reichen Eltern hat zumindest.“

    Ich habe aber reiche Eltern ;-)

    „ja das Problem ist aber doch, das sich Unabhängigkeit nur mit Geld erreichen lässt, was dummerweise immer noch an Lohnarbeit gebunden ist“ Nichts Neues im Westen. Wie vor 150 Jahren also. Rollenumkehr- ähnlich wie bei einer Schubumkehr bei Flugzeugen bei dert Landung- warum geht das einfach nicht? Udn jetzt bitte keine Entschuldigungen à la ich werde als Frau in MINT-Berufen nicht ernst genommen u. dergleichen mehr… um Anerkennung kämpfen müssen alle!

    „Und jetzt komm mir nicht irgendwas philosophisch spirituellen zur Unabhängigkeit“ Würd ich nie machen- bin ja kein 68er!

  22. Marcel Zufferey sagt:

    Glück per definitionem wäre also ein grosses Fragezeichen? Ich finde den ganzen Fragenkomplex daneben.

  23. Nina sagt:

    Naja, mir fallen (als Frau knapp über 40) zwei Sachen ein: Dass ich durch Familiengründung erhebliche Abstriche im Beruf machen muss, hat sich erst herausgestellt, als die Kinder da waren. Bis zu dem Zeitpunkt war mein Lebensgefühl: Alles steht mir offen, wo ist das Problem?

    Hetero-Männer können sich auch mit 60 plus noch attraktiv fühlen, junge Frauen betören und Papa werden (siehe Beckenbauer oder Münte), umgekehrt sieht es dagegen immer noch eher schlecht aus.

    Vielleicht sind mittelalte Männer deshalb zufriedener als mittelalte Frauen, weil ihre Selbstüberschätzung mit dem Alter zunimmt, während Frauen immer realistischer werden (müssen)?

  24. Magda sagt:

    Für alle Interessierten:

    Barbara Ehrenreich hat für die Los Angeles Times einen Kommentar zu der Studie geschrieben.