Gepatzt

von Verena

Was ist denn da los, dachten sich die Zuschauer des Independent Spirit Awards, der Ende Februar in Santa Monica stattfand. Denn eigentlich standen die Schauspieler Paul Rudd und Eva Mendes auf der Bühne, um das Beste Drehbuch zu prämieren, aber Rudd dachte sich wohl schnell eine eigene Szene aus und griff – wie originell und noch nie da gewesen – seiner Kollegin an die Brust. Wer jetzt nicht schon kotzt, tut das angesichts des Kommentars auf stern.de:

Von sexueller Belästigung auf der Bühne konnte angesichts von Mendes‘ verzücktem Gesichtsausdruck aber wohl keine Rede sein. Sie schien Rudds Grabsch-Attacke regelrecht zu genießen

Aber wenn schon Drehbuch-Modus, dann bitte noch mehr Action. Um es kurz zu machen: Rosario Dawson stürmt aus dem Publikum auf die Bühne (die Buffet-Gabel noch in der Hand) und greift Rudd im Gegenzug in den Schritt (dessen Reaktion schwankte laut stern.de zwischen „Empörung und Freude“) und alle sind versöhnt? Ich weiß nicht. Ein Blick auf die ganze Szene, zeigt, dass zumindest ein Teil der Aktion nicht aus heiterem Gesitesblitz geschah:

Und im Interview mit Access Hollwood betreitet Dawson ihren Anteil als geplant. Aber sie sagt ein paar wahre Worte, wenn sie betont, dass sie als Frauenrechtlerin davon genervt gewesen sei, dass Rudd Mendes‘ Brust „eine halbe Stunde lang begrabscht hat“.

Also nur ein kleiner Award-Gag, der ein bisschen aus dem Ruder gelaufen ist? Auch Latoya Peterson bemerkt auf racialicious.com, dass der kleine, ab­ge­sprochene Scherz, Mendes an die Brust zu greifen, in dem Moment ein feminist issue wird, in dem er übers Ziel hinausschießt: kurz und wie abgesprochen anzufassen oder noch ein paar Mal dran rumzukneten…

Ob der beherzte Griff von Dawason an Rudds Eier ausgleichende Gerechtigkeit schafft, sei mal dahin gestellt, denn generell finde ich, wie auch Jodi Jill auf examiner.com kommentiert, es eine total unpassende Aktion, bei einer Award Show im Jahr 2011 einer Frau derart an die Brust zu grapschen, um etwas „Spaß“ in die Präsentation zu bringen. Da muss es doch ein besseres Drehbuch geben.




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Eintrag geschrieben: Samstag, 5. März 2011 um 13:12 Uhr unter Zeitgeschehen. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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5 Kommentare

  1. Lisa sagt:

    Das ist in der Tat ziemlich geschmacklos (Busen- und Eiergrabscher) und eigentlich auch *gähn*.
    Anscheinend fällt den Verantwortlichen im Showbusiness nichts kreatives mehr ein, um das Publikum zu unterhalten.

  2. Robert sagt:

    Was ist das denn für eine schwachsinnige Show? Und was ist das für ein schwachsinniger Kommentar im Stern? These: Mit einer Frauenquote (hier: Showbiz und Journalismus) wäre das nicht passiert ;-)

  3. Luna sagt:

    Dawson hat vergessen, an den Eiern noch rumzukneten.
    Finds aber auch von Mendes ein bisschen enttäuschend, da mitzumachen (wenns ein Gag gewesen wäre).

    Generell mies. Die Idee und Ausführung.

  4. Angelika sagt:

    öha.
    gut, dass ich das bis auf euren bericht/Verena’s bericht hier im webz noch nicht gesehen hatte.
    was sollte damit denn erreicht werden ???

    da ist ja so ungefähr alles drin, was im 21. jhd nicht mehr sein sollte.
    meine empörung ist jenseits von worten.

    (mit den worten/buchtitel von Stephane Hessel „Empört euch/Indignez vous“)

    „Feminismus ist die radikale Idee, dass Frauen Menschen sind.“
    (ausm webz, quelle fällt mir gerade nicht ein)

  5. brigitte sagt:

    Zum Kommentar auf Stern.de: Zum Kotzen